Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 7 (14.2.1935)
- Date
- 1935-02-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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i ü? Zweite ©vimtoicrfiöltnis, hnS ss h ri st «> n s *U1”' chic Entwertung der Elementarkräfte durch den ©eist völligen. Die Wendung des Paulus gegen das „Gcschüpsliche". Krcaturische Nt dafür kennzeichnend. Daher stammt das asketische Lebensidcal. das immer wieder mit den E.lementartrieben (Hunger, Sexualität, Machttrieb) kollidiert. Dagegen ist das dritte Grundverhäktnis das Judentum, ein Realfystem des Geist es, d. h. der ©eist — als das von Gott her Wehende — verwandelt die Elcmcntarkräfte, indem er den Widerstreit zwischen ihm und'den kleinenMrtraften in einer höheren Einheit aufhebt. In dieser „Weliheiligimg", dritte Gruudverhäitnis zu dernirlen vermag, erweist sich die Mächtigkeit des Geiste?. f. p*. Ch. Albeck: „Der ideale jüdische Staat“ Am dritten Abend der Maimonides'VortrogSreihe, die die Vehra nslatt für die Wissenichajt des Judentum» veranstaltet, sprach Dozent Dr. GH. Albeck über „Ter ideale jüdische Staat und seine Gesetzgebung". Ter heidnische Staat, auch in der Konzeption eines Platon, ging von der Ungleichheit der Menschen, pon Macht und Herrschaft aus. Die jüdische Staatsidee dagegen sah auf den einen Weltenschöpser und die Gleichheit der nach seinem Ebcnbilde geschaffenen Menschen, sie strebte nach Frieden und sozialer Gerechtigkeit. Altes Recht ging für sie von Gott aus. die Rechtsverletzung war Sünde um seinetwillen, und so tvar das gesamte Leben des Staate? von Gott und seinem Gesetz her geordnet. MaimonideS hat durch sein Werk die Einsicht in die Ordnung und den Ban des idealen jüdischen Staates erst möglich gemacht; als rcligivuSphilosophischer Schrislsielter, der ans Aristoteles fußte, wäre er vielleicht bald vergessen worden, aber als Schöpfer der „Mischne lora“, der großen, erstmals systematischen und deshalb sich nicht streng an die Abfolge des Talmuds anlehnenden Sammlung aller halachischcn Vorschriften von den Anfängen des Indcntrnncs bis in seine Tage, reihte er sich ein unter die Großen in Israel. Ter ideale jüdische Staat war in allen seinen Beziehungen und LebenAiußcrungen an da? Gvttesgcsetz gebunden, von dem mir'schwach cnttvickclten Staatsrecht, das den Richter, aber auch den König und ihm gegenüber — gewissermaßen ebenfalls als staatsrechtliche Einrichtung — den furchtlosen Mann aus dem Volke, den Warner, den Propheten kannte, bis zum stark ausgeprägten Wirtschafts- und Verkehrsrecht mit seinen sozialen Tendenzen. Eine eigentliche Theokratie bestand nicht, weil die Stellung der Priester, so stark sic tvar, dennoch gegen beit Machtbereich der Staatsfunktionäre genau abgegrcnzt war. Alles Leben im Staat sollte Erfüllung eines GvttcsgefetzeS sein: Ritual- und Sozialgcsehe standen einander gleich, und als die Propheten ihre Stimme gegen die soziale Ungerechtigkeit erhoben, forderten sie zugleich auch die Beachtung der Ritualgesetze. deren Befolgung ihren Zeitgenossen freilich sclbstperständlichcr war. Als die Wirklichkeit dem idealen Staat immer weniger entsprach, wandte das Judentum seine Gedanken in die Zukunft. zum messianischen Staat, in dem die ganze Menschheit das Gottcsgebot erfüllen werde. K. J. R. Von Donnerstag zu Donnerstag 17. Februar, 20 Uhr: Künstlerhilfc. Rezitationsabend ..Wir Juden." Rabbiner Dr. M. Winter. Fridel Hall. Synagogenvcrein Friedenau, Sticrstraße 21. I. IS. Februar, 20 Uhr: Israelitische RcligionSgescllfchaft Lichteubcrg. H. Amvlski: „Wird die heutige jüdische Jugend richtig erzogen?" Dpnagvge Frankfurter Allee 65. 