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Central-Verein-Zeitung · 1935-02-21 · 8 (21.2.1935) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
8 (21.2.1935)
Date
1935-02-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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ITaßpJmdjcr durchzugohcn, um zu einer gerechten v curtcilunji bt’v H'deiliijten zu tommen. CS ist .rogisäie Wandlung, die von der allerersten "Güdcmanu! Sie mache ich zum ersten -^ischos der Hauptstadt" (2S95) über die Briefe «ui den „Lieben (vreimb", dann „Hochverehrten freund" und die Begeisterung über Güdemann „den schönen, freien Prachtmenschen" zu der Enttäuschung über ihn. der „lan und flau" sei nnd der Wut über die „tückische Gcacnbroschüre?.>« ati ona l-I u de n tu in'" s1W7) führte. Zweifellos l,at steh die Stellung Güdcmanus zu Herzls ^deennn Laufe der Satire gewandelt: wenn er ihn bei der Unterredung in München mit Moses verglich dann klingt die>r anders als der Ton seiner Schrift „Rattonal-Iudentnm", die er gegen Hcrzls. Indenstaat" herausgab. ' " Wenn wir uns an seinem 100. Geburtstag Utorch Gndemann vergegenwärtigen, dann steht vor uns eine aufrechte, wahrhaft hvhepriesterliche Erscheinung, ein weiser Streiter für Wahrheit und Recht, ein Forscher. dessen Werke seinen Rainen für Generationen strahlend erhalten, eine eindrucksvolle menschliche Erscheinung: ein Großer in Israel. Unns Lamm (München). $m.nH Die Erstaufführung am 23. Februar 1835. Unter rauschendem Beifall des Publikums 'ging vor 100 Jahren in der Pariser Academie Royale die große historische Oper von Iaqucs Fromental HaI6vh „Die Jüdin" zum erstenmal über die Bretter. Obgleich an dem bedeutenden b'rfolg die glänzende Ausstattung einen großen Anteil hatte, erscheint hier der Komponist auf der Höhe seiner melodischen .Nrast. Ter Stoff der Oper ist von Scribe der düstersten Epoche des Mittelalters entnommen. Aus einem Guß sind die Figuren des Kardinals v. Brogni. des Oberrichters von Konstanz. Rnggiero, und des jüdischen Inwekenhändlers Ele'azar. alle ans den Grundton eines fanatischen Willens gestimmt, während Recha in ihrer hingehenden, cmfopserungsvollen Liebe zu Leopold von Oesterreich zu den schönsten Gestalten der Dichtung aller Zeiten gehört. Und wenn auch Halövh vün der Aach-- frttiE manchmal eine Nachahmung Gherubinis vorgeworfen wird, hier ist er im Ausstichen neuer Klangfarben, in schönen und wirkungsvollen Instrumentationen sogar den zeitgenössischen Tondichtern überlegen. R. m a.*■*,§c*,tyI a)? a£$ Zu Chopins 125, Geburtstag am 22. Februar Beethovens Freund und Mendelssohns vatcrlicher Lehrer, der jüdische Pianist Ignaz M o s ch e l e §, berichtet, als ihm Chopin aus seine Bitten hin vorgespielt hatte, von dem einzigartigen Eindruck, den dieses Spiel bei jedem Zuhörer hinterließ: „Chopins Aussehen ist ganz mit seiner . Musik ' identifiziert: beides zart und 'schwärmerisch ... Jeüt erst verstehe ich seine Musik. erkläre mir auch die Schwärmerei der 'Damenwelt. Sein ad libitum- Spielen, das bei den Interpreten seiner Musik in