Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 16 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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nommen mir gemein (in einer Gemeinschaft) wahr leben; oder ober er muß allein wahr sterben" (S. üi> — *JS) fein* sorgfältig erläutert, diesen Seiten, in der^Exeqesc des eben zitierten Satzes liegt der Schlüssel, warum wir deutsche Juden ausgeschlossen sind, sanft nirgends. Aber wir wollen ThiemcS erregendes Buch weiter als „Bildungsgesohichte des Abendlandes" lesen. '.Die Kirche der D!ärtyrer" — ..Der mönchische Ordeu^gedanle" — ..Das Nittertiun" — „Tie Scholastik" — diese vier Kapitel geben uns einen Hellen b'inblick in die Borstellungslvclt des gläubigeil Katholiken, der außerhalb der Kirche kein Heil kennt und für den in den großen eben genannten vier mittelalterlichenörscheinungssormen der Gipfel des europäischen Daseins erreicht ist. In diese Dinge dürfen wir nicht hineinsehen wie in den Glaskasten eines Muse-ums. auch nicht wie in einen Urkundenband im Historischen Seminar. Tie Leidenschaft. mit der sich der Bersasscr etwa nut dem Bitter des Hoelnnittelalters beinahe identifiziert, die Betrachtungsweise..schwächlicher Epigonen" von ihnen fernhält, erschüttert uns. — In den folgenden Kapiteln wird mit umfassenden Kenntnissen, mit heißem Atem, nicht gelassen-ruhig, sondern kämpferisch. in einer sehr gepflegten, gehämmerten Sprache die Neuzeit vom Humanismus ab behandelt. Diese Neuzeit seit Luther wird als unaufhaltsame Verfälschung des platonischen mittelalterlichen Wahrheitsgcistes gesehen. Zuletzt kommt dazu ein neuer Süudeufatl. der gemeingefährliche ..Gottcbeubildlichkeitswahu" einer vermeintlich autonomen und voranssetzungslosen fyorschnng. Nun Prasselt über eine Bei he streng in alter Weise erarbeiteter Geschichtsbilder, prachtvoll herarisgeholter echter Geschichte-, aussehnitle der Hagel wertender und entwertender Deutungen von dem alten-neuen Ganzheils.. Gemeinschasts- und Wahrheitsbegriss ans. Nach dem Enthusiasmus über den Ealvinisurus als Aild.uugsfaltor des alten Preußentums die schneidende Beurteilung dcr Sälularisieruug und Zersetzung dieser Idee durch das l8. Jahrhundert, vor allem durch Kaut! Seine Gedankenwelt und seine Wirklichkeit werden in einem Kabinettstück sarkastischer Worttunst als weltgeschichtliche Paradoxie gesehen. ..Und wie Immanuel Kaut ging es den meisten Preußen: Ihre Philosophie war sehr viel gefährlicher als ihre Existenz", ein Avrwurf, der die Philosophie des „Alten Wahren" sicher nicht mehr trifft. Wir tonnen den Reichtum in diesem Kompendium der ueuen-alten Weltausicht über die europäische Vergangenheit bis 19:)ll nicht annähernd ansschäpsen. Ein tp bisch es Bekenntnis und Dokument der Zeit liegt vor uns, geschrieben von einem Sprachkünstler. der. mit allen Bildungsgütern der uns noch vertranten Zeiten ausgerüstet, eine Zusammenschmetzung des alten und neuen Geistes mit virtuosen dialektischen Mitteln erzwingen will. Nur von außen dürfen wir dieses neue Geschichlstzild. dessen Konzeption für sich ein wichtiger geistesgeschichtlicher Vorgang ist. auseheu. mit stiller hoher Achtung vor etwas Fremden. Aber im Geistigen — wie man das Gewiesene eiusäugt und gültig ordnet — gibt es keinen Zwang. Die neue Bildungsgeschichte des Abendlandes ..Das Alte Wahre" erhärtet unseren eigenen entgegengesetzten Wahrheitsbegriss und unsere eigenen geistigen Ordnungen. Ludwig Fcuchhvangerr Ms MMM BMXW In dem soeben erschienen 24. Band der Sämtlichen Werke von Jeremias Eotthelf. „Kalendergeschichten', lesen wir unter den ..Kuriositäten aus dem Jabr 1842" über den großen Brand in Hambürg folgenden Schlußabsatz-. „Das