Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 9 (28.2.1935)
- Date
- 1935-02-28
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Ätnb verlor, fo hatten sie eine Buße zu entrichten, die vom Äuinn der Frau festzusetzen war. Der beste Schutz der sexuellen Gesundheit — das entspricht auch der heutigen Auffassung — war die sittlich begründete Vertonung jedes unmoralischen Lebenswandels. Der. kehr außerhalb der Ehe galt als Sünde. Verbrennung und Tod wurden Buhlerinncn angedroht, sie sollten der Gemeinde nicht angehören dürfen. Der Ehebruch, dessen Aechtung sogar in einem der zehn Gebote ausgesprochen ist. wurde bestraft. Mit dem Tode soll bcstrast werden, wer irgendwie an Mensch vdcr Tier sich wider die Natur vergeht. Mit dieser scharfen Scheidung hängt eS vielleicht zusammen, daß da? Tragen von Männerkleidern durch Frauen und umgekehrt verboten ist. Aull; diese Ansichten werden im wesentlichen von der modernen Sexurlhygiene als richtig empfunden. Aon besonderem Interesse ist es. wie sich daS Zllte Testament bei Geschlechtskrankheiten hilft. Manche waren damals als solche noch nicht erkannt. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat eS sie schon im Altertum gegeben, aber sie verschwinden dort unter dem großen Sammelbegriff „Aussatz". Der Aussatz deS Altertums ist nicht das eindeutig umschriebene KrankheitSbild, das wir heute unter dem Begriff Aussatz — Lepra verstehen. Alle möglichen Hauterkrankungcn fallen darunter. Die ausführlichen Schutzmaßnahmen des Alten Testaments gegen den ..AuSsatz" richten sich daher gleichermaßen gegen verschiedene an der Haut sichtbare Erkrankungen. Dagegen sind die Schutzmaßnahmen gegen andere Geschlechtskrankheiten sehr klar. Ihre Träger gelten als unrein. Als unrein. — wir würden sagen: infektiös —, gilt auch daS Lager, auf dem sie ruhen, jede Sitzgelegenheit, die Kleider, der Sattel. Gegenstände, die sie berühren, selbst ihr Speichel. Erst dann gelten sie wieder als rein, wenn die Krankheitssymptome mindestens sieben Tage erloschen sind: danach ist Reinigung in fließendem Wasser und Waschen der Kleider nötig. Aber auch der Mensch ist unrein, der einen solchen Kranken irgendwie berührt, oder der auch nur seine Kleider oder Gegenstände ungerührt hat. Er ist erst wieder rein, wenn er sich selbst und seine Kleider gewaschen hat und dann noch einen Tag abgesondert war. Irdene Gesäße, die der Kranke oder jener, der ihn berührt, anlangt, sollen zerbrochen werden, hölzerne Gefäße sollen mit Wasser gespült werden. Als Kontrolle ist der Priester zu betrachten, dem der Kranke am achten Tag nach seinem Freiwerden vom Fluß die Opscrgaöen bringt. Genaue Durchführung dieser Bestimmungen ist auch nach heutiger Auffassung wohl geeignet, der Verbreitung dieser Krankheiten Einhalt zu tun. Es ist hervorzuheben. wie der Charakter der Infektionskrankheiten schon scharf erkannt war. Das geht auch aus der weiteren De« stimmung hervor, wonach außer den Aussätzigen auch alle Männer und Frauen, die Eitersluß lpben, vor das Lager hinausgebracht, also isoliert werden sollen, bis sic genesen und wieder rein sind. Von hohem gesundheitlichen und ethischem Wert sind jene Vorschriften des Alten Testaments, die aus Schonung der Frau bedacht sind. Während der Zeit der monatlichen Krisis ist die Frau unrein (nidda). Sieben Tage lang soll sie nicht berührt werden, und ebensowenig ihr Lager, ihre Kleider, sonst wird der Berührende selbst unrein. Erst durch siebentägige Karenzzeit