Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1935-04-11 · 15 (11.4.1935) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
15 (11.4.1935)
Date
1935-04-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2277379-2278097-2278112--09383-2290491
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

mmzMm M MMMU Im Nnhmeil der Veranstaltungen des Alt« herrenoerbandes des Akademisch-Iirristischen Vereins sprach Rechtsanwalt und Notar Dr. Georg Hamburger über, die „Umwandlung von .Uapitalgcsellschaften" nach dein Gesetz vom 5. Juli 1934. Bekanntlich hat das Bestreben der Regierung, die Wirtschaft in möglichst weitgehendem Umfang von anonymen Unternehmungen zu befreien, ihren Niederschlag in einem Gesetz gefunden, das die Umwandlung von Aktiengesellschaften in Einzelunternehmen, offene Handelsgesellschaften oder Kommanditgesellschaften erleichtert. Der Vortragende besprach sowohl die handelsrechtlichen als die steuerlichen Auswirkungen dieses Gesetzes. §*'a" die handelsrechtlichen Auswirkungen ist hcrvorzuhebcn, das; die Unuvandlnng in Fine offene Handelsgesellschaft, Kommanditgesellschaft oder Gesellschaft des bürgerlichen Rechts nur dann stattfiudcn kann, wenn ,'in dieser Gesellschaft nicht selbst eine juristische Person beteiligt ist. Anders liegt es, wenn eine juristische Person das gesamte Vermögen der Kapitalgesellschaft allein übernehmen soll. Her- Porzuhebcn sind die Bestiinmnngen über die Firma des neuen Unternehmens und über die getrennte Verwaltung. Hingewiesen werden muf; mich darauf, das;, lvenn. im Vermögen der aufgelösten Gesellschaft sich Werte befinden, die nach den devisenrechtlichen Vorschriften anbietungspslichtig ioaren und bloß deshalb bisher nicht angeboten zu werden brauchten, weil sie vor 1931 erworben ioaren, sie nach der Umwandlung angeboten iverdeii müssen. Besonders eingehend behandelte der Vortragende die Stcnerfragcn. Hinsichtlich der Grunderwerb- und Wcrtznwachssteuer ist hervorzuheben, daß die Steuererleichterungen nur dann gelten, wenn diejenigen Personen, die das Vermögen der Kapitalgesellschaft übernehmen, bereits am 1. Juli 1934 im gleichen Verhältnis an der Kapitalgesellschaft beteiligt waren. Am schwierigsten sind die Fragen der Einkommezrnnd Körperschaftssteuer. Der Vortragende erörterte, iiUvieivcit durch die Auflösung eine Kör- Perschafts(Liqnidations)stener zur ^Entstehung kommt und die iiberneluncndcn Personcii wegen Veräußerung einer wesentlichen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft Einkvnuncnstcuer zu zahlen haben. ' Durch die kürzlich ergangenen neuen Dnrchsührnngsbestinnnungen und insbesondere durcl; die in ihnen verordnete Verkoppelung der Körpcrschaftssteiier-Schlnßhilanz der ansgelösien .üapiialgesellschast mit der Einkommensteuer-Eröffnungsbilanz der aufnehiuenden Personalgcselischaft sind die größten Zwcifclsfragem geklärt. Immerhin bedarf es in jedem Einzelfall einer gründlichen Prüfung, bevor zur Umwandlung geschritten werden kann. Ter gedankenreiche Vortrag erntete starken ' Beifall. Die anschließende Diskussion ergänzte die Ausführungen in einigen Punkten. _ Dr. L. 8. CWMW Md DeMeuch In einer Vollversammlung der Industrien n d Handelskammer Berlin führte ihr neuer Präsident und Leiter der Wirtschaft?