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Central-Verein-Zeitung · 1935-02-14 · 7 (14.2.1935) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
7 (14.2.1935)
Date
1935-02-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 7 2. Beibl RrbnHnnn Hi y iJ m:u inn 14.Febr, LuJudiUii -tUüsLi Besuch im Altersheim Schmargendorf Von George A. 3m IHcrnriMjcn Na6,kaß des allzu fti'rh acstorbem'i» D'chteiS George A. Gvld schlau s,ch nne '»liebersibrist der tfmbvürfc v„n, Äd) be.«!l c'!!lfll!'> »Ifdjcn Wcmclnbe ^cilin tu Ber tn-v-chmaraendarf. ©ir mt ”lb|n|UMJtibCt n,,<>fiil)Vliri)011 ««'Jtffotunfl folflcnbc ... Und dam, ftcljt man Hot der mächtigen, nieit ausladenden viHIidjen Fassade. läßt den dorden Reiz itjrrr ronffrurtiueit Streng auf sich wirken und fühlt. »vic aus den, Anblick dieser zweckvollen Schönheit ein Gefühl von Spannkraft und Freude ans und übergeht. Dieser bar Hier fahren geschaffene Ban — ein Altersheim? Nein, ein Hans in der Sonne, bau Licht und Lust überströmt! Schon sein äußerer Anblick mit derklaren, eindeutigen Gliederung wirkt stark und unmittelbar. Da ist keine Zutat, kein Schmuck, kein ..Puh", keine Verdeckung der kvnstruktiben Linie — organisch und ehrlich in Form und Stofs bekennt sich diese Fassade zu ihrer bescuideren Ausgabe. Gin kurzer Nnndgang drinnen bestätigt den ersten, flüchtig gewonnenen Eindruck. Alles, was da ist. ist zum Gebrauch, zur Erhöhung der Be» haglirhkeit da. altes hat Lebenswert, nichts ist rein dekorativ und doch gerade darum desto schöner. Man schlendert durch die blendend sauberen, linvleun,belegten .Korridore, liest hier und da aber den Türen eine Stiftungsinschrift, man verweilt in den freundlichen geschlossenen Tagesräumen, denen eine schlichte, großflächige Goldschlag Holzbekleidung Wärme und Gemütlichkeit verleiht. Hier ■ stehen überall zum allgemeinen Gebrauch kleine Büchereien zur Verfügung, teilweise Privatbesitz der Insassen, in denen meine hungrigen Biblwphilenaugen neben lleblichem und weniger Bedentnugsvollem manches Reizvolle entdecken. Außer diesen frei ausgestellten Büchern sorgt noch eine im Hause befindliche Bibliothek für die Befriedigung des Lesebedürfuisses. Wer aber keinen Lesehunger hat, der schmaucht vielleicht in, Rauchzimmer ein vergnügliches Pfeifchen, versucht mit einem gleichgestiinmtei, Partner eine Schachpartie, studiert seine Zeitung oder diskutiert. Zn allen Tagesrämnen des Hauses stehen Lautsprecher, die auch vom Dienstzimmer her besprochen oder mit Schallplatte», bespielt werden können. Für besondere Veranstaltungen ist ein kleiner Saal mit Klavier, Schrankapparat und Harmoniurn vorgesehen, der sonst de», fast ßu auswärts Wohnenden als Cpeiseraun, dient, während die Insassen selbst auf ihren Zimmern speisen. Die Küche zu besichtigen. möchte ich allen Hausfrauen als besondere Augenweide gönnen. Hier ist strenge Trennung nach milchernor m»d fleischerner Kost dnrchgeführi: riesige blinkende und blitzende Kasseeinaschinen. Speisekessel mib Heizplatten, teils elektrisch, teils mit überhitztem Dampf betrieben. sorgen für Bereitung der erforderlichen, nicht ,u,beträchtliche», Portionenmengen. Alan spürt Respekt vor der hier geleisteten Arbeit, die täglich 175 