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Central-Verein-Zeitung · 1935-02-07 · 6 (7.2.1935) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
6 (7.2.1935)
Date
1935-02-07
Page
– (sequence 18)
Language
German
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SssG Für die Gesundheit koch salzarm Zugolcmon bol Krunkmkasson. Aufgenommon im Arzneivorordnungjiburf) der Deutschen Aranei. mlttel-Kommission lieber diesem in seiner Art unvergleichlichen Mvsaikgebilde des Mittelteils grüßt uns eine dekorativ-flächige Darstellung. Eine phantasievoll geschmückte Pforte, flankiert von zwei Sabbathleuchteru, dazu Tiergcstaltcn, wie sie zu allen Zeiten zum Inventar jüdischer Dekorationskunst gehörten: Löwen als Spmlwle der Stärke, Tauben als Sinnbilder der Sanftmut. Gar zierlich sind in aller Anspruchslosigkeit der Wiedergabe die verstreuten Andeutungen pflanzlichen Details, darunter das an Frührenaifsance- Malereien erinnernde annurtige Bäumchen, auf dessen Zweigen sich ein kleiner Vogel schaukelt. Die unbefangene Beherztheit des Künstlers von Beth Alpha aber wird am schönsten in bcni Wagnis offenbar, eine biblische Szene mit allen dazugehörigen Figuren unter dem Mittelteil, also dem Eintretenden zunächst, anzubringen! Entwaffnend ist die Kindlichkeit dieser originellen 'recht eindrucksvoll, ist der landschaftliche Rahmen der Szene durch allerlei Zweige und einen Palmbaumsries charakterisiert. Gewiß, mau wird unmittelbar an Kinderzeichnungcn erinnert; um so rührender ivirkt die ganze Schilderung. ES ist jüdische Volks- und Lancrnkunst reinster Art, was wir hier vor uns haben. Wenn aber der Künstler von Beth Alpha bei solchen figürlichen Ausgaben sich zeichnerisch nur mit letzter Bescheidenheit auszudrücken vermochte, so war er auch im ,Formalen ganz frei und in seinem Element bei den dekorativen Feldern des Umgangs. Da brachte er ein so herrliches Stück heraus wie da8 hier wicdergegebene. das als Mosaikübcrsetzung eines orientalischen Teppichs erscheint. Flächenzier mit vollendeter Geschicklichkeit und nie verlegener ornamentaler Phantasie zu erfinden, war immer die Domäne der vorderasiatischen Kunst. Wie cs später der Islam darin zur höchsten Meisterschaft brachte, so fühlte auch der jüdische Künstler von Beth Alpha hier sogleich festen Boden unter seinen Füßen. SoUer ArrMiMs Eumenmnz Teppichmuater des Moaaikfuasbodana im Seitengang Erzählung von der Opferung Isaaks. Ta ist Erzvater Abraham mit dem langen Messer, dann der kleine Sohn, der sich mit Händen und Füßen dagegen sträubt, auf den Altar geschnallt zu werden, weiterhin der Widder, der sich zur Seite in den Zweigen des Gebüschs verfängt, vielmehr der Einfachheit halber gleich daran angebunden ist, und die Hand Gottes, die aus himmlischen Hohen sich herunterreckt, dem gehorsamen Abraham Halt gebietet und ans das Ersatz-Opser weist, schließlich die Knechte, die getreulich nach dem biblischen Bericht mit dem Esel ihren Herrn begleitet haben, wobei auch das Glöckchen am Hals des Tieres nicht vergessen wurde. Mit sparsamsteu, gänzlich primitiven Mitteln, dennoch Von seinem „Dr. med. Arrowsmith" sagt der amerikanische Nobelpreisträger von 1930, er könne keineswegs ein Held genannt.werden, er hielte sich selbst für einen Wahrheitssucher und blieb sein Leben lang doch in jedem erdenklichen Snmpfe stecken. Wie junge Menschen in der Auseinandersetzung mit dem Leben reale ethische Werte für die verlorenen Ideale zu gewinnen