- lammer für den Wirtschastskammerhezirk Brandenburg, Staatsrat Friedrich Reinhart, wie das Wirtschaflsblatt der Industrie- und Handelskammer Heft 9, 33. Jahrgang, meldet, nach Danlesworteu an den bisherigen Präsidenten u. a. ans: „Der wundervolle Gedanke, Erzeugung und Verbrauch nach einem festen Plan zu Icnfcn, muß an vorhandene Einrichtungen anknüpfen. Mensehlichc linznlänglichleit fügt es, daß wirtschasts- Politische Wnnschziele. deren Erreichung den meisten lockend erscheint, nur ganz allmählich, gleichsam in vorsichtig alle Möglichkeiten abtastenden Versuchen angesteuert werden können. Bei ungestümem Vorwärtsdrängen bleibt zu vieles aus der Strecke, was sich als gut bewährt hat. Als daher bei nreiuem 'Amtsantritt Klagen über Unstimmigleiten auf dem großen Gebiet des Handels in landwirtschaftlichen Erzeugnissen an inich kamen, habe ich nicht gezögert, in einer Ansspräche des Vorstandes des Getreidegroßmarkts mir über die Berechtigung der Klagen ein Urteil zu bilden und dem Reichswirtschaftsministerium darüber zu berichten. Die Bearbeitung von Einzeldarstellungen, die Teilprobleme aus dem Gebiet Pes Handels mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen erörtern, ist in Angriff genommen worden Bon der größten Industrie- und Handelskammer Deutschlands darf die Regierung er« warten, daß sie stets das Wort ergreift, wenn bessernde .suitU ihr am Platze scheint? Die Ueberwachnngsstelle für Patz i e r veröffentlicht eine neue Gebührenordnung, die an stelle der Gebührenordnung vom 23. Oktober tritt. Die Gebühren richten stch nach dem Rechnungsbetrag. Durch eine Anordnung der U e b erwach n n g s st e! l c s ü r Waren verschiedener Arr wird eine Bestandsmeldung für S t u h l r o h r und andere Nohrsorten veröffentlicht. Stichtag ist der 31. März. Außer den Beständen sind ans besonderen Fragebogen auch Angaben über Belegschaft, Umsatz und Aus- . fuhr der Betriebe zu machen. Betriebe, deren Vor» rate an rohem Rohr 500 Kilogramm, an bearbeitetem Rohr 250 Kilogramm und an Abfällen 1000 Kilogramm am Stichtag nicht übersteigen, sind von der Meldepflicht befreit. Die ansgesüllten Fragebogen sind der Ueberwachnngsstelle bis 20. April cinzusenden. Die Ueberw achungs stelle fiir Nuß hat eine neue Gebührenordnung erlassen, die am 1. April in Kraft trat. ¥ Nach einer in den Zeitungen veröffentlichten Mitteilung des Reichswirtschastsministcriums. hat die U e b e r >v a ch n n g s st c l l e f ü r K a n t s ch n k u n d A s b e st eine Anordnung veröffentlicht, welche die Herstellung von Kantschnlumren für den Absatz im Inland von der Genehmigung der lieber» wachnngsstelle abhängig macht; die Genehmigung kann dabei an Bedingungen und Auflagen geknüpft werden. Ferner wird eine Nensassnng der Gebührenvrdnnng der Ueberwachnngsstelle für Kautschuk und Asbest bckanntgegebcn, die am 1. April in Kraft tritt. * Durch eine Anordnung 24 der lieberw a ch u n g s st e I l e für Kautschuk und Asbest wird n. a. bestimmt, daß Händler, die einen monatlichen Umsatz in Altgummi oder Gnmmiabsällcn von über 5000 Kilogramm haben, und Personen, die einen Bestand au Altgummi oder Gmnmiabfällen von über 5000 Kilogramm haben, und Personen, die einen Bestand von Altgummi und Gummiabfällen von über 3000 Kilogramm im Monat erreichen oder mehr als 3000 Kilogramm monatlich verarbeiten, ihren Geschäftsbetrieb cmznmeldcn und die erforderlichen Meldungen über Lagerbestände und Berarbcitungsmengen jeweils monatlich zu erstatten haben. Vvrgeschriebcn wird eine Bnchführnngspflicht über Umsatz und Bestände. Die Vernichtung von Altgummi und Gummiabsällen, die noch berwendungssähig sind, wird verboten. Tic Verarbeitung von vulkanisiertem Altgunnni und Gnmiabfällen ist nur mit Genehmigung der Ueberwachungsstellc zulässig. Wer vor dem 9. Mai 1934 nicht gewerbsmäßig an dem Verkehr mit Altgummi und Ginniniabsällen beteiligt war, bedarf znm Kauf oder anderweitiger Verfügung über