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Central-Verein-Zeitung · 1935-04-04 · 14 (4.4.1935) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
14 (4.4.1935)
Date
1935-04-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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rcufiSbcutfdicn IudenemanZipatwn auf bcnf ^u'iicr fioiinrcB keine Zustimmung:! Sein. -Ui ijscrjoL^ läßt sich nur dadurch erklären, daß gerade während der Kongreßzeit eine grundlegende geistige Wandlung eintrat: die Entwicklung der Idee des christlichen Staates, das Zeitalter der , heiligen Allianz", das „System Metternich". Der von Metternich geleitete Wiener Kongreß wollte nicht nur die Erbschaft Napoleons in Europa, sondern. — das Kind mit dem Bade aus schüttend — darüber hinaus die Auswirkungen der verhaßten Z r a n z ö s i s d) e n R e v o l u t i v n , als deren Ausgeburt Napoleon fälschlich galt, beseitigen. Jetzt kam der Gegenstoß gegen die Nevolntion zur vollen Entfaltung, der zuerst von England ausging, als Edmund Burke seine ..Betrachtungen'über die französische Revolution" veröffentlichte. Friedrich Geich, der große Publizist, übcrseßte Dirrke; Adam Müller, der rvinantische Staatsphilosoph, verbreitete seine Gedanken. Savignys historische Rechtsschule wandte sich gegen Ronsseans Naiurrechtslehre. Ein Jahr' nach dem Wiener Kongreß begann Karl Ludwig voir Hallers „Restauration der Staatswisscnschasten" zu erscheinen: darin lag die Wendiing zuni Kallullizismus und Mittelalter, zur politischen UiouiantiC des Gottesgnaden, imns, zrun patrimonialen System des christlichen Stäiidestaats beschlossen. Für Wilhelm von Humboldt, dessen freiheitlich-individualistische Staatsphilosophie - - seine „Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen" — unter dem Einfluß der Französischen Revolution entstanden war, konnte (mit Ehamisso zu sprechen) eine derartige Situation kein Schwert haben. Er gehörte an die Seite Steins und Hardenbergs, die, eben falls unter dem Einflns; der Frauzösischeu Revolution, das nicdergebrochenc Preußen im Geiste staatsbürgerlicher Selbstverantwortung wiederanfgerichtet hatten. Ein logisch folgerichtiger Bestandteil ihres großen Reformwerks war die Indencmanzipation gewesen: nun mußte Humboldt es erleben, daß nach dem Befreiungskrieg, in dem die preußischen Juden Ent und Blut sür das Vaterland geopfert hatten, eine sudeuseindlichc Bewegung immer mehr sich misdreitete. sa daß schließlich im Jahre 1822 das Emanzipationsedilt durchbrochen wurde. Gegen Ende des Jahres 1819, in dem jnden» seindliche Ausschreitungen verschiedenenorts stattsanden. zog er sich endgültig aus der Politik und öffentlichen Wirksamkeit zurück. In dem Preußen der Reaktion und der „Demagogenversolgungcn" sah er für sich keinen Platz. Er kehrte in die Einsamkeit seines Schlosses Tegel zurück; zwischen Bildwerken, Büsten und Büchern führte er, in stetem Umgang mit den Gcistesschätzen der Vergangenheit und Gegenwart, in trauter Zwiesprache mit der geliebten Antike, das Leben eines echten Weisen. Wenn das deutsche Volk an seinem hundertsten Todestag sich seiner erinnert, haben wir jüdischen Reichsangehörigen besonderen Grund, des Mannes dankbar zu gedenken, der einst die Worte schrieb: „Ich verlasse die Inden nicht!" liefet Aussatz, der -weite in!