Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1934-12-13 · 50 (13.12.1934) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
50 (13.12.1934)
Date
1934-12-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2277379-2278044-2278094--09042-2290128
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

fm Lande Juda umher, zerstörten die Götzenaltäre und ermutigten das Volk zum Kampfe. Als Matthatias sterben sollte, segnete er seine Söhne und sprach: „Seid stark und steht mannhaft für das Gesetz ein, denn die auf Gott hoffen, werden nicht unterliegen. Euer Bruder Simon ist klug im Rate, ihm gehorcht allezeit. Und Juda, der Makkabäer, sei euer Anführer und kämpfe für das Volk.“ Darauf starb er und wurde in Modiim begraben. Juda der Makkabäer nahm den Kampf für Israel mit Freuden auf. Trotz der grossen Ueberniacht griff er die Syrer an und besiegte sie in drei grossen Schlachten. Dann zog er mit den Seinen nach Jerusalem zur Tempelstätte. Als alle sahen, wie das Heiligtum verwüstet war, da zerrissen sie ihre Kleider und weinten. Juda wählte Priester aus, und sie reinigten den Tempel. Man baute einen neuen Altar, stellte den Leuchter, den Räucheraltar und den Tisch wieder auf, legte Brote auf den Tisch, räucherte auf dem Altar und zündete' die Lampen am Leuchter an. An demselben Tage und in demselben Monat, an dem der Altar entweiht worden war, am 25. Kislev 165 wurde der neue unter Gesang und Harfenspiel eingeweiht. Man feierte die Einweihung des Altars acht Tage lang und brachte dem Herrn Freudenopfer dar. Juda und seine Brüder aber setzten fest, dass die Tage der Einweihung in jedem Jahre vom 25. Kislev an acht Tage in Freuden gefeiert werden sollten. Warum übt gerade das Chanukka-Fest einen so starken Zauber auf uns Juden aus? Ein jeder unserer Feiertage muss von uns vollständig in seiner Art verstanden sein.' Erst wenn wir seinen tieferen Sinn, den Grundgedanken, erfasst haben, kann er uns etwas geben, und von Bedeutung für uns sein. Ich kehre aus dem Gotteshause heim. Das erste Licht brennt am Chanukka-Leuchter. Alle Sorgen des Tages, aller Zwiespalt ist ver- : stunimt. Dieses glückliche Gefühl muss jeder selbst empfunden haben, um es zu verstehen. Dieser eine, stumme Blick, den ich mit meinen : Eltern, meiner Schwester, ja mit jedem meiner Glaubensgenossen am heutigen Abend wechsle, diesen frohen stolzen Blick kann ich nur dann haben, wenn ich aus dem Leuchten des ersten Chanukka-Lichtes die frohen Augen der lieiinkehrenden Juden sehe. Irene Blumenthal (Berlin), 18. Zug, 14 Jahre. Das Vermächtnis des fäaffaffaias Mattathias: Mein Ende naht. Es kann de? Mensch nicht ändern, was ihm das harte Schiksal auferlegt. Ich geh' nicht gern von dieser schönen Erde; noch ist mein Volk von Knechtschaft nicht befreit' Ich hätte gern erlebt ein schnelles Ende der Syrerherrschaft, die mein Volk bedrückt! Ich kann ihr Ende nimmermehr erleben; es will der Tod nicht auf sein ppfer warten, das ihm der Herr in seiner Macht bestimmt. Doch wenn mein Wort euch etwas nützen kann, die Weisheit eines alten, grauen Mannes, so hört mir zu! Ich will es euch verkünden, was mir der Herr zu künden euch gebot: (Zu Juda) Mein stärkster Sohn! Du sollst der Führer sein, ein Held der Schlacht, wenn dich der Feinde Macht zu gottgefäU’gen Ruhmestaten ruft. Bewahr’ die Liebe dir des ganzen Volkes, bewahre auch in gleichem, vollem Masse dem Herrn und seinen heil’gen Priestern sie, dem Volk und seinen edlen Richtern. w Und