Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1935-02-21 · 8 (21.2.1935) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
8 (21.2.1935)
Date
1935-02-21
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2277379-2278097-2278105--09241-2290340
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

C-V.-Zfg.'\T Nr. 8 \V;,vf 3. Beiblatt V/ \/!! 1 O TÜ5 'Jj,\ia \/V '4JJS^>U> llii TTTf2^ 21.Febr; LW 1935 lÄäI§» iESdEWWW m MMM^s NMW Die Entwicklung des Arbeitseinsatzes für kauf, männische Angestellte verdient vom indischen Standpunkt ans insofern besonderes Interesse alS cS sich nur die Bernssgruppen bandelt, in' denen die Juden ein verhältnismäßig starkes Kontingent stellen. ES kann nicht verkannt wer» den. daß der jüdische stellungsuchende Angestellte trotz der eindeutigen Forderung der zuständigen Zentralstellen, daß die Grundsätze der Rassen, gesetzgcbuiig nicht aus die freie Wirtschaft ausgedehnt werden sollen, mit gewissen Schwierig' kciten rechnen nruß. Um so mehr ist ein allgemein günstiger Ausgleich von Angebot und Nachfrageaus dem Arbeitsmarkt für kaufinäniiische Angestellte eine wesentliche Voraussetzung dafür, daß auch die jüdischen stellungslosen Angestellten wieder in stärkerem Maße in den Wirtschaftsprozctz cingegliedert werden. Bei den kaufmännischen Aiigestelltcn war schon vor dem allgemeinen Konjunkturabsticg ein reichliches Ueberangebot von Arbeitskräften vorhanden. Das ist zum großen Teil auf die Einstellung vieler Kräfte für. im Grunde genommen.. miprvdllktive Arbeiten in der Inflationsperiode zurückzufnhren. Nach der Markstabilisierung wurden iin Zusammenhang mit der allgemeinen ■ Rationalisierung sehr viele kaufmännische Augestellte arbeitslos schon zu einer Zeit, als in anderen Bernsen die Wirtschaftsentwicklung noch keine so ungünstige Form angenommen hatte. Ein anschauliches Beispiel hierfür bietet die Feststellung. daß von Ende Februar 1929 bis Ende August 1929, also vor der eigentlichen Krisenverschärsung. die Gesamt zahl der männlichen Arbeitsuchenden von Wull) auf 1 785 000, also um -17 v. H. abnahm, während im gleichen Zeitraum die Zahl der kaufmännischen stellungsuchen, den Angestellten von 121 000 auf 130 000. d. h. um 7 v. H. znnahm. Hier -kommt zum Ausdruck, wie die Arbeitslosigkeit in diesem Berufe bereits im Jahre 1929 weniger einen saisonmäßigen als einen vorwiegend konjunkturellen oder, richtiger gesagt, strukturellen Charakter hatte. Lüie hat sich in der Zwischenzeit die Arbeitslosigkeit der kaufmännischen Angestellten entwickelt? Wir vergleichen zu diesem Zwecke die bei den Arbeitsämtern gezählten arbeitslosen kaufmännischen und Bürvangeslellten. getrennt nach Geschlechtern, in den Monaten Februar und November von 1930 biS 193-1. K <i u f m ä II n r s ch e und A ü r o a n a c st c l l t e bei den Arbeitsämtern . . Februar November Männer JvVflUlMt ' Männer Frauen 1030 . . , . 101 001) 65 000 144 000 94 000 1031 . . . 103 000 111 000 202 000 131 000. 1032 . . , . 232 000 150 000 249 000 156 000 1933 . . . . 259 000 167 000 209 000 126 000 1084 . . , . 