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Central-Verein-Zeitung · 1934-12-20 · 51 (20.12.1934) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
51 (20.12.1934)
Date
1934-12-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Für das Weih, nacht-.-gescl-aft hat der Reichswirtschastsminister in emein auch von uns wiedergegebenen Erlaß diese Ausfa„nng erneut betont. Auf die besondere Situativn, die sich gerade in der Werbung für das 'Weihnachtsgeschäft für jüdische Firmen ergibt und die emen besonderen Takt in der Auswahl der verichiedenen Wcrbemöglichkeiten erfordert, haben wir in der letzten Nummer der „E.-B.-Zeitung" hingewiesen. Ntit der allgemeinen Frage der Betätigung der Nichtarier in der Wirtschaft beschäftigte sich dieser Tage auch die ..Frankfurter Zeitung" il... Dezember) in einem „Rassemmterschiede und Wirtschaft" überschriebenen Artikel. Tie Zeitung weist dabei zunächst aus die Erlasse. Anordnungen und Aeußerungen der verschiedenen zuständigen Reich-Ministerien hin, „tvelche eine Anwendung der Ariergesetzgebung und ihrer Grundsätze auf das Gebiet des Wirtschaftslebens ausschließen", und fährt dann fort: ..Bon Zeit zu Zeit scheint es gleichwohl notwendig zu sein, diese Tatsachen in Erinnerung zu bringen. Wer die mancherlei Strömungen in Teutschland mit Aufmerksamkeit betrachtet, wird immer erneut auf Bestrebungen treffen, welche den Anordnungen der zentralen stellen die durchaus sinnwidrige Auslegung geben, als dürften sich jüdische Geschäfte und Firmen zwar theoretisch betätigen, praktisch jedoch müsse alles getan werden, um ihnen die Betätigungsgrund, läge zu entziehen. Tiefe Meinung wird zuweilen ganz offen proklamiert." Tie „Frankfurter Zeitung" teilt dann zwei Beispiele dieser Art — die Versammlung in Hildesheim, über die wir in der letzten Nummer berichtet hatten, und eine Nieldung aus dem Waldecker Gebiet — mit, und schreibt weiter: „Tas meiste jedoch, was sich auf diesem Gebiet vollzieht, geht stiller vor sich. Manchmal erscheint es so verborgen, daß man den Eindruck gewinnt, als seien die Urheber selbst über die Zulässigkeit ihrer Handlungsweise im Zweifel geivesen. Naturgemäß liegen die Tinge keinesfalls so, daß der Einkauf und die Beziehungen zu nichtarischen Firmen irgendivie empfohlen werden sollten oder könnten; wer nichtarische Firmen zu meiden wünscht, kann das ans eigenem Entschlnsse so weit tun, wie ihm beliebt. Gerade dann aber muß die entscheidende Grenze im Auge behalten werden, nämlich die. daß die scharfe 'Agitation gegen die GescHiftsbeziehungen mit Nichtarieru [besonders wenn sie von stellen ausgeht, welche in dem Kreise, vor dem sie sprechen, Autorität besitzen sollen) und daß der Truck, wie er durch Anprangerung, persönliche Kontrollen oder Drohungen ausgeübt wird, sich mit den Grundsätzen der Reichsregiernng für das Gebiet der Wirtschaft schlechterdings nicht mehr vereinbaren lassen." Tann beschäftigt sich das Blatt mit den Spidern „Deutsches Geschäft", die bei dem ganzen Problem eine beträchtliche Rolle Atollen. Es erklärt dazu: „Es ist an sich zweifelhaft, ob eine solche Kennzeichnung nach Rassenunterschieden dem Sinn der Erlasse über Nichtanwendung von Rasseprinzipien auf die Wirtschaft entspreche. Klarheit aber sollte man sich wenigstens darüber verschaffen, wie sehr solche Schilder geeignet sind. U e b e r s ch r e i - tun gen der zulässigen Grenzen Vorschub zu leisten. Es läßt sich aus Frankfurt ein