nach Beendi- »iiüOIl / Das Leben eines Botanikers lande sehr anerkannt sind, bewegen sich Hauptsächlich auf dem Gebiete der Entwicklung?, und Dererbungßphysiologic. II. Z. Wenn man die sexualhygienischen Vorschriften des Alten Testaments betrachtet, so darf man nicht vergessen, daß ihr Einfluß auf jene Angehörigen der jüdischen Religion, die den sogenannten westlichen Kulturkrciscn angehören, zum Teil gering geworden ist. Sonst, wäre es nicht möglich, daß der Geburtenrückgang die jüdischen Teile der Bevölkerungen ebenso, ja teilweise noch stärker getroffen hat als andere Teile. In östlichen Ländern ist dagegen die Geburtenziffer wie allgemein, so auch bei den Juden, hoch. Es läßt sich also wohl die Frage erheben, ob die Juden östlicher Länder in der Tat durch ihre besondere Gesetzestreue vor dem Geburtenrückgang bewahrt sind — oder ob sie auch hier wie im Westen nur die allgemeinen regionalen Tendenzen aufzeigen. Der in den Kulturländern durchschnittliche Rückgang der Kinderzahl ist an sich um so erstaune licher als nach den auf Kindererzeugung bedach« ten Vorschriften der jüdischen Religion die christliche Kirche in sehr energischer Weise den Willen zum Kind als Zweck deV ehelichen Lebens erklärt hat. Dr. W. Schwcisheimcr. Sdhöpferisoie Tedhaik Wie die „Fränkische Tageszeitung" (916wt« berg) vom 19. Februar (laut ITA) meldet, haben der NS-Bund Deutscher Technik sowie die Reichs» gemeinschafi der technifch-wisscuschaftlichen Arbeit einen Vortragsabend veranstaltet, auf dem Ministerialrat Tr. Nonn (Berlin) über das Thema „Technik und Staat" sprach. Dr. Nonn kam auch auf das Verhältnis der Technik zum Judentum zu sprechen. Bis zu Beginn de« Maschinenzeitalters, so führte er aus, hatte sich der Jude mit Handel und Gcldwucher befaßt, seitdem aber erblickte er in der Technik mit dem ihm eigenen Spürsinn sofort neue Möglichkeiten, sich zu bereichern. Mit Hilfe des Kapitalismus habe er rasch und mühelos dem schöpferischen Techniker seine Werke entwunden. „In die Reihen der Techniker aber wurde sogleich bewußt Uneinigkeit und Zwietracht gesät, um sie nicht zu einem staatssördernden Faktor werden zu lassen. Auch bemächtigte man sich sofort der Führung der Arbeitermassen. damit sie nicht gefährlich werden konnten. Der Marxismus hat auch stets nur mit blutigen Schlagworten, niemals aber mit der Tat. den zu 80 Prozent jüdischen Kapitalismus bekämpft." Dr. Nonn zeigte sodann an Hand der „alttestamentarischen Grundsätze, wie der Jude zur rücksichtslosen Ausbeute dev Nichijuden geradezu aufgefordert und moralisch berechtigt wird. ES heißt z. B. im fünften Buch Mose. Kapitel 23, Vers 20: .An dem Fremdling (Nichtjuden) magst du wuchern, aber nicht an deinem Bruder.' oo war eS eine ganz logische Folge, daß durch die Besitzergreifung der Technik durch den Juden nicht nur die Wirtschaft, sondern sogar der Staat in immer größere Abhängigkeit deS jüdifch-internationalen Kapitalismus geriet. Dieser fiel zunächst auf das wirtschaftlich abhängige, kulturell und geistig entwickelte Deutschland her: da es sich aber hier um ein moralisch hochstehendes Volt handelte, mußte, um es nicht innerlich stark werden zu lassen, eine moralische und politische ZersehungSoperation eingeleitet werden, die ihre Krönung in der Nachkriegszeit erfuhr und allen noch lebhaft in Erinnerung ist . . . Die realen Werte, das Gold und die Wertpapiere, waren in den Händen des Juden, während das deutsche Volk verblutete und verhungerte. DaS Ziel der