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Central-Verein-Zeitung · 1935-01-17 · 3 (17.1.1935) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
3 (17.1.1935)
Date
1935-01-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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dreier Jahrhunderte. Daß wir nun eine solche Sammlung -haben, ist ausgezeichnet. Will man nnS alledem aber eine Lehre ziehen, etwa über (gegen) dic Emanzipation und die Vollendung dieses Prozesses, über die Assimilation und ihre „endgültige Verkapselung", so muß man wohl schon eine vorgefaßte Meinung von dergleichen Problemen haben und muß vermeiden nachzudenken. Zwar spiegeln sich dic Entwicklungen der letzten dreihundert Jahre in den Briefen hier ganz bunt und vielfältig, in den Ueberfchriften der' Kapitel aber, die doch manchen vorgefaßten Schlagwort-Meinungen entsprechen, ganz grau und einfällig. Bon 1f>4S bis 1750 dauert hier „das Ende des jüdischen Mittelalters", und nach der Ausllärnng, von 1790 bis 1911, gibt cs „geschlossene Tore — ofsene Salontürcn"; ausgezeichnet, nur: geschlossen waren die deutschen Tore für dic Inden, und geöffnet waren die Türen der jüdischen Salaus für dic Deutschen. Prinzen und Dichter, Politiler und Professoren. In der nächsten Epoche der Emanzipation, nein, des BnchcS, von 1814 bis ' 1897, erscheinen unter dem Firmenschild „Dom Wiener bis zum Basier Kongreß" zugleich die Individualisten mit dem Taufschein, der Frühkapitalismus jüdischer Bankiers, der Radikalsozialismus jüdischer Oekonomieprophcten, Rcfornr und Orthodoxie, Wagner, Hcrzl und Nietzsche und Briefe noch einiger Einzelgänger, die sich auch nicht unter eine andere Rubrik cinordnen ließen. Und endlich erscheinen zur „Krise der Assimilation" Herzls letzte Briefe, Brandes, Landauer und Nathenau. Wir meinen, daß das Briefinaterial nicht Willkürlich, sondern zufällig zusannnenkam. aus (bis auf Herzl) schon gedruckt Vorliegendem, daß also schon darum keine Tendenz, kein Gcsamtnrteil über die behandelte Zeit anhängig ist. Dazu fonmit, daß Briefe ja unverbindliche Acußerungen einzelner sind, woraus man nur selten auf dic Allgemeinheit schließen kann. Aber als Aeußcrimgon einzelner und gewiß nicht der Schlechtesten haben diese Briefe in ihrer Zusonnnensassung allerdings wunderbaren Wert. Die Auswahl ist einigermaßen weitherzig getroffen; obwohl prinzipiell judenseindliche ~ Briefe nicht ausgenommen wurden, kann, doch von keiner Schönfärberei die Rede sein, denn der Judenhaß tönt v aus dem Echo der Betroffenen in ihren Briefen nicht weniger schmerzhaft wieder. Die Auswahl und die Randbemerkungen des Herausgebers sind höchst populär gehalten, vor wissenschaftlich allzu schwierigen Stellen braucht kein Leser sich zu fürchten (eher vor dem Gegenteil, wenn etwa der Herausgeber Mitteilen zu müssen meint, daß Leibniz' „flüchtige" Begegnungen mit Spinoza. „keine daucrnden Früchte gezeitigt" und daß Spinozas ^ehre „ihre dichterische Verklärung" wo finden sollte? In Goethes Spruchdichtung'.). ' Wie kommt aber Spinoza in die deutschen Briefe? Durch seinen deutschen Freund Oldenburg, und es ist gut. daß Koblcr auch in Fragen der Zngehörigteit nicht engherzig ist. denn da man uns rassemäßig beurteilt, finden so auch Briefe von und über ..Inden" hier ihren Platz, die es nur eben der Abstammung nach sind. Dafür vermissen wir bis auf Billroth die Naturwissenschaftler überhaupt; . mürdcstcns Virchow-Bricse aber hätte Koblcr sich leicht verschaffen können; dann fehlen fall ' völlig Techniker. Philosophen. Philologen, Hlstorrkcr CDtommfen!'), Erfinder, Entdecker. Mathematiker u. n. m. Und Kriegsbricfe fehlen! Wir nehmen gewiy nicht an. daß hier