Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 50 (13.12.1934)
- Date
- 1934-12-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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die darüber hinaus wollen. — Geschichtliche Vorgänge, wie die deutsche Entwicklung seit IM, sind nicht nach den Fristen der Prozeßordnung 511 beurteilen. So verstanden, erhalt das Wort von der neuen Emanzipation seinen neuen Sinn: es bedeutet, was wir an dieser Stelle schon vor über Jahresfrist formulierten: „ ... innerhalb der Grenzen, die Gräber 111,b Wohnstätten von Juden seit vierzig Generationen bergen, Arbeitsplätze und Ruhestätten für lebende und kommende Geschlechter zu besitzen, um inmitten von Menschen, mit deren Denken, Wollen und Empfinden sich das unserige zu wertvoll untrennbarer Einheit znsammensügte, nach unserem Sein und nicht nach Vorstellungen unseres Seins bewertet leben, denken, fühlen zn können und berechtigt zn sein/ Es bedeutet aber auch — und hierin liegt der ideenirnißig profilierte Wert des Begrisses — eine pädagogische Ausgabe für den Van der jüdischen Gemeinschaft. Es verlangt, daß nur unseren Blick der deutschen Umwelt mit all ihren Erscheinungsformen ungetrübt zngewendet halten: cs verlangt kulturgeschichtliches Gedächtnis und kulturelle Den-' tlingssähigkeit: es fordert von uns die Kraft, die Geschehnisse lim uns in einem geschichtlichen Zusammenhang zu ordnen und sie nicht als eine ungeordnete Anhäufung uns oedrückender Erscheinungen anzusehen. Aber es verlangt gleichzeitig nach innen die starke und bewußte Bejahung der durch Zwang und Willen geschaffenen jüdischen Schicksalsgemeinschast in Deutschland und ihre Grundlegung und Begründung durch Erschließung jüdischer Duellen in Wissen und Bewußtsein. Zustände von längerer Dauer bringen eine gewisse Gewöhnung. Es ist gut. daß unsere Seelen nicht ununterbrochen den Zwang zur Gerneinschaft empfinden, aber ebenso wichtig ist es, daß ans Gewöhnung kein bereitwilliges Sichabsinden mit dieser Wendung nach innen eintritt. Tie Vorstellungen von Mensch und Gemeinschaft, die wir um uns finden, und die sich in ihren geltenden Formen gegen uns kehren, müssen auch irr unserer Gemeinschaft wirksam werden, um uns vor einer Entfremdung von der Zeit und der Umwelt zu bewahren. Eine Ordnung der uns belassenen Arbcitsbczirke durch uns selbst, die uns nach außen wertvoll in die Erscheinung treten läßt, und eine starke Erziehungsarbeit in unseren Reihen, die unsere ursprünglichen jüdischen Werte weckt und lebendig machte diese Leiden können von uns Emanzipation' in der neuen Bedeutung des Wortes genannt werden. M m MMöWWM Am 0. Dezember ist zwischen den Vertretern der deutschen und der französischen Negierung erne Vereinbarung über die Auswirkungen einer Rückgliederung der Saar an Deutschland getroffen worden. Während der Verhandlungen fand am Dezember zwischen dem Vorsitzenden des Drcicr- AusschusseS des Völkerbundes, Baron A l 0 i s i, und dem Außenminister des Deutschen Reiches, Freihcrrn von Neurath, ein Briefwechsel statt, der dem Abkommen als Anlage beigefügt wurde. In ihm heißt es u. a.: „Für den . .. erwähnten Zeitraum eines Jahres werden die Bewohner des Saargebiets ohne Rücksicht ans ihre Staatsangehörigkeit keine