Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 50 (13.12.1934)
- Date
- 1934-12-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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mm £7} ffn <".« ps 573 n n p pn rg t») tii? Uii uü cks [ja L - k, U -i L J <a Ü HANDSCHUHE Kurfürstendamm 203/4 an der Knesebedcstrasse-Ecke. gute Mahlzeit zu richten. Als die Brüder vernahmen., daß sie in das Haus des großen Mannes sollten, schlug ihnen das Herze bis zum Halse, und sie flüsterten sich gegenseitig Zu: „Der Alaun will uns jetzt vornehmen wegen deß Geldes, welches wir in unseren Säcken fanden." Keiner wollte der erste sein, der ins Haus trat, nein, da drinnen wollte man ihnen gewiß Schlimmes tun. Die Diener bemerkten ihre Furcht, hatten doch die zehn Brüder so Angst, für Diebe gehalten zu werden; jedoch der erste Diener des großen Mannes verstand es, ihnen diese Sorge zu" nehmen. So gingen denn die Brüder leichteren Herzens ins Innere des Hauses, wuschen sich, packten die Geschenke aus. ordneten sie auf einen Tisch, um den großen Mann ja freundlich zu stimmen. Gegen Mittag kehrte Josef nach Hause, sah die elf Brüder, die sich bei seinem Eintritt tief verneigten. Joses bot auch ihnen »incn guten Tag. Da siel sein Blick aus Benjamin. Er erkannte ihn wieder, und mit km Erkennen kam ihm das Heimweh. Er mußte an seine verstorbene Mutter, an seinen Vater denken, und wieder kam ihm das Weinen. ER eilte hinaus und tauchte sein Gesicht ins Wasser. Nur keine roten Augenlider denen da drinnen zeigen! Als ein Paar- Minuten vergangen, trat er wieder in die Stube und ließ das Essen auftragen. Der große Mann setzte die Brüder, jeden nach seinem Alter, für jeden lagen Geschenke vor seinem Sitze, aber vor dem Platze des Jüngsten, vor Benjamins Stuhle, waren weitaus mehr Gaben als bei allen anderen Brüdern. Die Brüder verwunderten sich und raunten sich zu: „Woher weiß der Mann, wie alt wir sind, was soll das alles?" Da ihnen aber das Essen so gilt schmeckte, der Wein sie betrunken inachte, vergaßen sie alles und wunderten sich über nichts mehr. Der große Mann mußte sie ans Fortgehen erinnern, ließ ihnen ihre gefüllten Säcke reichen, hatte aber vorher in Benjamins Sack seinen Silberbecher legen lassen. Die Brüder zogen fort, nicht weit außerhalb der Stadt holte Josefs Diener sie ein. „Halt!" rief er. „Nicht einen Schritt dürft^ihr lvcitcrgehcn, ehe ihr mir eure Säcke geöffnet, mir gezeigt habt, ob ihr den Silberbecher meines Herrn nicht gestohlen!" — „Wir stehlen nicht!" riesen die Brüder. „Haben wir denn nicht auch das Geld, welches zuviel in unseren. Säcken lag. wiedergebracht? Was soll uns ein Becher? Las; uns zu unserem alten Vater ziehen linb ihn nicht länger - aus Nahrung warten." Der Diener sprach: „Mein Herr befiehlt, so müßt ihr tun." — „Gut", sagten die Brüder, „derjenige, bei dem. der Decher gefunden wird, soll sterben, wir anderen werden nie mehr nach Hause zurückkehren. Diener eures Herrn wollen wir werden/ unser Vater soll uns nicht wiederschauen, denn wären wir Diebe und kehrten als Diebe zurück,, unser Vater würde wegen unserer Sünde sich Zu Tode grülncn." Sie öffneten die Säcke. Bei Juda war er nicht, bei Nnbcn nicht zu finden, nicht Gad hatte ihn, bereits der zehnte öffnete den