190 000 114 000 142 000 60 000 Von Februar 1930 bis zum Februar 1933 fand bei beiden Geschlechtern eine erhebliche Zunahme - der Arbeitslosen statt. Seitdem ist wiederum eine starke Abnah,ne zu verzeichnen. Die Entwicklung in den letzten zwei Jahren war bei den Frauen besonders günstig: im November 1934 machte das Angebot von Arbeitslosen noch nicht einmal zwei Drittel des gleichen Monats vom Jahre 1930 ans. Bei den Männern vollzog sich der Arbeitseinsatz langsamer. Es ist jedoch scstzustellen. daß der beiden Geschlechtern im letzten Jahre die günstige Entwicklung überhaupt nicht unterbrochen wurde. Wie aus einem tabellenweiscn Vergleich der Zeit vom November 1933 bis zum Dezember 1934 hervorgeht, hat es in der Zwischenzeit bei den kaufmännischen und Büroangcstellten überhaupt keine „Rückfälle" gegeben. November 1033 Dezember „ Januar 1034 Februar „ März „ April ,. Mai Juli " August „ September,. Oktober „ November „ Dezember ,. Es ist zu berücksichtigen, das; bei den Frauen besonders durch die von der Reichsregierung geförderten Maßnahmen z,ir Eheschließung, ferner allgemein durch den Arbeüsplatzaustausch dw Zahl der Stellungslosen, die tzch bei den ossent lichen Arbeitsämtern meldeten, vermindert ist. Im Laufe des vergangenen Jahres melden st 1 allerdings, namentlich bei den kansmanm,chen Angestellten, wie der Bericht der.RerchSanstalt snr September 1934 betont, nicht unerheblich v °w Persoiien, die nicht unmittelbar auscrnein ^5 . Verhältnis kamen Diese wurden sewswerstandlrch in der Statistik miterfaßt. Es wäre wu sch nswert, wenn bei weiterhin allgemein 6üns g Entwicklung des Arbeitseinsatzes der raus männischen Angestellten, auch die jüdischen - suchenden Beschäftigung fänden-. Männer Frauen 209 000 - 126 000 204 000 115 000 107 000 117 000 190 000 114 000 184 000 108 000 177 000 104 000 168 000 93 000 150 000 85 000 . 154 000 76 000 151 000 74 000 148 000 72 000 146 000 68 000 142 000 60 000 141 000 158 000 Wirtschaftsgruppe Einzelhandel übernommen. Eirkö entsprechende Umgliederung der regionalen Gliederungen sei, wie von der Wirtschastsgruppe mitgcteilt wird, in Aussicht genommen. Die Organe (Präsidium und Führerbeirat) des Gesamtvcrbandcs des Deutschen Einzelhandels werden durch die Organe der Wirtschastsgruppe Einzelhandel ersetzt. Der vorläufige engere Beirat der Wirtschaftsgruppe besieht aus Herbert Tengelnr a n n, Fritz Jacobson und Dr. Fritz Neuendorf. Einzelhandels-Kundgebung in Karlsruhe Ans einer großen Kundgebung des badischen Einzelhandels in Karlsruhe erklärte, wie badische Zeitungen berichten, Reichssratthalter- Robert Wagner u. a., dem Programm der Schaffung eines gesunden, starken Mittelstandes sei die Partei in der Zeit der Opposition treu gewesen; sie werde ihm in alle Zilkunst treu bleiben. Die Einstellung der NSDAP zu den Fragen der Warenhäuser, der Konsumverein, der Einheitspreisgeschäfte, der Filialgcschäfte . und dergleichen bleibe immer die gleiche. Der Führer habe sich ans den Standpunkt gestellt, wir können unsere wirtschaftlichen Kräfte nur dann als Ganzes wieder in Gang bringen, wenn wir in der Zeit des schwersten Wiederaufbaues keinerlei Erschütterungen in diesen wirtschaftlichen Werdeprozeß hineintrügen. Es sei daraus hinzuweiscn, daß man in Baden willens sei, die Frage der Filialgcschäfte einmal gründlich 311 prüfen. Bereits heute sei eine starke Steigerung des Um-! satzes auch im Einzelhandel scstzustellen. Es werde nicht verkannt, daß es eine Anzahl von mittelständlerischen und cinzelhändlerischcn Betrieben gebe, die heilte noch schwere Sorgen 311. tragen hätten. Die Prüfung der Einzelhändler In einer Anweisung der Neichswirtschaftskainnier an die Vorsitzenden der Prüfungsstellen bei den Industrie- und Handelskammern werden, wie wir den Zeitungen entnehmen. Einzelheiten für die Durchführnng der nach dem Einzelhandels- . schiitzgesetz vorgesehenen mündlichen Prüfungen Ziim Nachiocis der ü-achkunde bekanntgegeben. - Diese Prüfung ist. ivic erinnerlich, erforderlich, weiin ein Einzelhaiidelsgeschäft errichtet bzw. überrroinmen werden soll lind wenn der Nachweis der Sachkliiide nicht anders, ivie z. B. durch eine Lehrzeit oder längere frühere selbständige Tätig, feit erbracht werden kann. Die Prüf u n g lt m saßt folgende Gebiete: Kalkulation, ' Buchhaltung und allgemeine kaufmännische Kenntnisse. N'ichtigste Rechtsfragen. Warenkunde und Vcrkaufskiuide. Dabei sind sämtliche Gebiete in gleichem Umfang hcranzuziehcn, insbesondere ist nicht uiir vorwiegend die Warenkunde, zu prüfen..