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Central-Verein-Zeitung · 1934-12-28 · 52 (28.12.1934) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
52 (28.12.1934)
Date
1934-12-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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r Sl . ^cc ]ö)?U inen Ge- ■xfot Heus ilcnt C-V.-Ztg. Nr, 52 23. Dez. 1934 - fich? cnr^ bic! be- F'pn!Ie sind reif. •Cliu brr, ‘'An-. 5ic I'Ct ein* nu\ Mr nn: nen •ine I des :*it» ist.;n:a nir rin nri cn.?!V '4-- st. -Ist :ts os rJ :t: :-ctj 3$ n. ße-- ift!-■ c. 5* rt ir H t, t 1 Von Dr, Rudolf Neumann (Leipzig) Cr§ ist bezeichnend für da? Erwachen deS Jugendlichen zum bewußten Eigenleben, daß er sich bemüht, den ihn bedrängenden Gedankensturm au? fidj heransznstellcn. ihn zu vbjeltivieren. Verfügen die Vierzehn- bis Sechzehnjährigen über geistige Regsamkeit und Schasfenslnst, so versuchen sie. in gelegentlichen Aufzeichnungen ihr Ich der Welt gcgenüberzustellen und die ersten Avgrcnzungsvcrsuche gegen Milieu. Er- Ziehung, Mitmenschen und Erlebnisse vorzunehmen. Das sich zwanglos darbictcnde Mittel hierzu i't das führen eines Tagebuchs. Wirklich tägliche Auszeichnungen über viele Jahre hinweg sind freilich eine Seltenheit. Anspruch aus besondere Aufmerksamkeit besitzen aber auch die meist schon nach wenigen Jahren — manchmal sogar schon nach wenigen Monaten — abbrechenden Riederschriiten ohne Rücksicht darauf, ob sie tagtäglich oder nur in unregelmäßigen Zeitabständen erfolgen. Auszuscheiden sind hier sedoch alte von vornherein für Dritte bestimmten oder mitbeülmmten Rechenschaftsberichte. Bei ihrer Abfassung unterwi.rst der Jugendliche seine Gedaukenäußeruugcn einer eigenen inneren Borzensur oder gruppiert die Eintragungen inhaltlich uüe stilistisch nach vorbedachten Zwecken (Erringen oder Erhalten einer Freundschaft, Jnteressantwerden in den Augen eines bestimmten' Lesers usw.'i. Somit verbleiben die Tagebücher, die vom schreibenden lediglich sür die Eigenlcktüre gcschriebeu werden und deren Themenbcreich alles das umfaßt, was dem Heranwachsenden ein schriftliches Festhalten zu erfordern und zu gestatten scheint. Tagebuchiühren im letzteren Sinne ist als Problem der Charakterbildung seit langem erkannt und gewürdigt worden. Es finden sich alle Schattierungen einer möglichen Bewertung: Tagebuchschreiben sei eine nützliche Beschäftigung, es berge große Gefahren in sich, es sei ein nutzloser Unfug. Es läßt sich nicht verkennen, daß der möglichen Nachteile und Gefahren recht viele sind. Die Beschäftigung mit dem Ich, zumal in der ■ - altigen Weise des Memoirenschreibens, rückt Vorgänge des eigenen Seelenlebens in den ■ wgrund, nötigt also zu einem kraß ich- - -- .men — egozentrischen — Standpunkt mit - seinen mißlichen Auswirkungen. Die Haupthste der unschönen Begleiterscheinungen ist eine Verliebtheit in die eigene Seele. Ständige Selbstbespiegelung muß ja den Maßstab verändern, mit dem sich der Betrachter zu messen pflegt. . Auf die Dauer verträgt es niemand, seine Brauchbarkeit nur als gering oder doch zurzeit... noch gering veranschlagen zu müssen, und es wird ihm schwer fallen, über seine sozialen Lebensäußerungen der Wahrheit gemäß ein bescheidenes. Urteil abzugeüen. Aus natnrbcdingtcn Gründen muß die jugendliche Leistung im allgemeinen Jahre hindurch — wenigstens nach der