Beispiel dafür anführen: Als sich nämlich zeigte, daß die arischen Geschäftsinhaber selbst nicht durchweg mit der Kenntlichmachung ihrer Geschäfte nach Rassenunterschiedcn einverstanden waren, erschien in einem Frankfurter Blatt eine Glotze, in der beklagt wurde, daß es in den Hauptverkehrsstraßen nicht genügend solcher Schilder gebe. Ter Schluß lautete wörtlich: „Oder sollte es doch noch solche Geschäftsleute geben, welche die Sympathie einiger jüdischer Kunden nicht verlieren wollen? — Sie sollen endlich Farbe bekennen, der deutsche Käiiser wird sie doch durch sein konsequentes Verhalten dazu zu veranlassen wissen." Dies ist in der Tat deutlich. Und dann kommt die „Frankfurter Zeitung" auf eine Broschüre zu sprechen, die in diesen Tagen in Frankfurt erschienen ist: Weiter erschien in diesen Tagen eine Broschüre, die sich als „Eine Antwort aus die Greuel- und Boykotthetze der Juden^im Ausland" bezeichnet. In ihr werden auf 1 Seiten Namen und Adressen der m Frankfurt a. M. lebenden „Rasselnden aufgofuhrt. und zwar sowohl alphabetisch als auch nach Berufen getrennt. In einem anonymen Vorwort wird gesagt, daß man hier, den Bewei. erbringen wolle, wieviel Angehörige der fud - ichen Naift auch heute „och >m nat.ma. lozialistilchen Teut-chland b-, bete ©tfunSIiett ihren Geschäften Nachsehen tunnten. I übrigen, so heißt der Schl'-ßsatz. W ™ VoVwort: ..Wer vom Juden licht. stirbt daran ' — Wie zu erwarten war. kann eine s-lche Privatarbeil dem Zweck, de» ,ie m ihr Borwort ,cht. nur sehr unvollkommen d,-non. Aus der -inen Seite hat man Arier Ar,er auch im Sinne des B-rusöbeamtengeieb-S. ,n d,-,c- Verzeichnis ausgenommen, ans der anderen Seite schien, wie Stichproben ergeben. zal,lre,ch° Namen von Nichtariern, die in Frankfurt berufstätig siiid. Jede Religion-., oder Bern -, statt st ik/ jede amtliche Berofwnt ichnng über das Verhältnis von Ariern und Nichmriern in bestimmten Berufen (wie sie z. B. für die Anwälte bereits gegeben wurde) vermögen dem Zweck der Widerlegung der Boykott- und Greuelhetze weit zuverlässiger zu dienen. Sicher aber ist, daß diese Flugschrift gewollt oder ungewollt einem ganz anderen Zwecke zu dienen vermag, und deshalb wird sie hier erwähnt. Sie enthält nämlich, lute gesagt, das berufsmäßig gegliederte Verzeichnis jener Firmen, vor denen nach den vielfach verbreiteten Anschauungen möglichst nachdrücklich gewarnt werden sollte. Wie will man es verhindern, daß die Flugschrift zu solche n Zwecken benutzt wird? Wir können nicht nachprüfen, wie weit der Kreis der Verteilung bereits gegangen ist und mit welchen Kommentaren die Verteilung erfolgt sein könnte. Dies, nämlich die Art der Verteilung und der praktische Gebrauch, der davon gemacht wird, sind die entscheidenden Fragen bei dieser Broschüre, als deren Herausgeber übrigens ein in der Ocfsentlichkeit unbekannter Name zeichnet." Tas Blatt schließt seinen Artikel mit folgenden zusammensassenden Ausführungen: „Ta viele Hnnderttausende von Nichtariern in Teutschland leben (ihre genaue Zahl ist ja noch nicht festgestellt), da die ganz überwiegende Mehrzahl von ihnen Deutschland nicht verlassen will (obgleich vieles für sie schwer zu ertragen isk). da überdies nur eine kleine Minderheit Deutschland überhaupt verlassen könnte, selbst wenn sie cs wollte, — so läßt sich die Indenfrage in Deutschland, was man auch im einzelnen wünschen mag, zwangsläufig nur so lösen, daß mau den Nichtariern in Deutschland