suchen, das ist das Grundthema der meisten Romane von Sinclair Leivis. viciem ^naje von oen Mirrooenzagern und Medizinmännern aber geht das Ideal fordernd durch das ganze Werk' von der ersten Begegnung des Medizinstudenten an, in dessen Erinnerung der fadenscheinig abgenutzte lieberrock des Professors zum schwarzen Samtumhang mit einem silbern strahlenden Stern ans der Brust wird, bis zur letzten Seite denkt Martin Arrowsmith Professor Gottliebs an allen Stadien seines Lebenslaufes wie Parsival seines Lehrers Gurnemauz. Mit leichtem deutschen Akzent spricht dieser jüdische Bahnbrecher der Irnmunitätslehre. hoch und asketisch ist seine Gestalt, das Antlitz dunkel und hager, die Nase schmal und kühn gebogen, die unerbittlichen Fallcuaugen liegen tief, die dünnen, zartschinnnerndcn Gelchrtenhände schreiben eine kohlschwarze Spinmvebenschrift. Seine Frau ist die geduldige, wortkarge Tochter eines adligen Kaufmann?, umfangreich und schwerfällig. als wir sie im Roman kennenlernen, seine ii'mgere Tochter Miriam eine temperamentvolle Pianistin, mit Instinkt für Beethoven und Abscheu für den amerikanischen Ragtime, sein Sohn, Robert Koch Gvtilicb genannt — „Koch segne Sie!" ist die höchste Beschwörung, die Mar Gottlieb kennt, — dichtet seiner Mutter cineii Ehebruch an, um seine jüdische Abstammung zu verheimlichen. Als die Frau stirbt, der Sohn ihm mißrät und die ältere Tochter mit einem Taugenichts durchgeht. liest er da^ Buch Hiob — ohne sich im Glauben an die ^agen seiner Väter zu beugen. Die „heilige Neugier" nach dem Warum der Dinge ist der eigentlich jüdische Zug an ihm. Arrowsmith spricht, als Gvttlieb von ihm fordert, er solle bei der Pcstbeknmpfung in Indien nur die Hälfte der Kranken mit Phag impfen, um am Befinden der anderen die Wirkung des ncuentdeckten Serums wissenschaftlich zu kontrollieren, nur das Glaubensbekenntnis seines Meisters aus, Zum 30. Todestage Adolf v. Menzels am 9. Februar Am 9. Februar werden es 30 Jahre, dass Adolf v. Menzel starb, der Maler des grossen Königs, der Schilderet preussischer Hofbälle, der feinsinnige Illustrator des „Kuglet*\ Dieser Freund Paul Me^erhdms und Lehrer Max Liebermanns, schuf dieses Bildnis eines alten Juden, das in der Beherrschung des Dunklen und der Konzentration seelisch-geistiger A usdruc\smitlel an Rembrandts Rabbinerporträt gemahnt blind zu vertrauen. Der Dichter läßt den Mann, der „zum Schluß immer recht behält", bald als „Priester teuflischer Mysterien^ und bald als „Maler des Mythos" erscheinen, (der am Lebensende das Geschaffene zerstörte, damit die gaffende Menge cs nicht beschmutze), bald als grimmigen „Mongolenfürsten" > und bald als den „wandelnden menschlichen Geist", bald als den „närrischen deutschen Mann" und manchmal auch als „verdrehten Juden". Dieser mephistophelische Hüter des Tempels der Menschheit, aus dem er die Menschen am liebsten vertrieben hätte, ist sehr geschäftsnntüchtig: „Reden Sie nicht von Geld, ich habe hier keinen Vertrag", gesteht er dem Direktor des New-Aorker Instituts, der ihn aus der Fron eines zu kaufmännisch betriebenen Laboratoriums zu befreien kommt. Nichts Menschliches ist dem Kämpfer gegen Lüge, Faulheit und Anmaßung fremd: „Hochschulpräsident!" ist bei ihm ein Schimpfwort, das schlimmer als „Schlcmihl!" ist. aber warum nimmt der Laboratoriumsmensch den Dircktorposten des Instituts an? Weil ihn sonst der Gegner erhielte, der ihn einst der Hochschulprofessur enthoben