üblichen Skala der Werte und Wirkungen — tiefer rangieren als die Leistung Erwachsener. Das im Jugendlichen lebendige ideale Bild der von ihm herbeigesehnten und meist überdurchschnittlichen Werrhaftigkeit steht deshalb in schmerzlich empfundenem Widerspruch zu den Tatsachen. Diese .kltust übcrbrüclt jeder, auch -der gerechteste Beurteiler, durch schrittweises Verwischen und gelegentliches halbbewußtcs Verfälschen der Wirklichleit. Alles der Persönlichkeit Entstammende wird unbedenklich in größere Zusammenhänge hincinkomponicrt. also in seiner wirklichen Bedeutung übersteigert. Ist aber die Distanz fehlerhaft geschätzt, in der ein Jugendlicher die Tinge zu erblicken vermeint, so ist auch sein Verhalten gegenüber der Welt nicht das iwrmale. Das Eingesponnenlein in eine besondere Gedankenwelt ist eine sür jeden Jugendlichen unüberspringbare Zwischenstufe. Ihre zeitliche Erstreckung erschwert jedoch die Eingliederung des Jugendlichen in das soziale Leben. Was anfangs als durchaus anziehender Idealismus oder als Schwärmerei tragbar erscheinen mochte, verschärft sich beim längeren Ausfahren dieses Gleises zu falscher Romantik und Tagträurnerei. Diese 'Seelenlage ist der geschworene Feind der Lebenstauglichkcit und Taseinsbewährung. Sie führt beim hcrangewachsenen Menschen zur Wpltfremdheit. Die fehlerhafte seelische Buchführung verschuldet dann manche Fehlanlage des so unersetzlichen geistigen Kapitals. ' Ruch wenn c3 nicht zu diesem Ablauf kommt, verbleibt noch die Möglichkeit. zu Unerfreulichem., Wer sich auf sich selbst Zurückzieht und das. schriftliche Fixieren seiner Eingebungen zum hauptsächlichsten Mittel wählt, um zur Klarheit zu gelangen, manövriert sich leicht in eine Vercinsamung hinein, die ihn im Nachgenuß oder m der nachfolgenden Betrachtung das eigentlich Wertvolle, in dern voransgegangenen Vorfall aber nur den noch unbearbeiteten Rohstoff erblicken lässt. . Ist die Gabe vorhanden, seinen Gedanken eine gewandte Form zn verleihen, so überwuchert das Tagebuch als Mittel bald den Zweck. Es nurd znm Selbstzweck. Da man sich leichter und beschwiugter ausdrückt, wenn eine Beurteilung durch Außenstehende nicht in »Frage kommt, meistert der Schreibende nunmehr alle die Situationen, denen er sich in der Welt des Tatsächlichen nicht gewachsen gezeigt hat. Jetzt findet er die treffsichcren Antwortenum die er vor kurzem noch verlegen war. Sämtliche Sclbstrechtsertigungen glücken und entfalten ihre angenehme Wirkung, weil ihre Scheinlogik keinen Widerspruch erfahren kann. Hat man aber selber durchweg recht, so haben alle Menschen unrecht, die irgendwie mit den eigenen Schwierigkeiten in Verbindung stehen. Aus der Kritik erwächst die Kritiklust, und kein Lcbensbercich — der Kreis der Familie nicht ausgenommen — ist vor dem schriftlich geführten Feldzug sicher. Die geforderten geringfügigen familiären Rücksichten werden zu „Fesseln", jedes unbequeme Verbot der Erzieher beruht aus „Nichtverstehen", da der Schreiber seine Eigenart als absoluten Sonderfall empfindet, dessen Kompliziertheit in der Welt nicht ihresgleichen hat. JDft vermuten cs Eltern nicht einmal, daß Sohn oder Tochter über sie heimlicherweise literarisch Gericht hält, bei dem die Härte der gefällten Urteile in ausgesprochene Lieblosigkeit übergehen kann. Alles in allem, recht bedenkliche Perspektiven. Das einzige