Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 16 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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April werden es 15 Jahre sein, dag sich in Nürnberg die Vertreter aller Organisationen und Richtungen der bayerischen Indcnheit zusammengcsunden haben und unter dem Vorsitz des verstorbenen Gcmeindevvrsitzeuden, Iustizrat Dr. Held, nach einem Referat von Dr. Alfred Neumeyer (München), den Bayerischen Landesverband gegründet haben. Seine Arbeit bis zum heutigen Tag war so segensreich für die ihm angeschlvssenen Gemeinden und so richtungweisend für die nach ihm gegründeten Gemeindeverbände im übrigen Reich, daß eine knappe Würdigung seines Wirkens angebracht erscheint. Auf der Tagung vom 22. Februar 1926 in Augsburg hat die Verfassung des Verbandes ihre endgültige, noch hellte gültige Form erhalten. Demnach liegt die Führung der Geschäfte des Verbandes bei dem Rat/dcssen Präsident seit der Gründling dxr Körperschaft Oberstlandcsgcrichtsrat Dr. Reuinch er (München) ist; der Vcrbandsrat umfaßt 14 Vertreter der Gerneinden, 3 Rabbiner, 2 Lehrer lind zwei von der Taglcng bestimmte Mitglieder. Außer diesem Llkvpsigen Rat besteht im Bayerischen Landesverband die Tagung, deren 76 Mitglieder durch die Angehörigen der' (Gemeinden gewählt werden: diesem Gremium obliegt die Festsetzung des Gtats lind die Mitwirkung bei der Gesetzgebung des Verbandes. Die Vereinigung der (Gemeinden zur Pflege ihrer religiöse Interessen und ihre Vertretung nach außen ist die Aufgabe des Verbandes. Unter voller Wahrung der Selbständigkeit der einzelneil Gemeinden hat es sich der Bayern-Verband zur Pflicht gemacht. die überlieferten Ginrichtungeil zu erhalten lind zrl fördern, für die Beamten der Verbaudsgememdcn zil sorgen, den Körper« schäften bei ihren Vcrivnltnngsangelegenheiten beratend zur Seite zil stehen und gegebeiiensalls austretende Streitigkeiten durch den Sprllch eines Schiedsgerichts zu beseitigen; endlich hat der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden, der als öffentlichrechtliche Körperschaft anerkannt wurde. die Juden Bayerns gegenüber dem Staate zu vertreten. Die Arbeit de? Bayern-Zierbandes hat sich von Jahr zil Jahr vertieft. Während die finanzielle Leistllngskrast der bayerischen Inden, deren Zahl'ja seit dem Grüudungsjahr weseiltlich zurückgegaugen ist, sich stark gemindert hat r.-.o schließlich auch der staatsznschllß an den. Verband in Fortfall gekommen ist, ist der Ailfgabcllkreis stetig gewachsen. Viele der Kleingemeinden Bayerns sind in kurzen Jahren auf wenige Köpfe zusammengeschrumpft, denen die Erhaltung des Gemeindelebens, die Bewahrung der oft jahrhundertealten Kliltuseiurichtungen, der wertvollen Synagogen und romantischen Gottesäcker unmöglich gewesen wäre. Hier hat sich der Gedanke und die Institution des Bayern- Verbandes aufs glücklichste bewährt; sein Präsident Dr. Neumeyer hat es erst am 24. März bei der Feier des l75jährigen Bestehens des Gotteshauses in Bayreuth öffentlich ausgesprochen: „Alle Richtungen vereinen sich, unbeschadet ihrer Selbständigkeit, in cinnlütigem Zusammeinvirken, dem Gemeinwohl zli dienen. Die größeren Gemeinden tragen willig. in dem Bewußtsein, eine selbstverständliche Pflicht zu erfüllen, dazu bei. die bedrängte Lage der kleineren Gemeinden zu erleichtern." Darüber hinaus hat die Historische Kommission beim Landesverband Arbeiten ge^ leistet, voll deren bleibenderu Gewicht manche Veröffentlichung zeilgt. Tie Ausnahme und