Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 51 (20.12.1934)
- Date
- 1934-12-20
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Iü mensoriaiB Hugo Ztickermann iwM?f!^L^cc$£tn**mu8 seines Werktags surrt fiu?SjtI,m eigentümlichen Prägnanz Mich aus. ,. ----- schreibscheucht bk Wvhnuugsklingel vauic ^amc steht vor der Tür. Sie t «r 7-v» g &znmiPttKT??ir - W» § i &ZDS3tr£ 3T! :,U£^Oif: ^3^- 1 iy>,l #'} f.“ .. ' hält eine kleine Spardosö in ddr Hand und setzt - mit gewählt-beredten Worten die Borzüge des Sparsystems ihrer Versicherungsgesellschaft auseinander. Ter Wohlklang ihrer Stimme läßt anshorchen: sie hat etwas Warmherziges, das die Sphäre des menschlich-persönlichen berührt. „Glauben Sie. wein Herr, mir rvar es auch uicht an der Wiege gesungen, — so als Lerstchcrungsagentin —'treppauf — treppab, — fort Hans zu Haus. — von Tür zu Tür. Aber inan will doch weiter anständig durchs Leben gehen!?-Mein Mädchenname wird Ihnen nicht unbekannt sein — jeder Jude zumindest wird meinen Bruder gekannt haben!" Ein stummes Fragen — eine erwachte Neugier. „Ihr Abzeichen da, — Sie waren wohl auch Frontkämpfer'.?"-Mein Bruder hiefr — Hugo Zuckermannl" # Meine Gedanken machen einen Sprung rückwärts über die Hürde einer mehr als zwanzigjährigen, reichbewegten Weltgeschichte. Damals sah ich als Fünfzehnjähriger mit heißem Kopf in großer Zeit über Zeitungen. Ertrablättern und Kartenmaterial. gebeugt, verfolgte den Siegeszug unseres stolzen.Heeres, bunte Fähnchen und Stecknadeln wiesen den Vormarsch der Verbündeten gegen eine Welt von Feinden. Und damals!'?-• — Drüben um Wiesenrand Hocken zwei Dohlen — Fall' ich am Donaustrand? Was liegt dckran?! Sterb' ich in Polen? Eh' sie meine Seele holen — — — — — und damals haben sie seine —, Huckermaitiitz so junge und begeisternngsfähigü äecle geholt, das Schicksal hatte ihn abberusen in die endlosen Reihen der großen Armee.--—- Aber die Dame steht ja noch immer vor der geöffneten Korridortür. Ich bitte sie jetzt hcrem. will ihr sagen, wie ich als Junge schon den Dichter geschätzt und verehrt hatte. „Wollen Sie mir nicht etwas erzählen von ihm? Persönliches I?" — -— Mit einem Male scheint mir die Dame gar nicht mehr fremd. Wir beide zusaimnen halten Seelenseier, in lnomorium Hugo Zuckermann. „Am 22. Dezember liegen mm zwei Jahr- , zehnte dazwischen-das; — mein Bruder Hugo-. Zwei Jahrzehnte, die inhaltsreicher waren für diese Generation als früher vielleicht ein ganzes Menschenleben. Aber trotz alledem, meine Erinnerung an ihn ist wachgeblreben und wird auch in gleicher Lebendigkeit die Zeitspanne meines Daseins währen. - — Ich liebte tim abgöttisch — und wer ihn ■ gekannt, den Zauber seiner Pn'sönltchkeit, wem er als Dichter etwas zu sagen hatte in seiner Weichheit der Empfindungen, iit dem Mitsortreißen seiner jugendlichen Leidenschaft und Begeisterung, in feiner glühenden Vaterlandsliebe, — der vermag die Lücke, die er mir gc- - rissen, nachsühlen. — Offnes Ohr und offne Hand für jedermann. Im blühenden Alter . von;.tö Jahren raffte ihn der Tod hinweg. In den Karpathen hatte ihn ein Bauclischuß niedergestreckt. Tie Verwundung selbst — da es ein Durchschuß — war schon im Verheilen. Aber das stundenlange tm-Lchnee-Liegen als Schwerverletzter hatte seiner Konstitution einen - Knacks gegeben. — Mit seinem Oberleurnantspatent und'mit dem Zeichen des Todes auf der Stirn behaftet, schasste rnan ihn zu uns ins Elternhaus nach Eger. Fieberdelirien warfen ihn aufs Krankenlager: ich pflegte ihn bis zu seinem Tode. Seine guälerischen Phantasien trugen ihn immer wieder zurück in das mörderische Schlachtengetümmel, dorthin, wo er mit dem Feind gekämpft hatte, als das Vaterland ihn gerufen. Unruhevoll und schmerzersüllt wälzte er sich auf der Lagerstatt, acht lange, bange Tage, uw ich nicht voll seinem Bett gewichen, bis daß ihn das Bewußtsein vollends verließ.