Tröstliche ist, daß die ungünstige Bewertung des Tagebuchschreibens im Grunde doch recht einseitig ist. Unschwer läßt sich vom höheren Standpunkt ans die Vornahme der von außen nicht überwachten Selbst, und »Frcmdbeurteilungen, die zum echten Tagebuch gehört, rechtfertigen. Man übersehe nicht, daß auch während der innerliehen Wellanschauungskämpse nicht alles so heiß gegessen wird, wie cs gekocht wurde, daß der um eine selbstcrarbeitcte Meinung Ringende ständig die Einwirkung einer anders handelnden, anders wertenden Welt verspürt — und registriert. Bezeichnend für jedes mit Eifer geführte Tagebuch ist das Pendeln nicht nur zwischcu entgegengesetzten Stimmungen, sondern auch zwischen nickst miteinander in Einklang zu bringenden Ansfafsungen. Was beim Erwachsenen ohne weiteres hingenommen wird, daß er gar nicht immer der gleichen Meinung ist und sein kann, das sollte der um vieles beweglicheren jungen Seele nicht unterlaufen? In der Tat werden innerhalb gcwisier Zeiträume die so selbstsicher vargetragenen Bekenntnisse zur Weltflucht etwa oder zu irgendeiner anderen extremen Einstellung durch völlig entgegengesetzte Werturteile annähernd ausgeglichen. Jede seelische Entwicklung verläuft in Wellenlinien, und das Tagebuch verzeichnet alle einzelnen Schwingungen. Dieser Umstand entgeht keinem Dagebuchschreiber. Er sieht sich bald und zum eigenen Erstaunen zu der Feststellung gedrängt, daß er vor nicht langer Zeit etwas verfochten hat. dem er nunmehr nur noch bedingte Richtigkcit Zubilligt. Er gewahrt den Pendclschlag in den vermeintlich so unumstößlichen Denkorgcbnisscn. Hierdurch aber hat er die nachhaltigste Lehre empfangen, die einem Menschen zuteil werden kann, der sich über Geistiges Rechenschaft zu geben versucht. Kritischwerdcn gegenüber dem eigenen Stand- Punkt und Erkennen, daß alles Leben ein Fließen ift, dies sind die fast ohne eigenes Hinzutun gewonnenen hauptsächlichsten Werte des Tagebnchschreibens. Wird aber einmal das eigene Innenleben als Entwrcklungsvvrgang begriffen, dann bleibt cs nicht aus. daß der schreibend Bemühte dazu übergeht, Forderungen an sich selbst zu richten. Daß die an das eigene Herz gerichteten Appelle in der Richtung des Vorbildlichen und Lebenserhöhenden liegen, dafür bürgt die jugendliche Spannkraft. Ihr ist ja die so neidvoll begehrte Erfahrung samt ihrem enttäuschenden Nachgeschmack noch fremd. Ein weiterer Vorteil ist die Schärfung der Beobachtungsgabe. Zum richtig geführten Tagebuch gehört cs. daß die Erlcbnishöhepiuikte aus Gesprächen und anderen Umwelteinflüssen auszugsweise uüedergcgeben werden. Wem es mit seinem Tagebuchschreiben ernst ist. eignet sich ziemlich rasch die Fertigkeit an, einen Vorfall seines Beiwerks zu entkleiden und den Kerngcdankcn einer vorgetragenen fremdem Meinung zn finden. Ter Blick für Nuancierungen schult sich, und das Gebot der Knappheit steigert die Konzentrationskraft. Daß Grundsätzliches andere Worte erfordert als etwa eine Stimmungsmalerci, wird bald erfaßt. Der Tagebnchautor als Gebender und Nehmender macht also einen recht intensiven Kursus über das Wirken mit geistigen Mitlein durch. Es entstehen mitunter kleine Kunstwerke, die neben ihrem Wert als Behelfe der Selbstbefreiung sehr wohl Anspruch auf eigene Würdigung erheben können. Gesteigerter Empfindungsreichtum im Selbstgeschasfenen macht empfänglicher