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Central-Verein-Zeitung · 1935-01-10 · 2 (10.1.1935) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
2 (10.1.1935)
Date
1935-01-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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^rK^rjcj sOo\JqLj Nr. 2 / ...^4 \ \ j i t*» / - r«A w/rfi! jyip/ri 2. VÄdlott >Uü 19.3finuart935 \(\r. '\fp Im berufsständischen Aufbau des. deutschen Wirtschafts- und Kulturlebens spielt neben der Organisation der Wirtschaft, deren Einzelheiten wir in Nr. 52 der „E.-V.-Zeitung" vom 28. Dezember 1934 anschaulich darstellten, die Erfassung des gesamten kulturellen Schaffens, die Einordnung der Kulturberufe in die N e i ch s k u l t u r - kammer eine besondere Nolle. Das Schaubild, das die folgenden, nur den organisatorischen Aufbau der Neichskulturkamrner behandelnden Ausführungen wirksam ergänzt, läßt erkennen, wie sich die Struktur des Kulturbereichs klar gestaltet. Das Reichsknlturkammergesetz vom 22. September 1933 und die zu ihm erlassenen wichtigen Durchführungsverordnungen, deren erste vom Propaganda- und Wirtschaftsminister gemeinsam unterzeichnet ist, begründen einen organischen Aufbau der kulturellen Berufe in Deutschland. Die Frage, was ständischer Aufbau im Kulturleben bedeutet. beantwortet am besten der Satz in der Begründung zum Neichskulturkammergesetz, in dem es heißt: „Ständischer Aufbau bedeutet Erfassung der Einzelnen. Er ist auch in feiner Gesamtheit keine Einrichtung innerhalb des Staates oder gar neben ihm. sondern der Staat selbst in einer neuen Form. Die rechtsstaatlichen Einrichtungen, die bisher im Mittelpunkt standen (Gesetz, Gerichtsbarkeit, Polizei), werden nicht entbehrlich. Sie treten aber als Mittel des Zwanges und der Autorität zurück hinter den Einrichtungen, die bestimmt sind, den Willen der Glieder der Nation zu erfassen." Durch das Reichskulturkammergesetz wird der Neichsminister für Volksauskläruug und Propaganda beauftragt und ermächtigt, die Angehörigen der Tätigkeitszweige, die seinen Ausgabenkreis betreffen, in Körperschaften des öffentlichen Rechts zusammcnzufassen. An der Spitze steht als Gesamtkörpcrschaft des öffentlichen Rechts die Reichskulturkammer in Berlin, deren Präsident der Neichsminister für Volksauf, klärung und Propaganda ist. Aufbau und Gliederung der Reichskulturkammer zeigen eine vertikale Linie. Die Reichskulturkammer wird gebildet aus den im folgenden genannten sieben Fachkammern. die, hervorgegangen aus frü- Heren Spitzenfachverbänden, gleichfalls die Eigenschaft von Körperschaften des öffentlichen Rechts und ihren Sitz in Berlin haben: Reichsschrifttumskammer. Reichspressekammer. Reichsrundfunkkammer, Reichsthcaterkammcr, Reichsmusikkammer. Reichskammer der bildenden Künste und Reichsfilmkammer. Die Fachkammern ihrerseits gliedern sich, wie das Schaubild zeigt, in — int allgemeinen privatrechtliche — Fachverbände, die den Charakter berufsständischcr Zwangsverbände haben. Sie erfassen unter den verschiedensten Bezeichnungen (Reichsvcrband, Verband. Verein. Bund, Berufsstand, zwveiken auch Fachschaft oder Reichssachfchaft u. dgl.) die Einzelpersonen.. Jeder Einzelne kann grundsätzlich also nur mittelbar Mitglied einer Fachkammer und damit der