Sack, nirgends war ein Becher. Jetzt kam noch Benjamin an die Reihe. Was glitzerte denn da? Es war der Becher! Was tun? Berpjamin, den Jüngster!, für dessen Heimkommen sie sich dem Vater verpflichteten, Benjamin dem Tode weihen? Nein, zurück zu dem großen Manne, mit ihm reden, ihn um das Heben des Bruders, ihres alten Vaters Lieblings, bitten! Lieber wollten sie sterben, aber der Junge mußte heim! Um einen Sohn hatten sie den Vater ärmer gemacht, den Jüngsten mußten sie ihm erhalten. Mrt tiefer Trauer im Herzen kehrten sie zurück in die Stadt, in das Haus des großen Mannes, der ihnen scheinbar böse gesinnt war. Fremd und kalt trat ihnen der große Mann entgegen, hielt ihnen den Diebstahl vor und sprach: „Derjenige, bei dem der Becher gefunden, bleibe mein Diener, ihr anderen könnt gehen." Ta trat Juda vor und antwortete: „Ju -Hause sitzt ein alter Vater, wir sind ihm teuer; aber seine Liebe ist' dieser Junge hier. Unser Vater ist alt an Jahren, Schweres hat er erlebt, seinen Sohn Joses kann er nicht vergessen, er trauert um ihn noch heute, Herr, vergib, nimm mich au Stelle des Jungen! Mach das Leben unseres Vaters nicht noch schwerer, habe ein Einsehen, nimm mich, laß das Kind zu seinern Vater eilen; denn er liebt den Knaben. Käme der Knabe nicht heim, der Kummer brächte den Vater ins Grab. Laßt ihm diesen Jungen! Großer Mann, erbarme dich seiner! Wir alle wollen deine Diener werden, das Kind gib seinem Vater wieder." So wie Juda, baten auch die anderen Brüder, dieselben Brüder, die einst Josef in die Grube geworfen hatten. Seine Brüder hingen in Liebe au dem Kleinen. Wie nun seine Brüder so sprachen, sing Joses bitterlich an zu weinen, ein Schluchzen, ein Schrei kam aus seiner Kehle. „Brüder, denn Brüder seid ihr mir, meine Brüder"; dabei liefen ihm die hellen Tränen die Augen herab; „ich bin Josef, Joses, euer Bruder, den ihr nach Aegypten verkauft habt. Ihr erschreckt, habt keine Angst, vergessen ist alles, was war; denn Gott hat es zum Guten gelenkt. Ich liebe euch, ich liebe meinen kleinen Bruder. O, Vater, Vater, könnte ich deine lieben, alten Züge nochmal sehen! Brüder, wie hat doch Gott alles so gut gefügt!" Und wieder fing er an zu weinen; letzt aber waren es Tränen der Freude, dis das Herz leicht und froh werden lassen. (Schluß folgt.) ei einer kenn Von Meta Samson In der Werkstatt einer Goldschmiedin, einer Buchöindcrin. können Unzulänglichkeiten beseitigt. Feßler wieder gntgeinacht cvcrden. Für die Apothekerin. die nach erfolgtem Abitur fünf Jahre theoretisch und praktisch auegebildet wird, darf cs keine Unzulänglichkeit mehr geben. Sie hat nicht mit Tmgcn, sie hat mit dem Menschen selbst zu tun, und zwar tagcrn. tagaus mit dem durch das Schicksal gezeichneten Menschen. — mit dem Kranken! Von Anbeginn ist damit ihrer Tätigkeit der Stempel aufgedrückt. Gewissenhaftigkeit, bei jeder anderen Arbeit wünschenswert, ist jur diesen Beruf Lebensinhalt und Erfordernis; sauberes Arbeiten Bedingung; Genauigkeit Pflicht! Ter Kreisarzt prüft jede Apothekerin aus Farbenblindhert. Wie gut ihre Augen sein müssen, erklärt sich schon daraus, daß sie bei einer analytischen Waage mit zehntel Milligramm arbeiten muß. Ter Laie denkt bei einer Apotheke innncr mir an den Laden, in dem er sein Rezept