für die Tönungsuntcrschiede bei allem, was im Gesprochenen und Geschriebenen dritter Personen mitschwingt. Tenn nur das der. eigenen Seele irgendwie Vertraute vermag uns im fremden Geistcserzeugnis anzusühren. In dein gleichen Maße, wie sich die Farben auf der «Palette deS jugendlichen Geistes vermehren, verfeinert sich die Aufnahmefähigkeit und das Untcrschcidungsvermögcn. Tagebuchschreiben ist also ein ernst zu nehmendes Mittel der Selbsterziehung. Daß der Jugendliche nicht in allen Punkten seines mit dem Geschriebenen zusauunenhängenden seelischen Entwicklungsprozesses klar sieht, besagt nichts hiergegen. Völlig verkehrt daher, den Schreibenden durch Geringschätzung oder Verspottung seiner Bemühungen zu verletzen. Behutsame und sich den Anschein des llnbeabsichtigten gebende Acußerungen über die denkbaren Entgleisungen beim. Tagebuchführen sollten das Höchstmaß der bewußten Einflußnahme darstcllen. Am besten beugt man jeder Einseitigkeit und Verstiegenheit des jugendlichen Tagebuchschreibers vor. trenn inan auch hier das immer noch crfoiiv reichste allgemeine Erziehungsmittel auwende!: Beispielhaftseim in Wahrheitsliebe, Gerechtigkeit und Pflichtgefühl. A W(ZZD<ZWSW§' a :rA T~ jp Tie Erziehungspraris der früheren Zeit fetzte sich zusammen aus Erlaubnis und Verbot. Ein Kind, das nur das tat. was ihm erlaubt wurde, mnr Eltern und Lehrern eine Bestätigung sür ihre „gute Erziehung". Man glaubte, das zwischen diesen Polen cingespannte Kind sei für den Lebenskampf gelingend gerüstet. Auch die Frau, dem Manne untertan, wurde durch Erlaubnis, mehr noch durch Verbote in ernten Grenzen gehalten. Es dauerte lange, bis nnan darauf kam, daß dieses Prinzip allmählich alle EutwicklungSmöglichkeiten hemmeii, ivenn nicht erftiefen muß. Bei Uebcrtretung der vorgeschriebenen Grenze staiid die Strafe in Aussicht, die deiii Unverstand iriid dem Machtgcfühl jedes Erwachsenen überlaßen blieb. Ter Mangel an Persönlichkeit sollte durch Autorität ersetzt werden, und der geforderte iind mit den verschiedensten Mitteln crzivnngcne Gehorsam soll daS Erziehungsziel vom „artigen" Kind verwirklichen. Will die Erziehung das Einzelkind mit seiiien individuellen Anlagen uiid seiner einmalig bestimmten Ratnr berücksichtigen, so wirkt dieses Prinizip primitiv, wenn nickst lächerlich. Mit Verbieten und Erlauben schallt inan nur ShmPtome einer bestimmten Veranlagung aus dem Wege, iriid wie bei einer Krankheit. wird gerade damit versäumt. bis an die DisPvütwu zu diesen Erscheinungen heranzukommen. Aus rinserer Erziehungslehre müiseu die Begrisse von „artig" und „imartig" ein für allemal verschwinden. Es gibt Kinder, die drrrch ihre eigene Natur oder drirch verständnisvolle Erzieher innere oder äußere Eindrücke normal abreag/ieren tonnen, und es gibt andere Kinder. denen diese Rcöglichkeit versperrt ist. Je mehr ein Kind dazii lieigt. zn zerstören, um sv mehr Kräfte Iregeii in ihm brach. Eine kleine Umschaltnug. und der schädigende Strom wird Licht nud Wärme. Wie wirkt sich das alte und das neue ErzichungSprinzip in der Praxis aus? Wenn ein Kind nach Ansicht der Erwachsenen eine llnart besitzt, die sich unederholt. so darf es nicht mnner wieder damit beschäftigt werden. Ein Kind ist beispiclsiveise unordentlich. oder es ist unfreundlich. Je mehr aber darüber gesprochen wird, je mehr dieses Verhalten