Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 1 (4.1.1935)
- Date
- 1935-01-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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iPJcvfc als tiefsten Ausdruck nordischen Geister verbreiten — den haben wir verloren. Oder: aus einer N eben straße klingt 3JfcXot>ic und Text eines JudenliedeS. das' auch die Obrigkeit nicht will. Es gibt eine Schallplatte mit dem Schlußchor der Nennten Sinfonie. Beethoven trägt Verse von Schiller in Gebiete hinüber, die jenseits des verstandesinäsrigen Begreifens liegen: „Alle Menschen werden Brüder . . . Unser Cchnldbuch sei vernichtet. Ausgesöhnt die ganze Welt. Brüder — überm Sternenzelt richtet Gott, wie wir gerichtet!". Man versuche, danach Text und Melodie des Judenliedes zu wicderholen. Wer es dann dennoch kann, ernsthaft und mit Bitterkeit kann, den haben wir verloren. . . . Warum dies, höre ich fragen. Geben solche "wgtciche Brot. Recht. Existenz? Aber es ist ch die Sekunde, in der nur unsere'Seelen chorheben, die Sekunde außerhalb des Allgs, die wir uns aus der Zeit herausholcn ld die u n s gehört! In diesem Stückchen nt beherrscht die Zeit nicht uns, beherrschen x die Zeit. Wir sorgen um Brot,' Recht, Ernten;. Wir arbeiten ehrlich und sichtbar' gleich wieder nach dieser Sekunde, wie zuvor, daß nicht über den Willen des Staates hinaus Brot, Recht, Eristen; geschmälert werden. Wir bangen um die Zukunft unserer Jugend, von der viele neue Heimat suchen müssen, aber uns macht ebenso Sorge, daß den kommenden Geschlechtern, die bleiben, etwa die Erinne» rnngsmöglichkeitcn fehlen könnten, die wir besitzen. und die uns in unserem Willen zu diesem Lande, dieser Kultur, unserer Znknnst in Deutschland stark machen. Wie lange dauert eine solche Sekunde, die uns die Zeit beherrschen läßt? Solange wir die Kraft halben, im Alltag und doch über' ihm zu stehen. Das neue Jahr hat begonnen.' Es ist undurchsichtig wie alle Zukunft. Der Alltag, den cs bringt, kann leichter oder schwerer, trüber oder heller werden als zuvor. Wir sind Menschen, und menschliches Wirken, bestinunt unseren Alltag. Aber unsere Feier-, stunden bestimmen andere Kräfte. Wir beten zum Gott unserer Bätcr, daß er sich unseren Kindern als ihr Gott erweise. Wir sehen die ernste Wirklichkeit, aber wir lieben die Schönheit der Umwelt, die sich uns aus der großen U.ebcrschau in klaren und unvergeßlichen Umrissen da'rbictet. Es kann sein, daß Menschen verzweifelt aufhören wollen, Jude zu sein. Aber es kann und wird nicht sein, daß Judentum endet. Wer absällt, flieht ans der jüdischen Zukunft,- die wir Beharrenden wollen — nicht kultnr-, los, nicht ungeschichtlich als Fellachenvolk, sondern mit Bewußtsein und Willen' und mit dem Streben nach Helle und Wärme. Es kann sein, daß uns die Not zwingt, dieses Land zu verlassen; wir sind Menschen, und Not zwingt zu menschlichen Auswegen. Aber es kann nicht sein, daß wir diesem Land seine Geschichte vergessen. Die Feierstunde der Jahreswende endet. Wir schreiten bewußt als Juden und bewußt als Deutsche stack in den Alltag der kommenden Zeit. " ' . Das GM für ösnMhMrM' Unter der Überschrift „Ein Rabbiner fälscht Gebete" bringt der „Angriff" Nr. 300 vom 22. Dezember 1934 aus dem Sachsschen Gebetbuch das ©ebet für den Lnndesherrn deutsch und hebräisch faksimiliert. An die Tatsache, daß der deutsche Text einige Säße de-; hebräischen wegläßt. knüpft der ..Angriff" den Borwurf, daß die Inden selbst in ihren Gebetbüchern und Gottesdiensten wissentlich mit Betrug arbeiten. Was hat es damit auf sich? Im hebräischen wie im deutschen Text wird für