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Central-Verein-Zeitung · 1934-12-28 · 52 (28.12.1934) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
52 (28.12.1934)
Date
1934-12-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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SNA M.TvMW §W,S MMWers M LZ.DeMbrr 19Z4. Es war um ihn eine Atmosphäre des Scherterns in einem tieferen Sinn. Karl Jaspers Aus der ProvinziülhLuptstaLt Königsberg in Ostpreußen stammt der Mann, der in der Geschichte der Juden in Deutschland als ein Wegbereiter der preußischen Judenemanzipation forllebt: -David Friedländer, dessen -Dianen, da nunmehr ein Jahrhundert seit seinem Tode verstrichen ist, sich abermals von den Schatten erheben und Antwort aus die Frage nach dem Sinn seines Daseins heischen. Aus einer wohlbegüterten und hochangesehenen jüdischen Sippe Königsbergs stammeist), hat David Friedländer die Not des materiellen Lebenskampfes, die gemeine Prosa des Zllltags, niemals am eigenen Leibe verspürt. Es ist unerläßlich, dies von vornherein festzu stellen, um begreiflich zu machen, daß dieser Mann die Fragen der jüdischen Oeffentlichkeit und Politik stets vom Standpunkt des „Honoratiors", d. h. des in seiner Existenz gesicherten großbürgerlich - standesbewußten Menschen, angesehen und dementsprechend behandelt hat. 1750 — in der Mitte eines Jahrhunderts, dem der große Friedrich Gestalt gab, geboren, empfing der Jüngling im aufdämmernden llllorgenrvt der Emanzipation seiner Glaubensbrüder den ersten geistigen Zuschnitt. Und es drängte ihn, persönlich 'an die Stätte tu eilen, wo der „neue Geists der Geist des Morgen, der kommenden Zeit am spürbarsten wehte: nach der Hauptstadt des aufstrebenden, Großmacht gewordenen Hohenzollernstaates, nach Berlin, das zwar — wie Josef Nadler in seinem schönen Buch über die Berliner Nomantik uns belehrt hat — Mittelpunkt der romantischen, aber doch vor allen Dingen — und vorhergehend — Mittelpunkt der ausklärcris chen geistigen Bewegung gewesen ist. Seien wir uns darüber klar, daß wir die geistige und auch politische Entwicklung David Friedländers wie überhaupt die Änanzipationsgeschichte als inn.ere (beschichte nicht verstehen können, wenn wir nicht die Jdeengeschichte der . b c u t f di c n Aufklärung, wie sie namentlich Wilhelm Tilthey in seinen „Studien zur Geschichte des deutschen Geistes" uns gedeutet hat, zu erfassen ver-; ■ .. Denn sie ist das Strombett der -patorischen Bewegung. Tilthey hat; t. daß zwar zwischen der deutschen und :v.r -arlo-französischeu Aufklärung ein Gegen- - — in der deutschen waltet ein ^sch-metaphysischer Idealismus, in der anglockcanzösischcn ein psychologistisch-empirlü'''chc: Positivismus vor —; anderseits aber hat der große Gelehrte erforscht, daß. abgesehen von der nationalen Besonderheit, universale Gedankenzüge im Gesamtbild der europäischen Aufklärung hervvrtreten: der Gedanke der Autonomie der Vernunft, der Gedanke der Solidarität der Nationen, der Glaube an den Fortschritt des Mcuschengeschlechts. die Idee der Entwicklung, die Idee eines Zusammenhanges im Leben der Menschheit. und schließlich — last, not lctast — die Vorstellung einer Herrschaft des menschlichen Geistes über die Erde vermittels der Erkenntnis. Bekanntlich stellt das Werk und die Wirksamkeit Mose s Dt e n d e l s s o h n s das bildungspolitische