Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 14 (4.4.1935)
- Date
- 1935-04-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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2. BcSbBatt 4. April 1935 O - Es liegt schon an sich etwas die Menschheit Herabwürdigendes in dem Gedanken, irgend einem Menschen das Recht abznsprechen, ein Mensch zu sein. W. v. Humboldt, Ideen. I. Streit um die NersWttÄkeit Unter den Heroen der deutschen Geistesgescyichte schien W i l h c l m v. H u m b o ( b t ,yi den welligen zu gehöre»!, die im Er'mnerungsbilde ihrer Nation als festumrissene Gestalt fortleden. Wer auch immer die deutsche höhere Schule. und insbesondere die humanistischen Bildinlgsanstalten. durchlief, der mutzte — und sei es auch nur durch Strahlenbrechung oder Uebertragung — einen Hauch seines hohen und ernsten Geistes verspüren. Dieser Geist umspannte in erstaunsicher Vielseitigkeit sowohl die Welt des Handelns als nucf) die der Betrachtung: derselbe Mann, der als preußischer Staatsmann das höhere Dildungslvesen und die Berliner Universität ins Leben ries, der als Diplomat auf dem Felde der hohen Politik seinen Staat vertrat, ist zugleich ein Denker. von universalem 'Ausmaß gewesen: seinem kongenialen Bruder Alexander ebenbürtig: bahnbrechend als Staatsphilosoph. Sprachforscher und Aesthetiker, vor allem unsterblich durch das Beispiel seiner »uoralischen Persönlichkeit. Unter den Deutschen ist er neben Lessing, .gant. Herder der erhabenste Prediger der Duldsamkeit und Menschenliebe gewesen; „eben Goethe. Schiller. Hölderlin der vornehmste Repräsentant der Gricchenverehrung und des Klassizismus. In dem Jahrhundert, das nunmehr seit seinem Tode verstrichen ist. hat selbstverständlich jeder Zeitabschnitt den großen Toten dem Geiste der eigenen Zeit entsprechend ausgelcgl: jede Epoche entnahm ihm die Inhalte, deren sic zur Bekräftigung ihres eigenen Westens bedurfte. Ter große deutsche Geistcshistoriker R u d o l f H a h m ging als erster an die Ausgabe heran, ein Gesamtbild Humboldts mit kühller Linienführung zu cntlversen: der unentwegte „Achtundvierziger" stellte, der eigenen Weltansicht gemäß. Humboldt als Wegbereiter der bürgerlich-liberalen Staatsailschauung dar: 1856 erschien seine meisterhafte Lebensbeschreibung. Im Zeitalter des zweiten deutschen Kaiserreichs haben daun namentlich F r i e d r i 6z M e i n e ck e ilnd E d u a r d S P r a n g e r ein neues, teils louservativ. teils natiouallibcral gefärbtes Humboldtbild gezeichnet: ebenfalls dem Geiste ihrer Zeit gemäß: ans der Brücke zwischen Weltbürgertum und bürgerlichen! Nationalstaat befindlich zeigte ihn Meinecke in seinen berühmten Stndie.n znr Genesis des deutschen Nationalstaats (1007) ans. während Sprangcr in einem mit schwerem philosophischen Nüstzeug angetanen Buche (1008) ihn als Vollender der klassischen Humanitätsidec erwies. Ihnen allen galt Humboldt als ein Meister harmonischer Persöulichkeitsentfaltung und Selbstbildung. Da schlug Siegfried Kaehlers „Wilhelm v. Humboldt und der Staat" (1027) in dieses System Bresche: sein Buch wollte das Bild vom ..harmonischen Humboldt" endgültig zerschlagen; es war. wiederum geistespolitisch gesehen, ein großangclegier Versuch, von der Ebene der Kräfte her. die den heutigen deutschen Staat gestaltet haben, an Humboldt Kritik zu üben. In seinem ..Anti-Humboldt" suchte Kaehler nachzuweisen. daß Humboldt keineswegs zu einer barmvnischen Wesenseinheit gelangt sei, sondern ein Opfer feines WesenszwiesPaktes, eines charakterlichen