Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 50 (13.12.1934)
- Date
- 1934-12-13
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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t£-V.-Zfg.V\ Nr. 50 \ V.v 3. Beiblatt V Sj T^>err=^ 13. Dezbr. 1934 % i I 1 ii U % s Sic deutsche Altstofswirtschast steht seit mehreren Monaten in Deutschland wieder im Vorder- .wnnde des Interesses. Altstoffwirtschast und Altsiofchandel haben historische Tradition. Tie ersten Anfänge des Handels, z. B. in 'treusten, fallen in die Ncgiernngszeit Friedrichs desIvroßen, als die Papiermühlen die für die Herstellung ihrer Papiere notwendigen Lumpen durch eigene Aufkäufer im preußischen Staatsgebiet sammeln ließen. Bis zum Anfang des .19. Jahrhunderts lannte man in Deutschland den 2np des selbständigen Altstoffhändlcrs nicht. Erst die Gründung des Zollvereins im Jahre 1810 brachte unter dem Einfluß der organisierten Zollgesetzgebung die Entwicklung des deutschen Altstosfhaiidcls. Deutsche Inden waren die Begründer dieses Handelszweiges. Sie haben zu Anfang des vorigen Jahrhunderts von dem jeweils regierenden Herrscher die Erlaubnis erhalten, in der Provinz mit "Mamisokturwaren zu handeln, und in alten Geschäftsbüchern findet man noch Eintragungen über den Handel mit Knrzwarcn, Garnen, Tuchen uüv. Beim Durchblättern der alten Geschäftsbücher findet man daun auch bald Aufzeichnungen des Inhalts, daß von einem Geschäftsfreund so und so viele Pfund Lumpen in Zahlung genommen worden sind, Auszeichnungen, die nach und nach immer häufiger wiederkehren. Hiermit war der Grundstein zum Lumpenhaudel gelegt, da man schon damals schnell die Rentabilität des Lumpen- und AltpapicrhandelS erkannte und diesen Handelsziveig entsprechend ausbaute. Wenn auch der Mannsaknirwarenhandcl noch nebenbei weiterbctrieben wurde, wandte man sein Haupt, inrercssc doch dem Lumpenhaudel zu und arbeitete mit einem Einkaussapparat von Kleinhändlern und Aufkäufern, errichtete Filialen, stellte Vertreter und Agenten an und gewann Kunden, wie Papier- und Tertilsabrikcn. Die Sohne wurden aus die Webschule und studienhalber sogar ins Ausland geschickt, und die zweite Generation arbeitete schon nicht mehr nur nach händlerischen, sondern auch nach technischen Gesichtspunkten. Wirtschaftlich zweckmäßige Kalkulationen, Tabellen und rationelle Einkaussberechmmgen wurden aufgestellt. und allmählich wurde das Geschäft zur weitverzweigten Unternehmung ausgebaut. Zu Anfang dieses Jahrhunderts ist das Altstoffgeschäft nicht nichr aus dem deutschen Wirtschaftsleben wegzndcnken, und die Abnehmcrindnstrie hat die Wichtigkeit des Auskommens der Altstoffe erkannt. "Ans "Anregung des "Attstoifhandcls baut sich auch die Knnslwollsabrikation aus, und so haben wir bei Kriegsausbruch eine wohlorganisierte, methodisch arbeitende Altstoffwirtschaft, die im Kriege unter aktiver Mitarbeit deutscher Juden Hervorragendes geleistet hat. In der Nachkriegszeit hat der deutsche Altstofihandel die Verwertung der in den Zeiten des Krieges angesammelten Altstoffe in die Wege geleitet. Wenn in der Inflationszeit natürlich auch in diesem Gewerbe wie in anderen Handelszweigen dunkle Existenzen anfgetancht find, die ihn zu diskreditieren vermochten, so sind diese doch bei Eintreten stabiler Verhältnisse rasch wieder verschwunden, und in der heutigen Zeit ist der Altstoffhandel wieder ein reiner