Einfalltor dar, durch das die universalen Gedankcnzüge der 'Aufklärung in das westliche nnb insbesondere deutsche Judentum eindrangen. Ebenso wie für den jungen Goethe die Begegnung mit Herder zum entscheidenden. fo'rmgcbenden Erlebnis wurde, genau so trat an den jungen David Friedländer das Schicksal heran, als er — 1771 nach Berlin gekommen — in den Kreis des „Reformators der deutschen Jochen" eintrat. Nun war es ihm vergönnt, in der ungemein feingestimmten und vergeistigten Atmosphäre einer Kultur und Geselligkeit seine Lehrjahre zu vollenden, einer Bildungswelt, die uns wiederum Tilthey in seinem „Leben Schleiermachers" so anziehend geschildert hat: „Wenn sich damals wöchentlich bei Dorothea Beit <der Tochter Moses Mendelssohns) eine Lcsegeiell- ' schaft versammelte, so fand man da David Friedländer. Herz. Moritz. und Dorothea wie ihre Freundin Henriette Herz blickten nach dem Sessel des greisen Mendelssohn, seinen Bestall zu erhaschen." — David Friedländer wurde der begeistertste Jünger Mendelssohns: nach dem Tode dev Meisters der eigentliche Hüter feiner Tradition und Fvrtsetzer seiner bildungspolitischcn Aufgabe und Arbeit. Durch eine spätere Neuausgabe von Mendelssohns „Phädon" .und anderer Schriften sorgte er für das Gersteswerk seines Lehrers: aus seiner Hand empfing Kant ein Exemplar von Mendelssohns Hauptwerk „Jerusalem", worüber der Königsbcraer Weltweise am 16. August 1783 an den Verfasser schreibt: „Herr Friedländer wird Ihnen sagen, mit welcher Bewunderung der Scharfsinnigkeit. Feinheit und Klugher. ich Ihren .Jerusalem" gelesen habe. Ich halte diese» Buch für die Verkündigung einer großen, obzwar langsam bevorstehenden und sortrückenden Reform, die riicht allein ^chre Nation, sondern auch aridere treffen wird. — Vorkämpfer jener Reform, von der Kant voranstehend spricht, zu werden, betrachtete ' David Friedländer als seine Lebensaufgabe. Und die Gestaltung seiner privaten Verhältnisse gestattete ihm, sich, unbeschwert von wirtschaftlicher Sorge, der Durchführung jener Aufgabe zu widmen. Nach seiner Uebersiedtung war er in die Firma des angesehenen Berliner jüdischen Großkausmanns Daniel I tz i g eingetreten, dessen Tochter er schon 1772 als Gattin heiniführte. Voller Instinkt für die wirtschaftlichem Bedürfnisse seiner Zeit, begründete er — da im Zuge der freikapitalistischen Untern ehmerwirtschast eine Seidenindustrie dank der Initiative des großen Friedrich emporgeblüht war — tnt Jahre 1776 eine Seidenwarenfabrik, die infolge seiner geschäftlichen Tüchtigkeit einen Aufschwung nahm. So war seine gesellschaftliche Stellung innerhalb der Berliner Judcnheit unvergleichlich; er war das allgemein anerkannte Oberhaupt der Gemeinde. Zu dem Vermächtnis Mendelssohns, das Friedländer zu erfüllen trachtete, gehörte sowohl die i n n e r e kulturelle Emanzipation als auch die äußere: die st a a t s - bürgerliche Erziehung und staatsrechtliche Gleichstellung. Von Mendelssohn hatte David Friedländer gelernt, daß die innerjüdische Emanzipation und Assimilation des wcrthaltigen deutschen Kulturguts, vor allem der hochdeutschen Sprache, nicht entraten könne; Emanzipation, das war ein Problem der Erziehung. Deshalb rief er 1778 die jüdische F r e t f dj u I e zu Berlin ins Leben; und im darauffolgenden Jahre machte er ihr ein „Lesebuch für jüdische Kinder" zum Geschenk, das