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Central-Verein-Zeitung · 1935-03-14 · 11 (14.3.1935) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
11 (14.3.1935)
Date
1935-03-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Hzsspflege System '>atMitte u. BcMoiio kok. ano Fusshascliwerden. Nachweis der njehston Vorkaufsstolle durch DEUTSCHE SCHOLLW ERKE G.m.Wl. Frankfurt a. M„ Süd 10. Kedw AerMrrMS rs» LsfsrMK- We« für cmsMndsrrWsASiigL Nröe« Der R'eichswirtschastsminister und preußische Miiiisler für iJt'trifrlmft 11 nt> '.Hvlu'it I)nt |Vllioui'en Ritnderlaß nnoiii'iit'bcn: „itUc der tKeid]^ und Preußische -D?tnificr deS Innen» mit lntttciff. hält er cs nicht für angebracht. die Abhaltung von handwerklichen UntcrrichtSlnrsen für ai»s>vai»dcrnngswillige Hilden zu verhindern oder zu erschweren, da fede Maßnahme zu begrüßen ist, die diese Auswanderung der Inden fördert. Ter bei einem Verbleib einzelner handwerksmäßig ansgehlldeter Juden im Inlande befürchteten Schwarzarbeit dürste durch Polizeiliche Älaßnahmen wirksam begegnet werden können. Der in solchen Fällen etwa beabsichtigten selbständigen Ausübung eines Handwerks als stehendes Gewerbe stehen die Vorschriften der Tritten Verordnung über den vorläufigen Ausbau des deutschen Handwerks vom 18. Januar 1935 entgegen." AiMÄsrent Die Allgemeine Ortskrankenkasse Würzburg- Stadt hat in ihrer Schalterhalle ein großes Transparent angebracht, auf dem sich folgende Inschrift findet: Juden vertrauen jüdischen Acrzten, Deutsche vertrauen deutschen Aerzteu. Wir schlagen folgende Ergänzung vor: Kranke vertrauen guten Acrzten! Mögt Mrs Wd CM Seim Im Anschluß an die Aufführung eines seiner Filme im Dresdner Universum hielt Beugt B e r g eine Rede, in der er laut ,.D r e s d n e r Anzeiger" vom 1/März ausführte, man habe in Amerika immer wieder Filme mit gestellten Szenen gedreht. Deutschland sei es in den lebten zwei Jahren gewesen, uw man sich gegen diese ».a m e r i 5 a n l s ch - j ü d i s ch e n F ä l s ch u n - gen" gewehrt habe. Wir glauben, daß die Frage' nach dem Wert oder Unwert gestellter Ticran'fnah-. men, weder mit den Fragen der Staatszngehörigkeit, der Religion, noch der Abstammung, etwas zn tun hat. Am gleichen Abend richtete n. a. in der Begrüßungsanspraclie der Staatsminister Dr. Fritsch an Beugt Berg die folgenden Begrüßungs- Worte: „Wir wissen, daß Sic in» Herzen ein Deutscher geworden sind und daß Sie es auch geblieben sind, als alles, Ivas deutsch war, durch die furchtbare Prüfung des Krieges gehen mußte. Reben Ihrem Landsmann Sven H c d i n, sind Sie vor allen» derjenige gewesen, der von der deutschen Front aus mit seine'' Feder für die deutsche Sache kämpfte."' . Sven Hedin stammt bekanntlich mütterlicherseits von einem Juden ab. 110680 MfsMr ..Im Altertum wurde dem Auslefegedautcu meist mit sehr brutalen Mitteln zum Dnrctsbrnch verholst»». So ist bekannt, daß Mches zur Linierung eines rassereinen Judentums bei feiner Rückletir aus Aeghpten lüg nun Midjaniter. 'Männer und Frauen, erschlagen ließ, »veil sie gesthtechlskrank lvarcn oder aber im Verdacht standen, es ,;u sein. 700 Jahre stwter befahl Esra den Inden, ivelche fremdftänunigc Frauen geheiratet hatten, diese aus dem Hanse zu jagen und Jüdinnen zn nehmen." So schreibt die Zeitschrift „Reucs Voll". Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. in ihrer R»immer 2 vom 1. Februar. Wir haben einen genauen -Nenner der Bibel gebeten, sich zu dieser Darstellung zu äußern: er nellt fest: Diese Behauptung findet in der Bibel keinerler Bestätigung. Blau konnte sogar meinen, daß. »vic sich ans nachstehenden, gnellenmäßig zuverlässigen Angaben ergibt, das ./Nene Leben" einem Miswecständnis ZINN Opfer gefallen ist. Del»!» »vohl berichtet die Bibel (9t um. 31) von einem Straszug gegen die Midianiter, aber nicht wegen des vom „Renen Volk" angegebenen Grundes. sondern »veil die Midjaniler ans Bileams, eines Sehers tllat. die Israeliten zum Götzendienst des Baal Peor verleitet hatten (Rinn. 25, Vers 3.7, 18 und 31. Vers 16). Dieser Baalknttns »oar u. a. unzüchtig. 'Männer erschienen in Weibcrt-racht, Frauen in Mannskleidcrn lVerstoß gegen Tt. 22, Vers 5). Lediglich um die Gefahr des Götzendienstes zn bannen, wurde Midjan bekriegt, nicht aber um der Reinhaltung der Rasse willen. Genau ans dem gleichen Grunde erfolgte die Auflösung der Elien zu Zeiten Esras, der übrigens nicht 700, sondern lOoo Jahre nach Moses lebte. leiten des Wörlitzer Gebiets. Der gleiche Ort hak aber seht, wie übrigens auch die Dörfer- M o s i g - k an (Anhalt) und Rheinbrohl (am Rhein), om Ortscingang ein Schild aubringcu lassen: „Juden sind hier nicht erwünscht." FmWitt In Frankfurt a. M.. der Geburtsstadt Ludwig Börnes, wurde der Börne-Platz in Dominikanerplaß, die Börne-Straße, in der übrigens auch das Geburtshaus der Rothschilds steht, in Großer Wallgraben mubenannt. Das i»a Jahre 1877 er» richtete Börne-Denkmak war bereits vor längerer Zeit entfernt worden. Wülitzrr und Srufrrs Wie erinnerlich, ging, so schreibt die „Franksnrter Zeitung" vom 8. 'März. vor nicht langer Zeit die Meldung durch die Blätter, daß die^Stadt Rom der Stadt Bozen in Südtirvl eine Statue des Drusns Germanicns zum Geschenk gemacht habe . .Daß Bozen zu diesem Geschenk ausersehcn wurde, bedeutete wohl in erster Linie eine Erinnerung au den ersten Feldzug des Drusus, der zur Eroberung von Rhätieu, Biudelizien und Rvricum führte. Bozen ist an der gleichen Stelle errichtet, die damals Pons Vrusi benannt wurde. Io der sich an seoe Meldung ank»»üpsel»den Pressekampagne wurde die Errichtung des Denkmals an der Stelle, wo das Denkmal Walther von der Vogelweide steht, als ein symbolischer Akt gedeutet — symbolisch für den Sieg der lateinischen Zivilisation über die teutonischen Urwälder. Inzwischen kommt nun aus Rom die neue Zeitteilung. daß „von italienischer Seite in entgegenkommender Weise den nationalen Empfindungen der Öcsterreicher für den größten deutschen 'Minnelänger Rechnung getragen" werde: das Drusns- Denkmal soll nuii aus der neuerbantcu Brücke .'.Pons Drusi" ausgestellt werden und dasjenige Walthers an seinem alten 'Ort verbleiben. So wendet sich der Sinn der ganzen Unternehmung ins Moderne, der Pomp der mit antilische'n Begriffen unternommenen Glossierung fällt. Walther und Drusns »verden — vorausgesetzt, daß es bei der gemeldeten Lösung bleibt — künftighin nebeneinander in derselben Sladt stehen." Slunöfanf ist mMlbrhrlirk Das Landgericht Berlin hat in einem Beschluß vom 3. Dezember 1931. veröffentlicht iu der ..Juristischen Wochenschrift" vom 9. März 1935 (Rr. 10, S. 813), zu der Frage Stellung genommen. ob das Rundsnnkgerät einer außerhalb, der deutschen Volksgemeinschaft stehenden Person unpfändbar sei. Dabei handelt es sich im wesentlichen um die surisiischc Frage, ob das. Rundfunkgerät im Hausstaude eines solchen- Sthulduers ein unentbehrlicher Gegenstand sei.' Das Landgericht, bernit sich in seiner Entscheidung ans einen Beschluß des Kanuncrgerichts. vom 15. Mai 193-1, in dem ausgesührt ist. daß unter den heutigen Verhältnissen der Rundfunk, neben der Unterhaltung der Hörer auch; ihrer staatsbürgerlichen Belehrung und Erziehizna diene. Durch den Rundfunk würden die Rcdem - dev höchsten Staatsmänner verbreitet.