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Central-Verein-Zeitung · 1934-12-28 · 52 (28.12.1934) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
52 (28.12.1934)
Date
1934-12-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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völkerungsmindorung durch Sterbeüberschuß ist bantit zu rechnen, daß manche Kleinge-- mymde infolge dieser Schrumpfung rmtcrgeht. Diese Tatsache steht als brutale Wirklichkeit des jüdischen Lebens vor uns. Andere Gemeinden sind in ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit derart geschwächt, daß sie nur auf Grund des Lastenausgleichs durch die Landesverbände aufrcchterhalten werden können. Das Besteuerungsverfahren mancher Gemeinde bedarf auch einer Reform, es zeigen sich manchen Ortes offenbare Unbilligkeiten, cs müssen auch die noch im letzten Jahre vereinzelt bemerkten Austritte wegen steuerlicher Ueborbeanspruchung verhindert werden. Das deutsche Judentum würde verarmen und verkümmern. wenn die vielgestaltige und vielgestaltende Fülle des Kleingemeindejudentums ihm genommen würde. Eine Gemeinde mit hundert Seelen bedeutet ein Anderes und ein Mehr als die gleiche Zahl großstädtischer Juden. Dort, wo das Bedürfnis nach Brauchtum und Gottesdienst, nach Betätigung im Gemeindelcben. nach Verwirklichung jüdischen Lebens immerhin nicht so eingeebnet und in seiner Wertung für das eiaene innere Sein bedeutsamer ist als in der Großstadt, wo der Alltag fall jeden Juden, immer wieder sein jüdisches Menschentum als Verpflichtung erkennen lehrt, wo die dem modernen- Juden besonders notwendige Natur- und Erdnähe ermö'Kicht ist, wo überhaupt die individuelle Mensch eniorinung erfahrungsgemäß . ausgeprägter sein kann als in der generalisierenden und nivellierenden Riesenstadt, liegt wie ehedem auch noch für ftinttioe Zeit das Reservoir eines für die jüdische Gemeinschaft wertvollen Menschenmaterials. Die religiöse Schichtung des Kleingerneiudesudentums zeigt ein recht uneinheitliches Bild. Eine übereinstimmendere Grundeinstellung für abgrenzbare Bezirke läßt sich nicht Nachweisen. Die gleiche geschichtliche Vergangenheit, die verwandte wirtschaftliche Struktur, das konfessionelle Milieu der Umwelt und die jüdische soziale und gesellschaftliche Entwicklung sprächen eigentlich für eine gleichmäßigere Prägung des religiösen Eiacnlebens. Die Bemühungen einzelner Persönlichkeiten aber scheinen der ganzen Gemeinde jeweils besondere Richtung gegeben zu haben. So kommt es. daß aesctzestreue, liberale und 0U.11 reliairk^nivellierte Gemeinden hereinander lieaen. Die schwierige Geschäftslage in' i-iiu ilötkereNichtbeachtung derSchäbbatvuV ucrapTrAl Die Erarbeitung des Zugangs mv Religion bildet letzten Endes überall eine vriuiaiche Äusaabe, wenn auch unab- I'änaig iv,! der religiösen Einstellung das iuHm 2trt offensichtlich intensiver geworden ist. - Berlanaen nach Mehrung des indischen Wissens und nach Verwirklichung jüdi- WZ KMgsMg dKMUk iiÄäft Die „C.-A.