Seite der Jugend
- Journal
- Seite der Jugend
- Volume
- 1935
- Issue
- 1 (17.1.1935)
- Date
- 1935-01-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Es war auf dem Winterlager im Bröltalhaus, wir sassen um einen Tisch, lustig und laut. Da icdl erzwa1?/ s,e mir Vnd sPJa,cli .den Kameraden von meinem Plan, auf diesen Blattern ein Bild vom Bunde zu geben. Schreiben sollten sie, so sagte ich, was in ihnen blitzt und blinkt an Erlebnissen und an Gedanken, schreiben, wie es ihnen einfiel, in diesem Augenblick. Langsam, breitete sich Ruhe und Besinnlichkeit aus um den Tisch und in den Menschen. Die Gemeinschaft des Nachdenkens zog sie in ihren Bann, und sie schrieben, schrieben eine Stunde lang. Was sich ergab aus der Stille dieser Zeit, ist hier festgehalten, fragmentarisch, wie es entstand. Manches fiel fort, anderes kam hinzu, bis ein Mosaik entstand, zufällig halb und heimlich doch ein Ganzes, aus dem die Wirklichkeit des Daseins spricht.- Freitag abend Viele Menschen eilen in den Tempel, teils ernst, teils fröhlich plaudernd. Wir mitten darin, schweigsam und erwartungsvoll. Der grosse, prunkvolle Tempel ißt recht voll, Menschen unterhalten sich, einige sitzen ernst und gesammelt. Wir setzen uns zusammen. Grell heben sich unsere; schlichten, weiten Hemden von den anderen ab. Rauschend setzt die Orgel ein. Langsam löst \ / sich die Starre in uns. Die alten. Worte dringen' an unser Herz und lösen uns aus den Fesseln des Alltags. Und wir begriissen den Sabbat: Echo daudi. Wir fühlen. dass auch zu uns der Frieden kommt. Dann kommen die Worte des Predigers. Er scheint nur zu uns zu sprechen. Nur nicht aufsehen jetzt. Ringsherum sind viele gleichgültige Gesichter. Jetzt kommt der Kidciuscli. Dann das Tolengedenken. Viele packen schon ihre Sachen, gehören gar nicht mehr auf die Worte. Ihre Gedanken sind längst anderswo! Wohl ihnen, dass sie keiner Toten zu gedenken haben. Und als nun zum Schluss die Menschen heraus gehen, plaudernd, da fühlen wir: wir werden hier nicht feiern können. Und als einer sagt: „Du, Jule, wir wollen das nächste Mal im Heim Freitag abend feiern“, da sehe ich das freudige „Ja“ in allen Augen. Als ich am nächsten Freitag ins Heim komme, ist alles vorbereitet. Im Zimmer ist das Lampenlicht eingedümpfl, die Zeltbahnen glatt gezogen. eine weisse Decke auf den Tisch gelegt und Leuchter, Wein und Brot bereit gestellt worden. Schweigend sitzen die Jungen und Mädel auf den selbsigezimmerten Bänken. Als ich in ihre Augen sehe, spüre ich ihre innere Aufgeschlossenheit. In mir verfliegt all die Arbeitshetze und die Feiertagsruhe beginnt micb zu erfüllen. Ein Mädel zündet die Kerzen an, sie flackern erst, um dann ruhig und stet zu brennen. Ein Lied klingt auf, ein Niggun. Wehmütig und doch erwartungsvoll. Dann füllen die [Worte de3 Psalmisten den Raum: „Singen will ich dem Herrn.“ Dann spreche ich die B’rocho. Stumm sitzen die Jungen und Mädel, aber ihre Gesiebter entspannen sich, der gehetzte Ausdruck verliert sich, es tritt ein Friede in ihre Augen. Nicht der Friede, der träge macht, sondern der Friede, der einen überkommt, wenn man sich ganz gesammelt hat. Wir lesen in der Bibel die Erzählung von der Berufung Moses. Und wir fragen uns, was uns diese Geschichte bedeutet. Wir finden bald unsre Lösung. Wir wollen an uns arbeiten, damit auch wir einst berufen werden. Denn wir