wenn du mein Gebot erfüllst, so wird dich Gott mit Macht erfüllen, mit Heldenmut, mit wahrem Glauben. Und dieser Glaube ist der Sieg, der höchste Sieg, den du erringen kannst. Juda: Ich will es tun. Du sollst in mir den Jünger deiner. Grösse finden! Mattathias: (zu Simon und Jonathan): Ihr, meine lieben Söhne, sollt die Weisheit eurer Väter pflegen, Gerechtigkeit und Wahrheit üben. So wird der Herr in seiner Gnade Euch Kraft und Zuversicht verleih nl Simon und Jonathan: Wir woll'n es tun. Du sollst in uns die Jünger deiner Weisheit finden! Mattathias: (zu Eleasar und Jochanan): Ihr, meine jüngsten Kinder, helft den Auserwählten meines Volkes die Stätte neuer Macht errichten. Und Henkt an meine wahren Wörter Der Mensch ist schwach und kraftlos nur, wenn nicht die Hand des Herrn ihn leitet. Eleasar und Jochanan: Wir woll'n es tun. Du sollst in uns die Jünger deiner Liebe finden! Volk: Wie du gesagt, so soll es sein. Ganz Israel sei Gottesvolk! Mattathias: Ich hebe segnend meine Hände und rufe dich, du Herr der Welten. Es soll in dieser Zeitenwende dein Wort als Siegeszeichen gelten. Dich ruf ich auf, mit deiner Macht wirst du dein Prleslervolk geleiten wenn es zu neuer Kraft erwacht, dann wird mein Geist ins Jenseits schreiten. (Er stirbt.) , Du hast das Grösste uns verheissen, der Knechtschaft Bande zu zerreissen. Du sprachest wahr. Zu grossem Werke erfüllt uns neue Kraft und Stärke. Jürgen Frankel (Berlin) 5. Zug, 15 Jahre m '■ Zeichnung von Max Bielefeld (Berlin) Dar Tod daa Mattathiaa Judas, dor Mcakkabäos-, sieg? bc-i Esrarsiaus Der nachfolgende Abschnitt entstammt einer Schrift, an der Kurt Julius Riep-ner und Günter Friedländer gemeinsam arbeiten, und die es unternimmt, die „Geschichten um die jüdischen Feiertage“ aus dem Lebensumkreis der heutigen jüdischen Jugendbewegung wirklichkeitsnah nachzugestaltcn. An diesem Abend ging die Sonne blutig rot ' über Judäa unler. Judas, der Makkabäer, stand auf dem Wachtturm des Lagers, das die Juden auf einem Hügel im Westen des Waldgebirges nahe bei Ein maus errichtet batten. Unten in der Ebene lag die Zeltstadt der Feinde, unnahbar und trotzig mit ihren Wällen und Schanz- ' türmen, von denen in dieser Stunde manchmal ■ eine Lanze oder ein Kettenpanzer im Abendrot aufblinkto. Judas lauschte hinaus über das stille, abendliche Land, und die Hammerschläge, mit denen seine Gefährten die letzten Zeltpfosten in die Erde rammten, hätten auch friedlichem Hüttenbau dienen können. Aber Krieg hing über Judäa. Eben lösten sich unten am Wall des jüdischen Lagers die Posten ab und wechselten das Feldgeschrei. Da spannten sich Judas’, des Feldherrn, Sinne. Zwischen den Macchien, niedrigen Büschen, die am Abhang wucherten, kam ein Läufer heran, die Feldbinde der Juden am Arm. „Hierher“, schrie Judas mit befehlsgewohntcr Stimme, „hierher, Barucb, und berichte!“ Atemlos, keuchend taumelte der Späher die Treppe des Wachtturms empor. „Feldherr“, stammelte er, „sie kommen.“ „Wer kommt?