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Central-Verein-Zeitung · 1935-04-04 · 14 (4.4.1935) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
14 (4.4.1935)
Date
1935-04-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Ciföbautc ut iScn Vordergrund' gestellt wird. daß die Universität ein neues jüdisches Kulturzentrum darfiellei, sott. Bisher find lediglich in der Judaistik, Abschlußvrüsungcn vorgenoinmen worden. und schoil wäckrst die Zahl der Schüler oer Jerusalemer Universität, die in den verschiedenen Ländern für die Verbreitung jüdischen Wissens wirken. In den lebten fahren sind natürlich auch Studenten cin-i Deutschland hierher gekonunen. mW die Universität hat cs fidj besonders zur Ehrenpflicht gewacht. auch Errke KÄ ArulG^ss änfznnehmcn. 1•':> Professoren und Dozenten aus Deutschland unterrichten bereits. Es tarnen Professor Richard Ko ebner aus Breslau für i ad er ne Geschichte. Dr. Hans Lcwh ans Berlin MX fcrtci.ni|*lI)c Sprache Ulid Literatur. Dr. ft. -dl. st'olotzll, aus Berlin für Aegypwlogie. Professor Julius G u t t m a n n aus Berlin für;i üdische Philosophie. Professor D orcjtntct Mir den Bialillehrnuhl für hebräische Philologie. Professor Fraentel aus Kiel für cineli zweiten Lehrstuhl für reine Mathematik. -Professor G. Plaezel für theoretische Physis, Dr. Alerander ans Fr ei barg lind Dr. G. ktllolffsvhn aus Berlin als erste Assistenten in erpertmenteller Phviit, Dr. L. i} a v In S aus Berlin für physilälische Hernie. Professor Kurt Dushtin ans Berlin, der bekannte Erperirnetiliil-Psychologe, der zurzeit an der Eornellsiniveriitäl, in Amcrila lälig ist. als Dozent für Methodik und Organisation des Unterricht«, Professor Halb e r ft ä d t e r für Radiobiologie, Dr. Goldhaber als fein Assistent, und Tr. Lconid Doljanfkh für Zellillarphhsiologie, Professor E. Werth c i in c r aus Halle für pathologische Physiologie, Professor B r u U £ u s ans Berlin für Agrarökonomie. „Wie haben fid) die deutschen Dozenten hier eingelebt?" frage ich Dr. MagneS. „Statt eigener Antlvort will ich Ihnen sagen, waS mir eben einer der Herren gesagt hat, dein ich selbst diese Frage gestellt hatte. .Ich bin glücklich. denn ich sehe eine Ausgabe vor mir? Iit England", fährt Dr. Magnes fort, „hat man nah; der neuesten Statistik 170 Gelehrte anS Deutschland nntergebracht, aber nian weis; nicht, wie lange man ihnen allen Gastrecht wird geben können, linser kleines Land hat in seinen vier Forschnngsstättcn etlva 30 antgcnommen. '.nld wir erivarien lloch mehr. Wir loollen sie aber nicht als Gäste ansehen. sondern sie geioisiermaßen in unserer Familie ansnchnien uild dauernd behalten. Das können wir, weil wir erst im Ausbau und noch nicht überfüllt sind, wir können ihilen Allsgaben stellen und sie köilnen uns nützen. Daß sic auch Gebende sind, macht sie glücklich." Tie Universität bereitet seht einen großen Provagandafeldzng in allen Ländern vor. Sie must für Ihre Ausbailpläne Mittel finden, denn die Regierung hat sich bisher an dem larrseilden Bildget der Universität nicht beteiligt: jetzt ist sie aber grundsätzlich bereis? das mit der Hadasfa gemein Hins zlr errichtende Universitätskrankcnhans mit einer Subvention zu bedenken, über deren Höhe noch verhandelt wird. - D^r Keren Hajeisod hat bis 1930 regelmäßig zun, Budget bcigciragen, die Kolleggelder decken die Ausgaben nicht, die Mittel ftitnuncn zunl kleinen Teil - aus großen Stiftungen, im