Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 17 (24.4.1935)
- Date
- 1935-04-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Lrsolge der ücuüthcn ManniSast $10110. LZL 2. DiiLWi! Noch eindrucksvoller als die Eröffnungsfeier war die große Kundgebung am Ende der Maltabiah. Ihr wohnten über 50 000 Zuschauer bei, dar. unter auch der Regierungschef des Landes, der High Kommissionär Sir Arthur Wauchope. Tie deutsche Mannschaft, die einen ausgezeichneten Eindruck mochte, hat auf vielen Gebieten gute Erfolge erzielt. An erster Stelle steht sic im Siebenkampf für grauen (Mcndle- München), in der ^lOO-Metcr-Stasfel iür grauen, im Handball und im Florettfechten sLisel Falk-Berlrn). An zivciter Stelle steht Deutschland im Fußball und Hockey. In einer mustergültig vorbereiteten und organisierten Veranstaltung, böi der annähernd lO'.'O Personen anwesend waren. wurde die aus Deutsch, land entsandte Makkabi-Manuschast von den dcutscheu Einwanderern empfangen und bewirtet. Die Idee des jüdischen Sports hat auf der zweiten. Makkabiah weiter große Fortschritte gemacht und auf Grund ihrer Leistungen der deutschon Mannschaft viele neue Freunde gewonnen. Fußball Am 15. April trugen in Berlin mehrere jüdische Mannschaften Freundschaftsspiele mit Gegnern des Ga »es III aus. Sämtliche Kämpfe zeigten vorbildliche Farrneß. Der ISK hatte sich zwei 'Mannschaften des Fußballklubs Pckacs als Gegner verschrieben. Bei den ersten Mannschäften vermochte ISK mit 4: 1 siegreich zu bleiben, wobei sich der neue Halblinke Zimet als hervorragender Stürmer erwies. Bei den 2. Mannschaften blieb ISK als technisch bessere und schnellere Elf mit 5 : t siegreich. Weniger erfolgreich spielte BSG 55. die durch einen Regiefehler der Klubleituug am gleichen Tage gegen zwei 1. Mannschaften starker Gegner kämpfen mußte. BSG 55 I trat gegen den. der 1. Kreisklasse angehörenden SE Niederschönhauscn an und verlor knapp mit 2 :5, zumal Hilkowitz unb Strußberg ersetzt werden mußten. Das Spiel sah BSG in der ersten Halbzeit überraschend gut in Form. Nach der Panse wlirde der Spielverlauf infolge starker Regen- und Hagelböen irregulär, doch hatte die komplett angetretene Maimsclmft Niedcrschönhansens den im Verlauf btcfcr- Halbzeit errungenen Sieg verdient. BSG 55 II mußte gegen den der 2. Kreisklasse angehörenden TV Frisch Voran I (Hvhcnschön- Hansen) antrctcn. Da BSG das ganze Spiel mit mit G Spielern durchholten mußte, konnte Frisch Voran mit 4 :0 als Sieger das Feld verlassen. BSG 55 IIJ'IV vermochte bis zur Panse gegen SC Aiederschönhansen II zwei Tore vorzulegen, mußte aber den iu der zweiten Halbzeit mit dem starken Wind im Rücken spielenden Niederschönhausenern einen lnappcn 5:2-Sieg überlassen. llnter Beteiligung der beiden guten Mannschaften von Bar Kochba Leipzig und Schild Leipzig veranstaltete 'der Spielausschuß Berliner jüdischer Fnßballvereine während der beiden Osterfeiertage ein Blitzturnier für Alte- H e r r e n - M a n n s ch a f t e n. an dem auf Berliner Seite der Meister der 3. Klasse. Hakoah Alte