übrigens erst im Jahre 1927 von Moritz Stern wieder aufge- . fanden und neu herausgogeben wurde. Um die Verbreitung der hochdeutschen Sprache unter den Juden zu fördern, übersetzte er, wiederum iu den Fußtapfen des Bibelverdeutschers Mendelssohn, Teile der Heiligen Schrift sowie hebräische Gebete. Das war eine segensvolle Wirksamkeit! Dagegen stand der staatsbürgerliche Emanzipationskamps, den die preußischen Juden unter Friedländers Führung einleiieten. unter ungünstigen Vorzeichen. Seitdem Christian Wilhelm von Dohrn durch seine Schrift „Ueber die bürgerliche Verbesserung der Juden" (1781) die Notwendigkeit einer neuen Regelung der staatsbürgerlichen Verhältnisse der Juden in kühnem Vorstoß dargetan hatte, wollten die Stimmen der Oeffentlichkeit, die eine Lösung der Juden - srage forderten, nicht verstummen. Von David Friedländer umsichtig geleitet, blieben den preußischen Inden einige Erfolge nicht versagt: im. Jahre 1787 kam sowohl der schmachvolle persönliche „Leibzoll" als auch die „Judenporzellan"-Steucr (die Verpflichtung, bei Heirat oder Niederlassung Porzellan aus der Königlichen. Manufaktur zu kaufen) in Fortfall. Es war ein zäher und zermürbender Kleinkampf, den die preußischen Juden um das Staatsbürgerrecht ausfechtcn mußten: in den „Aktenstücken, die Reform der jüdischen Kolonien in den preußischen Staaten betreffend" (1793) hat David Friedländer die Dokumente des aufreibenden Kampfes für die Nachwelt niedergelegt. Entscheidend war jedoch der Umstand, . daß das eigentliche Kampfziel — die staatsbürgerliche Gleichstellung — nicht erreicht wurde. Ta trat die Versuchung an Friedländer, der burci) den Mißerfolg entmutigt war. heran: der vortreffliche Mann, der makellose Bürger erlebte seine „schwache Stun.de", er beging den einzigen geschichtlichen Fehltritt, der in seinem ehrenwerten Leben anzutresfen ist. Und es mutet uns wie eine tragische Paradoxie an, fast wie eine Undankbarkeit einer Nachkommenschaft, die ihn verkennt, daß um jener F ehllei st u n g willen die übrigen ' L e i st u n g e n Friedländers beinah vergessen zu sein scheinen. Kurz vor der Wende des Jahrhunderts — 1799 — machte er lzwar anonym) in dem zu trauriger Berühmtheit gelangten „Sendschreiben an Propst Teller" der herrschenden christlichen Kirche das empörende Angebot, um der Emanzipation willen die jüdische Religion in ihrer überlieferten Form preiszugeben und eine Glaubensvereinigung zwischen Judentum und E h r i st e n t u m auf der Grundlage der Aufklärung durchzusühren. Jenes Produkt der Verwirrung des nwralischeu Gefühls — denn anders kann man jene Verzweiflungsaltion nicht bezeichnen — erlitt ein völliges Fiasko: durch den Mressaten Teller wurde Friedländer höflich-kühl zurückgewiesen, durch den größten Theologen der Zeit, dem sittlich tief verletzten Sch'leiermacher, scharf zurechtgewiesen. Tie öffentliche Meinung wurde unnötig erregt und in eine falsche Bahn gelenkt: nicht weniger als 27 Antworten liefen auf das „Sendschreiben" ein. Jene Entgleisung hat seitens der jüdischhistorischen Kritik eine einmütige Ablehnung erfahren; und gerade wer an dieser Stelle — der E.