ihren Lebensraum sichert und sie an bestimmten Aufgaben teilnehmen läßt, und zwar so eindeutig. daß auch iu der Bevölkerung nicht mehr Unklarheiten darüber entstehen können. Das Beispiel Frankens, wo setzt schon in manchen Orten genau registriert wird, wieviel Juden abivandern, wo, wie die „Fränkische Tageszeitung" soeben berichtet, etwa in Forth nichtortsansässige Inden sich nicht mehr länger als 12 Stunden im Orte aufhalten dürfen, solche Beispiele lassen sich gewiß nicht auf Deutschland ausdehnen. Der „Antisemitismus der Tat", wie er von Franken aus auch für das übrige Deutschland gepredigt wird, macht eine Lösung des Problems nur immer schwieriger. Und doch wird diese Lösung sich nicht vermeiden lassen!" * Zu diesem Aufsatz der ..Frankfurter Zeitung" nimmt das „Frankfurter Bollsblatt" vom 16. Dezember 1934 iit einem Leitaufsatz Stellung, in dem es gegen Schluß heißt: .Im Artikel der „Frankfurter Zeitung" heißt es dann schließlich weiter, daß die Judenfrage iu Deutschland nur dadurch gelöst werden könne, „daß man den Nichtariern in Deutschland ihren Lebensraum sichert". Tie Gegenfrage: In welchem Umfange ist denn eigentlich den in Teutschland wohnenden Deutschen der Lebensraum unter dem nmu mehr als ein gewisses Eristenzminimum verstehen muß. gesichert? Bevor aber diese Frage nicht gelöst ist. kann mau doch wohl unmöglich an eine etwa behördlich beglaubigte Lebensraumsicherung der Judcuschast herangehen. Wer in Teutschland lebt, ist dem Kampf ums Dasein unterworfen und hat sich durch Fleiß und Arbeit durchzusetzen, wobei er mif die Sympnthien seiner Volksgenossen angewiesen ist. Darüber gibt es keine Diskussion. In keinem Land der Welt ./Niemals aber kann die „Frankfurter Zeitung" verlangen, dos; wir Deutschen answandern, damit die „Hunderttausende von Nichtariern" Lebensraum bekommen, oder daß jeder Jude von der Reichsregierung einen Garantieschein aus lebenslängliche Pension ausgehündigt bekommt, verbunden mit einem Glückwunsch des Reichskanzlers, oder daß etwa die NSDAP ihre Mitglieder und das Volk sektivnsweise in die jüdischeu Geschäfte hineintreibt. Tas hieße dann doch die Liebe übertreiben, während mau in allem Maß halten soll! Ist das nicht auch die wohlerworbene Meinung der „Frankfurter Zeitung"? Es ist nicht unsere Aufgabe, die Antwort vorwegzunehmen. die die „Frankfurter Zeitung" etiva hierauf geben wird. Ta aber wir deutschen Juden Gegenstand der Diskussion find, darf daraus hingewiesen .werden, daß der Aufsatz des „Frankfurter Volksblatts" die Absichten und Notwendigkeiten der deutschen Juden verkennt. Wir wollen nichts von dem, was das „Frankfurter Volksblatt" teils ernsthaft. teils ironisch als unsere Wünsche voraussetzt: also keine Garantie oder dergleichen, sondern nichts anderes, als im.Rahmen der gesetzlichen und behördlichen Vorschriften unsere Existenz führen können. Wir wissen, daß das allgemeine deutsche Wirtschaftsschicksal auch das der deutschen Juden ist, von dein sie sich nicht ausschließen wollen. Wir haben an dieser Stelle wiederholt gezeigt, daß die Strukturwandlung der deutschen Wirtschaft insbesondere im Export und bei der Verwertung gewisier Rohstoffe vor allem jüdische Existenzen aus wirtschaft-geschichtlichen Gründen geschwächt hat. Wir erstreben im Nahmen der Gesetze lediglich die gleiche Arbcitschanc e wie die anderen. Und wir meinen weiter, daß zwischen der Vermutung, man wünsche unsererseits, daß das Volk „sektionsweise