Dualismus, geworden sei: gegenüber der großen Ausgabe der Mitgestaltung des preußischen Staates habe er versagt. So ist durch Kaehler die Arbeit eines Jahrhunderts, zu einem wesensgetreuen Humboldtbilde zu gelangen, in Frage gestellt worden. Und da stets die Gefahr besteht. das jüngste Bild für das richtigste zu halten, so bleibt uns nichts weiter übrig, als — unbekümmert um widerstreitende Meinungen der Forschung — den Blick fest aus die Quellen zu richten, um aus ihnen insbesondere über das Verhältnis Humboldts zur Iudenfragc und zur reich'sdeutschen Indenhcit gesicherte Aussagen zu schöpfen. II. CKWsMKe Megmmg „Das Eintreten für die Inden", so schreibt Wilhelm v. Humboldt am 4. Juni 1815 an feine Gattin. ..ist überdies eine Ingendidee bei mir. denn Alexander und ich wurden, noch wie wir Kinder waren, für Schußwehre des Judentums gehalten." — Wie gelangte der Sprößling des preußischen Adels, der Sohn eines königlichen.(Mmmerherrn. zu dieser ungewöhnlichen Haltung? Um diese Frage, die uns vor allem angeht, beantworten zu können, tut cs not, daß wir uns die geistige Verfassung seiner Zeit sowie seinen Bildungsgang vergegernvärtigen. Während der Rcgierungszeit Friedrichs des Großen wurde Wilhelm v. Humboldt im Jahre 1767 zu Potsdam geboren; seine Iugendjahre verlebte er teils im Schloß Tegel bei Berlin, teils in der Hauptstadt selbst: und hier war'es die geistige Welt der Aufklärung, die ihn umfing und seinem sich mächtig entfaltenden Geiste die Richtung gab. Namentlich die Lehre -von der Gleichheit und Freiheitsbedürstigkeit aller Menschen wurde ihm als Grnndcrlebnis zuteil, das seine Staatsanschauung endgültig bestimmte. Hier in Berlin fanden sowohl er ' als auch sein gleichgesinnter Bruder Alexander Zugang zu jenen jüdischen Kreisen, die durch geistige Regsamkeit und bürgerliche Tüchtigkeit in der Gesellschaft der preußischen Hauptstadt zu verdienter Geltung gelangt waren. Zwar neigte sich das Leben Moses Mendelssohns, des Mannes, der das deutsche Judentum ans die neue Stufe europäischer Lcbensgestaltung und Geistigkeit emporgehoben hatte, seinem Ende zu; aber schon standen seine Schüler bereit, sein Ber- ..ft mächtnis zu pflegen. Ebenso wie sein Meister Kaufmann und Gelehrter zugleich, hielt D a - vid Friedländer allgemein belehrende Vorlesungen ab. zu deren eifrigsten und begabtesten Besuchern die beiden jungen Brüder Humboldt gehörten. Hier kam der noch jugendliche Wilhelm zum erstenmal mit einem jüdischen Manne in persönliche Berührung, der durch Fleiß. Begabung. Ehrenhaftigkeit. Gemeinsinn und Wohltätigkeit den Typus des vollendeten Bürgers würdig repräsentierte; insbesondere Fricdländers zäher und unermüdlicher Kampf um Gleichstellung seiner Glaubensbrüder kann auf den geschichtlichen Umstand. daß Wilhelm v. Humboldt später zum Vorkämpfer der Judenemanzipation wurde, nicht ohne Einfluß geblieben fein. Da war ferner der Lieblingsschüler Kants. Markus Herz, ebenso bedeutend als Arzt wie als Denker und Naturtundiger: aber es war nicht nur der Reiz und Gehalt feiner wissenschaftlichen Vorlesungen, der die Brüder Humboldt anlockte, sondern die unsagbare Schönheit seiner Gattin Henriette, der Tochter eines portugiesischen Arztes de Lemos, war das Gestirn, um das die Jünglinge jener genialischen Epoche meteorglcich kreisten. Wie war die Wirkung jener Frau, die durch das stets gehütete Geheimnis ihres Frauentums die Männcrwelt bannte, wie war ihr Einfluß auf den jungen Wilhelm v. Humboldt? „Henriette Herz", sagt Spranger, „war cs, auf die er seine tiefste