hatte!" „Tragisch" wird seine „Zauberwelt" genannt, tragisch verläuft das Leben ihres Schöpfers, der sich seiner Einsamkeit bewußt ist: „Warum sollte die Welt mich dafür bezahlen, daß ich tue, was ich will, und nicht tue, was sie will?" Ter Dichter überhöht die Tragik des mathematisch-abstrakten Denkers noch dadurch, daß er ihn Träger eines irrationalen Schicksals sein läßt. Er liebt sein Deutschland, aus dem er zur Zeit der Junkerherrschaft floh, und findet, als Deutscher beargwöhnt, obgleich er sich längst Bürger des Landes Lincolns fühlte, deren Eigenschaften bei Amerikas Eintritt in den Weltkrieg wieder. „Erfolg" nennt er verächtlich ein „englisches" Wort und das Dahindämmern des Pensionierten — „nur seine Augen lebten noch" — wird noch verlorener, weil er sein ganzes Englisch vergißt und sich mit keinem Menschen mehr unterhalten kann. „Verstehe nicht" sind seine letzten Worte zu Arrowsmith, zu dem diese unvergeßbare Gestalt der Weltliteratur gehört wie Mephisto zum Faust und Sancho zum Ritter von der traurigen Gestalt. Lutz Weltmann. Gustav Fröhlich legt Wert auf die Feststellung, daß die nichtarische Abstammung von Frau Gitta Alpar in den Scheidungsverhandluntzen von seiner Seite aus nicht die geringste Rolle gewielt hat und auch nicht spielen wird. Die Gründe für die Scheidung seien rein privater Natur. _u__ [Uiu, WlC es in einer offiziösen Verlautbarung heißt, „in der letzten Zeit in der Presse mehrfach schwere Anschuldigungen erhoben worden. Auf Befehl des Führers und Reichskanzlers find diese Beschuldigungen geprüft worden, und es ist hierbei festgestellt worden, daß keinerlei Beweise für die Richtrgkeit der gegen Frau Pola Negri erhobenen Vorwürfe erbracht werden konnten. Es liegt sonüt kein Grund vor, gegen die künstlerische Betätigung von Frau Pola Negri in Deutschland Stellung zu nehmen, um so mehr als auch die Behauptung sich als unwahr erwiesen hat, daß Frau Pola Negri jüdischer Abstammung sei. Sie ist Po!i n0 alsoAricri n." Der Dolksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e. D., Gau Ostpreußen»Danzig, veranstaltete am 24. Januar eine Kundgebung in der Königtzbergcr Ctadthalle. Dabei wurde vom Sprechchor „Das Soldatengrab" des im Kriege gefallenen Dichters Hugo Zuckermann zum Vortrag gebracht. auch er, Georg, Michaels Sohn, verzaubert worden war? Anton hatte damals versucht, den Bruder zu begreifen: er konnte es nicht; ihm war, als spräche Georg in einer fremden, unverständlichen Sprache, als sei er, ein Schlafwandler, in eine traumbunte Wirrnis verschlagen worden, aus der er, der Wache, ihn zurückholen müsse, um ihn nach Haus zu führen. Er hatte es versucht, er halte den Bruder so oft bestürmt, dass dessen Gesicht sich am Ende versteinerte, wenn er näher kam: es geschah, dass die Brüder sich in Woeben und Monaten nicht mehr begegneten. Lag es nicht nahe, dass Bitterkeit und Zorn, sich zwischen die beiden drängten, die sich nicht mehr verstanden? War es erstaunlich, dass Anion seinen Söhnen verbot, mit den Kindern seines Bruders zu spielen, dass er sie, mit hingeworfenen Bemerkungen, die sie sehr wohl hörten und erfassten, lehrte, die Häuser Friedrichs und Heinrichs zu fürchten und zu meiden? Dies alles blieb den andern nicht verborgen; auch Anton vermochte nicht, Schmerz und Groll fest im Herzen zu verschliessen. Er sparte nicht mit leiser Andeutung und lauter Klage: bald schloss sich ein unsichtbarer Ring um die drei blühenden Höfe; nur wenige