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Central-Verein-Zeitung · 1935-02-28 · 9 (28.2.1935) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
9 (28.2.1935)
Date
1935-02-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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C.-V.- Zeitung / 4. Beiblatt Nr, 9 Donnerstag» den 28. Februar 1935 Sozialmedizinisdie Reise-Eindrücke in Polen /Von Geheimrat Professor Dr. Hermann Strauss (Berlin) Wer vor dem Kriege, wahrend des Krieges und auch noch mehrfach nach den: Kriege in Polen und speziell in Warschau war, kann bei den Juden Polens einige Veränderungen auf sozialmedizinischem Gebiete beobachten. Gab es in diesem Lande bei den Juden schon vor dem Kriege nur eine relativ dünne Schicht, welche materiell gut gestellt war, so ist diese Schicht inzwischen noch geschruinpft. Tabei verdient besondere Beachtung, daß auf die Bevölkerung Polens etwa 5 Millionen Juden, d. h. über 10 Prozent und auf die Bevölkerung von Warschau etwa 840 (XX), d. h. über?O Prozent Juden entfallen. Für Wilna beträgt der Anteil mit etwa 56 000 Juden sogar über 40 Prozent. Zahlreiche Kreise der jüdischen Bevölkerung Polens sind zurzeit Unrtfdjnfiltdj in schwieriger Lage. Aus diesem Grunde sind die Organisationen. welche zur Milderung der Folgen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten dienen und welche vor allem die Rückwirkungen derselben aus die Volksgesundheit zu bekämpfen suchen, gerade in der letzten Zeit von besonderer Bedeutung geworden. Schon wahrend und vor allem nach dem Kriege hatte der „I o i n 1" für die Hebung der Vvllsgcsnndheit großzügige Arbeit mit amerikanischen Mitteln entwickelt. Der Generalbevollmächtigte des ..Joint", Dr. Bernhard K ahn, hatte in einer umfassenden Hilfsaktion nicht nur die Stillung des Hungers, sondern auch die Verhütung von Krankheiten ins Auge gefaßt und. soweit es menschenmöglich war. auch erreicht. Vor etwa 12 Jahren ging dann dk Weiterführung der Hygienisierungsarbeit an die unter ärztlicher Führung stehenden Organisation ,.Toz" über. Diese hat die seinerzeit vom „Joint" begonnene Arbeit nicht nur fortgesetzt, sondern auch erweitert. Die .,Toz"-Organisation erhält oder subventioniert an den verschiedensten Orten Polens zurzeit 159 medizinische und hygienische Institutionen und arbeitet mit einem Jahresbudget von 1 000 000 Zloty. Ihre Fürsorgetäligkeit erstreckt sich dabei vor allem aus die weitere Bekämpfung des Favus (-Weichselzopf), gegen den schon der „Joint" eine weitreichende und erfolgreiche Aktion unternommen hatte, auf die Unterhaltung von Säuglings- und Schwangaren- Fürsorgestellen, von Zahn-Kliniken, von Kinder- Erholungsstättcn, von Tuberkulose-Fürsorgestellen und -Heilanstalteil usw. Im Hinblick auf die Tuberkulose ist dabei speziell zu bemerken, daß sie unter den Juden Polens in größerem Umfang zu treffen ist. als bei uns. In den letzten Jahren trat noch als eine besonders nächtige Aufgabe, die Schulspeisung unterernährter Kinder hinzu. Durch die Verbreitung hygienischer Kenntnisse durch Vorträge, hygienische Erziehung der breiten Schichten durch die Einrichtung und den Betrieb von Schul- - bädern sowie durch die Förderung von Turnen, Sport. Seit einiger Zeit arbeitet die „Toz" mit der Organisation „Ose" (Organisatia Sanitaria Eugenica) zusammen. Während die „Ose" ihre Arbeit über die ganze Welt erstreckt, beschränkt sich die „Toz" auf Polen. Dank der Initiative und Umsicht ihres sehr verdienten Generalsekretärs Dr. Wulm an hat die „Toz"-Organisation es durch ökonomische Verwendung der ihr aus Polen und dem Ausland in den letzten Jahren nur in vermindertem Grade zu fließenden Beiträge erreicht, daß keine der früher gegründeten hygienischen Organisationen ausgegeben werden mußte. Daß bei der „Toz"-Arbeit an allen irgendwie in Frage kommenden Orten Polens die Aerzte in selbstlosester Weise Mitarbeiten, verdient ganz besondere Anerkennung, weil die materielle Lage vieler jüdischer Aerzte in Polen keineswegs glänzend ist. Ans diesem Grunde ist es auch kein Wunder, daß für ausländische Aerzte in Polen zurzeit kaum ein Platz vorhanden ist. