Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 11 (14.3.1935)
- Date
- 1935-03-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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M m.<& srflmm (P 1/ Dr. Ms siMAAm: SrutfEes Mdenlum ln bielrr W Auf einem Vortragsabend der Ortsgruppen Tempelhof. 8. 8W, SO in Groß-Berlin sprach Syndikus Dr. Hans Reichmann über das Thema „Deutsches Judentum in dieser Zeit". Er schilderte die verschiedene Psychische Reaktion der deutschen Juden auf das Erleben der letzten Jahre. Tie einen vermögen nur ihr eigenes Schicksal in den Vordergrund zu stellen, fühlen sich vom llnfllilrf verfolgt und sind nicht in der Lage, den Ge. danken des gemeinsamen Erlebens zu begreifen, der sie das noch so drückende Einzelschicksa! leichter würde tragen lassen. Andere wiederum begleiten sedc Wiederausbauarbeit mit negativer Kritik oder stellen sich gleichgültig abseits, so daß auch m unserer Zeit gelegentlich einmal der Typ des „Roscho" aus der Hagada lebendig wird. Erfreulicherweise ist er aber selten. Häufig dagegen jener andere, der seine ideologische Vergangenheit vergißt und mit einer raschen Kehrtwendung alle früheren Bindungen von sich wirst. Er will nicht wahr haben, was die Epoche der letzten vier GencrationeU dem deutschen Judentum wie dem Judentum überhaupt an positiven Worten geschassen hat. ja er spöttelt gelegentlich in Renegatenart über eine Haltung, der er seine Wirtschaft« lichc und geistige Existenz verdankt. Man solle doch nur den Typ des mißachteten Ghcttojudeu am AuSgang des 18. Jahrhunderts mit dem Typ des angesehenen, aufrechten, kultivierten westeuropäischen Juden 50 Jahre nach Beginn der Emanzipation vergleichen; dann würde man die „Kehrtwendung" in ihrer frivolen Verantwortungslosigkeit erkennen. Ter C.-V.. in dem sich die ihrer deutschen und jüdischen Vergangenheit bewußten deutschen Juden einen, sieht in der aeschichtlichen Verwurzelung und Eruanzipation der Juden in ihrer Umwelt nicht nur einen unleugbaren Faktor, sondern auch eine Tatsache, die die seelische Haltung der deutschen Juden bestimmt. In diesem Bewußtsein sollten die deutschen Juden ihre innere Haltung bewahren und aufrecht und jüdisch bewußt die Zeit erleben. — Der Redner gab schließlich einen Ueberblick über die Tätigkeit des E.-B. im Dienst der Existenzerhaltung der deutschen Juden. Der Vortrag wurde künstlerisch umrahmt durch gesangliche Darbietungen von Heinrich Korn. Kulturbund, die auf einer besonderen künstlerischen Höhe standen. Als Begleiter wirkte Dr. W. A r o n mit. Der Abend unter Leitung von Georg Fürst. Vorsitzender der Ortsgruppe Tempelhof, schuf dem C.-V. neue Freunde. Wurltcmbcrg Am 27. Februar sprach der Stellvertreter des Vorsitzenden des' Ccntral-Dereins, Dr. Bruno Weil (Berlin), in einer gemeinschaftlichen Veranstaltung des Central-Vereins. des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und des Bundes deutschjüdischer Jugend vor den Stuttgarter Gemeinde- Mitgliedern Über daS Thema „Der Weg der deutschen Juden". Der Redner legte vor einem vielhundertköpfigen Auditorium in dem bi? auf den letzten Platz besetzten