Schkcchterstellnngwegen ihrer Sprache, Rasse oder Religion erfahren: sie werden in dieser Beziehung rechtlich und tatsächlich die Behandlung und die Garantien genießen, die sich ans der gegenwärtig nn Saargcbiet geltenden Gesetzgebung ergeben/ Die Ariergcfetzgebung gilt gegenwärtig bekanntlich nicht im Saargebiete. M Wer SM MM MW Wie wir erfahren, ist es der Landeskriminal- Polizei Recklinghausen gelungen, den Anschlag aus die Synagoge in Ahaus,' über den wir in unserer letzten Nummer berichteten, aufzuklären. Ter Anschlag ist von vier Jugendlichen verübt worden, die mit ihrer Tat einen Streich hatten begehen wollen. WMWiMgeM in Ws« Der Nilnacr Obcrrabbiner. und ehemalige Senator Rubi 11 ft c i n hat von Bauern des Dorfes Kobilniki einen Drohbrief erhalten, m dem er aufgcfordert wird, als Repräsentant des „jüdischen Mahals" für die Rückkehr eines vor wenigen Tagen ans dem Dorfe verschwundenen christlichen Knaben Sorge zu tragen. Der Knabe sei offenbar von den Inden „für ihre Zwecke" geraubt worden. Sollten die Juden diesem Verlangen nicht entsprechen, so werde es zu denselben Dingen wie im Falle BeuiS kommen. Oberrabbiner Rubmstem hat den Brief, in dem eine Adresse angegeben ist, an die er seine Antwort richten soll, der Polizei übergeben. LSA WNÄ MWM Arrrzs BdcG^Sss&scn zu neueren Arr^rLssSU cssf dss jüdikchs SchrWum „ Von RaLLmer Dr. W. SschelLeIchsr-Düsseldors 1. Tie Juden haben nicnials isoliert, für sich allein auf einer Insel gelebt. Auch im Ghetto standen. sie stets in Berührung mit den Völkern. Judentum war immer Auseinandersetzung mit der Welt. Dieser geschichtliche Weg findet seinen Niederschlag in unserem religiösen Schrifttum. Zu seinen wesentlichen Problemen gehören die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjnden. Seine Erzählungen,' Deutungen, Lehren, Normen, von der Bibel über den. Talmud bis zum Schulchan arnch, -haben seit langem die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Im Kampfe inu. das Judentum standen und stehen sic stets im Mittelpunkte der Diskussion. Darum gehört ihre Kennt« uis zum elementaren jüdischen Wissen. Jeder Jude ums; diese oft erörterten Dinge kennen und verstehen, wenn er Lebensfreude und Selbstgefühl bewahren und seine jüdische Sache nach außen hin vertreten Null. Einige N'ichtige, viel angefochtcne Sätze aus Talmud und Schulchan arnch sollen deshalb in knappen Umrissen im Nahmen dieser Zeitung dargestellt werden. Der jüdischen Lehre und insbesondere dem Neligionsgesetz ist der Rahmen durch die Thorah vorgezeichnet. ' Ihr Anfang, die Schöpfungsgeschichtc, diktiert unserem gesamten Schrifttum die grundsätzliche Einstellung. Die'Erzählung bcginnt mit der' Erschaffung des Kosmos und eröffnet die Geschichte der Menschheit mit der von Adam. Er hat nicht Vater noch Mutter, sondern „es bildete der Ewige. Gott, den Adam aus Staub vom Erdboden, und Er hauchte ihm ein die Seele des Leben/ (I. B. Ai. 2, 7.) Rach dem Talmud lS a n h. 38a) nahm Gott den Staub, den er dazu brauchte, von der ganzen Erde. Kein Land sollte sich rühmen, daß von ihm mehr als von einem anderen Adam genommen sei, und überall, wo er sterbe, sollte ihn die mütterliche Erde als ihr Kind anfnchmen. (Pirke derabbiElicser XI.) Adam ist nicht Jude, .sondern der allen