hatten den Mut, ihn zu durch-' brechen und sich vom halblauten Spott, der Grauen und Befangenheit verbarg, nicht einschüchtern zu lassen. Die meisten hielten sich zurück und schwiegen; aber in den letzten Jahren war das alte Wort wiedergekommen, das drei&sig Jahre lang niemals gebraucht und gedacht worden war: „die Fremden“ sagten sie, wenn sie von den Höfen sprachen. Die Fremden batten keine Fahnen gehisst, die Fremden hatten ihre Häuser nicht geöffnet. Und, was besonders schlimm und schlechthin überzeugend, vermerkt wurde: keiner der Fremden war zum Strand gekommen, als das Gerücht, ein Boot käme zur Insel, am Morgen alle .anderen am Ufer versammelt hatte . . Dies letzte erschien schwerwiegend genug, um harte Entschlüsse zu rechtfertigen: Antons jäh entflammter Zorn gab den. Ausschlag. Er und seine Freunde fällten die Entscheidung, den Ferngebliebenen den Zutritt zur Versammlung des Abends zu verwehren. Das war offener Krieg: so lagen die Dinge, als Christian in die Versammlung trat, langsam zur Fahnenstange schritt, und, auf erhöhtem Platz, die Hand hob, um Ruhe für sein Wort zu erbitten. Sein Herz war voller Sorge; er war am Strande des Meeres entlang gewandert, um Sicherheit und Entschlossenheit wiederzufinden, aber er wusste noch jetzt nicht, was er den Männern sagen würde. Er kam und spürte hinter der Stille, die plötzlich aufkam, hinter der zurückgehaltenen Leidenschaft auf den Gesichtern der Männer schon das Andere, Drohende, Lauernde, das mit den Fäusten nicht anzupacken war. Von dein Platz aus, auf dem er stand, konnte er die ganze Insel überblicken, vom Strand zu den Felsen lag das Land in Fruchtbarkeit und Reichtum, das Korn beugte sich bebend der zarten Kraft des Windes, die Bäume nahmen ihn auf und trugen ihn rauschend nach oben, weisse Wolken trieben über das Meer, schon war die Sonne versunken, aber noch, trug alles den hellen (Jlanz des versunkenen Lichts, sein Blick glitt über die verstreuten Fahnen, noch vermochte er jede einzelne zu erkennen. Wie er sie zählte, wie er jeder das Haus fand, das sie bewachte, den Mann, der ihr diente, fühlte er wieder wie an jedem Tag die ungeheure Liebe, mit der er dies alles umfing, zugleich aber stieg eine Angst in ihm empor, die noch stärker als die Liebe war. Wie im Erwachen erkannte er das Fehlen der drei Männer, er ahnte den Zusammenhang, Gefühl wurde zur Gewissheit, ohnmächtig versuchte er, noch jetzt den Schlag aufzufangen, der auch ihn traf, er reckte sich und sah auf die Wartenden. Wohl hätte er fortgehen mögen, um auf die Felsen zu steigen, wohl spürte er . das Zittern, das von innen nach aussen schlug; aber es war zu spät um fortzugehen, er zwang sich zur Ruhe, schon senkte sich dio Dämmerung über die Insel, als er anfing zu sprechen. „Meine Freunde,“ begann er, und zögerte im gleichen Augenblick; denn schon waren sie jiicui iiicnr seine rreunae, habe euch zusammengerufen, um euch über das, was heute vormittag geschehen ist, Rechenschaft abzulegen. Es sind jetzt zweiundfünfzig Jahre her, seit die Väter zum erstenmal den Fuss auf unsere Insel gesetzt haben. Sie haben eie in Besitz genommen und urbar gemacht, die Insel war der einzige Sinn und der ganze Inhalt ihres Lebens. Trotzdem haben sie das Land, aus dem sie kamen, niemals vergessen; denn die Fahne, die eie für uns geschaffen haben, trägt die Farben des alten Landes. Nun kommt das Land zu uns: der Beamte der Regierung, den ihr am Morgen gesehen