Herren, sowie BSG 33 und Hagibor teilnahmen. Bereits am ersten Tage gab cs eine große lieberraschung. da die Alten Herren der BSG ihren Lokalrivalen Hafoah mit 2 :0 zu schagcn vcrmochten. Leider trugen die Blau-Weißen wieder einmal eine allzu harte Note ins Spiel, was den Ausschluß zweier Haloahner und eines BSGers zur Folge hatte. Programmäßig setzte sich BSG 35 über Hagibor zahlenmäßig zu hoch mit 4 :0 hinweg. während Hakoah Berlin auch in ihrem zweiten Spiel geschlagen ivnrde und mit l: 3 gegen Dar Kochba Leipzig den kürzeren zog. Bar Kochba Leipzig seinerseits blieb gegen seinen Lokalrivalen ..Schild" mit 2:0 siegreich, während sich Schild Leipzig und Hagibor Berlin mit 1 :1 nach schönem Spiel trennten. Hierbei sei das faire Spiel beider Leipziger Mannschaften besonders erwähnt, woran sich die Berliner ein Beispiel nehmen sollten. Der zweite Tag brachte neben zwei Favoritensiegen, da Bar Kochba Leipzig mit 1:0 über Hagibor und BSG mit 2 :0 über Schild Leipzig siegreich waren, eine Ueberraschnng: Hakoah Berlin wurde ebknso . knapp, wie verdient mit -1:0. von Hagibor. geschlagen. Die Elf von Hakoah muß fidj gesagt sein lassen, daß ein Name und ein Meistertitel verpflichten! Hakoah führte nach der Niederlage durch BSG die weiteren Kämpfe lustlos durch und . endete dadurch verdient ohne einen Punkt an letzter Stelle, da auch gegen Schild Leipzig der Kampf mit 1:2 verlorenging. Zum entscheidenden Spiel traten dann B^G 33 und Bar Kochba . Leipzig an. Während die erste Halbzeit bei leichter ' Uebcrlegenheit. Berlins torlos verlief, konnte -Leipzig nach der Pause das Spiel offen gestalten und zu leichten Vorteilen gelangen. In diesem Augenblick wurde etwa. 10 Minuten vor Schluß der überragende Mittelläufer der Schwarz-Roten, K. Bieber, verletzt, der bis dahin den gefährlich- ' sten Leipziger Stürmer Weingarten völlig mattgesetzt hatte. Bieber mußte das . Feld verlassen. Dielen Augenblick nützte Weingarten richtig aus ' und schoß das erste Tor für Leipzig, dem drei Minuten vor Schluß noch ein zweiter Treffer . durch Verwandlung eines, sehr harten Elfmeterballs folgte, wodurch die Niederlage der BSG be- ' siegelt wurde. Der Schlußstand des Turniers war folgender: ... - 3. Bar Kochba Leipzig 4 4 — — 8:3. 8:0 2. BL(s 33 Berlin 4 8 — 3 8:2 6:2 8. Schild Leidig 4 3 1 2 8:68:5 4. Hagibor Berlin 4 3. 1 2 2 : 6 8 :5 5. Dar Kochba-Hakoah 4 — — 4 2:8 0:8 Berlin Die Friedberger erwiesen sich den Frankfurtern . im' Feldspiel fast ebenbürtig, konnten jedoch die abwehrsichcre Frankfurter Schlußleute nicht-überwinden. JSV Offenbarst I—Bar Kochba a. M. I 1:4 (1:1). Die Begegnung nahm einen äußerst spannenden Verlauf. Trotz guten Spieles mußten die Offcnbacher den mit fünf Ersatzleuten angetretcnen Frankfurtern, die sich in ausgezeichneter Form Präsentierten, einen klaren Sieg überlassen. RIF Marburg I-RIF Hcrborn 12:2 (l:l). Herborn vollbrachte die geschlossenere Leistung. Das Spiel war flott und jederzeit interessant. Bar Kochba Frankfurt a. M. Schüler I—Jtus Aschaffenburg Schüler 12:1 (1:1). Tie Frankfurter waren technisch etwas besser und ständig leicht überlegen; aber zum sieabringenden Tor - konnten sie erst knapp vor Schluß durch einen prächtigen Schuß ihres Mittelstürmers gelangen. Hockey Der Turn- und Sportverein ..Schild" sFranksurt a.M.) hatte für Ostern zu einem Internationalen Hockey-Turnier eingeladen. Es starteten: Woodcoat London, Schild Hamburg. RjF Köln. RjF Mannheim, RjF M.