Reichskulturkammcr sein. Prrvatrechtliche Verbände oder öffentlich-rechtliche Körperschaften können dagegen als korporative Mitglieder direkt Roichwrundfuukkammcr Fachverbände Fachverbändc: Fach verbände i. ■ . Fachverbände: Fachverbändet Faehverbäntle: Fachvcrbiinoe: Rcicliskanimer d. bild. Künste RcichsisdiriHtumskanuner musikkammer Rciebstheaterkammer Rcichsverband Deutscher Schriftsteller Bund reichsdeutscber .Buchhändler Verband der Volksbibliotliekafe Verband Deutscher Bibliothekare Beichsfachschaft Deutscher \v erbet achleute, Fachgruppe Wcrbefachlcute Reichsverband des Adress- und Anzeigenbuchverlags - Gewerbes Gesellschaft der Bibliophilen ✓V.- I fachliche regionale Gliederung Rcichsverband der Deutschen Presse Reichsverband der Deutschen . Zeitangs* vorlcgcr Reichsvcrband Deutscher Zeitschriftenverleger Reichsverband der Deutschen Korrespondenz- und Nachrichtenbüros Hauptfachschaft der kirchlich - konfessionellen Presse, Rcichsverband Deutscher Pressestenograpiien Fai’hM’luift der Verla gsan gestellten Reichsfa c I> sch a ft Den t* scher Werbnlächieutc, Fachgruppe .Verlagsworbiing Fachvcrhaml der RundfunKprcsso Reichsvcrband für den werbenden Zeitsch riftorhandel Reichsvcrband der Deut- scheu Lesezirkel- Roichsrundfunkgescll- - v ' schaft Deutscher Amateur- Sende- und Emp* > fangsdienst Deutscher Funktechni- ■ scher Verband Rcichsverband der ' ' .Rundfunkteilnehmer : { fachliche regionale I Gliederung |. bcsitznr Verband deutscher ' Zeitungfi* . und Zeitschriftengrossisten Reichsfaeb6r.ha.fl. des Deutschen ' Zeitung?- und Zeit.schrifteneinzclhandels Reichsvcrband Deutscher Bahnhofsbuchhft ndle.r Genossenschaft der deutschen Bühnenangehörigen' Deutscher Bühnea-Ver- Deutscher- Chorsänger* verband und Tänzerbund ruit Einheits* verband . deutscher Tanzlehrer Vereinigung der Büh-, nenvexleger Variete-, Theater* und' Circus > Direktorenverband Berufsverband deutscher Artisten- /\ I fachliche regionale 1 OHe<t>.n I Bcrufsstand der Komponisten Fachverbatd „Reichsmusikcrschaft“ Reichsverband für Konzertwesen Deutscher Musikalien- Verleger-Verein Reichsvcrband der Deutschen Musikalienhändler Fachverband „Musik- . instrumenten- Gewerbe“ liehe regionale I /\ 1 fachliche regionale I Gliederung | Duixl Deutscher Ar- Buud Deutscher Gartengeftalter Buud Deutscher Maler und Graphiker Bund Deutscher Bild- Bund Deutscher Gehrauchsgraphtker Bund Deutscher Ko* Bund Deutscher Kunsthandwerker Bund Deutscher Kunst- und Antiquitätenhändler Bund Deutscher Kunsfverlegcr - und Kunstblattliändler Ri-icbsfachechaft Deutsch er wer l»ot acht eute, Fachgruppe Gebrauchs werber. Bund Deutscher Kunstwissenschaftler Bund Deutscher Künstlervereine Bund Deutscher Kunstvereine Bund Deutscher Museen und Sammlun- Mir Filmschaffende. Filmhersteller, ' Filmateliers. . Filmhandel. Filmtheater u. a. (gegenwärtig in der Umorganisation begriffen) Katholische Reichsgemeinschaft christlicher Kunst Evangelische Kelchsgemcinschaft christlicher Kunst I fachllch^egionale I Gliederung in die Fachkainmern eingegliedert werden; so sind in die Neichsschrifttmns- und die Reichstheaterkammer neben den Fachverbänden auch einige Gesellschaften, Arbeitsgemeinschaften, Stiftungen als korporative Mitglieder , eingeordnet worden. Die Fach verbau de sind