- ferner wichtige politische und wirtschaftliche Meldungen und Gesetze von grundsätzlicher Bedeutung.- Hieraus ergebe sich, daß das Rundfunkgerät auch für den Archtaricr deutscher Staatsangehörigkeit- und den im Inland lebenden Ausländer von erheblicher politischer und wirtschaftlicher Bedeutung sei. Die Volksgeu»einschaft verlange auch von diesen Personen, daß sie iu Ihrem privaten und wirtschaftlichen Leben sich nach den von der Regierung festgesetzten Anschauungell richteten und sie zur Richtschnur für ihr Verhallen »»»achten. Mit dem Kammergericht sei anzunchmen, daß ein Rundfunkgerät für jeden Schuldner unentbehrlich sei. . WM An den B a r v n M oritz v. E o h n erinnerl in Denan und Wörlitz verschiedene I'»- risten. Jetzt hat man an seinem Geburtshaus Wörlitz die Riarmorgedenktafel überstrichen. il»enl kaiserlieben Herr»», dem er als -Hvsbankier nent hatte. hatte Baron v. Eohu in Tetzau Tenkmat' errichtet.' Die Inschrist, die s diese Schenkung an» Denkmal Wilhelms 7. Nvies. wurde setzt entfernt. Die Tochter 5 Baron v Eohu hatte der Stadt Wörlitz i .ürieaerdenlmal und 1903 bei ihrem Tode [1000 RM gestisict. Die Wörlitzer Syllagoge ederrun ro>»r Ende deS 15. Jahrhunderts von rwg Franz von Anhalt-Dessau aus seinem mnd und Boden für die Wörlitzer Juden erbtet-worden. Sie zählt heute noch als Zeuge r Verbundenheit der Juden mit ihrer Heimat cd ihrem Landesherrn zu den Sehenswürdig- •Alls M berufen ■ Auf der Tagung der Schulleiter Estlands in Reval hielt der stellvertretende Ministerpräsident Elnbnnd-Eeupatu eine große Rede, iu der er »l. a. auch aus die Stellung der 'Minderheiten zu svrecheu kam: „ ..Jedes Bvlk hat das Gefühl seines Stolze-.' und Viiii-v Größe", sagte er, „lind darin gerade liegt der Begriff des Esttändertums, daß wir dieses selbe Gefühl in uns tragen -wollen.' Mit lins zusaulnreil aber allch alle unsere Miuderheitsvölker. die aus dem Bvdeu unseres gemeinsamen 'Vaterlandes leben. Sie alle sind beriifen, an jenen große!» Fragen teilzunehmen, mit deren Hilfe wir eine große Ration, eine einige Staatsnatiou aufbaneii wollen. In diesen» Sinne bede»»tet „Estländer fein" nicht ausschließlich die Blutszngehörigkeit zum Estentnm. sondern es bedeutet auch die Zügehörigkeit unserer Minderhcitenvölker zu unserer Staatsnation. deren Aufgabe es ist. unser tausendjähriges Land heldenhaft in die Zukunft zu führen. Darum sind alle unsere Minderheitenvöller. die mit ihren» Schweiß und ihrer Arbeit diese»»' selben Boden befruchtet haben, der unsere Dascinsgrnndlage bildet, mit berufen, die Losung des Estländertuins anszustellen und hochzuhalten. Es ist das ein hohes Ideal, das nie vergessen werden darf." - A»>s derselben Tagung legte der cstlä»»dische' Bild»»ngsni»d Unterrichtsminister Kann dar, daß die Verfassung den völkischen Minderheiten h» der Schule den mutiersprachlichen llutevridit zusichere. Die Schulleiter der Minderheiten müßten ihrerseits im Auge behalten, was der Staat erwarte: Auch diejenigen Kinder, bereu 'Muttersprache nicht die estnische sei, müßten zu Menschen heranwachsen, die Estland als ihre Heiu»at »u»d als Vaterland anerkennen und sich ihrer Verpslichturign» diesem Lande gegenüber stets bcwnßt Teten, cchon die schule müsse in ihnen das Zusammengehörigkeitsgefühl, erlvecten. Als Beispiel nannte der Minister die Schweiz mit ihren drei Nationalitäten, deren leine aus ihre völkische Eigenart verzichtet hat und die dennoch ein »mtrennbares Ganzes bilden. Der Direktor der „Hohen Kommission für deutschen 'Auswanderer". 