Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 51 (20.12.1934)
- Date
- 1934-12-20
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Internationale Kunst, und Auktivnshaus versteigerte das geschmackvolle Interieur des unlängst verstorbenen Professors P. Fr. Richter, der lange Zeit dirigierender Arzt des Krankenhauses am Friedrichshain gewesen. Unter den Gemälden neuerer Meister befanden sich frühe Lesser Ury's. dessen „Straße im Regen" 280 Mark erzielte. Max Liebermanns „Am Strand" konnte nur 125 Mark erzielen, was für dieses schöne Blatt des Meisters und das Gegenstück dieser Skizze, die mit 11E Mark in Privatbesitz überging, ein geringer Preis ist. Im Alten Museum wird das Gedenken an Geheimrat Wiegands 70. Geburtstag über diesen Tag hinaus wachgehalten bei der Betrachtung vornehmlich der Bildwerke aus Priene und Milet, an die sich die hingebungsvolle Forscherarbeit dieses Gelehrten knüpft. Diese Grabungen konnten bekanntlich Synagogen freilegcn. In den Jahren 1895—1898 stieß man im kleinasiatischen Priene und im Jahre 1899 in dem benachbarten antiken Milet aus jüdische Gotteshäuser. Milets Synagoge war nur der Teil eines größeren Gebäudekomplexes, ein wahrhaft monumentaler Bau, eine Basilika von Säulen gegliedert, mit einer Vorhalle, die die Gelehrten auf byzantinische Einflüsse zurückführen. Wir kennen den Hinweis von Professor Sukenik auf die Stelle im Josephus lJüdische Altertümer, 14. Buch 10. Kapitel, 21), in der von dem hohen Alter der jüdischen Gemeinde in Milet die Rede ist. Die Synagoge von Priene wird in den Grabungsberichten noch als Kirche genannt. Es konnte sich im ersten Augenblick um eine architektonische Anlage handeln, die eine rechteckige Nische aufwies. Dann aber erwies sich diese kleine Nische als Behältnis für die Thorarollen. Ihre Orientierung geht nach Jerusalem. Interessant, daß auf einem alten Pfeiler der siebenarmige Leuchter eingemeißelt erschien. Eine Steinplatte, heute im Berliner Kaiser-Friedrich- Museum. die in der Nähe des Theaters von Priene gefunden wurde, weist ebenfalls die Darstellung des Leuchters auf. Bei einem Versuch, die Portriitsammlung am Schintclplatz zu besuchen, vermißen wir mit Bedauern diesen Teil der Natiorial-Galerle. An ihre Stelle ist das Schinkel-Museum getreten, dessen wertvolle Bestände bisher aus Raumnot, wie man uns erzählt, keine Aufstellung finden konnten. Aber auch die Lildnissammlung. in der man den Aufstieg Berlins zur Weltstadt so gut studieren konnte, wird hoffentlich bald wieder ihre Pforten öffnen. Hören wir doch, daß sie bereits in Halle ausgestellt war. Wir kennen das Schicksal dieser Sammlung, V'to nach dem englischen Beispiel der Londoner nationalen Porträtgalerie vom Kronprinzen, spätereu Kaiser Friedrich, angelegt wurde. ■ Die Großen des Geistes hingen in schönen Bil- . dern, von berühmten Künstlern gemalt, an den Wänden. Uns erfreute besonders das eindrucksvolle Bilduis von Henriette Herz, gemalt von der Hofmalerin Friedrichs des Großen, Anna Dorothea ■ Therbusch, stammend aus dem Vermächtnis der Frau Hofrat Therese Herz geb. Wallach, die es 1899 der Nationalgalcrie schenkte. In der Nähe sah man das Porträt der Dorothea Schlegel von Anton Graff. Im Durchgangsraum stand die Bronzebüste Moses Mendelssohns, deren Marmororiginal von Tassaert heute im Jüdischen Museum ist; auch die Bleistiftzeichnung Heines von Samuel Diez war in diesem Teil der Nationalgalerie zu finden, und , ebenso dieses Künstlers Zeichnungen von Meyerbeer, August Barnhagen von Ense, des Gatten der Nahel." Hoffentlich öffnen sich recht bald diese Pforten wieder, damit das Lebeuswerk von Professor Mackowski, der in seinen neuesten „Schadow-Studien" den Beziehungen des Meisters zur Familie Marcus Herz ein besonderes Kapitel einräumt, nicht umsonst gewesen ist. vr. 0.8. Aus Kunst und Wissenschaft