unter das grelle Licht von Verbot und Erlaubnis, von Lohn und Strafe gesetzt wird, um so geringere Ailssicht ist vorhanden, daß das Kind jemals diese Eigenschaft verliert. Einer späteren Zeit wird diese Art der Behandlung vo,r ungünstigen Anlagen einmal genau so brutal Vorkommen uüe uns heute die Züchtigungen, die ucan früher innerhalb der Erzichung anwandte. Das gescholtene Kind erlernt nur eine „äußere" Ordung. eine „äußere" Freundlichkeii. für die Augen der Lehrer und Eltern bestimmt. Es ersehnt den Augenblick als natürliche Reaktioic, wo es iidi für dieie zwaugwäßige Aneignung von Eigenschaften, die nic'ut in seiner Natur liegen, befreien sann. Bei viel schwerwiegendere:' Anlässen, in viel späteren Jahren iverden diese Eigenschaften luieder ungeschwächt tiervorvrecheu. Betrachten uür mm das Prinzip des Ein. oder Aussdsaltens, das sich nicht anmaßt, über die Mängel des andern zu ridsieu. Eine kraule Lunge wird still gelegt, nur heilen zu können. Eine schlechtere Veranlagung muß dem Kiiid gegenüber so wenig als inöglich beachtet werden. E-> würde nämlich sonst seine ganze Kraft und Animerlsam' feit für den Widerspruch verwenden, den es bei wüederholten Veschilldigungen sühlt. Alle Pspelioseu haben ihren Ursprung in dem Neberdruß und der Verzweiflung, mit der immer die gleiclien Dinge erörtert und durchgesprochen werden. Ein Kind will und will nicht „guten Tag" sagen. Es lieg! keine besondere Antipathie gegen Nlenschen zu gründe. Der kluge Er Jeher bemerkt es. erinabn! das Kind, aber das Kind hört nicht daraus. Daw-t ist erwiesen, daß es dein Kind irgendloie nächtig in. nidst „guten Tag" zu sagen. Alan sichaltet dies,- An gelegonheit ans. Ktan spricht mststt mehr darüber: aver ans völlig andere Weise versucht man die Be Ziehungen des Kindes zu seinen Mitmenschen' zu kontrollieren und zu lockern. Je mel,r wrm d,e Tugend der „Fremidlickikeit" unterbaut nud zu verstärken suckst. mu so natürlicher wird sich das Ziel erreid)cn lassen. Ganz von selbst wird das Kin.d eines Tages „guten Tag" wünschen. Wo ein Maiigel herrscht, inußt auf der anderen Seite ein Ueberschuß gesdwsfen iuerden. Jrrtüm lick) ist man geneigt, positive oder negative Bereu lagiingcn sür vollkornnien 311 halten: aber der Mensch ist mir „Mensch" und kein Däiiivi', keine Naturgeivalt. Deshalb ist er im Guten oder iw Bösen Immer rmr'„m Beziehung" fleißig oder auw nidjt. Dein allgemeiiren Blick liegen die wirklicljen Eigenschaften eines Menschen nickst offen. N'icht mm sonst haben Eltern und Erzieher unsere wirklichen Großen immer verkannt. Sckiuld daran trägt ein falsche? Erziehlingsprinzip. das die Eigenschün-i durch das Hin und Her von Verbot und Erlaubn's festigt, statt ne zn lockern, iveil nian sie als 'etwas Bestehendes hinniinrnt. Verbieten lind Geinähren bedeutet immer sckpm einen Punkt der lleberreiie. Ist ciu Kind gesund und natürlich erzogen, wünschi es sich nur Diiige, deren Ersiilliing sich-von selbü ergibt, und will auck) nicht das, was ihm schade!: denn seine Kräfte sind nicht gestallt, seilie Eigensckiasien nicht vorzeitig festgelegt ivorden, sondern fließen im ruhigen, weiten Strombett der Lebe'.:-:- fülle und der Lebensfreude. Motu Samson /hm dlosi Zelffssinraffen Ost-Orientierung der Erziehung? In einem offenherzigen Beitrag: „Durch Cck)lagwort und Phrase zur politisd^eu Nation? Gefahren'und ihre Ueberwindung" („Wille und Mackst". 