Mitleid mit den Armen drang wie ein elektrischer Schlag durch ganz Europa, die Herzen der Armen, die Herzen der Könige sprangen auf und über 6 Millionen Franken flössen den Bedrängten zu. Allerdings Bedrängte! Gerettetes war gestohlen, war verbrannt.' Verdienst und Lebensunterhalt fehlten, und zuletzt sollten sie noch nirgends sein. Platz wäre wohl gewesen, aber die Armen' hatten kein Geld, und Hunderte waren in Hamburg, denen war nicht für einen Kreuzer verbrannt, aber schon lange vor dem Brande waren ihnen ihre Herzen verkohlt, ihr Mitleiden hatten die Mitten gefressen, was der Herr am Sonntag an ihnen getan, hatten sie nicht gemerkt, und die begannen jetzt zu wuchern mit Platz und Obdach. Wartet nur. eS kömmt auch eine Zeit, wo der Herr eure Ohren aussprengt mit dem Donner seines Zornes! Wie diese sich versündigten, erwarb' ein anderer einen bleibenden Namen sich. Solomon Heine heißt der Kaufmann, der. selbst abgebrannt. Hungrige speiste. Nackte bekleidete und Geld in die Tausende spendete." Im Jüdischen Verlag erschien soeben eine Neuansgabe Fritz M. K a u s m a n n : „D i e s ch ö n - st e n Lieder der Ostjude n." Sie enthält 47 der schönsten jiddischen Lieder. Im Verlag der „Schcveningen Preß" läßt der Graphiker Menachern Birnbaum zu Pessach lv Zeichnungen erscheinen, in denen der Versuch gemacht wird, das E h a d - G a d j o - Lied zu versinnbildlichen. Auch die Schrift (hebräisch, holländisch und deutsch» hat der Künstler selbst gezeichnet. den Zweifarbendruck hat er ebenfalls selbst ans einer Handpresse vorgenommen. c>' s/i i i;/ Ov-' : i-i; :/& Hans E s ch e l b a ch . der katholische Dichter, hat einen Maklabäe.rromaii „Ter Vvllsverächter" und einen Moseroman „Der Götterfeind" (beide Beritas-Berlag. Bonn) geschrieben. Es sind historische Romane mit all dem Für und Wider, das in der Thenienstellnng liegt. Beide Büc!»er zeugen vor allem von einer tiefen Achtung und einer tiefen Kenntnis der biblischen Geschichte; sie zeugen von der Religiosität des Verfassers und von einer genauen Kenntnis der Landschaften Palästina und Aegvptcn, die nur an Ort und Stelle zu erwerben war. Ter Makkabäerroman erscheint noch etwas allzu belastet mit archäologischer und historischer Kleinmalcrei. Im Ablauf des Geschehens hält er sich ziemlich eng an die landläufige Deutung der Ereignisse. Als Mitkämpserin Judas tritt die Gestalt der Griechin Elektra ans. Die Liebe, die beide verbindet und sich nicht erfüllen kann, gibt Anlas; zu den menschlichen Konflikten des Buches. Die Handlung ist dramatisch und klar ansgebanl. Alan hat das Gefühl, daß der Verfasser, je weiter die Tragödie svrtschreilet, nur so mehr in den Bann der Geschehnisse gezogen wird. Die ursprünglich etwas an die lateinische Schullektüre erinnernde Sprache („was du sagst, ist ja zwar richtig, doch", Seite 74) lockert sich immer mehr und bricht an einzelnen Stellen schon zu eigener Gestaltung durch. — Hm so überraschter ist man dann bei der Lektüre dos M o s e b n ch e s. Aeußerlich schon stellt man fest, daß Eschelbach die Geschichte seines Helden auf knapp der Hälfte des Raumes als im Makkabäerromai: bewälrigt hat. Das bedeutet im Sprachlichen, in der Ausschmückung der Szenen eine starke Beschränkung. Auch der Druck des Buches ist klarer und schöner. Das alles gereicht dem Roman zum Vorteil. Denn cs wird hier in strenger Anlehnung an die Bibel in einer klaren, oft dichterischen Sprache die Geschichte vom Auszng ans Aeghpien bis zum Tode Mosis durchaus spannend erzählt. Die pshchologischen Deutungen, die Eschelbach gibt, sind nicht geivaltsam. Die Vermenschlichung der Ereignisse führt, was man befürchten könnte, nicht zu einer