diese Waren der Genehmigung der Ueberwachnngsstelle. : ZU WWOU Sm Cr tMölMWWUMW Die tl ober loa chu ngS stelle für die L e d e r io i r i s ch a s t hat zwei Anordnungen, Nr. >3 und! verössentlicht, durch die die 'Viengenbeivirlsihaftnng für das Svmmcrhalbjahr geregelt wird. Außerdem hat die genannte Ueberwachnngsstelle eine Aenderung ihrer Gebührenordnung vom 27. Oktober veröffentlicht. * Nach einer Anordnung der Ucber- U> a ch ii n g v [teile f ü r Tabak dürfen laut Tages presse die Betriebe, die Zigarren, Zigarillos oder Stumpen Herstellen, monatlich nicht mehr Rohtabal verarbeiten, als sie im Monatsdurchichuitt in den fünf Monaten Oktober 1934 bis Februar 1935 verarbeitet haben. Bon der Kon- - tingenlierung wird sowohl der ausländische wie der inländische Rohtabak ersaßt. Bis znm 18. eines jeden Monats sind Meldungen über die im Vormonat verarbeiteten Rohtabakmengen zu machen. Ausgenommen von der Kontingentierung sind Unternehmungen, die in der crivähnten Vergleichszeit in teiuem 'Monat mehr als 150 Kilogramm Rohtabak zu den geuanutcu Zwecken verarbeitet haben. v Die U e b e r w a ch u n g 8 st c I l e furBaum-- w v l l g a r ne und -ge w e b e hat eine Anordnung verössentlicht, die Sparvorschristcn für die Verarbeitung von Banmuwllgarnen bei der ' Herstellung von gummiisolicrtcn Leitungen und Kabeln "nthält. Ter Leiter der Reichswirtschaftskammer und der Neichsgruppe Industrie, Ewald Hecker, hat Dr. Georg v. Schnitzler (I. G. Farbenindnstrie ' A.-G.) mit der Neubildung des Ausstcll n n g 8 - und Nt e s s e a u s s ch u s s e s der deutschen.Wirtschaft beauftragt, der die Arbeiten des früheren deutschen Auöstellnngsnnd Messeamtes im engen Einvernehmen mit dem W e r b erat der deutschen Wirtschaft und dem Rcichswirtschastsministerium sortführt. In dem Ausschuß sind Vertreter der Reichsgruppen Industrie, Handel, Handwerk, Versichernngsgewerbe, Bankgewerbc und Energiewirtschaft vereinigt. Mit dem Reichsnährstand besteht eine ständige arbeitsmäßige Verbindung. — In der ersten. dieses neugebildcteu Ausschusses erklärte >r Dr. Hunkc unter anderem, wie die resse berichtet, daß der Werberat nicht als >e, sondern als sachlicher Helfer der Wirtschaft betrachtet werde. Ter Präsident des W c r b e r a t s der deutschen Wirtschaft hat, wie die Tagespresse meldet, eine Bekanntmachung Nr. 12 erlassen, die in Ergänzung der Belanntmachung Nr. 9 Fragen des Anschlagwesens (Mindcstgröße für ordentliche Anschlagstellen, Pachtverträge für Anschlagnnternehmer. Pachtabgabe bzw. Benntzungtzentgelt usw.) regelt. Der Zeitpunkt für die Entfernung nicht mehr statthafter Daneranschläge wird auf den 1. Juli hinauSgcschvben. P Der R e i ch § k o m m i s s a r für Preis» ü b e r w a ch u n g hat, wie die Zeitungen berichten. die von der?lleichSsachschast deutscher Werbesachleute herauSgegebencn „Richtlinien — Mindestsätze — Arbeitsbedingungen" vom 24. Januar 1934 aufgehoben. Die E i n z e l h a n d e I s u m s ä tz e lagen nach Per in der TageSpresse mitgeteilten MonatSstatistik der Forschungsstelle für den Handel im Februar um 3 Prozent über Vorjahrshöhe. * Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Dr. F. Hahler, hat die Kaufleute E. Bereuts (Berents Eentral-Drogerie), Jena; Fr. Jacobson (W. Jacobson A.