durchweg wieder, um. in Fachgruppen, zuweilen auch Fach, schäften oder - Facha u s sch ü sse genannt, untergeteilt, die ihrer großen Zahl wegen im Schaltbild im einzelnen nicht aufgeführt werden können. So gehören beispielsweise die Leihbüchereien als Fachgruppe in den Bund reichsdeutscher Buchhändler (in der Reichsschrifttumskammer). die Sportschriftleiter, in einem Reichsausschuß zusammengefaßt, in den Reichsverband der deutschen Presse (in der Reichspressekammer). ivährend die Kunstfachkritiker einen Fachausschuß im Rcichsverband Deutscher Schriftsteller (in der Reichsschrifttumskammer) bilden. Bemerkenswert ist. daß drei wesentliche Fachgruppen der Reichssachfchaft Deutscher Werbefachleute, nämlich die Fachgruppen ,',Werbesachleute". „Verlagswerber" und „Gebrauchswerber", da sie drei verschiedenen Kammern direkt unterstehen, im Schaubild unter den Fachverbänden aufgeführt sind. Eine besondere bezirksweise Gliederung der F a ch k a m m e r n. wie sie auf dem Gebiet der Wirtschaft in Form der Industrie-, Handels- und Handwerkskammern besteht, gibt es im berufsständischen Aufbau des kulturellen Lebens nicht. Die Fach verbau de haben zikmeist eine, re' gionale Untergliederung nach Landesverbänden. Gauen, Landesstellen, Bezirksverbänden u. dgl. sowie nach Kreisvereinen, Ortsgruppen usw. Diese Untergliederung erfolgt nicht einheitlich nach einem bestimmten Schema. Tie Reichskulturkammcr ist in ihrer Gesamtheit korporativ der Deutschen Arbeitsfront (TAF) angcschlosicn und vermittelt dadurch für die Mitglieder der Fachverbände die Mitgliedschalt zur Arbeitsfront. Es ist ausdrücklich vereinbart, daß Mitglieder der Reichskulturkammer darüber hinaus nicht mehr Mitglieder eines zur Arbeitsfront gehörigen Angestellten- oder eines ähnlichen Verbandes fein dürfen. Mitglied, der Einzelkammer — über den zuständigen Fachverband — und damit der Reichskulturkammer muß sein, „wer bei der Erzeugung, der Wiedergabe, der geistigen oder technischen Verarbeitung, der Verbreitung, der Erhaltung, dem Absatz oder der Vermittlung des Absatzes von Kulturgut mitwirkt". Tie Mitgliedschaft znr Reichskulturkammer beruht nicht aus freiwilligem WWWr ISN MasnuZ SLLivfchn. Berlin Um die Jahrhundertwende war es. Mit regen: Eifer und Fleiß bereitete ich, der noch nicht Zwanzigjährige, mich für meinen:3$eruf vor. Felix Schmidt, der in seinen Kreisenunvergessene'Gesangspädagoge. Barth, der treffliche Theoretiker und Klavierlehrer der Hochschule, Fleischer und Friedländer, die bedeutenden Historiker, wiesen den musikalischen Weg. In der Gipsstraße aber stand auf dem Katheder der körperlich kleine und geistig so unendlich große Professor Berliner, der uns Lernbegierigen aus Jozrot und Piutim kündete. Der gelehrte Hebraist Sonnenschein vermittelte uns den geistigen Gehalt von Thora und Gebetbuch. In die emsige Arbeit unter der Leitung dieser großen Geister trat plötzlich eine Unterbrechung ein. — Plötzlich, ehe ich mir dessen eigentlich so recht bewußt war: Angela Neulnanii, der Leiter der Prager Oper, bekanntermaßen stets auf der gliche nach jungen, stimmbegabten Kräften, hörte von mir. Wenige Tage später stand ich in seiner Direktionskanzlei, dort, wo unter Glas und: Rahmen Briefe und Bilder mit eigenhändiger Schrift Richard Wagners