HeralNvürdigung der uns allen ehrwürdigen Geschichte. Ihre Symbolkrast bleibt bestehen, man könnte fast sagen, daß sie daraüber hinaus ins Mythische erhoben wird. Der Tod Mosis wird in einer eigenen tnnstlerischcn Weise dargestcllt. Gerade dieser Abschlns; 'des Romans läßt crlenncn, daß Eschelbach mehr als ein Volkserzähler ist. der in den Vortragssälen seine zahlreichem Hörer zu fesseln versieht. — Wenn seine Bücher in dieser Zeit, in der Wert und Deutung der biblischen Erzählungen umstritten sind, Verbreitung finden, so wird ihre Form sicher viel dazu beitragen, das. was den sittlichen und ewigen Wert der fünf Bücher ansmacht, von dem zu scheiden, tvas als historisches Geschehen nur im Zusammenhang mit der Geschichte zu verstehen und zu werten ist. Or. Das Buch Jona hat unter den biblischen Schriften immer schon eine eigenartige Sondersiellnng behauptet. Der junge Zeichner Ludwig Schwerin hat soeben in einer kleinen Mappe § Humor beikommen rann, ohne ihr fernes Gewebe zu verletzen — »venu, nur die rechte innere Frömmigleil künstlerischer Anschauung und jüdischen RachcrlebenS dabei waltet. Schwerins Illustrationen. die genau dem von ihn: selbst hinzugeschriebenen biblischen Text folgen, haben einen zeichnerischen Ausgangspunkl. der zunächst verblüfft: Wilhelm Busch! Doch tvas diesem Borbild an Anrcgimgei: entnommen ist. wird alsbald zu einer durchaus seloständigcn Liniensprache entwickelt. deren Ausdruck sich von Blatt zu Blatt steigert. Die Schlagkraft dieser leicht hingewor- T£neii_ Darstellungen ist überraschend. Wie das Schiff, aus dem Jona dem Gebot des Herrn zu entfliehen sucht, im brausenden Sturm geschaukelt wird, wie die Schiffsmannschaft, der die Sache selbst nicht geheuer ist, zu ihrer Rettung den sündigen Hebräer ins Meer wirft, wie Jona unter Wasser in den Rachen des Walfisches saust und von denr Untier wieder an Land gespien wird, das ist köstlich erzählt. Mit seltener illustrativer Begabung wird sodann, ganz unbcschwert und mit einer heiteren Ernsthaftigkeit, die den Betrachter fesselt, die Büßfertigkeit der Stadt Ninive durch eine Unzahl hübscher Einfalle geschildert. Wenn in der Bibel der reumütige König der Stadt sagt:.• Und sollen ^acte um sich hüllen, beide. Mensch und Vieh, und zu Gott rufen heftig", so gibt das dem Künstler Anlaß zu einem zeichnerischen Wagnis, das glänzend gelang. Man sicht nämlich, in wörtlicher Bildübersetzimg der Schriststelle, die Tiere Wirklich im Büßerhemd, Rind, Pferd, Hund, Schaf, niedergeschlagen oder tränenden Auges dem Himmel zilgewandt ihre Sünden bclcuneu. Nach diesem dramatisch.lustigen Höhepunkt der lehrhafte Schluß, mit sparsamen Strichen ausgcdeutct. Hier namentlich wird fühlbar, daß Schlverin — worauf sein „Nachwort" au einen Freund hiuweist — durch die Lektüre der Kleinen Propheten an üppiger südlicher Meeresküste zum Plan seines Merkchens gekommen ist. Klima, Landschaft. Vegetation des. Morgenlandes geben die Stiuuniuig dazu. Ungemein reizvoll das Schmollen des Jona, der sich sozusagen blamiert fühlt, »veil aus dem prophezeiten Untergang Ninives nichts werden will. — und tief einprägsam die Wandlung zu der anbetenden Erkenntnis der göttlichen Milde. Nur wer die Bibel andächtig im Herzen trägt, darf in beschwingter Laune auch einmal solcherart mit einem ihrer Nebcubücher spicken. Man ivird Freude darüber empfinden, daß ein jüdischer Künstler heute über alle seelische Qual hinaus die innere Freiheit zu solchem schassen findet. Schlverin ging an die Arbeit mit dem Bewußtsein. daß ein fröhlicher Mensch. der seine Sache versteht, und der unter der Hülle von Scherzen . und Schnurren doch die heilige Ehrfurcht zu hüten weiß, Gott dem