jüdischen Finanzgcwalt war es. sich Deutschland ganz zu bemächtigen, da man infolge seiner gcopolitischen Lage den kontinentalen Geld- und Warenverkehr Europas nur von hier aus endgültig beherrschen konnte . . . Hat die Mm! in den skrupellosen Händen der Juden cinft Den Verfall eingeleitct, so hat auch die Technik wiedcrum beim Aufbauwerk des Dritten Reiches ihre vornehmste, ureigene Ausgabe zugeteilt bekoinmen, nämlich. Dienerin des Gesamlvolkes zu sein..." Die Deutung der ..alttestamentarischen Grundsäße", die Tr. Nonn gibt, ist sassch. Zum übrigen sei darauf hingcwiesen: Moritz Hermann Iacobi erfand die Galvano. Plastik 1887, Heinrich Hertz entdeckte die eleklrischeu Wellen 1880; Emil Berliner das Mikrophon 1889: Siegfried Marcus baute 1875 den ersten Benzinmotor und David Schwarz 1897 das erste lenkbare Luftschiff: Rudolf Goldschmidt telc« araphicrtc von dem Kriege als erster drahtlos von Europa nach Amerika. Sie alle und viele andere, deren technische Erfindungen heute zum meingut wurden, waren deutsche Juden. Rasseahygicnischer Kurs für Pfarre# Im Harnack-Haus in Bcrlin-Dahlem fand ein Kursus über Ecblehre und Rasseuhhgiene für Pfarrer statt. Ter Kursus wurde von der staats« medizinischen Akademie in Verbindung mit dey Rcichskirchenverwaltung veranstaltet. Werden. Altern. Erkranken des Herzens lautet das Thema eines Experimentalvortragcs, den Dr. Leo Jacob s oh n am 12. März, 8 Uhr 15 Min., in den Festsälcn, Enrser Straße 12, hält. Die «clbsthilsegruppe jüdischer Körperbehindertce in Deutschland, Ortsgruppe Berlin, hat jcl;t ihre Mitgliederversammlu,ig jeden ersten Tientztag im Monat. X 2i, Iolmmnsstraße lß, 19.30 Uhr. Nächste Versammlung: ä. März. Referent:' Iustizrat Lißner. Aprilversammtung fällt aus. ein Chaos sinnlos durcheinattderlaufender Stoss» umsctzungen und physiologischer Prozesse. Um nur einige der wichtigsten Hormone zu nennen: DaS Adrenalin der Nebenniere reguliert den Herzschlag, die Weite der Adern, die Darmbewegungen usw. Das Insulin der Bauchspcichcl. drüse loutrollicrt den Kohlchtidratstosswechscs. Ein sehr wichtiges jodhaltiges Hornton der Schilddrüse, das Thyroxin. beeinflußt daS KörperivachStum. die Geschlechtsdrüsen und die Eehirntätigkeit. Von den Geschlechtsdrüsen produzierte Hormone wiederum bestinunen die Geschlechtsmerkmale: Haarwuchs, Körperbau usw. Die Königin. der inneren Drüsen ist die Hyphophyse oder der Ge- Hirnanhang. Sie ist wahrscheinlich die Zentralftation, deren Hormone die anderen Drüsen in ihrer Arbeit überwachen und regulieren. Ihre Sondermission ist die Wachstumslontrolle. Wie daS aber überall so ist bei einem „System": Hört nur ein Glied auf. normal zu arbeiten, so gerät der ganze Mechanismus in Unordnung, und Ursache und Wirkung lassen sich kaum voneinander scheiden. Wehe dem Organismus, ist das normale Getriebe der Hormonproduktion gestört. Insulinmangel hat die Zuckerkrankheit im Gefolge. Mangel an Schilddrüsenhormon führt zu Wachstumshemmungen oder gar zu Kretinismus. Ueberschuß an Thyroxin dagegen zu der Basedowschen Augenkrankheit. Herzkrankheiten haben ihre Ursache in ungenügender Adrcnalinzufuhr uss. In drastischen Experimenten läßt sich die Bedeutung der Hormone beweisen. Kaulquappen mit zerstörter. Schilddrüse sind verdammt, zeitlebens Kaulquappen zu bleiben. Die Fähigkeit, sich in Frösche umzuwandeln. ist ihnen verlorengegangen. Umgekehrt verwandeln sich mit Schilddrüsen« Präparaten gefütterte Kaulquappen abnorm schnei in Frösche. Ungeheuer