Dr. Eduard Fräukel wurde zum Professor auf dem Lehrstuhl „Corpus, Christi" für Latein und Literatur an der Universität Oxford gewählt. Es ist dies die erste offizielle Stelle, die ein ans Deutschland ausgewanderter jüdischer Gelehrter in Oxford bekommt. Frankel hat im vorigen Jahr sein Amt an der Freiburger Universität uiedergelcgt. Der Lehrstuhl „Corpus Christi" wurde 1854 gegründet; einer seiner berühmtesten Inhaber war John Conington. * Die SBihw des vor neun Jahren verstorbenen Operetten-Komponisten Leo Fall hat am 12. Dezember in Wien Selbstmord begangen. Fortschreitende Verarmung soll das Motiv der Tat gewesen Dr. Wilhelm Haas ist laut Beschluß des persifchen 'Parlaments in der philosophischen Abteilung der Universität Teheran angcstellt worden. Dr. .Haas vertrat als Privatdozent an der Uuiversität Köln und stmter als hauptamtlicher Dozent an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin die Fächer Psychologie, Bölkersychologie und theoretische Politik. Er lehrte bis April 1998 in Berlin. * Rose Walter und Jenny So n neuberg vereinigten sich am 8. Dezember vor einem ungewöhnlich zahlreichen Auditorium in der Wiguwrc Hall in London zu Liederduettcu (Purcelt, Bach, Brahms, Dvorak). Jenny Sonncubergs Altstimme kam außerdem noch in Einzelgesäugen von Schubert und Wolf mitunter recht gut zur Geltung. Das meiste Interesse verdienten jedoch entschieden die Einzelaesänge von Rose Walter, deren kultivierter, großer und klarer Sopran in Brahms' l.Bon ewiger Liebe" meisterhaft zum Ausdruck kam. Drei Liebeslieder von Wilhelm Grosz, deren wesentlichen Beglcitpart der Komponist selbst übernommen hatte, wurden von Frau Walter außerordentlich wirkungsvoll zum erstenmal interpretiert. Das mit Recht beifallsfreudige Publikum begnügte sich nicht mit der einmaligen Wiedergabe. Wltrr Lemk, LWker» EAm. Maler und Aküüstt Unter dem Protektorat der Jüdischen Künstler- Hilfe findet demnächst ein Konzert im Beethoven- Saal statt, in dem auch der Cellist Walter Lenck mitwirkt. Die Persönlichkeit von Lenck ist deshalb besonders interessant, weil der .Künstler sich auf den verschiedcr sten Gebieten der Kunst, und zwar durchweg mit Erfolg und Anerkennung, betätigt. Lenck ist Berlir.er, 1873 geboren. Er studierte üDiu» fit und giu^ später auf die Kunstakademie als Bildhauer. Sein bedeutendstes Werk ist das Jasou-Denkmal, das seinerzeit im Berliner Zoologischen Garten stand und dort von der Stadt Leipzig angekarlft wurde. Ein anderes Denkrnal, der „kämpferrde Mammut" steht im Volkspark zu Berlin-Wittenau. Aber auch als Architekt hat Lenck sich versucht. Bei einem Wettbewerb zog die Stadt Wien feinen Entwurf — es handelte sich um eine Ruhmeshalle, die am Leopoldsberg entstehen sollte —in engere Wahl. Der ganze Plan kam aber aus finanziellen Gründen nie zur Ausführung. Die „Binger Festhalle" in Bingen hat Lenck geschaffen. Auf der Weltausstellung zu Buenos Aires erhielt er als äußeres Zeichen der Anerkennung den „Grand Prix" zuerkannt, und zwar für seine Jasongruppe. Damit nicht genug, betätigt sich Lenck auch als Maler. Insbesondere hat er die Tierwelt der südamerikanischen Pampas oft gemalt. Auch viele schöne Studien von Menschen sind dorr entstanden. E.?. äst Stator Bor nunmehr 111 Jahren, am 22. Dezember 1823, wurde im Königlichen Theater zu Berlin Michael Beers Trauerspiel in einem Akt „Der Paria" zum erstenmal aufgeführt. Im Jahre 1829 hat der Dichter das kleine Werk bei Cotta veröffentlicht: „Seiner geliebten Mutter Amalia Beer gewidmet vom Verfasser". Inzwischen hatte Goethe das Stück (offenbar bald nach der Berliner Uraufführung) kennen und schaßen gelernt. So schreibt denn Johann Peter Ecker mann am 9. Dezember 1824 folgende Worte nieder: „Goethe erzählte mir, daß er dem Verfasser des „Paria" durch Rees von E s e n b e ck den Komödienzettel nach Bonn geschickt