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten trifft man aber überall — und dies trifft nicht bloß für die jüdischen ärztlichen Kreise zu — ein reges Streben nach fachlicher und wissenschaftlicher Vervollkommnung. Von jüdischen Aerzten Polens ist eine ganze Reihe durch ihre wissenschaftlichen Leistungen weithin bekannt gcworden. Die Neurologen G o l d f l a m m und Edward Flatau sowie Hig ie r .und B r e g m a n, der. Magenarzt R e i ch m a n n, der Laryngologe H e r h n g. der Hämatologe Klein u. a. Als Sozialmediziner haben sich außer dem bereits genannten Dr. Wulm an vor allem B Y ch o w s k h und G. L e w i n in . Warschau sowie C. S ch a b a d in Wilna, Jan L a n d a ü in Krakau u. a. hervorgetan. Mit Rücksicht auf die in vielen Kreisen deS " jüdischen Bevölkcrungsteils zurzeit herrschende Armut interessieren insbesondere auch die 35 jüdischen Krankenhäuser in Polen. Das jüdische Krankenhaus in Warschau besteht aus einem Komplex zahlreicher Bauten und verfügt über 1200 Betten. In ihm sind fast alle medizinischen Gebiete in Sonderabteilungen vertreten» in denen ein durchaus modern wissenschaftlicher Geist herrscht. Das Warschauer jüdische Krankenhaus enthält u. a. die seinerzeit von Dr. Bernhard K a h n begründete, ausgezeichnete Schwesternschule mit etwa 30 Lehrschwestern, die alle über Ghmnasialbildung verfügen. Aus der Schwesternschule sind bereits mehr als 209 Schwestern hervorgegangen, was nicht bloß für die Krankenpflege, sondern auch für die gesamte Hygienisierungsarbeit in Polen einen großen Fortschritt bedeutet. Das jüdische Krankenhaus in Warschau ist im Besitz der Stadt, ba die für das Krankenhaus von jüdischer Seite zur Verfügung stehenden Mittel schon seit einiger Zeit nicht mehr auSreichon, um die Kosten des Betriebes zu bestreiten. Warschau verfügt auch über ein sehr gutes, in den letzten Jahren weiter ausgebautes, jüdisches Kinderkrankenhaus sowie über eine Reihe von Fürsorgestellen. Von den sonstigen Krankenhäusern in Polen kenne ich nur noch das in Krakau, das zwar kleiner ist als das in Warschau — die Zahl der Juden in Krakau beträgt etwa 45 00Ü — aber einen ganz ausgezeichneten Eindruck .macht, sowie das in Wilna, welches zeigt, wie eine gute Organisation und Tüchtigkeit der Aerzte in einem alten, den modernen Forderungen nicht mehr völlig entsprechenden Hause vorhandene bauliche Mangel zu kompensieren vermag. Das Streben nach wissenschaftlicher Weiter- Viel Ueberlegung wurde schon darauf verwandt. ob und wieweit Gesetze und Vorschriften der Bibel hygienischen Erkenntnissen entsprungen sind. Zum Teil ist der Zusammenhang ga'nz eindeutig sestzustellen, zum anderen Teil ist die hygienische Deutung manchmal gezwungen. Auf jeden Fall ist die Wirkung zahlreicher Gesetze eine dauernd hygienische, selbst wenn ursprünglich ihrer Aufstellung religiöse oder moralische oder kultmäßige Motive zugrunde lagen. Don der modernen Medizin wird der Sexualhygiene große Bedeutung beigemessen. Man hak heute mit einer kaum vorher erreichten Klarheit erkannt, daß von ihrer gesunden Gestaltung der Aufbau der Ehe, Glück und