wissen, wir sind Führer auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft. Dann ein Lied: Elijohu, hanowi . . die ganze Sehnsucht nach Erlösung wird wacb in uns. ..Aber wir wissen auch“, sagt einer, „daß die Erlösung nur durch uns kommt“. Wir lesen die Geschichte von dem Rabbi, der einen Toren das Scbofar auf dem heiligen Berg blasen hört und der zum Fenster gebt und sagt: „Da ist keine Erlösung“. Wieder ein Niggun. Voller Trauer und Hoffnung. Ein kurzes Gedenken an unsre Toten. Die Lichter sind fast herunter gebrannt. Stumm schliessen wir den Ring. Arm in Arm sprechen wir: „Sch’ma Jisroel.“ Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig. Dann noch ein stummer Händedruck. Ich sehe in den Augen meiner Jungen und Mädel, dass in ihnen ein Erlebnis aufgewachsen ist. Still gehen wir nach Hause. Kaddfadk Der Tag begann, als ich müde und verschlafen durch die Strassen lief. In dem kleinen Beisaal standen alte Juden, in vergilbte Gebetmäntel gehüllt. Nackte Arme umschnürten die schwarzen Lederriemen der Tefillin, und ihr Mund murmelte Gebete. Fast joden Morgen oder fast jeden Abend kam ich, um das eine Gebet zu sprechen. Gebete sprechen war nicht Sache meines Her-S zens, aber diese Worte sprach ich aus einem tiefen Gefühl. Nicht seine Worte, nicht seinen Inhalt, aber seine Bestimmung. Ein ganzes Jahr rief mich jeder Tag wenige Minuten zu einem Toten. Das war gut so, und darum sprach ich diese Worte. Ich wusste, dass das sein Wunsch war, und ich sprach die Worte als letzte Erfüllung eiuer unausgesprochenen Bitte. Wenn ich jetzt einmal im Jahre wieder jene Worte spreche, wieder jenes kleine Licht brenne, so denke ich an diese frühen Stunden mit uen alten Beiern. Feiershmde Drei Kerzen brennen im silbernen Leuchter und werfen einen schwachen Schein auf uns Jungons und Mädels, die wir im dicht geschlossenen Kreis sitzen, um eine Feierstunde zu begehen. Chanukka in der Gruppe. . Ernst und nachdenklich sind unsere Gesiebter, aber doch anders als auf den Heimabenden, so viel losgelöster und freier. Einer von uns liest etwas vor, wir anderen lauschen und sinnen den Worten nach — und dann ist die Geschichte beendigt und plötzlich ist eine grosse Stille nn Raum, Ich sehe in die Kerzen, die leise knistern und höre in dieser Stille die Atemzüge der anderen Ich fühle ihre Nähe, und es wird ganz ruhig in mir, weil ich fühle, ich bin nicht allein, und neben mir sitzen junge Menschen wie ich Sie kämpfen für dieselben Ziele, sie erleben dieselbe Zeit, eine! eingcgliedert in dasselbe Geschehen. In-einem kleinen Ring sitzen wir hier um diesen Leuchter, und zu einem grossen sind wir mit vielen Tausenden jungen Menschen zusammengeschlossen Dann spricht auf einmal wieder einer, nicht laut, aber nach der Stille kommt das fremd und unerwartet; der Bann ist gebrochen, die Kerzen werden gelöscht. Die Verbundenheit aber, in dieser Stunde neu erlebt, geht mit uns in den Alltag Arbeit Wie herrlich das klingt: Arbeit! Und da ist keiner unter uns, der nicht arbeitet Freilich, nicht' jeder hat heute das Glück, schon in jungen Jahren einen richtigen Beruf beginnen zu können und. gar seinen ersehnten, erträumten Beruf. Aber keiner ist da, der in Langweile und Nichtstun den wertvollen Tag verschwendet Wenn man im Augenblick nicht für sich selbst arbeiten kann, ist da die Gemeinschaft, der inan Kopf und Hand zur Verfügung