Insassen und etwa 50 auswärts wohnende Gäste versorgt. Man muß einmal einen Blick in diese Zimmer getan haben, um zu würdigen, mit welcher überlegten Vorsorge hier schon vom Architekten auf Wünsche und Erfordernisse Bedacht genommen worden ist. Zentralheizung, fließendes warmes und kaltes Wasser in der hoch ansgekachelte», und mit ei>»em Spiegel versehene», Waschecke gibt es in jeden, Zimmer. Die in neutralen Farbe», gestriä^nen Wände diene», den, verschiedenartigsten »niteingebrachten Mobiliar als ruhiger Hinlergritnd. Von der Straßerifront sieht »nan je drei lxsionders hohe, schmale Buntglasfenster: der Synagogenra»»»n. dev. in, dritte», Stockwerk gelegen, die »tanze Tiefe des Gebäudes emnimmt, empfängt seine be» herrschende Rote d,irch die Verwendung ainerikaliifrtjen Kiefernholzes. Blau l>,t hier eine looliv Haft feierliche mit» gehaltene Innenstiiniming erreicht und einen. schlichte»,, aber würdigen und äußerst eindrlicksvollen Kultranin geschissen. „Wir danken Gott, daß »vir hier sind!" Diese i»n Gespräch unwillkürlich salle»»de Aeiißernng eines Insassen ist mehr oder nrinder lvifpielhaft für die Ginstell,mg aller hier Beheinmteten. lieber den Rahmen des bloß Notwendigen und Z»veclmäßigen hinaus ist hier ein ästhetischer Lebonswert geschaffen, nicht durch Kostbarkeit. Verschwendung und lieberladimg — nur durch sinnvolle Beziehungen und wollt abgewogenes Maß. Wie sehr dieser ästhetische Wert auch ans das Lelien. daS hier gesrchrt »vird. zurück- »oirft und es schöner »nacht — das ist die beglückende Erkenntnis, die »nan von emem Besuch in dieser», schönsten und modernsten Altersl)eiln mit nach Haus nimmt. Der Lross-Berliner C.-V. Delegiertentagung des Landesverbandes Gross-Berlin Ans bet letzten Telegierteiilagnng des Landesverbandes Groß-Berlin an, .°K». Januar referierte Dr. Ludwig H o I l a n d e r über „Grnn-ziige einer Soziologie der deutschen Juden". Dr. Holländer in»,riß zunärtn't einige Grmidbegrnie der Soziologie nnd erläuterte in diese», Zusammen' lrange tvziologische Begriffe »vie ..Genieinsehait und Gesellschaft". „Menge und Masse". Ans die Probleme einer jiidiiche» Soziologie »ibergeheno. setzte er sich mit der Stellung der Frau in» Jude»»' tun» auseinander, wobei er betonte, daß gerade »m Indent»»», die Fra,» stets eine besondere Achtung geinnden habe. Daran anseiitießerid beschäftigte er sich mit Fragen a»is der Soziologie der Mode, die iür die füdische Gemei»scl,ait ei»»e Reihe von Sonderprvlileanen in sich berge, nnd erörterte zun, Schluß" die Soziologie des Leides. Besonders die Inder» könnten ans ihrer reichen Verpairgenheit lerne» und ans der Erkenntnis der Sinngebung des Leides eine glärrbige Zuklinftshossrumg schöpfen. 18. Februar. 20 lH,t 30 Min.: Heimabend. Rabbi nor Dr. -Hart R v s e » t h a l. Dr. Kurt Julius Riegner: „Bon, Lebensraum der deutschjüdischen Jugend: Die Sorge uin bei, Berus". Im Hause von E. Schartiirsli. Klopstocksirasre>»<>. 18. Februar. 