wesentlichen aber ans Einzelspenden und Vermächtnissen, die von Professor Magnes ansgebracht wurden. Jetzt sollen, sofern sie nicht schon bestehen, in allen Ländern „Gesellschaften der Freunde der Universität" gegründet llnd ..cknivas" mit verschiedenen Methoden begonnen werden. Alich auf die Unterstützung deutscher Inden rechnet mail dabei, „denn". so schloß Dr. MagneS die Unterrednilg, „die Inden ,n Deutschland sollten verstehen, daß wir neben der Tatsache, daß Palästina für viele ein Zufluchtsort geworden ist, llicht darail vergessen habell, daß ysir hier ein geistiges Zentrum für das Indentun, anfbanen nwllen. In der Rot der Zeit ist das gelegentlich übersehen worden. Ulan hat in dem Kampf um das tägliche Leben nicht Zeit lnid Energie gehabt, inliner daran zu denken. Aber, ioeil mir Juden sind, dürfen wir den Geist llnd das Kulturelle uid)t ans deil Augen lasten, sonst sind wir verloren. Es komnit lohten Endes nicht daraus an. zu bemoifon, daß Inden Bauern und Handwerker lverden könneil — das können ne —, sondern darauf. ob sie geistig hier bestcheit lverden. Hier werdeil alle jüdische,i Fragen zu Fragen des Menschseins. und die Menschheitsfrage wird hier zur jüdischen Frage. Die Universität ist dazu da. den Gedanken der geistigen lilld intellektuellen Verantwortung für das gairzc Indent,lm zu fördern. Das sollten gerade die deutschen Indeil verstehen, denn sie haben Wissenschaft. Geist und Kultur immer besonders hochgchalten .. DüS reSlÄ» tn ZÄft» ruh die A'amen deutscher Juden in die Erinncrnng. ES wurde von einem Kuratorium 'iirmziert.' das aus dem Amerikaner Jakob Schirr, dem'Rüsten Wiiotz.fv. und James Si m o u . als Vertreter des Hitt'svereins der dcutschen Lwden, bestand. Das Wert ist außerdem unlöslich mit den: Andenken an Paul Nathan verknüyfr. der den PI aß wählte, und mit dein Berliner Architekten Awrander Baerwald. der es erbaule. ES beherrschte einst die Bucht von Haiia. Jesu ist es von modernen Wohnhäusern umgeben. und das iit charalleristiich für die Hocksichule. die gemeinsam rnit den in ihrem Bau unterg,llwa,h!cn Handwerksichulen bom V*raf tiftijen Ailtba u des Landes dient. Hier studieren and) Studenten ans Deirtfchland luld deutsche Juden lernen praktisch an der Hobelbank und an der Maschine Tischler-- ilitd Schlonerhandwe.rl. Professoren ans Deutfcli-. land sind in den Lehrkörper des Dechnions cii,.- getreten und leiten znrn Teil auch das Uinschi,. lnngsiverk und die Lehrlingsausbildung. Tcr hervorragende Leiter des Technlons st-rofesier S. Kaplanikh hat mir eine Reihe intcrestailter Informationen über lein Institut gegeben. die in anderem Zusammenhang veröffentlicht lverden sollen. Und ebenso steht die landwirtschaftliche Versuchsstation in Rcchobod zunächst vor allen, uu Dienste des praktischen Lebens. Hier werden neue Kulturen versucht. Pflanzenlrankheiren. Düngemittel u. a. m. studiert. Bald aber werden all diese Inslitnte dlrrch eirgere Znsaiiiiiienarl'cit und Lehreraustausch zu einem Bildungsmefcn vednmdeu werden, das in diesem Lande ohne Schrilzivaiig als Zentrum geistiger Kultur besonderc Bedeutung gewinnen wird. Or. )larF»rete Eüelhenn. Art/ 'S d V V V V V 1 J Vv> V *•*) ‘ •)(iriVt gairz so glanzvoll wie man -?s geplant lobte, sind die Zeitlichieitea in Spanien, die sich ails die HlUwtsladc Pllldrld und die Gebnrts'tadt des Nkaiinollides v'ordopa erstreckten, verlausen. Die Regierungskrise aatte verhindert, das; der Präsident