Sammlung der im Lande verstrellten Altertümer künstlerischen oder geschichtlichen Wertes wird vom Verbände schon seit geraumer Zeit -betrieben llnd auch hellte noch fortgeführt. Ucberhaupt hat der Bayernverband — trotz aller Ungunst der Zcitumstände — sich den neuen Aufgaben der Kulturllnd Bildungsarbeit nicht entzogen: vor einem Jahr hat er den verdienstvoll wirkenden „Jüdischen Kulturbund in Bayern" eingesetzt und dessen Vorstandschaft ernannt, auch hat er im vergangenen Spätherbst den ersten «Schulungskurs für Iugcudführer nach München ernberufcn und damit viel Dank und Anerkennung geerntet. Der Sicherung der Gemeindeverwaltung und der Stellung ihrer Beamten hat von Beginn an die besondere Sorge des Landesverbandes gegolten: er hat eine in Kraft befindliche Mustersatzung für die Gemeinden geschaffen, die Gehaltsordnung der Beamten der staatlichen angeglichen ll'.ld durch ein Abkvullileu mit dem Bayerischen Bersorguugsvcrband eine Sicherung der Bezüge der pensionierten Beamten und ihrer Hinterbliebenen erreicht. Das Wohlfahrtsamt des Verbandes be- ' wältigt die von Jahr zu Jahr iinmer mehr gewachsenen Anforderungen, die aus dem Gebiet der allgemeinen W o h l f a h r t 8 - lI!I!!I!I!II!!!!!!!II!!?!!ltlIII!!!II!!II!I!I!!Ii!IIIIIII!III!II!IIIIIIlIIIIIIIIIIIIII!Ill Ich komme Ihrem Wunsche gerne nach, einige Worte zu dem 15jährigen Bestehen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden zu sagen: Der Verband Wurde im April 1920 gegründet an der politischen Wende der Zeit. Er wurde olme Vorbild gegründet auf den i r freien Willen seiner Glieder, entsprechend der religiösen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Notwendigkeit, in Uebcrbrückung der Gegensalze der religiösen Richtungen, von Stadt und Land, von Beamten und Gemeinden, in Ver* wirklichung von Absichten der jüdischen Ge* meinschajl und der staatlichen Gewalt, die mchf als 100 Jahre diese Verwirklichung vergeblich gefordert hatten. Schon bei seiner Gründung wurde in einer Beilage zur Verfassung erklärt, dass dne Reichsorganisaiion entstehen solle zur Wahrnehmung der gemeinsamen Angelegenheilen der jüdischen Gemeinschaft im Räche. Der Verband hat diesen Gedanken unentwegt und gegen alle Widerstände hochgehalten, so dass die Reichsverlretung der deutschen Juden entstehen konnte. Der Bayerische Verband und mit ihm die süddeutschen Verbände bilden eine feste Stütze der Reichsverlretung. Der Verband hat in seiner Geschäftsführung den Gedanken zugrunde gelegt und wohl auch verwirklicht, dass alle Richtungen und Kräfte in dnem der jüdischen Gemeinschaft zu dienen haben, dass bei aller Anerkennung der weltanschaulichen Verschiedenheiten die jüdischen Kräfte doch zu praktischer Arbeit zusammen- ■ gefasst werden können, und dass aus dieser ge* mdnsamen Arbeit wiederum die Befriedung des Ganzen sich ergibt. So glauben wir auch in dieser schweren Zeit die äusseren und inneren Voraussetzungen mitgeschaffen zu haben, die uns befähigen, slandzuhalten, zu tragen und zu überwinden. Sf1iaxdUjyUfinrnmiiiiniiimiimüiniimuiiiiiiiiiiiniitiüiiiiiiiimiiiutiiiinmniiip Pflege, insbesondere der Wirtschaft?