in jüdische Geschäfte Hineingetrieben" werden solle und den tatsächlichen Geschehnissen, durch die die Bevölkerung vom Betreten jüdischer Geschäfte abgehalten werden soll, als natürliche Mitte der Zustand liegt, daß das Publikum dort kauft, wo es zu kaufen wünscht. * lieber die Inschutzhastnahme eines jüdischen Geschäftsmannes veröffentlicht die ,,Lampertheimer Zeitung" folgende Mitteilung: „In der Nacht zum Mittwoch wurden durch unbekannte Täter an verschiedenen hiesigen jüdischen Geschäftshäusern Beschriftungen angebracht mit dem Wortlaut: „Kauf nicht beim Juden." Während der eine Geschäftsinhaber die Schrift entfernen ließ, änderte der andere den Schriftsatz, indem er daS Wort „nicht in „doch" abänderte und am Schluß das Wort „billiger" hinzufügte. Infolge dieses Vorganges erfolgte gegen fünf Uhr abends eine Ansammlung' vor dem Schuhhaus Mann, die jedoch bald zerstreut wurde, nachdem man den Demon-, stranten mitgeteilt hatte, daß die hiesige Polizei den Sohn des Inhabers, Franz Mann, bereits am Nachmittag in Schutzhaft genommen hatte". * Die „Bremer Zeitung" vom 11. Dezember veröffentlicht in einer „humoristischen" Rubrik: „Was müßte am schnellsten erfunden werden?" folgende Zuschrift eines „notleidenden Geschäftsmanns": „Ein Präparat, um alle Volksgenossen bzw. Parteimitglieder zu kennzeichnen, welche ihre - Einkäufe immer noch iu Einheitspreisgeschäften, Warenhäusern und nichtarischen Geschäften besorgen und immer noch nicht begriffen haben, was sie damit anrichten. Ich denke an ein geruchloses, sonst unschädliches Gas. welches in diese Häuser unauffällig gelegt werden kann und eine Wirkung erzielt, wo die weiblichen Volksgenossen meinetwegen beim Betreten einen Schnurrbart bekommen und die männlichen eine blaue Nase erhalten, was mindestens vierzehn Tage anhalten müßte. Für die notleidende Geschäftswelt wäre dieses bestimmt zum Vorteil, zumal der größte Teil der Geschäftsleute größere Sorgen um seine Existenz hat denn je. Also, deutsche Ehemiker, ran aus Werk." Uns erscheint diese Aufforderung weniger humoristisch! * Die „Fränkische Tageszeitung, Nürnberg, veröffentlicht in großer Ausmachung die Aufforderung: „Keine Weihnachtseinkäufe beim Juden! Beweise, daß du ein Deutscher bist!" * Im „Hamburger Tageblatt" vom 12. Dezember .finden wir eine Rede wiedergegeben, die Staatsrat Habedank vor der NS°Hago gehalten hat. In ihr heißt es: Ihr Händler, achtet auch auf die Firmen, bei denen Ihr einkaust. Mancher, dessen Wiege irgendwo im Osten stand, hat sich heute auch iu die Industrie zurückgezogen. Genau so. wie Ihr wollt, daß der deutsche Volksgenosse im deutschen Geschäft kauft, genau so verlangen wir. daß der deutsche Geschäftsmann seinen Einkauf beint deutschen Fabrikanten tätigt. i * Das Amtsgericht Schönlanke hat iu einer Vollstreckungssache den folgenden Beschluß („Deutsche Justiz" Nr. 34/35, S. 1105, Beschluß vom 19. Mai 1934 — 1. K. 6/34 —) ergehen lassen: „Nach 8 5 der Verordnung vom 26. Mai 1933 ist die Zivaugsversteigerung eines Grundstücks auf die Dauer von längstens sechs Monaten einstweilen einzustellen, wenn die Nichterfüllung der fälligen Verbindlichkeiten auf Umständen beruht, die in der wirtschaftlichen Gesamteutwicklung begründet sind und die abznwenden der Schuldner nicht in der Lage ist. Gestützt auf diese Bestimmung hat die Schuldnerin die einstweilige Einstellung des Zwangsversteigerungsverfahrens beantragt mit der Begründung, daß das