-V. hat schon vor Jahren allen voran die Offensive gegen das Tausjudentum eröffnet — das Bild David Friedländers zu zeichnen oder vielmehr geschichtlich einzuordnen versucht, wird ebenso entschieden wie die nationaljüdische - Kritik jene Selbstausgabe verurteilen, er wird in ihr den Irrweg der Assimilation versinnbildlicht sehen, aber er wird anderseits nicht übersehen, daß' David Friedländer, der (um den bekannten Hutten-Vers E. F.. Meyers anzuwenden) kein ausgeklügelt Luch, sondern ein Mensch mit seinem Widerspruch war — fehlbar wie alles Menschliche —, auch den Weg zu einer vernünftigen Assimilation gewiesen hat. Aufgabe des Historikers und der von ihm verwalteten historischen Gerechtigkeit scheint es uns zu sein, die Gestalt David Friedländers in ihrer Ganzheit zu erfassen und darzutun, wie tue Grundwidcrsprüche seiner Epoche in ihm zum Austrag kamen und vergeblich um eine harmonische Losung rangen: hie das überlieferte Judentum, dort die „moderne Welt", die Aufklärung. Besangen in der Perspektive der ^bürgerlich-kapitalistischen Oberschicht, als jüdischer Patrizier dem jüdischen Proletarier entfremdet, verstand er weder den Widerstand, den das konservative O st j u d e n t u m dem „Berlinertum" der Aufklärung, das er vertrat, entgegensetzte, noch bemerkte er ein anderes großes Problem, den W e st g a n g des o st i s ch e n jüdische n Menschen, wie er gerade damals in der Lebensgeschichte S a l om on Maimons — von Polen nach Berlin, vom Ostjüdisch-Mittelalterlichen zu Kant — sich vollzog. Was er aber bemerkte, war eher dazu angetan, in ihm.das Gefühl des S ch e i t e r n s wachzurusen. Ter Glaubeusabfall brach herein; ja. feine eigenen Nachkommen traten zum Christentum über. Als endlich die bürgerliche Gleichstellung der preußischen Juden 1812 ausgesprochen war, da brach nach den Freiheitskriegen die Welle der judenfeindlichen Bewegung ins Land.?lls er einem nachwachsenden jüdischen Geschlecht, das 1819 im „Verein für Kultur und Wissenschaft der Juden" die Bestrebung Mendelssohns wiederausnahm, seine Sympathie zmvandte, da endete der Ansatz zur jüdijchen Selbstbesinnung in Indifferenz und Taufe. Er, der eingefleischte Aufklärer, verstand eine Welt nicht mehr, in der die aus» klärungsfeiudliche N o m antik regierte. Noch hielt er, der alternde Mann, sich aufrecht, noch nützte er das Ansehen, das er, der e r st c jüdis che Stadtrat Berlins, besaß, zugunstenseiner Glaubensgenossen. Der jndcnfeindlichen' Bewegung suchte er '1820 durch feinen „Beitrag zur Geschichte der Verfolgung der Juden im 19. Jahrhundert durch Schriftsteller" zu begegnen. Ferner nahm er 1823 flcaat die von Friedrich Wilhelm ITT. von Preußen begünstigte Judenbekehrung Stellung. Aber als sein Leben sich seinem Ende zuneigte, traten jüngere Vorkämpfer an seine Stelle: 1831 Gabriel Rießer. 1833 Johann I a c oby. Jene Männer stellten die jüdische Religion über die Emanzipation. Deshalb haben sie —^ und nicht David Friedländer — die deutsch-jüdische Weltanschauung entscheidend beeinflußt. Mögen auch hier sich die Wege trennen, so müssen wir deutschen Juden uns doch stets dankbar daran erinnern, daß David Friedländer die Straße zur Emanzipation miterbaut hat — die Straße zur Emanzipation, die auch wir wieder gehört müsseit, nicht um uns (wie man uns unterstellt) ein neues Betätigungsfeld zu verschaffen, sondern weil sie zu gehen uns vom Schicksal auferlegt ist. I)r. Fritz Friedländer. Saviö FriedlünLer unö düs Editt vsn 1812 Ter frühere Obcrbiblwthckar der Berliner Jüdischen Gemeinde, Moritz Stern, der die Ersorschung der Geschichte