Herrn vermutlich lieber ist als zehntausend düster blickende Gerechte. >l. 0. In dreifachem Sinn erfreut das Bändchen „Die I o s e p h s l e g c n d c in aquarellierten Zcichniingen eines nnbekannten rnssischen Inden der Biedermeierzeit" (Schoclen-Vertag. Berlin): die nicht mit Worten zu erklärende Schönheit der Schriststellen, die in der Verdeutschung von Martin Buder und Franz Roscnzweig den Rahmen dieser Veröffentlichung bilden, die Zcichiilmgen ans der Hand eines leider unbekannt gebliebenen iüdischen Künstlers, schließlich das kurze Vorivvrt,' das Erna Stein dem neuen Buch mit aus den Weg gegeben. Dieses Vorivort hat in aller Kürze wesentliches Material zu vereinigen gelvnßt, sucht die sechs Aquarelle in einen geistigen Zusammenhang zu bringen mit dem Leben der Zeit. Denn die llmivelt Josephs und seiner Brüder ist dieses Mal die llmivelt des Biedermeier, die Staatslarosse mit dem typisch russischen Kutscher und dem Diener hinten drauf, mit der Jakob gen Aegypten reist, erinnert uns an manche Darstellung. die unsere Großeltern in Albumblattcru für Kinder und Kiiideskinder aufbewahrien. Es sind Einzelheiten, die, ivie die Verfasserin meint, sowohl an russischen Adelshofen als auch am „Hof" eines ckiassidischcn Zaddik vom Künstler beobachtet sein können. Ich glaube, daß mau nicht so ohne weiteres sagen lariu, woher „er kam der Fahrt" und daß auch die Herkpnst seines künstlerisclicn Stils in. keinerlei Grel'.zcn gezwängt werden kann. Tenn unter der Maske des naiv schafscndcn russischen Meisters — Erna Stein denkt an eine Entstehung in der Ukraine — verbirgt sich so vieles, was jenseits der russischen Steppcnwelt seine Heimat hat: der kleine runde Biedermeiertisch, ans dem die Beivirtimg für Josephs Brüder steht (übrigens perspektivisch unmöglich gezeichnet), die farbenfrohe Stofflichkeit von Decken und Kissen und Kostümen (ganz abgesehen vori den durch Beispiele von der Verfasserin belegten modischen Einzelheiten der Polnischen und russischen Trachten), schließlich die Palette des Meisters selber, jene Pastellsarben. die gerade der Biedermeiermalerei. besonders den Festkartcn und Albumblättern in Deutschland, ihren Reiz geben. Es wird angenommen, daß dieser wertvolle'Besitz der Berliner Jüdischen Kunstsammlung um 1820 entstanden ist. Um diese Zeit waren auch die geistigen Beziehungen rege, die Rußland mit Preußen und den ihm in den Freiheitskriegen verbündeten Staaten verknüpften. Vielleicht wäre cs eine dankbare Aufgabe, unter solchen Gesichtspunkten die schönen Blätter zu plazieren. Dr. 0. B. fiftisjN MM» Ter Professor der llrgeschichte au der Universität Wien, Oswald M e n g h i n , dessen „Weltgeschichte der Steinzeit" berechtigtes Mssehen erregte, versucht in seinem .Buch (Vorlag Anton Schroll u. Co., Wien) durch Zusammcustellung critsprechender Aufsätze aus seiner Feder „Grundsätzliches um Rasse, Sprache. Kultur und Dolksium" darzubicten. Dabei kommt es ihm vor allem daraus au. diese Begriffe aus der affcktgeladenen Atmosphäre deS Schlagwortes hcrauszulösen und sie einer wissenschaftlichen Analyse zu unterwerfen. Die Schwierigkeiten eines solchen Vorgehens liegen in der Sache selbst begründet. Alle diese Begriffe sind durch den Gang des Weltgeschehens in dieser Zeit einer Neuformung ihres Gehaltes unterworfen, so daß cs nicht leicht ist. sie mit den Methoden der exalten Wissenschaft zu umschreiben und kritisch zu werten. Gezeigt wird das vor altem an dem Begriff der Rasse. Das Fehlerhafte an der Behandlung dieses Problems sieht der Verfasser vor allem in der Tatsache, daß die Wissenschaft die Klarstellung der Funktion deS Rassischen in: Aufbau der Volksgemein schäften fast ausschließlich