- und Illgendsürsorgc und der Wirtschaftshilfe, nämlich des Arbeitsnachweises, der Berussumschichtling und Auswanderung zu leisten sind. Sein neu berufener Leiter Rechtsrat i. e. Ti. Dr. Weiler widmet sich daneben vor allem den vielfachen jllristischwirtschaftlichen Aufgaben lind der Fürsorge für die Klein- und Kleinstgemeinden. In Würzburg unterhält der Verband sein vor fünf Jahren in Betrieb genommenes Landesheim und auch in der Landeshauptstadt selbst besteht seit kurzer Zeit ein von ihm getragenes Altersheim. Die alte und im ganzen Reich ailgeschenc Lehrerbilhnngsanstalt zu Würzblirg konnte durch die besondere Obsorge, die der Verband seit je ihr hat angcdcihen lassen, mit der Zeitcntwicklung Schritt halten. «so hat der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden in ruhigen Zeiten einen Zlrsammenschluß aller Gruppen urld Gemeinden erreicht, der sich heute aufs Beste bewährt und für den die Iudenheit Bayerns seiner weitblickenden ilnd hingebeilden Führuilg aus alle Zeit hinaus verpflichtet bleiben wird. Aber auch für den großen Reichs,zusammenschluß der deutschen Juden hat sich der Vayernvcrband schon die langen Jahre hindurch eingesetzt. Der Präsident Dr. N e u - m eher ist in den Beirat, den Haushalts¬ und Organisationsausschuß der Neichsvcr- 2lmerika Das am 5. März. d. I. vom Parlament deS Staates N e w - I c r s e y beschlossene Gesetz. durch das Propaganda gegen Menschen einer bestimmten Rasse, Hautfarbe oder Religion wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe als Verbrechen erklärt wird, ist durch die llntcrfcljrift des Staatsgonvcrneurs Hoffman sanktioniert worden. Für Verletzllng des Gesetzes sind Geldstrafen von 200 bis 5000 Dollars oder Gefängnisstrafen von 00 Tagen bis zu drei Jahren vorgesehen. Geldlind Gefängnisstrafen können auch gleichzeitig verhängt werden. Bulgarien Staatssekretär Batalvw empfing eine Abord- Nlmg des Konsistoriums der Juden Bulgariens, die ihm die von einer außerordentlichen Tagung dieser Körperschaft ausgesprochenen Wünsche nach Aufrcchterhaltung des durch die Abschaffung freier Wahlen bei öffentlichen Körperschaften bedrolsten 8tatu8 quo der jüdischen Gemeindeorganisation überbrachten. Staatssekretär B a t a l o w erklärte, die Negierung habe nicht die Absicht, die Rechte der Juden irgendwie zu verkürzen. Auf die Forderung der Abordnung, die jüdischen Gemeinden zu Rate zu ziehen, bevor eine Aenderuug ihres Status vorgcnommen werde, ertviderte der Staatssekretär. der Ministerrat habe hierüber noch keinen Beschluß gefaßt. Gr werde sich mit der Angelegenheit demnächst befassen. Griechenland Die Presse bcröffcntlicht ein Schreiben des Generalissimus P a p a g o s an den Lberrabbiner von Saloniki, Dr. Ztvi K o r e tz . in welchem der General der Patriotischen Haltung der jüdischen Bevölkerung öffentlich Anerkennung zollt. General Papagos war der siegreiche Führer der Regierungstruppen bei der Nicdcrringung des venizelistischen Aufstands. In dem Schreiben wird insbesondere der junge Jude Henri E z - ratty hervorgehoben, der 1932 aus Paris kam. um im Heer zu dienen, bei der letzten Revolte sich als Freiwilliger meldete und besonders gefährliche und wichtige Ausgaben an der Kampffront löste. Litauen Agitatoren durchziehen die Dörfer Litauens und verbreiten Legenden, daß Inden christliche Kinder rauben, um ihr Blut aus Anlaß der kvnunenden Pcssachtage für Mazzoth'Herstellung zu benutzen. In einigen Orten wurde die indische Bevölkerung angegriffen. In einer Ortschaft in der Nähe von Tweretsch wurde der Ortsrabbiner Jsak Jaffe mißhandelt. Die Juden in einer Anzahl Ortschaften wandten sich an die Zentralstellen im Kaunas um Schutz. Polen DaS Organ der judenfeindlichcn „Nationaldemokratischen Partei" in Warschau schreibt in ihrer Wvchenausgabe „Typvdnik Politiczny" einen Artikel, in dein es (laut ITA) heißt: „Das ist unsere erste historische Aufgabe. Hinaus mit den Juden!