Saal des BürgermuscumS in einem etwa zweistündigen, überaus fesselnden Vortrag die geschichtliche Situation der deutschen Juden dar. An Hand zahlreicher geschichtlicher Beispiele machte er in eindrucksvoller Weise den eigenartigen Rhythmus der jüdischen Geschichte als der Geschichte einer geistig, nicht materiell gebundenen Gemeinschaft deutlich. Dr. Weil entwickelte dann die geistigen Grundlagen und den geschichtlichen Vorgang der Emanzipation und schloß mit einem Ausblick auf den zukünftigen Weg der jüdischen Gemeinschaft. Reicher Beifall dankte dem Redner, dessen Darlegungen bei allen Zuhörern einen nachhaltigen Eindruck hinterließen. Kemmern In Stettin sprach am 10. März Rabbiner Dr. Manfred S w a r s e n s k y über das Thema „Deutscher Jude wohin?" Seine Ausführungen brachten überzeugend zum Ausdruck, daß mit dem Ausbau Palästinas nur eine Teillösung für die deutschen Juden geschaffen werde. NordvrMelMland In Verbindung mit einer Organisations- und Bcratungsreise sprach Dr. Berthold Weinberg (Berlin) in der Zeit vom 28. Februar bis zum 12. März in stark besuchten Versammlungen des C.-B., zu denen jeweils alle Gemeindemitqliedcr geladen waren, in: Aurich, Delmenhorst, Leer und Vegesack. In Emden fand unter Leitung von Lehrer G o t t s rh a l k eine Jugcndversammlung' statt, in der Dr. Weinberg über „Idee und Arbeit des C.-B." referierte. MtkIdeiMlanb In Bautzen sprach der Vorsitzende des Landesverbandes, Landgerichtsrat i. R. Dr. Kurt Cohn, in einer stark besuchten Mitgliederversammlung über „Der deutsche Jude in der deutschen Heimat". In Dresden hielt Dr. Bernhard I s a a c einen Vortrag über „Die Ursachen zur Entstehung des jüdisch-religiösen Liberalismus". Seine kulturgeschichtlich und ideenphilosophisch gleicherweise interessanten Ausführungen haben in seiner Schrift „Religionsliberalismus im deutschen Judentum" ihren Niederschlag gefunden. * Landesverband Ostwestfalen und Nachbargebiete 21. Mär,. 20 u>r 3k) Mk».: O-mabrück: Dr. Davidsohn (Herford) „Aufgabe und Arbeit im deutschen Judentum". Gcmeindcsaal, Nolandstraße. WreAlrr im Breslauer SMch-NrrlsgisÄeu Cemlnar Das Jüdisch-Theologische Seminar. Hochschule für jüdische Theologie in Breslau, beging in althergebrachter Weise die Gedcnlfeier für seinen Stifter, Kommerzienrat Jonas Fraenckel, die in üblicher Weise mit dem Wechsel des Vorsitzenden des Dvzenteukollcgiums und der Entlassung der von der Anstalt nach Erhalt des Rabbinerdiploms scheidenden Studierenden verbunden war. Der zurücktrejende Lorsitzcnde des Tozentcnkollegmms, Senünarrabbiner Dr. Rabin. erstattete zunächst den Jahresbericht über das Jahr 1931 und gedachte dabei u. a. zweier im Berichtsjahr Heimgegangenen Persönlichkeiten, des Dichters Bialik und dos für die Breslauer Gemeinde und die gesamte jüdische Wissenschaft bedeutenden Breslauer Philanthropen Lippmann Bloch. Er begrüßte dann den im Laufe des Jahres neu ins Dozcntenkollegium eingctretenen Dozenten Dr. Heinrich Speyer, der vorher am Breslauer Indischen Resormrealgymnasium gewirkt hatte, und beglückwünschte den Dozenten Dr. Albert Lewkowitz, der auf eine 25jährige Wirksamkeit