den Kaiser und König Wilhelm I. und für die Kaiserin und Königin Augusta gebetet. Der deutsche Text bringt dann eine ausdrückliche Formek für das Ergehen des Vaterlandes; diese fehlt im hebräischen, wohl aber wird im hebräischen Text für das Gedeihen aller Regierungslatkn des' Herrschers gebetet, inäbefonbete für sein, das heißt wohl seines Reiches und des Vaterlandes Erfolge in der Selbstbehauptung gegenüber den anderen 'Rationen. Tie Beschränkung des hebräischen Textes auf die Fürbitte für die Person dez Herrschers erklärt sich sehr einfach mit der alten ja. nicht bloß den Juden eigentümlichen Vorstellung, daß sich in der Gestalt des .Herrschers Volk und Land verkörpern. Es ist wohl daraus für den objektiv Denkenden leicht zu ersehen, daß sowohl dem Verfasser jenes Gebetbuches wie denjenigen, die es im Gottesdienst benutzten, die Hintergedanken fehlten, die ihnen der „Angriff" zuschiebt, daß, nämlich der-Sinn des hebräischen Textes die. Für-' bitte für die Rettung Judas sei, während im deutschen Text für Deutschland gebetet wird. Üebrigens ist aus den meisten Gebetbüchern jener hebräische Text, gegen den aber, wie gesagt, keinerlei Einwände zu erheben sind, da er ja die gesamte Fürbitte für Deutschland mitenthält, längst herausgenommen, und man hat sich auf einen deutschen Text beschränkt, der dem im Sachsschen Gebetbuch entspricht. j. .Xo.-i. | giiMm Mm Mchcktt MMrUay SÄur 6ü Mrr Srn Friedrich Drodnitz Das abgelanfene Kalenderjahr ist für die Arbeit der jüdischen Jugendverbäude von großer Bedeutung gewesen. Die Anerkennung des Reichsausschnpcs .der jüdischen Jugendverbände als verantlvortliche Spipcnoxganisation der gesamten jüdischen Jugend durch den Jugendführer des deutschen Reiches schuf vereinzelt beschrittcn wurde: , geeigneten . jungen Menschen Arbeitsstellen tu bet Provinz zu verschaffen. Die ganze Führersrage ist' ein sehr schwer lösbares Problem geworden. Ein' Ausweg, der häufig versucht wurde, ist nicht ohne Bedenken. Man trrfst jetzt sehr oft in den Bünden Führer an, tue-, ■K.% ' ... - -_ flWnt Tirmpn. - Professor- Dr. Jsay Schur. Ordinarius für Mathematik an der Berliner - Universität, entstammt einer hochangesehene'n jüdischen Familie des Ostens. Mit 26 Jahren promovierte er mit einer Arbeit, die bereits die Grundlage für seine die Grundlagen für die Arbeit der Jugendeigentlich gar keinen tüchtigen Beruf haven, Tvfv* itfN rtftur mtrfi ritrfif IN der Vorbereitung vedünde. Das vergangene Jahr hat auch dazu beigetragcn, die inneren Grundlagen der Jugendarbeit unter dem Wandel der Arbeitsbedingungen klarer zn legen. Wir sehen hier von den Problemen ab, die sich für jeden einzetnen Bund aus seiner besonderen weltanschaulichen Ausrichtung und ihrer Verwirklichung in einer sich nmformendeli Welt ergeben. Wir wollen nur den Fragen nachgehen, die' in allen Bünden heute zugleich anstauchen. Ans diese Fragen eindeutige Antworten zn geben/ ist fast immer unmöglich. In einer Zeit, die ans allen Gebieten um neue Lebcnsgcstaltnng ringt, gibt es noch keine Lösungen. Aus den Arbeitserfahruugen eines Jahres jedoch den Versuch einer Einsicht in die grundsätzlichen Arbeitssorderuugeu der Zukunft zn machen, ist noch immer die beste Beschäftigung in den ersten Stunden eines' beginnenden Jahres. So soll hier, ohne Anspruch aus Vollständigkeit, auch nicht als offizielle Stellungnahme, lediglich dieser Versuch einer Umrißzcichnung gemeinsamer Arbeits- Problematik der jüdischen Jugendbüude gemacht werden, der zugleich dem Außenstehenden einen Ueberblick über die wichtigsten Probleme der Jugendarbeit geben kann. Tie Tätigkeit der