Taktlosigkeit ausartete. ist bei il,m nur die liebenswürdige Originalität des Bvrtrags: die dilettantisch harten Modulationen, über die ich nicht hinwegkvmme, wenn ich seine Sachen spiele, chokieren mich nicht mehr, weil er mit seinen zarten Fingern elfenartig leicht darüber hingleitet..." Ungeachtet dieser Erkenntnis ist Adoschcles, der zusammen mit Beethoven bei Albrechtsberger in Wien studiert hatte und der einen Markstein in der Entwickümg der klassischen Klavierschule bedeutet. kein Chopin-Spieler mehr geworden, wenn man diesen Begriff im engeren Sinn gebrauchen will. Goethes „Wer den Dichter will verstehen, muß in Dichters Lande gehen", trifft auf wenige so treffend wie auf Chopin zu, der, wie Heine, auf dem Pariser Pere Lachaise ruht, dessen Herz aber in der Heiligen: Kreuzkirche in Warschau: aufbewahrt wird. Obwohl es unter den bedeutenden deutschen Pianisten und damit auch unter den zahlreichen jüdischen Klavierspielern Deutschlands eine ganze Reihe hervorragender Künstler gab und gibt, die vorzügliche Interpreten 'Chopins sind, so wird man doch zuerst in seiner Polnischen Heimat die Dichter am Klavier suchen und finden, denen fast improvisatvrisch in den Rubati, im verdeckt lodernden Feuer, im duftigen Anschlag der Vortrag der Lhrik Chopins unnachahmlich gelingt. Und hier sind es aus den leßlen Jahrzehnten — trvß Pachmann und Paderewsli — zwei jüdische Pian i st e n , denen der Ruhm gebührt, nach Chopin selbst die größten Chopin-Spieler genannt zu werden. Ignaz Friedman, der eine, aus der Leschetizky-Schule hervorgegangen, spielt Chopin, wie Robert Schumann dessen Bild gezeichnet hat: ein träumender Seher am Klavier, bei dessen Spiel man sich wie der von ihm erschaffene Traum vorkommt, mit schwebendem, biegsamem Rhhthnms, leidenschaftlichen Gefühlsanßvnllimgen. unendlich mannigfaltig im Piano, niemals gleichartig, ' im schönsten in den tiefen und kühnen Liedern, die am ivenigsten den großen Konzertsaal vertragen, . den farbenschitternden Mazurkas. Moriz Rose nt h a l. der andere, ein Schüler Liszts, ist nicht wie Friedman fast ausschließlich mitChvpin verbunden: mit sehr scharfem Verstand begabt, drang er erst spät völlig in die Romantik ein und wurde von einem Phänomenalen Techniker zu einem überragenden Künstler, der Chopin mit Esprit und un. erhörter Ausdruckskraft zu spielen weiß. Tie berückenden Käntilenen der Adagios in den beiden Konzerten, die Etüden gibt er mit großem gesangvollen Ton und schlcchtiveg genial in der Gestaltung, bei der höchste Entwicklung der Klang!ed)nik die Grundlage gewährt. Hinter diesen beiden Chopin-Dichtern treten die übrigen Pianisten zurück. Doch gerade das Iuden- - tum hat viel zur weitesten Verbreitung Chopins bei* getrogen, fast alle jüdischen Pianisten — und deren Allst ist Legion — haben nn besw» deren Chopin geliebt und gepflegt, so Thalberg schon und auch der jüngere geistige Meä)anil'.