gehörende Stammvater aller. Durch ihren Urahnen hängen die Völker und Rassen in allem ihrem Gegensatz und in aller ihrer Verschiedenheit in einer gemeinsamen Wurzel zusammen. Juden und Nicht- ' jndcn sind daher vereinigt in dem gemeinsamen Familiennamen des Ben Adam, dc8 SohneS Adams. ' Jene erste Schöpfung ist in der Katastrophe der. Sintflut von der Erde weggewischt worden. Der zweite Adam in dem neuen Acon wird Noah, auch cr keineswegs ein Jude, sondern der gemeinsame Ahnherr aller Völker. Durch ihn sind sie alle miteinander verbunden, wie fern auch der Grad der Verwandtschaft im Fortgang der Jahrtausende - werden mag. Das Judentum bestreitet also die ursprüngliche Verschiedenheit der Menschen. -Damit' verträgt. sich die Anerkennung jeglicher Eigenart der später gespaltenen Menschheit, der Nassen und der Völker.- Dir Thorah entwirft dcn^Stammbäum der Söhne Noas, des Sem, des Ham und deL Japhct, aus denen die drei, Hauptzwcige der zerteilten Menschheit erwachsen, Senriten, Hamiton und Japhctitcn, die die Ethnographie heute Arier nennt. (I. B. M. 10.) Im engen Zusammenhang damit verkündet sie die Offenbarung vvn der einen Ursprache, aus der erst später, als die Menschheit den babylonischen Turm bauen wollte, die einzelnen Sprachgruppen und Sprachen hervorgegangen sind. (I. B. Dt. 11.) Sie lehrt ferner, das; .Gott den drei Söhnen Noas Gesetze gegeben habe, die für sie alle, also für die gesamte Menschheit, gelten. Sic sieht in diesen sieben „Geboten für die Söhne Noas" das Urrecht der Menschheit und die Grundvcrfassnng für jcgliches nationale Recht in aller Welt. Tic Gesetze der Völker in ihrer reichen Mannigfaltigkeit erheben sich nach der Lehre des Judentums ans dem Unterbau eines allen gemeinsamen und alle verpflichtenden Naturrechtes der Menschheit. Tie große Vision des Judentums, die hinter allen seinen besonderen Aeußerungen steht, ist also: ursprüngliche Einheit der Abstammung, ursprüngliche Einheit der Sprache, ursprüngliche Einheit des Rechts. In diesem Zusammenhang müssen die einzelnen Lehren und Satzungen des späteren Judentums verstanden werden. Sie entstammen einer späteren Zeit, in denen das Judentum schwer um seine Selbstbehauptung ringen mußte. Aber auch im schärfsten Kampfe haben Bibel, Talmud und Schulchan arnch nie vergessen, daß Israel und seine Feinde der gleichen Wurzel eutsprosten und das; alle Kämpfe Brudcrkämpfe sind. Auch die trennenden Sonderbestimmungen, von denen ' noch zu reden sein wird, setzen voraus, daß beide Parteien, Inden.und Nichtjuden, Kinder AdamS und Kinder Noas sind. (Wird fortgesetzt.) V. Der „Poster Lloyd" veröffentlicht' unter, der/ Ileberscbrift „Was wird aus den Minoritäten?"', einen Artikel von Lord Robert Cecil, in dem dieser - den bemerkenswerten Vorschlag macht, England.. . möge als erste Großmacht freiwillig die Verpflichtungen des Minderheitenschutzes auf sich nehmen und damit den Weg für eme Verallgemeinerung ■ des Minderheitenschutzes ebnen. „Viele von uns", heißt eS in dem Artikel, „fühlen instinktiv, das; an der geläufigen Tendenz, die Minoritäten als etwas Lästiges oder gar als' ein Unglück zu behandeln, etwas Unnatürliches ist ... In England neigt man zu der Auffassung: „Je mehr Minoritäten, desto besser!" Freiheit ist - unserer