-GF, Kiel und H. Tcngelmann (B. Leineweber), Berlin zu seinen Stellvertretern bestellt. * , Der Leiter der Wirtschastsgruppe Einzelhandel hat, wie die Zeitungen berichten, die Ausübungen der Befugnisse der sahungsmäßigen Organe des Rabattvcrbandes, Ncichsverband der Rabattsparvereine Deutschlands c. B. übernommen. Zu seinem Beauftragten hat er den Kaufmann Wilhelm Kunze, AngustuSburg i. Sa. bestellt. Zur Feststellung der Höhe der deutschen cotberungen an das Ausland fordert das Ncichsbankdircktorium laut Tagespresse die Firmen und Personen, die in Deutschland ihren - Wohnsitz oder gcivöhnlichen Aufenthalt, Sitz oder Ort der Leitung haben, auf, ihre am 31. März bestehenden Forderungen an das Ausland spätestens bis 18. April anzumelden. Ä Wie die Zeitungen berichten, erfolgte eine Neufestsetzimg der Richtpreise für die wichtigsten Metallarten, wobei die Notiernn» gen mit Ausnahme von Zinn nicht unbeträchtlich erhöht worden seien * Durch eine in der Tagespreise wiedergcgebene Verordnung des Preiskommissars. wurden neue H ö ch st preise für A l t g u m m i und Gummiabfälle festgesetzt. Ä Auf Grund der Verordnung über verstärkte Kurzarbeiterunterstützung vom 30. November 1934 hat, wie die Zeitungen berichten, der Präsident der Neichsanstalt auch diejenigen Betriebe der Lederindustrie zur verstärkten Kurzarbeiterunterstützung zugelassen, die mindestens 10 Arbeitnehmer regelmäßig beschäftigen. Tic Unter' stütznng erstreckt sich auch aus vorhandene Neben, betriebe. * Nach einer in der TageSpresse veröffentlichten amtlichen Mitteilung haben die Bestimmungen der vorläufigen Marktregelung in der Z i g a r e t t e n i n d u )t x i e vom I. April 1034 bezw. 26. September 1934, die sich aus Zwangsbeischluß von Außenseitern bezogen, mit dem 31. Atärz ihre Wirkung verloren Dag^ wird das Investitionsverbot bis 30. Septenib^ 1935 verlängert, vor allem zum Schutz der Mr. industrie. * Der Reichswirtschaftsminister^ hat, wie die Zeitungen berichten, die Geltungsdauer der ordnung einer vorläufigen Ntarktregeluno in der Ra n chtabakindustr i e bis aus weiteres verlängert. Einer Statistik über die Fortschritte der Industrialisierung Palästinas ist zu entnehmen, daß infolge der raschen Ausdehnung der Städte die Anlage von neuen Fabriken meist schon in ziemlicher Entfernung von den Städten vorgenommen wird. Die Entfernungen bleiben bei der Kleinheit des Landes trotzdem gering und bilden weder im Hinblick auf die Frachtlosteu noch auf die Arbeiterbcsörderuug einen nennenswerten Kostensaltor. Unter den Neugründungcn der letzten Zeit sind zwei Silikatzicgcl-Fabriken mit 20 000 und 30 000 Pfund Kapital, eine Möbelfabrik mit 100 Arbeitern und eine Oicihe von kleineren Betrieben der Bau- und Nebenindustrie und für Wohnungseinrichtnngen zu nennen. Da die bestehende große Zementfabrik zu Haifa trotz angespannter Beschäftigung im 24.Stunden-Betrieb den Bedarf nicht decken kann, sind Vorarbeiten zur Errichtung einer zweiten Zementfabrik mit einem Kapital von 250 000 Pfund in den Bergen Indääs im Gange. In der Bucht zwischen Haifa und Alko ist die Errichtung der dort geplanten sFabriken weiter fortgeschritten. Teiliveise haben sie ihre Produktion anfgenommen. Zu nennen ist eine Eisengießerei mit 80 Arbeitern. In ihrer 9llihe wird eine Weberei mit einem Grundkapital von 70 000 Pfund errichtet. Weitere Projekte von größerem Ilmsang betressen 'Maschinenfabriken, eine Klcidersaörik und eine Reihe von kleineren und mittleren Unternehmungen, darunter ein Kupferwalzwerk, eine Glasfabrik, eine Gummiwarenfabrik usw. Die Industrialisierung wird nach wie vor durch den wachsenden Verbrauch im Inland getragen. Die bestehenden Fabriken finden für chre Produkte leicht Absatz und haben ihre Ueberschnßproduktion bisher auch in den Nachbarländern gut unterbringen können. Gegenüber dem Stand von 1930 hat sich die industrielle und gewerbliche Produktion von Palästina nahezu