-Wir müssen diese beiden Aufgaben, die Inden und die Wirtschaftskrise los zu werden, ohne Verzug losen, denn der Tag ist nicht fern, an dein wir uns für unseren nächsten Kamps vorbereiten müssen, für die große historische Abrechnung mit Deutschland." * Tie große deutschfeindliche Kundgebung, die die Polin sehe Bevölkerung von « i e m i a n o w i c e in Polinsch-Oberschlesicn als Protest gegen die Nicht» zucrkelunlng des Ocffentlichleitsrechtes an eine polnische höhere Schule in Beuchen veranstaltete, hat gleichzeitig auch jndcnfcindlichen Charakter getragen. Die Tcnwnstrnnten wurden von der Polizei zerstreut. V Tie Mitglieder der antisemitischen Mehrheit deS Stadtrats von Lodz, die vor Kurzem die jüdischen Stadtverordneten in offener «Litznng tätlich angegriffen und mehrere von ihnen, darunter den Borsitzenden der Jüdischen Gemeinde und agudistischen Scjmabgeordnetcn Winzberg. verletzt haben (C.-B.'Zcitung Nr 15), weigern sich, dem Borschlag des Negicrungskommissars. eine Gutschnldungscrklärung an die überfallenen Stadtratsmitglieder abzugeben, zu entsprechen. Die jüdischeu Stadträte sollten sich ihrerseits für die in der Abwehr gebrauchten beleidigenden Ausdrücke entschuldigen. Der Negierungskommissar hat daraufhin erklärt, keine weiteren Sitzungen des Stadtrats mehr zuzulassen, bis eine friedliche Vereinbarung erzielt werden wird. * In den Zentralrat des Verbandes der Stadtgemeinden Polens wurden Stadtrat B r e g m a n. für die Warschauer Stadtverwaltung und Tr. A. R o t f e l d für den Lemberger Ecmeinderat gewählt. Unter den stellvertretenden Mitgliedern befinden sich vier Juden, die Stadträte Joel (Lodz), Dr. Jonas O v e n d (Tarnopol). Dr. Samuel Weiß (Slonim) und der frühere Vizebürgermeister von Przemysl Dr. Henryk Reichmann. * Die Stadtgemeinde Warschau hat den jüdischen Bürger Joseph Maier Titelman, der der Stadt kostenlos ein wertvolles Grundstück überlassen hat. um die Durchführung einer wich. tretung eingetreten und hat damit aus-, neue gezeigt, wie wesentlich heute für unsere Gegenwartsarbeit und unsere Zukunft die geschlossene und tätige Einheit ist. Ihm und dem von ihm gegründeten und geleiteten Bayerischen Landesverband gelten bei dessen I5jährigem Bestehen, in Anerkennung der großen geleisteten Arbeit, unsere aufrichtigen Wünsche. Huns Lamra. tigen Straßcnrcgulicrung zu ermöglichen, in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Titelman ist erst der dritte Bürger Warschaus, dein diese hohe Ehre zuteil wird. v Das Verschwinden eines christlichen Kindes, das in einem jüdischen Hanse in dem Torf N»da iin Kreis Kattowitz wohnte, führte zu der Verbreitung des Gerüchtes, die Inden hätten das Kind getötet, nm Vlnt für das Pcssachfest zn bekommen. Die Dorfbevölkerung nahm gegen die in ihrer Rütte wohnenden Inden eine drohende Haltung ein und diese verlebten sctzreckeiisvolle Slundeu. bis der Vorfall feine Aufllarnng fand. Nachdem das Haus von der Polizei vom Dachboden bis zum Keller ohne Ergebnis dnrck>fncht wurden war. traf die Meldung ein, daß das Kind in einem Nachbardvrfe gefunden wurde, wohin es einen Spaziergang gemacht hatte. Der Vorfall ist für die durch eine skrupellose Hetze in den Dörfern hcrvorgcrufene Stimmung bezeichnend. Rumänien Im Hinblick auf die antisemitischen Ausschreitungen eines Teiles der Studentenschaft hat der akademische Senat beschlossen, die Vorlesungen mi der Universität bis nach den Osterferien zu suspendieren. Eine genaue Angabe des Zeitpunktes des