Warenhandel geworden, der frei von spekulativnslüsternen Elementen ist. Die Devisenknappheit und die damit verbimdcneli Maßnahmen haben selbstverständlich die deutsche Wirtschaft veranlaßt, sich der Altstoffe mit erhöhtem Interesse auzimehmeu. Der Reichswirtschaftsmimster hat vor einiger Zeit die Vollmacht erhalten, ordnende Maßnahmen auf Grund des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der Wirtschaft zu ertasten; daß er dabei mit der Altstoff- Wirtschaft angefangen har, ist selbstverständlich, denn die Sicherung der Altstoffe ist Lebeusuotwendigkeit .für die deutsche Wirtschaft. Sämtliche Fachverbände der Altstofswirtschast — es gab einen Lninpcnhändlerverband, einen Altpapierhändterverband. zahllose Klein- und Großhändlerverbände — sind zuerst in einem Gesamtvcrband znsammeugeschlvssen worden, der vor einiger Zeit Zur Zwangsorgan!sativn erklärt wurde. Nunmehr müssen sämtliche Altstoffhändler — in der Fachsprache Rvhprvduktcnhändlcr genannt — dem Zwangsvcrband angehörcn. Der Altstosfhandel beschäftigt in Deutschland Tausende von Menschen, als Angestellte, als Arbeiter in Sortierbetrieben oder als Sammler und Aufkäufer. Durch die Verfügung des Reichswirtschaftsiniiiisters, daß bei Lieferung von Tuchen an öffentliche Stellen, wie Reichspost, Reichsbahn, Polizei nsw. Knnstwolle, die bekanntlich ans Lumpen hergestellt wird, beizmnischen iß, bieten sich dem "Altstosfhandel weitere Geschästsmöglichkeitcn. Auch in der Tertilindnstrie ivird man dazu übergehen, den Ur-Nohstoff Baumwolle und Wolle durch Alstallstosfc zu ersetzen, also durch Altstoffe, die aber keine Ersatzstoffe, sondern ersetzende Stoffe — also gleichwertige Stoffe — sind. Gleichzeitig fällt aber dem Altstvsshaudel eine andere große "Aufgabe zu, denn die Ersatzstoffe, die in absehbarer Zeit in den Handel kommen dürsten, iverden bei der Verarbeitung ebenfalls Abfälle hinterlassen, für die der Altstofshandel Deutschlands neue Verwendnngsmöglich- Icitcii wird finden müssen. Aehnliche Tendenzen iverden auch in der Papierindustrie zn beobachten sein, die gleichfalls das Bestreben hat, sich von dem Bezug ausländischer Nohstosse in vielen Fällen unabhängig zu machen. Nur teilweise dem Altstvfshandel hinznznrechneu ist der Metallhandel, er bildet innerhalv seines organischen Ansbaus eine eigene Reichssachgruppe, die zwar noch keine Zivangsorganisation ist, der aber alle Metallhändlcr angehören müssen, weil sie sonst von der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle nicht die Erinächtigmig zur Aus- Übung ihres Gewcrl>es eihalten. Auch der deutsche Metall Handel hat seinen Ausgang in der deutschen Provinz genommen, und deutsche Inden waren es, die dem Metallhandel zu seiner heutigen Bedeutung uerhalfen. Sie haben ihre Söhne zu Ehemikern und Technikern ausbildeii lassen, um das Geschäft auf wissenschaftlicher Grundlage betreiben zu können. Es waren deutsche Inden, die dem Metallhandel Verarbeitniigsstätten angliederten und so die aufgebrachten Altmetalle neuen Verwendungszwecken zusührten. MruturÄrrkaus 1935 Tas Neichswirlschaitsministerinm hat, wie die „Tcrtilwoche" berichtet, neue Bestimmungen,erlasten, wonach als einheitlicher Beginn für die In v c n t ura n s v e r k ä n fc für das g e s a in t c R e i ch sgebick der 8. I a n u a r festgesetzt wird. Wie bereits im Saisonschlußverkan's ist die Zahl der Vcrkansstage wiederum nach