Meinung nach daS Lebenselixier eineS zufriedenen Staates. „Einheit in der Mannigfaltig--- keit" ist für die Engländer die wahre Definition des Friedens - innerhalb des politischen Lebens, genau wie es für die Schönheit auf dem Gebiete der Kunst antrifft. Wir Engländer sind - daher von vornherein geneigt, den Vorschlag, diejenigen zu schützen, die sich durch Rasse, Religion oder Sprache von der Mehrheit ihrer Volksgenossen unterscheiden, auf die gkmze Welt anznwcndcn und nicht nur aus ungefähr sechzehn Staaten../ Lord Eecil erörtert sodann die Schwierigkeiten, die einer sofortigen Verallgemeinerung des Minderheitenschutzes in Genf im Wege standen, und erklärt schließlich: „Und da kein Argument so kraftvoll ist wie ein gutes Beispiel, so schlage ich vor, daß das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland aus eigenem Antriebe dieselben Verpflichtungen, wie sie im polnischen Vertrage vorgesehen sind, für alle seine Minori« täten innerhalb seiner Rechtsprechung, auch für die in den Kolonien und Niederlassungen, übernehmen nlöge. Das würde meiner Ansicht nach für keinen britischen Untertan eine wesentliche Acndernng bedeuten. Die Tatsache, daß in Wales wallisisch gelehrt wird, und daß in England rreben den öffentlichen Schulen auch solche von Sekten bestehen, ist ein Beweis, wie weit. — als Ergebnis gemachter Erfahrungen — in England die Achtung vor den Rechten der sprachlichen SJtinberfjcitpu und den Wünschen derverschiedenen Religionsgemeinschaften geht/ Wie die in Wien erscheinende Zeitschrift „Neue Welt", mitteilt, hat der Jüdische Dolksbund für Oesterreich gegen den Verfasser und den Verlag des Nitualmordbnches „Gibt e§ jüdische Ritualmorde?", über dessen kürzlich erfolgte Beschlagnahme wir berichteten, Strafantrag gestellt. Ein solcher Antrag liegt aber auch schon von der Wiener Israelitischen Kultusgememde vor. Die soeben erschienene Zeitschrift „Die' Stimme" schreibt hierzu: „Wenn wir verlangen, daß nun auch daS Strafverfahren gemäß 8 302- und §' 803 des Strafgesetzes dnrchgesührt wird, fo geschieht daZ aus dem Grunde, weil einerseits dre Verletzung des Gesetzes eine Sühne erfordert, und weil auch jenen Elementen, die aus der Verhetzung Kapital schlagen wollen, endlich das Handwerk gelegt werden.soll/ * Der Verband der jüdischen Gemeinden Italiens erläßt einen Ausruf an die italienische jüdische Bevölkerung, sich an den Sammlungen für das Hilsswerk zugunsten deutscher Juden zu beteiligen. In dem Ausruf wird darauf hingcwiescn, daß das Ergebnis der bisherigen Sammlungen — rund eine halbe Million Lire — bereits seiner Bestimmung zugcführt wurde und weitere Mittel für das Hilsswerk erforderlich sind. Es wird betont, das; die italienische Negierung . dieser Hilfsaktion m:t Sympathie gegcnübcrftcht. Das von der türkischen Großen National- Versammlung in Ankara, beschlossene Gesetz, wonach alle türkischen Staatsbürger ihre Flamen durch Anfügung türkischer Endungen abändern müssen, betrifft vor allem die Zahlreichen in der Türkei lebenden.Juden, Griechen und Armenier. Zn dem. neuen Gesetz äußert sich Dr. Tschiprout, einer der-Führer der Jn'denschaft von Istanbul, in der dortigen französischen Zeitung „La Turauie" folgendermaßen: „Wir sind Türken.und sind stolz darauf; das den