1». Februar. 18 Uhr: Musikalischer EinsührungskurS in „Das Hohe Lied". Dr. Margot Rieß und Glsc Cohu-Praußintz. Londshuter Straße 4. 20. Februar. Frcmengrnppe der Agndas Israel. Tisktlssionsabend. Dr. Bertha Badt-Strauß: „Iugendlektürc." Siegmuudshoi. 20. Februar. 20 Uhr 17» Min.: Jüdischer MuseumSverein. Lichtbildervortrag Dr. Helen Rosenau: ..Der Synagogenbau und sein Einfluß im abendlänoischen Kiilturkreis." Jüdisches Museum. Oranienburger Straße 31. Gottesdienste In den Gemeinde-Synagogen am 15. und 16. Februar 1935 Alter RituS: Alte Synagoge (31.®.), Heidcreutergaffe 2—4; Synagoge Kaiserstraße 29/30 (Kais.); Synagoge Rykestraße 53 stllykc); Synagoge Pcstalozzistratze 14/15 (Pcsta); Synagoge Kottbusser User 48/40 (Kottb.). — Rhawas Reim; Synagoge Münchener Straße 37 (Mii.); Synagoge Gruncwald (Grün.), Franzensbader Straße 7. Neuer Ritus:?.'cue Synagoge (N.2.), Oranienburger Straße 30; Synagoge Lindenstraße 48—50 (Li.); Synagoge Lützow» straße 10 (Lü.); Synagoge Fasanenstratze 79/80 (Fas.); Synagoge Lcbctzowstraße 7/8 (Lcv.); Synagoge Frie» dcnStenchcl (Fried.), Markgraf-3Ubrecht-Straße 11/12; Synagoge Prinzregentenstraße 69/70 (Prinzrcg.); Synagoge Schmargendorf, Bcrkaer Straße 32—35 (Altersheim) fSchmarg.j. » Synagoge Köpenick (Köp.), Freiheit 8; Synagoge Oranienburg, Havclstraße 6. Freitag abend: (54 Stunden vor Nacht Lichtzünden und Werkvcrbot) Synagogen mit altem Ritus und Altersversorgungsanstaltcn sowie Lindcnstraße und Frie» denstcmpel: 15. Februar, 17 Uhr 30 Aiin. . Jeden Freitag abend: Neue Synagoge. Synagoge Lindenstraße und Synagoge Fasanenstraße: 18 Uhr; Synagogen Levehowstraß'e und Schmargendorf: 19 Uhr; Synagoge Prinzregentenstraße: 19 Uhr 1.5 Min.; Synagogen Lützvwstraße >ind Fasancnstraße: Iugcndfcier im Anschluß an heil Hauptgottcsdienst. Predigten: Fried.: Dr. Lcwkvwitz. II. AbendgvtteSdienst: IS Uhr 15 Min.. Dr. Sänger. Ansprachen: Li.: Dr. Sallcr; Lcv.: Graf; Fas.: Dr. Wiener; Prinzrcg.: Dr. Galliner; Lü.: Dr. Dogelstcin. Sonnabend vormittag: Synagogen mit altem Rituö und Altersvcrsorgnngsanstalten: 9 Uhr; Frühgottesdienst: Syn» Level,vwstraße und Prinzregentenstraße: 7.30 Uhr. Synagogen mit neuem Ritus: Hauptgottcsdienst: 10 Uhr. FrühgotteSdienst: Synagoge Lindcnstraße, Lcvctzvwstraße und Prinzregentenstraße: 7.30 Uhr. Predigten: A.S.: Dr. Cohn; Kais.: Dr. Cingcrmann; Rykc: Dr. Rußbaum; Mü.: Dr. A. Lcvy; N.S.: Dr. Wcyl. JugendgottcSdienst: Jeden Sonnabend 16 Uhr: Synagoge Münchener Straße: Dr. A. Lcvy. Sabbat-Ausgang: 18 Uhr 01 Min. Gottesdienst an den Wochentagen: Abends: Alte Synagoge: Beginn wie am Vvrhcrgchenden Frcitagabeild; übrige Synagogen: 17 Uhr 30 Silin. Morgens: Synagogen mit altem RituS: 7 Uhr (Synagogen Münchener Straße und Kottbusser Ufer: 7 Uhr 15 Min.; Synagoge Pcstalozzistraße: 7 Uhr 30 Min.). Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr 30 Mim In den Vereins-Synagogen Jüdische Reformgemeinde. Freitag» 15. Februar, 18 Uhr 30 Min.: Ehemaliges LogcnhauS, Joachims» lHaler Straße 13. Predigt: Dr. Rosenthal. «sonntag, 17. Februar. 