der Juden in Deutschland durch sehr wertvolle Ouellenpublikationen und Untersuchungen gefördert hat. ließ nunmehr zum 100. Todestag von David Friedländer einen Neudruck von dessen Schrift „U e b e r d i e durch die neue Organisation der Judenschäften in den Preußischen Staaten notwendig gewordene 1! m b i l d u tt [»" (Berlin, in Kommission bei W. Tieterici, 1812) erscheinen. Stern hat die dankenswerte Neuausgabe als 6. Heft seiner „Beiträge z u r E e s ch i ch t e der I'üdi sche n ©emcinbc zu Berlin" (Verlag Hausfreund. Berlin 1334) veröffentlicht. Durch die neue Ouellenerschließung. der Stern einen aufschlußreichen Kommentar beigegeben hat, wird 'eine nur noch in wenigen Exemplaren vorhandene Schrift David Friedländers. die seinerzeit anonym veröffentlicht wurde, der Dergesienheit entrissen. Das ist um so dankenswerter, als die kleine Schrift den bedeutenden Anteil erweist, den David Friedländer an der Ausgestaltung des Edikts . vom 11. März 1812. das d e n p r eu ß i s ch en Juden die staatsbürgerliche Gleichf b e r e ch t i g u n g verlieh, genoumien hat. Moritz . Stern, dem wir schon die Wiederentdeckung des von ■■ David Friedländer herausgegebenen „Lesebuch für Jüdische Kinder" (9. Soncino-Druck. 1927) verdanken. hat mit seinem Neudruck die Erforschung der ErnanzipationSgeschichte um einen gehaltvollen Beitrag bereichert. Sö&cr iüMftftcc Wllzrüir aus dem MeÄrmrrL-nLLtkUmmrr entfernt Die „ydrtionalsozialistische Schlesische Tageszeitung" in Breslau hatte vor kurzem beanstandet, daß sich neben dem Bild des Führers im Anwaltszimmer des Oberlandesgerichts in Breslau Bilder der jüdischen Justizräte Heilberg und Steint tz. der früheren Vorsitzenden der Anwaltskammer. befänden. Wie das gleiche Blatt mitteilt, sind jetzt die beiden Bilder entfernt worden. 5*frwnTsoS: irür.**:!wafrj;. (L00-O© C'i.'^TTljnr SMM MSwAWShW» in GWlM Der vom spanischen Ministerpräsidenten Lerroux im Zusammenhang mit der offiziellen Staatsseier deS 800. Geburtstages Moses. Maimonides' herausgegebene Erlaß hat folgenden Wortlaut: „Der 30. Marz ist das Datum der 800. Wieder^ kehr der Geburt des großen jüdischen Humanisien Mose Ben Maimon. in der Geschichte unter deut Namen Maimonides bekannt, dessen Einfluß auf die Kultur des Mittelalters Spanien und besonders Eördova, der Geburtsstadt des großen Nabbi, zum Ruhme gereicht. Es ist überflüssig, die Bedeutung der Arbeit dieses außerordentlichen Gelehrten in Erinnerung zu rufen, eine Arbeit, die sich nicht nur mit den philosophischen Auffaffungen der jüdischen Re^ ligion befaßt, sondern auch mit der humanistischen Philosophie des Mittelalters und die dent mensch' lichen Denken ans den Gebieten der Medizin, der .Astronomie, der Mathematik und der orieiüa- Tischen Sprachen, insbesondere der jüdischen Wissenschaften, neue Horizonte eröffnet hat. Die Repttblik, stets daraus bedacht, dem Andenken der Söhne Spaniens, die seinen Namen erhöht und über die Grenzen des Landes hinausgetragen haben, den Tribut der Huldigung und Bervunderung darzubringen, hegt den Wnnsch, sich mit den Zielen des Kontitees, das die 800-Jahr- Feier des Aiaimonides organisiert, zu verbinden: zu diesem Zweck hat der Vorsitzende des Ministerrats mit Zustimttllmg des ’ Ministerrats beschwsseu: 1. Alle Veranstaltungen, die von dem mit der Feier deS 600. Geburtstages Maimonides' beauitragten Komitee in Evrdova organisiert werden, tragen offiziellen Eharakter. 