den Naturwissenschaftlerr:, den Anthropologen und Biologen überlassen hat. Man hat den Eirisluß des Willens und des Geistes auch bei Bildung deS Rassemnäßigen viel zu gering eingcschätzt und ist daher oft zu übereilten Schlirßsolgerimgcn gekommen, die der auch vom Verfasser bejahten Ernsthaftigkeit des Rasseproblcms nur geschadet haben. Das Haupt¬ Geist es ist, der sich den Körper baut. Als eine Spitzenleistung darf das Kapitel „Die Anfänge der Religion" bezeichnet werden, in dem Menghin auf Grund der neuesten Forschungen auf seinem Fachgebiet nachwcist. wie wenig der bei den Natur« Wissenschaftlern heute noch so beliebte Evolution»« gedaickc ir: der Lage ist, die llrphänomene menschlichen Seins zu erllären. Es ist natürlich unmöglich, hier mich nur anluiljmit) einen Begriff von der Vielseitigkeit des in diesem auch sprachlich hervorragenden Buche Gebotenen zu geben. Rur bei ben Schlußsolgerungen. zu denen der Verfasser im Hrnblick ans die Iudenfrage kommt, soll noch einen Augenblick ver- weilt werden. Es dreht sich vor allem um die Feststellung, ob das Judentum heute noch ein spezifisches Volkstum besitzt. In einer eingehenden Studie legt Menghin die drei konstitutiven Elemente dar. die den Begriff Volkstum ausmachen: Sprache. Rasse. Kultur. Es kann nun kein Zweifel darüber bestehen. das; die Inden. heute keine Sprachgemeinschaft mehr finb. Gleichzeitig wird aber nachgewicien. daß es Ausnahmesälle geben kam:, in denen Volkstum bei Sprachtrennung müg. lich ist.' Dann nämlich, wenn die rassischen und niltnrellen Momente einioandfrei feststehen. Die Juden stellen nach Mcnghin's Behanplungen ein vielgestaltiges, aber spezifisches Rassengemisch dar, das wegen'der großen Verschiedenartigkeit der Zusammensetzung — orientalische, vorderasiatische, mediterrane, negroide, geringfügige irordischc und bei den Ostsudcn sogar Mongolide Bestarwteike werden angeführt — dazu angetan . sei. starke inuerscelische Spannungen und Abneigung ausgesprochener Rassctypei: gegen die Juden auszulösen. Bleibt die letzte Frage: Hat die Iudenheit neben der rassischen Grimdlage noch genügend gemeinsames Kulturgut, das es gestattet, ihr ein eigenes 2-vlkstim: zuziifprechen? Die Antwort dieses Buches fällt bejahend aus. Es wird behauptet, der Jude stehe heute noch unler den Einw-rkungen der Ghettolultur. die unier Anlehnung un das Buch von Siegfried P a s s a r g e : „Das Judentum als landschastskundlich'ethnvlogischcs Problem" (1929) dem Sartentum, jener spczisischen Scelenvcrsassimg der Unterdrücklen gleichgeseht wird, als deren hervorstechendste Eigensll-esnn: Heberstei-gerung des Berstandslebens unb übertriebene Erwerb-inicht als Schntzmittcl nach außr.u und starlcr 'Abschluß des Familieickcbens von der Umgebung als Ausdruck des eigenen Kulturwillcns angegeben werden. Da die Priorität des Geistigen anerkannt, die Größe der südischcn Religion klar heraiisgearbcitct wird, so hält der Verfasser eine Umändernng der seelischen Haltung des Judentums für durchaus niöglich. FüSdcn Augenblick sicht er cs im Hinblick ans die rassischen und kulturellen Unterschiedlichkeiten für gerechlfertigl an. dem Judentum als Gesamtheit den Eintritt in die deutsche Volksgemeilischast zu vcrlvehrcn. Er hält den Weg des ^Zionismus als den für die mcißcn Juden in dieser Stnnde gegebenen, ohne dabei zu beziveifeln öo»; der Weg der bisherigen Emanzipation für Länder wie Frankreich und England sich als durchaus gangbar erwerseri käniitc: „ltllas für ein Volk tragbar ist, kann niemand anderer entscheiden als das beirofsenc Volk jellijt. Es ciun auch die Folgen allein verantivortenT Alan hat nach der Lektüre des letzten Kapitels den Eindruck. alS