>er Reihe der Reisedcrickile neu Dr. Margarete C d e l k, c t m , ist aus postalischen (Srllnden verspätet hier curgegangen. Tcl-Aviv, 21. März 1985. Der erste Blick in die Wirklichkeit Palästinas t verwirrend. Wir haben so oft gehört: Land m A u s b a u. Aber wer von uns deutschen zrden. geboren in eitlem Land und in Städten, ic. mögeit sie auch noch sehr verändert worden ün, doch standen, ihre Form und ihre Geölt hatten, weiß denn wirklich, was das heißt: and im Ausbau, in ständiger rasender Ei'twnr- .tilg, Städte, für einige Zehntauscnde gedacht. >i wenigen Monaten verdoppelt iiiid verdreifacht, ins heute gebaut, morgen schon übertrumpft, las heute geplant, morgen schon ausgesuhrt llid übermorgen vielleicht scholl gescheitert: -traßen. die heute luxuriös breit scheinen, morgen »ererts zu eiig für den angeschwollenen Verkehr, ileltrizitätswerle, vermeintlich auf lange^'Lichr mgclegt, heute schon .nun 'Ausbau ihres Ltromießes ,rnd ihrer Maschinen gezwungen. Alles rn tändigem Werden, Wachsen. Banen. Wleder- 'breißen - Häuser sowohl wie Existenzen.,Grelles >iebencinander von optimistischer Hochkonjunkturtimmung und verzageiidem Enttäuschtsein, von rn mrsiger Kleinarbeit sich inühendern Eristenzausdau md spekulativer Gewinnsucht — aber rit das Palästina? Ich sah in den acht Tagen, seit die..PsKtina' ,n Haifa landete. Haifa und Tel-Avw. Ich suqr )urch die blühende Niederung deS Emek. vcrwachte einen Tag bei Siedlern im Kibbuz, lernte ihr Leben kennen, das voll harter Arbeit, voll bezeisterter Freude über das Wachsen jeder Pflanze und jedes Tieres, voll hingebungsvollster Kleve rum Ausbau ihrer Genreinschaft und ihres Landes ist und Verzicht auf jedes.individuelle Leben, auf die private' Sphäre des Einzeldaseins ist, aber ich hörte auch in diesem Kreis ernste Probleme erörtern und neue Formen suchen. Ich kletterte an den Hätten des GilboagebirgeS. folgte dcn '«PU' u'ii jüdischer Geschichte in der Synagoge von -very Alpha und ich sah den Freitagabend \CJ Kwrrzza ohne Schaböotlichte. und ich' sragie mich aucb hier — ist das Palästina? Ich sprach mit Menschen, mit Inkmistsfroheil und mit Zweiflern, Mit Beglückten und mit Ent- 6^ tK MWna / ZMMV mü §r. NagMs Jerusalem, den 25. März. Von Tel-Aviv fährt alle paar Minuten ein Ailtobus nach Jerusalem, zunächst auf ebener Ehanssee, zwischen betänbciid dliftendcn Orangen- Plantagen, in denen neue jüdische Jugend arbeitet, dann zwischen grüiien Wiesen, mit stach-. ligen Kaktushecken uinzäumt, wo Araber ihre Lämmer und Ziegen weiden. Araberdörfer, gra,l wie die -steine, in die sie eingebettet liegen, mit flachen Dächern, Miniatnrknppeln. Moscheen und ^rredhöfe liegen scheinbar verödet, nur hin und wieder schreitcil Frauen in langen, schwarzen Gewändern mit edler Gebärde, den Wasserkrug, einen flachen Korb oder auch nur ein kleines Päckchen aus dem erhobenen Haupt tragend als Silhouette gegen den blauen Himmel. Dann hebt sich die S.traste. statt angedauten Landes säumen duftende Mimosen die steiler ivcrdendcn Hänge, nur der Bau der neuen Wasserleitung für Jerusalem und das Dröhnen der Fclssprengnngen eriiiuerir an moderne Technik. Mit jedem Kilometer schwindet der lärmvolle Betrieb Tel- Avivs mehr ails dem Bcrvußtsein, mit jeder Serpeirtine weht uns der Geist Jerusalems stärker entgegen. Haifa, Znkunstshosfmmg der Jndilstrie. Tcl- Aviv, Mittelpunkt des Haiidels, Jerusalem, Stadt der Bibel, de? Geistes, der Kultur. Es ist kein Zufall, daß von der höchsten Spitze seiner Berge, vom Skopus, die Gebäude der Universität und der weit sichtbar hinunterleiichten. Vorgelagert ist die Bibliothek mit herrlichen Hellen Lcsezimmeril für 400 Besucher, zu denen jedem — gleichgültig ob Jude oder Christ oder Muselmann, ob Einvolle Bnchersanimliingen und -spenden eingegangen sind, wird in ctiva vier Jahren die halbe Million, für die das Gebäude geplant ist, erreicht sein. Die Bibliothek versorgt nicht nur die Bildnngshnngrigen im letzten Winkel des Landes mit Lesestoff, sondern