-" Tiefer aufrechte Mann und Kämpfer wart ausgewachsen in der ^Jeit eines hochgezüchteten Nassenantiselintismirs im Zeichen eines Houston Stewart Ehamberlain und eines Georg Schönercrs. Aber Leid macht reis, und das verknüpfte ihn um so inniger mit seinem Judentum. Als junger Student besaßt er sich eingehend mit der heiligen Schrift der Bibel, und die schöne Frucht, die Hugo Zuckerntann uns ans dieser Zeit hinterließ, ist die Nachdichtung des hohen Liedes. Mit wahrer Begeisterung, bereit ein junger, idealer Mensch mir fähig ist, widmete er sich der jüdischen Jugendbewegung. Inzwischen war er Doktor der Neckrte und Advokat geworden. Tann lebte er in den: sonnigen Meran an der Seite seiner heißgeliebten Gattin Jda. die atls christlichem Hanse stanunte. „Das dichterische Talent hat inein Bruder Hugo unzweifelhaft von der Mutter ererbt. Sie war eine kluge und geistreiche Frau, die Güte aber und die Nächstenliebe sind Eigenschaften, die unzweifelhaft meiitetn Vater zuzuschreiben sind. Und als das Vaterland ihn rief, war er sogleich zur Stelle: ..Von jeder Familie marschiert ein Sohn, Ein Vater, ein Gatte, ein Bräutigam, Ein Pfand gab jede Nation, Sein Bestes gab uns ieder Stamm. Tie Wessen bnrt und die Herzen weich Und die Vrnst voll Erinnerungen: In unserem Lager iit Lesterreich! Das Lesterreich der Jungen!" Auf dem südischen Friedhof zu Eger ist der Dichter zur letzten stttche bestattet. „Nur mit tiefster Erschütterung vermag ich an den 15». Mai .mir» denken. Ta war meines Bruders Geburtstag. Meine Sclnoägerin Ida und Mittler weilten geuleiusam au seinem Grabe." Aalest»«;;;f) \fe.ic tsr . tV / f;// r) £:-;v\ *■" -mV" 'K ruutr'si'ut^* ob (Schluß) Zum 25. Dezember . Josef war mm nicht mehr für die Brüder der große Mann, er :oar ihr Bruder, der ihnen nicht grollte, der die Tat. die sie ihm angetan. als von Gott gewollt betrachtete. Ihr Bruder, der trotz der langen Trennung von zu Hanse in Liebe am Vater hing, dessen ganzes Denken sich daraus richtete, wie helfe ich meinen Lenken, meinem alten Vater, die Hungersnot leicht zu ertragen. Sie berat-, schlagten lange, daun kamen sie überein, den Vater nach Aegypten zu holen mit allen Kindern und Enkellindertu Inlob rvar alt, konnte er nicht, wenn er plötzlich hörte, „Josef lebt", sterben'? Wie sollten sie es dem Vater sagen?' Da der Weg noch lang nach Hause war, nah- 'wen sie sich vor, es aus dem Wege zu beratschlagen. Joses gab ihnen Geschenke mit, auch schickte er gleich Wagen und Pferde, um ja bald seinen Vater bei sich zu haben. Die Brüder zogen zur Heimat, aber ehe sie ins Vaterhaus gingen, suchten sic Serach, ein junges Mädchen, ihre Verwandte, auf, erzählten ihr alles und batet: sie, den allen Vater vorzubereiten.. Serach, die schön die Laute spielte, eilte hin, die Laute unterm Arm. um ihrem alten Großvater vorzuspiclcn. Wie oft Berlin entschiede» hotten, trat noch cin_ chasstdiicher Tanz „Unser Aebenju', den Lillh Sand» berg, Breslau, mit starker innerer Beseeüheit und künstlerischer iKctfe gestaltete. uub_ „Freylach»", ei» fröhlicher Tanz von Nelly Hirth, Berlin. Als zehntes Bild