Wiederbeginns der Studcntenkollegs wird vernliedcn. Der Ausschuß des Stndentenverbandcs har seine Mitglieder ansgefordert, allen Straßentumulten auszuwcichen, die von Provokateuren aus nichtstudcntischen Kreisen hervorgerusen werden. Während der Unruhetage haben Gruppen cuzistischer Studenten Autobusse augehalten. Juden ans den Wagen herausgeholt und mißhandelt. In der Universität selbst wurden jüdische Studenten brutal verprügelt. Ter Ncichserziehungsminister Tr. R u st erläßt eine Verfügung, in der es n. a. heißt: „\Kn den Nachweis der arischen Abstammung sind nicht, wie dies vielfach geschehen ist, über die gesetzlicljen Vorschriften hinausgehendc Anforderiingen ,;u stellen. Nach der ersten Durchführungsverordnung znm Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeaintentums vom n. April 1933 und den Richtlinien znm Reichsbcamtengefetz vom 8. Augnir 1933 werden in der Regel znm ^Nachweis _ der arischen Abstammung eines Beamten nur feine Geburtsurkunde und die Heiratsurkunde seiner Eltern zu verlangen sein. Tie Anforderung weiterer Urkunden wird dann erst in »Frage kommen, wenn begründete Zweifel daran bestehen, daß die Angaben des Beamten oder Beamtenanwärters über die Religion seiner Vorfahren zutreffen. Dabei bleibt frcigestellt. die Prüfung schärfer durchzuführen, je höher die Dienststellung ist, die der betreffende Beamte bekleidet. Bei der Masse der unteren Beanüen, Angestellten und Arbeiter tverden jedoch andere als die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen in der Regel ntcijt zu stellen sein." * Auf einer Gantagnng des Nationalsozialistischen Lehrerbundes sprach in Nürnberg der Leiter des Nafsenpolitischen Amtes der NSDAP, Dr. Walter G r o ß. Nach dem Bericht des „Fränkischen Kurier" bemerkte er u. a.: Weil die ganze Welt buchstäblich aus jede Acußcrung. die in Deutschland hinsichtlich der Rassenpolitik falle, lauere und sie zur Hetze gegen Deutschland verwende. habe man bei der öffentlichen Auseinandersetzung mit rassepolitischen Problemen grundsätzlich drei Dinge zu beachten: erstens dürfe nicht sachlicher Unsinn geredet werden, zweitens reiche es nicht aus. daß die Dinge, die vorgetragcn würden. sachlich richtig seien, sie müßten auch politisch llnd weltailschiitilich richtig sein und drittens sei es notwendig, daß man bei jedem Wort sich frage, was es für eine Auswirkung in der gesamtpoliiischen Lage Deutschlands der Welt geoenübcr habe . . . Zur Frage der Rasienmischung führte der Redner aus. daß die Geschichte des deutschen Voltes dazu geführt habe, daß cs heute ein rasjengemischtes Volk darstelle. Mau habe dafür zu sorgen, das; diese rassenmäßige Zusammensetzung erhalten bleibe, wobei man sich mit aller Kraft dagegen wehren müsse, daß fremdes Blut in dieses Volk hineingctragen werde. * Das Vormundschastsamt Hamburg hat, wie die „Frankfurter Zeitung" vom 14. April mitteilt', einem arischen Vater, welcher der NSDAP angehört, nach Scheidung von seiner nichtarlscheu Ehefrau das Svrgrecht über seinen elfjährige»; Sohn entzogen, da eine Verpflanzung des als nichtarisch geltenden Kindes in die Familie des Vaters weder im Interesse des Jungen, noch in; Sinne des Staates liegt. Wie das „Frankfurter Volksblatt" meldet. Hai Gauleiter Julius Streicher in Frankfurt a. Al. eine Geschäftsstelle des Kampfblattes „Der Stürmer" errichtet. Frankfurt sei die erste Stadt neben Nürnberg, die eine solche Geschäftsstelle erhalte. föP*Hauptgeschäft! Zweiggeschäft! 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