20 Uhr l5 Min.: Elter»», und Ansspracheabend der Ortsgruppe Eharlottenburg. Tr. Werner R ose», it o ck: „Wege in die deutsch-jüdische Zuklmst". Günter Friedländer: „Bund und Elternhaus". Logen- Haus. Kleiststraße 10. Konzerte in Berlin Berthold Sander brachte mit dem Oper nchor des Kultnrbn»»des in Berlin ein sehr gut ansgewähltes Programm, in dem auch jüdische Komponisten mit einer ganzen Reihe »vertvoller Stücke zu Gehör kamen. Eine glückliche Hand hatte Aron Rothmüller bei der harmonisch neue Wege gehenden Ausdeutung jiddischer und palästinensischer Volkslieder. Auch die Bearbeitungei, von Gladskein. Widetzki, Brandmann lassen Ansätze eines neuartigen' Bokalstils erkennen, der sich aber vor allzu häufigen Don- Kosakeneffekten ebenso hüten muß »vie vor zu gelehrten kontrapunktischen Anwandlungen. durch die die einfache Volksliedmelodie 'empfindlich gestört wird. Schwächer ist eine Psalmvertonung von Walter Hirschberg: ein „Geistliches Lied" von Rose Geiger-KuIImann gelangt über eine bloße Brahmskopie nirgends hinaus. Unter den Solisten fiel neben Thea Bieber-Brandt Edgar Alexander auf, der seine freischweifendcm Floskeln p,it leichter selbstverständlicher Gebärde z»v,scheu die Chorsätze »varf. Auch die schöne Sopranstimme Hilda Linds fand besonderen Beifall. Sander arbeitet so zielbewußt und bereitet so gründlich vor. daß er sich bei der Ausführung mit einer z»var sehr variabel»,, aber dabei äußerst knappen andeutenden Zeichengebung begnüge», darf, allerdings steht dein Dirigenten ein ausgesucht gutes St'immenmaterial zur Verfügung. Die Chorleistnng hatte bestes Niveau, trotz gelegentliche», Absinkens der Tonhöhe infolge nicht ganz sauberer Intonation. Unbedingt erwähnenswert ist die dynamisch und rhythmisch springlebendige Ausarbeitung des Ntadrigals von Häßler und die der beiden Frauenchöre von Siegfried Ochs, dein zu seinem sechsten Todes- , tage mit. vollem Recht ein ganzer Teil gew,d- Eine starke musikalische und auch spezifisch Pianistische Begabung lernte man in Gustav Sabel kennen: er darf sich an ei», Programm »vage»,, das besonders hohe Anforderungen an sei», techilisches Könne», und seine geistige Reife stellt. Allerdings hinterläßt sein Sprel im emzelneu keinen einheitlich überzeugenden Eindruck. Sehr schön gerieten ihm diezarten Mel,Sn,c», er»,es - Chopin-Nocturnes und manches aus Beethovens ^s-ckur-Sonate cm. 110; die Fuge,n Negers sehr spröden Bach-Variationen war tm Tempo verschleppt. ebenso das Thema aus dem Schubert- I»npron,ptu Chopins I.s-ckur-Ballade kann man sich, namentlich am Anfang, wert Plastischer Phrasiert denken, hier wird auch noch techmjch zu arbeite», sein. Trotzden, überwog der Eu,druck der bedeutsarnen Leistung eines großen Talents, das Beachtung verlangen darf. Ein Konzert des Frey-Quartetts unter Mitivirkung von Josef Rose „stock brachte m Berlin als »vesentllchste Gabe das kaum gefprelte Klavierquintett von Ernest Bloch. Dieses Werk, im Formalen und auch im. Instrumentalen d,e Grenzen des Kammermusikalischen sprengend und zu»,, Sinfonischen hinstrebeird. Packt Zunächst durch seine glairzvolle Farbigkeit, den lerdeuschaftlrckiei Schwung, mit dem es anhebt, und 1»ch Schlußsatz zu einer fast barbarrsch aeharnmerten kkhythmik steigert. Hier spürt man trotz mancher Aeußerlichkeiten in Erfindung und Entwnüung ursprünglich schöpferische Begabung Bloch , schwächer ist der zweite Satz, der stellenwerse w,e ein mit Dissonanzen versehener sel,t,menteler Grieg klingt und bei wertem