- Auch ist den besonderen Verhältnissen nach Art und Größe der iu Aussicht genommenen Ver- ' kaufsstellen Rechnung zu tragen. Besonders wichtig ist die allgenreine Bestimmung, daß der Prüfling über das D u r ch s ch n i t t L w i s s e n e i n e s Kaufmanns-Gehilfen der betreffenden Branche verfügen muß, wobei loiederum entscheidend ist, daß bei der Vielseitigkeit der Einzel- Handelstätigkeit aus sämtlichen Gebieten g e w r s s e G r ii n d k c n n t n , s s e vorhanden sein müssen. Gewöhnlich wird in der Prüfung zunächst festgestellt, ob der Prüfling sich darüber klar ist, wie er die ihm zrir Aersügluig stehenden Mittel eiirsetzen will und welchen Umsatz er erzielen muß, um die Geschäftsilnkosteu decken zu können. Der Prüfling muß ferner mit den für ihn inaßgebendcn Bestimmungen der amtlichen Preisüberwachung und den allgemeinen kaufmännischen Kenntnissen vertrant sein. Er soll an Hand von Warenmustern über Art, Herkunft, Beschaffenheit, Behandlung und Lagerung der von ihm 31t führenden Waren Bescheid wissen. Vor allem soll er in der Lage sein, dem Verbraucher die seiliem Bedarf entsprechende Ware aiizlibieteii und ihn über die beste BerweudungS- - und Behandlungsart der Waren anfzuklüren. Bei der Bewertung der Kenntnisse darf auf die persönliche Bedi'irftigkcit des Prüflings keine Rücksicht genommen werden. Da bisweilen beobachtet worden ist, daß eine Um- . gehung des Gesetzes versucht wurde, in dem ein nur scheinbarer „G e s ch ä f t s l e i t e r" an-- gestellt wurde, wird ausdrücklich darauf hingewiesen. daß der verantwortliche Inhaber oder Leiter der Verkaufsstelle die erforderliche Sachkunde selbst Nachweisen muß. — (Weitere auch den Einzelhandel interessierenden Fragen siehe unter der Rubrik „Vom Handwerk".) Der IltÄu >MM«g Leiter der DirtlchaUrgruPpe elh-nd-l. Dr. Hayler. hat, w° ™ «sie berichtet, im Einveraehmen m t dem bet Reichsgruppe Handel die Desugmist tzungSmäßigen Organe der Hauptgemerndes ^Deutschen Einzelhandels, des Reich deS der Mittel-' und Großbetriebe des icn Einzelhandels und sämtlicher in Frage nder Reichssachverbände. im Bereich Im Zusammenhang mit der in der letzten Niunmer der „C.-V.-Zeitung" veröffentlichten Eingliederung der auf dem Gebiet der Marktordnung gebildeten Zusammenschlüsse in den Reichsnährstand werden letzt in der Tagespreise die Einzelheiten der organisatorischen Durchführung veröffentlicht. Die neue Hauptabteilung III des Reichsnährstandes, die aus der Zusammenlegung der bisherigen Hauptabteilungen III und IV entsteht, und den Namen „Der Markt" führt,- faßt in ihrer Oberabteilung A zusammen: Die Haupt- Vereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft, einschließlich der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizemnühlen; die Deutsche Milchwirtschaftliche Vereinigung (Hauptvereinigung), einschließlich der Wirtschaftlichen-Vereinigung der Dauermilcherzeuger und der Wirtschaftlichen Vereinigung der Schmelzkäsehersteller; die Haupt- Vereinigung für Schlachtviehverwertung; die Hauptvereinigung der Deutschen Eierwirtschaftp die -Hauptvereinigung der Deutschen