Vollständigkeit nötig gewesen wäre, ober auch ein Querschnitt darf nicht ausfällige Lücken haben. I^eo Lirseb. Nach einer Mitteilung von Gitta Alpar be. absichtigen sie und ihr Gatte Gustav Fröhlich, ihre Ehe trennen zu lassen, wobei die nichtarische Abstammung Gitta Alpars eilte Rolle spielt. _ Professor Dr. Franz Landsberger wird seine im November v. I. veranstalteten Führungen im Kaiser-- Friedrich-Museum fvrtschen. und zwar anr -Limuerh. tag. den 2-1. und 31. Januar, svwic 7 14., 21. und 28. Februar. Vormittage 11 bis 12 Uhr oräziin. „Einführung iir die Kunst des Barock" «"Italien, Spanien. Franlreich und die Niederlande). Anmeldungen möglichst bald an den Vortragenden: Pariser Straße 20, erbeten. Legonhaus, Grosser Seal, Kleist-Strasse 10 Dienstag, 29. Januar, abends S'/i Uhr FE3EY-®UßB?STT Willy Frey / Varia Poiisch jic / Manuel Steuer Stofan Aubor Mitwirkung: JOSEPH Et ©SEM STOCK Haydn: Streichquartett op. 20Nr. 4. D-dur Krnest Bloch: Klavior-QuintoU C-dur (Erstaufführung) Beethoven: Streichquartstt op. 59 Nr. 3 C-dur Eintrittskarten zu 0.80, 1.10, 1.50, 2.00, 2.50 Mk. im Vorverkauf: Theatarkassen Kadewe, Wertheim u. Filialen, Bofe& Bock, Riedel, Uhlandstr.38, b sl Frey, Agricolastr.I3-U, C 9 4926, beim Hauswart der Log 9, Kleiststr.10 u. Abendkl [515 Tage Jüdisches Lehrhaus Sonntag, 20. Januar. 11 Uhr. Singakademie ERSTE MORGENFEIER „Der duldende Jude" Einzelkarten 1 RM. — Hö'erkarten an der Kasse und Im Sekretariat: LützowstraSe 16 r-Cafe Bes.: Oscar Aiterbach, Bayrischer Platz 2 Spielu. Yeremssiüe Treffpunkt best. jüd. Gesellschaft Bost ane: kannt Wiener KücheDezente Musik Mittag und Abend-Gedeck von RM 1.10 an PriBZEü-Cafä am K!irfi3reioafe3Ea2f4 CQCCOCCCSCCSCCCCCCCOn Qfninnw veranstaltet auf vielseitigen Wunsch v, Ottrielk/I a.Sonnabend,d.l9.Januar,21 Uhr,einen Kabarett>AbendiSS£!ti!3&aS; H Hestaurant Rubinstein & Joachimsthaler$tr.41. Eintritt 1M. TiscIbestellungenJ 1,1232. Für Dolomit cnrclse am 9. Februar sucheu wir einige. Teilnehmer best. Gesellschaft. Erstkl. Hotel oder Familienpeusion, mäss. rreise. Guter 4111. „C.-V.. Zeitung“, Berlin W 15. 3>l Dr. 0©eük@ S. lots Facharzt für Innere Krankheiten dauernd in VJ l e 5 S> a d G n praktiziert p 7 8 v a 8: (Taunusstrasse 6) und im Sanatorium. Zur SteuererS Marcose: der Mtavie Des SEcuorrocM dar ■ KccüaSoanwSUta u. KoCare mit Nachtrag, der cie Im Oktober 1934 orlasscnon neuen Steuerpcsotzo sowio dio Rechtsprechung und litaratur bis 1. Dezember 1934 berücksichtigt. M, Z.—. Der Nachtrag wird einzeln gegen Voreinsendung von 25 Pfg. zuzüglich 4 Pfg. Porto Geliefert. Philo Verlas und Buchhandlung G. m. d. H. Berlin W. 15, Pariser Sfraßa 44. — T»Li J 2, 1375. ajüiiijäg; '■WgM L. Kfensläass’g©? Ksi’üss'ufta ~ Corvnra 1600 m, St. Ulrich (Ortisci) 1300 bis 1= 2000 m, Altprags .1500 rr>. Fcdratschea 1400 m I EM “ISS.— _ Berlin—Berlin inklusive allem. Vcrl.'Sngornng — ’ möglich. Nur erstklassige Hotel-Unterkunft. E Reisebüro „GLOBUS”. Berlin W. 62. E Luthorstr.2G,lI. Tel.: B 5, Barbarossa 5088,89. — ilBRS mesenneblrBR Nntren Sie «1>e svenlgen schönen W inlcrtngo au» Obergiersdorl, Kain, Krummhübel SJffiaSifln, einschliesslich Fahrt von Berlin und zurück, volle Pension. KnrtaxCD etc. ßmCEXftlESSft Oerllii KW 7, Friedrichstraßo 100. 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PnKdPklfl durch die Schule oderFrau Lotte Stein, lUv|Jyliiti Hün«hen, Kendllngertorplatx 6a. 1 bei ULM/DONAU Leitung: Hugo Rosenthal Zu Ostern können noch einige Kinder in die erste Realklasse (Sexta) aufgenommen werden. Anfragen an das Sekretariat #&'&%)*#$'$(#+&)$*#)*%++%'#& ^56^149040057316767767^267371898353^

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