10 Uhr 30 Min.: Gotteshaus Ivhannisslraße 16. Predigt: Dr. Gottschalk. — Liberale Synagoge Norden. Schönhauser Allee 102. Freitag. 1» llhr 15 Min.: Predigt: Zimet. Sonnabend. 10 Uhr: Lit.: Zimet. — Liberale Synagoge Osten, Kaiserstraßc 30. Freitag, 19 Uhr 30 ILUln.: Predigt: Dr. Rosenthal. Sonnabend, 10 Uhr: Lit.: Coetz. — Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176. Freitag, 19 Uhr 30 Min.: Predigt: Brasch. — Liberale Synagoge Westend, Kaiscrdamm 78. Freitag, 19 Uhr: Predigt: Tr. Schenermann. — Liberale Synagoge Wedding» Reinickendorf. Persische Straße 13 (Altersheim). Freitag. 19 Uhr 30 Min.: Predigt: Goch. — Jüdischer Rcligionsvercin Friedenau-Steglitz und Umgegend, Slicrstraße 2l. Freitag. 17 Uhr 30 Min.: Jugend» andacht. Predigt: Rabbiner Dr. Winter. Sabbat 8 Uhr. Mincha 17 Uhr 10 Min. Mrdrasch-Dortrag: Rabbiner Dr. Winter. Mittwoch, 20 Uhr: Gemeinde» abend: Musikalisch-deklamatorische Vorträge. Donnerstag abend: Talmud SchiaS: Dr. Löb, Dr. Harry Lcwy. Bibliollick und Lesehalle: Sonntag 8 bis 10 Uhr, Mittwoch 18 bis 20 Uhr. — Synagoge Pafsauer Straße 2. Freitag, 17 Uhr 15 Min., nach dem Gottes» dienst: Oneg Schabbath für die Jugend. Sonnabend, 9 Uhr: Schrifterklärung: Rabbiner Dr. Altmann. Mincha 17 Uhr 5 Min., Lehrvortrag: ..Sinn und Geschichte der Gebete". Maariw 18 Uhr 1 Min. Wochentags 7 Uhr 15 Min. und 17 Uhr 15 Min. — . Synagogcnvccein Wcißcnsee e. B. Jeden Freitag, 18 Uhr, Sonnabend. 10 Uhr: Gottesdienst in der Wartehalle des FricdhofeS. Freitag, 15. Februar: Rabbiner Dr. van der Jyl: Ansprache an die Jugend. Im Anschluß an den Sabbat-Gottesdienst: Oneg Schabbath im Gcmeindchause. Berliner Allee 234. — Jüdische Religionögemeinde Charlotten bürg e. D. Freitag. 15. Februar, 17 Uhr 30 Min.: Predigt: Rabb.- Kand. Hamburger. Sonnabend, 16. Februar, 9 Uhr 30 Min.: Einsegnung durch Nabb.Kand. Hamburger. Aus den Synagogenvereinen Neuer Shnagogenverein Rhkcslraße. 16. Februar. 20 Uhr 30 Mi,».: Rabbiner Dr. Manfred Swarscnsky „Jüdische Religion heute". Gesang: Obcrkantor Ahlbcck. — Synagoge Fasanenstratze. 16. Fcbrllar, 20 Uhr 30 Min.: Dr. Sänger „Menschen — Mauern — Mächte", Gesang, Orgel. — Liberale Synagoge Osten. 21. Februar, 20 Uhr: 2. Gcmeindeabend. Rabb'ner Dr. Sänger „Untergang und Aufstieg im jüdischen Schicksal". Gesänge: Hilde Lcibholz-Kuosel. Kantor Wcißmann, Knabcnchor der Schule Kaiserstraßc. Schulaula, Kciscrstraßc 30. — Verein Synagoge Lühowstraße. 21. Februar, 19 Uhr 30 Min.: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls: 2. Jahresbericht 1934. Referat des ersten Vorsitzenden; 3. Kassenbericht und Vorlegung der Bilanz 193-1; 4. Allgemeine Aussprache; 5. Dorstandswahl; 6. Antrag Vcrthold Israel: „Aenderung bei Einführung Trauernder in die Synagoge"; 7. Bortrag des Mitgliedes des Gemeindcvorstandes Dr. Walter Alexander „Unsere jüdische Schule", Trausaal der Synagoge. Die Hundertjahrfeier der Mädchen-Mittelschule Zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Mädchemnittclschnle der Jüdischen Gemeinde hatte sich am letzten Sonntag eine stattliche Zahl von Gästen versammelt. Neben dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde, der fast vollzählig vertreten war, sah man Delegierte der