abgibt. Er ahnt nicht, daß neben dein Verkaufsraum, der sogcnanuten Offizin mit der Rezeptur, die seinen! Au;>e noch erreichbar ist, zahlreiche andere Räume in das Reich einer Apotheke gehören, mit vielseitigen und verantwortungsvollen Ausgaben. Da kommen wir in die Materialkammcr mit Drogen und Chemikalien angefüllt, die im Verkaufsraum keinen Platz haben. Wir sehen die Stoßkammer, in der die Drogen zerschnitten und gepulvert werden. Im Arzneikeller werden die flüssigen Stoffe aufgehoben; im Ballonlellcr stehen die AallonS mit großen Borrätcn. Für den Flaschenlcller ist eine extra Bedienung notwendig, die für ihre Sauberhaltung und Ergänzung sorgt. Je nach dein Inhalt werden Form und Farlv bestinunt. Eckige Flaschen für äußerliche, runde für innere und braune für lichtempfindliche Medizin. Unentbehrlich ist da3 Laboratorium; unbedingt erforderlich das Nachtdienstzinnncr. Jede neu eröffnte Apotl)ekc wird vom Kreisarzt besichtigt. Die Vielseitigkeit der Räume weist auf die Arbeitsstille, die zu bewältigen ist. Wie mag sich ein Tag siir eine Apothekerin abrollen? Ihre allmvrgendlrche Arbeit besteht zuerst im Einfassen der Gesäße, d. h. im Nachfüllen all dessen, waS leer gelvorden ist. Dann gibt sie ihre Bestellungen auf. In einer Großstadt wird am . Tag zweimal angerufen; in einer kleineren Stadt ist die Uebersicht schwieriger, da. größere Mengen i * J.* i oilder Text und Zeichnungen von Luka Zum Kindermalen gehört Liebe, Kinderliebe/ Sie beginnt zu Hause. Das Werden des eigenen Kindes, sein blumiges Sichcntfalten, ist die beste Malschulc; keine Akademie bietet Gelegenheit, das Porträtieren von Kindern zu erlernen. Darum gibt es auch so wenig Kinderbilder. Und jedes Kind ist doch ein Bild! Zum Kindermalen gehört Geduld, wie zu allem Bemühen um das Kindliche. Da öffnet sich eine eigene Welt der sich bildenden Formen, der taufrischen Farben, und aus dem Vielerlei der Bewegungen nimmt das Bildliche immer greifbarere Gestalt an. Aus all den vielen kleinen Linien, die aus der Betrachtung des Kindes, oft kaum sichtbar, gewonnen werden, fügt sich immer mehr das Abifmßs bild des kleinen Wesens zusammen. Darum ist bic Zeichnung oder das leicht hingesctzte Aquarell die Technik, die das Kindliche am besten wiedergibt. Klein-Ruth ist vier Monate alt. Groß schaut sie unter ihrem Häubchen hervor, als sie hereingebracht wird; ihre erste Berührung mit der Kunst ist regelrechtes Staunen. Mit großen Augen lugt sie umher; sie wird diese Augen behalten, auch wenn sie wächst, denn das menschliche Auge behält seine Größe. Aber dieser eine eingekauft werden inüssen, und der Versand Zeit und Geld in Anspruch nimmt. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Tefektur. die Zubereitung der Salben und Tinkturen, die täglich frisch hergestellt werden. Tinkturen müssen zehn Tage stehen, bevor sie verwendbar sind. Wie kann eine Apothekerin die zahllosen Medikamente auf das Milligramm genau zuberciten, denkt der Laie, gedrückt von diesem schwierigen Pflichtenkreis. Er atmet erleichtert auf, wenn er hört, daß sic den genauen Anhaltspunkt im Arzneibuch findet, in dem die allein gültige Herstellung jeder einzelnen Tinktur, jedes Pulvers genau vorgeschricben ist. Aber nicht nur die selbst zubereiteten, sondern alle