Veränderung zurückführte." Und sie war es nicht allein, die den noch biegsamen und bildungsfähigen Eharakter in einer Weise formte, die sich durchaus mit der Eharaktersormnng vergleichen läßt, die Goethe durch Eharlotte v. Stein erfuhr. Neben ihr. die übrigens den künftigen Sprachforscher zuerst in die Wunderwelt der hebräischen Sprache einführte, war Dorothea V e i t. die kluge Tochter Moses Mendelssohns, am Werke, die in freudloser Ehe mit dem Bankier Veit verschmachlete. bis Friedrich Schlegel sie erlöste, aber zugleich zur Leidensgefährtin seines unsteten Schicksals machte. Sowohl mit Wilhelm als auch mit seiner ebenbürtigen Gattin Caroline, der Tochter des Erfurter Kammerpräsidenten v. Dacheröden, blieb Torothea in herzlicher Lebensfreundschast verbunden. In gleicher Weise bewährte sich die Freundschaft, die das Ehepaar Humboldt mit der dritten in der Reihe der bedeutenden jüdischen Frauen gcsctstossen hatte: in ihrer bescheidenen Wohnung in der Jägcrstraßc zu Berlin hatte der junge Assessor am Kammergericht R a h e l L e v i n kennengclernt: hier verkehrte er als gern gesehener Gast und erweiterte den Kreis seiner Bildung und Menschenkenntnis. War ihm Rahe! eine sichere Gcleiterin zur Tiefe menschlicher Empfindung, so wurde sie seiner Gattin zur Hcrzensfreundin, der sic ihr Inneres rückhaltlos offenbarte. Mochte auch in der folgenden Zeit Wilhelm v. Humboldt vom Stroin der Welt da und dorthin verschlagen werden, mochte er in Weimar und Jena Goethe und Schiller nahetretcn. morf)tc er im Paris der Revolutionszeit Aufenthalt nehmen, in Rom zun: Klassizismus sich hinwenden, der Einfluß, den die jüdischen Männer und Frauen ans ihn ausgeübt hatten, blieb ihm. weil er.wahrhaft echt war. unverloren. Hier war wirklich eine schöpferische Begegnung zwischen einer deutsch-christlichen und einer deutsch-jüdischen Lebenswett erfolgt, eine Symbiose zlvifchen arischem und nichtarischcm Seeleutum war geglückt und damit ihre Möglichkeit erwiesen. ui. Die vreuMt Von Mm zurnckbcrufen. übernahm Wilhcln! v. Humboldt im Jahre 1809 das preußische Kultusministerium. Es war die Zeit der großen Stern-Hardcnbergschcn Reformen. die nach dem Zusammenbruch durch Napoleon den preußischen Staat auf eine neue volksnahe Grundlage stellten. Auch die I u d c n c m a u z i p a t i o n stand auf dem Programm der Reform: mit den vorbereitenden Arbeiten wurde auch Hunrboldt befaßt, der am 17. Juli 180O ein Gutachten erstattete. Dieses Gutachten ist nicht nur ein Markstein in der Geschichte der Ser Zude Tatz eine im Jahre 1934 geschriebene Li» iifliic Heinrich Heines ein anderes Gesicht zeigen irdc und zeigen müsse als die Mreichen Lebensichreibungen, die seit etwa einem Jahrhundert er den Dichter erschienen sind, stand fest, wt* 'Jet Versuch einer neuen Deutung von .Mar. wd unternommen wird, konnte ”od) Neu Roman ..Die Frau, die nicht enttäuscht cht überraschen. _ , . , . Mag Heine, in Ge Entwicklung der irischen Dichtung und deutschen Politik e,nordnet, keinen einheitlichen Anblick bieten rd neben zweifellos Echtem. Großem. Wohldachtem auch manclies Besreindende ainzergen: — ändert sich das Bild, sobald man ifjii tu den eschichtszusammenhang des jüdischen Geistes ein- Üst . . . Dann hat alles, was er geschaffen hat, inn und organisches Wachstum: sogar seme ehler erweisen an ihrer Stelle ihre legitime Beeutung. sie zeigen die Fehler j^er Schwierigkeiten eines spezifischen Stadiums jumhcr Entwickln na an. zeigen zugleich, wie ein ervorragende>> Individuum kraft feines Genies ch über