als geistlicher Leb'.er zurückblickon kann. Bon den fünf ausgeschriebenen Preisarbeiten ist nur eine durch cand. theol. Wechsborg bearbeitet worden, welcher der halbe Manuel-Jool-Preis zucrkanut wurde. Von imbekannter Seite wurde ein neuer Preis in Höhe von 200 RM gestiftet, der den Namen Hormann-Vogelstein-Vreis führt und für ein historisches Thema Verwendung finden soll. Nach der Bekanntgabe der neuen PreiSarbeiten hielt der neue Vorsitzende der Dozentenkollegiums. Dr. Lewkowitz, seine Antrittsvorlesung über daS Thema „Religion und Philosvphie im jüdischen Denken der Gegenwart". Dann nahm Seminarrabbiner Dr. Rabin die Entlastung von acht jungen Rabbinern vor. von denen einige bereits im Amt wirken. Kantor Wartenberger trug das Gedenkgebet für die Stifter des Seminars vor und umrahmte bte Feier durch Gesangsvorträge; am Harmonium begleitete ihn Organist Schaffer. — Der Jahresbericht für 1634 ist im Druck erschienen und enthält als wissenschaftliche Beilage eine Arbeit von Dozent Dr. Heinrich Speyer „Der Festtag bei den Propheten"« Schw. In der Synagoge in Waldenburg (Schles.) fand, wie alljährlich, am Grüudungstage der Chewra - Kadischa ein Fcstgottesdienst statt, bei dem in diesem Jahre da? 25jährige Amtsjubiläum' des ersten Vorsitzenden der Chewra und stcllvertretenden Gemeiudevorsttzcnden Simon Philippsberg, der kürzlich das 70. Lebensjahr vollendete, festlich begangen wurde. Der Gemeindevorsihende L. Künstlmger sprach dem Jubilar die Glückwünsche detz Vorstandes und der Gemeinde aus. Die Festpredigt' hielt Rabbiner Jakob Kottek auf bic großen Verdienste, die sich Herr S. Philippsberg im Dienste der Gemeinde und der sozialen Arbeit erworben hat. Für die Ehewra- Kadischa sprach der stellvertretende Vorsitzende, P. Korn, der dem Jubilar eine Ehrenurkunde überreichte. Im Rahmen des Mincha- und Maariw.Gebcts trug Oberkantor Wartenberger (Breslau) von Kapellmeister Pulvermachcr begleitet, hebräische und deutsche Gesänge vor. LE Werl, LonMerg a. d. W. In der Nacht vom 11. zum 12. März starb einer unserer besten Freunde, der langjährige Vorsitzende der Ortsgruppe des C.-V. in Laudsberg (Warthe) im 68. Lebensjahr. Er wurde mitten aus einem Leben der Arbeit und der Pflichterfüllung für das deutsche Judentum herausgerissen. einer Arbeit, der er sich in den letzten Jahren seines Ruhestandes ausschließlich widmete. An erster Stelle stand für ihn stets der C.-V., dessen unermüdliches Mitglied und tatkräftiger Förderer er seit Jahrzehnten gewesen ist. Wir verlieren in Louis Liebert einen Menschen, den wir nicht vergessen werden, einen unserer Treuesten. - Aus tm Familien Oöwald S klare! (jetzt Berlin), Etzrerwürger der Stadt Jutroschin, beging seinen 60. Geburtstag. — Oskar I r ä n k e l (Ziegenhals) feierte am 2. März seinen 80. Geburtstag. — Sigismund Moral (Berlin-Charlottenburg) begeht am 10. März seinen 85. Geburtstag. — Frau Rosa K e i b e l geb. Heine (Hamburg) wird am 20. März 70 Jahre alt. — Die ZwillinqSbrüder Prediger Felix und Ludwig Brock (Berlin) bcaehen am 22. März ihren 90. Geburtstag. — Lehrer Moritz Happ und Frau (jetzt Erfurt) feiern am 18. März daS Fest ihrer goldenen Hochzeit. — Moritz Lieber (Bühl, Baden), langjähriger verdienter Vorsitzender der Ortsgruppe deS C.