der Republik A l Zamora und der Ministerpräsident L c r r o n r persönlich an dem Festakt teilnahmen, zu dem Begrnßnngstelegramme aus aller llllelt. unter anderen, von Lloyd G e v r g c mtb S o c i, H e d i n eingelanfeir lvaren. Auch David Banmgardi. der deittsthe Gelehrte. dein eines der Hauptreferate zngcdacht toar. ivar ani Erscheinen verl)indert. Trog alledem habeii die Feiern in der Forin. tn der sie dllrcygesührt ivnrdcn, deii größten Widerhall in der Weit genmden. Fht Splinien allerdings, fo bcrrchlen Dcilnelimer an bei Feiern, erstreckte sich dre Wir-kiiltg ivolil im ioesentlickieii lmr ans den Kreis der Züniiigen nnb ans die auswärtigen Gäste. Eine bllirk'ing ans die Maste der Bevölkernng soll nicht zu verspüren gewesen sein. DaS wird nickst hindern, daß die tßedeii. die in diesen Tagen znnscheit geistigen Bertretern des Iudeiitlims lind deii Bertrelern Spanieiis geivechselt wnrdcil. dazu beitragen iverdeii. das; deiii Jahre nach Mai'mvnidcs ans Spanien vertriebenen Judentum fehl viekleickit die Achtung wieder ge.;ollt inerdeii toird. die es einst aus der iberischen Halbinsel besessen hat. Diele Gedanlen liegen dem Anfrns zugrunde, bei, Spaniens Niinisterprändeiit Lerrviir an, Abend des ckst. Ri'ärz beim Begitin der Slaalsscier in Eordova vrrlcfeu ließ. der AeÄemKMrsKaMatisn heißt es u. a.: „Der bst. März ist das Datum der dOh. Wiederkehr der Geburt des großen jüdischen Huinanistcn Moses bcn Maimon, in der Geschichte lucker dem Namen NlainionideS bekannt, dessen Einfluß auf die Kultur deck MittclalterS Spanien, urid besonders Eordoba. der Gcburtsstadt des großen Rabbi, zum Ruhme gereicht. ES ist überflüssig, die Bedeutung diese« außerordentlichen Gelehrten in Erinnerung zu rufen. . . . Die Republik, stets darauf bedacht, den, Andenkeu der Söhne Spaniens, die seinen Nomen erhöht, und über die Grenzen de« Lande« hinanogelrogen haben, den Tribut der Huldigung lind Bewunderung daczubringen, hegt den Wunsch, sich mit den Zielen de« Komitees, da« die 800-Iahrfcier für Maimonide« organisiert, zu identifizieren." Die Vertreter der fremden Regierungen, der südische.n Gemeinden nnb wissenschaftlichen Gesellschaften wurden vom spanischen Erziehung«-« minister und vom Bürgermeister der Stadt im Rathaus begrüß!. Es sprachen im Verlaus dieser Feier Löerrabbiner Dr. Nioriß Levy lScrajevol. Rabbiner Dr. Arn,and Kauiink,, (Wicnch kliabbiner Weil (Basel'». Professor Roth von der Universität Ierufaleni. Don Ignalio Bauer sP.adridP P>r. Fi i hinan im Auftrag der amerikanischen Indenheit. Man sah-in der Versammlung den Erzbischof vvi, Eordova. zahlreiche Vertreter der Zivillind Militärbehörden. Atit-- gkieder der Atadeinie. Der Bürger m c i st c r erklärte. Spanien sei stolz darauf, daß der große Denker Maimonides sein Sohn war. In feiner Gebnrtsstadt seien die Angehörigen seiner Rasse herzlich willkommen. Es wurde betont, wie sehr die Behörden es zu schäßen wissen, daß Juden ans allen Ländern in so großer Zahl nach Spanien gekommen sind und Delegierte von überall her entsandt H.Wen, nn, den großen Sohn Evrdovas zi, ehren. Die än der Feier tcilrwhmellden «panier feien tief beioegt gewesen, gl« sie aus dem Mimde der st'phardischen Inden die Staute der seit snnk Jahrhunderten in voller Reinheit bewahrter, altcastilianischen Sprache vernäh,neu. Von ganzem Herzen, schloß, der Gouverneur, verbrüdern wir im«v mit den Inden, u>,d diese Verbrüderung w,r>. in der Geschichte