oben auf 12 begrenst, wobei allerdings ans Antrag der zuständigen Kammern örtlich auch eine Verkürzung ans sechs Tage. durch die höhere Vermaltnngsbehörde möglich ist. Auch werden vom dyventnrvcrkanf künftig Waren, die nicht rein modischen Gharakter tragen, ansgei'chlosien. Der Reichsbnnd des Tertil-Einielhandeks . hat für die verschiedenen Dertilartikel eine Lifte derjenigen Waren ausgestellt, die als mcht modifche Artikel gelten. Auch Zeitpunkt und Form der zuläpigen ^nventnrverkanfsreklame werden durch genaue Vestimmmigen geregelt. Söufcrliilcn Der Tagespreise entnehmen wir folgende eldung' „In einer stark besuchten öffentlichen wsamm'lung der RS-Hago gab der N^-Hagoceisamtsleiter 5 ch l o t t e r die Namen von .'er Eiriwohnern Hildesheims bekannt, die beim mkaiii Fremdrassigen vor s.eutichenden -oo Z g geben hätten. Der Hauptredner des Abends, "llvertretender Gauleiter Holz (Nurnberg) crfirtc derartiae Namensverönentlichnngen Wien hrzil begrüßen, und regte die Auflegung von "ÜX »ßüicht «njimrfimcn, d-k, bic in Idic Listen zu kommen, am' die Kainer^reiie an- "gend wirken wird, ihre Einkanssabnchten im- .'stört zu verwirklichen. ©nisseiten Stßtn ein Der Preisnberivachttiigsstelle war gemeldet -'orden. daß eine größere .iirrna des M e»V 11 Öcbietes durch ein als vertraulich begeichncte. Rundschreiben an ihre Kundschaft die Ausfordernng ergehen ließ, in gewissen T c r t i I m a r c tt Eiiidecknngen vvrzirnehmen. da später Mangel eintreten werde. Eine Nachprüfung ergab, lvie der Landespressedienst des Deutschen Nachrichtenbüros laut Tagespresse berichtet, daß die Firma das Rundschreiben erlassen habe. Das Borgehen der Firma sei zweifellos geeignet gewesen, Angstkäufe herbeiznilihreii und damit Anlaß zu geben zu einer geivissen Hamsterei. Aus Veranlassung der Prcisüberwachungsstclle habe die Firma inngehend ihr Rundschreiben widerrufen und in einem ileneu Rundschreiben zum Ausdruck gebracht, daß ein Grund zu Angstkäufeu keineswegs vorliege. Künftige Fälle dieser Art werden un° nachüchtlich zur Anzeige und strafgerichtlich zur Verfolgung gebracht werden. M MB! Die Pressestelle des Reichskvmmissariats für Preisl'ibcrwachimg teilt, wie die Tagespresse berichtet. folgendes mit: Von Mitgliedern der NS- Franenfchaft ist darüber Klage geführt worden, daß die Vorschriften über Preisschilder und Preisverzeichnisse noch immer nicht hinreichend beachtet werden. Folgende besondere Klagen wurden vorgebracht: 1. Häufig seien die Preisaushänge so undeutlich geschrieben, daß man sie kaum lesen könne. 2. In vielen Fällen fehlten die vorgeschricbenen Angaben über Gewicht, Mas; oder Stückzahl. 3. Es läme auch vor. daß irreführende Prcisbczeichmingen gemacht würden, indem zmn Veispiel zn einem in großer Schrift verzeichneten Preis die Worte „von — an" oder „Anzahlung" in kaum erkeunbarer Weise hinzugesetzt würden. 4. Es feien sogar Fälle beobachtet worden, in denen Preisaushänge ans beiden Seiten mit verschiedenen Preisen beschrieben worden seien, so daß dem Kunden nach Bedarf die eine oder die andere Seite zugewendet werden konnte. Ter Reichskommissar für'Preisüberwachnng hat die zuständigen Stellen gebeten, bei der Ueberwachnug der Geschäfte ans diese Mißstände besonders zn achten und gegen Verstöße gegen die Preisschil'dcrvorschristen mit Zwangsmit. t e l n vvrzugehen. Bei besonders schweren Verstößen wird auch die Schließung