2Ü. M. K o t sch lt i g. erstattet in der „Rew )')ork Times" vom 1.3. Januar einen eingehenden Tätigkeitsbericht. dem lvir folgende Stellen entnehmen: „Die Umwälzung in Deutschland brachte 1933 den Bürgern anderer Länder die Erkcnutnis, daß heute noch erzwungene Wänderrmgen in großem Umfang stattfinden. Unerwartet kam die Entdeckung.' daß unter den Ausgewanderten sich stRänner und Frauen befänden, die ausgezeichnete Beiträge zur Zivilisation unserer Zeit geleistet hatten. Für manche unter ihnen ist die Verpflanzung tragisch unmöglich. -H'eransgerissen ans ihrem Mntterboden. verlieren sie bald ihre Brauchbarkeit. Doch andere bringen in ihre Adoptivländcr Kenntuiffe und Gaben, die dort eifrig genutzt »verden. Westeuropa uud besonders die beiden amerikanischen Kontinente, seit langem vertrant mit dem Zug der Kultur nach Westen, wissen aus einem solchen Windbruch Vorteil zu ziehen. . . , Unter den 6600 geflüchteten Intellektuellen, beiläufig ein Sechstel aller Auswanderer, sind 659 Gelehrte, 4500 Träger freier Berufe uud 1650 Studenten. Bei ihren Bemühungen um sie stand die Hohe Kommission anfänglich vor einer säst unlösbaren Aufgabe. Jetzt nach einem Jahr kann man von einem entschiedenen Fortschritt berichten. Für viele werde ein, wenn auch manchmal nur zeitweiser Unterschlupf gesunden. Tie internationale Gemeinschaft der Gelehrten erkannte zuerst die ungeheuren Verluste, die die gelehrte W»üt bedrohten, wenn nicht wenigstens die hervorragendsten uud meistversprechenden unter den deutschen Gelehrten instand - gesetzt würden, ihre Arbeit sortznsetzen. Unter ihnen waren Männer verschiedener Rasse, Religion und politischer Einstellung. Der Akademische Hilssausschuß stellte eine Gesamtliste aller bedrängten Gelehrten aus uud schuf einen die ganze LLelt umfassenden Plan, sie ohne Schädigung der wirtschaftlichen Lage der Hochschullehrer in den belressenden Ländern umerzubriugen. Insgesamt 525 Gekehrte wurden so in Hochschulen. Krankenhäusern oder industriellen Forschungslaboratorien versorgt. Ter „Sachverstäudigenanssichusi für akademische und ähnliche Flüchtlinge aus Deutschland" arbeitet nun Einzelpläne aus, um ihre Zahl zu erhöhen uud um dauernde Stetten für die ünr vorübergehend Uirtergebracliteu zu gewinnen.-. Lehrun-d Forschungstelleu in England. Amerika, anch in Kanada. Südafrika, Australien sollen mit-Hilfe von Stiftungen errichtet werden. 'Die offenkundigsten Bereicherungen erfuhr ümerikanische Kultur im Gebiet der-Mathematik,-mathematischen Physik und der Naturwissenschaften. Gerade hier kann man davon auch eine Hebung des materiellen Wohlstandes erhoffen, ebenso wie unserer theoretischen Einsichten. Wir wollen uns daran erinnern, daß die Auswanderung voneinem halben /Dutzend Gelehrten den Schwerpunkt der Zivilisation verschieben kann. Von dieser^ betrüblichen Lage ziehen auch andere Wissenszweige Vorteile, so Volkswirtschaft (New School for Sozial Resparch in New-?)ark) Kunstgeschichte und weniger, aber immer noch beachtlich. Rechtswissenschaft. Biologie und Medizin. Viel schwieriger war die Sorge für die Angehörigen der freien Berufe, nämlich: Aerzte . G"<> Rechtsanwälte ...... looO Lehrer . -.' Akademisch gebildete Beamte usiv. . . 