Spaniens als denkwürdiges Ereignis sortleben. Im Namen der spanischen Negierung sprach der Z i v i I q o u v e r n e u r der.Provrnz Eordova. Manche Länder, erklärte, er. Iahen auf den Denkmälern der Kriegsgesallencn eine Flamme als Symbol des Friedens leuchten. Dieser Gedenkstein soll wie eine leuchtende Flamme künftige Geschlechter an den Frieden zivischcn den Juden und Spanien erinnern. Der ehemalige B ckt s ch a stt c r Antonio Iäen M o reute betonte, daß häufig Kinder die Folgen der Irrtümer ihrer Eltern zu trägen llzätten. Darnin seien die Spanier froh, das; die Juden ihnen keinen Groll wegen vergangeiwr Ereignisse Nachträgen. An diese Begrnstnng schloß sich eine Festsiß,Uig der Akademie der Wissenschaft. Literatur und' Schönen Künste an, in der Professor Antonio I neu Bk a r e n t e die Fesiailspraclie hielt. Professor Iaeu forderte die spanische Regierung ans. als äußeres Symbol dieser Feiern ' den ' spanischen Inden die Synagoge in Eordova als Lehrstelle zu überlassen. An dieser Synagoge wurde im Berta in der Festwoche eine Maimonidctz-Gcdenltasei angebracht. Dieser Gedenkstein — so führte der B ürgerm e i st c r von Eordova bei der Enthüllung ans — soll Zeuge sein des Friedens, der hier mit den Brüdern Maimonides' geschlossen wurde. Ohne Frieden mit Israel kann es keinen wahrhaften .Weltfrieden geben. Grand Rabbin Julien Weil! ans Paris hielt an Stelle Professor David B a n m g ardt s den Hanptvortrag über die spainsch-sildische Epoche Diese Zeit, erklärte er. werde für i,„iner einer der glanzvollsten Abschnitte der jüdischen Geschichte bleiben. Nach dem Verlust der palästinensischen Heimat sei Spanien für die Juden ein neues Erez Israel geworden. Zmn Schluß seines Vortrages huldigte Oderrabbiner Weill dem Geist des'neuen Spanien, das den Inden und den, Judentum nicht bloß Duldung, sondern volle Achtung und Anerkennung cntgcgcnbringt. In einer Versammlung von Gelehrten hielt der Direktor des Instituts für arabische Studien in Granada. Professor Don Emilio Garcia Gomez. einen Vortrag über die maiinonidische Epoche in Eordova. Die Festteilnehmer besuchten hierauf die Rliinen maurischer Bauten aus jener Zeit. Abends fand in, Palast des Provii,zrate« eine gesellschaftliche Veranstaltung statt, bei der andalusische'VoUslieder zu Gehör gebracht N'nrden. Die am Freitag abend und an, Sabbat zum erstcu Male seit der Vertreibung der Juden ans Spanien im Jahre 1492 abgehaltenen Gottesdienste bildeten einen Höhepunkt der Veranstaltungen. Die Gottesdienste wurden' von dem Madrider Rabbiner Ioicr Eh a Piro und dem Pariser Oberrabiner Julien kW e i l l unter Assistei,z von drei lociteren Rabbinern, geleitet. Nach der Feier statteten die Delegierten der indischen Verbände ,lnd Gemeinden den spanischen Behörden offizielle Abschied-sbeuiche ab. Als Schln'stv'inki des Festprogramms wurde am Sonntag, dem lll. März, ein dem Andenken Maimonides gclvidmcter Stierkampf veranstaltet. WÄW3MAW in ML MM Das Zentralkomitee für die Feier des 800. Geburtstages Maimonides kündigt Veranstaltungen in allen Teilen der Bereinigten Staaten am 14 April an. Zahlreiche amerikanische Universitäten darunter auch die Eolumbia - Universität und ' die Pale-Universität, werden besondere Feiern ahhalten. In Washington wurde in der .gongreßlnblivthek eine Ausstellung seltener Ma,- monides-Drucke eröffnet. Die Holländische Vereinigung für südische Wissenschaften wird im Amsterdamer