- Gladbach. Itns Würzburg und der Gastgeber. Boi schönster Witterung hatte sich eine große Anzahl Sportsfreunde eingefunden. Die Resultate lauten: 21. April: Itus Würzburg (Damen)—Schild T (Damen) 0:3 (0:2); RIF Köln-Schild II 1:5 (0:3t; Schild Hamburg-Schild I 1:2 (0:2); RIF M.-Gladbach—ItuS Wür;burg 3:1 (2:3), RIF Mannheim—Wovdcoat London 0:7 (0:1): RIF Mannheim (Damen)—Schild. Jtus Würchnrg (Damen) komb. 0:1 (0:0). — 22. Avril: RIF Köln --Jtus Würchurg 3:1 (1:1): RIF Mannheim (Damen)—Schild I (Damen) 0:1 (0: D; Schild Hamburg—Schild TI 1:2 (1:2); Jtus Würzburg (Damen)—Schild (Damen) kamb. 1:0 (1 :0): Woodcoat London—Schild I 2 : 0 (1:0); RJF M.»Gladbach —RJF Mannheim 2:0 (0 : Ö). Die Spiele standen aus hohem Niveau. Besonders interessant waren die beiden Spiele der Engländer. Hier lernte man eine ungewöhnlich schnelle und verblüffende Art der Ballbel)andlung kennen. Die Mannschaft hatte keinen einzigen schwachen Punkt und wurde zum Schluß immer schneller, so daß der Gegner diesem Tempo unbedingt zum Opfer fallen mußte. Ph. F. Schwimmen Im Rahmen des Türnicrs trug die I u g e n d A - der BSG 55 gegen die gleiche Mannschaft von Schild Hamburg ein Freundschaftsspiel ans. in dem sich zeigte, daß die BSGer nicht kampfeifrig und energisch genug sind, um einen einnial errungenen Vorsprung zu halten oder anszubanen. > Bernstein brachte vor der Panse die BSG mit 1 :0 .durch einen Alleingang in Führung und erhöhte kurz nach der Halbzeit den Vorsprung auf 2 :0. Als aber Hamburg mit einem Ueberraschungsschuß ein Tor aufholte, fiel die BSG deutlich ' zurück und mußte in allerletzter-Minute das Auegl'eichstor hinnehmcn. Ein Formrückgang der BSG Jugend A war mtri) in einem Frcundschaftskampf gegen die Jugend A des Ganvereins Hertha-Charlottenbürg zu konstatieren. Hertha kam durch einen Elfmeter in Führung, doch'konntc BSG. deren Elf technisch besser war. noch vor der Pause ansgleichcn.- In ' der zweiten Halbzeit vergab dann allerdings der Sturm der BSG infolge absoluter Schußunfähigkeit ganze Serien guter Chancen, während Hertha ' durch einen Durchbruch ihres. Mittelstürmers unverhofft das Siegestor erzielen konnte. Auch die - Schüler der BSG mußten sich.mit 0:3 von der . Schülermannsäsast HerthaS verdient geschlagen geben, während wenigstens die Jugend 8 zu einem Achtungserfolg in Gestalt eines 1 : l-Unentschicdeu gegen Hertha Jugend 8 kam. II. A. C. Südw e.st deutschland. . Bar Kochba Friedberg I—Schild Frankfurt a. M. I 0:4 (0:3). Die Berliner Sportgemeinschaft 193-3, deren Schwimmer im jüdischen Schwimmsport zurzeit neben „Schild" (Frankfurt a.M.) führend sind, veranstaltete ein