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Central-Verein-Zeitung · 1935-01-04 · 1 (4.1.1935) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
1 (4.1.1935)
Date
1935-01-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ff Vf A &t Zuverlässige Angaben über die Zahl der nichtarischeu Aerzte in Deutschland sind bisher nicht bekannt gewesen, Es gibt mir eine, ans (Krund der Volkszählung des Jahres 1925 non Silbcrgleit ausgestellte Berechnung der jüdischen Aerzte in Preußen. Danach gab es im Jahre ]925 in Preußen 4570 jüdische Aerzte, non denen 3670 selbständig und 835 angestellt waren. Ihr Anteil-an der Gesamtzahl der Aerzte in Preußen betrug etwaZ über 15 vom Hundert. Diese Zahlen umfassen aber nur solche Aerzte. die sich als der. jüdischen Religion zugehörig bezeichueten. Die Zahl der nichtarischen Aerzte im Sinne der" Gesetzgebung des Jahres 1033 ist dabvn nicht erfaßt. Unter diesen Umständen ist es non größtem Interesse, wenn Dr. Ha dr ich im ..Deutschen Aerzteblatt" — Heft 51. 1034 — die Zahl der uichtarischen Aerzte mittcilt, die das Reichsarzt-Recsister auf Grund der Angaben der zuständigen Stellen errechnet hat. Danach gab es bei Einführung der Ariergesetzgebung in Deutschland. 6488 jüdische Aerzte. Bei einem Gesamtbestand von 50 000 Aerzten betrug der jüdische Anteil 13 vom Hundert. .Es ist aber festzustellen. daß in den Arztregistern der Sber-Versicheritngsämtcr nicht alle Aerzte enthalten waren. Die.Aerzte, die. ans den verschiedensten Gründen keine tässenarztliche Praris ausübten oder die Boransjetzung zu ihrer Eintragung in die Arzt-., register nicht erfüllten, sind hierbei nicht vvllsläudig enthalte!:. Hierunter fallen z. B. znnr größten Teil die uichtarischen Aerzte, die als büissenschastler. Universitätslehrer. Krankenl)ausleiter, Oberärzte, Assistenzärzte oder in beaiiuetcn Stellungen tätig gewesen sind. Wenn man iveiter erwägt, das; in Preußen 1025 allein die. Zahl der sich zur jüdischen Religion bekennenden Aerzte 4505 betrug, so wird inan für ganz Deutschland die Zahl der nichtarischen Aerzte für 1033 wesentlich höher annehinen müssen. Auch die Acrztekammcrn, in -deren Listen alle Aerzte des jeweiligen. .Kammerbezirks enthalten sind, können über die rassische Zusammensetzung keine zuverlässigere Angaben 'machen, da in den meisten Kammerbezirken keine cuntliche Nachprüfung in dieser Hinsicht erfolgt ist. So gibt z. B. Dr. Sollte für Berlin die Zahl der nichtarischen Aerzte für Oktober 1033 mit 3423 an gegenüber der Zahl von 3000 des Dr. Hadrich. Wir glauben daher berechtigt zu sein, die Zahl der nichtarischen Aerzte in Deutsch-- land mit mindestens 7500 annehmcn zu können. Auch die Zahl der deutschen Aerzte insgesamt soll nach verschiedenen Schätzungen höher als 50 000 sein; ihre Zahl wird vielfach mit 55 000 angenommen. Alan ist hier ebenfalls aus Schätzungen angewiesen, weil viele Aerzte weder im Arztregister , standen noch Mitglieder des Hartmannbundes gewesen sind. Ter prozentuale Anteil der nichtarischen Aerzte ist bei diesen Zahlen mit 13 vom Hundert zu berechnen. Tie Zahl der ausgeschaltcten Aerzte gibt.Dr. Hadrich mit '1067 an. Aach dem Bericht des zuständigen