steht auch in regem Allstausch mit allen großen Bibliotheken der Welt. Alißerdem enthält sie wertvolle andere Sammlungen, z. B. eine Antographensammlung. die 7600 Handschriften umfaßt. und eine Porträtsammlmig von 5000 Bildern berühmter jüdischer Menschen, ferner die wichtige archäologische und selbstverständlich eine besondere Abteilung für Orientalisten, denen eine eigene Handbibliothek zcir Verfügung steht. Die Universitätsgebäude sind heute noch durch eine Fahrstraße von der Bibliothek getrennt. Bald aber wird sich neben ihr das große Gebäude für die Geisteswissenschaftcn erheben. Noch in diesem Sommer soll mit dem Bau begonnen werden. Daneben werden dann die Spitäler und auch Studeutenhäuser errichtet werden. Alle Gebäude werden dann in einem großen Park liegen. Heute muß sich die Universität noch mit einer Anzahl von kleineren Häusern begnügen, die. zwischen schöne Nadelhölzer und blühende Blumen gebettet, vor allem ganz modernen Laboratorien und Forschungsstätten Raum bieten. Diese Säle können cs nach Bau und Einrichtung mit den besten Hörsälen Europas durchaus ausnehmen. Ueberall in den chemischen Laboratorien Gas. das hier aus Benzin gewonnen wird. Elektrizität ans eigenem Werk; auch die Retorten stammen ans einer eigenen Glasbläserei. Eine große botanische Sammlung beherbergt vor allem umfassend die Pflanzen des vorderen Orients, und der Laie freut sich besonders eines Saales, in dem in vielen Schauschränken die leiiwasser kochsalzarm [Zugelojjen bei Krankenkassen. Aufpenommen Arzneivorordnungsbuch der Deutschen Arzneimfttel-KcmmUilon und die palävlogische Abteilung zeigt die lnienbliche Vielfalt des Gesteins. Ern botanischer (harten dicht neben den Gebäuden sticht mit seiner Fruchbarkcit von einem öden Araberdvrf. das angrenzl, als sichtbares Zeichen dafür ab, was Fleiß diesem felsigen Boden abzuringen vermag. Als ..Festsaal" von unvergleichlicher Schönheit dient ein Amphitheater am östtichen Teil des Gartens, das 27.00 Plätze enthält und das Auge über die Berge von Judäa und das Tote Meer bis nach Transsordanien schweifen läßt. In dem obersten Raum der Bibliothek, in dein Kuppelzimmer. von wo der Blick über die Heiligtümer dreier Religionen in der Altstadt bis weit hinaus über die anwachsenden modernen Vorstädte der werdenden Weltstadt hinausstreist, empfängt mich brr Kanzler der Universität, Tr. Mag ne 8. Gebürtiger Amerikaner. Schüler der Berliner Hochschule für die Wisseuschaft des Judentums, Doktor der Universität Heidelberg, spricht er mit mir über das Werk, das er in zehn Jahren, seit durch Wcizmanns Initiative dev Grundstein zur Universität gelegt wurde, in unermüdlicher Arbeit geleistet hat, und über die Pläne für den weiteren Ausbau. Außer den schon bestehenden naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächern, den orientalistischen und judaistischen Lehrstühlen sollen bis zum Jahre -1940 folgende Pläne verwirklicht werden: ein ... M f Hof der Universität geborener oder Gast im Lande.— der Zutritt sreisteht. 800 000 Bände umfaßt die Bibliothek in drei Stockwerken modernster Bauarbeit nach dem internationalen Dezimalsystem übersichtlich geordnet, und wenn die Propaganda in der Welt weiter so erfolgreich sein wird wie im letzten Jahr, wo besonders aus Deutschland sehr wert¬ Fotodtcust Arno Kikoler Pflanzen der Bibel. — nach einem besonderen Verfahren sarbgetreu getrocknet — in Gläsern ausgestellt sind. Ta findet man plötzlich in einer Pflanze das Vorbild der Menora, und so gewinnt der Bibelforscher Verständnis für vieles, dessen Ursprung vorher unbekannt war. In einem anderen Saal sind Tiere des Landes zu sehen. Ausblick