ob Professur Meiighiu bei Ausivahl seiner Lektüre über da-^ Judentum und ber fernem Hingang mit si)discl»en Alenscheu nickst immer die glücklichste Hand gehabt habe. Das ist schade, denn sonst ioarc bei seiuern tief ausgeprägten Wahrheitsstreben vielleicht doch ein anderes Bild des jüdischen Menschen und seines oigcntlichcu Wesens herausgekoinmen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als iveiter an uns selbst zu arbeiien und zu warten, bis die wahre Gestalt des Judentums der Welt offenbar wird. I)r. Hugo Hahn, Essen. augenmerk des Buches ist nun darauf gerichtet, den materialistischen Grundzug der vom Entwicklungsschema heute noch beherrschten naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise aufzudecken und der geisteswissenschaftlichen Note auch in den grundlegenden Fragen des rassemnäßigen Ausmus eines Volkes wieder Raum zu verschaffen. Mit besonderem Nachdruck ivird deshalb davor gewarnt, biologische Ergebnisse, die in der Tierwelt ihre Richtigkeit haben mögen, einfach aus den Menschen zu übertragen und mit Vehemenz wird darum auch die „bolschetvistische Atc-nsch.als'-Naubtier-Philosophie" Spenglers abgclehnt. Das Leib- Scelc-Problem wird in jedem Aussatz erneut in Angriff genommen, um so den: zeitgenössischen Leser numcr deutlicher die Wichtigkeit des Satzes vor Augen zu führen, daß bei aller notwendigen Berücksichtigung der physischen Bedingtheit der Das Apriiheft bringt u. a.: Universität Jerusalem Fritz Bamberger, Maimonides und seine Wirkung in die Zeit David Baum gar dt, liidische Gelehrtenköpfe \S^ Felix Hirsch, der Hüma Der Jp «e< * nitat; Leo Hirsch, * An der Grenze (Fortsetz.); Ludwig Strauss, Land Israel, Gedichtzyklus. M msA iÄ Wi8M CI8NWZLLM? Arthur Czcllitzer: Mein Stammbaum. Eine gencalogifchc Anleitung für deutsche Inden. Mit 8 Abbildungen. Philo-Acrlag, Berlin. „Wohl dem. der seiner Väter gern gedenkt!" Es ist aber oft sehr schwer, seine Hörer von der Größe der Väter zu uiUerhalten. wem: man kaum einmal ihren Namen, geschivcrge denn die Taten kennt. Ta muß eben geforscht und gesucht iverden. Wer aber je begonner: hat, sich mit Familiensorschung zu befassen — und Heine tun dies sehr viele — wird bald finden, wie schwer cs ist, sich in den Archiven und llrkimdcn zurechtzufinden, die Ahnentafeln („Ascendenztafeln") und die Rachsahrentafcln („Descendenztaseln") — ein Laie nennt das „Stammbaum" — zu unterscheiden. Aufzeichnungen über die Familien in übersichtlicher und klarer Form zu machen u. a. m. Tr. Arthur Czcllitzer. der verdiente Vorsitzende der Gesellschaft für jüdische »Fainilieiisorschiing. hat jetzt in einer Broschüre „Mein Stammbaum" alles zusammciigcstcllt, ivas einen eifrigei: Laien in die Wisfenschafr der Familiensorschung einführt. Hier finden wir Musterbeispiele von verschiedenen Ahnen- und Ztachsahrentafeln. die Quellen für die jüdische Familiensorschung (staatliche und andere Archive. Staatsbürgerlisten, jüdische Gemeindclistci: und Archive) iverden ausgeführt. und auch auf die in jeder Familie erhallencn kleinen Anhaltspunkte (Heiratsverträge. Eintragungen in Gebetbücher ustv.) weist Czcllitzer hin. Jetzt ist es leicht, an der Hand dieses bewährten Führers zu den Queller: zu steigen und seiner Bäter und „Altväter" sachgemäß zu gedenken. x. Ar. Künder Die Rcncisscrce c’es Hebräischen Glossen, Buchbesprechung — 1 Mark das xarE ssow<mi/r-mT€H Shiclair Lewis Das Kunstwerk Roman '.Tausend - Deutsch von Franz Tein 600 Seiten Kartoniert RM 5.50 Leine, bd. RM 6.80 •JTofcaim Eabeiiei* Denn ich bin ein Mensch gewesen Roman - t.-q.Tau d. .^6Seiten Kartoniert iemenbd. R,\l 6,- - ln jeder guten Rudihandijr.v rrätitr erxst itowom/r vehlaö