Grundsäßen des Fortschritts und der Rechtsgleichheit aller Bürger huldigende gegenwärtige Regime hat sich für alle Elemente des Landes sehr günstig ausgewirkt. Wie alle Landcskinder werden die Juden - Namen türkischen Ursprungs zu wählen haben.. Sie werden dies mit Freuden tun und das neue Gesetz wird uns immer mehr dem türkischen Volk assimilieren/ Die Moskauer Repräsentanz der Jewish Colonisation Association (JEA) wurde vom Comzet, der Regierüngskommissionfür Zuführung der Juden zu Landwirtschaft und Industrie, dahin verständigt, daß beschlossen worden sei, die gesamte Tätigkeit der ILA in den jüdischen Rayons der Sowjetunion zu liquidieren. In Kreisen des Comret wird dieser Beschluß damit begründet; daß die JCA rn den letzten zwei bis drei Jahren die Aufbauarbeit nur noch zum Schein fortgesührt und rn Wirklichkeit eine Selbstliguidierung eingeleitet hatte. - ö * .. . Die Tatsache, daß der Hohe Kommissar für Palästina die Hulch Konzession für die jüdische Ansiedlung frei ge geben bat, wird in der englischen Oeffentert und. insbesondere natürlich in jüdischen Kreisen begrüßt. Neben den technischen fieststellungen des Hohen. Kommissars hat besonders die Erklärung Beachtung gefunden daß während der ersten zehn DMte. dieses Jahres entgegen weit höheren Schälungen nur 36 000 Einwanderer in Palästina Aufnahme gefunden haben. Wie es in der M. ziellen Bekanntmachung heißt, wird man der illemit6en ftten8f,m Tie Versammlungen mit Dr. Bruno Weil (Berlin) in Wuppertal. Essen und Tortmund, die wir bereits in der Ickten Nummer der E.-V.-Zeitung kurz angezeigt hatten, stellten einen Höhepunkt des. Gemeindelcbcns der drei Städte und ihrer Umgebung dar. In Wuppertal, wo Recht-, anwalt Tr. Goldschmidt den Vorsitz führte, waren viele' hundert Zuhörer anwesend, darunter auch solche aus den Nachbargemcinden, die mir der Rede offensichtlich ein großes ausrichtendes Erlebnis vcrmittelt erhielten und mit reichem Beifall dankten. In Esse n fand der Vortrag in der Großen Synagoge statt. Es waren ebenfalls Hunderte von Hörern auch aus den Nachbargemcinden gekommen, und es besagt genug, daß die Zuhörer über dem starken Erlebnis die für ein Gotteshaus selbm verstnudliche Zurückhaltung vergaßen und -Beisall spendeten. In Dortmund war Oie Weil-Rede in der großen Synagoge die eindrucksvollste jüdische Veranstaltung des Jahres. Tie gange Gemeinde und eine große Zuhörerschaft aus den umliegenden Orten waren gekommen. Nach einem Orgelspiel folgte die große Rede, die nicht nur ungewöhnlich viel Wissenswertes, sondern bei allem sachlichen Ernst der Darstellung Stärkung und Erhebung bot. „Ter Weg des deutschen Juden/ Ter bekannte Vortrag von Tr. Bruno.Weil ist ans Wunsch zahlreicher Freunde nach wesentlicher Erweiterung und Ergänzung als Manuskript gedruckt worden. Umfang 248 Seiten. Mitgliedern wird <?§ gegen 'Voreinsendung der Unkosten vvn 3.— RM auf das Postscheckkonto des Eentral-Vereins Berlin Nr. 30472 zugesandt. Bestellungen sind an die Hauptgeschäftsstelle des „E.-V/, Berlin W 15, Emser Straße 42. zu richten. §lL WilSe LEAMg i« Ls« bLUilÄrs EWles „Den stärksten Rückgang unter den deutschen Ländern hat Bayern mit einer Abnahme von 7200 zu verzeichnen", so schrieben wir in Nr. 44 der „C.-V.