wurde eine Kleinstadtladenszene an'gerügt. die von Margit Berger. Breslau, und' Marianne Le nt, Breslau, stilvoll und tänzerisch beschivingt dargelteltt wurde. Außer Nelly Hirth waren aus Berlin Ruth Anselm, Edgar A l c x a n d e r und Mar K o n i n - sti gekommen, von der Leitung waren Heinz Gondel! und Nikolai Eljaschow anwesend. Die Breslauer fügten sich ausgezeichnet cm; onfjcr den Genannten wirkten Ruth Arden, A Lfvet» Baltho f f, James Elsner, Hanni Golz. Günther Hart hau. Hirsch Frtedmanu und Manfred Bia! mit Günther P n! ve r nt a ch e r begleitete sehr sorgfältig tmd verständnisvoll. Bor dem „Bilderbogen' gab man Tschechows Scherz „Ein Heirat santrag", dessen derbe isüuattonskomtk dem Abend durchatlS nicht angehaßt war. Wenigstens wurde gut gespielt: Alfred Batthost und Nlarz .Uonin'ki' waren „Prachlige' Gutsnachbarn, tntd Nulh Arbeit gab in der jungeit Nalalia etne feine Eharallerflndte, die ihre Begabung erwies. -raS Biktorialhealer war überfüllt. dctnv. SnnnoDCC Jöernmjm S ch e Y und Bernhard Ab ra m o-;v i l f di umreit die Solisten einer .vlulturbnndveranstaltnng von besonderer Bedeutung Wieder wußte der Sänger fettie Ztrhorer unmt elbar zu packen und ihnen mit dem vollendeten Bel tanta seiner Stimme höchste Genüsse bereiten Jkxt den fünf Bierrotliedern bed .yxantrurter Komponisten A!ar Kowalski gab Scheh ein erprechvnislischeS TonZemä'.de, in dem weder die letich.enden Farben einer hochgestetgerteu Dramatik noch der unendlich zarte Schimmer /""Icher L'erz^theit 'eblten. John Ät a n d c l b r o d bot als Begleiter eine katltn zu übertretfende Lcütnng. lllfeitiae Peaeistertlttg fand atich der noch;ng,et dltche LL-!. Erfurt ch Am 9. Dezember rnnd nn mcinde-Abcnde ein Konzert in Nahmen der Geber Synagoge statt. Niartha W o l f tz.h c i m e r - H o s tu a n n (Nürnberg) fang mit pastoser, ausdrucksvoller Altstimme Arien von Händel tntd Gltrck sotoie Lieder Von Schtibert, Brahms, Inlitis Kansmann. Hugo Wolf, Nrchard Strauß tntd Grieg. Lndivig Grünb a u m (Nürnberg) war ein ausgezeichneter Begleiter und zeigte auch als Solist hervorragende Otialitäten. MgöeSurg Im Kttlturkreiö der Tynagogengemeinde sprach Tr. Ernst Simon über den „Weg der Btbel'. An einem andern Abend sang Edit Atärker Opern-Arien. Die große, bestens geschulte Stimme kam wirksam zur Geltltng. ^gilhelnt G n t t m a n n erwies sich als idealer Balladensänger. Beide Künstler wurden von Erna K lein begleitet. 8a!berl!lidt Im.unltnrkreis der Synagogengemetitde musizierten John Mandelbrod (Klavier) und der Sperit- und Konzertsänger Mar Rah mer. Beide Künstler ernteten begeiitcrten Beifall. 8ül!e o. §. Der Kulturkreis hatte Dr. Anneliese L a n d a tt (Berlin) und Fritz Lechner (Berlin) zu Gast gebeten, um uns durch sic Persönlichkeit und Werke Hugo Wolfs näherzubringeu. Die von Lechner zu Gehör gebrachten Wolf-Lieder unterstützten Anttelicse Lartdaus Vortrag vortrefflich. 8t. k. KierKeim Ter Atisschnß für kulturelle Darbietungen hat seine Arbeit ivieder ausgenommen. Kantor Sommer hält einen Zhklus über jüdische Volksgeschichte. Rabbiner Dr. Schiff (Karlsrtihe) hielt einen äußerst anregenden Vortrag über Formt und Ausbau der Bibel. Den bisherigett Höhepunkt bildete das erste Konzert, in dem dnü Trio Stefan F r e n k e l. Ewel S t e g m a n und Suse Loeb Werke von Mozart, Dvori'ck und Atendelssohn zu Gehör brachte. Die Geineindemitglieder nahmen an den Veranstaltungen regsten Attteil. In einem interessanten Vortrag berichtete Pro. sessvr Stein (Karlsruhe) über die Eindrücke sctner Palaslina-Neise. Kantor Marr. sprach an einem' soeiteren Abend, über die Propheten. -Dis Kölner Altislin Nuth Kisch-Arndt gab einen Liederabend: das Prvg'.