-Zcitung" Nr. 49 hatte von der Entschließung berichtet, die die dentschstämmige Fürther Aerztcschast am 1. Dezember gefaßt und durch ein Telcgranun an den Reichsinnenminister Dr. Frick der zuständigen Neichsstelle weitergeleitet hatte. Ucber diese Veranstaltung berichtet ausführlich das „Deutsche Aerzteblatt" Nr. 51 vom 22. Dezember 1934. Bei der Bedeutung, die die Angelegenheit durch diese eingehende Schilderung auch für die weitesten Fachkreise erhalten hat, halten wir uns für verpflichtet, einige Auszüge aus diesem Bericht zu veröffentlichen: „Tie von exakter Tatsachenforschnnq getragcncn Ausführungen von Professor Dr. Lnrenburger fanden bei den ärztlich vvrgebitdcteu Zuhörern starken Beifall. Ter Arbeiter der Faust konnte denselben nicht nur sehr schwer folgen, sondern mußte wie auch so viele andere Anwesende insofern enttäuscht sein, als die Anssührnngen mit dem Thema des Abends: „Rassenhygienischo und ' erbbiologische Tagesfragen" nur ganz oberflächlich Anschluß fanden. ' Worüber das Volk in seiner Gesamtheit anfgc- ' klärt werden muH; ist in erster Linie die Nässe- Hygiene und die Erbbivlvgie, und erst in zweitcr Linie die ErbPatholoaK. Ein in einem nationalsvzialistischen Deutschland gehaltener Bortrag über Rassenhygiene, in dem das Wort Judeüberhaupt nicht fällt, ist ein Widerspruch - in sich selbst. . wofür der einfache Mann ans dem Volke im Gegensatz vieleicht zu manchem Hochgebildeten, heute ein sehr feines Gefühl und sicheres Urteil , hat. Unter diesen Umständen konnte cs nicht Wunder nehmen, daß die Anwesenden anS dern Gefühl des UnbefriedigtseinS heraus eS doppelt begrüßten, als der Gauleiter Julius Streicher das Wort zu einer fast zweistündigen Rede ergriff. , Erst jetzt wurde wirklich zum Thema des Abends gesprochen. Hörte man vorher den akademisch geprüften Professor mit der Stimme des Verstandes und der wissenschaftlichen Objektivität sprechen, so hörte man jetzt den vom Leben und von der Natur selbst auf Richtigkeit und Erfolg geprüften, nichtakademischen Laien mit der volksverbundencn Sprache de8 Blutes der Liebe zum Volk und - dev Verantwortung gegenüber seinem Volk, predigen. ... Was,kein Wissenschaftler in den letzten Jahrzehnten auf logischem und erfahrungLschen Lebens ist überall zu verspüren. Damit wird eine besonders wichtige Ausgabe der deutschen Judenheit berührt: die Bildungsarbeit in den kleinen Gemeinden und auf dem Lande. Dort gibt es nicht Lehrhans und Bibliothek, nicht führende Einzelpersönlichkeit oder Kulturbund, nicht Lernzeit, Vortragszyklus und Arbeitsgemeinschaft. Hier ist eine Arbeit zu leisten, für die es zurzeit noch an Mitteln und Menschen fehlt. Verdienstvolles leistet der Preußische Landesverband, der zum Teil mit Unterstützung der Reichsvertretung, in' allen Teilen Preußens Kulturabende veranstaltet, zu denen die jüdischen Menschen gerade der kleineren Orte mit besonderer Anteilnahme sich einsinden. Mit Dank wird die Kleingemeindearbeit der Jugendbünde empfunden und die Beratungstätigkeit des C.--V. Mit dem Bildungsproblern, dessen Wichtigkeit dern Großstädter nicht eindringlich genug vorgeführt werden kann, steht die für die bildunasmäßige Formung des deutschen Juden bedeutungsvollste Frage in Zusammenhang: die der Erziehung und Ausbildung des künftigen Rabbiners und Lehrers. Mag auch manche Klcingcmeinde infolge besonderer Verursachungen untcrgehen, Gesamtausgabe ist es, wenn und so Dange Judentum in Deutschland möglich ist, die vielen kleinen und mittleren Gemeinden außerhalb der großen Städte zu erhalten. Die geistige und seelische Betreuung dieser über den zahlenmäßigen Bestand für uns wertvollen Menschen, die Kraft des Gemeinschaftsgefühls, die ihnen zugeleitet wird, der moralische Rückhalt, den die sichtbar gemachte Verbundenheit und der in die Tat umgesetzte Einsatz der Treue den vielen draußen gibt, verbürgen neben der selbstverständlichen wirtschaftlichen Stützung die Weiterexistenz auch dieser Kraftquellen jüdischen Daseins. Versiegen sie. dann droht dem deutschen Judentum eine neue Gefahr: die innere Verarmung. * ' Die Sonderheiten der Kleinstadt stellen vor allem auch die weltanschaulichen Organisationen vor besondere Aufgaben. Der C.