Gesundheit des einzelnen und Gesundheit von Kindern und Kindeskindern abhängen. Der vorsorgenden Hygiene ist hier ein weites Feld gegeben; dem Berantwortungsgefühl der Ehepartner muß dabei meist Entscheidendes überlassen werden. Feste Regeln und Vorschriften erleichtern dem einzelnen den Weg. Im Alten Testament mit seinem großen Kodex von Sitten- und Gesundheitsgesehen einer fortwirkenden Zeit finden sich zahlreiche Hinweise auf gesunde Gestaltung des sexuellen Lebens. Eine Betrachtung mit den Augen der heute geltenden medizinischen Anschauungen wird zeigen, daß ihre Tendenz im Lauf der Jahrtausende nichts von ihrer zwingenden Folgerichtigkeit eingebüßt hat. bildung und sachlicher ' Vervollkommnung der jüdischen Aerzte in Polen zeigt sich auch in den verschiedenen, in Polen vorhandenen jüdischen Aerztevereinen. In verschiedenen Städten, so in Warschau, existieren aber auch interkonfessionelle Aerztegescllschasten, in welchen dick Zahl der jüdischen Mitglieder teils mehr, teils weniger groß ist. In allen diesen Vereinen herrscht rege Arbeit. Ganz allgemein ist die Ausbildung der Aerzte an den polnischen Universitäten sehr gut; die deutsche ärztliche Wissenfck)ast steht in Polen in hohem Ansehen. Alles in allein bekommt man von der Arbeit der jüdischen Aerzte in Polen und speziell von ihrer Tätigkeit im Rahmen der öffentlichen Gesundheitspflege bei den Juden einen überaus günstigen Eindruck. Da diese Tätigkeit sich auf mehr als ein Zehntel der Bevölkerung erstreckt, kommt ihre Wirkung auf das gesundheitliche Verhalten des jüdischen Bcvölkerrmgsteils mittelbar gleichzeitig' auch der Gcsamtbevölkerung Polens zugute, so vor allem im Hinblick auf die Abwehr von Infektionskrankheiten. aber auch von anderen Gesundheitsschädigungen. Maßgebend für alle sexuellen Betrachtungen in der Zeit, da das Alte Testament entstand, war wie heute, der Wille zum Kind. „Seid fruchtbar und mehret euch" — damit wird das sexuelle Leben von vornherein auf eine einfache und natürliche Bahn gewiesen. So selbstverständlich wird eine hohe Kinderzahl angestrcbt, daß einer anderen Auffassung verschiedene Erzählungen der Bibel heute gar nicht verständlich sein könnten. Damit - hangt auch die an mehreren Stellen erkenntliche Polygamie zu-, sammen. Kein Kind zu haben, das wurde von Mann und Frau als Schmach empfunden und als Strafe. Wie heute wird die Frühche als erstrebenswert gekennzeichnet. Wer erst kurz geheiratet hat, der ist von Heeresdienst und anderen Verpflichtungen ein Jahr lang befreit. Die Empfängnisverhütung. — wie sie von Lnan, Judas Sohn,' geübt wurde, — ist aufs äußerste verpönt. Kein Kastrierter soll in die Gemeinde ausgenommen werden. Der absichtliche Verlust des urigeborcnen Kindes — gegen den heute überall ein heftiger Kampf mit ungleichem Erfolg geführt' wird. — kam bei der hohen Schätzung deS Kindes nicht in Betracht. Aber auch die unbeabsichtigte Schädigung des ungeborenen Kindes wurde ge- ' sühnt: wenn streitende Männer versehentlich an eine hoffende Frau stießen und diese dadurch das Die sexualhygienisdien Gesetze des Alten Testamentes lieber Vitamine und Hormone Als Mi ober lasen wir in Reisebeschreibungen Berichte über eine unheimliche Seeleutekrankhcit, den Skorbut, der sich in Blutungen und in Zahnausfall äußert und der die unglücklichen Opfer schließlich an völliger Entkräftung zugrundegchen läßt Anlaß genug zu finsterem Aberglauben, ' um so mehr, als man über seine Ursachen lange Zeit nicht das Geringste wußte. Noch auf den langen Kapersahrten der Prisenkreuzcr während des Weltkrieges hatten die Matrosen oft genug unter storbutartigen