-amm enthielt Gesänge lebender Kvniponisten. die, mit Ausnahme von Otto Klein- Perers Gebet und der ^,ionshh:nne von Darin« Aiil- Hand, nidit restlos überzengen konnten. Aeinsten Genuß boten Lieder von Gustav Ntahler, Brahms und Hugo Ltzolf. Die zahlreiche Hörerschaft dankte der groyen Künstlerin und ihrer ausgezeichneten Begleiterin Laura Ijinmrid) herzlich. " itp. 4,5 iv 4 Wer in den letzten Wochen die jüdischen Blätter durchsah und auch die Gemeindeblätter aus dem Reich einsehen konnte, mußte auf eine bedenkliche Tatsache stoßen, die uns schon öfters beschäftigt hat: Die Abhaltilng von gesellschaftlichen Veranstalttmgen dtirch jüdische Verbände oder Institutionen. .Lebensfreude in allen Ehren! Aber ist es nicht eine Frage de« Taktes, daß die Vertreter einer sorgenbeladenen Gemeinschaft nicht den Nahmen für Feste ältesten Stils stellen? Man soll sich d!trch übertriebene Nücksicht aus mögliche Wirkung nach außen iticht davor zurückhalten lassen. Dinge beim rechten Namen 311 nennen. Deshalb scheuen wir uns nicht, offen zn sagen, das; wir die gehäufte Abhaltung von Festen tmd die Art ihrer Ankündignug für uwvürdtg der Lage des deutschen Judentums halten. Wir richten diese Atahttimg an a l l e G r n P - Peit unserer G c nt e i n s ch a s t. Wenn eine winzige „Oberschicht", heute noch da8 Bedürfnis hatI in großer Aitfmachnng zu tanzeu. so füllen sic da« unter sich, still tmd privat, erledigen. Die jüdische Oeffentlichkeit aber hat ein Necht.' zu fordern, daß die jüdischen Verbände nichts unternehmen, wa? in ftärtftem Widerspruch zur Haltung' der erdrückenden Mehrheit des deutscheit Iudeutüms steht. . Bor allem' aber fordern wir von unseren jüdischen Zeitungen —• und ein konkreter Fall gibt uns hierzu Veranlasßtng — daß sie ähre Spalten grundsätzlich nicht mehr Ankündigungen öffnen, die das Taktgefühl der jüdischen Oeffentlichkeit verletzen. ßxvckator Hugo Zuckcrmmm? Lchottbkameradur zählte damals Alvanzig Lewic. Scitdcm sie ti)vctt Statut verloren, erschien ihr das Leben fveubtmd glanzlos. Wiederholt hatte sie mit Tvdesgedanken gespielt; aber man hatte nie sonderliches Geiviicht ans diese Aenßcrimgeu ihres Schinerzes gelegt. „Als sie nmt beide am Grabe sind, zieht plötzlich die junge Witwe einen Nevoiver. Die Mlltter UitLI ihr in den Arm fallen, die Waste entwinden — aber 31t spät. Ein wvlchgezielter Schläsenschuß zog einen weiteren Schlußstrich unter diese Tragödie. ''Obwohl meine Schwägerin Kathvlilin. wilrde sie denlioch ans den; jüdischen Friedhof in Eger bei gesetzt, wenn auch utdjt rieben ihm. denn Hngo ruht ans dein Ehrensriedhvf. — — Die Liebe zrvisctien deil bcidetr tvar besonders intrig nnd groß." Zwanzig Jn!)ve silld seitdem vergaiigen, eine nene Ingend ist herangetvachsen, eine Ingerrd, die hart vom Lebeir angevactt roird — aber in derr Stilndcn der Beschau' ticlrkeit werden auch bei tln: Zuckerrnanns Gedichte vsseire Herzen finden. Er rvar ein guter Irtde, beseelt vor; Vaterlarrdsliebe. er war ein Mensch, und das heißt in Goetheschein Sinrre eilt Kämpfer! ' 1?. P. hätte Serach so bei Jakob gesessen. Immer, rvenn er trallrig rvar, rvenrr er au Nahe! und Josef dachte, rvenn ihrn so heimlich die Trärrerr arrs den Augen liefen, holten die Brüder Serach. Serach spielte, und das Gesicht Jakobs klärte sich