zu lang Meses Ovus stellte in seiner aerudezu klangbesessenen W.WL LW « &&&** eine z»var sehr schlvere, aber auch äußerst dankbare Aufgabe, »veil es in »Veiten Partien das virtuose Können der Spieler sich voll entfalten läßt, namentlich in, Klaviersatz, den Rose»,stock mit ge- »vohntcr Meisterschaft beherrscht. Die Wirkung des Onintetts ist dem großen Elan der Spieler zu danken, der Präzision und Taktfestigkeit in all der Vielfalt der rhythmischen Forinen. Das Konzert brachte Onartette von Haydn m,d Beethover,. Frey hat an Stelle sei»,er bisherigen Partner, die ausge»vandert sind, neue Mitspieler in Basia P o - lischuk (Geige), Manuel «teuer (Bratsche) . und Stefan A über (Cello) ge»vonnen. Das Temperament. mit den, musiziert »vurde, das frische . lebendige Anpacken der Werke trugen über gelegentliche Unebenheiten, die sich in, Zusamme»,- spiel vorläufig noch ergeben, himveg. Ei», Sonderkonzert der Berliner K n,, st - lerhilf.e brachte als bedeutungsvolle Uraufführung das Klavierquarlett op. 30 .von Berthold Gold schm »dt. ein Werk, das auf d»c Wirkungen einer klangvollen Farbigkeit gänzlich verzichtet zugunsten einer mit harten Linien in de», Tvnraun, gesetzter, Zeichnung, mir eine wesentliche Beteiligung des harmonisch Zusammenklingendel, an Stelle einer reiche», Polyphonie. Und doch müßte Goldschmidt rn. E. unbedingt nach einen, Ausgleich, einem Balancieren der verschiedene», »»»usilalischen Eleinente streben, schon um der uotrvendigen Gegensätze rvillen. Wesentlich ist, daß man bei diesem Werk eines spürt: hier ist eine lebendige, schöpferische Kraft an, Werke, hier gibt es ei», Vorwärts. eirw I»igend, eine Zukunft!, Bei diesen, Stück nnd einem Mendelssohn-Trio gab neben Alfred Wittenberg (Violine). Richard London (Viola). Paul B l u in e n f e l d (Cello) vor allen, der Pianist Bruno E i s n e r der Wiedergäbe ihr Format; sein Spiel ist in jeden, Augenblick - von fortreißenden In,pulse»,,förmlich getragen, Eisner nirnmt dein rorna»,tischen Trio alles Süßliche und ist auch der modernen Knust ein vorzüglicher Interpret. Bei der Altistin Hertha G l ü ck m a n n spürt »nan das Ungewöhnliche. Besondere der stin,mliche», Begabung. nan,entlich da, »vo sie in der Mittellage getragene Linien zieht; leider brachte sie ei», reichlich buntes Programm zu Gehör. Die Begleit»mg der alten Musik gab Gertrud W e r L h e i,n an, Cembalo, die der neueren Helc»»e Lächln a n s k i - S ch a u l an, Klavier. Die Jüdische Orchestervereinigung, von Leo Kopf dirigiert, konnte ihr zehnjähriges Bestehen mit einen, Sinfoniekonzert feiern. Man merkt das fleißige Studium, das hier von Laien aus Freude am gemeinschaftlichen Musizieren geleistet »vird. So erfuhr ein Concerto grosso von Händel eine in, ganzen gelungene Wiedergabe, bei der namentlich in, vorletzte», Satz die Züge des Vehernenten gut herauskamen, die schwierigere», fugierten Telle sauber »n,d sicher gebracht »vurde»; und auch die getcagcrien durch breite Striche eine», vollen, kräftigen Klang erhielten. Manches »var im Detail sei», abschattiert, stilvoll »var auch, das; die Gerwralpausen durch Solo'kadenzen ausmusiziert tvurde»,. »vährend »nan sich mit den überrnäßige», Tempodehnungeit bei den Satzschlüsse», nicht