segensreich wurde o,e Hormon forfchung für die Wohlfahrt der Menschen. Di Aerzte haben gelernt, aus den Organen getötete Tiere die Hormone zu gewinnen. Ein Aufatmen oing durch die ganze Welt, als es Banking in merika gelang, durch Fütterung von Zuckertranken mit Extrakten der Bauchspeicheldrüse.das. Gespenst der Zuckerkrankheit zu bannen. Störungen in der Hormonproduktion können die Aerzte künftig durch regelmäßige Eingabe bestimmter Hormondosen Überbrückern Wie viele Kinder mit kranker Schilddrüse allein konnten durch regelmäßige Fütterung mit Schilddrüsenexlrakt vor dauerndem Kretinismus bewahrt werden. Seit 1894 bereits kennt man die belebende Wirkung des Adrenalins auf den Herzschlag. DaS Adrenalin ist übrigens meines Wissens daS einzige Hormon, das im Laboratorium künstlich hergcstcllt werden kann. Wie die Vitamine entfalten die Hormone ihre Wirksamkeit noch in Millionen-, ja milliardcnfacher Verdünnung. Ursprünglich bestimmt für die Mscheidur.zeu der inneren Drüsen der höheren Wirbeltiere wurde der Hornwnbegrisf in den letzten Jahren immer mehr erweitert. Man entdeckte Hormone bei niederen Tieren und sogar bei Pflanzen. Auch Stoffwechselprodulte wie die Kohlensäure faßt man heute unter den Hormonbegriff, da sie erregend einwirkt aus das Atemzentrum der höheren Trcre. Vitamine und Hormone sind also Stoffe, die obwohl nur in minimalen Mengen im Organismus vorhanden, dennoch unentbehrlich sind für sein normales Funktionieren. Wahrscheinlich können sie sich sogar bis zu einem gewissen Grade vertreten. In wenigen Jahren schon vermochte die Forschung tief in ihr Wesen einzudringen und so dem Menschen Linderung seiner Leiden zu bringen. Wir dürfen auch in Zukunft gerade von der Hormonforschung tiefe Einsichten in das Vefüge des Organismus erwarten. Heinz Leideredorll, Hamburg. Als Arzt in Amerika KansaS City (Mist), im Januar 1935. Ta sich nicht lvrnige jüdische Aerzte mit de .bsicht tragen, nach Amerika auszuwandern, wi! .h einiges über die hiesigen Niederlassungsbediv zungcn schreiben, um manchem Kollegen eure Ent Täuschung zu ersparen. Im allgemeinen ist das Aerztefach hier.Überbesetzt, ganz besonders im Osten und in den Großstädten, während im Westen und in den kleineren, aufstrebenden Städten fürtüchtige Arezte noch Platz ist. Im Staat New-Fork wird kein Eramen verlangt, wenn man sein Staatsexamen^ fünf Jahre hinter sich hat. Don allen anderen Staaten wird aber ein Examen gefordert. Zum Beispiel gelten im Staat Missouri folgende Examensanordnungen: 1. Tag: Anatomie, Gynäkologie.'Pharmakologie, innere Medizin, Geburtshilfe; 2. Tag: Auge und Ohr. Physiologie, Chemie. Medizin, Jurisprudenz, Kinderheilkunde. Hygiene, Bokteriolugic; 3. Tag: Chirurgie, Pathologie. Das Eramen ist ausschließlich schriftlich, wird besonders an den kleineren Universitäten leicht gemacht, die Beurteilung ist verhältnismäßig milde, doch muß es in rein englischer Sprache durchgeführt werden. Da der Staat New-shork so überfüllt ist. daß keine Niedcrlassungsnwglichkcitcn bestehen, muß praktisch jeder Herüberkommende mst einem Examen rechnen. In einer Reihe von Staaten sind noch Sondcrgesetze. z. B. verlangt Illinois (Chicago) zweijährige Studien- resp. Assistententätigkeit in Amerika, einzelne' andere Staatöbüryerzugchörigkeit, die bekanntlich erst nach fünfjähriger Anwesenheit in Amerika erhältlich ist. Ein Hilfsbüro in New-Pork erteilt gern und ausführlich in deutscher Sprack)e Auskunft (Georg Bähr, OM, Secretary