von ihr betriebene Geiverbe durch den Boykott, dem sie als Jüdin ausgesetzt sei, stark zurückgegangen sei. Die Voraussetzungen für eine einstweilige Einstellung liegen jedoch nicht vor. so daß der Antrag zurückzuweisen war. Nach dem eigenen Vorbringen der Schuldnerin beruht die Zahlungsschwierigleit, iu der sie sich befindet, nicht aus der wirtschaftlichen Gesamteutwicklung, sondern aus der politischen Entwicklung, die dazu geführt hat. daß der überwiegende Teil der deutschen Volksgenossen jüdische Gewerbebetriebe meidet. Zwar kann die politische Gesamtenttvicklung anch die wirtschaftliche Entwicklung maßgebend beeinflussen. Wenn die Bestimmung des 8 5 dex Verordnung vom 26. Vlai 1933 von wirtschaftlicher Gesamteutwicklung spricht, so meint sie aber die Verschlechterung in der wirtschastlichen Lage des ganzen deutschen Volkes oder zum mindesten ganzer Berussstände. Unter keinen Umständen kann die wirtschaftliche Beeinträchtigung, den ein zahlenmäßig so geringer Bevölkorungsteil wie der jüdische in den Erträgnissen seines Geiverbes erfahren hat. den Begriff einer wirtschaftlichen Gesamtentwicklung erfüllen." Sur Mellte ■ Im „Wiesbadener Tageblatt" Nr. 335 vom 8. Dezember 1934 lesen wir in der Wirtschaftlichen Wochenschau unter der Ueberschrift „Opposition oder Unsicherheit?": „Weiln man in der letzten Zeit mit Aufmerksamkeit die Berichte aus den verschiedensten Industriezweigen lmd Gesellschaften gelesen hat, so wird man des öfteren die Wahrnehmung gemacht haben, daß Aufträge aus dem Ausland hereingenommen werden konnten. Sind diese oft auch dem Umfang nach nur geringerer Art, so beiuetfeu sie doch, daß sich das Ausland besinnt und zur deutschen Qualitätsivare zurückkehrt. Selbstverständlich zeigt sich noch fast überall stacke Zurückhaltung. Entspringt diese nun tatsächlich immer nur der Opposition gegen das neue Deutschland? Könnte nicht auch etwas anderes ausschlaggebend mitsprechen? Denn es ist nicht überall und allein die volksverräterisch e Hetze und Verleumdung durch Juden und Emigranten, die das Ausbleiben von Auslandsaufträgen zustande gebracht hat. Wir brauchen nur au solche Völker zu denken, die mit diesem Gesindel nichts zu tim haben und doch nicht, in der Lage sind, so m Delitschland zu kaufen, wie sie es oft möchten. Was ist die Ur- 20. Dezbr. 1934 fache? Sie treten erst jetzt in eine Wirtschaftskrise ein, die Deutschland seit mehr als einem Jahr bereits überwunden hat. Ihre Zurückhaltung ist also nicht immer Opposition gegen das neue Deutschland, sondern Sorge und N n s i ch e r h e i t hinsichtlich der eigenen Entwicklung." lieber die Abhaltung der „22 eißeriWo ch e n" lesen wir in der Tagespresso, daß die „Textilzeitung" meldet, die Besprechungen in der Berliner Handelskammer über die „LÜeiße Woche" für 1935 seien zwar noch nicht abgeschlossen, es sei^aber nach Lage der Dinge und dem bisherigen Stand der Verhandlungen damit zu rechnen, daß die Berliner Kammer gegen die Abhaltung der „Weißen 'Woche" Stellung nehme. In seiner letzten Sitzung hat das Reichskabinett u. a. ein „Gesetz zur Aeudcrung des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels" (vom 12. Mai 1933) — kurz Eruzelhaudelsschutzgesetz genannt — beschlossen. Ter genaue Wortlaut des Gesetzes liegt bei Abfassung dieser Zeilen im ..Reichsgesetzblatt" noch nicht vor. Aus dem in der Tagespresse mitgeteilten Inhalt des Gesetzes und der dazu gegebenen Begründung ergibt sich aber ein ziemlich genaues Bild der neuen Bcstiminuugcu. Danach fällt vor allem die bisher vorgesehene Befristung der Sperre für die Errichtung neuer EiuzelhaudelsverkausSstelleu bis zum I. Januar 1935 weg. Die Sperre dauert also u n b e f r i ft e t a u. Die Be-- grüuduug zu dieser 'Maßnahme .