Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 51 (20.12.1934)
- Date
- 1934-12-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ErkS KeSr>WLrörWdM Unser Freund, NechtZamvalt Dr. Erich Kel)r (zraiserslautern). wird am 22. Dezember .'>(» Jahve alt. -Ui.it besonderer Freude gebenlen nur dieses Tages, .hat doch Erich Kehr seit seiner srühesten Jugend in Treue zu unseren Idealen gestanden. Schon viele Jahre vor dein Kriege hat er all der Spitze unseres Landesverbandes Pfalz die vaterländischen und jüdischen Belange mit besonderer Begeisterung und unter allgemeiner Anerkennung vertreten. Im Kriege bewies er seine Heimattreue als Frontoffizier. .Wenn man ihn nach Kriegsansgang in Veranstaltungen in der Pfalz und über deren Grenzen hinaus gehört hat. so weis; mau. wie beides, Schollen- ■ Verbundenheit und Treue zum jüdischen Stamm in ihm einen besonders. volkstümlichen und begeisterten Sprecher gesunden haben. Ebenso wirkt Erilch Kehr in unserem .Hauptvorstand und im Arbeitsausschuß. Stets stehen die Hörer unter dem Eindruck seiner klaren, von seinem pfälzischen Temperament getragenen Ausführungen. Sein Humor und seine Geradheit sind besonders durchdringend. In wichtigen Fragen das richtige Wort-zu finden, ist ihm stets gegeben. Mögen diesem trefflichen, hochverdienten Manne noch Jahrzehnte weitere Erfolge beschieden sein. L.H. Sicibur KsÄMLnn.GIcüVitz?(m 21. Tezeinln'r lont vollendet Instizrat Arthur Kochumun (Gleiwitz) sein 70. Lebensjahr — ein willkommener Anlaß, seine Persönlichkeit und seine Verdienste zu würdigen. . Justiz rat Kochmann hat es sich zunr Lebensgrundsatz gemacht, der Allgemeinheit zu dienen. l.\ i l. £_ >jI" 0q§ feiSßl W LlA Dr. Kurz Mxr2W-§rrM Kr! Xv/ ' Foto Wolff . ihr seine reichen Kenntnisse und Fähigkeiten uneigennützig zur Verfügung zu stellen. Jahrzehntelang wirkte er segensreich für seine Vaterstadt Gleiwitz als Stadtrat und Stadtverordneter. Schon vor vielen Jahren wurde diese Tätigkeit durch feine Erneummg zürn Stadtültesten anerkannt und dann durch die Verleihung des Ehrenbürgcrrechtes gekrönt. Als Abgeordneter zur verfassunggebenden preußischen Nationalversammlnng und dort als Vorsitzender des Rechtsausschusses hat er sich die Wertschätzung und Achtung weiter Kreise erworben. Durch daS Vertrauen seiner Kollegen wurde er in den Vorstand der Anwaltskammer berufen, dem er jahrelang angchörte. -> Besonderen Anlaß haben wir deutschen Juden, dieses Mannes an feinem Jubcltage in stolzer Freude und herzlicher Dankbarkeit zu gedenken. Seine vielen Ehrenämter zeigen, daß man sich überall die ihm eigene, nie erlahmende Arbeitskraft und sein umfangreiches Wissen sichern wollte. Schon in jungen Jahren wurde er zum Repräsenkanten seiner Heimatgemeinde gewählt, seit fast 20 Jahren ist er Vorsitzender ihres Vorstandes, elxmsolange wirkt er als Vorsitzender des Verbandes der oberschlesischcn Shuagogengemeinden; er war Mitglied des preußischen LchrervcrbändeS silbischer Gemeinden, jetzt gehört er dem Großen Rat an. An führender Stelle verficht er unerschrocken die besonderen Belange der oberschlesischen Juden. Diese Aufzählung ist keineswegs erschöpfend. In allen seinen Aemtern hat er aber im Interesse und znm Segen der jübifdjen Gemeinschaft kaum übersehbare, erfolgreiche Arbeit geleistet und leistet sie heute noch. Getreu seiner deutsch-jüdischen Einstellung hat JustiZrat Kochmann stets auch im Centralverein gearbeitet. Viele Jahre hat er die Ortsgruppe Gleiwitz geleitet. Ihrem Vorstand gehört er heute noch an. Mit seinen reichen Erfahrungen und seinem weisen Rat steht er uns jederzeit zur Seite. Wenn wir unserem allverehrten Justizrat heute vor allem die Erhaltung seiner jugendlichen Frische wünschen und ihm für