of the Nat. Com. in aid of dipl. pbyfiic., New York 1212 5. Avenue). Zur Eramensvorbereitung benützt man am besten ein Blich von Max Göpp, State Borad Questions and Answers, W. 8.» Saunder* * Company. Vom Gesundheitswesen in Palästina Anläßlich der Anwesenheit des früheren Generalsekretars der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Dr. Siegfried Kanowitz. Tel-Aviv. veranstaltete die ZVFD eine Pressekonferenz, in der Dr. Kanowitz über das „Gesundheitswesen in Palästina* referierte. Er entwickelte ein umfassendes und höchst lebendiges Bild von den einschlägigen Verhältnissen. auS dem wir im folgenden einige Züge hervorheben: Das große Problem der palästinensischen Gesundheitsfürsorge liege in der Tatsache, das; Palästina heute das einzige Land geworden sei das noch für eine Einwanderung sozial gedrückter und infolgedessen gesundheitlich benachteiligte, jüdischer Schichten offen steht. Die Verschiebung der bisherigen gesundheitlichen Aerhältnifsc zwischen Stadt- und Landbevölkerung zugunsten der Stadt bedinge im Zusammenhang mit dieser Elcndseinwnnderung eine stärkere Inanspruchnahme des fürsorgerischen Apparates, der dieser noch nicht gewachsen sei. Die Krankenhaiisvcrsorgung und die Anzahl der zur Verfügung stehenden sonstigen Heime sei bisher durchaus unzureichend. obgleich ihre Zahl in letzter Zeit bedeutend vermehrt worden fei, Tie Krankenkayenversorgung werde durch die auf freituiüiner ‘JJiilhliedschast beruhende .Krankenkasse der Hrstadrulh. der Kupatheholim getragen, die zurzeit etwa 70 00:1 bis 80000 Menschen versorge. Sie stehe im Bedarfsfall für freie ärztliche Behandlung. Unterbringung im Krankenhaus und freie Medizin ein Sie beschäftigt löu Aerzte. die jedoch nicht durchweg hauptberuflich für die Kasse tätig Und. In den letzten zwei Jahren sind etwa 600 Aerzte nach Palästina zugewandert, nun denen schätzungsweise 80 Prozent ans Deutschland gekommen seien. Damit habe sich die Zahl der in Palästina wohnenden Aerzte um etwa 100 Prozent erhöht. Trotz dieser ungeheuren Zuwanderung könne man sagen. daß "10 Prozent der eingewanderten Aerzte schon eur Eristcnzminiiuum gefunden hätten. Für die anderen sei das Eristenzproblenr noch nickst gelöst. Dr. Kanowitz vervollständigte seine Angaben durch eine Reihe sehr charakteristischer, psychologischer Betrachtungen über das Verhältnis der palästinensischen Bevölkerung zur Krankheit über- Haupt, zum Arzt und insbesondere zu dem ans Deutschland stammenden Arzt. Im allgemeinen genießen diese einen außerordentlich guten Ruf. Im Anschluß an die Ausführungen von Tr. Kanowitz schilderte der Vorsitzende der ZVID. Tr. Franz Meyer, einige seiner Hauptcindrücke von der Palästinarcisc, von der er eben zurückgekoinmen ist. Als ein Mann, dem vor allem die Sorge für die deutschen Zionisten am Herzen liege, habe er sich besonders für die Fragen der Eingliederung der deutschen Alijah interessiert. Aus der Gesamtheit seiner Beobachtungen nach dieser Richtung hin zog er den Schlliß, daß im allgemeinen einem erstaunlich großen Teil deutscher Juden, sogar solchen, die schon über das umfchichtnngsfähige Alter hinaus seien, die Umstellung zu handarber- Lenden Berufen gelungen sei. Nachdem er noch mit ein paar bedeutsamen Einzelheiten den Stand der Bildungssragen gestreift hatte, zeigte er die zwischen der palästmcnfischen und der deutschen Iüdenhcit bestehende Solidarität auf und forderte Anstausch der Erfahrungen auf geistigem und praltischem Gebiet. E. R.-J.