ans. Bater Jakob saß in seirrern Lehnstrihl, den Blick zririr Fenster hinarrs, die Gedartlen bei den Söhnerr, bei Benjarnirr. Immer rtoch nicht heimgekehrt rvaren sie. Wenn Gott sie rnrr gesrrird heimkonrinen ließ! Da vssnete Serach leise die Türe, und vhrre daß Jakob sie bemerrte, setzte sie sich ihrn zu Füßen, spielte rurd sang, und saug rrnd spielte nrrd redcie voll Joses. Ein Liedleirr klang von Joses„der lebte, cirr Stiirurrchen sang von Josef als .König, die Saiten, sie törrteri. Da brach die Larrte ab, klirrg. klang. — llnb weiter sang Serach: „Es lebt dein Sohn Josef, er lebt fürwahr!" „Wie*, ries Jakob, „ivas sirrgst du da. hör arrs, Serach, hör ans! Josef, meirr Joses!" Immer rvieder fing Serach zu spieterr, zrr fit,* gen an. bis Jakob larrgsarn dert Kopf ihr znwandte rrnd sie fragte: „Was redest drt da von Josef?" Da kamen die Brüder, da kam Beirjitmiit, da fam das Glück ins Haus Vater Jakobs. Nun hörte er voll Josef, doch er wollte das Glück nicht glmibeu. Da kamen aber die Wagen Josef«, seine Geßsieule wurden gebracht? „Aus, laßt uns zn Josef eilen, daß^ich nteinen Sohn sehe, ehe ich sterbe." Sv kamen sie nach gerattmer Zeit nach Aeghpten. Jeses war seinein Vater entgegen< gefahren, die Sehn sticht zog ihn hin. „Laß! mich Euch, Kinder, die Freude, die Vater und Sohr: hatten, als sie sich roiedersaheu. nicht ew zählen. So lvas fühlt man. Auch Ihr uüüi, wie so etwas ist, roie Euer kleines Herze iit Freude hüpft, habt Ihr die Eltern nach einem Tage des Fort fei ns rvieder, wie glückstral)lertd sind Eltern, rvenn fio iltvc Kinder nach kurzer Abrveserrheit rviedersccheu: deurr das Glück der Ettern sind die Kinder." Jakob hatte mm alle seirre .Kinder tun sich. Gott schenkte ihm diese Freude seines Alters noch einige Jahre. Langsam nahmeri. daun die Kräfte Vater Jakobs ab, er fühlte, daß Gott ihrr bald sterben lasse. Er rief Joses mit seinen zroei Söhrren zn sich, nur sie zn segnen. Auch seine anderen Söhne segnete er. Als^ Joses mit seinen Söhnen kam, da lag Jakob zn Bett, fühlte siü, schlecht rind elend, doch er richtete sich bei ihrerrt Eintritt aus, lies; seine zroei Enkel arrs Bett treteri. legte ihnerr die Hand arrfs Haupt rrrrd segnete sie mit den tigorten: „Hamalach, Hagauel... der Emgel Gottes, der mir beigestauden, der mich befreit von allem Bösen,'er segne die Knabc-n.^ er stehe ihnen immer bei. Er gebe ihnen Zliuder intb iijvc Kinder mögen wieder Glück haben. Gottes Segen sehen, irrdem arich sie Kinder haben." ' „Schon fertig, Mutter, mit Erzählen, schon fertig? Wie schade! Aber Virttter. eins sage mir noch, das Hainalach beten rvir doch jeder; Abend, wieso denn?" „Ben, weißt drr, roeun Eltern ihre Kinder segrtcm, dann ist das ein schörreres, ein reicheres Gesehenl, als wenn ich dir utorgen, denn morgen ist ja. deirr Ge-- burtstag, einen garrzerr Tisch voll Geschenke gäbe." Vater Jakob, von dem ich dir so viel erzählte, der so viel Trauriges, der so viel Schönes arc seinen Kindern erlebte, er rvar es. der das Hamalaclrgebet zu.rn erstenmal dich-- tete. So rvie er Väruasse und Ephraim, den Söhnen Josefs, rvünschte, sie möchten stets von einem Errgel Gottes umgeben fein, so 'wünschen rvir des Abends, roerrn roir uns hinlegen zum Schlafen, nicht wissetld, was mit uns geschieht: Hamalach hagauel arüsi mikol rah. ch „Eine Mutter erzählt die Bibel" (Von Adam und Eva bis Jakobs Tod), von Alice DPPcnbKmer, Zeichnungen von Jsn.a Bett), ist soeben in Buchform im Philo-BeAag (Berlio.) erschienen.