habt, hatte den klaren und bestimmten Auftrag, sich die Chronik der Insel, das Buch, das unsere Geschichte und unsere Gesetze enthält, aushändigen zu lassen. Er ist zu uns geschickt worden, weil man drüben erfahren hat, dass wir Schwierigkeiten haben, denen wir nicht gewachsen seien: vielleicht hat einer oder der andere von euch etwas Aehnliches geschrieben. Auf jeden Fall wollen sie uns helfen: sie wollen bestätigen, dass die Inseln zum Land gehören, eie wollen uns unter ihre Macht bringen — das heisst also, dass ihr jetzt Steuern zahlen müsst und dass ihr von ordentlichen Richtern verurteilt werdet, dafür wollen sie uns aber schützen, dass wir an uns selber hier auf der Insel zugrundegehen: jeder, der hier keine Arbeit hat, wird im Lande ohne Schwierigkeit sein Auskommen finden. Ich brauche euch nicht zu erzählen, was das bedeutet; jeder von euch weiss ja, wie es augenblicklich auf der Insel aussieht Ich batte nicht Zeit genug, um niieh lange zu besinnen oder um euch zu fragen: der Beamte drängte, er wollte so schnell wie möglich zum Dampfer zurück. So habe ich gehandelt, wie es meine Ueberzeuguhg verlangte: ich habe der Regierung die Chronik übereandt und muss euch nun, nachträglich, bitten mir zu sagen, ob ihr einverstanden seid.“ Christian hatte zuerst laut, mit voller und kräftiger Stimme gesprochen, dann kamen die Sätze stockender, vorsichtiger, das Bewusstsein, wie t>enr er lur sich selber, für die Verteidigung seines Irrtums sprach, die letzten Worte fielet in die Stille wie in leeren Raum. Nichts geschah Die Männer verharrten unbewegt. Chrisliai riss sich noch einmal zusammen: „Wenn eine von euch anderer Ansicht ist, möge er eich jetz zum Wort melden!“ rief er. Und war vorbei die Stille schon unerklärlich und unheilverkü» dend gewesen, so kam das Echo, das jetzt dieses letzten Worten Christians folgte, vollends ua erwartet und überraschend. Dreissig Männe: hoben, wie auf Verabredung, die Arme, dreissi; riefen: „wir!“ und nochmals: „wir sind andere: Meinung!“ Die Anne wurden gesenkt, al!< sahen Christian an. „Wer von euch will sprechen?" fragte Christian zurück. Die Männe: gaben eine Gasse frei, Anton, der Sohn Michaels trat vor. Die Männer klatschten Beifall. Antor winkte ab, Christian lächelte, dann gab er mi einer müden Bewegung dem Jüngeren da; Wort. „Freunde,“ rief Anton, und sein klarer offener Blick zog die Gesichter zu ihm hin. „Freunde, es ist nicht leicht für mich, vor euct hinzutreten. Denn es besteht für mich kein Zweifel, dass Christian aus innerster Ueberzeugung und in aufrichtiger Sorge um die Zukunf! der Insel gehandelt hat. Die Gründe, die ei ins Feld führt, sind gewichtig genug. Sie sind, in der erschütternden Ehrlichkeit, mit der sie unsere Lage schildern, so überzeugend, dass ich meinen ganzen Mut zusammennehmen muss, um das zu sagen, was mein Gewissen mir eingibt. Denn es gibt für das, was icb vor euch vertreten will, keinen einzigen Beweis als den unablässigen Ruf eben dieses eigenen Gewissens. Und dieses Gewissen sagt: jawohl, wir stehen vor schweren und harten Jahren. Es ist richtig, dass viele von uns nicht mehr wisen, wohin ihr Weg führt. Dass die Männer Knechte und die Frauen Mägde werden, statt die eigenen Höfe zu übernehmen und zu bewahren. Und obgleich ich das alles weiss, kann ich es dennoch nicht über mich bringen, das gut zu heissen, was Christian getan hat.“ (.Wird fortgesetzt.)

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