erstes Lcistungs-Prüfungsschwimmen, wobei Zeiten erzielt wurden, die selbst in Anbetracht der relativ leichten Bahn aller Beachtung wert sind. Besonders bei den Jugendlichen ergaben sich Resultate, die das Können einer ganzen Reihe von Nachwuchsschwimmern unter Beweis stellten. Mit Stolz konnte der rührige Leiter der Schwinnnabtcilung. Ernst Flörsheim, folgende besonders beachtlichen Zeiten bekannt geben: 100, Meter Brust. Mädchen: 1. Ilse Kasvcr (13 Jahre) -1.14.0, 2. Meta Kochmann (U Jahre) 1.55,0; 10 0 Meter B r u st. Knaben u n t e r 1 5 I a h r e n : 1. Rubi Haber 1.32.1. 2. Helmuth Neustädter 1.38,2, 3. Rudi Diihmann 1.11.1; 100 Meter Brust. Damen. Jugend: Edith Freund 1.18.2 (in Abwesenheit der Klubmcisterin Gisela Schneider): 2 0 0 Meter B r u st, Damen: Gerda Korn 3.35,9; OYMcterKraul. Knaben: Karlheinz Krovowskt 16,6 Sek.; 100 Meter Kraul, Jugend: Mannheim 7.16.3. Das schönste und aufregendste Rennen des Tages gab cs im 200-Meter.Brustschwimmen für Männer, in welchem Pit Arnhold den favorisierten Klnbmeister Tichaner in einem mörderischen. Brnst-an-Brust-Kampf auf der letzten Bahuläuge überspurtete und mit Handschlag schlug. (5.18.9 bzw. 3.19,1.) Dem jungen, ehrgeizigen Arnhold kann man bei eifrigem Trai- Liebe kleine Stadt, wie geht es Dir? Lange hab* icb nichts von Dir gehört. - Fast vier Jahre bin ich jetzt schon hier, Die Gedanken aber sind zu Dir oft, sehr oft und gern zurückgekehrt. Wenn sie von dem Lärmen müde sind - . . in den langen. lauten, heissen Strassen, . fliegen sie zu Dir im Abendwind; und ich selbst empfange sie als Kind jauchzend auf dem alten Stadtpafrkrasen. Liebe kleine Stadt, ist die Allee, die man bauen wollte, schon vollendet? Gibt es neue Boote auf dem See? Hat den dicken Wirt von Waidmannshöh* man inzwischen wiedermal gepfändet? Sag', wie viele Kinder ungefähr hat jetzt uns’re Schule aufgenommen? Ist sie immer noch so furchtbar schwer?" Eigentlich ist'» noch nicht lange her, gar nicht lang’, seit ich herausgekommen. Nur; die Zeit verfliegt — ich weis* nicht, wie —» als ertrinke sie in dem Getriebe. Diese Stadt hier? Ich bewund’re sie; aber Heimat wird sie mir wohl nie, weil ich Dich mit meinen- Träumen liebe, Liebe kleine Stadt! Ich möchte bald wiedermal durch Deine Strassen gch’n oder durch den schönen grossen Wald! Dort ist’s warm; hier ist mir manchmal kalt. Und — vergiss mich nicht 1 Auf Wiedersehen! Hilde Marx. niug noch viele Erfolge mit Sicherheit voraussagen. H. A. C. Ter Wassersportverband tm Sportbund de« RjF macht Mitteilung von der Ausschreibung zum j. Frühjahrs-Verbands'Achter, 2. Juni. . 14 Uhr. auf dem Langen See. Berlin-Grünau. Das Rennen ist offen für die Mitglieder aller Vereine, die dem Wasierfvortverband im Svortbund des RjF angehören und vor dem 2. Juni 1917 geboren sind. Milldunaen und Nennungen sind unter Beifügung dcb Einsatzes mit der Aufschrift „Meldung zur Re- ' garta" zu richten an: Julius Eoper. Berlin 8W 19, . Jerusalemer Straße 17. Meldeschluß: 13. Mai. 18 Uhr. Berichtigung. Tie in Nr. 16 der „C.-V.