-D., starb am 8. Marz im Alter von 68 Jahren. Stesfau: 17. März, 20 Uhr 15 Mi«.r Joseph Schwarz, Iren« Weinenberg. Konzert aus zwei Klavieren. Freunde» Rhein-Ruhr: Jüdischer riuttilrbm'd. Liekiermann.Ged8cht„ks.Vortravou Dr. O^boru (Berlin) mit LiclNbildern: 14. März. 20 Uhr 80 Miu.r Wuppertal: Stadthalle, Gel» der Saal. 1». März. 20 Uhr 30 Mi,.: Duisburg: Theodor-Lauter- 17. März, 20 Uhr 15 Miu.r Äölar Rheinlandloge. KüCESiar lllmfa dor gute Likör, Magister München VII 18. Mär,. 20 Uhr 30 Ml,.: Selsealirchrar Loge. 19., 20., 21. März, 20 Uhr 30 Ml«.r Do»t«»»9r Gemeindehaus. _, Was ihr wollt: Lustspiel in 5 Alten von Willig» Shakespeare: 19., 20., 21. März, 20 Uhr 15 Mi».: «öl»: Weißer Saal der Dürgergesellschaft. DM Jmd 4: Eine Bezirksgruppe des ReichsverbandeS israelitischer Schwerhöriger („Risch") wurde iu Breslau gegründet; die Leitung hat Lotte Schwarz übernommen. Die Gruppe will entsprechend dein Programm des Reichsverbaudes die Schwerhörigen vor dem Schicksal der Isolierung bewahren und ihnen den Verkehr untereinandor und mit normal hörenden Menschen vermitteln helfen. Diesem Ziele werden die Anschaffung eines Vielhörers und Kurse dienen, die das Ablesen der Sprache von den Lippen lehren. Jede Woche werden Zusammenkünfte, einmal monatlich eine größere Veranstaltung stattfinden. Die Gruppe will auch eine Hörgerätoberatungsstelle einrichtcn und die Vertreter ihrer Schützlinge bei der Gemeinde und den Behörden übernehmen. Leb z,'. Mieter! Vermieter! Wir suchen Wohnungen. Läden, Leerzimmer und Kochstuben vom Hauswirt. Ferner: möblierte Wohnungen. Zimmer, sowie Lccrzimmcr und auch möblierte Zimmer, tageweise. Am geböte mit genauen Angaben werden schriftlich erbeten. Auskünfte an Zimmer- und Wohnunnfucycndc können nur mündlich von Sonntag bis Freitag von 9.30 bis 12 Uhr, am Mittwoch von 17 bis 18 Uhr erteilt werden. Gemeinnützige Wohmingsberatungssiellc. Oranienburger Straße 20, parterre. _ Die Schulabteilung der Reichsvertretung drL deutschen Juden, Berlin-Charrottenburg 2. Kantstraße 158, hat in den letzten Wochen sämtlichen ihr als unbeschäftigt gemeldeten Lehrkräften eine« Fragebogen zimcschickt. Eine Anzahl der Bogen kam als unbestellbar zurück. Die Schulabteilung bittet daher alle unbeschäftigten bezw. nur in geringem Umfang beicyäftigten Lehrkräfte, die von der Umfrage nicht erreicht wurden, um möglichst umgehende Mitteilung ihrer Adresse. Der Hilfsverein für jüdische Nerven« und Gemütskranke in Deutschland hielt am 17. Februar in Köln seine Mitgliederversammlung ab. Ter Vorsitzende, Professor Dr. Kisch, berichtete über die Tätigkeit des Vereins, der zurzeit 45 Kranke in den Israelitischen Kuranstalten zn Sayn betreue. Nur mit äußerster Anstrengung und durch großherzige Spenden sei es möglich gewesen und würde es möglich sein, dieses Hilfswerk auch weiter durchzuführen. Tr. Mannheim hielt anschließend einen Vortrag über die .Anstaltsbedürftigkert von Geisteskranken". Hauswirtschaftlicher Lehrgang ln Lehnitz. Der zweite