alles. waZ er uns war und ist und was er geschaffen hat, von Herzen danken, so verbinden wir damit die Bitte, daß er sich uns auch in Zukunft' nicht versagen möge — das deutsche Judentum kann solche Männer nicht entbehren! Dafür wollen wir ihm die Treue dankbar bewahren. W. L. Wer eine Verantwortung für jüdische Gemeinschaft zu tragen hat, kann das Büchlein „Wille und Weg des deutschen. Judentums" (Vortruppverlag. Berlin 1935) nicht ohne tiefe Erschütterung beiseite legen. Es ist aber nicht die Erschütterung der Trauer, sondern die der Freude. Eine tiefinnerliche Freude ergreift den Leser, wenn, er die.Kraft, mit der hier jüdischem Leben frischer Antrieb gegeben wird, mitempfnndon hat. ' , Vier Aufsätze enthält das Birch. -das mit einem. Vorwort von Leo Bacck versehen ist. Der Bnndessührer de§ Neichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Leo Löwen st ein, zeichnet die Linie seines Verbandes. Alfred Hirs ch b e r g gibt einen tiefgründigen Abriß über das Wesen /'des E.-V., 'Heinz K e Herma n n beschreibt den Bund Deutsch- Jüdischer. Jugend. Und der deutsche Vortrupp als Ort geschichtlicher Besinnung wird .von Hans Joachim Scho eps behandelt. Während die erste und letzte Arbeit sich im wesentlichen darauf beschränken, die beiden Organisationen, an deren Spitze die Verfasser stehen, zu erörtern, gehen die Arbeiten von Hirschberg und Kellermann über das Eigenleben ihrer Verbände hinaus und werfen die vitalsten Probleme des deutschen Judentums aus. Damit soll an Inhalt und Wert der Skizzen von Löwenstcin und Schveps keine Kritik geübt werden. Nur im Rahmen dieser kurzen Besprechung muß das Grundsätzliche voraugestellt sein. Wer seit einem Jahre die Aussätze von Hirschberg in der „E.-V.-Zeitung" genau verfolgt, findet, daß sie von einer großen Linie durchzogen sind. Er hat cs als seine Aufgabe angesehen, aus den erschütterten Fundamenten einer zusammcngebrochencn jüdischen Epoche munittelbar den Aufbau einer neuen Zeit vorznbcreiten. Dabei hat er den Fehler derer vermieden, die es sich leicht machen, indem sie die Ursache des Zusammenbruches ausschließlich in von uns gemachten Fehlern erblicken und damit die vergangene Entwicklung als von uns verfehlt bezeichnen. Für die neue Zeit stellen sie damit Thesen auf, die von derselben, allerdings konträren Einseitigkeit sind, wie die von ihnen abgelehnten Thesen der Vergangenheit. Was die Zeit hinweggeschwemmt hat, ist verloren. Es würde nicht jüdischer Kraft entsprechen, in trauernder Verzweiflung zu verkümmern Judentum heißt Zukunft. Und es gilt, im Augenblick des Zusammenbruches schon die Zukunft vorzubereiten. Wenn wir am Ende einer Emanzipationsperiode stehen, so gilt es, die geistigen und seelischen Voraussetzungen für einen neuen Wiederaufstieg, der sich naturgemäß in anderen Bahnen nnd unter Benutzung der gesammelten Erfahrungen vollziehen ' wird, vorzubreiten. Emanzipation , ist keine Aufgabe, des Eigenwesens» sondern die Gestaltung einer würdigen Lebensform innerhalb der Umgebung, in die wir hineingewachsen sind. Sie ist aber nur möglich durch eine Anpassung an die großen Zeitströmnngen, die die Welt um uns durchfluten. Damit ist natürlich immer die Gefahr gegeben, ohne daß damit aber der Wert irgendeiner Emanzipation beeinträchtigt wird, daß bei einer Verlagerung dieser Zeitströmungen die gewonnene Lebensform erschüttert wird. Trefflich aber weist Hirschöerg daraufhin, daß trotz dieser Wechselwirkungen und Wechselstörnngen unsere Geschichte den Beweis jüdischer Lebenskraft liefert; denn nach fast zwei Jahrtausenden Entfernung von der Prägenden eigenen Volkslandschaft sind noch heute deutlicher und zahlreicher denn jo Menschen da, die sich als Inden empfinden nnd Juden bleiben