verdreifacht. # Der Hafen von Haifa ist im Zusammenhang mit der ^Verlegung der Oelrohrlinie aus dem Irak an das Mittelmeer soweit ausgebaut worden, daß er als der modernste Hafen des östlichen Mittelmeeres yilt. Nunmehr beschloß die MandatSregiernng einen weiteren wesentlichen Ausbau, dessen Kosten auf Pal. Pfund 650 000 geschätzt werden. Der Landekai soll um mindestens 900 Bieter verlängert werden, sv daß gleichzeitig acht Dampfer, die doppelte Zatzl wie heute, anlegen können. Auch die Zahl der vorhandenen Güterschuppen muß vermehrt werden. Ter Grund für diese Notiocndigkeit liegt in dem starken Anwachsen des Güterumschlages und in der Tatsache, daß der Nachbarhasen Jaffa noch völlig ungenügend ist und viele dorthin deßinmüe Schiffe bei schtechtcm Wetter gezwungen sind, in Haifa zu löschen. Dies machte sich bewnders während der Schlechtwetterperiode dieses Winters sehr störend bemerkbar, in dem zeitweise bis zu acht Dampfern gleichzeitig in Haifa lagen und sich als palästinensische Bahnverwalumg g?. zwungen sah, von der ägyptischen Staatsbahn 50 Waggons zu entleihen, um die eingeiretenen Stockungen bei Verschiffung und Verladung zu beheben. Die daraus entstandenen zeitraubenden Aufenthalte hatten im vergangenen November die in der „Antioerpener Konferenz" zusammengeschlvstcnen Reedereien, zu denen auch die Deutsche Levante-Linie gehört, zu dem Beschluß veranlaßt, ihre Kapitäne zu crmächligcn. Fraclneu nach Jaffa oder Haifa in einem benachbartcn Hasen zu löschen, wenn schlechtes Wetter oder Verzögerungen durch Ueberlastung große Fcit- Verluste mit sich brächten. Eine entsvrecheude Klausel wurde in die Frachtbriefe ausgenommen. Aus mehrfachen Wunsch des Handels wurde mmmehr diese oft spesencrhöhende Klausel für Haifa, jedoch nicht für Jaffa, sallengelassen, ivozu inobl in erster Linie die bekamitgew'vrdcne Absicht der Regierung, den Haisacr Hasen zu erweitern, bestimmt hat. Dem gesetzgebenden Rat von Transjord a n i e n liegt ein Gesetzentwurf vor, der laut Pressemeldungen da? bisher bestehende Verbot der Landverkäufe an Ausländer beseitigen soll. Es wäre denkbar, daß ein solches Gesetz die Frage der Einbeziehung Transjordaniens, das über ungeheuere Bodenreserven verfügt, in das jüdische Siedlungswerk einer Lösung näherbringt. * Im Februar betrug die Einwanderung nach Palästina 5654 Personen, davon 511 sogenannte Kapitalisten mit mindestens lOüö Lch Vermögen. WlÄWÄ EÄbl In einem sehr interessanten Aufsatz „Die Autarkicbestrebungen in der internationalen Treibstofswirtschaft" („Zeitschrift für Geopolitik", 12. Jahrgang, l. Heft) stellt Walter Flemmig an Hand statistischen Nlaterials die überragende Bedeutung dar, die daS Erdöl für die moderne Weltwirtschaft und Wcltpolitik besitzt. War im 19. Jahrhundert die Kohle die Energiequelle, die für die wirtschaftliche und Politische Geltung de? Landes eine ausschlaggebende Rolle spielte, so ist es — wie Flemmig darlegt — im 20. Iahrlstmdert das Erdöl. In einer unglaublich schnellen Entwicklung sind wir mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in das Zeitalter der Wellölwirtschast gerückt. Die Bedeutung des Erdöls stieg mit der Entwicklung detz motorisierten Berlehrswcsens zu Land, zu Wasser und in der Lust. Das Erdöl ist heute ein Aiachtfaltvr sondergleichen, und bei dieser großen und entscheidenden Bedeutung, die der flüssige Kraftstoff seit der Jahrhundertwende gewonnen hat, ist cs kein Wunder, daß er auch immer mehr zu einem Streitobjekt der großen politischen Atachtgruppen geworden ist. Das Erdöl sichert den politischen Einfluß, und die Macht des Erdöls