2. Jahrgang. W. Heft) wendet sich Günter Kaufmann energisch gegen den Mißbrauch, der ir. a. mit Moeller van den Brircks „Idee der jungen Völker" und mit dem Wart von der „Ausrichtung zum Osten" getrieben wird. Dabei fordert er eine r e st l 0 s e U m st e l l u n g des E r z i e h u n g s w e s e n s : man solle die Vorliebe für die Geschichte des W e st e n s überwinden und sich der Gegenwart und Zukunft durch das Einleben im Werden und Wachsen der Gcschickste des Ostens zuwenden. , -An Stelle zweier antiker und zlveier westlicher Sprachen muß nack; Karrfmanns Ansicht künftig eine antike und höchstens eine Sprachie des Westens treten — unbedingt muß aber die Sckpllausbildiing eine Sprache des Ostens, Südostens oder sogar nuefj des »Fernen Ostens einsck)ließen. Dabei sollte cS'nun nickst so sein, daß schematisch polnisch oder russisch gelernt wird. Ebensogut müßte die Erlernung des Tschechischen. Serbischen. Türkischen. Javanischen usw. möglich sein. Die Vielgestaltigkeit der östlichen Sprachen -müßte den Lehrplan beherrschen. Das würde die geistige Beweglichkeit, eines so begabten Volkes wie des deutscher: außerordeutlich steigern. Durch eine solche Umstellung würde sich die kulturelle und wirtschaftliche Möglichkeit ergeben, daß die Deutschen die Nationen des Ostens leicht kennenlerner: iind de>i Osten in sich ausrichmcn würden, niid zivar so stark, daß sie-gar niäjt mehr davon zu sprechen nötig hätten. Der Weg zu diesem iviinscheiiswerten Zustaiid, der eine rveitcre sichere Grundlage sür eine restlose Abkehr vom Wcstei: bietet, führt, über eine sofort in Angriff zu nehmende Ausbildung geeiglleter. Lehrkräfte. Der künftige Studienrat wird schon durch das Erlernen dieser nicht sehr einfachen Sprachen eine größere geistige Lebendigkeit aufweisen und -damit der Gefahr des Verspießcrns entgehen. Für dw jungen Studienassessoren eröffnet sich hier eine Lehrtätigkeit, die weit über bloße Wissensvermittlung hinausgeht. Hier ergeht der Ruf an einen Stand, am weltanschaulichen Antlitz der N'ation mitzuschanen, dafür zu sorgen, daß' aus 'dem Blick zum Osten, endlich die Durchdringung des Osten? wird. Aus den Armen des alten Europa — in die Mitte einer jungen Welt!.. Der natBonaSpclStische ‘ Unterricht In einem Aufsatz „Staatsjugendtag und der nationalpolitische. Unterrickst in der Volksschule" (..Die Neue Deutsche Schule", 8, Jahrg.. l l. Heft) behandelt Oskar G r a P e n t'i n die Frage der stofflichen Gestaltung des neueingerichteten nationalpolitischen Unterrichts, tvelche Frage auch für uns von Bedeutung.ist^.weil die.Tei!- nahine an jenem Unterricht "den jüdischen Schülern bekanntlich sreigestellt worden ist. . . . Wir würden, sagt Grapentin. Wesen und Zweck dieser - Neueinrichtung verkennen, wollte rnan die Stunden tvomöglich durch audere Fäckier wie Geschichte. Erdkunde. Biologie usw. untermauern. Hier haben sich weder die Fächer noch die Spezialisten 31t melden,- hier gibt - es keine fachliche Gliederung oder eine sogenannte Orientierung vom Fache ans. Ausgangspunkt ist dir,io und allein die Politik-der.'Jlation.. die limsa'st und bestimmt wird dlrrch die nationalsozialistÜche .Weltanschauung. Wenn wir ' die jrlmlrmn'tnr rische Einrichtung unter diesem großen Gesichts ' - a c-r

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