jüdischer, Gemeindehaus und in der berühmten portugiesischen Synagoge Festsitzungen abhalte,,. Außerdem lverden Gedenkfeiern im - Haag und in Rotterdarn von zahlreichen jüdischen Vereinen veranstaltet. Die Ramban-Feiern in Aegypten stairden unter dem Protektorat der Negierung und trugen naturgemäß einen besonders imposanten Eharakter. Der offizielle Festalt fand am l. April in, Regierungspalast zu Kairo statt. Es sprachen der Bildungswesir N a g i w B a k H i l a l i, der Rektor der Universität % l i P a s ch a I b r a h i n. jüdische, moslemische und christliche Gelehrte. Eine Straße wurde nach Ran,bau, benannt. Am 00. März fand in der Rambam-Synagoge ein Festgottcsdicnst der jüdischen Gemeinde statt.. * In Wien veranstaltete die „Union der österreichischen Juden" eine würdige Feier, an der Vertreter des Bundeskanzlers, des Obersten Gerichtshoses. der spanische Gesandte, Abgesandte der kalholiichei, Kirche und zahlreiche andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teilnahmen. In Kanada fand, von der „Habonim" m°. cm stallet, in Montreal eine Feier zur 8«in. Wiederkehr von Maimonides Geburtstag ui,d zum zehnjährigen Bestehen der Universität Fernialcm statt, aus der der spanische Generalkonsul. Rabbiner Julius Berger. Professor B r o ct - well von der McGil-Universität und Louis Fitch sprachen. * Besonders umfangreich waren die Veranstaltungen in Bukarest, ino die Leitung der Feier in den Händen der scphardischen Geincinde lag. M WM in MM Zmn Beginn der Feier der Berliner jüdischen Gemeinde erklangen durch den Spottschen Shnagogenchor in der Alten Synagoge in der AlLrreLttzrrgLsfo am 00. März einige der von Jakob Dyn, nitt für Ehor komponierten dreizehn Glaubenslehren des Maimonides. Rabbiner Dr. F r c i m a n n würdigte Maimonides als den Gcseßeslehrer und als Autor der Niischnc Thora, der . zweiter, Thora. Durch sie seien die Gesetze der mündlichen Lehre, die hinter den Urteiler, des Talmnnd zu verschwinden drohten, erst wieder verrtä>,dlich dargestellt worden. Bei oller Anerkennung der Leistung und der Autorität des Rambam. wie« cr darauf hin, daß auch heute noch das Selbststudiun, der Quellen bei jeder rabbinischen Entscheidung wichtig bleibe. Rabbiner Dr. Altmann sprach von, Phrlosophen Maimonides, der Philosophie und Bildung seiner Zeit durch den Filter seiner gefestigten jüdischen Wclt- und Lcbensanschanung betrachtete und so die für enng zeitgemäße Ausgabe zu lösen versuchte: Jirdeutum und weltliche Bildung zur Einheit zu verschmelzen. Die große halackiische Persönlichkeit de« Maimonides. die der aristotelischen Aussassnng von der Allmächtigkeit der k>ll,tur den Glauben an die Ofsenbarnng entgegensetze, die die Vernunft auch für die höchste geistige Kritik gelten läßt, sei die glückliche Vereinigung von Theologie und Philosophie gcroesen. Das gesetzestreue Judentum wolle künftig in einen, „9laniba,n-Lehrhau-A den „Menschen der Weite, aber auch den Menschen, der im Judentum wurzelt", erziehen. R. M. Zu der Feier in der Neuer, SWagege in der Oranienburger Straße am 31. März war ein sehr zahlreiches Publikum erschienen. Tie Jüdische Gemeinde und das Lchrhans zeichneten gemeinsain verantwortlich für diesen Festakt, der imter einer llcbcrfüüo des Gebotenen litt. Das Concerto grosso in A-inoll von Händel, gespielt vom Kulturbundorchester, dirigiert von Joses R o s e n st o cf, leitete den Abend ein. in dessen Mittelpunkt Ansprachen von Rabbiner