reichte schon vor Jahrzehnten aus, um in den Bereinigten Staaten Negierungen zu stürzen, Wahlen zu beeinflussen und die öffentliche Meinung zu beherrschen^ Während des Weltkrieges hat man die Bedeutung des Erdöls erst recht erkannt. Infolgedessen setzte auch in den Nachkricgsjahren um die Verteilung bzw. Kontrolle der Erdölvorkommen, die nicht, wie bei den meisten wirtschaftlichen Grundstoffen, nach geographischen Hoheitsgebieten erfolgt, sondern nach Konzessionen und sogenannten Einflnßzonen, über die verschiedenen Kontinente hinweg ein Kampf ein, der vielfach scharf das Gebiet der hohen Politik streifte. In den letzten Jahren ist daher in die Welterdölwirtschaft ein neuer Faktor hineiugetragen worden, der für die weitere Entwicklung — soweit sich diese schon heute vorausschen läßt —- von erheblichem Einfluß sein dürfte. Der nationale Gesichtspunkt hat in den europäischen Staaten gewaltige Fortschritte gemacht, und sein Einfluß macht sich auch in der Sicherstellung der Lreibstoffversorgung geltend. Zahlreiche Verbraucherländer haben Maßnahmen — zum Teil mit staatlichcr Unterstützung — ergriffen, die darauf gerichtet sind, teils nationale Verarbeitung?- Industrien ins Leben 31t rufen, teils durch die Umstellung auf heimische Energieträger (Hydrierung der Kohle. Benzolherstcllung, Treibsprit) darauf abzielen, das natürliche ausländische Benzin zugunsten nationaler Kraftstoffe zurückzudrängcn. Der BllrieLMrer In einem Aussatz „Volkstum und Führertum in der Wirtschaft" („Ständisches Leben", 5. Jahrgang. Nr. 1) zeigt Harald Wolsgang P lambeck die Aufgaben und Pflichten des BetriebsführerS auf.; Ter Führer des Betriebes, wie ihn das Gchca zur Ordnung der nationalen Arbeit voraussetzt, ist — nach Plambccls Ansicht — im wahrsten Sinne des Wortes ein Führer von geistig-ständischer VorsieUung und Prägung. Er ist in allen seinen Handlungen dem ihm übergeordneien Ganzen, also letzlich dem Staat, der Nation verpflichtet. Seine Stellring im Betriebe ist gekennzeichnet durch zwei Verpflichtungen, einmal i>t er Sachwaller eines ihm anvertrauten nationalen Gutes, eben de? Betriebes. Wahrt er dieses Ent nicht im Sinne der Gemeinschaft, so kann irn Wege des sozialen Ehrengerichtsverfahrens ein anderer Führer bestellt werden. Zum arideren ergibt sich aus seiner Führerstellung eine Fürsorgepflicht gegenüber seiner Gefolgschaft. Er ist Ursprung und Schöpfer der dem Betriebe eigenen Wirtschastsidee, während die Gefolgscha'l als Trägerin dieser Idee mit ihm zusammen zu einem enrheitlichen Ganzen verschmolzen wird. Diese Ganzheit soll möglichst von außen nicht gestört werden. Das Geich zur Ordnung der nativ' nalcn Arbeit betont aus diesem Grunde besonders die autoritäre Stellung des betrieblichen Führerin allen wirtschaftlichen und sozialen Entscheidungen. Betriebsfremde Einflüsse und EingrM>-' sind nur dann zu vcrautivorten, wenn sie pn Interesse des übergeordneten Ganzen ersorderlia) werden. Die Gefahr einer solchen ständischen Orgainfation liegt gegenwärtig da, ivo falsche und uw echte Führer, etwa in ihrer Stellung nur leguimiert durch einen geerbten Eigentumstitel, einen Betrieb leiten, die in keiner Weise im ticfereu Sinne dem Ganzen und Uebergeordneten ideem und willensmäßig verbunden sind. Hier liegen die Gründe einer möglichen Stockung auch in de>- gegenwärtigen Neuaufbau. Das Gesetz glbt 0 klarer Erkenntnis dieser Gefahr dem -urer - h ä n d e r der Arbeit die Möglichkeit, bis.1 einem gewissen Grade Versager unter den gcge> wärtigen Wirtfchaftsführern auszuscheiden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.