jüdischen Jugendbünde ruht auf der schon erwähnten Anerkennung des Reichöausschnsses der jüdischen Jugend- Verbände. Diese Tatsache und die Verpflichtungen. die sich ans ihr ergeben, sind zwar dein engsten Kreis der führenden Menschen immer gegenwärtig gewesen. Je weiter man aber von der Spitze zn den Gliederungen schreitet, desto mehr ist die alte Erfahrung sestznstellen. daß die meisten Menschen ein kurzes Gedächtnis haben. Mühsam Erreichtes wird als selbstverständlich betrachtet und der als ein lästiger Mahner empfunden, der darauf hmweist. daß nur eiserne S e l b st z n ch t, verbunden mit äußerster Zurückhaltung, die Gewähr für freie Gestaltung der Arbeit geben ' kann, Die Bünde müssen im kommenden Jahr - st r a s s st e Disziplin gegenüber den für alle gleichmäßig verbindlichen Forderungen als eines der wichtigsten (&> ziehnngsziele betrachten, eine Disziplin, die K nicht .tn wide-rwilliger -Anpassung ertragen wird, -sondern die. infreiwilliger- Einfügung, in die Gesamtinteressen der jüdischen-Jugend zn einer charakterformenden Kraft wächst. Die äußerste Freiheit in die Gestattung der inneren -Bundesarbeit findet ihre Grenze in der Verpflichtung, die heute jeder jüdische Jugendliche mit feinem Tun gegenüber der Gcsamthcit trägt. Bundesarbeit ist sinnlos,, wenn sie nicht Dienst an der Gesamtheit ist.^ Wir sind uns allerdings klar darüber, daß die Durchsetzung dieser Forderung in erster Linie eine Frage der Führung, und zwar besonders in den kleinsten Einheiten -..der Bünde ist.-Damit kommen wir zu einem der schwierigsten Probleme, das heute rn allen Bünden vorhanden ist, der Führerfr a g e. Alle Bünde leiden an einem empfindlichen Mangel an zur Führung geeigneten Menschen. Zwei Faktoren haben insbesondere diesen Mangel verursacht: Auswanderung und' Berussumschichtung. Gerade aus Pen Jahrgängen) die zur Führung in Jugendgruppen in Frage kommen, ist eine große Zahl von Menschen in andere Länder gegangen. Die zionistischen Bünde haben eine Fülle wertvoller Persönlichkeiten an Palästina abgegeben, aber and) in die anderen Bünde sind durch Auswanderung empfindliche Lücken gerissen worden. Gleichzeitig wuchsen mit der starken Größenzunahme-der Bünde die zahlenmäßigen Anforderungen nach Führern. Die Folge war ein wesentliches Absinken des Durchschnittsalters der Gruppenführer — ein sehr bedenklicher Vorgang. wenn man dabei noch berücksichtigt, daß der pädagogische Nahmen der Bundesarbeit heute viel weiter als früher gespannt werden muß. Eine weitere Erschwerung brachte ein an sich so begrüßenswerter Vorgang wie die Berussumschichtung. Früher wurden die Führer der Bünde zum großen Teil von jungen Akademikern gestellt, die. nebcn der Weite ihrer Bildnngswelt. etwas sehr Wesentliches mitbrachtcn, viel freie Z>. .. Das hat sich gründlich geändert; die Arbeit in der Berussumschichtung läßt wenig Zeit und noch weniger Energien frei, belastet aber auch häufig mit so viel Problematik der Eingewöhnung und inneren Umstellung, daß die führende Jugendarbeit darunter leidet. Besonders schwierig liegen die Verhältnisse in der Provinz, wo man es häufig erleben kann, daß gute Jugendgruppen eingehen, weil das Führerproblem nicht zu lösen ist. Hier sollte mit Unterstützung aller örtlichen Stellen der Weg gegangen werden, der bisher nur sehr sich aber auch nicht in der Vorbereitung befinden. Es ist der Typ des Jugendführers als Funktionär, wobei es grundsätzlich gleich ist, ob die Finanzierung solcher Stellen von einer Organisation oder der oft schon recht bürokratistarten Leitung . eines Bundes erfolgt. Dem Vorteil der größeren Erfahrung imd