der Betriebs- und Geschästsrämne in Betracht kommen. In der Fachpresse wird ein Aufruf des Präsidenten des Zentralverbandes deutscher Haus- und Grundbesitzervereine betanntgegeben. Darin heißt es. es sei durch Verl,andlnngen mit dein Reichs- . kommissar für Preisüberwachung gelungen, einen Z iv a n g s e i n g r i f s i n d i c "J.U ietpreiöbil - dnng z n v crhinder n. Dieser iväre unvermeidlich in Orten, die plötzlich einen großen Zuzug erfahren haben, ivenn dort die verstärkte Nachfrage nach Wohnungen von einzelnen Ha ns Besitzern zn nngerechtfertigten Mietssteigerimgen mißbraucht würde. Der Präsident habe zugesagt, die gesamre Organisation zur Verhinderung von ungerechtfertigten Nlieterhöhnngen einzusetzen. Die Verbaiids- und Vereinsführcr sollten überall dort rücksichtslos dnrchgrcifen. ivv taifächlich ".tzlißstände oderF'lus- N'üchse vorlägen. Sic sollten sich jedoch ebenso für jeden Hausbesitzer einsetzen, der fälschlich einer intgerechtfertigten Mietssteigernng beschuldigt würde. * Der Nt arkens ch u tz v c r b a n d erklärt, er sei nacl> ,Fi"ihliingiiahme mit dem Neichskounnissar für Preisüberivachnng ermächtigt, feinen Ntitgliedern und den in Frage lommenden Händlerkreisen bekanntzngeben, daß ein allgemeiner Eingriff in die für Markenartikel bestehenden Preisbindungen in diesem Jahr nick>t beabsichtigt sei. Voraussetzung für die Erhaltung des Preisfchntzes fei selbstverständlich, daß die in der Verordnung vom 19. November vorgesehene Anmeldepflicht von den betroffenen Firmen ordmmgs- 'gemäß erfüllt iverde und leine überhöhten Preise gefordert würden. Eine "A'achprüßing derZtzrcisgestaltnng dnrelf den lllcichskommissar von Fall zu Fall bleibe Vorbehalten. Der A'eichskomnustar habe im übrigen zngefagt. sich hei der Ileberprnfnng der preisgebiindenen Markenartikel der Beratung des Ntarlenschntzverbandes zn bediencil und etlva erforderlich werdende Maßnahmen auf diesem Gebiet erst nach Anhörung der Leitung des Nlarkenschntzverbandes zn ergreifen. Diese Erklärung gebe, wie ans dem Büro des Reichs- I o in m i it a r s f ü r P r e i s ü b e t w a cl) u n g von der ' Tagespreise d a z u m itgetei l t ivird. zu lveiigehenden Ntißverständnissen Anlaß. Um Klarheit zn schaffen erllärt der Aeichskowmissar. daß er sich auch bei den Ncarkenartikeln selbstverständlich volle Handlnngssreiheit für die Preisfestsetzung und für die Wahl der Sachverständigen vvrbclialte. Es wird in diesem Znsannnenhang ans die Erklärung des Neichskommisfars vom 22. November hingeiviescn. in der er Richtlinien für die Innehaltnng klarer Bedingungen für den wirtscbafklichen Ltzettbewerb belanntgegcben habe und ans ihrer Grundlage äußerst sorgfältige ".'tachlallulationen verlange. Der Reichskommissar für Preisüberivacstung hat durch eine Verordnung Hoch ft p reife für A l t g u m ui i n n d G u m m i a b f ä l l e festgesetzt. Vorsätzliihe oder fahrlässige Zmvider- Handlungen werden mit Gefängnis und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft. Ter Neichskommissar für Preisüberwachung hat die Preisfestsetzungen, Preisbindungen und Preisspannen der P r e i s k o n v e n t i o u d e s Verbände s fn d d e n t s ch er S c e g r a s l'A l p e n g r a ss -Spinner u n d Gr o ß - Händler c. V. mit Wirkung vom 10. Dezember 19Rl aufgehoben. Der Reichskommissar für Preisüberwachnng hat, wie die Tagespreise berichtet, Anlaß genommen, daraus