^.'igt, daß neben der aus der Uebersetzung verschiedener Teile des Einzelhandels folgenden Notwendigkeit die Errichtung neuer Verkaufsstellen einzuschränken, die Errichtungssperre vor allem auch als notwendige gesetzliche Grundlage für die Prüfung der Sachkunde und persönlichen Zuverlässigkeit bei der Errichtung neuer Verkaufsstellen und damit zugleich als lleberleitung zu einem künftigen allgemeinen Eiuzelhandelsgesetz dienen soll. Die in der Tagespreise u. a. betonte Auffassung, daß das neue Gesetz die schon iu der letzten Durchführungsvervrdiumg (23. Juli 193t) zum Ausdruck gekommene Wendung von der absoluten Sperre und der objektiven Bedürsuisprüsuug zu der lockeren Form der subjektiven Eignungsprüfung des künftigen Einzelhändlers nach den l>Nerkinalen der Sachkunde und Zuverlässigkeit fundiere, dürste sich durch die weiteren Ausführungen der Begründung als richtig er^ weisen. Es heißt darin u. a. weiter, daß das Verbot der Errichtung von Eiuzelhandelsverkaussstelleu seit dem Erlaß des Gesetzes vom 12. Niai 1933 einen grundsätzlich anderen Inhalt bekommen habe. Die für die Bewilligung von Ausnahmen von der Errichkungssperre maßgebenden Durchführungsverordnungen hätten schrittweise an die Stelle der Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse die Prüfung der Sachkunde und persönlichen Zuverlässigkeit des Antragstellers treten lassen. Damit sei praktisch bereits eine Auflockerung der Sperre v o r g e n o m ni c n worden, die den berechtigten Interessen des Hausbesitzes und des kaufmännischen Nachwuchses weitgehend Rechnung getragen habe. Gleichzeitig sei hiermit aber dem mittelständischen Einzelhandel nicht nur ein Schutz gegen die Konkurrenz unerfahrener und unzuverlässiger Personen gegeben, sondern auch der Weg gewiesen, durch Steigerung seiner Leistungsfähigkeit aus eigener Kraft zur Besserung seiu'er Lage beizutrageu. Die Forderung der Sachkunde und persönlichen Zuverlässigkeit sei die unbedingte Voraussetzung für eine Gesundung der Verhältnisse im deutschen Einzelhandel. In ihrem Kommentar zu dem Gesetz schreibt die „Franlsurter Zeitung" u. a., die Bedeutung dieses Systems werde natürlich von der Praxis des .Zulassungsverfahrens abhängcn. Äian habe darüber bisher zu wenig gehört, und die Erfahrungen seien wohl noch zu jung, als daß man sich schon ein Urteil darüber hätte bilden können. Von besonderer Bedeutung ist ferner eine Bestimmung des neuen Gesetzes, wonach das Verbot der Errichtung neuer Berka u f s st e t I e n auch auf die liebernähme b e st e h o u d e r V e r k a u f s st e l l e n ausgedehnt wird. Mit dieser Neuerung soll — wie die Begründung betont — verhindert werden, daß Personen, die die erforderliche Sachmm (fS®tl „ALL-WETTEK" unser imprägnierter Loden-Mantel für Herren Reine Wolle mit Kamelhaar; leicht, luftdurchlässig, wasserabstoßend, ein Loden-Mantel, durch Jahrzehnte CT) erprobt und Cj \ t j q bewährt M.C-/ li □ . - aber auch zu Mark 19.50 ZI.— bis 46.50 für "Damen u. Herren. Für Kinder enfsprech. billige: n i i Mönchen C 2 ✓ Sendlisigorstreßc Gegr. 1871 / Fast 600 Angestellte und Arbtiier

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