wollen. Der neue Weg. den wir zu gehen haben, wird wiederum seine Prägung empfangen von den Gestaltungen, die die Welt um uns erleidet. Die Lebensform, die ivir uns zu bilden haben, ivird eine andere sein tme die, die wir verloren. Wir sind deutsche Juden und bleiben es. Der Zufall, der uns vor vielen Jahrhunderten ans die deutsche Erde verschlagen hat, ist uns Schicksal geworden nnd hat unlösbar dieses Land zu unfern: Heimatland gemacht. Als Eugen Fuchs von der Synthese von Deutschtum und Judentum sprach, hat er damit zmn Ausdruck gebracht, daß das in. Deutschland lebende Judentum aus Schicksal und Wille, aus Hingabe und Widerstand zu einer Verbindung mit Deutschland in all seinen Erscheinungs- und Denkformen gelangt sei, die der Geschichte entspringt. Diese Synthese ist aber kein ruhender Zustand, sondern sie bedeutet eine jedem und jeder Generation, neu gestellte Aufgabe. So wird unsere auf jener Synthese beruhende Weltanschauung kraftdervor uns stehenden Situation der Umgebung ihre positive Gestaltung heute nicht mehr so sehr in die.Außenwelt als vielmehr in die Binnenwelt zu verlegen haben. - Daraus ergibt sich dann die neue geistige, seelische und auch materielle Struktur, die den Juden befähigt, seinen ' Emanzipationsweg bergan zu steigen. Ties ist die Lehre des E.V., die er den auf ihn hörenden Juden unserer Zeit vorschreibt. Wir waren uns immer darüber klar, daß der C. V. nicht nur rational arbeitet, sondern einen irrationalen Zn'g anfiveift. Niemals hat er so stark ivie jetzt die Notwendigkeit empfunden, . irrationale Kräfte zu entwickeln, denn die Gestaltung der Zukunft beruht zu einem nicht unwesentlichen Teil auf Gefühl nnd Glaube. Wenn in kurzen Zügen hier die entscheidenden Gedanken des Hirschbergschen Aufsatzes, der im übrigen auch noch eine Schilderung der tatsächlichen Arbeiten des (5.33. enthält, zusammengedrängt sind, so gibt diese Skizze vielleicht schon einen Anhaltspunkt dafür, daß hier nicht mehr und nicht weniger als das Glaubensbekenntnis der deutschen Juden zu ihrer Zukunft niedergeschrieben ist. Schon die Möglichkeit, ein Glaubensbekenntnis abzulegen, beweist eine starke, unter Berücksichtigung der heutigen Verhältnisse sogar eine unerhörte innere Kraft. Dom (£. V. strahlt sie aus. Nicht minder eindringlich sind die Worte des Jugendführers Kellermann. Was Hirschbcrg abgeklärter vorträgt, wird hier mit der stürmischen Kraft der Jugend vorgcbracht. Was bei Hirschberg schon zu fertigen Erkenntnissen gelangt'ist, ist hier manches Mal noch tastendes Suchen. Die Jugend stand ja auch, als der Umbruch erfolgte, zwischen den Zeiten, aber nicht als die „verlorene Rotte", als „die Letztgebliebenen unendlicher Schar", sondern als die Pioniere neuer Zeiten. Ta ivar — ich stiere Kellermann — kein leichtfertiger Optimismus mehr, da war Beharrung und Glaube. Suche nach der Tat. Auch diese Jugend sucht die Neugestaltung der Synthese. Sie weiß, daß für die deutschen Juden die Kontinuität einer doppelten Bindung gegeben war, einer Kontinuität im Judentum sowohl wie im Deutschtum. Sie, die in der Kontinuität leben will, in der Gemeinschaft mit Vergangenheit und Zukunft, konnte ihr Deutschtum so wenig ivie ihr Judentum mit dein Jahre 1933 beginnen oder beschließen. Stärkster jüdischer Wille liegt in dieser Jugend, wenn sie ausspricht, daß nicht im Leid nnd nicht in der Gefahr der Sinn jüdischer Geschichte liegt, sondern in der Ueberwindnug des Leides und in der Ueberwindung der Gefahr. Auch die Jugend bereitet sich für den steinigen Weg der neuen Emanzipation vor, nnd sie 'weiß, daß Emanzipation nicht nur Geschenk und'Gnade der Umwelt ist, sondern schrittweise und mühsam von denen, die sie wollen, vorbereitet werden muß. Sie