Zucker- * Wirtschaft; die Wirtschaftliche Vereinigung der Deutschen Obst- und Gemüseverwertungsindu-- strie; die Wirtschaftliche Vereinigung Deutscher Stärkeindustrie; die Wirtschaftliche Vereinigung der Kartosfelflockenhcrstcller; die Wirtschaftliche Vereinigung der Margarine- und Kunstspeisefettlndustrie; die Wirtschaftliche Vereinigung der Deutschen Fischindustrie; die Wirtschaftliche Vereinigung der Mischsuttermittelherstcller Deutschlands. Ferner gehören der Oberabteilung A an: Der Reichsbeauftragte für den Absatz von Gartenbauerzeugnissen; der Reichsbeauftragte für Kartoffelabsatz; der Reichsbeauftragte für den Absatz von Hülsensrüchten; der Beauftragte des Reichsnährstandes für den Absatz von Weinbauerzeugnissen: der Beauftragte des Reichsnähr- : stand es für die Regelung des Hopfenmarktes; der Beauftragte des Reichsnährstandes für die Erzeugung und Absatz von Grünkern; der Treu-, bänoer für die Rohkakao verarbeitenden Betriebe; der Beauftragte des Reichsnährstandes für den Absatz von Wolle. Außerdem wird bei der Obcrabteilung A eilte Abteilung Holzwirtschaft und eine iveitere Abteilung für die sonstigen Gebiete der Markt- Ordnung gebildet. Die Oberabteilung B gliedert sich in folgende Abteilungen: Marktrevision, genossenfchaftliche Revision, Kredit, Versicherung, allgemeine genossenschaftliche Fragen, allgemeine Fragen des Landhandels. » Im Zusammenhang mit diesem Ausbau sind' auch eine Reihe wichtiger Personalveränder n n g e n im Reichsnährstand erfolgt. Hierzu teilt nach der Tagespreise das Stabsamt des ReichSbaucrnführerS u. a. mit, daß die neue Rcichshauptabteilung NI „Ter Markt" dem bishcrigcn Reichshauptabteilungsleitcr IV, Karl Vetter, übertragen worden ist. Zum Stabsleiter der Reichshauptabteilung III wurde der bisherige Stabsleiter der Reichshauptabteilung IV. Alfred Reinhardt, zum Ober-Abteilungsleiter A (Marktvrdnung) der Reichshauptabteilung III der bisherige Generalinspektcur für die Durchführung der Marktordnung im Reichsnährstand. Georg Rcichart, und zum Ober-Abteikungsleiter lz (Marktfördcrung) der bisherige Reichshauptabteilungsleiter IN. Arnold Trumpf, bestellt. ' Damit die Wünsche des Reichsnährstandes auf handelspolitischem Gebiet im Reichs- und preußischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft ausreichend zur Geltung gebracht werden können, hat der Reichs-, und preußische . Minister für Ernährung und Landwirtschaft und Nelchsbauernführer Walther Tarrö den bisherigen Stabs-Hauptabteilungsleiter Dr. Winter unter Enthebung von seinem Amt in das Ministerium berufen, und der zustündigeit Abteilung V zur AufrechterhaltuNg der Verbindung zwischen Reichsnährstand und Ministerium zugeteilt. Die ^-Leitung der Stabsabtcilung 0 ' ist dem Abteilungsleiter Paul Beer kommissarisch übertragen worden. _______ MMss«der WWW Der Präsident der Jndustrie- und Handelskammer, Dr. Gelpcke, ist wegen starker anderweitiger Inanspruchnahme auf seinen Wunsch von seinem Amte entbunden worden. Der Reichsivirtschastsminister hat Dr. Gelpcke jedoch gebeten Vorsitzender der Zulassungs- stelle an der Börse zu bleiben. Zu seinem Nachfolger wurde Staatsrat Neinhart ernannt, der sein Amt als Präsident des Börsen- Vorstandes zu Berlin beibehält. * Der Treuhänder der Arbeit für das Wirt sch aft--gebiet Niederfach sen, Dr. Markert, ist, wie nach der TageSpresse amtlich mitgeteilt wird, von seinem Amte zurückgetreten. . * * Die bevorstehende Leipziger Textilmesse wird ans Wunsch der beteiligten Kreise nicht bereits am 6. März geschlossen, sondern dauert bis zum 7. März. * Auf Grund