500 E.hcmiker .ooo Innrnalisten .3oo Schauspieler und Tanger.-WO zusammen . . . 4500 Nicht mir ist ihre Zahl viel größer als die der Gelehrten, sondern auch die Berufe sind in. fast allen Ländern stark überfüllt. Ein Verteilnngsplan wurde ausgestellt, aber noch nichtüberall angenommen, zeigte aber doch ermutigende Erfolge, besonders in der Aiedizin. lieber 160 deutsche Aerzte konnten in England untergebracht werden, mußten aber, dem Gesetz entsprechend, englische Prüfungen nachholen. In Amerika haben etliche Aerzte Stellungen und ausgezeichnete Professoren die Nlöglichleit zur Fortsetzung ihrer Forschungen gesunden. Als Ergebnis aller beim Sachvcrftändigenansschnß der Hohen Kommission vereinigten Bemühungen haben rund 2090 von den freiberuflichen Auswanderern in ihren Zufluchtsländern ihren Lebensunterhalt gefunden ... Da man fand, daß eine allgemeine Lösung für die freien Berufe im Eril nicht möglich ist, beschloß man noch eifriger nach neuen Ätöglichkeiten in Südamerika, Rußland und dem Fernen Osten zu' suchen. Wenn Mittel verfügbar werden, hofft man die dringendsten Fälle bis Ende 1935 versorgen zu können. Nicht als ob alle Flüchtlinge ihrer Vorbildung entsprechende, Stellen finden könnten:- viele werden sich völlig umstellen und mit sehr niedrigen Stellen begnügen müssen, . Von den fast 1650 Studenten stehen 1494 in Verbindung mit dem Internationalen " Studentendiensr, der vom Hohen Kommissar mit dem Hilfswerk für die ausgcwandertcn Studenten" betraut ist. Von ihnen lvurdeu 1933/34 insgesamt 7>3 unterstützt, und zwar: durch Stipendien zur Fortsetzung des Studiums 93; Stipendien für Umschulung 38: Stellungen verschafft 19; Freiplätze iu llmschulnngsaustalteu 41; Vermittelung von Freistellen. Gebührenermätzignng. Zulassung zu den -Hoä)schuleu und Anerkennung bereits abgeschlossener Studien 520. 'Nach Schätzungen im letzten Sommer könnte das Studentcuwerk zu Ende geführt werden, wenn weitere 25 900 Dollars ausgebracht würden. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden aber weitere Beträge nötig, weil viele Studenten, die bisher Wechsel von ihren Eltern oder Verwandten daheim bekamen, seit September 1934 ans Transferschwicrigkeiten stoßen. . Tie befriedigenden Ergebnisse waren nur durch gewaltige' finanzielle Anstrengungen zu erzielen. Die iti der ganzen Welt für die Ansüssigmachttng flüchtiger geistiger Arbeiter arcsgebrachteu Alittek betrugen ct.va inooooo Dollars. In den Vereinigten Staaten wurden Bewilligungen nur au wissenschaftliche Institute aus ihre Anforderung hin geleistet. Der grcißte einzelne Geldgeber war die Rocke-- feller-Slistuug. Ebenso trugen die New-^ork- Stiftung, der Hvsheimer-Fouds und die Earuegie-Stiftung wirksam bei. Eindrucksvolle Hilfe leisteten auch Professoren, ehemalige Studenten und andere Mitglieder der akadcmischen Gerncins6zast. Viel bleibt noch zu hm. Obgleich in den vorhergegaugeueu Jahren von den heranß kommenden Ereignissen in Dentschland gewarnt, war die Welt aus den llmfang der Ortsveränderungen nicht vorbereitet, der dann tatsächlich eintrat. Sv viele Lebensbahnen wurden gesellschaftlich und politisch beeinträchtigt. daß es Zeit brauchte, dies auch nur m geringem und zweifellos unzureichendem Matz anszugtcichen. Aber Deutschlands Nachbarstaaten und überseeische Länder sind schrittweise zu der Erkenntnis gekommen, wes die ihnen so unbarmherzig 'ansgezivungene Lage erfordert. Allmählich haben sie Avhilseumtznahmen