sieht die Fehler, die gemacht worden sind, und sie wird daher die Emanzipation nicht um den Preis Bekenntnisses und der geschichtlichen Bindung erkaufen. Bor einigen Monaten habe ich in diesen Blättern niedetgeschrieben, daß ivir, denen ein Weg verschüttet worden ist, nicht umkehren können nnd dürfen, daß ivir vielmehr uns einen neuen Weg suchen müssen: denn wir sind von jeher und sind es heute: Wanderer zürn Licht. Wer das Buch, das ich hier besprochen habe, und vor allem diese beiden Aussätze gelesen har. weiß, daß das Licht dem deutschen Juden wieder voranlenchtct. Haben wir die Kraft, diesem Licht zu folgen. Denn dorthin führt der Weg, der aus jahrtausendalter Vergangenheit uns zu einer neuen Zukunft bringt. Wandern wir aus diesem Weg', so wissen wir, daß in uns unzerstörbar das Judentum ist, unzerstörbar auch der Glaube an den Tag, der uns gemeinsame Geschichte in der deutschen Heimat erleben laßt. * Die Beiträge von Dr. Alfred H i r s ch b e r g und Heinz Kellermann in der Sammeischrift-„Wille und Weg des deutschen Judentums" im VortruPp'Verlag sind lediglich dem Vortrupp-Verlag zur Verfügung gestellt worden. Sie bedeuten keinerlei Verbindung mit der von Hans Joachim Schveps geleiteten Gefolgschaft junger Juden „Vortrupp". Soweit der „Bund" und der „Vortrupp" in Betracht kommen, ist in den letzten Tagen eine Bundesanordnung ergangen, wonach für Bundesmitalieder die Mitgliedschaft im „Vortrupp" unstatthaft ist. HflÜH.n r;-H'Tr—' i» U U? Ü i U S ». O - - --- ' Auf Grund einer Anordnung der Reichs- * prcG3ekaniiuer und des Reichsverbandes der Deutschen Zeitungsverleger E.V, ist die kostenlose Lieferung von Zeitungen untersagt. Infolgedessen können z. B. Altersheime, Erholungsheime, Krankenhäuser und ' sonstige Wohlfahrtseinrichtungen, Schulen, ■ ferner studentische und städtische Lese- Thalien,' Verkehrsvereine;-• Verkehrsbüros, Theater, Kur- und Badeverwaltungen, Cales und ähnliche Stellen nicht mehr kostenlos beliefert werden. Wir empfehlen Persönlichkeiten und Organisationen, die bis vor einiger Zeit die „C.-V.-Zeitung“ gratis erhalten konnten, die Zeitung nunmehr zum Preise von 3,18 RM pro Quartal einschliesslich Postzustellgebühr zu abonnieren. Verlagsleitung der „C.-V.-Zeitung“. Vorschlägen abzuscheu. Er beauftragte vielmehr einstimmig seine Berliner Mitglieder, dem Präsidialausschuß eine Vorschlagsliste vorzulcgen. aus der der Präsidialausschuß die Auswahl für die Berufung der zwei neuen Mitglieder vornehmen soll. Es besteht Einvernehmen zwischen Präsidialausschuß und Organisationsausschuß, daß die Berufungen mit sofortiger Wirkung vor^ genommen und dem Beirat zur nachträglichen Bestätigung vorgelegt werden sollen. Der Organisationsausschuß beschäftigte sich des ferneren mit der künftigen organisatorischen Gestaltung der im Zcntralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Ausbau zusammengefaßiei'. sozialen und wirtschaftlichen Hilfsarbeit, die nach der übereinstimmenden Meinung aller Mitglieder des Organisationsausschusses in den orgamsatorifchen Rahmen der Reichsvertretung eingefügt werden soll. Ueber die Grnndzuge der dadurch sich ergebenden Gestaltung der Arbeit wurde weitgehend Ilebereinstimmnng erzielt. Tie Umgestaltung soll so schnell wie möglich durchgeführt werden. Es wird dann die gesamte zentrale indische Arbeit in Deutschland bei der Reichsvcrtretung einheitlich zusammengefaßt sein. Bei der »Fortsetzung seiner Arbeit wird der Organisationsausschuß insbesondere prüfen, inwieweit eine stärkere zentrale Einflußnahme auf die jüdische Schulentwicklung notwendig ,n,d möglich ist, sowie welche organisatorischen. Auf. gaben sich daraus ergeben. Der Organisationsausschuß nahm schließlich eine Reihe von Zuwahlcu