Reichsvertretung, des Schulvorstandes, der Rabbinen und der Repräsentantenvcrsaminlnng. Ihnen allen galten die Begrüßnngsworte Dr. A l c r. a n b c t §, der mit besonderer Freude eine große Zahl der an der Mädchenmittclschnle tätig gewesenen Lehrer und Leiter unter den Gästen sah. „Eine so ernste Zeit lvie die gegenwärtige," so führte Dr. Alexander aus, „zwingt uns geradezu, auf unsere Leistungen im deutschen Vaterland hinzuweisen. Dazu gehört vor allem, was wir für unsere Jugend getan haben. Hundert Jahre umfassen mehr als drei Generationen, hundert Jahre lang hat diese Schule daS deutsche Judentum begleitet durch Not zur Freude, durch Sorgen zur Blüte, bis zu dieser ernsten Zeit. Auch sie wird sich würdig cmschließeu einer Geschichte, in der Judenschicksal verlangte, aus Negativem Positives zu schassen, um immer wieder neu cmporzusteigcn." Tr. Alexander gc-. dachte der Männer, deren Leistungen für diese Schule getragen waren vom Idealismus der Pädagogen. Er zeichnete die Persönlichkeit von Direktor Dr. Joseph Gutmann. der gegenwärtig an hervorragender Stelle in der Schulverwaltung arbeitet, mit den Worten: „Gutmann ist der Mensch, der sich zur Ruhe setzte, um mehr arbeiten zu können." -Liiit einem tiefempfundenen Wort zu den Schülerinnen schloß Tr. Alexander seine Ausführungen. Rektor Dr. Stern, der gegenwärtige Leiter der Schule, dankte allen, insbesondere seinen Amtsvorgängcrn, die diese Schule geführt hoben durch eine Zeit des Kampfes um Recht und Anerkennung. DaS Ziel der Schule bei ihrer Begründung. die Juden cinznglicdern in die deutsche Volksgemeinschaft, steht uuverrückt fest. So mie Direktor Dr. Gntmauu der Schule das Gepräge aufdrückte durch Achtung vor dem Schüler, so hot Dr. Spanier wegweisend die Kunst in die Erzichung der Schule aufgcnvuunen. die Kunst, die tn ihrer erhabensten Größe in der Bibel ruht. Diese Ausführungen waren künstlerisch umrahmt durch Ehorgesänge des Schulchors unter Leitung von Alfred Loewy. und durch ein Violinkonzert der Eeigenkünstlerin P i n e 11 c P a s ch. Das von einer ehemaligen Schülerin vorgetragene Gedicht „Dank an die Schule", sowie eine Dichtung des Lehrers Georg Feige „Hundert Jahre", die von einer Schülerin der V. Klasse vorgetragen wurde, gaben der Feier einen würdigen Ausklang. Das Berliner Lehrhaus Montag, 18. Februar. Jüdisches Lehrhaus: Helen Rosenau: „Kult und Bau der Synagoge" (mit Lichtbildern). Dortragssaal Fasanenstraße 79'80. — Arbeitsgemeinschaft: „Gerechtigkeit als religiöse und soziale Idee des Iudentumtz" findet wegen Arbeitsüberlastung von Dr. Swarsenski im DIärz statt. Leo Kreindler 30 Jahre im Dienste der Jüdischen Gemeinde in Berlin. In diesen Tagen waren cs 30 Jahre, daß Leo Kreindler, der Haupt- Schriftleiter des Berliner „Jüdischen Gemeindeblattes", im Dienste der Jüdischen Gemeinde stand. Wir gratulieren dem verdienten Kollegen zn seinem Ehrentage. Handbuch des ilidischen Wissens 400 Seiten, 250Textabbildungen, 35 einfarbige und 6 mehrfarbige Tafeln. Unter Mitwirkung jüdischer Fachwissen- »chaftler aller Richtungen. Hervorragend ausgestattet Sn Ganzleinen M. 4.00 Zu bezlahendurchd. Buchhandel u. PHILO-VERLAG UND BUCHHANDLUNG GmbH. Berlin W 15, Pariser Strasse 44 FAMILIENVERSORGUNG \ KINDERVERSICHERUNG . . 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