Dr. P.'ar Wiener und Tr. Fritz Bambcrger standen. Edith H e r r r, st a d t ° O e 11 i n g e n rezitierte die Gedanken des Maimonides über das messianische Reich und „Lob und Preis dem ewigen Gott". Bctthovens 5. Sinfonie beschloß die Feier. Feier. Dr. Wiener führte etwa aus: Maimonides wurzelt tief im Glauben an die göttliche Offenbarung. aber gleichzeitig weiß er um den Wert der menschlichen Vcrnnnst. Maimonides war ein weltofsencr Denker. Für ihn ist der einzelne erkeiutendc. zu Gott emporgeführtc Mensch der Fron,me. Hierin ist er unserer Zeit an, meisten entfremdet.' Heute wissen wir. das; die Hingebung für die Gemeinschaft nicht von der höchsten Forderung der Religion losgelöst werden kann. Maimonides kann uns Führer des indischen Schicksal« sein, indem er uns gelehrt hat, sich zwar nicht hinwegzusetzen über die materiellen Forderungen. . aber zugleich auch daran zu denken, daß es immer . nur dann einen Sinn hat. unseren jiidischen Leib zu erhalten, wenn cr daS Gehäuseewigen jüdischen Geisteslebens ist. ^Dr. B a in bcrger s Vortrag über den „Deuter Maimonides". war geeignet, den Erscksienenen einen Begriff von der Veriönlichbüt des Gefeierten zn vermitteln. Er sprach davon, daß Nlaimonides seinen bestimmten Zrt in der Geschichte de« meniürlichen Geistes einnehme. daß er zu jenen Philosophen gehöre, die das übernahmen, was schon erarbeitet wurde. Er habe es sich zur Ausgäbe gestellt, welttickre Bildung und jüdische Lehre miteinander in Einklang.zu dringen. Die Auseinandersetzung des Judentum« mit der allgemeinen Kultur, könne je nach der Zeit, in der sie''geschehe, und je nach der Person, von der sie ihren Anstoß erhalte, zmn Erfolg oder Piißersolg führen. Plenn man d.rs Geschehen der Zeit ganz einfach aus das Judentum übertragen wolle, i'o sei der Mißerfolg sicher. Maimonides sei der Eriolg I'eschieden ge wesen, weil in ihm eine echte Begegnung zweier Kulturen stattgeiunden und Früchte getragen habe. Der dramatische Ablauf diele« Versuches sei Maimonides' .Isara Ne-wurtiim“, in ihm werde Religion in der Form weltlicher Bildung dargestellt. Fest wurzele Maimonides im Jüdischen. Aus diesem Fundament beginne die Auseinandersetzung mit dem Nichtjüdischen, seine Wirkung auf die Welt des Geiste«. Die Feiern in der Welt bewiesen, daß da«, was groß und wertvoll im Judentum ivar. durch alle Zeiten für die Geschichte de« menschlichen Geiste« akzeptiert wurde. Neben Vertretern des Gemcindevorstande« und der jiidischen Organisationen war als Vertreter der spanischen Botilhast Legatiousrat lau, m r r erschienen, der auch zu dem kleinen Kreis geladener Gäste zählte, vor dem an, 31. März un Namen der Jüdischen Gemeinde Berlin Dr. Altred Klee in den Räumen dos Jüdischen Museum« eine von Obcrbibliothckar Dr. Possen zusammengestellte MmmombeS'Ausstellung erössnete. Tr. Klee berichtete von den Eindrücken, die er selbst bei seinem Besuch in Eordova jetzt empfangen hatte und gedachte in diesen, Zusammenhang besonders der Teilnahme des offiziellen 'Spanien an den Vtaiiiwnidcs-Felern. In k»c» Schaukästen werden zahlreiche alte Llusgaben^der Werke des Nambam. darunter eine Mii'chne Tornaus dem 13. Jahrhundert, gezeigt. Bilder und Stiche, die Bücher, die in den Sprachen aller ° Länder gedruckt wurden, vermitteln ein lebew diges Bild von der Wirkung des MaiownidtS auf feine Zeit und über diese hinaus in unsere Geger,wart.

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