>r dcs Klaviers. Godowski, der die verblüffenden und tollkühnen 53 Studien über Chopins Etüden geschrieben hat. Anton Rubin st ei ns grandioses Spiel mit dem geradezu gewaltigen Anschlag und machtvollen Ton hat die Rcvolutions-Ctn.de ziun Beispiel zu einem großen Erlebnis gestaltet. Zluch Artur Schnabel, der Meister der Tciaillxchand. lnng nnd einer der herrlichsten Sänger ans dem Klavier, der ans der gleichen Schule wie Friedman kam, war nn Chopin-Spiel imponierend. Aber das weitere Anszählen würde zu weit führen. auch die jungen jüdischen Künstler, die heute in Deutschland weilen, beschäftigen sich, wie man wiederholt feststellen konnte, mit intensiver Liebe mit dem Chopin- Studium. Ihnen nnd überhaupt allen Klavierspielern, hat der jüdische Mnsiklehrer und -schriftsteiler Hugo L e i ch t e n t r i t t mit seinen Analysen nnd der seinen Monographie über den Kvmponisten die Wege bereiten helfen — kurz um wenige andere Größen der Musik hat sich das Indentnm so verdient gemacht, n«ie gerade nur Frödöric Chopin, den Raffael des Fortepiauo, wie Heine ihn genannt hat. Itruoo Kaiser. (teftWZSÜQ&tt. Breslau: 25. Februar, 20 Uhr 50 Mio.: Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Dozent Dr. Heinrich Lpcyer: „Die Nicdcrlassunlicn der Juden in den Ländern des Islam." Vessiiw-Saal. 23. und 20. Februar, 20 Ilhr 30 Min.: Kullurkrcis. Dela Lipinskaja. Am Fliigcl: Walter Lajtai-Lazarus. Frcuiidcs-Saal. Frankfurt a. Main: 25. Februar. 20 Ahr 30 Min.: Gesellschaft für jüdische Bollsbildung. Rabbiner Dr. Felix Aber (Bremen): „Steine reden. Dcc jüdische Mensch nach alten Franlfurter (ürabstcininschriftcn." Bereinshaus Esthersheimer Landstraße 27. K' i 1 Mit beberdlicher Genehmigung hat dich die Leitung des Kulturbundes Deutscher Juden entschlossen, ausserhalb d€T Mitgliedschaft ein festes Abonnement cinzurichten, um den Interessenten Gelegenheit zu geben, sich lür einen bestimmten Tag elneia SesSesa Fiats sichern zu können. Es ist gepinnt, die Abonnements-Vorstellungen, soweit der Schabbat-Ausgang dies gestattet, asa Gonnafccaö-AtucacSea (so&st Sonntag) stnlttlnden zu lassen. Es findet. monatlich eine Vorstellung statt. Das Abonnement läuft zunächst für 7 Vorstellungen (März bis September) bis zum Schluss der Spielzeit. U. ii. sind zunächst folgend» Werke in Aussicht genommen: Sec&s Personen stscfccn einen Autor von Pirandclio NeS>axiic dacros* (Habu cco).von Verdi (Erstaufführung für Berlin) CaQCÜda.von Shaw Das UcfecaslattgllcSse Kind (Lustspiel) von Neune» (Erstaufführung für Berlin) Als erste Abonnements-Vorstellung Ist geplant:. Secks Personen suchen einen Autor am Sonnabend, dem 9. März 1035, 20V* Uhr ehern. »Nachtigall vom Rundfunk« Die A f t ra k t i o n'für Ihren nächsten Untorhaltungsabend Berlin N 4, Chau*sno»tras«o d Fernruf A 6, 7287 EFE D ITH BACH 1 WGLLWARENHAUS f W EEKANNT FOR BILLIG UND GUT §§ | DRESDEN BRESLAU | QsiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiiniBQ Preise der A&omemesatsplätze: RM S»-* P're.mdenlog» 1. Reihe Orchcstorloge 1. Reihe Parkett 1.—-7. Reihe I. Rang Fantenil I. n. 2. Reihe Orchesterloge 2. Reihe Parkettloge. 1. Reihe I. Rang Scitenlpge 1. Reihe Parkett 8.—14. Reihe I. Sang Balkon 1.—3. Reihe Parkettloge 2. Reihe I. Rang Mittelloge Parkett 15.