Sachkenntnis stehen die erheblichen Gefahren jeden Funktionärtnms gegenüber; mangelnde innere Unabhängigkeit durch äußere Abhängigkeit niid durch bic Schwerkraft der vorgeschreibenen Weltanschauung, Ucberbetonnng des anftragsgebundenert Sonderintercsses. Wir wissen genau: es ist leichter, hier Kritik zu üben, als Auswege zn zeigen. Die Bünde sind min einmal ans die Menschen angewiesen, die ihnen zur Verfügung stehen. Deshalb klingen diese Betrachtungen in eme dringliche Mahnung an die außerbündische Welt aus: 'Es gibt noch sehr viele junge Äon Dr. Bruno Weil: „Der Weg der deutschen Juden" stehen noch Eremplare zur Verfügung. Die Broschüre, die 24« Seiten umfaßt, enthält neben einer großzügigen Deutung der jüdischen Geschichte umfangreiches Tatsachenmaterial über alle interessierenden Fragen des deutschen Judentums. Eie ist bei der Geschäftsstelle-des C.-V. erhältlich. Juden in Deutschland zwischen 18 und 25 Jahren, die hier eine große Aufgabe hätten. Allerdings eine Ausgabe, die nur dem anvertrant werden kann, der schon seine Fähigkeit zur Einfügung bewiesen hat. Und die ist heute nicht immer leicht. Junge Menschen zn führen, ist viel schwerer geworden, weil sich in der Jugendbewegung der Struktur - Wandel des dcutschen Indentums deutlich widerspiegelt. Wir rühren da an ein Problem, das in seiner Tragweite von der breiteren jüdischen Oesfentlichkeit fast gar nicht, aber auch von den Bünden noch weni'g erkannt.worden ist. - .Der jahrzehntelang geforderte soziale Umbau des deutschen.Judentums ist heute unter dem-Druck der Verhältnisse Wirklichkeit, geworden. Handarbeiten de Berufe - nehmeneinen immer größeren Näum ein, auf den jüdischen Volksschulen'wachsen'neue Genera- Hoheit mit ganz -veränderten Bildungsgrundlagen heran. Man macht sich 'nicht immer klar, daß' jetzt zunehmend junge Menschen heranwachscn, die nicht durch die hmnanistische Welt des Gymnasiums gegangen sind. Das braucht, wenn unsere'Schuten gut sind, keinen Verlust an Bildungsweite ergeben, aber es wird leicht bedeuten, daß die Genera«, tion der Noch-Führenden und die der Geführten verschiedene Sprachen reden. Die einen sind zwar auch keine Bürger mehr, aber nur atts Znkunftseinstellung heraus und ans dem Willen zur' Umstellung, die Geführten' jedoch sind schon von Anfang an. Glied einer anderen, neuen sozialen Schicht. Hier.liegen zahlreiche Gefahrenpunktc. Ter eine ist. der Jngendsührer ohne Echo. Wer nicht gelernt hat, in seiner eigenen Bildnngs- und Erfahrungswelt das Dauernd-Gültige, das Erhaltens- ' und Uebertragenswerte von dem' schichtcnmäßig Gebundenen und Absterbenden genau.zu trennen, wird gerade jungen Menschen gegenüber Schiffbrnch leiden. Auf der anderen Seite besteht die große' Gefahr, daß. in radikaler Abkehr von bürgerlicher Lebensform wertvollstes Bildungsgnt über Böxd geworfen wird uttd ein Banausentum schlimmster Art entsteht, das umso unerträglicher ist, wenn es sich mit dem Mantel von Partei- Ideologiendrapiert. Hier werden an den menschlichen und pädagogischen Takt der Führenden die höchsten Anforderungen gestellt. Bedingungslose Anerkennung-der Gestaltung des ganzen Lebens auf neuer Grundlage muß. sich mit Kenntnis und Uebertragungsfähigkett allgemeiner Bildung'sgüter verbinden..Wir haben schon einmal an dieser Stelle („C.-V.