-Zcitung^ vom 17. April irrtümlich unter der Ueberschrät „Fußball", veröffentlichten Notizen sind sämtlich Handball« Berichte. C.-V.-Leser trinken nur den Kaffee, Tee, Kakao der CamalB Kaffee GroOrösierei Bremen V«rtr«r»r werden noch •inge»t*llt tionacsfe und MtrüM im §!eich Mit einem rein klassischen Programm wartete das K r o y t - O u a r t e t t in Hannover auf: Mendelssohn. Mozart und Haydn. Mendelssohn erfuhr eine formvollendete Wiedergabe. Etwas zu romantisch wurde das Quartett von Mozart nusgefaßt. Ungeachtet dessen erklang das Andante canlabilo in voller Schönheit, während das Molto allegro besonders gut in Tempo und Rhythmus war. Mit dem Ouartett von Haydn erreichten die Spieler den Höhepunkt des Abends. Unter Kroyts sicherer Führung meisterten die Künstler das immer wieder ansprechende Werk mit der notwendigen Frische und Ursprünglich- ^it. Daß vom Publikum noch eine Zugabe gefordert wurde, sprach ebenso sehr für die Oualitat des Gebotenen wie für die zunehmende Empfänglichkeit der Konzertbesucher für gute Kammermusik. Unter dem Motto: „Ein Abend mit Hanno- Irschen Künstlern" fand eine Veranstaltung statt, me ausschließlich von einheimischen Kräften be« strikten wurde Der vielversprechende Pianist Gustav Sabcl zeigte eine weit vorgeschrittene 4-cchnik und echte Musikalität. Nur war der Vor« trag der ganz auf Verinnerlichung gestellten As-äueSonate. op. 110, von Beethoven noch etwas . kühl und nicht frei von Befangenheit. Else Berk o >v i tz errang sich trotz einer leichten Indisposition den Beifall des Publikums. Gerhard Berkowitz begleitete seine Gattin mit Anpassimg m'd Präzision. Ilse Le da überraschte mit der m Erfindung und Gestaltung ausgezeichneten und wirksamen tänzerischen Darstellung emer „Bettlerin". Dem „Spuk" der Tanzkünstlerin fehlte noch die letzte Durcharbeitung und überzeugende x dämonische Kraft. — Bon ergreifender Wirkung waren die Rezitationen „Ghettolied" von Salus . und „Psalm 80" durch Cläre A r n st e i n. In ihrer feinen, anmutigen und ganz auf äußerliche Effekte verzichtenden Art spricht sie stets unmrt- telbar zum Herzen ihrer Zuhörer. Unter starken ^dramatischen Akzenten brachten Mary Ries- ..S a r d e n und Rudolf Anders die Szenen aus ^Zweigs „Jeremias" wirkungsvoll zur Aufführung.. Oberkantor Alter, fand reiche Gelegenheit, in Jargonliedern seine herrliche Stimme erklingen zii lassen. An der vollendeten Wiedergabe dieser jiddischen Volkslieder hatte John Mand elbrod als ebenbürtiger Begleiter wesentlichen Anteil. Stürmischer Beifall des Publikums erzwang sich eine Zugabe nach der anderen. 0. B. In einem Konzert dos Kasseler Kuliirrbnndes lernte man die .vorzügliche Geigerin.. Hertha K a h n (Hamburg) kennen. Der Borträg der ' 6-moll-Sonate Tartinis wie a;,ch des Bachschen A-moll-Konzcrts zeugte von klassischem Stilempfinden. Auch Ernest Blochs jüdische Kompositionen wurden innerlich vertieft gestaltet, während die Künstlerin in Moskowski, Vieuxtemps und Kreisler Beweise ihrer überlegenen Technik oblegen konnte. Da8 begeisterte Publikum