Dezernenten im Rcichs,n:bcilsuünislcriuin. veröffentlicht im Rcichsarbeitsblatt — Heft 15/19-34 —. hatten 1377 nichtarische Aerzte gegen die Entscheidung der fasienärztlichen Bereinigung Beschwerde eingelegt. Ter Referent schaßt aus Grund seiner Unterlagen, daß etwa die Hälfte der Betroffenen Beschwerde eingelegt hat; das würde bedeuten, daß ursprünglich 2754 Aerzte von den kassenärztlichcn 2?crctntgungen onsgcschaltet waren. In 550 Fällen wurde der Beschwerde srattgcgebcn. Aach der Lchätznng des Reichsarbeitsunnisteriuins würden also 2204 ansgeschaltet sein. Eine Krankenkasse hat ein namentliches Verzeichnis, der ausgeschalteten Aerzte von: 1. Olt ober 1934 ausgestellt. In diesem Verzeichnis sirrd 2058 Namen enthalten. Wir glauben daher, daß die Zahl der tatsächlichen Ausschaltungen um 2000 lieg! unb daß das Reichsarzl.-Register nicht alle ausacschaltcten Aerzte erfaßt' hat. Tie Answirkmig der Ariergcsctzgcbung erstreckt sich aber nicht nur aus die Kassenärzte. Es sind nämlich weiterhin aus ihrer Tätigkeit amgeschaltet: sämtliche Vertrauensärzte der .Krankenkassen, alle Aerzte.^ die m Berussgenossenschasten tätig waren, fast alle Bahnärzte. Knappschastsärzte.' der größte Teil der Universitätslehrer und Krantenhausleitcr. fast sämtliche Assistenzärzte, die aus Privatdicnswertrag augcstellten Aerzte in Behörden und Aemtern. sowre die beainteten Aerzte. Ihre Zahl kann auf 1000. ge* schätzt werden. Somitbeträgt die Zahl derüis- 'gesamt betroffnen nichtarischen. Aerzte etwa'3000, das sind. 40 Prozent der in Deutschland tätig gewesenen uichtarischen Aerzte. Tic Zahl der aus Deutschland ausgewanberten Aerzte nimmt Dr. Hadrich mit 750 an; diese Zahl erscheint .uns zu niedrig. Nach sehr sorgfältigen Bercchnimgen. die aus Angaben der indischen Hilfsorganisationen beruhen, sind l»0O ausgewandert, d. h. 20 Prozent der Anfang 1930 vorhandenen uichtarischen Aerzte. Tie Zahl der noch in Deutschland vorhandenen nichtarisckM Aerzte würde sich nach dieser o^!** srellung.mit den von Dr. Hadrich angegebenen' Zahlen decken. Danach sind in Deutschland noöh 5910 nichtarische Äerzte. von denen 3640 zur RBO- Kassenpraxis zugelassen und 2269 ausgcnom. men sind. Don letzteren, kann, kein mchtarischer Arzt auf Kassenzulassung rechnen, da nach..der rotzigen Zulassungsvrdnung jüdische Aerzte^uch dann nicht zugelassen werden, wenn sie ^vonrkämpfer gewesen sind. t V-T S5on Sr. Fritz Aron Grrlrn) Tie Zahl der uichtarischen A e r,z t i n n e n beträgt nach den Mitteilungen von Dr. Hadrich 572,. das sind-8.8 Prozent der GesamtMl der jüdischeri Aerzte. Da die Zahl der Aerztiunen insgesamt nicht bekannt ist,- kann riicht scstgcstellt werden, ob dieser Prozciitsatz über dem Durchschnitt der Aerztiuncn liegt. ES ist anzunehmen, da;; von diesen 572 uichtarischen Aerztmnen der größte Teil von der Kasfcnprarrs ausgeschlossen ist. Ter Anteil der jüdischen Aerzte an der Zahl der deutschen Aerzte insgesamt beträgt demnach jetzt etwas über II Prozent. Bei den Kassenärzten sind von 32 000 Kassenärzten 3641 nichtarische Aerzte. das sind 11.4 Prozent entsprechend dem Anteli', der jüdischen Aerzte an der-Zahl der gesamten' deutschen