hingen., Zitternd vor Aufregung sang ich ihm mein ganzes „Opernrepertoire" vor, das aus zwei Arien bestand. Neumann wollte mehr hören. Einen Tag später hatte ich zwei weitere Arien studiert— und wurde engagiert. Das war un September. rt November desselben Jahres debütierte ms der Bühne des. Königlich Deutschen scheaters in Praa, dort, wo Mozart die führung seines „Don Juanerlebte,'.als tro. Und nun begann ein neues um. Aber in einem Tempo, daß mir lig wurde. In ganz kurzer Zeit bereits {) mich vor die schwierige Aufgabe gefüllt, issige Partien zu singen, nacktem - der praktische Theatcrfachmann meine Brauchbarkeit und Verläßlichkeit erkannt hatte. Ein Jahr war vergangen. Ein Jahr voll rastloser künstlerischer Arbeit. Da ersann der Praktiker Angelo Reumann, der bekanntlich Richard Wagner unter den größten Schwierigfetten die Wege nach Berlin geebnet hatte, seine Festspiele. Sie umfaßten Oper wie Schauspiel. Welch ein Zusammenwirken be-’. rühmter Künstler! Im Schauspiel Sonnenthal, Lewinsky, ' Mitterwurzer. Kainz, Baumeister aus Wien, Matkowsky, Max Grube, die Hohenfels, die Tricsch u. a. m. ans Deutschland. In der Oper, die Leo Blech damals um- sichtig leitete, die bedeutendsten Sänger und Sängerinnen: Melba, Arnoldsen, Prevosti,, Reichmann, Kraus. Vogel aus München — genug, ein erlesenes Ensemble, wie man es zum zweiten Male wohl kaum erleben dürste. Es war aber kein Starsystem. Alles fügte sich ineinander zu einem einzigen, großen, wunder- . vollen Ensemble nach dem Muster von Bayreuth, für dessen. Werke Reumann auch in Prag. hingebend arbeitete. Plötzlich kommt die Nachricht: Mahler wird als Krönung des Ganzen, als grandiosen Abschluß Beethovens „Neunte", zivei Tage vorher „Lohengriu" dirigieren. .Der Hüne Erik Schmedes, wird aus Wien, wo ja Mahler Direktor war, für den Lohengrin herbei geholt; die übrige. Besetzung mit Prager Mästen. Man wird begreifen, mit welch bangem Jagen ich die ersten Begrüßungsworte des Königs Heinrich an die „Edlen von Brabant" richtete. Vorher gab es nur eine kurze Verständigunasprobe. Mahler, der Gastdirigent, höflich, aber kühl bis ans Herz hinan.- Wer am Abend — - am Dirigentenpult! Noch sehe ich den .schmalen Kopf vor mir mit den funkelnden Brillengläsern,' die die Lichter fernes Pultes, widerspiegelten. ' Wie sind wir. alle getragen, von feinem ©eift; angefeuert-von diesem-hinreißenden Temperament! Jeder tutmit restloser Hingabe sein Bestes. Es..ist .eine Aufführung, wie ich sie.'weiß Gott,'aktiv und passiv, trotz bedeutender Besetzungen-mewieder -erlebte. „Mein Herr und Gott, nun ruf ich dich" — sind das dieselben Bläser? Ist das nicht eine riesenhafte Orgel, die trotzdem mit unerhörter Delikatesse begleitet? Das Erleben dieser Aufführung geht zu Ende. Mahler steht auf der Bühne. Das ohnehin bleiche Gesicht zeigt eine marmorne Blässe. Tie Hand zittert leicht. Jovial klopft.er Schmedes cmf die Schulter. Ehevaleresk und anerkennend küßt er der Elsa die Hand. Mich sieht er lange an und sagt mir nur die Worte: „Sie spreche id) noch!" — Es war nicht in der Form des Tadels, sondern in dieser Bemerrimg lag ein unendlich, gütiger Ton. Beglückt gehemwir davon. . . Am nächsten Tag vormittags probt er die Neunte. Wieder ein einziges, großes Erleben. Wenige 'Bemerkungen. Nur