Erkrankungen zu leiden. Wohl fanden die Seeleute endlich heraus, daß Skorbut immer dann austrat, wenn auf langen Fahrten der Vorrat an frischen Lebensmitteln ausging und sie ausschließlich auf Konserven, Schifsszwieback und Salzfleisch angewiesen waren.. Wirkliche Klarheit über das Wesen dieser und vieler anderer bis dahin völlig rätselhafter Erkrankungen aber wurde erst in den letzten 20 Jahren gewonnen, als die Wissenschaft eine ganz neue und merkwürdige Art von lebenswichtigen Nährstoffen entdeckte: die Vitamine. Unsere Nahrung besteht im wesentlichen aus Eiweißstofscn, Fetten und Kohlehydraten (Stärke usw.), die in mannigfaltigen Kombinationen die Gewebe unseres Körpers ausbauen und ergänzen und ihn mit den für seine Arbeit notwendigen Energien versorgen. Damit nun aber unser Organismus richtig funktioniert, müssen zu diesen Grundstoffen eine Reihe von „Ergänzungsnährstoffcn" hinzutreten; die Vitamine. Man übersah sie solange, da sie in Mengen von einer derartigen Winzigkeit austreten, daß sie mit den Praktiken der üblichen . chemischen Analyse überhaupt nicht zu fassen sind. An ihnen erprobt sich wahrhaft der »Mutterwitz des Volksmundes: kleine Ursachen, große Wirkungen. Der Tagesbedarf etwa an Vitamin C beträgt nach neueren Angaben für den Erwachsenen normalerweise rund L0 Milligramm. Mit geradezu ingeniösen Methoden gelang eS im besonderen amerikanischen Forschern, die Existenz und Bedeutung der Vitamine zweifelsfrei zü erweisen. Sie fütterten Versuchstiere — Natten, Meerschweinchen usw. — mit künstlich zusammengestellter Nahrung, die alle wichtigen Stoffe enthielt. bis auf einen, dessen Bedeutung für das Tier man feststellen wollte. Die Versuchstiere zeigten nach einiger Zeit Krankheitsbilder, die bestimmten menschlichen Erkrankungen bis aufs J-tüpfclchen entsprachen. Fütterte man die Tiere dann wieder mit dem ihnen vorenthaltenen Stoff .— eben dem Vitamin —. so pflegten sie überraschend schnell zu gesunden. Die durch den Mangel an Vitaminen hervorgeruscnen Krankheiten bczcichncte man in der Folge als „Mangelkrankheiten". Ueber die chemische Natur der Vitamine ist bis heute nur sehr wenig bekannt, und ihr Vorhandensein ist häufig nur aus ihren Physiologischen Wirtrugen zu erschließen. Ihre Widerstandsfähigkeit gegen Hitze ist verschieden, einige Vitamine, z. B. Vitamin C, werden durch Kochen zerstört. Das ABC der Vitamine Von dem Vitainin A, dessen Fehlen zu Augenerkrankungcn und endlich zum Tode führt, nimmt man an. daß es chemisch identisch ist mit dem Carotin der Mohrrübe und des Blattgrüns. Es findet sich daher in grünen Gemüsen, aber auch im Fleisch, namentlich der Leber, und ist als wertvoller Bestandteil im Lebertran enthalten. DaS Vitamin Bi wird da8 antinouritische genannt, da auf seinem Fehlen Nervenerkrankungen beruhen . Ernährungsreformcr führen seit langem einen erbitterten Kampf gegen die Sitte (bzw. die Unsitte), Getreide von allen Kleicbestandieilen zu befreien, da das Mehl dadurch kostbare Nährwerte verliert. Von einem holländischen Arzt ausschließlich mit poliertem (d. h. von Schale sorgfältig befreitem) Reis gefütterte Hühner .wurden von schweren Nervenkrankheiten befallen. Der bekannte Ernährungsphysiologe Rubner allerdings behauptet, daß wir von den Kleiebestandteilen deS Getreides doch nicht allzuviel haben, da unser Magen nicht darauf eingerichtet ist, die harten Zellwände der Kleie zu verdauen und somit deren mchlmren ' .Inhalt zu erschließen. -'..V .I Die von der — Beriberi genannten — Nervenkrankheit geplagten Reisesser Ostasiens müßten also' ihre Neisnahrung durch Obst und frisches Gemüse ergänzen. Ebenfalls