Aerzte. Tie zum Teil übertriebenen Vorstellungen über den prozentualen Anteil der jüdischen Aerzte an. der (besamtzahl der deutschen Aerzte ist dadurch erklärbar, daß die jüdischen Aerzte in den Großstädten besonders zahlreich vertreten sind. Wenn aber nn Oltober 1033 von einer sehr maßgebenden ärztlichen Stelle erklärt wurde, daß der prozentuale Anteil der noch zugelassenen jüdischen Kassenärzte allein in B e r l i n auch nach der Ausschaltung weit über 60 vom Hundert betrage, so stehen dieser Behauptung die seitdem veröffentlichten' Zalstcn gegenüber. In dem Acrzteblatt für Berlin — Heft 10 und Hest 34 — hat der Vorsitzende der Aerztekammer Berlin, Dr, Löllke. über die rassische Zusamlncusetzlmg der -Berliner Acrzteschaft Mitteilnng gemacht. Im Juli 1933, also vor der Ausschaltung, waren von insgesamt 6558'Berliner Aerzten 3423 gleich 52.2 vom Hundert Nichtaricr. Am 31. Juki 1934, also ein- Jahr später, betrug bei einer Gesamtzahl von 6188 Aerzten die Zahl der Nichtaricr '2549 gleich 41.2 vom Hundert. Im Oktober. 1933. waren nach der Mitteilung deS Dr. Sollte von. 3481 Kassenärzten iu Berlin 2077 gleich 59,7 vom ■ Hundert Nichtarier. Dagegen bezeichnet Dr. Hadrich für Ende März 1933 für Berlin von 3605 Kassenärzten 1879 gleich 52 vom Hundert als nicht-, arisch. Hier besteht ein nicht erklärbarer Widerspruch zwischen den beiden Angaben;'.denn cs ist nicht verständlich, warum die Zahl der nichtarischen Kassenärzte vor der Ausschaltung, also März 1933. geringer gewesen sein soll als im Oktober 1933 nach der erfolgten Ausschaltung. Am 31. Juli 1034 waren von 3041 Kassenärzten 1401 gleich 56,5 vorn Hundert Nichtarier. Dagegen gibt Dr. Hadrich die Zahl der nichtarischeu Kassenärzte iu Berlin mit 1358 an, also nm 43' weniger als Dr. Löllke. Der prozentuale.'Anteil würde daun nur noch 43 vom Hundert betragen. In einer Gegenüberstellung der arischen und nichtarischeu Kassenärzte in 20 Großstädten nach dem Stand Frühjahr 1933 ergibt sich, daß in diesen von bru gesamten zu den NBO-Kassen zu-., gelassenen nichtarischen Aerzten 2567 gleich. 26 vom Hundert der Gesamtzahl der Kassenärzte wohnen. Im ganzen übrigen Reich sind also nur 1074 gegenüber 22 000 arischen Kassenärzten vorhanden. Ter prozentuale Anteil der' uichtarischen Aerzte nach Abzug der Großstädte beträgt also rund 5 vom Hundert. Das Problem der nichtarischeu Aerzte ist demnach ein Problem der G r o ß st ä d t'e. Bon sämtlichen jüdischen' Kassenärzten wohnen etwa 37 vom Hundert allein in- Berlin. Diese Tatsache ist auch vom Jüdischen Standpunkt aus zu bedauern, da, abgesehen davon, das; durch das Zufammendrängen der nichtarischen Aerzte in ' den Großstädten die übertriebenen Vorstellungen von. dem Anteil der indischen Aerzte überhaupt entstanden sind, sich die Anhäufung iu der Großstadt in bevölkerungspolitischer Hinsicht-für die gesamte jüdische Be.völkernug ungünstig answirkt. Die Zahlen sind aber anderseits dadurch zu erklären, daß im allgemeinen, eine Verstädterung der Juden in den letzten Jahrzehnten erfolgt ist. Fast ein Drittel der deutschen -Juden wohnt bekanntlich :n Berlin;, erklärt wird dies weiter dadurch, daß-nach dem Verlust der Provinz