die Fehler und Schwierigkeiten hmansbwang und Zukünftiges. Besseres ,n der selbstesinmmg eines Volksschicksals zumindest ahnungsleise vorwegnahm." Das sind die entscheidenden Säße in Max Brvds ei E. P. Tal in Wien erschienenem Werk „Hemich Heine". Unter der durch daS Zitat skizzierten Betrachtungsweise hat die Lebendigkeit der ^arellung gelitten. Es entstand eine Mischung von estaltender Biographie nnd dozierendem Analyieren, die mir im letzten Teil des Buches zu lener ichterischcn Harmonie und Einheit verschmilzt, ie man dem ganzen Werk gewünscht hätte. Mit einer umfassenden Deutung der EmanziationSbewegung beginnt der logisäfe -lm'bau des sterkes. In der klugen Wertung dieser Epoche des. eutschcn Judentums schließt sich Max Brod; aller wiederholtem Hinweis darauf dem kurzich im Philo-Derlag erschienenen Werk Mar MenerS ..Jüdische Religion im Zeitalter der Emanzipation" an. Erweist in diesem Zusammenlang überzeugend nach, welche Aeußerlichkelt für )eine die Taufe war: der Schritt eines Verzweisclndcn. der durch diesen Schritt feine Existenz sichern und seine geistige Unabhängigkeit erkaufen wollte. Ter Austritt aus dem Judentum war .Heine keineswegs gleichbedeutend mit Assimilation an die Umwelt. Allzufrüh hatte er die Aussichtslosigkeit solchen Beginnens erkannt. Mit nennzehn Jahren schon schrieb er aus Hamburg: „Bei sc» bewandten Umständen läßt sich leicht voraussehen, daß christliche Liebe die Liebeslieder eines Juden nicht ungehudclt lassen wird." Aus dieser Erkenntnis heraus wird Herne zum ersten Borlämpser dessen, was Brod seinerzeit mit „Distanzliebe" bezeichnet hat. Die deutsche Wurzel in des Dichters Wesen verfolgt Brod mit der gleichen Eindringlichkeit. DaS Bild eines revolutionären Dichters wandelt sich zu dem eines Verfechters der aufgeklärten Monarchie. Der?lbscheu vor dem „Pöbel" (als Träger der Verantwortung). dem Heine einmal so drastisch Ausdruck verlieh, findet hier seine Begründung in Heines aristokratischer Haltung, die ihn in Gegensaß zu der Mehrzahl der dcutschon Emigranten in Paris bringt. Vielleicht ist es überhaupt das größte Verdienst Mar BrodS. mehr Heines eigenen Zeugnissen, die man nur allzu oft nicht ernst nehmen wollte, als denen der anderen vertraut zn haben. So erhält die unglückliche Liebe znr Hamburger Kusine eine zentrale Bedeutung für Heines Entivicklung. sie wird zur Wurzel aller jener Eigenschaften, die das Bild des Dichters verdunkeln, das auch Brod nicht auszuhellen versucht. Heines Liebe zu Deutschland klingt an zahlreichen Stellen aus. Brod erinnert an Einleitung und Verse von „Deutschland — ein Winter- Märchen", die uns alle vertraut sind, und an die zu erinnern vielleicht nicht falsch ist in einem Augenblick, in dem der „Westdeutsche Beobachter (22. Dlärz 1935) von Heine, „dem Lumpen, der um' de§ schnöden MammonS Wille,! das Land verriet, das ihm und seinen Eltern so lange Gastfremidschaft bewiesen hatte" spricht... Beruhigt euch, ich liebe das Vaterland .ebenso sehr wie ihr. Wegen dieser Liebe habe ich dreizehn Jahre im EM verlebt, und eben wegen dieser Liebe kehre ich wieder zurück inS EM". so steht eS in der Einleitung, und im Gedicht selbst finden sich die Verse: „Und als ich an die Grenze kam. ' da fühlt ich ein stärkeres Klopfen- - - irr meiner Brust, ich glaube sogar, die Augen begannen zu tropfen. Uird als ich die deutsche Sprache vernahm, da ward mir seltsam zu Mute: ich meinte nicht anders, als ob das Herz recht angenehm verblute." Nnd in den ..Nachtgedanken" heißt cs: „Dcill' ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Ich kann nicht mehr die Augen schlichen, und meine heißen Tränen fließen." Das Gedicht „Anno 1839" beginnt mit der Zeile: „Q Deutschland, meine ferne Liebe, gedenk' ich deiner, wein' ich fast . . Aber aiich Heines Haß auf gewisse deutsche Erscheinungen ivciß Brod auf beiondere Art in ihrer Bercchtigiing für jene Zeit darzutun. Aus seiner politischen Haltung entwickelt Brod schließlich die Idee des „Natwnalhumanismus", eine von Heine selbst gebrauchte Formulierung. „Nationalhumanismus" wird durch Brod in der Sphäre des öffentlichen Lebens zum Gegenstück der „Distanzlicbe". die nufere Grundhaltung in den privaten Bezirken bestimmen sollte. Bleibt die dritte Wurzel, die von Heines Künstlertum. Ihr legt Brod die Idee des „schöpferischen Irrtums", wie ihn Goethe bereits formuliert hat, zugrunde: ./Mitten in der größten Sicherheit des Wandeins bemerken wir auf einmal, daß wir in einem Irrtum befangen sind... nnd doch können wir uns nicht losreißen, eine Macht hält uns fest, die uns unbegreiflich erscheint. Manchmal jedoch kommen wir zum völligen Bewußtsein und begreifen, daß ein Irrtum so gut als ein Wahres zur Tätigkeit bewegen und antrciben kann." So Goethe. In Heines Dcutschsein-Wollcn sieht Brod den „schöpferischen Irrtum", der ihn zu seinen »en anspornte und befähigte. Beim weioöspinnen dieses Gedankens gelangt Brod schließlich zu jenem Punkt gedanklicher Höhe, in der in klarer Lust Distanzlisbe und National- Humanismus sich in den höchsten Repräsentanten des Geistes vereinigen. Denn, wie Brod sagt, „die Gipfel sehen einander". Das allen Menschen Gemeinsame: daö Geborenwerden und daS Sterben, das Streben nach Wahrheit und Ethik, also die tierhafteu Anfänge und die höchste geistige Vollendung menschlichen Daseins, umschließen daß mannigfaltige Zwischenreich, das Rasse und Natur, Geschichte llnd Milieu-sonnen.--Viele-verharren in diesem Zwischenreich. Wenige streben darüber hinaus, und wenn sie die Höhen erklommen haben, dann „schon sich die Gipfel", einerlei, welchen! Boden sie entwachsen sind. In der Mitte seines Buches ist diesen Gedanken in sechs Leitsätzen Ausdruck verliehen. Es ist klar, daß der Philosoph und Schriftsteller, der Dichter und Politiker Brod in ihnen, die er aus Leben und Wirken Heines entwickelt, uns Heutigen einen Weg weifen will. Etivas gewaltsam zusammengefaßt kann man sagen, daß Brod aus seinen umfassenden Studien drei Grundpfeiler für Heines Wollen und Wirken und damit für unsere jüdische Situation bloßgelegt hat: Distanzlicbe, gegründet im Judescin: National- Humanismus, aegründct im deutschen Hcimatgeiühl: Gipselsiä)!. gegründet in der Welt des Geistes und des Künstlertums. Or. Der LirblingHoet rinrr Kaiser!» Bon den Dichtungen Earmen Shlvas hat man oft gehört. Daß aber auch ihre kaiserliche Freundin. Elisabeth von Z c ft c r t e i d), starke poetische Neigungen hegte, war bisher nur wenigen bekannt, iveil sie vor jeden! literarischen Hecvortretcrr zucückschcille. ja. überhaupt die Lcffentlichteit floh. Erst jcßt, da sie ein würdiges biographisches Denkmal erhält, empfangen rvir zuverlässige Kunde über ihre dichterischen Versuche und über den Genius, dem sie in ihren Versen nacheiferte. Dies erste authentische Lebensbild („Elisabeth, die seltsame Frau". Verlag A n t o n Pustet. Salzburg und Leipzig) verdanken wir Egon Cäsar, Eonie Eorti; wre in allen seinen Büchern — wir erinnern besonders an sein großes Werk über das HauS Rothschild — erweist er sich Zu haben in den guten fachgeschaftet)