stellt, oder Menschen des eigenen Kreises, die eine Hilfe gut brauchen können; und ist nicht auch Anerkennung und Dank ein grosser Lohn? Oder: wenn sich die begonnene Arbeit als undurchführbar in den veränderten Verhältnissen erweist, dann wird umgeschichtet; auch dafür leben wir in Bereitschaft. Und der Bund hilft dabei mit Rat, tatsächlichem Beistand und seelischer Aufmunterung. Gewiss, es ist oft schwer, eich ganz plötzlich umstellen zu müssen; Bünde, die früherden arbeitenden Kopf nur stützten, haben ihm nun oft die lebenserhaltende Arbeit abzunehmen. Aber alles geht viel leichter im Kreis der Gefährten, die oft das Geschick teilen, die immer Verständnis und Freundschaft bewrahren und bei denen man sich gleich geachtet fühlt, welche Arbeit man auch tut. In diesem Geist der segnenden Arbeit, die auf jedem Gebiet als Glück dankbar zu ehren ist, wachsen wir ins Leben. Hille Da siehst Du Menschen um Dich herum, die können nicht weiter. Der Kopf ist ihnen schwer, die Glieder sind müde. Vom Laufen, wom verdammten, ’ vergeblichen Laufen. Nun liegen eie am Boden und blicken auf Dich. Du, ja Du bist gemeint. — Du guckst weg? Du drückst Dich? — Nun, Du bist eih „feiner Kerl“ und' hast Mitleid. Reich’ ihnen die Hand! Mache sie munter, hebe eie auf und lauf’ mit ihnen. Nimm Dich nicht au6 und reih’ eie ein. Keiner darf unten bleiben. Wir müssen in Bewegung kommen, müssen, wollen wieder laufen: alle zusammen, alle! ■ . Führer Ich hatte zwei Führer: Der eine war gross und stark, und wenn er lachte, konnte keiner von uns ernst bleiben. Er lobte sollen, aber wenn or cs nach einem langen, anstregenden Marsch tat, war es schöner als alle Dinge der Welt. Er ging uns immer voraus, und wir folgten ihm. Wo er ging, wollten auch wir gehen, und wie er lebte, wollten auch wir leben. Sein Leben war Vorbild, seine Art bestimmend, seine Worte verpflichtend. Ich weiss, dass ich mich oft gegen ihn aufgelehnt habe, gegen seine Kraft und Stärke, die mich bestimmten. Wir waren eine Horde, die durch ihn Sinn und Gestalt bekam. Vieles mag falsch gewesen sein, aber seit ich bei ihm in der Gruppe war, weiss ich, was treue Kameradschaft, Mut und Härle ist. Er führte, indem er da war. Sein Dasein gab alles. Der andere war ein feiner Mensch. Wenn er in seinen langen, schmalen Händen ein Buch hielt, uns daraus vorlns, verstanden wir erst seinen Sinn. Vor seinen erklärenden Worten wurden alle Dinge klar, und wenn etwas sehr schwer war, gingen wir zu ihm, und seine Worte halfen uns. Wenn wir gingen, war er mitten unter uns und half da und dort. Er sprach zu uns von der grossen Aufgabe des Bundes, und wir erkannten, dass er durch seine Worte uns den Bund geben wollte. Der eine hatte mir aus Not durch eigenes Vorbild geholfen. Des anderen Worte glätteten die zerklüftetsten Dinge. Ich weiss heute, aus beiden wurde mir das, was mich prägte. Wo der eine aufhörte, begann der andere. Ihre verschiedene Art vereinigte sich in uns, und kein Raum entstand für zwiespältiges Leben. Ring und Fahne Die Zeicheh einer Gemeinschaft werden desto bedeutungsvoller, je ernster die Zeit ist, in der es zu bestehen gilt. Da müssen die Zeichen tragen — über vieles hinweg, in vieles hinein. Zerrissen ist manches Gemeinsamsein im Alltag um uns — Familien durch die Härte der Verhältnisse, Ideenkreise durch schwere Keile, die sich-eisern in ihr Bestehen