2. Das Ministerium für öffentliche Erziehung mid schöne Künste wird in allem, was die Feier betrifft. Mitarbeiten: es wird bei dieser Arbeit von dem staatlicheit Anti für Fremdenvertelw unterstützt tverden." * Die spanische Regierung hat ein Dekret über die Veranstaltung öffentlicher Feierlichkeiten von Staats tvegen anläßlich der 800. Wiederlehr des Geburtstages Rabbi Ntose den Maimons. des allgemein als Nlainwuides. bei den Juden vor allein als Rambam bekannten großen jüdischen Religivnsphilosophen rcnd Naturwissenschaftler des Mittelalters, erlassen.^ Nlaimonides, der ain 30. Nlärz 1135 in Evrdova geboren wurde, starb am 13. Dezember 120-1 in Kairo. Die Akademie in Eordoba hat anläßlich der 800. Wiedei'lehr des Geburtstages des inbifdn'ti Arztes und Philosophen Maimonides mit Unterstützung der Aerztevereinigung von Eordvba ein Preisausschreiben erlassen. Es sind drei Preise von je 500 Pesetas ausgesetzt worden für Arbeiten über „Maimonides der Philosoph". „Maimonides der Llrzt" und für eine Bibliographie über Maimonides. Die Arbeiten müssen bis zum 1. März 1935 bei dein „Institute de eegunda ensenaruit, catedra de hebreo, Cordoba“ eingereicht sein. * Die Maßnahmen gegen die Fremden in Frank' reich haben sich auch auf Spanien ausgewirkt. Die Fremdenpolizei iü verschärft, eine Anzahl mittelloser Emigranten ausgeiviesen und vor. allein die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer weiter erschwert ivordcn. Antisemitische Aeußerungen waren in der spanischen Presse bisher selten zu hören. Ein voll dem spanischen ^Faschistenführer Albiüana zu A>'.° fang dieses Jahres herausgegebenes antisemitisches Blatt tvnrde von der Regierung bereits nach der erstell Nummer verböte». Kürzlich Ißck die in Bareelona erscheinende, klerikal-ruvriarchistische Zeitung „El cvrrev catalan" die Errichtill'u. eines Einheitspreisgeschäftes zum Anlaß ge nommen,' um gegen die jüdische Einwanderung zu polemisieren. — die Zahl der Jltden in Barcelona wird übertrieben mit 14 000 genannt, in ganz Spanien leben einschließlich der Emigranten nur etwa 12 0000 Inden —. Weiter wird den Juden vorgeworfen, daß sie auf das Strandleben an der Eosta Brava bei Bareelona sittenverderbend eingewirkt hätten. Die katalanische Zeitung „va Eiutat" tvies diese Angriffe mit dem Hinweis darauf, tvelcheu Schaden die Einstellung des Eorroo schon in früheren Jahrhunderten gebrach! habe, zurück. In der Synagoge in Freudenburg (Kreis Saat ' lutrg) wurden die Fenster durchschossen. In Kirf (Kreis Saarburg) wurden die Fenster de» Indischen Gemeindehauses zertrümmert. Des Neujahrstages wegen erscheint die nächste Nummer am 4. Januar 2935. -—. Hanptschrjftleiter Dr Alfred Hirschberq: Stetlvortr :Or Margaretettdolbctm Beide ln Berlin.FUrltilcksendunc; unverlangierManuskripte Ist Freiumschlap: beizufügen Leiter der Anzeigen- Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen. Friedrich Nathan, Berlin BA III.Vj 50000 VerlagrCentralverein deutscher Staats bürger jüdischen Glaubens e V Berlin WI5. Emser Strasse 42 Tel Adr : „Centralglauben Berlin.** Fernspr J 201ivaS141 45 Postscheck Berlin 30-172 Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mb» Berlin SW ID Zurzeit ist Preisliste Nr 2 gültig , ___J

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