einer neuen Anordnung tritt die bereits früher im einzelnen bekanntgegebene Kontingentierung der Hopfenan- ' bau fläche mit dem 15. Februar in Kraft. ' * Die Meldefrist für die F a ch g r u p p e „D e r - 1 fteigeret" bet Wirtschastsgruppe Vermittler- ' gewerbe läuft Dom 1. Februar bis 28. Februar. - * Die Neberwachungsstelle für Holz veröffentlicht eine Gebührenordnung. Die Gebühr beträgt 2 pro Mille des Fakturenpreises. * - Durch eine Anordnung der Ueberw ach un gS stelle für Wolle wurde mit- Wirkung ab 12. Februar der ausnutzbare Teil der allgemeinen und besonderen Eiukaufsgenehmigungen für alle Betriebe gleichmäßig unter . Anrechnung des bisher ausgenutzten Teiles auf ' .100 Prozent festgesetzt. Die bisherige Bestimmung. - nach der allgemeine und besondere Einkaufsgenehmigungen nur bis zu einem Drittelaus- . genutzt werden dürfen, tritt damit außer Kraft. * Auf Grund einer' Anordnung der Ueberwachungsftelle für Waren verschie-!!>ener Art muß eine Feststellung der Rohstoff, bestände für die deutsche Kork--und Kork-/ warenrndustrie von Einführern. Händlern. >; Verarbeitern und Lagerhaltern nach dem Stande vom-81. Dezember 1934 auf Grund von Vor- , drucken der Ueberwachungs stelle vorgenommen - werden. Dre Fragebogen sind bis 28. Februar 1935 ernzusenden. - t r. Durch die allgemeine Anordnung auf dem G ebretder-Fettver.sorguna vom27. Novem- ber 1934 war bestimmt worden, daß derjenige, der 1 Oele und Fette, im Zollinland als Speisefette oder ' Eugen Landau war am 17. März 1852 in BrcSlau geboren; er trat dort m daS von seinem Vater begründete und in späteren Jahren il.rch Berlin verlegte Bankgeschäft Jacob Landau e''n. Schon vorher hatte sich die väterliche Firma in einer für ihre Zeit beachtlichen Weise mit der - Finanzierung großer Industrie-Unternehmungen befaßt. Die AEG und ihre Gründer haben diesem Hans große finanzielle Unterstützung zu verdanken, in einer Zeit, in der gerade die Elektroindustrie noch nicht zu den allgemein anerkannten Standardindustricn der Wirtschaft zählte. Es ist typisch für den Menschen und Wirtschaftler Engen Landau, das; cs ihn trotz großer Erfolge in der Enge des eigenen Bankgeschäfts, das er nach deS Vaters Tode gemeinsam mit seinem Bruder führte, nicht litt. Er wollte persönlich wirken, seinen Rat, seine Erfindungsgabe und fein Kvmblnationsvermögcn unabhängig von der eigenen Firma der Wirtschaft zur Verfügung stellen. Er schuf einen in den letzten Jahrzehnten fast einmaligen Typ des Wirtschastsführcr: den desBcr a t e r s, eines Beraters aber, der auf Grund seiner Fähigkeiten, seiner Lebendigkeit und seiner Einfühlungsgabe einen großen Einfluß auf die ihm nahestehenden Unternehmungen ansübte. Die väterliche Firma wurde bald auf die N a t i 0 n a I - bank für Deutschland übcrgeführt. an deren Gründung Engen Landau selbst schon beteiligt war. Nun beginnt die Zeit seiner großen Transaltionen, durck) die er sich in der Geschichte der deutschen Wirtschaft einen dauernden Platz sicherte. Noch das letzte „Handbuch der Aufsichtsrate" zeigt etiva ein Dutzend Unternehmen, deren Verwaltung er angehörte; das ist aber wenig gegeil die Zeit vor wenigen Jahren, in der es ungefähr dreimal soviel Gesellschaften waren, die sich seines tllatcs bedienten. Wir können an dieser Stelle nur einige wenige besonders hervorragende Arbeitsgebiete Engen Landaus, der außerdem den für euren Juden seltenen Rang eines Atajors der Landwehrlavallcric a. D. cinnahm und lange Jahre spanischer Generalkonsul in Berlin war. erwähnen. Neben der bereits genannten AEG galt sein Interesse vor allem der 0 b c r s ch l e s i s ch c n Z nd n st r i c. Gerade hier kann man seine Tätigkeit als richtungsweisend für den späteren Zusammenschluß der wichtigsten obcrschlesischeu Industrie- Werke iu den Vereinigten Oberschlesischen Hüttenivcrken' bezeichnen. Schon vor dem Kriege führte er. der vor allem im Aufsichtsrat von Ooerbedars tOberschlesische Eisenbahnbedarf A.