befreunden kann. Von den Unebenheiten in, letzten Satz abgesehen, wird tum allen, auf größere Sicherheit und Präzision bei den Einsätzen zu sehen sein und, wie auch bei der abschließenden Mendelssohn- Sinfonie, aus mehr Klarheit bei den Unisonogängen der Geigen. Kopf und sein Orchester konnten lebhasten Beifall entgegeimehmen. Als Solisten hatte Kopf den Geiger Stefan F r e n k c l verpflichtet, der das Violinkonzert a-moü des zn Unrecht gänzlich vergessenen jüdischen Komponisten - Carl Goldmark spielte; Frenkel trug das Werk, in seinen -mannigfach aparten Rhychmen und reizvollen melodischen Führungcn, in all seiner leuchtenden Klangpracht mit virtuoser Vollendung vor das begeisterte P,iblikm„. „Im Zeichen der Bibel" stand ein Abend, der von der Künstlerhilse veranstaltet »vurde. Psalme. das Hohelied, biblische Tichtu»»gen und Nachdichtungen von Hartleben nnd Stefan Z»veig gaben den Grundakkords den, sich die hymnisch gesteigerten Verse Arthur S i lb e r g l e i t s. der a»»ch einleite»,de Worte sprach, gut einfügtcn. Aruo Nadel und Fritz Lissauer hatte», eine untermalende Harscmnusik beigesteuert, die in Ilse Nathan eine sehr g»»te Interpretin far,d. Ten ausgedehillen und »vesentlichen rezitatorischen Teil gaben Else und Jnaeborg Roman, der Bariton Tr. Fritz Salomoski ergänzte das Programm nach der^ musikalischen Seite. L. A. Bor einer großen, interessierte», Zuhörersckiaft gab Alerander K i p n i s eine», wieder»»», mit stärlstern Beifall oufgenonnnenen Liederabend in Berlin. Aus dem etivas zu reichhaltigen Progranun ragten eine Serie selten gehörter biblischer Gesänge von Dvoräk und — eine Uraufführung — sechs von Mar Kon,olski vertoille. kleine zarte lAnsthe- Gedichte hervor. Ten Tank für die Wiedergabe z»veier seiner Lieder konnte Gerhard Goldschlag persönlich entgegennehmen. Im ..Zugabenteil" sang Kipnis, angefeuert vom nicht endenwollenden-ApplauS, noch zahlreiche bald für ihn „klassisch" geworderw deutsche und r»:fsische'Lieder. A>», Flügel Dr. V. Ernst Wolfs, wie iminer'ein äußerst kultivierter Begleiter. E. G. L. BimuiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiimimimHiiiiiiiiimiiitmiiimimmiinima Abonnement im Kulturbund-Theater Mit behördlicher Genehmigung hat sich dir Leitung des Kulturbundes deritscher Juden entschlossen, außerhalb der Mitgliedschaft ein festes Abonnement ei»,zurichten, um den Interessente», Gelegenheit zu geben, sich für einen bestiminten Tag einen festen Platz sichern z»r können. Es ist geplant, die Abonnements-Vorstellungen. sotvcit der Sabbath-Ausgang dies gestattet, an Sonnabend Abenden (sonst Sonntag) stattsinden zu lassen. Es findet monatlich ei»»e Vorstellung statt. Das Abonnement läuft zunächst für 7 Vorstellungen (Marz bis September) Bis zum Schluß der Spielzeit. U. a. finb. zunächst folgende Werke in Aussicht genommen: „Sechs Personen suchen einen Autor" von Pirandollo, „Rebukadnezar" (Nabucco) vo», - Verdi (Erstaufführm^; für Berlin), „Candida^ von Shaw. „Das lebenslängliche Kind" (Lustspiel) von Neuner (Erstaufführung für Berlin). Als erste Abonnementsvorstellung ist geplant: „Sechs Personen suchen einen Autor"', am Sonnabend, S. Dtärz, 834 Uhr. DaS Abonnement ist von jedem Mrtgliede der Jüdischen Gemeinde . zu erwerben und übertragbar. Anmeldungen nimmt bis zum 28. Februar das Verwaltungsbüro der Kulturbundes deutscher Juden, Charlottenstr.