erzwang sich durch starken Beifall Zugaben. Ili John Mandelbrod hatte die Künstlerin einen gewandten Begleiter. F. Beatrice Waghalter sang in Leipzig „Bunte Lieder ans aller Welt" mit außerordentlichem Erfolg. Ihre scharmante geistvolle Selbstconfärence gab den Abenden eine neue Note, die sich ausgezeichnet bewährte. Das begeisterte Publikum crzwaiig zahlreiche Zugaben. Kapellmeister Leo Schönbach begleitete das anspruchsvolle Programm mit Geschmack und Rmitine. Ern erfreulicher Auftakt war da? erste Kon.vrt des Collftgium musicum jüdischer Musikliebhaber in Leipzig, das Barnet Licht gemein-- sam mit dem verstärkten Psalterion-Ehvr veranstaltete. In kirrzcr Zeit ist es Licht gclirngcn. ein Streichorchester von schöner Klangkiiltur und guter Disziplin zu schassen. Das Programm brachte Werke von Stamitz. Händel und Bach. Konzertmeister Leo Schwarz erwies sich als Geiger von glänzender Technik, dern sich das ’ Orchester verständnisvoll anpaßte. Leo Schönb a chdessen Eellospiel im Orchester auffiel, teilte stch mit Aenne H o s f m a n n in die Begleitung am Flügel. Die?lrie aus der Oper^ „II re pastore" von Mozart sang Hely Stark mit großem, reinen Sopran. Die obligate Violcnbegleitung. zart und anschmiegend, lag in Händen der noch sehr jungen, vielversprechenden Dora 'Stisson. Santo Sonini sang mit schöner ' Baritonstimme. Der unermüdlichen.Arbeit - deS Leiters ist der erfolgreiche Abend zu verdanken. In einem Abend der Leipziger Ortsgruppe deS Knltilrbnndes entzückte Dela L i pi n ka ja mit Witz, Mimik. Temperament und dem Charme ihrer Persönlick)kcit das Publikum: jubelnder Dei- : fall erzwang viel Zugaben. Walter Lajtai- Lazarus begleitete dezent und geschickt und spielte außerdem moderne Kompositionen. Das Gastspiel des Kultlirbnndcs deutscher Juden, Berlin, mit dem reizenden Intermezzo ..Li servn pjirlrona“ erfreute ein zahlreiches . Publikum in Leipzig. -Rita Atlasz spielte mit glänzender Mimik. Im übrigen war'es bei der . nprtrcfflid>cn Besetzung der Berliner Ausführung . mit Gerhard P e ch ne r und dem grotesken Julius . K utha n geblieben. Tie Anfführung von Mozarts „Srtxnispieldirektor" mit dem Berliner Kämmcrorchestcr unter Leitung von Hugo S t r elitzer fand gleichfalls größte Zustimmung. Regisseur Kurt Baumann gab einen guten Beweis seines Könnens. P c ch n e r als Schikaneder bewies viel Temperament. Paul Fehör als Mozart hatte das Publikum mit seiner prächtigen Stimme sofort gewonnen. Rita Atlasz und Gerti Kn t Han zeigten in Spiel und Stimme viel Charme und Können. Auch Ernst Lenart und B e h r i s ch trugen zum Gelingen der Abends bei. H. 8. . Außerordentlich gut besucht war ein Konzert des Frankfurter Kulturbundes zum Besten der * Orchester-Hilsskasse. Ein klassisch-romantisches . Programm wurde durch die sehr klangschön ge- ■ spielte HebridcN'Ouvcrtüre Mendelssohns, in der auch die Bläscrgruppen ehrenvoll bestanden, eingeleitet. Mit der O-moll-Srnsonie Beethovens hatte Hans Wilhelm S t e i n b e r g seinen Getreuen zllletzt eine besonders große Aufgabe