in frischem Gemüse findet sich das Wachstumsvitamin 62, dessen Fehlen schwere Wachstumshemmungen im Gefolge hat. Vitamin ist de? Netter vor dem Skorbut, dem Schrecken der Meere und des Polarkreises, der aber auch, so paradox das klingen mag, nicht selten auf dem Lande auftritt, da die Bauern sich oft fast ausschließlich von Brot und Wurst ernähren und Gemüse verschmähen. Auch mit zu stark abgekochter Milch ernährte Kinder zeigen gelegentlich skorbutartige Erkrankungen. Fleisch. Gemüse und Früchte, besonders reichlich aber Milch und Zitronen enthalten das kostbare Vitamin. Das dem Lebertran seine lebenswichtige Bedeutung gebende Vitamin v bewahrt die Kinder durch Anregung der Knochenbildung vor der schrecklichen englischen Krankheit (Rachitis). Ein seit einiger Zeit bekannter Stoff, das Ergosterin, geht durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht in da8 aktive Vitamin D über. Das Vitamin E ist nicht wie die andern unbedingt lebensnotwendig, doch hat sein Fehlen Unfruchtbarkeit im Gefolge. Vitaminüberfluß ist — wie erwähnt zu werden verdient — dem Organismus ebenso unzuträglich wie sein Mangel. So führt ein Uebermaß an Vitamin v zu abnorm starker Knochenbildung. Nach neueren Untersuchungen ist der Vitaminbedarf des Organismus nicht konstant, sondern' richtet sich nach der besonderen Art und Zusammensehung der Nahrung. Da8 ist keinesfalls erstaunlich, da die Annahme einer Wechselwirkung zwischen den Vitaminenals Stoffwechselregula, toren und den Stoffen, deren Umsetzung sie regulieren. naheliegt. Der Vitaminbedarf unseres Körpers wird durch unser tägliches Obst- und Gemüsequantum überreichlich, gedeckt. Die Hormone: Do tonstoffe des / Organismus. Den Vitaminen nahe verwandt,, ja begrifflich kaum in aller Strenge von ihnen zu scheiden, sind die Hormone. Bis vor kurzem noch galt als wesentlichstes Unterscheidungsmittel, daß die Vitamine mit der Nahrung ihren Zugang zum Organismus finden, während die Produktious-' statten der Hormone sich im Körper selbst befinden. Nach der modernen Auffassung verfließen die Grenzen. Hormone sind „chemische Sendboten" oder „Reizstoffe", die von einem bestimmten Organ oder Gewebe produziert, an einer oder mehreren anderen Stellen des Organismus ihre jeweils ganz charakteristischen Wirkungen entfalten. Im engsten Sinne bezeichnet man als Horuwne die Stoffe, die von den Drüsen mit innerer Sekretion an das Blut oder die Lymphe abgegeben-werden. Derartige Drüsen sind die Bauchspeicheldrüse, die Schilddrüse, die Nebennieren, der Eehirnanhang und die Geschlechtsdrüsen. Im gesunden, d. h. normal funktionierenden Organismus ist von den Hormonen ebensowenig wie von den Vitaminen auch nur das geringste zu spüren. Bei beiden läßt sich ihre Bedeutung erst» aus pen Störungen erschließen, die sich bei einem zu wenig oder zu viel ergeben. Das normale Hormonsystem läßt sich einem großartig durchorganisierten Telegraphensystem vergleichen, in dem die Drüsen die Stationen sind, die Blutgefäße die Leitungsbahnen und die Hormone die Signale. Empfänger sind die Körperorgane, Herz, Magen. Darm. Gehirn usw. Aber auch die inneren Drüsen kontrollieren sich untereinander eben vermittels der Hormone und die Hormonproduktion ist bis ins kleinste aufeinander abgestünmt. So ist es im besonderen dem Wirken der Hormone zu verdanken, daß unser Organismus — nun eben ein „Organismus" ist und nicht DlSchoIIs ftassptlege-System latMttt# o.Bthtlfastc, Ul* FuM5#sc*w*nJM ’ ■'faebMii der sichst«! YartauUstalis durch DEUTSCHE 8CH0LLW ERKE Oji.b-K. Frankfurt a. M„ Süd 10. /

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