vor. Er besieht nunmehr aus folgenden Mitgliedern: Rabbiner Tr. Leo Baeck (Berlin) — Jnlistrot Tr. Blau (Frankfurt a. M.): Vertreter: llhchtZ« anwalt Tr. Geiger (Frankfurt a. Bi.) — Blilheli-r Breslauer (Leipzig); Vertreter: Carl Gold« f-chmidt (Leipzig) — Justizrat Tr. Brodoitz (Berlin) — Rechtsanwalt David (Hamburg): Vertreter: Tr. W e r ß m a n n (Gleiwitz) — Ministerialrat i. R. Dr Otto Hirsch (Berlin, — Rechtsanwalt H v r o v i tz (Frankfurt a. M.); Vertreter: H e! - scher (Hamburg) — Rechtsanwalt ftojauct (Berlin) — Amtsgerichtsrat Tr. May (Köln); Vertreter: Loebcnstein (Leipzig) — Tr. Siegfried Moses (Berlin) — Qberstlondesgerichtsrat Tr. N e u m e y e r (München); Vertreter: Kommerzienrat Dt a y e r (Mainz) — Tr. Leo Löwenstein (Berlin) — Landgcrichtsrat Dr Rau (Berlin) — Professor Tr. Stein (Karlsruhe); Vertreter: Leopold L e v i (Stuttgart) Rechtsanwalt Heinrich Stern (Berlin) — Rabbiner Tr. Dogelstein (Breslau); Vertreter: Stadtrat L e ß (Breslau) — Mar Marburg (Hamburg): Vertreter: Dr. H i r s ch l a n d (Essen) — Dipl.-Jng. Bruno M o y d a (Berlin). Es darf envartet iverden, daß die Arbeiten des Organisationsausschusses in entscheidender . Weise dazu beitragen werden, der Reichsver-, tretung in reibungsloser Zusammenarbeit mit . Gemeinden, Landesverbänden und freien Organisationen die Verwaltung der gemeinsamen ° jüdischen Interessen in Deutschland zu ermöglichen. _ SaS.Wwllrze Fühnleio" aukselölt Ter Reichsausschuß der jüdischen Jngendverbände teilt mit: . Der jüdische Jugendbund „Schwarzes Fähnlein" hat sich aufgelöst. ' LR MWXWMg Die Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: Der Organisationsausschuß der Reichsvertretung trat am 16. d. M. zu seiner zweiten Sitzung zusammen. Die Beratung führte zu einer Klärung der Frage der Erweiterung des PräsidialauLschusseS der Reichsvertretung. Es bestand Einmütigkeit darüber, daß der PräsidralauZ chuß um. zwei weitere Persönlichkeiten erweitert werden soll, dre mit dem Berliner Gemeindeleben eng vorLundeni sind. Eine darüber hinauSgehende Erweiterung des PräfidialauSschusies wurde abgelchnt. Der. Ausschuß beschloß, .von Personen. Oberstleutnant a. D. Fleischhauer aus Erfurt, der, wie unseren Leserii belannt ist, als neuer Sachverständiger in dem Berner Prozeß um die Protokolle der Weisen von Zion zngetasscn wurde, hat bei Gelegenheit einer persönlichen Akten-' durchsicht in Bern eine Verlängerung der am 16. Dezember ablausenden Frist zur Emreichuiig des Gutachtens uni zwei Aconate, das heißt bis zum lo. Februar 1935, beantragt. Der Gerichtspräsident Meher (Bern) hat lediglich eine solche bis zum 15. Januar 1935 bewilligt. Bei der Beachtung, die der Berner Prozeß allgemein gefunden hat, ist es außerordentlich debäuerlich, daß nach Lage der Dinge vor Februar oder März des nächsten Jahres raum die Fortsetzung der Verhandlungen zu erwarten sein wird. erLl2L2Mra to Tantra Der „Bote für Stadt und Land (Bodenständige Heimatzeitung im Kreise Moers)" Nr. 326 berichtet aus Xanten: „Angezeigt wurde, daß auf dem jüdischen Friedhof Grabdenkmäler umgelegt nnd über Grabhügel gelaufen wurde. Die Täter sind unbekannt." _ 'In, der gleichen Nuinmer des Blattes seht die Israelitische Gemeinde in Xanten für die Namhaftmachung der Täter eine Belohnung von 50 NM aus. Die Gemeinde begründet diese Aussetzung einer Belohnung damit, daß auf ihrem Friedhof „in letzter Zeit mehrmals Grabdenkmäler mngelegt und Grabhügel zerteteu worden" sind. .. Hauptgeschäft» Bettfedern, Daunen, Fertige Betten, Bett-Inlette, Bettwaidi^ Steppdecken, WattefOIIung, Zweiggeschäft * St2ÖSäaSülSQf’.ES?59^0vnensteppdecken, Metall- U.Messingbettstellen, Polstermatratzen,Indiafastrn,Hoar.usw. LWEyhLlg, WlllSlMlel §!l. 82 E