-S0/Sr. entgegen. 20. Februar, 20 Uhr 30 Min.: Elternabend. Margarete Fried: ..Jüdische Mütter in unserer Zeit". Norbert W o l l h e i »n (Bund Deutsch- Jüdischer Jugend»: „Urn unseren Lebensrauin". Private Waldschule Leßlcr, Grnnervald. Hagenstraße 56. 21. Februar. 20 Uhr 30 Min.: Ortsgruppe Neukölln. Tr. Rudolf H. H e i m a n f o h n : .,2c-- ' bcndiger Gemeinschaftssiiin". Günter Friedländer : „Ilm unsere Zukunft". Johanna Meyer: Rezitation. Passage-Fcstsäle, Neukölln. Bergstraße 151. Aus Berliner Vortragss^Ien Emil-Bernhard-Cohn-Abend Das Patcnschastskomitee für das Adaß-Schnl- »verk in Berlin hatte zugunsten seiner sozialen in,d kulturelle», Fürsorge, die es bedürftigen jüdischen Schulkirwern zuteil »verden läßt, zu einem stattlich besuchten Emil-Bernhard- Eohn-Albend geladei». In kurze», einleitenden Lllorten gab Tr. Boris Pi»,es einen Hebe,blick über das bisherige literarische Schaffen E»nil Bernhard Eohns. Ter Verfasser las dam» selbst das später entstandene Vorspiel zmn „Brief des Uria", fo»vie eine noch unveröffentlichte Novelle „Simcha", in der das ausgeprägte dramatische^ Xnfcnt des Dichters den Nahmen der a»»s religiösen und historischen, ans jndischen. und »hristlichcn Zügen bunt gemischten Erzählung zu sprengen schien. Ein gut geschulter Sprechchvr von Knaben nnd Mädcheiz gab mit de»,, Vortrag einer dynamisch gestuften^ Ballade von der Vertreibung der Jude», aus^ Spanien eine Probe seines Könnens. Tie musikalische^ l!»nrah»nung des Programms bildeten vier Seelenlieder von Iehuda Halevy (nach Uebersetzungen von Einil Bernhard Cohn), die Heinrich Schalits Kompositionen in getragener Inbrunst voll ausströnien ließen und die von Wilhelm Guttn, an», mit feinstem Scilempfinden und einer nngcivöhnlichen Kraft des musikalischen nnd seelische», Ausdrucks zu Gehör gebracht wurden. H. L. Martin Buber: Die Mächtigkeit des Geistes Gartensaal des Logenhauses Kleiitstraße. -Lchon vor Beginn ist der Raun, überfüllt: in, Rahmen der vom Verein für jüdische Geschichte und Literatur veranstalteter» Vorträge sprach M a r t i n B n b e r über die „ Al ä ch t i g k c i t des Geistes". Er geht dabo», ans. daß Graf Herma mt Keyserling in einer Reihe von Vorträgen zu Paris von einer Wiederkehr des Heidentums gesprochen habe, die sich in einer», Aufstaick) der Elementarkräftc — der erdgebundene», Kräfte, »vie Blut u>»d Boden — gegen den „Geist" ausdrücke. Bnber hält dies für problematisch, weil es auf Verkennung der drei Grnndverhältnisse vo», Geist und Elementarkräften basiere. Tas erste Grundverhältnis ist das Heidentum, vorbildlich verkörpert in der griechische»,, der L l a f s i s ch c», Antike. Buber hält es für falsch, daß sie ein wirkliches Einheitsgefühl gehabt habe: er hält dies mit Nietzsche für Traum und Rausch. Aus der griechischen Tragödie spricht das Verlangen mach bcr verlorenen Einheit. Im Heidentum sagt der Geist zu den Elementarkräften ja: er nimmt sie, wie sie find. Darbietungen Palästina — - --- rerkauf: lwrl»-B«nk, Berlin

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