eingeschoben haben. Aber da ist unser Ring. Fest umschliessl er uns in seiner starken Geschlossenheit, eine gleichmässige Rundung führt immer wieder auf uns selbst zurück, drängt uns eng zueinander, lässt uns immer wieder einander die Hände reichen in schöner Verbundenheit. Und über uns weht die Fahne. Die Fahrn* als Weiser in unbegrenzte Weiten, sich einschmiegend in den Zug des Windes, mitschwingend in jeder Welle der Luft; die Fahne, die glückhaft alle Enge löst, die allem Geschlossensein im Ring die Gefahr der Verkrampfung nimmt, die Fahne als Gefährtin auf dem Weg und im Kampf, in Spiel und Emst, als Voranziehende und Führende, zu der man aufsieht. Ring in der Fahne —• inniges Geschlossensein im Geist von Weite und hohem Flug — die Zeichen, die unsere Gemeinschaft trägt und von denen sie getragen wird. Bücher In unserem Heim haben wir eine Bibliothek (die ständig auf Vergrösserung aus dem Kreis liebenswürdiger Spender wartet!); sie ist noch nicht sehr reich — aber wie viel Reichtum liegtin jedem guten Buch! Auch die Bücher, die wir lesen,führen uns zur Gemeinschaft: entweder wir lesen sie zusammen, oder, wenn wir sie allein gelesen haben, unterhalten wir uns darüber, besprechen ihre Schönheiten und Probleme. Nein, wir sind nicht etwa selbstgefällig in unserer jungen Kritik, wir hören freudig, was uns Erfahrenere sagen. Wesentlich ist vor allem: auch das Lesen hat für uns in der Gemeinschaft einen neuen Sinn bekommen; wir lesen andere Dinge, als die Jugend vor uns — wir sind ja auch ernster geworden. Und wir erkennen den Wert der schöpferischen Stille um den Menschen, der ein Buch liest und nachenipfindet und tief in sich aufnimmt — diese Stille, darin der äussere Kampf schweigend wird — die Stille der Jugend, des Werdens, die uns so nötig ist. Musik Der Raum ist abgedunkelt, bis auf eine kleine Tischlampe mit gefaltetem, hellem Schirm auf dem Flügel. Vierzig junge Menschen, abgespannt von der Arbeit des Tages, sitzen in lässigem Gespräch im Kreis. Das Gespräch verstummt. Die Gesichter spannen sich. Einer spricht etwas. Von deutscher Musik, von den deutschen Meistern! Bach und Händel. Von dem, was sie der Welt, was sie Deutschland, was sie uns gaben. „Und wir jungen deutschen Juden lieben diese Musik, lieben Bach in seiner Reinheit und Wohlgefügtheit, lieben in der deutschen Musik einen Teil deutschen Wesens, der uns nie genommen werden könnte!“ Das Grammophon spielt das „Brandenburgische Konzert“. Leise, in wundervoller Klarheit, gehen die Klänge durch den Raum, rühren die Menschen an, glätten die Wogen, die der Sturm des Alltags in ihnen aufgewühlt. Andächtig lauschen sie, empfangen gemeinsam das Erlebnis, wie sie gemeinsam ihr Schicksal draussen im Leben trifft. Lied Eine helle Stimme singt. Melodie ergreift die Mädels, hingerissen summen sie mit Die Worte werden leise erobert im Sinn, im Herzen, gemeinsam hingeschleudert der Luft, 6tarke Worte von Scheiden und Sterben im fremden Land, von der Schönheit der Heimkehr. Löns sang sie in der Weite seines Landes. In uns steigen sie auf mit Getön, ergreifen die Melodie, gestalten sich in ihr neu. Dann sind wir nicht mehr Körper im Raum. Wir sind ein Lied, wir singen uns der .Welt und ihrer Pracht zu eigen. LandschaH Das grösste Erlebnis ist das der Landschaft. Das grösste, weil es das reinste ist. Immer wieder ziehen wir