Posen sebr viele jüdische Familien und ganz besonders auch Aerzte, nach Berlin gekommen sind, als sie für Deutschland optiert hatten. Tie Zahl der jüdischen Aerzte auS der Provinz Posen ivar nicht unbeträchtlich und fällt für die Uebersctzung mit jüdischen Aerzten in- Berlin erheblich ins Gewicht. Aehnlich dürften die Verhältnisse für Breslau liegen. Außerdem ist cs .. natürlich, das; sich jüdische Aerzte in Großstädten niederließen. wo eine größere jüdische Bevölkerung bessere Aussichten für die Privatpraris bot. Unter diesen Gesichtspunkten ist cs verständlich, daß in den von Dr. Hadrich anfgcstellteu 20 Großstädten einzelne weit unter dem Rcichsdurchschnitt liegen, so z. B. Bremen mit 8,3, Wuppertal 6.4, Dresden' 5,6 vorn Hundert. ' In einer Zusammenstellung der nichtarischeu Kassenärzte nach dem Stande-vom März 1933 zeigt sich auch, wie ungleichmäßig die jüdischen Aerzte über Deutschland verteilt sind. Es gibt Bezirke, in denen sie unter 2vom Hurrdert ausmachen, währcird sic in Berlin 52 Prozent betragen. . Ein wichtiger Grund für die Ueberfüllnng der Großstädte besteht auch darin, daß eS seit' langen Jahren für junge jüdische Aerzte unmöglich war, in der Provinz Assistenzstellen zn erlangen. Die.■ relativ hohe Zahl von nichtarischen Assistenten in. Krankenhäusern der Großstädte, wo ihnen allein eine AusbildungSinöglichkeit geboten war, hat sich naturgemäß auch bei der Niederlassung ausgewirkt. Daß anderseits bei der großen jüdischen Bevölkerung in Berlin sich ungewöhnlich viele dem medizinischen Studium zuwaudten, lag daran, daß der' Medizinische Beruf ciuer der wenigen akademischen Berufe war, wo eine bessere Berufsaussicht bestand.. Es darf nicht übersehen werden, daß in der gesamten Beamtenschaft. in der Universitätslaufbahn. in der Großindustrie. in der chemischen Industrie die Möglichkeiten für Nichtarier.sehr schlecht waren. Nicht ohne Bedeutung, ist hier auch: daß das Sanitätsoffizierlorps. kaum mchtarische Aerzte ausgenommen hat. Auch die. Verteilung der rnchtarischen. Aerzte auf die einzelnen Facharztgrnppen ist dadurch zu erklären, .day die Mehrzahl der jüdischen-Aerzte in den Großstädten wohnt. Die auffallend..große Zahl det jüdischen Dermatologen rührt eben daher, daß die Großstädte solche besonders riotwendig-machen. 1W/ vVVv vw In der Zusammenstellung durch Dr. Hadrich fällt es uns aus. daß in Berlin keine Rvntgenologen 'gezählt werden. Uns. ist aber in der Tat eine Reihe von nichtarischen Fachärzten der-Nöntgenologie bekannt. Es zeigt sich allch. an dieser Tatsache, daß die Arztregister nicht vollständig sind. - Zusammenfvkssend läßt-sich ans den nunmehr vorliegenden Zahlen sagen, daß die Zahl.. der nichtarischeu Aerzte bei weitem nicht die Höhe erreicht, die man allgemein angenommen hatte, und ihre Bedeutung ist dadurch gemildert, daß nichtarische Aerzte wohl kaum irgendwie zur amtlichen .oder vertrauensärztlichen Tätigkeit oder zur Leitung von Krankenhäusern zngelasscn sind. KEenörzte bei brr StsAischrn KMkellvrrjtSrrMLZLnstalt zu Berlin wierrr zusrlakirn Nach dem „Mitteilungsblatt der Städtischen Kranlenversichcrungsaustalt zu Berlin", Hest 12, Dezember 1934, hat die