—Ii). Reihe II. Rang Mittelbalkon 1. u. 2. Reihe Amnoldungca durch das Vcnvnltnngsbüro desi Kultnr. 1> ii mies Oculscher Judou, Cbnrlotteu - Strasse 1)0—512 EU 3*- Kosista-U ©Fporira-Call zu Gunsten der V/ohlfafirtseinrichfiungen der israeiiflsch-sepliardischen Gemeinde nizi Sonnabend, den 2S. Februar 1035, 5> Für, ln den Cesnmtraumen des Logenhauses, Kleistütrasse IO. Eine Itclso auf dem Dampfer „Tcl-Aviv* Parbietungen an Bord: -SLx Singers“ mitrr.Kuthan. Hcrwegh. (vorn, Rohr, Gondosch. Hanni Brandt, 2'Orchester: Ader u. Sascha Dyckstein. 14 Solisten. - Künstler. Leit: Ferris Gondio (Gondosch). - Grosse Tombola. Gewinne u. a.: Eine Kelso nach Palästina hin u. «uriielt n. D. ..Tel-Aviv“, echt© wertvoll© Perser, tepntc.lie. Kleidung -wie an Bord. Bordpersonal, allerlei Volk. Gesellschafts ouette. Sonnabend, den 23. Februar und Sonntag, dort 24. Februar, 8*4 Uhr im ehern. Logenhaus, loachimsthalor Str. 12a V/üiisireit der Conference i 0 Künstler 1Q Conferenciers Annomari© Hase / Hans. Horsten I Martin Kottnor Woran & Glnftky I Bianca Eixhoiz / Bernhard Bernhard! und das grosso Programm Eintriit: RM 1.—, 1.50 und 2.— Tel.: H 9 8044 und J 1 6979 grn« UausvervTalSEsngsn Haussteuerberatuns Dr. lar. frlfz Kost amtlich zug#lan#n Berlin-Wüm... Kreurnachar Str.'.52. H 8. 1550 Seen 1. fi. §sra@S; Rechts- und Steuerberatuns —— Hausverwaltung —— Beste Erfolge bis in die letzte Zeit. Früher-als Anwalt tätig und Mitarbeiter von Fachzeitschriften. Charlbg. 9, Neidcnburger Allo® 7. J 3, 5054. pnrTSfTnr^.r?« LsmAlsreLlsWAS Badewannen Abwafiditlsche Bei|ueme Teilzahlung / Liste 6 gratis } teO£N£ßSli99' \ cKeicatscmzeiqen [] . Suche für meinen Solui, Akadcni., 26. zwecks Ausbau seiner kaufmännischen Existenz . , Heirat mit vermögender Barne entspr. Alters, evtl. Einheirat. Bildofferten erbeten. Diskretion Ehrensache. N. 1708, C.-V.-Zeltung, llerlln W. 15. Ende 00 bis Anf 40 m. gut. Prax. in Berlin. NÜcbe zwecks Ehe für m. Tocht. a. best. Farn. m. 100 000 M. Barverm. Diskr. selbstv. Vcrmittl. u. anonym ausgeschL Offert, unt. A. 171« an C.-V.-Zoitung, Berlin W. 15. Für Jurist, seit der Umwälzung in der Schuhfabrikation tätig, 30 J. alt, aus ’vcmög’d. Familie, rcpräscntablc Erscheinung, wird Einheirat in eine Schuhfabrik oder sonst, Fabrikunternehm. größ. Umfanges gesucht, - Off.u.V, 1738, C.-V.-Zeitg., Berlin W15. Immer genoss Spanien Bewunderung wegen seiner. Beiträge zur Bereicherung universellen Wissens. Einer seiner grossen Söhne war der berühmte Hu« 'manist Moises ben Maimon (Maimonides). Deshalb begeht die Stadt Cordoba (Spanien) die 800 jährige Wiederkehr seiner Geburt mit Feiern vom 25. bis .31. März 1935. Unternehmen Sie daher eine Reise nach Spanien, um ein Land kennen zu lernen, von dem seinerzeit die Kultur des Abendlandes ausging. Ausk. erteilt: PATRONATO NACIONAL DEL TURISMO, EN MADRID (MEDINACELI 2) Y PARIS (12, BOULEVARD DE LA MADELEINE). Zwecks Durchführung der Reise nach Spanien wende man sich an die führenden Reisebüros. 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