gestellt. Sie wurde im ganzen recht befriedigend gelöst, wenn auch hier und da-dev Klang etwas zu massiv geriet. Ztvischcndurch trug am ersten Abend Annie Steiger-Betzak, die seit diesem . Jahr dem Orchester als erste Violinistin anachört, das technisch anspruchsvolle Violinkonzert von Tschaikowsky mit Bravour, Wärme und Tempera- - . ment vor. .Ihre ausgezeichnete Leistung fand — ebenso wie die Außennummern des Programms — sehr herzliche Anerkennung. Am zweiten Abend spielte der erste Konzertmeister- Professor Hans . B a s s e r m a n n als Solist ein Violinkonzert von Saint-Saön8. ‘ —ft. “ ' - Das Kulturbundorchester Rhein-Main . unter. 'Hans Wilhelm S t e i n b erg spielte in Mainz .Beethovens d-äur-Fuge und Werke von Mozart. Wahrscheinlichlag es an den durch. , den leider außergewöhnlich schwachen Besuch hervorgerufenen akustischen Verhältnissen, daß die Fuge nicht voll zur Geltung kam. Hingegen war es eine Lust, den bis ins Letzte ausgesciiten Mozart-Schöpsungeu zu lauschen. Richard K a r p (Bratsche) mit ruhiger, hingebungsvoller Bogenführung imd Anni Steiger Betzac (Violine) mit manchmal zuviel Temperament waren die Solisten dcs Abends. Ter Pianist Franz O s b o r n faszinierte im überfüllten Gemeindesaal bittd) sein hochkiinstlerischcs und technisch vollendetes Spiel. In Werken von Chopin, Beethoven. Schumann und Brahms wußte der große Künstler die Zuhörer zu begeistern. Wie großer Beliebtheit sich die Mainzer jüdische Trio-Dereinigung erfreut, zeigte der Kammer« nwsikabend, der trotz konzertmüder Saison ein . volles Haus erstellte. Auch diesmal kamen die zahlreichen Zuhörer wieder voll auf ihre Kosten, obrvohl sich die Künstler keine leichte Aufgabe gestellt hatten: Trios von Beethoven, Haydn und Tvoräk. Paula?lbraham bestritt den Klavier- Part mit vollendeter Künstlerschaft. Theo Ratner (Violine) und Tr. Paul Frank (Dioloncello) trugen aufs besitz zum Erfolg bei. Reicher Bestall wurde den Künstlern zuteil. m—I. # ÜTcnr 33(i um, der Kantor der Syimgoge in der Glockengasse in Köln, der schon mit seinem Waj'hi binsaua ein-gutes Kompositionstälcnt bewiesen hat, führte kürzlich den Uwuuctw jaumar vor. Es handelt sich um eine recht beachtenswerte Leistung. Ter Inhalt des Gebetes ist in die Sprache der Musik meisterhaft übertragen. Ter melodische Vortrag des Kantors Baum mit der erailen Begleitung des vierstimmigen Chors untre der bewährten Stabführung von Eugen I a'c o b i brachte die Darbietung zu einem religiösen Erlebnis. j. Fr. Vor kurzem fand in Apolda ein Konzert statt, daS auch starken Besuch aus den jüdischen Gemeinden Jena, Weimar und Buttstädt aufzuweisen hatte. Tie Leitung hatte Opernsänger Emil Fischer (Weimar). Es wirkten mit die Koloratursängerin Edith Bock (Berlin), der Tenorbuffo Edgar L i ß n e r (Berlin) und die Pianistin Claire .Heryrann-Kahn (Apolda). Darbietungen , tlassisrf)er und moderner Art fanden lebhaften Beifall. Hervorzuheben ist. daß mittellosen südischeir . Emwohmrr-'der genannten Städte freier Einttitt zu der Veranstaltung gewährt werden konnte.