Hauptversammlung der Krankenversichcrungsanstalt am 26. November 1934 folgenden Beschluß gefaßt:.. „Dom 1. Januar 1935 ab sind säintliche zu den gesetzlichen Krankenkassen zugelassenen oder für diese Kassen zulassungssähigen Aerzte, Zahnärzte und Dentisten, soweit sie nicht aus besonderen Gründen ausgeschlossen sind, zur Behandlung der Versicherten der KrankcnversichcrungSanstalt berechtigt. Tie. Zulassungssähigleit ciiws Arztes ilsw. wird von dem Vorsitzenden der Krankenversicherungsanstakt festgestellt^ Ein nicht zu den gesetzlichen Krankenkassen zugclajscncr Arzt nsw., der aber zulassungs f ä h i g Hst, darf erst in Anspruch genonnnen. werden, wenn eine schrifk-. liche Gcnehmrgung des Vorsitzenden der Kranlen-.- verfichernngsanstalt vorliegt," Damit sind auch die zu den gesetzlichen Kranlenkassen zugelassenen nichtarischen Kassenärzte wieder berechtigt, Mitglieder der Krankenversichcrm;gsanstalt.zu Berlin, zu behandeln. EtaWk der NiStmier in DWischiand Das Rassenpolitische Amt der NSDAP geht in einer von der Tagespresse veröffentlichten Abfassung auf die Konfxssionsstatistik ein, die auf der Grundläge der Volkszählung von 1933 vorliegt.' Es handelt sich um die Zahlen und Tatsachen, die wir in der „E.-V.-Zeitung* (Nr. 43 und Nr. 44 1934) ausführlich veröffentlicht hätten.' Zusämwenfossend. ergibt sich hieraus, daß 1925 insgesamt 864 379 Personen der jüdischen Konfession zugehörig.waren, also- 0,9 v. H. des Gescmstvolkes, während , es-im Jahre 1933 499 682' oder 0,77 v. H.' waren. Ter Rückgang beträgt demnach 64 697 oder 11,8 v. H. ' - Das Nassenpolitische Amt benwrlt hierzu, daß - dieser Rückgang hauptsächlich auf Auswanderung und auf den Geburtenunterschuß der Juden zurück-' Zufuhren sei. „Seit dem Stichtag des 16. Juni 1933 dürfte die Zahl weiterhin abgenommen.haben, weil die Auswanderung onhält und die Fruchtbarkeit der jüdischen Ehen nach einlauscnden Berichten besonders gering gewesen ist. Im einzelnen entfielen auf Berlin.gegenwärtig rund 160 500 JudcnT-. Tie Ziffern, die sich nus der Konfessionszugehörigkeit ergeben,- seien aber, so heißt es in dem erwähnten Bericht/unvollständig, weil-sie -nicht - nach der Rasse unterschieden. Man müsse-pcrnulten,'.' das; der Anteil der jüdisch vermischten Bedölkerimg bei uns mehrfach so groß sei wie der Anteil derer, die sich auch heute noch zum jüdischen Glaicben bekennen. Ten wirklichen Umfang des Judentums festzustellen, müsse Aufgabe einer ' eingehenden Untersuchung, vor allem der Borufsverbände sein, die ihre sämtlichen Angehörigen zu erfassen hätten und an Hand' der so gewonnenen Ergebnisse Aussagen über die tatsächliche rassenmäßige Zusammensetzung des deutschen Volkes machen könnten. Die Durchführung des Vorschlages des Rassenpolitischen Amtes würde auch aus jüdischer Seite mit sehr großem Interesse erwartet werden. Es wäre wichtig, endlich authentisch zu erfahren, ob die Statistiker Recht haben, die an Hand von Beobachtungen kombinieren, daß die Zahl der sogenannten. Nichtaricr erheblich geringer sei als die. Zahl der sich zur jüdischen Religion Zählenden oder diejenigen, die die Zahl der „jüdisch Vermischten" sehr hoch ausetzcn. Mit-besonderem Interesse würden wir die mit solchen Untersuchungen verbundene Berufsstatistik der deutschen Juden begrüßen, die für zahllose konstrultive Bemühungen des deutschen Jtwentums für seine..Angehörigen von unübersehbarer Bedeutung wäre. * " Schon in einem Aufsatz „Wirtschaftsablauf und 'Bcvölkerungsttrnktnr" veröffentlichten wir in Nr. 32' der „E.