hinzmveisen, daß jeder Friseur h i n sichtli ch seiner P r e i s g e st a l t n n g völlig frei sei: er sei nicht nur berechtigt, londern auch verpflichtet, die Preise für seine Leistlingen selbst zn berechnen. An Preisfestsetzungen irgendwelcher anderer Stellen sei kein Friseur gebunden. Insbesondere seien die Innungen nicht befugt, Preise vorzilschreiben. Der Rcichskomlnissar für Preisüberwachnng hat. wie die Zeitungen melden, durch Nnndschrciben den dentfchen F l e i s ch e r u und de m Vichhandel Richtlinien für die P r e i s b i l d u n g und den Kleinverkanf auf dem Gebiete der Fleiichversorgung gegeben. Danach dürfen die heiltigen Preise unter keinen Umständen erhöht iverden. Die Preisüberwachungsstellen der allgemeinen Landesverwaltung sind hierfür vcrantivortlich. Weiter wird die Preisnotierung für Lebendvieh so geregelt, das^ sie den Kleinverkaufspreisen entspricht. Die Fleischer, so sagt der Preiskommissar, haben cs in der Hand, Ueberpreise für Lebendvieh nicht zu bewilligen. Meisgtbundcnr Markenortikr! Ergänzend zn unserer vorwöchrgen Darstellung der Kallttlatioiismethoden im Tcxtileinzelhandcl nach der Faserstosfverordnnng sei aus Nr. 49 der Tertil-Woche vom 7. 12. 1934 Hingeiviesen, die bezüglich der preisgebiindenen Markenartikel folgendes ansführt. Die Vorschriften des $ 14 der Faserstofsvervrdnnng gelten auch für die Preisbildung der "Markenartikel. Die Bildung eines geivvgenen Turchschnittpreises für alte und neue tltzare in Markenartikeln ist möglich, wenn sie von dem Fabrikanten anheim gegeben worden ist. Anderenfalls müssen die alten Bestände in preisgcbnndencff "Markenartikeln zu den alten Preisen iveiterverkanst und die Ilkencingänge zu dem vom Fabrikanten vorgeschriebcnen neuen Detail- Verkaufspreise abgegeben rverdeu. Aber auch bei diesen etwaigen neuen Preisen hat der Einzelhändler unter Berücksichtigung der individuellen Berhältnisse seines Betriebes zu prüfen, daß die neuen Preise nicht im Gegensatz zu den Preisvorschriften der Fascrstvff'verordmmg stehen. H. R-r. Es ist eine aufschlußreiche Beobachtmig: wahrluftige Reklame ist zugleich die für die Tauer wirkumisvollste Reklame. Diese Wahrhaftigkeit sotl sich nicht nur aus das Produkt selbst, sondern auch auf den Hersteller, den Vertänser beziehen. Er soll nicht mir Niitleln für seinen Absatz werben, die er im Privatleben als taktlos oder gesellschaftlich mifein von sich weisen würde. Und er soll vor allen Dingen auch nid)t den Eindruck zn erwecken versuchen, als habe er es nötig, seine Ware anders als sachlich und ästhetisch wirkungsvoll zu präsentieren. Gerade das Weihuachtsgeschäft.^dessen ungestörte Dnrchsührung in einem an dieser stelle bereits ver° öfsentlichten Erlaß des Reichsivirkschastsniinisterinins gewährleistet wird, hat einüge sestgeniäße und traditioiielle Detorationen. die hellerlenchtelen Schaufenstern und Verlanssräumeii unserer Städte das typisch weihiiachtliche Gepräge geben. Es dürfte alwr bei jüdischen Kansleuten gegen das Gebot des Taktes bei der Rellame verstößeii. wenn sie für ihre Detvrationell Symbole und Gestalten des Weihnachtsfestes verwenden, die Gegenstand der religiösen Verehrung der christlichen Religion sind, wie z. V. Adveinsterne. Krippen. St. Nikolaus und der lichterglänzende Weihnachtsbanm. Kein Kunde ivird die Auslagen jüdischer Geschäfte weniger sorgfältig betrachten oder ansprechende Dekorationen geringer berichten, ivenn mir Watteschnee. Glaskugeln. Tonnengrün und Lametta den Festeindrnck vermitteln. Wir glauben sogar, daß christliche Käufer von Talk und Eieschluack den Kauf in einein so Keschmückkeu iüdisck,en Geschäfte einein christlich-feiertäglich deloriertcn eiiies jüdischen Inhabers vorziehen iverden. m WXi "gcachdem mit der in der letzten Nmniner der „E.