-G.) saß. eine Reihe bedeutender Fusionen durch, zuletzt noch ist er in der Aufsichtsratslistc der Vereinigten Königs- und Laurahütte zu finden. In der chemischen I n du st r i e hat er im Rütgers-Konzern Hervorragendes geleistet, der Zusammenschluß der Bier- Sprit-Gruppe Schulthciß-Kahlbaum war in erster Linie sein Werk. Neben der früheren Natioualbank für Deutschland hatte vor allem auch die Commerz - L Privatbank, deren stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender er lange Jahre - war. viel mit ihm zusammengearbeitet. Lchlicßlick) darf in dieser keineslvegs vollständigen Zahl seiner Arbeitsgebiete auch die Berliner Hotclbet r i e b s A.-G. nicht fehlen, an deren Entwicklung er einen wesentlichen Anteil hatte. 83 Jahre alt ist Engen Landau gcivorden und bis in die letzten Jahre hinein hat er mit Interesse, Ansinerksamkeit und lebendiger Anteilnahme die Entwicklung der Wirtschaft und vor allem die., der von ihm besonders betreuten Unternehmen, verfolgt. Aber, wie gesagt, diese finanzielle Tätigkeit ist nur die eine Seite seuies Wesens gewesen. Was er gerade in der jüdischen Wohltätigleit geleistet hat. wird an anderer Stelle unseres Blattes geschildert. Darüber hinaus war er auch vielen,- vielen anderen, die an ihn herantraten, Helfer und Berater. Wenn diese Zeilen in die Hände unserer Leser kommen, wird sich znm zweiten Male in kürzester Frist das Tor des alten Berliner jüdischen Friedhofes in.der Schönhauser Allee geöffnet haben, um nach Mar Liebermann nun auch Eugen Landau zur ewigen Ruhe eingehen zu lassen. H. W—1. als technische Fette herstellt, aus dem Zollausland oder ans einem Zollausschlußgebiet einführt, oder aus dem Zollinland ausführen will, zur Veräußerung dieser Waren der Genehmigung der für seine Ware zuständigen Ueberwachnngsstelle bedarf. Zu diesen Waren gehören auf Grund einer am 6. ^Februar erlassenen Anordnung auch Oelfirniffe, auch mit Zusatz von Trockenmitteln, Firnisersatz, Standöl, Vogelleim aus eingedicktem Leinöl. Auch die Anordnung 4 der Ueberwachungsstelle wirdbctreffcnd der Lagerhaltung durch den Zusatz der gleichen Positronen ergänzt. * Wie die Arn old- Bern st ein-Schiff- . fahrts-GmbH mitteilt, ist der Ankauf der Red Star-Line bzw. der Schiffe „Pennland" und „Westerland" (zusammen 33 000 BRT) desimtiv abgeschlossen. Der Sitz der Red Star-Reederer wird' von Liverpool nach Hamburg verlegt, wo eine eigene Firma unter dem miterworbenen Namen „Red Star-Line" eröffnet wrrd. Die Einstellung der Schisse werde 450 deutschen^ Seeleuten dauernde Beschäftigung geben, ganz abgesehen von den namhaften Devisenbeträgen, die man der Reichsbank . zuzuführen hofft, und abgesehen auch von dem Um-. satz an Kohlen, Verpflegung und Ausrüstung, der ' nach Deutschland kommen solle. « ' Im ganzen Jahr 1934 waren die Umsätze der Warenhäuser, wie in d'er Tagespresfe mitgeteilt wird, um 2,7 Prozent höher als 1933, - um 4,4 Prozent niedriger als 1932. Ber den Kaufhäusern schließt das Jahr 1934 mrt einem Umsatz, plus von 8,7 Prozent ab. Auch hier ist der Stand von 1932 noch nicht erreicht. Die Umfatzminderung gegen 1932 beträgt noch 5,9 Prozent.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.