-V.-Zeitung--"vom 9. August v. I. die ersten zusammenfasjeuden Ergebnisse der Berusszäh- I u n g vom 16. Juni 1933. Tic bcrnerkenswcrtcsten' Veränderungen in der beruflichen und sozialen Gkiede'rung der gesamten deutschen Bevölkerrma konnten : schon damals festgestellt werden: Zunahme dev berufslofen Selbständigen. Zunahme der Erwerbs- Personen in den Wrrtschastsabteilungen „Handel und Verkehr^ und „Oeffentlicher Dienst", Auchören des Anwachsens der Jnduftriearberterfchaft. erstrnalig seit etwa 50 Jahren.. Tie Ergebnisse für das Reich, .dje Länder, Landesteile, Großstädte und Gemeinden mit.10000 und mehr Einwohnern werden' nunmehr-ineiner Sonderbeilage zur Zeitschristi ^--Wirtschaft und: Statistik^- .(Nr. -24 vom Ende Dezember 1934) bekanntgegeben. Vorangestellt werden die Hauptergebnisse, der - Berufszählungen feit 1882" nach Bevölkerungsgruppen (Erwerbspersonen, Be- Zu haben in den guten Fachgeschaffen Ä LM ihr rufslose. Selbständige nsw.), Wirtschaftsabtcilimgcn (Landnnrtsckxrll. Handel usw.) und nach der sozialen Stellung (selbständig, angestellt^ usw.). Nach den . entsprechenden gruicdlcgcuden Gesichtspunkten und außerdem nach den Wirtschaftsgruppcn innerhalb der cnnzelucn Wirtschaftsabteilungen wird die Rcichsbevölkerung aufgctcilt. In nicift analoger Weise kommt die berufliche cmd 'soziale Zusammen--, setzung der Bevölkerung in den' Ländern, Landes-' teilen'und Städten zur Darstellung,-wobei'oft eiu- Dergleich mit den Resultaten -der Zählung vom- Jahre 1925 erfolgt. Eine Zergliederung der Zahlen, nach den Religionsbekcnntnrsicn der- Bevölkerung liegt nicht vor. __ GW8SW-. vrch WWttWt. In Esse n-Steele ist die Shuagogc beschädigt worden. Tie „Stccler Zeitung"' von» 28. Dezember 1934 berichtet darüber: „In der Nacht vom Samstag auf- Sanntag vor Weihnachten, wahrscheinlich des Morgens gegen 5 Uhr. wurden die Scheiben an der Synagoge in Steele ciugcworfen, ferner wurde die Türsütlung mit schincrcn Steinen, die gegen die Tür gen'orfcu worden sind, ebenfalls schwer beschädigt. Bekanntlich waren im Älai^d. I.. bereits ähnliche Beschädigungen an. der Stceler; Symrgoge vorgenommen ivorden . . Wie wir erfahren, sind die Täter noch am' gleichen Tage ermittelt worden. Das Bersahrenschwebt bei der Lberstaatsanu?altschast in Essen.- lieber eine Schändung des von der Jüdischen Gemeinde Dtordenham-Brake verwalteten jüdischeic Friedhofes bei O c v e l g ö n n c (Oldenburg) meldet der „Weserbotc" vom 22. Dezember 1934: „Auf nicht weniger als 15 Gräbern, sind'die Grabsteine . abgebrochen worden. Es sind darunter schwere, starke Steine, die jemandallein gar nicht abzubreckien fähig gewesen wäre.. .so daß es sich um mehrere Täter h.rndeln muß, wcan muß wünschen, daß sie ermittelt werden.. Bon der jüdischen Gemeinde ist auf ihre Ermittlung eine Belohnung von. 50 RDt