ersvnen. Nicht wenig bedeutsam ist in diesem Nieer von Schwieri»zteite»'öie ansdämmernde Einsicht, daß die Völker m»; Takt und Verständnis ans dein Genius nutz den Leistungen der Antömmlinge Vorteil zn ziehen lernen, so rvie es früher in den Vereinigten Staaten geschah nu Fall von Lieber, Schurz und Jacob». ■ •: §LNZig " Das Landgericht D anzi g hat. laut ..Dan ziger Echo" vom 4. März, als erste Instanz in einein am 1. »Februar 1935 verkündeten Urteil der Klage eines Danziger jüdischen Arztes üatl gegeben, der einen nichtjüdischen Arzt ans Unter Wifling von Boykott Handlungen verklagt hatte. Eine langjährig-.' Patientin des jüdischen Arztes holte sich aus Anlaß eines Unfalls zn den» ver klagten nichtjiidi>a,en 'Arzt begeden und ihn mul: dem Anlegen eines Verbandes gebeten, sic zur »veiteren Behandlung ihren» jüdischen Arzt, dem Kläger, zu überweise,». Der Bellagte antwortet? .mit der 'Frage, ob sie Jüdin sei. und als diese Frage verneint »var, sagte der Beklagie: ' ..Und dann gehen Sie zn einein Juden?" Hieran knüpfte er die Frage, ob sie 'Mitglied der'NSDAP sei. Nachdem anch dies verneint tvar. jedoch mit dem Zusatz, sie sei Pcitglied der „Arbeitsfront", fügic der Beklagte hinzu: „N»ln, dam» werden Sie woist Schivierigkerten haben." Dein Klage.»i»trag entsprechend, lauter das Urteil dahin, daß der Beklagte verurteilt wird, bei Vermeidung einer Geldslrase bis zn 3>«oo oV.ii den für jeden Fall der Zuwiderhandlung alle- Handlungen oder Aenßertingeit während oder bei Gelegenheit der Ansübting seines Bertüs zn unterlasse!», die daraus gerichtet sind, die ärztliche Behandlung einer Person durch den Kläger aus anderen als rein ärztlichen, ans die Heilung des Einzelsalls abzielenden Gründen zu verhindern. Die Kosten des Rechtsstreits sind dem Beklagten, anserlegt, und das 'Urteil ist gegen SicherheitS' leii'ttmg von 3000 Gulden für vorläufig vollstreckbar erklärt worden. Tie weiter zunehmenden Bohkottbestrebiiirgen. die Verteilung von Flugblättern und des .Sl»'?- n'.ers" hat den Gc-neralkorninijsar der polmichen Republik veranlaßt, det» Senat an die Ven'iliä'- tnng zn erinnern, die er im Prolololl '.nun h\ September 1933 in Zachen der AnsiuiUiina des Danziger -vasens aus sich genommer» bat. und er »mtcrstrich ferner das Interesse der poinisüica Regierung au der Behandlung der nationalen, konfessionellen m»d rassischen Minderheiten'in der Freien Stadt.Danzig im Zusan»menb,ang mit den Berechtigungen, die Polen im Sinne des Artikels 33 der Pariser Kvnventioi» oenyt. - 2stie verlautet, handelt es sich bei dieser Iiiicrvention um ein schriftliches Memorandum, bas 'Minister Tr. Payc-e soeben den» Senatspräiidentcn überreicht hat. Eine Antivort aus dieses Mcmerandun» ist noch nicht erfolgt, doä» ist in» Sin»? der wiederholten Erklärungen des Senats zn bvffen, daß sie un» so mehr in Positiven» Sinne erfolgen »vird, als die Intervention des polnischen Gcncralkommissars das starke Interesse Polens an der ,Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung de»' jüdischen Bevölterung — nicht zuletzt von» Standpunkt der danzig-polnischen Zusamrnenarbeit >»»U wirtschaftlichem Gebiet ~ erkennen läßt. 0 V Nf/ V V Hcmptgeschaft.. Zweiggeschäft, MI WWKStzi! SiatfföaSmfiof Börse ° Wilmersdorfer Str. 83 Weisse Federn von M. 1.— an, Daunen, fertige Betten, Bett-Inlette, Bettwäsche, Steppdecken Kunstseidene Daunendeeken M. 35.50, 45«30 / MetaiibettsteiieA PoUter-Moiratitn

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