sehr seltenes W-- klopfen. Jeder steht im Bann dieser Persönlichkeit. Am Nachmittag schlendre ich' die Verbindungsstraße zwischen Neuem und Landestheater hinunter. In der llkähe des Grabens höre ich die Worte: „Heil, König Heinrich!" Ich denke, unser humorvoller Tenor jällt mich wieder von hinten mit irgendeiner Bemerkungan, drehe mich um-und Mahler steht vor mir. Ich bekam einen derart beillosen Schreck, daß ich irgend etivas von Glück und großem Meister stammelte — sehr zusammenhängend war all das nicht — er aber,war von einer Güte ohnegleichen. War das Mahler, der gefürchtete, strenge, ernste Mensch mit dem verslchlosienen Gesicht und herben Mund? — Er fragte mich nach Nam und Art.' Dann folgte ui herzlichen Worten die Einladung, mit ihm im Blauen Stern zu jausen. Bald sitzen wir an der breiten Scheibe, trinken. Kaffee und plaudern gemütlich über , Prag,, .das er aus seiner frühesten. Jugend kannte, da die Hauptstadt seiner geliebten teimat war. Ich berichte, ihm von meinen tupien. Und. als ich.' ihm von meiner Sehnsucht nach?dem. ursprünglich gewählten Beruf erzähle) .'den schon meine Ahnen ausübten, ' sagt er mjt unwillig gerunzelter'. Stirn: „Sie würden, .ja dann der Kunst verlorengehen!" Wie selten muß der Jude Mahler in einem Tempel gewesen sein, so dachte ich. — Plötzlich und unvermittelt kommt die Aufforderung an mich, ihm im Klaviersaal etwas Hebräisches vorzusingen. Das geschieht mit freudigem Herzen. Ich singe ihm zunächst die Komposition eines unserer Spnagogenautoren vor. Er bemängelt den geringen musikalischen Gehall. Dann bitte ich ihn. weiter etwas improvisieren zu dürfen ans der Basis von Gebet- Worten. Das geschieht. Ich erläutere knr^dic Skala und singe dann. Singe mir die Seele aus dem Leibe. Lege allen jüdischen Weltschmerz, aber auch allen Gehalt der Worte hinein. — Ter Meister lauscht. .Und als ich ende, das alte Bersöhnnngslags-Gcbet „Verlaß uns nicht, wenn unsre Kräfte schwinden", flüstert er mit trockener Stimme: „Ja, das ist religiös. So Hab ich's als Kind gehört. Von dem alten Vorbcter in dem kleinen Dorftempel." Kein Wort sonst. Er sitzt sinnend da. Ich wage nicht zu sprechen. Plötzlich sitzt er am Flügel. Spielt. Improvisiert. Ich höre fast Intervall für Intervall die eben gegebene Melodie, die ich nicht wiederholen könnte, weil ich sie ja improvisierte. Es ist ganz etwas anderes. Er kleidet.die schwere Mollweise in andere, wundervoll blühende Harmonien, daß ich wie gebannt nur immer an das eine denke: Was könnte unserm Gottesdienst gegeben werden, wenn. Tu großer Alaun Dich von ihm und von all dem nicht abgcwendet hättest, was Dir eine hindernde Last, dünkte. Und doch nicht Last, ist dieses altes, sondern gerade Inhalt und Wert jüdischen Lebens! — Es war. als ob er in seinem Gefühlsleben eine furchtbare Erschütterung zu überwinden hatte. Fast kein Wort wurde mehr gesprochen. Herzlich, aber kurz verabschiedete er sich von mir mit den Worten: ,,Jch werde noch an Sie denken." Als er am nächsten Abend am Schluß der Neunten, umjubelt von der tausendkopfigen Menge, von den Studenten fast in den Wagen Ön wird, stehe ich am Bühneneingang. .. nell sieht er mich und reicht mir herzlich noch einmal die Hand zum Wschied.

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