hinaus, singend, aufgeschlossen jeder kleinsten . Schönheit. In den. Zeichnung ton Rudolf Bloch (Berlin) Städten vergisst man so leicht, wie das ist: das Schattenspiel belaubter Aeste auf einem Stückchen "Wiese, das Wiegen einer einzigen vollen Achre im Wind, wenn man sie gegen den weiten Himmel hält, der berauschende Erdgeruch im Frühjahr und Herbst, die Messerschneiden eines Windes, der über den Rauhreifwald daherfegt — und das alles mitten im Schwingen der Gebärden von Tälern und Bergen und Ebenen, die ins endlos Grosse gehen. Und kann man Landschaft, dieses ewig jung Erneute, schöner erleben als zusammen mit lauter jungen Menschen, mit denen man am Tag den gleichen Schritt, das gleiche Lied hat und in der Nacht das gleiche Zelt? Dome Wenn ich in fremde Städte komme, geh ich in ihre Kirchen und Dome. Irgendwie wird mir beim Gehen durch die hohen Hallen ein Bild von der Stadt, in der ich bin. Jeder Dom hat ein anderes Geeicht und irgendwo wird mir daraus das Antlitz einer Stadl oder Landschaft offenbar. Dome sind keine Kunstgalerien und keine Museen, sondern Orte des Betens. Wir Juden beten an anderen Stätten, und doch war mir oft so, als zwänge mich die Wucht eines Domes zu stillem Gebet. Meine Hand fuhr die Köpfe der Löwen vor dem Bremer Dom entlang; ich schritt durch die aufstrebenden Säulenhallen des Kölner Domes, die sich wie betende Hände zum Himmel emporhoben; — im Naumburger Dom sah ich lange Frau Uta ins Gesicht, und in Bamberg habe ich Stunden um Stunden sinnend vor den Bildwerken deutschen Mittelalters gesessen. Das verschmitzte Gesicht des „Verkiindungsengels“ . wurde zu dem einer . fränkischen Bäuerin. Ich erkannte, warum der mittelalterliche Bildhauer seiner „Synagoge“ die Augen verhüllte. Peter Vischers Kunst erlebte ich in der Sebalduskircbe in Nürnberg, und als ich in Ulm hoch auf dem Münster stand und in der Ferne emporsteigend die Alpen sah, verstand ich den. Sinn dieser ragenden Türme: näher zu Gott. Irgendetwas verbindet mich mit den ragenden Domen der deutschen Landschaft. Die Gebete ihrer Menschen trennen mich von ihnen, und doch werde ich oft mit ihnen zu einer Einheit. Foto Wenn man die vielen Apparate auf den Lagern sieht, denkt man an die Tage, wo Aufnahmen den Geist dieses Lagers vermitteln sollen. Wenn man dann das Ergebnis sieht, erkennt man, dass es Aufnahmen wie viele Aufnahmen und dass darauf Gesichter wie viele Gesichter sind. Wir sollten einmal Deue Wege suchen und den Mut zu Neuem haben. So ten nicht immer aus der Blickhöhe unserer Ai gen knipsen, sondern von hohen Bäumen senkr cht nach unten und bäuchlings aus dem Grase nach pben. Wir sollten uns überlegen, dass vertikale und horizontale Linien langweilig wirken, und dass ein Gesiebt von vielen Seiten gesehen werden kann, dass Licht und Schatten stärksten Ausdruck geben, und dass kleine Blende und lange Beleuchtung grössere Tiefenwirkung hervorrufen. Wir sollten den Mut haben, einmal etwas zu versuchen, weil w;r nur an diesen Versuchen lernen können. Uns sollte nichts fremder sein, als jene Gruppenbilder aus dem Familienalbum und Portraitaufnahmen mit charakteristischer Landschaft im Hintergrund. Ein gutes Bild soll etwas aussagen, und nicht immer entscheidet die Schärfe und Klarheit der Linien, sondern der Charakter des Gegenstandes. Wenn wir auf Grossfahrt an bekannte Stätten kommen, sollten wir die unbekannten