vom Amphitheater Foto: Herbert Sonntnfeld tuschten. Ich sah das Nebeneinander und Gegeninander von Welten und von Kulturen, den )rient und Europa, den „Osten" und den Westen it diesem kleinen Land, bestimmt, nicht neben-, ondern miteinander zu leben, und immer wieder örte rch das Wort von dem „Jckker" (deutscher nnwanderer) mit Skepsis, aber auch mit gutem Villen zitiert „man wird sich zigewehnen". Und aan fühlt, was jetzt in einem Film hier bildhaft argestellt wird: Diese Generation ist auch hier lur Dünger, und man hofft, daß manche der!eute akuten Gegensätze in der neuen Generation n einer gemeinsamen Aufwärtsentwicklung überounden sein werden. v All diese Erwägungen werden unterbrochen >nrch die Pnrimtage. Plötzlich gibt es nur noch in Thema, nur noch einen Gedanken: Purim. Me all die Feste ein anderes Gesicht zeigen, ob ie in der Diaspora oder in Palästina gefeiert verden — heute noch sprechen die Siedler mit Begeisterung von dein „N e u j a h r 8 f c st der Säunre", das sie alle gemeinsam in Haifa im Zanuar begangen haben S. so hat auch hier Pu- :im plötzlich eine viel tiefere Bedeutung bekamnen. Drei Tage lang strömen die Juden aus illcn Städten und Siedlungen in Tel-Aviv zuam,nen. das die Menschen kaum beherbergen arm. Ein Zimmer für sich allein zu haben, ist ast das große Los. Jedes Hotel beherbergt die koppelte Zahl wie gewöhnlich. Jedes PrivathauS ,at Freunde als Lvgiergäste. in jedem Zimmer vird das berühmte palästinensische Harmonika-, 'ctt ausgestellt — dabei gibt cs hier ohnehin kaum -in Zimmer, in dem nicht immer nachts ein bis uvei Menschen schlafen. Die Gastfreundlichkeit )er schon so belasteten HaciSsrau, die auch in vornalcn Zeiten für europäische Verhältmsie un- ,cschrciblich großzügig ist. wird in diesen Tagen ,is zur Rücksichtslosigkeit ausgenutzt — den Vogel )ürfte eine Frau abgeschossen haben, die in einem Zimmerchen sieben Leute -7 Zwer auf dem T.rsch - mteraebracht hat. D,e Nachte sind kurz rn den purstntagem beim bis 2 und 3 Uhr ist alles in >en Straßen, knallt ans Tausenden von kleinen Zpielzeugrevolvern, tanzt Horra, alt und jung )unt durcheinander, freut sich am Feuertverk. an )er Musik „ihrer" Feuerwehrkapelle, berauscht sich m der Freude, in „ihrem Lande" zu fern und )azwischeu stehen -auf den geschmückten Straßen. ,■ „ denen sich die Menschen idjicbcn und drangen. Die Araber, die auS Jaffa herubergekommen sind, und nehmen, auf ihre Art schweigend und beobachtend, an dem ausgelassenen Treiben teil. Den ersten Höhepunlt bildete die Megillot- Esther-Vorlesung in der Synagoge, in die schon stundenlang vorher nicht mehr hineiuzukommen war. Die Vorlesung wurde mit Lautsprechern auf die Plätze der Stadt übertrageu, dann cröffuete der Bürgermeister offiziell das Purimfest. Und dann, nach Umzügen und Aufführungen der Kinder, der Spvrtverbäudc, der Arbeiterschaft und anderer Organisationen, als die Ntasken und Kostüme der Kinder von der dreitägigen Feier schon angestaubt waren, und die Großen sich nach drei durchtanzten Nächten zum norinalen Alltag zurücksehnten — dann kam der große rFestzug. der den „Weg der Juden von der Knechtschaft zur Freiheit" darstellte und mit der Ertränkung eines riesigen grünen Ungeheuers, der „Spekulationswut", im Meer endete. Tagelang vorher hatte sich jeder überlegt, wer von seinen Freunden in der Elizer den Jehnda Street — der schönen Prachtstraße parallel dem Meer — oder am Allenby road oder in einer der anderen Straßen, durch die der Zug kommen sollte, wohne, und Stunden vorher stand man auf den flachen Dächern — genoß als Fremder die herrliche Sicht über die Dächer von Tel-Aviv —. besetzte die Balkons — besonders bevorzugten Gästen wurde sogar der Platz auf zwei „Dalatten" (Fliesen) angeboten. Aus allen Fensterrahmen quollen die Menschen, in allen Bäumen hingen sie — es ivar ein Bild wie bei einem Karncvalszug, aber der Himmel meinte es schlecht, und noch che sich der Zug am AusgangSpunkt ganz formiert hatte, kam ein kurzer Sturzregen, und die Menschen stiebten von den Dächern. Doch er vermochte die Freude yicht nachhaltig zu trüben, die Sonne trocknete in wenigen Minuten die Kostüme all der Aeghpter und Asiprer, der 12 Stämme, der Kinder, die auf zwei Schiffen die jüngste deutsche Allija, und der Säuglingsschwestern mit Kinderwagen, die auf einem Auto die innere Allija darsteltten .. . * Jetzt ebbt der Trubel ab. Die Kinder gehen wieder in die Schule, die Erwachsenen an ihre Arbeit und — etwas ermüdet, aber doch stark beeindruckt von der Ausdruckskraft dieses überinütigen Festes mit tieferer Bedeutung, wendet sich der Reisende auch seiner Aufgabe wieder zu: zu schauen und zu begreifen, wie sich hier der Aufbau eines Landes vollzieht, _ Pädagogisches und ein sozialwissenschaftlichss Institut, ein medizinisches Zentrum im Zusammenhang mit der Hadassa, ein agrarwisfenschaftliches Institut, zusammen mit der landivirtschaftlichcn Bersuchsstativn in Rechvbod, eine Ingenieurschule, zusammen mit dem Tcchnion tn Haifa, und Fakultäten für Recht und öffentliche Verwaltung. Volkshochschulkurse sollen, wie bereits in TeFAviv begonnen, Bildung ins Land hinaustragen. Auch der Uuiversitätsverlag soll ausgebaut werden. Tie alleinige Unterrichtssprache ist hebräisch. „Wenn", so meint Dr. Magnes. „die Sprache auch vielen der zugewandertcn Dozenten zuerst Schwierigkeiten bereitet, ja für viele gewissermaßen ein Opfer darstellt, so zwingt doch die Uebertragung in die neue Sprache zu besonderer Klarheit der Gedanken. Wir füllen damit das neue Wißen in das klassische Gefäß, und die Geschichte hat gezeigt, daß nur die jüdischen Werke sich über Jahrhunderte erhalten haben, die in hebräischer Sprache erschienen sind." Tie Universität hat als Forschungsanstalt begonnen. wie es die beiden Institute in Rechvbod, die landwirtschaftliche Versuchsstation und das „Daniel Siefs Research Institut" für chemische Forschung (vor eivem Jahr begründet und von Professor Weizmann geleitet wird, ein vorbildlich ein-« gerichtetes Haus, in dem bis jetzt etwa 20 Professoren und 2l-'sistenten arbeiten) noch jetzt sind. Heute aber verbinden sich in der Jerusalem- Universität Unterricht und Studium bereits zu einer Einheit wie bei jeder wirklichen Universität. Viele hundert Studenten — auch eine nicht sehr große Zahl von Frauen — sind auf Grund des Abituriums und, sofern sie 2lusländer sind, einer hebräischen Aufnahmeprüfung, die aber unter Umständen auch erst nach dem ersten Studienjahr abgelegt zu werden braucht, immatrikuliert und werden von etwa 90 Dozenten und Assistenten unterrichtet. Die Universität ist dem palästinensischen Unterrichtswesen angegliedert, so daß die palästinensische Jugend, soweit die Fakultäten schon bestehen, vom Kindergarten bis zum Universitätsabschlußexamen iiire Ausbildung im Lande ge- - nießen können. Wer es hat sich auch bereits erwiesen. daß andere Länder, England, Italien,. Frankreich, in einem Fall auch Deutschland, die Studiensemester an der Jerusalemer Universität angerechnet haben, und je mehr die Universität ausgebaut sein wird, desto größer wird auch die - Dtöglichkeit sein, daß ausländische Studenten hier ihre Studienzeit ganz oder teilweise verbringen.: ' Dieses Ziel aber ist um so wichtiger^ je mehr der

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