-Zeitung^ Nr. 40, 1934) auf die- Aufgabe hingewiesen, die der „Zwischengeneration" bei der Lösung dieser Probleme znfällt. .Das gilt auch für das Problem der K u u st e r z i e h n n g, die bisher kaum über tastende Versuche hinausgekommen ist. Anoeutungsweise kann hier nur gesagt werden, daß wrrkliches Kunstverständnis nur über eigenes Tnit, wenn auch im kleinsten Nahmen, ^worben werden kann. Kunst ist nicht, wie es dre Gesellscyaststheoretiker manchmal verkünden, der verschönernde Luxus bürgerlichen Lebens. Eme Generation ohne Kunst ist eine Generation ohne Herz. Man kann auch eigengewachsenem Kunstschaffen die Wege bahnen, ohne sich, von der Kunst einer ganzen Welt trennen, zu . müssen.? (Schluß in der nächsten Nummer) spätere wissenschaftliche Forschung 'geschaffen hat. Im Jahre 1903 habilitierte er sich in'Berlin', 1913 ging er als Extraodinarius nach Bonn und kehrte 4916 in der 'gleichen Eigenschaft nach Berlin zurück. Seit 1919 ist er-ordentlicher Professor an der Berliner Universität und seit 1921 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Es ist schwierig, in einer nichtfachwissenschaitlichen Zeitschrift Professor Schurs Leistungen und ihre Bedeutung für die mathematische Forschung hervorzuheben und gebührend zu würdigen. Seine Hauptgebiete -sind die höhere Algebra,. Determinanten und Zahlentheorie. Mit Recht gilt er als Mitbegründer eines Hauptzweiges ber ©nippen» theorie, der modernen Tärstellungstheorie, die sich . als mathematisches - Hilssmittel für die neueste Quantentheorie als überaus wertvoll erwiesen hat. Als Beweis für sein vielseitiges Wissen sei hervorgehoben, daß Professor Schur, den Wünschen seiner Hörer entgegenkommend, häufig Vorlesimgen aus den entlegensten Gebieten der. Mathematik übernahm. -' . Swsu IMM 75 gute ' Am 6. Januar wird der große-jüdische Gelehrte. Simon Bernfeld 75 Jahre alt.' Die Fülle seiner bedeutenden Werke legt Zeugnis von seiner fast fl;; C'v' . ' ■~\ \; i; 1: / L. -. : ,! einzigartigen Vielseitigkeit ab. Er ist einer der Mitschöpfer des modernen hebräischen Schrifttums. Im Jahre 1880 leitete er in Kömgsbcrg die hebräische Zeitschrift ..Ha-Kol", 1881 -war er Mitredalteur des „Ha-Maggid" in Lyck. Ein großer Teil seiner wissenschaftlichen Werke ist in hebräischcr Sprache verfaßt/ Genannt seien die 1897-bis 1899 erschienene „Geschichte der jüdischen Neligionsphilosophie", „Geschichte der Krcuzzüge" (1899) und „Sefer Hademaod" (Sammlung der Quellen über die Judenverfolgungen mit historischer Einleitung, 1924 bis 1925). Daß er sich mit der Problematik des westeuropäischen Inden tu in? auseinandcrsetzte, zeigen, seine ebenfalls in hebrai« scher Sprache verfaßten Werke über die Kulviu. geschichte des deutschen Judentums in der Autklärunas. und Reformationszeit, unter denen pa) auch biographische Abhandlungen über He r ne. Michael Sachs und Gabriel Rießer befinden. Auch in deutscher Sprache sind zahlreiche Schriften von Bernfeld erschienen. Hervorgohoben^eien vor auent die Herausgabe des Sammelwerks ..Tie Lehren des Judentums", ferner „Der Talmud,. fein We-en,. feine Bedeutung und feine Geschichte" (1900).- Nicht unerwähnt darf auch seine deutsche Bibelübersetzung bleiben. Neben dieser mir an einzelnen Beispielen dargelegten wissenschaftlichen Arbeit fand er Krast zu umfangreicher journalistischer Tätigkeit. Aber Simon Bernfeld ist'durch seine wissen', schaftliche-Leistung trotz deren - beispiellosen Umfanas^ nur unvollkommen charakterisiert. Wn wird ihm nur dann gerecht, wenn mau dc-r benswerten, hilfsbereiten, sprühenden Persönlich' keit gedenkt, in der sich schöpferische Geistigkeu und frohe Menschlichkeit harmonisch vereinen. Hauptgeschäft: Beftfedem, Daunen, Fertige Betten, Bett-Inlefte, Betlwesche. Steppdedcen, WattofOllung, Zweiggeschäft: ■ SltadibabllliBl BBrse Daunensteppdecken, Metallu. Messingbettstellen. Polstermotrotxen, Indiofasern, Haar usw, CbarlotlSnliüfg, MmMlil Slf 83