-V.-Zeitiing" besprochenen neuen Verordnung über die Organisation der gewerblichen Wirtschaft die Einzc'tbestiinmnngen über den Ausbau der Wirtschaftsorganisation getroffen ivnrden. scheidet der bisherige stellvertretende Führer der gtzirtschast. Graf von der Goltz, aus der kttzirtschafisvrganisation ans. In einem von der Tagespreise veröffentlichten Rundsihreibeii hat er sich von den Führern der Wirtschastsgliedernngen in der Gesamtorganisativn der deutschen Wirlschast verabschiedet. Nclzjndusrrie Der Leiter der Hauptgruppe VI der deutschen 26irtschaft hat angcordnet, daß innerhalb der Wirtschastsgrnppc „"Bekleidniigsindnstrie" eine Fachgruppe „Pelzindnstrie" mit den beiden Ilntergrnppen „Rauchivarenveredelung" und „Pelzkonfektiou" errteiltet ivird. Alle natürlichen und juristischen Personen der vorbezeichneten Art iverden von der Fachgruppe „"tzelzindnstrie" (Leipzig E 1, Ritterstraße 2«») zur Amneldnng ansgeiordert werden. Als Leiter der Fachgruppe „Pelzindnstrie" und der Untergruppe „Pelzkon- Tcftum" ist ernannt: Generalkviisul P. Holländer. Leipzig, als Leiter der Fachuntergruppe „Rauchivarenveredelung" W. Hcrmauu, Leipzig. LiernckerukigsNLrlsÄafr Der Reichsivirtschaftslninister hat die Wirtschastsgruppe „Privatversichernng", Berlin W-3.",. Viktoriastraße 23.- und die Wirtscho.ftsgrupve „Ocffentlich - Rechtliche Versicherung". Berlin SW 11. Stresemanustraße 02, als alleinige Vertretungen ihrer Wirtschaftszweige anerkannt. Tie Wirtschastsgrnppen und ihre Untergruppen dürfen keine marktregelnden "Maßnalimen treffen. Ter Wirtsihaftsgrnppe „Privatversichernng" werden alle Privatunternehnuuigen angeschlossen, die den Betrieb von Versicherungsgeschälteu zmn Gegenstand haben, während der Wirtschastsgrnpbe „Oesfentlich-Rechtliche Versicherung" alle öffentlich-rechtlichen Versicherungsanstalten mit Ausnahme der zur Sozialversicherung gehörenden öffentlich-rechtlicheii Anstalten angesihlossen werden. Sic haben ihren "Betrieb bei der für sic znstäudigeu Wirtschcistsgruppe cinznmelden. efttmlkalirn und Srogen Der Vorsitzende des Reichsverbandes des Deutschen Drogen, und Eheinikalien-Großhandcls. Ludwig Schüller, Würzbnrg, ist zum Führer der Fachgruppe „Technische Ehemikalien und Trogen" der Wirtschcistsgruppe „Gwß-Ein- und Ansfuhrhandel" berufen worden. EiienskHaffende SR&uilric Durch Anordnung des Reichsivirtschastsministers ivird nunmehr die Wirtschaftsgriippc „Eisenschaffende Industrie", Berlin "19 9, Linkstraße 25, als alleinige Vertreterin ihres Wirtsckiaftszweiges anertanilt. Für alle in Frage kommenden Unternolnnungen und Unternehmer besteht Anmeldepflicht. EleMiillks-. Ens- und Wasierverkorsung Im Anschluß an die Anerkennnng der Wirtschaftsgruppen „Elektrizitätsversorgung" und „Gas- und Wasserversorgung" wurden vom Reichswirtschaftsininister zum Leiter der Wirtsthaftsgruppe „Elektrizitätsversorgung" Dir. Zschintzsch Zugelo»vn bei Krankenkasse». Aufpenommen im Arzneiverordnungsboch der Deutschen Arzneimittel-Kommission .5. ro