hauswirtschaftliche Schulungskurses des Jüdischen Frauenbundes beginnt, worauf wir nochmals Hinweisen, im April. Jüdische^ Lehrer fahren nach Palästina. Tie „Jüdische «-chulwitung' teilt mit. daß kür Frühjahr 1938 eine Sonderfahrt indischer Lehrender nach Palästina "eplont ist. Näbere Ausk"nft durch Tr. Siegfried Braun. Köln. Lützostraße 39. Dl« Mcnna acar’cmlca Judafca in der Rosenthaler Straße 40 11 macht uns im Zusammenhang mit unserem Aussatz ..Rituelle Sveischänser — aber bitlia" in Ar. 10 der ..E.-D.-Zeitnim" darauf aufmerksam daß ihre Räume auch Nichtakademikcrn offenstehen. An Zwei Abenden hintereinander erhielt das Frankfurter Publikum einen Einblick in die Bezirke der jüdischen Musik. Der Kulturbund ' gab im Nahmen der' Palästina-Woche einen Sonderabend und ließ einen weiten, interessierten Kreis vor allem östliche Volks- und Kunstmusik hören: unter Dr. N. E h r e n r e i ch saug ein Knabeuchor in subtiler Weise palästincusiscl)e Lieder. Jüdische Volkslieder trug Janko Kaufmann mit kraftvoller, geschulter Baßstimme humorvoll vor, und Lieder von Engel, Miltner, Brandmann und Gnessin (die teilweise von Wagner befruchtet sind) fanden in der Altistin Nosy H ahn. deren Stimme nichts an Volumen eingebüßt hat. eine empfindungsvolle Interpretin. Die Hadibuk - Suite von I. Engel führte Hans Wilhelm S t e i n b e r g mit seinem Orchester in zarten Farben, wo das Werk dem Jmpresswnismus nahesteht, und glanzvoll, wo festliche Stimmung es erforderte, aus; jedenfalls eine aparte Kostprobe dieses osteuropäischen Tonsetzers. Auch ein Frankfurter kam als Komponist und Dirigent - zu Gehör: Herbert Fromm erntete für seine klanglich reizvolle „Suite nach jüdischen Volksweisen". die ostjüdische Motive mit den Mitteln der europäischen Kunst gestaltet („Gottes ist der Orient. Gottes ist der Okzident"), mit Recht starken Beifall. _ _ Von Herbert Fromm kamen am Abend vorher, den „die jüdischen Tonkünstler Frankfurts veranstalteten, hübsche Volkslieder für Chor und Klavier durch den .Jüdischen Kammerchor" zu Gehör. Wirkungsvolle Lieder Artur Holdes und vsrsvnnenere von Max Kowalsli sangen mit gutem stimmlichen Ausdruck ®cna Oppenheim und Else Hofmann. Diesem Frankfurter jüdischen Komponisten der Gegenwart gewidmeten Teil war ein etwas bunt uno üppig besetzter vorgusgeaangen, der Instrumental- und Chormusik sowie Einzelgesana gebracht hatte. Artur Holde vermittelte mit seiner Kammerstreichvereinigung und mit Theo Rainer als gediegenem Geige-Solisten die ..Teufelstrillersonate" von Tartini und — besonders hübsch -- sechs ungemein liebenswürdige Gesellschaft«' mennette von Beethoven. Der „Jüdische Kammerchor" Dr. E h r e n r e i ch t, ein sehr disziplinierter Gesangskörper, steuerte ein paar Madrigale alter Meister bei. Die Sopranistinnen Anna Balle und Bettina F e i t l e r sowie der — oft schon gewürdigte — Bariton Hans A s s e n h e i m ergänzten das durchweg freuridlich aufgenommene Programm. —tt. Einen schönen Achtungserfolg erzielte der Mainzer Synagogcnchor mit seinem gut besuchten Konzert unter Leitung pon Alfred Mendel. Alan hörte sehr wirkungsvoll zum Vortrag gebrachte