habe, woraus der Dichter sehen möge, daß sein Stück hier (in Weimar) gegeben worden..." Dazu bemerkt Ludwig Geiger in seiner Eckermann-Ausgabe, Beers Drama sei „trotz seiner stark .ausgesprochenen jüdischen Tendenz .durch Goethes Fürsprache in Weimar zur Aussühruua gebracht worden". Michael Beer war der jüngere Bruder von „Jakob Beer", den wir sonst unter feinem Künstlernamen kennen: Giacomo Meyerbeer. Michael war ein „Wunderkind" — seine Tragödie Klytämnestra" wurde im Berliner Hoftheater aufgefüyrt, als der Autor kaum das 19. Lebens- -jahr. erreicht hatte. In seinem 33. Lebensjahre - starb Michael Beer._ Geda. 'D&tcwzdqm Berlin: 22. Dczemb.'r, 20 Uhr: «Rabbiner Dr. .Manfred Cwarfeuoti). 3. Vortrag in dem Zyklus „Wir wandere durch die Iahrrauscnde". Orgel- und lbesangsvortröge. Synagoge Prinzrcgciitcnstralzc. Breslau: 23. Dezember, 20 Ahr 15 Min.: Kllnstlerkreis. „Bunter Abend". Lcssing'Loac. _ . 26. Dezember, 20 Ahr :5 Ml«.: ÄullurJietfl. Joseph. Plaut-Abend. Freunde-Soal. 27. und 28. Dezember, 20 Ahr: 6. Hauskonzert. Josef Wagner. Bcethoven-Abcud im Hause von Josef Wag. ncr, Blücherplatz 617. Frankfurt a. Main: ' 25. Dezember, 20 Uhr: Kulturbund Rhein-Main. Orchester. Konzert unter Leitung von Hans Wilhelm Eteinberg. Professor Hans Bas,ermann (Violine). Lereinhaus, Eschcrshcimer Landstraße 27. Rhein-Ruhr: Jtidischer Kulturbund. Lieder- und Klavier-Abend: Paula Liudbcrg, Professor Wittels. Duisburg: 27. und 20. Dezember, 20 Ahr 30 Mi«.: Theo» bot Lauterhous, Kuhlcnwall 28. Dortmund: 30. Dezember, 20 Uhr 30 Min.: Synagoge. M ds» FsMien Emma K i r ch h e i m c t geb. Eisenstein 03iic< heim, Kreis Härter) feiert'am 22. Dezember ihren 75. Geburtstag. — Sascha M ü l d a u e r (Berlin) wird am 23. Dezember 80 Jahre alt. — Simon B e r e n d t (Bad Ems) begeht am 24. Dezember seiircn 70. Geburtstag. — Mar . Zacharias (Goidap), Vorsitzender der Kreissynagogengemeinde. feiert am 28. Dezember seinen 70. Geburtstag. — Marianne E h r m a n n geb. Plaut (Franksilrt a. Main) starb im Alter von 92 Jahren. Ihren 80. Geburtstag feiert arn 22. Dezember in völliger körperlicher und geistiger Gesundheit Frau Bertha Wieler (Konstanz). Frau Wieler hat die Ausgabe,t deS Israelitischen Frauenvereins mit warmherzigen Interesse geleitet und steht dem Verein auch heute noch mit Rat und Tat zur Seite. Frau Henriette Jmmerwahr geb. Perls in Bcuthen (O.-2.) begeht am 25. Dezember in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 90. Geburtstag. Sie entstammt einer angesehenen alteingesessenen oberschlesischen Familie. Frau Jmmerwahr, das älteste Mitglied des E.-D. in Schlesien, liest regelmäßig die „E.-V.-Zcitung" und verfolgt die Bestrebungen des Vereins nach wie vor mit Interesse. An der Arbeit des E.-P. haben die Mitglieder ihrer Familie immer eifrigen Anteil genommen. Ihr Sohn, Justizrat Wilhelm Jmmerwahr, ist den Lesern der „E.-D.-Zcitung" aus seinen historischen Aufsätzen über die Geschichte der Juden in Oberschlesien bekannt, ihr Enkelsohn, Mcdizinalrat a. D. Tr. Paul Jmmerwahr. ist Mitglied des oberschlesischen Landesverbandsvorstandes des E.-D. und ebenso des Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend. Tim -AuviL^Lj K Manna© ves? 5K Hannover, Ständehausstrasso 6 Das Spezialgeschäft für feine Letaaren. Das moderne Spezialgeschäft für Wäsche-Ausstattungen Aüü! Karmarschstr. 6 UZ«- Gegr. 1850 Nehmen Sie hüte bei Ihren Einkäufen stets Bezug au§ das Inserat in der C.-V.- Zeitung EQSmeEneia lETH | Gerstle & Löffler si i DAS HAUS DER MODE I 1 ZZZ!ll!IIH!IIllill!l!II!I!l{lll!!i[lilIi!Ii!l!IIIIIII!IIIIIIII3iiI!l!E!!l!liS!!ZZI! > Mfimelhieia C MapSira Pausen ReuCiauser Stresse 9. Spoxlalliau« für vollxtiimllge Aussteuern KUchcnmiibcl in bester Qualität / Alle Artikel für Küche und Haushalt / E-orzclJtmscrvlce u. 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