ausgcsetzt. worden. Die Polizei fahndet nach den Rohlingen/ Wie wir hören, hat inzwischen die Jüdische Gemeinde die ausgesehte Belohnung verdoppelt. ßßU öle FÄL Eine ZrilungAnsrage an Kinürr Die Münchener „S o n n t a g. M o r g e n - P o st" hatte, wie sie mitteilt, an zehn Kinder zwischen 12 und 14 Jahren zehn Fragen gestellt, um lcnncnznlcrnen, wie sich in der deutschen Knabenseele die Zeit widerspiegele. . Frage 4 und 5 lautet: Was denkt ihr über die Juden? Hat Hitler recht gehabt, daß er ihre Macht in Tcutschland gebrochen hat? Als Llntwort auf diese Fragen verzeichnet die „Sonntag-Morgen-Post" folgendes: „Die Juden schacren nur auf ihren Geldbeutel. Ihnen ist es ganz gleich, wenn das Deutsche Reich zugrunde geht, weil sie gar keine Deutschen sind: darum können sie auch gar leine Vaterlandsliebe haben wie wir." „Der Jude hat seine Waren in der ganzen Welt gekauft, da bekam er sie billig, und uns gab er sie teuer. Sie habe»; Deutschland im Kino geschlvächt. weil sic solch Zeug gebracht haben, und die Leute haben schließlich nichts . aüdercs mehr 'mögen. Tie Deutschen wäreic nur mehr Knechte gewesen und sie . die Herren. Und so uwllen sic cs auch bei den arrderen Völkern machen, daß es in der ganzen Welt nur mehr Knechte und Herren gibt. Uns Bauercl' haben sie oft sehr geschirnden." - „Sie haben das deutsche Volk ausgesaugt, das weiß ich aus der Zeitung." „Der Illde gehört aus Deutschland ausgeschaltet, weil wir es jetzt sehen, wie' er im 2lusland gegen Deutschland hetzt." „Ein Jude hat gesagt, alles gehört allen, aber er hat gemeint, alles gehört den Juden." „Wenn die Juden in Deutschland nicht so gegen das Volk gearbeitet hätten, dann wäre es nicht vorgegangen gegen sie." „Der Jude hat das Bauerntum ruiniert."' „Warum sollen wir die Juden im deutschen Volk behalten, wo wir doch selber so viele Arbeiter haben." „Ter Jude stammt nicht aus dem Deutscheiv Reich, er schiebt nur das Geld ein; wenn dev Arme zugrunde geht, das läßt ihn kalt." j Dieser Vorgang erinnert uns an die Reportage vom Schulunterricht, die die „Fränkische Tages< zeitung" vom 1. Dezember brachte („C.-V.-Zeitung", Nr. 49 vom 6. Dezember 1934). Bei der Bedeutung, die diese Fragestellung für die Ehre ur:d Würde immerhin fast einer halben Million jüdischer ' Menschen. in Deutschland hat, ist wohl die B'c-,. - merkung gestattet, haß 14jährige Kinder der Fraget stellu'ng weder öbjeltiv noch subjektiv gewachsen sein' dürften. ' . Hauptschrifileitcr: Dr. Alfred Hirsetber?;- SleHv-ertr.: Dr. M » r c » r « t o KdcJbeim. "Beido inBerlin. FürRückscifdiuic unverlangter Slanuskriptoist Ftcivwechla.^ be;;:ufüjjen. Leiter der Aczcigeo- Abteilong und verantwortlich für den Inhalt dex Anzeigen: F r i e d r i c h X a t b t n. Berlin. DA IV. Vj. 46 923. Verlag: Centralverein deutscher Staate bürget jüdischen Glaubens e. V.. Berlin W 15. Emser Strasse 42. Tel.-Adr.': „Centralglauben ■ Berlin-. Fernspr. J 2 Oliva 8141-45. Postscheck: Berlin 30472 , Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH. ..Berlin SW 19- ... Zurreit Ist-Preisliste Nr,'-3 gültig Bezugspreis'Yiertelj&hrlich BM 2,70 - J. i

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