fertigen Medikamente müssen von der Apothekerin auf ihre Reinheit und Güte geprüft werden. Auch hier ist das Arzneibuch mit seinen Mitteln zu genauem Nachweis ihre Stütze. Dann mischt die' Apothekerin Tces und Pulver, die am Tage verlangt werden, zerkleinert Drogen in der Stoßkarmner, arbeitet im Labor, destilliert und titriert. Rezepte werden angefertigt, Kassenrezepte berechnet, und neben all diesen Pflichten wird die Kundschaft bedient! An jedem vierten Sonntag ist Dienst, in jeder vierten Woche Nachtdienst. Noch schwerer ist die Arbeit auf dem Laude, wo es meist nur eine Apotheke anr Ort gibt. Ein paar Sonntagnachinittagsstunden sind die einzige Freizeit, vorausgesetzt, daß der ansässige Arzt aus seiner Hausapotheke selbständig Mittel zusammenstellen darf. Ebenso zahlreich wie die Räume, so vielgestaltig die Geräte. Große Kupferkessel zum Pflastcrkochen, Mörser zum- Stampfen, Pressen, Filter. Retorten, Schneidemaschinen und Wiegemesser, Tenakel, d. h. Seitlicher zum Durchscicn. sie alle gehören in die verschwiegenen Kammern und Keller der Apotheke. Ein Vakuumapparat zum Eindunsten von Flüssigleiten im lustverdünnten Raum nicht zu vergessen! Besonderen Platz aber erhält der unentbehrliche und gefährliche Phosphor, dessen Gefäß in Sand gebettet, in einem eigenen Schrank verschlossen wird. — Die Apothekerin kommt dafür auf, daß die Höchftmenge eines Medikamentes, das der Patient auf einmal einuimmt, die Grenze bcS Zulässigen nicht überschreitet. Sie kommt auf für die korrekte Zubereitung jedes ihm übergebenen Rezeptes. Neben dieser verantwortungsvollen Aufgabe muß sie ihren Kunden oftinals mit tröstenden, oder beratenden Worten zur Seite stehen. ‘{■mm Blick wird sich nie mehr wiederholen können. Drum schnell ihn festhalten, wie sie gerade von der Mutter herbeigetragen wird, jede Sekunde ist kostbar, so gut und ausrecht wie auf dem mütterlichen Arm sitzt datz Kind ja nirgends, und noch bevor ein Platz für Ruths erste „Sitzung" gesunden ist, schaut sie schon mit ihrem malerischen Erstaunen aus dem Aquarell. Jetzt können wir sie dem Zimmerwagen anvcrtrauen. Da kann sich Klein-Ruth* in lebendiger Beweglichkeit entfalten, nun ist auch das Staunen gewichen, ein Lächeln kündet die Vertrautheit an. An der Hand, die den Malerpinsel hält, hängt eins Klingel. Sie lenkt den Blick des Kindes immer wieder her, denn nur allzuschnell hat es sich an den Anblick der Farben deS zunächst höchst 'ausgiebig beguckten Farbkastens gewöhnt und will seine Augen in anderen Bereichen herumspazieren lassen. Aber mit der Klingel wird es immer wieder besiegt, und so entsteht daS zweite Bild, mehr Porträt als daS erste. Biele meinen, alle kleinen Kinder sähen einander ähnlich. Wer man braucht nur verschiedene Kinder kurz nacheinander zu beobachten, um zu erkennen, wie ' schon in aller Frühe sich die eigene Prägung ausspricht.. - Allmählich wird Ruth d?s vielen Achthabens müde, sie entschlummert ganz sanft. Jetzt gilt es, mit größter Behutsamkeit zu arbeiten. Schon das Eintauchen des Pinsels kann den leichten Schlummer stören. Diese Vorsicht überträgt sich auf die , i! Vj! Sanftheit des Bildes. Das Kind spürt bereit? das Angesehenwerden im Schlaf. Dabei ist höchste Eile geboten; denn plötzlich könnte sich das Kind im Schlaf