-V. hat sich bemüht, durch Einrichtung von Unterstellen seiner jurlstisch-wirtschaftlichen Beratung-bequem erreichbare Zentren zu schaffen. Von Zeit zu Zeit finden auch Bereisungen der Landgcbicte stcktt, bei denen unsere Freunde ausgesucht und mit Rat und Tat bedacht werden. Hierbei ergibt sich meist, daß vor allem die psychologische Wirkung der „C.-V.-Zeitung" auf die von der lebendigen Verknüpfung mit jüdischem Leben oft abgetrennten Menschen von gar nicht hoch genug einzuschätzender Bedeutung ist. Man erwartet sein Blatt allwöchentlich mit Spannung und fühlt sich dadurch in die große Arbeit des Neuausbaues des deutschen Judentums mit einbezogen. in unserem Volke schädigen, ja die Erbbiologie and " Nassenkunde und damit die Grundlage des natro-, nalsozialistischen Staates vor aller Welt herab- ^tzin kaum noch steigerungsfähigcs Musterbei-- spiel dieser Art bietet das Buch von Hermann „Neue Grundlagen der Nasfenforschung" B Klein, Leipzig 1933). Ich nehme zu diesem lbst Stellung, weil cs aufs Schlagendste beweist, zu welch' unglaublichem Irrwahn es führen kann, wenn — nicht nur auf dem Gebiete der Nassenkunde — die wissenschaftlich erarbeiteten Grundlagen biologischer Gegebenheiten unbeachtet bleiben und an ihre Stelle phantastische Vorstellungen treten. „ Wir wollen. daZ Buch zunächst charakterrsieren" . Es folgen Zitate und Widerlegungen: „ ... Wir haben aus einer nicht geringen Zahl unkritischer Rassebücher der Gegenwart ein Extrem herausgcgrisfen — es beweist grotesk, wie dringend notwendig cs ist. bei jeder rossekundlichen Betrachtung feste, biologische Grundlagen unter den Füßen zu haben, sonst kommt der ganze Bau ins Gleiten! Man kann die Nassenkunde nicht von einer vorgefaßten Meinung her betreiben, sondern nur aus exakt erbbiologischer Basis. Was hier für die Nassenkunde gilt, gilt in mehr oder weniger übertragenem Sinn, doch nicht minder, auf anderen Gebieten. Biologie gehört in die Hand de8 Biologen, der sich die wissenschaftlichen Grundlagen erarbeitet hat. Wir protestieren dagegen — und sind dabei der Zustimmung der maßgebenden Stellen der Regierung gewiß —, daß das Wort Biologie von Phantasten deklassiert wird. Wie wir weiter erfahren, sind die zuständigen Dienststellen des Retchsministeriums des Innern und der ihm angegliederte Reichsausschuß für Dolksgesundheitsdienst sowie vor allem das Rasienpolitische Amt der NSDAP in der rückhaltlosen Ablehnung des "Buches von Gauch stets einig gewesen. _ M ÄÄÄWK Wir in dzmm Im „Deutschen Aerzteblatt" (Heft 51 vom 22. Dezember 1934, Seite 1243) ist ein Aufsatz „Die nichtarischen Aerzte in Deutschland" von Dr. rer. pol. Hadrich. Berlin, erschienen. Dieser Aussatz sucht das Zahlenmaterial zu verwerten, das von den Arztregistern anacfordert worden ist. Ta viele Aerzte aber im Register nicht eingetragen sind, so ergibt sich aus den mitgcteilten Ziffern kein zuverlässiges Bild über die Gesamtzahl der jüdischen. Aerzte. Wir werden demnächst aus den Aussatz näher eingehen. KWK.7Ä Sr. LWl