-Zeitung" vom 1. November. Bayern zählte nämlich 1925 49 163 Juden, 1933 41939. Ter Abnahmeprozentsatz ist 14,66 gegen 11,5 im Reich, und die Zunahme der Gesamtbevvlkerung Bayerns beträgt 4 Prozent. Ter Anteil - der bayerischen Juden an der Gesamtbevvlkerung betrug 1925 0,67 Prozent. 1933 beträgt er nurmehr 0,55 Prozent. - Nun sind in Nr. 23 der „Bayerischen Israeli« tischen Gemeindezeitung" vom '1. Dezember auch die Ziffern für 22 bayerische Städte, m denen die jüdische Bevölkerung erheolich ist, veröffentlicht worden.'- Das Ergebnis ist folgendes: . - ..©emeini)# 1925 1933 .weniger w München (Ob.-Bay.) Nürnberg (Mir.) 10 fiii* ' 0005 1063 11 1,2 8 603 7502 1101- 13 1.8 Würzburg (Ufr.) 2 261 2145 116 2,1 Fürth ODlfr.) 2 504 1090 514 20 2,6 . Ludwigshafen (Pfalz) 1 211 1070 ’ 141 12 . 1.0 ' Augsburg (Schw.) Bamberg (Obs.1 1 203- 1030 173 H 0,6 972 812 130 16 1.5 .Uaiscrslautcrn (Pfalz) TU 648 06 13 1 0 Landau (Pfalz) 732 506 136 ' .20 3.5.. Aschassenburg (Ufr.)'. Pirmasens (Pkalz) 501 8 1.6 65 V 574 12 1.2 Regensbnrg (Odervs.) 478 . 427 51 10 0,5 Schweinfurt (Ufr.) . 414 363 51 12 . <i,0 Kihingen (Ufr.) 421 360 61 15 3.2 Kissingen (Usr.) 501 314 160 32 1.0 Zchenhausen (Schw.) ' 35«; 300 .. 47 13 12.4 Speyer (Pfalz) 335 260 20 1.0 Bayreuth (Oir.) 304 261 43 11 0.7 Frankental. (Pfalz) 233 212 21 9 0.8 Ansbach (2)1 fv.) 107 35 15 0.9 Zweibrücken (Pfalz) 181 110 35 20 0.7 Treuchtlingen (Ltfr.) 110 119 — 2,6 Summe 33 172 £ W 073 4109 12.6 Im ganze:: ist der Abnahmeprozentsatz geringer als bei den bayerische!: Juden überhaupt, nämlich 12.6 Prozent, nur in acht Städten ist er größer. 69 Prozent der bayerischen Juden wohnen in diesen'22 Städten (1925 67^ Pro.^mtl. In den fünf Großstädten (über 100 000 Einwohner) München, Nürnberg. Augsburg. Ludwigshafen, Würzburg wohnten 1925 47 Prozent der bäuerischen Inden, 1933 49 Prozent, also beinahe die Hälfte. Der -„Zug nach der Großstadt" hat also noch etwas zugenvmmen. In allen 22 Städten überschreitet der Anteil der Juden den Landesdurchschnitt von 0,55 Prozent, doch ist er nicht in der: größten Städten an: höchsten, sondern in einigen Mittel- und Kleinstädten. Dies ist historisch zn erklären, nämlich daraus, daß die kleineren Herrschaften (Markgrafschaften, Fürstentümer. Bistümer), die dem Stammland in der napoleonischen Zeit angegliedert worden sii:d, der Ansiedel:mg von Juden günstiger gegenüberstanden als das Stamm-' land. ^ies wirkt sich auch heute noch aus. A. C. in-.dlosen Tagen wird der Briefträger die Quittung über die Postzustellgebühr in Höhe von 48 P.feiinig für die Lieferung der C.-V.-Zeitung für das I. Quartal 1035 vorlegen. Nichtmitgliedcr- Abonnenten zahlen 3,18 R.\L . . Wir bitten unsere Leser, diese Quittung einzulösen, da nur dann die prompte Zustellung der C.-V.-Zeitung ab 1. Januar 1035 gewährleistet ist. Diese Postgebühr ist unabhängig vom Mitgliodsbeitrag; sie kann nicht an den Verein oder den Verlag gezahlt werden. Für jede nichteingelöste Quittung muss' ^eJ.tYer^a^ der Ci-V.-Zeitung eine -Strafgebühr von 80 Pfennig zahlen. Hauptgeschäft: Bettfedern, Daunen, Fertige Betten, Bett-Inlette, Bettwäsche, Steppdecken,.Wctteföllung, Zweiggeschäft» -~- Stasnisalraiiaj Büise Oountmf ppdoefon, Motallu. 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