verändern, eine andere Lage eirv nehmen, seine Händchen vors Gesicht bringen Ja, selbst im Schlaf zeigt Klein-Ruth ihre Macht. Susi wird bald vier Jahre. Sie trifft lange Vorbereitungen, bevor die Maltante kommt. Sie ist sehr stolz, sie kriegt nämlich das seidene Kleidchen mit dem bis zum Boden reichenden Roc! angelegt, das einst die Großmutter trug. Wie eine kleine Infantin sieht Susi aus. Nun ist sie frisiert und höchst manierlich, aber fertig ist sie noch lange nicht. -Zunächst rückt sie den niederen Spieltisch ans Fenster, stellt ein rotes Stühlchen darauf und setzt mindestens drei Puppen daneben, ihren Hofstaat, der ihr nachher zur Unterhaltung dient. Ein Spielhund ist auch dabei, auch die Schachtel mit dem undefinierbaren Kleinkram fehlt nicht. Dann wartet sie auf jedes Klingelzeichen, und jetzt geht es los. 'Natürlich bekommt Sufi etivas mitgebracht; es wäre unrichtig, zu sagen, daß sie daraus n-ich: gewartet hätte. Und nun setzt die Maltante zunächst einmal ihren „Professor" aus — ihre Brille. — Susi muß sich so hin setzen, wie sie das bisher immer gctan hat. Gar keine leichte Aufgabe, aber sie tut es willig: denn Susi' ist ein'geduldiges Kind. Und so sitzt Susi schließlich im seidenen Großmutter llcidchen auf der Leinwand, und wenn sie davor steht, beginnt sie fröhlich zu lachen, zeigt mit dem Fiuger auf sich selbst und sagt: „Das ist Susi!" Die erste Selbsterkenntnis. Vom geduldigen unterschieden ist das interessierte Kind, das geradezu emsig an der Entstehung des Bildes mitarbeitet. Es will keine Pausen, sondern ständig fortgesetztes Arbeiten, auch keine Uutcr- Haltung. Eine Geste, die sogar eine gewisse körperliche Anstrengung erfordert, behält es in seinem Eifer bei, ohne zu ermüden. Und dagegen das quecksilbrige Kind! Es sucht sich einen Platz om Fenster, um hinausschauen zu könen. es braucht die Ablenkung. Keine noch so phantasiereiche Märchenerzählung reicht aus, es zu fesseln, und mit der Ablenkung muß deshalb oft noch eine dritte Person betraut werden. Nur eines Hilst hier: viel Güte. Und dieses Gutsein zu dem Kinde prägt sich dann in 'dem Bild aus, das aus dem .Kampf mit der Unruhe gewonnen wird, und in den: darum auch die Lebendigkeit jenes Kindes nachwrrkt. Sobald sie in die Schule gehen, kann man die Kinder ins Atelier führen, während sie vorher besser in ihrer eigenen Umgebung gemalt werden. Die Atelierwelt übt einen eigenen Reiz ans das empfängliche Kind aus, das am Handwerklichen ein ganz anderes Jnterosie hat als der Erwachsene. Mit dem Lernen in der Schule erhält das Lernenwollen für sich selbst einen starken Antrieb und so kommt nicht selten das eifrige Kind mit dem Wunsch ins Atelier, auS dem dort Gesehenen und Erlebten etwas für sich dazuzulernen. Das prägt sich mehr in der teilnehmenden Stille als im Gesagten aus. bi8 schließlich die Wirkung offenbar wird: das Kind wünscht sich zum Geburtstag einen Malkasten! Das Kinderbild wird zum frühen Porträt. Wer ein Kind flüchtig kennt, wird in ihm die Ähnlichkeit, die es mit Vater und Mutter vorbindet, oft gar nicht wahrnehmen; sieht er aber ein durch viele Beobachtung von allem Zufälligen befreites Bildnis dieses Kindes, so stellt er sogleich die Familienähnlichkeit fest. ' Im Bildnis gelangt das Erbe ans Licht.