Chöre von Rose, Kirschner, Lcwandowski und Möhul. Karl C z u b a t y erwies seine künstlerischen Fähigkeiten in Stücken von Haydn und von Corelli, von Alfred Mendel auf der Orgel feinfühlend begleitet. Solistisch traten ferner n. a. hervor Loni M e i n e r t, Rose C a h n - C r a n a ch, Käthe Klein, Fritz Blum-Wilhclmy und Oberkantvr JonaS. Alfred Mendel gab durch ein Präludium für Orgel der in allen Teilen gelungenen Veranstaltung die rechte Weihe. Irma D e n d h e i m (Frankfurt a. M.) begleitete die Chöre in exakter Weise. L—n. In einem Rezitationsabcnd von Edith Herrnst a d t - O e t t i n g e n hörten wir erlesene jüdische Vers- und Prosadichtnngcn. m—1. Der Geiger Stefan Frenkel, der im Nahmen der Jüdischen Kunstgemeinde Köln einen interessierten Hörerkreis anzog. ist dem Kölner Publikum seit langem bestens bekannt. Sein abendfüllendes Programm enthielt die pathetischschwungvolle c-moll-Sonate von Beethoven, deren wechselnder Stimmungscharakter und deren kontrastierendes Kolorit aufs feinste zur Geltung gebracht wurden. Großformatig und tonschön ge- ' staltete der Künstler Präludium und Fuge in d-moll von Reger. Für die Modernen, die er mit einer Suite von Carol Rathaus vertrat, war er der verständnisvolle Interpret. In Werken von Tartini und Paganim brillierte Frenkel mit der ganzen Kunstfertigkeit seiner Technik. Hervorragend bewährte sich. wieder einmal Willi L ö w e n st e i n als Begleiter am Flügel. —yo—. Den.früheren, die Leistungen des Rhein-Main- Quartetts (Professor Hans Bassermann, Drucker/ Karp und Professor Mendelssohn) würdigenden Berichte ist ergänzend hinzuzusügen. daß die Dereinigung auf ihrer Konzertreise in Düsseldorf daß Klaviergnintetl op. 44 von Schumann' mit Erwin ' Palm am Flügel ausführte. Der feinsinnige - Pianist fügte sich dem klangschönen Spiel der. Kammermusiker durchaus homogen ein. Icon. Im Israelitischen Männerverein Witten (Ruhr) hielt Rabbiner Dr. S. A u e r b a ch (Recklinghausen), einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Ataimonides. Lotte Sommer (Witten) erntete mit jüdischen Gesängen viel Beifall. Im Nahmen der- Kulturbundveranstaltungen in Kassel stellte Lotte Leonhard ihre hohe Kunst wieder unter Beweis. Sie zeichnet sich durch einen überaus strahlenden, weittragenden Sopran aus. Sie beherrscht mühelos alle Register. Die vielseitige Vortragsfolge führte von alten Meistern des 17. und 18. Jahrhunderts über Wolf, Mendelssohn und Schumann zu jüdischen Komponisten der Gegenwart, unter denen Lieder von Rosy Geiger-Kullmann am besten gefielen. Am Flügel bewährte sich John M a n d e l b r o d. Ter Kulturbund hatte für sein 2. Orchesterkonzert das Berliner Kulturbundorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Joseph Rosenst o ck gewonnen. Auf Beethovens „Egmont"- Ouvertüre folgte in frohlauniger Wiedergabe die Londoner Sinfonie v-ckur von Haydn. Zum Schluß hörte mau die große Schubert-Sinfonie Nr. 7. Die zahlreich erschienenen Hörer dankten durch lebhaften Beifall. F. Der Mannheimer „Liederkranz" gab einen Abend „Heitere Kammermusik". Man hörte, durchweg von eigenen Kräften der „Instrumentalgemeinschaft" bestritten. Mozarts 6-moil-klavierquartett und Schuberts köstliches „Forellenguintett". für das sich unter der Führung der Geigerin Lene Hesse-Sinzheimer Albert L e v i (Viola), ein tüchtiger Cellist, der aus Bescheidenheit nicht genannt sein will. Otto Brand (Kontrabaß) und Max Sinzheimer (Klavier) einsetzten Solistin des Abends war die junge Geigerin Trude Hüttenbach (Mannheim), die Haydns 6-clur-Konzert für Violine und Kammerorchester mit bemerkenswertem Stilgefühl, kraftvollem Strich und schönem warmen Ton spielte. Wesentlich zu ihrem Erfolg trug das unter Max Sinzheimers Leitung diskret und klangsäiön begleitende Kammerorchester der Instrumental- > gemeinschaft" bei. So. Die Sängerin Hanna Stein (WieiGaden) und die Pianistin Erika Schleyer (Wiesbaden) bestritten das 4. Abonnementskonzert des Freiburger Lehrhauses mit Werken m od e r - ner jüdischer Komponisten. Bedauerlich war der geringe Besuch, abgesehen davon, daß auch ein größeres Publikum Kenntnis zeitgenössischen indischen Schaffens haben sollte, wäre es eine schöne Aufgabe, auch einmal unbekannte junge Künstler durch Anteilnahme zu ermuntern und ihnen den schweren Weg zu erleichtern, statt sich nur von prominenten Namen und herkömmlicheu Durchschnittsprogrammen anlocken zu lassen. Der interessante Abend brachte Klavier- und Gesangs- Werke von Ravel, Milhaud, Ernest Bloch, Rvsy Geiger-Kullmann, endlich noch zwei Lieder von Mahler und ein ziemlich konventionelles Opernstück des Wieners E. W. Korngold. Die Sängerin war stimmlich noch nicht sicher genug, vernwchte aber durch ihren durchgearbeiteten und lebendig empfundenen Dortrag zu fesseln. Eine vor-üglich durchgebildete Technik und eine ursprüngliche Begabung und Gestaltungsfähigkeit zeiate die Pianistin. vr. E. K. Die von Dr. E. K a tz geleitete Künstlergemeinschaft Freiburg i. Br. widmete ihren 3. Kammermusikabend der Gegenwart. Heidi K a tz leitete die Darbietungen mit Präludium und Fuge 6-moU von Neger ein. Dr. Heinz E d e l st e i n -spielte Suite für Violoncello von Egon Wellesz. Frcya W o l f s b r u ck sang mit wohldurchgebildeter Stimme Lieder von Mussorgski, Jarnach. Hindemith und Mahler. Interessant waren die drei von Dr E Katz komponierten und von Freha WolfSbruck vyrgetragcneu Gesänge nach liturgischen Texten von Guardini: sie waren synago« aalen Melodien nicht ganz unähnlich. Den Abschluß bildete Manuel de Faltas Spanische Suite für Violine (Konzertmeister Herbert Fröhlich) und Klavier. Auch dieser Abend hatte bestes künstlerisches Niveau. 8. Mar Rahm er hat in Mannheim. Augsburg. Würzburg und Berlin mit großem Erfolg Lieder und Arien gesungen. Die Israelitische Kultusgemeinde Landau (Pfalz) veranstaltete einen Arien- und Liederabend. Ausführende waren die Frankfurter Künstler Else Hoffman», Benno Ziegler und Kapellmeister Dr. S a l o m o n. Die Künstler ernteten reichen Beifall. Dr. F. B. Sie machen un8 mit Recht darauf aufmerksam, daß Heine nicht, wie in unserem Aufsatz ..Die großen iüdischen Ckiopin-Svieler" angegeben war. auf dem Pöre-L-ichaise-Friedhof. sondern auf dem Monmartre-Friedhof in Pari» begraben ist.