LÄEÄ LAML du jfc2r»;£:3 «WkssSSAr SMkSakt Ter Direkwr der chirurgischen und urologischeu Wtcilung im Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Professor Dr. Paul Rosenstein, ist zum auswärtigen Mitglied der italienischen urologischen Gesellschaft in Rom ernannt worden. Die Ernennung hat in weiten Kreisen Genugtuung hervorgeriqen. Blutgruppenforschung. Auf zahlreiche Anfragen teilen wir mit. daß die moderne wissenschaftliche Blut'vcschung von..Karl Landsteiner begründet worden ist. der seit ungefähr zwanzig Jahren Mitglied deS Rockeseller-Jnstituts für medizinisch? Forschung in New-Pork ist. Für seine bahnbrechenden Entdeckungen aus dem Gebiet der Blutgruppensorschung erhielt er 1930 den Nobelpreis für - Medizin. Landsteiner ist Jude. Kurze DsLrachrrmgen zu neueren Angriffen auf das jüdische Schrifttum Don Rabbiner Dr. M. Eschelbacher-Oüsseldors mV ■du wissenschaftlichem Weg gefunden hat, das hat Iulrus Streicher intuitiv erkannt und ausgesprochen. Es gibt Dutzende von wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Zeit, der allerjüngsten Zeit — I n l i u s S t r e i ch e r hat sie in keinem gelehrten Buch gelesen. Aber er hat sie. aus Instinkt. aus dern Leben heraus in sich getragen und schon seit zehn Jahren dem Volke - verkündet. Er kennt das ganze Mysterium des -Blutes, das vielleicht heute noch im letzten unbeweisbar ist; dem sich aber die Wissenschaft, die Rassenlehre, die Eugenik mit unbeirrbarer Sicherheit nähert. Und es gab keinen Arzt, keinen Gelehrten, der etwa hätte aufstehen und das widerlegen können, was I ul i us S t rei ch e>r über dieses Mysterium, bis in letzte Einzelheiten klarlegtc, was er z. B. über die Imprägnierung des Blutes' sagte ..." Wer ein mmrsZEs Ms Jit der E.-V.-Zeitung Nr. 49 hatten mir mit. geteilt, daß das Buch von Dr. Hermann Gauch „Neue Grundlagen der Rassenforschuug" bereits im März dieses Jahres verboten und beschlagnahmt worden sei. Hierzu erfahren mir: Professor Lehmann. Tübingen hatte über Gauch bereits im Februar 1934 in Heft 2 seiner Zeitschrift „Ter Biologe" folgendes veröffentlicht: „Hans Günther hat Vor kurzen: einmal darauf hingewiesen. wie traurige Folgen eS hatte, als Bebel den Darwinismus in vollkommen mißverstandener Weise zur Begründung marxistischer Weltanschauung verwandte und rvie all die „Gebildeten" Deutschlands zu diesem Mißbrauch keine Stellung nehmen konnten, weil ihnen jede biologische Bildung fehlte. Nassenkunde und Erbbiologie gehören heute zu den Grundlagen nationalsozialistischer Weltanschauung. zu den Grundlagen dcö Nationalsozialist,- schcn Staates. Es ist die Aufgabe der deutscher: Biologen, über die Reinheit und Klarheit dieser biologrschen Grundlagen zu wachen. Wir werden heute nicht abscitsstchcn urrd zuwartcn, bis das Unglück seinen Lauf genommen hat und diese biologischen Grundlagen verfälscht sind. Wir können hier im Rahmen unserer Zeitschrift auch keineswegs in den Verdacht kommen, den Wert und die Bedeutung der nordischen Rasse für unser Volk zu verkennen. Gerade deshalb aber, weil wir die sachlichen Grundlagen einer nordischen Bewegung anerkennen, haben tyir allen Anlaß. Bücher aufs nachdrücklichste anzuprangern, welche ohne Sachkenntrris den nordischen Gedanken II. Ursprünglich ist nach biblischer Lehre die Einheit der Kruder Adams nach Abstammung. Sprache rmd Recht. Auf dern Boden dieser Einheit aber hat sich die Menschheit später reich entfaltet und gegliedert in Rassen und Völler, Klassen rmd Bekeuntirisse. Sie alle sind lebendige Schöpfungen der Natur und der Geschichte. Leben aber heißt sich behaupten. Auch daS Judentum hat sich Während seiner Geschichte oft gegen Irreleitungen zu behaupten gehabt, die es zu vernichten drohten. Manche der heute angegriffenen Stellen aus der Bibel und dem rabbinischcn Schrifttum sind Acußcruugen dieses Willens zur Selbsterhaltung urrd Denkmäler eines berechtigten Kampfes der in ihrem Dasein schwer bedrohten kleinen Gemeinschaft./ Kein Menschenol)er Rassenhaß hat sie geschaffen, sondern die Bewahrung des' reinen Dienstes gegenüberdein unsichtbaren einzigen Gott und die vorsorgende Wwehr gegen Blutschande, Sodomie und Bestialität, die wohlbezeugten Greuel des vorderen Orients, wegen deren Gott das Volk beschwört (III. B. M. 18, 24, 25): „Verunreinigt euch nicht durch alle diese . Schändlichkeit'en, denn durch alle diese wurden unrein die Völker, die Ich vor euch hertreibe. Das Land wurde unrein und Ich suchte seine Schuld an ihm heim, und das Land spie aus seine Bewohner. Hütet Meine Satzungen und . Meine Rechte und tuet nichts von allen diesen Greueln, der Einheimische und der Fremdling in euerer Mitte. Denn alle diese Greuel verübten die Männer des Landes, die vor ench da waren, und das Land wurde unrein. Es soll aber das Land nicht euch ausspeien, fo wie es das Volk ausspie, daS vor euch da war. Denn wer immer von allen diesen Greueln tut, — die Seelen, die das tun, werden ausgerottet. aus der Mitte ihres Volkes. Und hütet Meine Satzung, daß ihr nicht tuet nach den greuelhaften Satzungen, die vor euch ausgeführt worden sind, und damit ihr nicht unrein werdet durch sie. Ich, der Ewige, euer Gott." Insbesondere ist diese Tatsache die Wurzel für das biblische Verbot der Mischehe. Mirgends ist hier eine Spur von der rnodernen Begründung. Im Gegenteil, wer zum Judentum übcrtrat, ist dem geborenen Juden in jeder Beziehung gleichgestellt. Die ewige Verkörperung dieser Wahrheit bildet Ruth, die Moabiterin. die Stammutter Davids und des Messias. Sie ist Jüdin geworden, und nach ihr erhält jedes nichtjüdische Mädchen,' das den gleichen Weg geht, bei der Ausnahme den Namen Ruth. Die Bibel enthält Kampfgesetze gegen das kananüische Heidentum des zweiten und des ersten vorchristlichen Jahrtausends. Sie gehen nicht in erster Reihe gegen lebendige Menschen, sondern vor allem gegen ihren Kult, gegen ihren grauenvollen Götzendienst. Das gilt besonders von der viel angefochtenen Hauptstelle D. B. M. 7. 1—8. „W enn dich der Ewige, dern Gott, in das Land bringt, in das du kommst, um es zu besitzen, und wenn Er viele Völker vor dir austreibt, den Chitti und den Girgaschi und den (sntori und den Kenaani und den Perrsi und den Chiwi und den Jebust. sieben Volker, größer und mächtiger als du, und sie der Ewige, dein Gott, vor dir hergibt und du sie schlägst, dann sollst du sie bannen, du sollst mit ihnen keinen Bund schließen und ihnen nicht günstig sein. Und du darfst dich nicht mit ihnen verschwägern, deine Tochter darfst du nicht seinem Sohne geben, und* seine Tochter darfst du nicht nehmen für deinen Sohn., Denn er wrrd deinen Sohn ttt 3*" führen, weg von mir, und sie werden anderen Göttern dienen, und eS wird Mein Zorn wider euch entbrennen. und er wird euch bald vertilgen. Sondern so sollt ihr ihnen tim: Ihre Altäre sollt ihr cinretftcn und ihre Standsänlcn sollt ihr zerbrechen und ihre Götzonhaine umhauen und ihre Bildsäulen im Feuer verbrennen. Denn ein heiliges Volk bist du dem Ewigen deinem Gotte, dich hat der Ewige, dein Gott aus er wühlt, ihm ein Volk des Eigentums zu fein von allen -Völkern, die auf der Oberfläche der Erde. Nicht weil ihr mehr wäret als alle Völkerhat euch der Ewige geliebt und euch erwählt, denn ihr seid daS geringste aller Völker, sondern au 4 der Liebe Gottes zu euch und weil Er den Eid wahrt, den Er. zuge- " schworen eueren Vätern."; In der judengegncrischen Literatur wird' dieser Abschnitt aus dem Deuteronomium oft zitiert. In Heft 24 vom 22. November d.J. hat sich das „Aerzteblatt für das Rheinland" darauf berufen und noch einen Passus Hinzugesetzt, der nicht dasteht, „denn mit dir wird er sie ausrotten nach seinem Willen, einen um des anderen willen, und alle durch dich." Dafür hat es aber alle Sätze weggelaffcn. die wir oben gesperrt gesetzt haben! Aus einem anderen Zusammenhang hat es den Vors V. B. M. 7, 16 nur zur Hälfte zitiert: „Tu wirst alle Völker aufreiben, die der Ewige, dein Gott, dir gibt" und hat die Fortsetzung weggelassen: „kerne Schonung soll dein Auge für sie fühlen, damit du i h r e n G ö t t e r n n i ch t dienst denn das wäre für dich ein Falle strick!" Nur so wurde es möglich, daß das Aerztcblatt einen Abschnitt, in dem steht: „Du bist das geringste aller Völker" überschreiben konnte: ..Rassendünkel und Rassenhaßbei den Juden". Nur so konnte es ferner von einer Bestimmung, die nach dem ausdrücklichen biblischen Gesetz für sieben - namentlich genannte Völkerschaften des alten Kanaan galt, behaupten: „Allen (eie!) anderen Völkern gegenüber bestand und besteht noch heute (!!) die an die Juden gerichtete Weisung des Deuternonomisten!" Hätte das Aerzteblatt die ganze Bibelstelle unverkürzt wiedergesehe.r. dann wäre der ganze Artikel ungeschrieben geblieben. Krieg kann schwer unblutig geführt werden. Der Boden Aegyptens und Assyriens hat sich geöffnet und die Ausgrabungen geben uns ein Bild von der furchtbaren Unmenschlichleit der alten Zeit. Jur Harrdworterb'.ich des biblischen Altertums von Eduard Niehm, 1884. I. S. 868-870. sehe:: wir in ursprünglichen Darstellungen aus der Zeit die Zählung der Erschlagenen nach der Zahl der abgehackten Köpfe und Hände, die Ntarter der Kriegsgefangenen, die lebendig geschunden oder gepfählt werden, die Gefangenen, die am Boden liegen und über die der Sieger hinwcgtritt. Vor der Kriegführung späterer Jahrhunderte und der Behandlung unterrvorfcner Völker können die biblischen Gesetze sehr wohl besteherr. Die Stimmen der Grausamkeit, wie sie aus der modernen Geschichte nicht selten erschallten, vernehmen wir aus der hebräischen Bibel nicht. Die biblischen Gesetze gegen die Kananiter sind milde ausgeführt wordem Biele hundert Jahre lang wohnten die Kananiter mit den Israeliten in ihrer Heimat. Als aber, im neunten vorchristlichen Jahrhundert, in einem der schweren lsraeliüsch-syrifchen Kriege der König von Syrien nach einer vernichtenden Niederlage vor dem israelitischen Lkönige Achab kapitulieren mußte, da gaben ihm seine Ratgeber den Mut zu hem schweren Sckiritte. indem sie ihm vorstellten (1. Kon. 20. .31): ..Siehe dock), wir hlrbeu gehört, daß die Könige von Israel gnädige Könige sind!" (Fortsetzung folgt.)

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