“, fragte der Makkabäer zurück. „Die Feinde, Herr, viele Der Bund auf der pädagogischen Woche des PhiSanfhropin Mit grosser Liebe haben unsere Frankfurter Jungen« in verhältnismässig kurzer Zeit eine Ausstellung zusammengebracht, die auf der pädagogischen Woche des Philantropin gezeigt wurde. Auf dem mit Zeltbahnen gedeckten. Tisch haben die Bastelarbeiten der einzelnen Fähnlein Platz gefunden: eine hübsche Plastilinarbeit, die ein Lager darstellt, der Bauernhof „Sei still“ (mit allem Komfort und sogar mit elektrischem Licht), Radio- und Morseapparate. Links liegen Bücher, die auf den Heimen gelesen werden; das Gruppenbuch der „Löwen“ gibt den Eltern einen feinen Bericht über die Arbeit einer Gruppe: so schön die erste Seite gemalt ist, so vorbildlich ist das Buch geführt. In der Mitte haben die Veröffentlichungen des Bundes, die „Seite der Jugend“ und die Jüngerenzeitschrift „Unsere Fahne“ ihren Platzgefunden. Ganz rechts soll ein gedeckter Freitagabend! isch bei den Eltern die Vorstellung einer schönen Freitagabendfeier hervorzaubern. Wie auf dem Tisch, so ist auch an der Wand jedes Plätzchen ausgenutzt. Unter den Fahnen und Wimpeln der Ortsgruppe zeigt ein Plan den Aufbau des Bundes. Rechts hängt der Stolz des ganzen Frankfurter Bundes: eine Urkunde, dis uns verbrieft, dass wir als einziger Bund in der Gemeinde Frankfurt uns für die Sozialarbeit eingesetzt haben, und wir empfinden das als die beste Bekräftigung für unser Grusswort „Bereitschaft“, das unter dem Zuruf „Kommt zu uns, schliesst den Ring“ von der Wand leuchtet. Nicht ganz geglückt ist leider ein Schild, das in drei Sätzen die ideologische Stellung des Bundes umreissen soll. Ich bin dafür. nicht zu versuchen, Dinge, die nun einmal nicht einfach sind, echlagwortartig auszudrücken. Gute Photographien geben einen eindrucksvollen Einblick in das Fahrtenleben, und als Ergebnis bleibt eine für den ersten Versuch ' gelungene Ausstellung, unaufhörliches Drängen der Besucher vor unserem Tisch, schwer ge- - füllte Sammelbüchsen und stolze Gesichter der Pimpfe. Günter Fricdliindcr. I^eiso in SSddeufschSand Am 13., 14. und 15. November sprach Dr. Eva Reich mann-Jung mann in Bamberg, Würzburg und München über das Thema: „Warum deutsches Judentum?“ An einem Längsschnitt durch die Geschichte, einem Querschnitt durch die Gegenwart und an den Massstäben, die wir am jüdischen Leben überhaupt anzulegen haben, bewies die Rednerin die tiefe Verantwortung, die der Bundesarbeit für die Sicherung einer deutsch-jüdischen Zukunft innewohne. In Bamberg fand der Vortrag im geschlossenen Kreise des Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend statt. Es waren von den jüngsten aufwärts, über die Mittleren und Aeiteren, bis zu den Eltern der Bundesmitglieder, alle vertreten, die in eifriger und erfolgreicher Arbeit dazu beitragen, dass der Bund in Bamberg die ihm zukommende bestimmende Rolle im Jugendleben der Gemeinde spielt. Vor und nach der Ansprache der Rednerin, die sich bemühte, die zum Teil schwierigen Gedankengänge auch den Jüngsten verständlich zu machen, wurde gesungen und Mundharmonika gespielt. Es war ein gelungener, für alle Teile erfreulicher Abend. In Würzburg war der Ortsring jüdischer Jugendverbände Träger der Veranstaltung. Schon dieser äussere Rahmen ist ein Zeichen dafür, dass es in Würzburg dem Bund in der kurzen Zeit seines Bestehens noch nicht gelungen ist, die Arbeit in der notwendigen, fest gegründeten Form aufzunehmen Es war, aber gerade aus diesem Grunde wichtig, dass in den Worten der Rednerin auch einmal beispielhaft davon gesprochen wurde, was deutsch-jüdische Verantwortung, was Ringen um deutsch-jüdische Zukunft dem Bunde heute noch und heute erst recht bedeuten. In München hatte der Bund die ganze Gemeinde zu dem Vortrag eingeladen, und eine ansehnliche Zuhörerschaft war der Einladung gefolgt. Nach dem Vortrag sass der Führerkreis des Bundes noch lange mit Frau Dr. Reichmann- Jungmann zusammen. In Frage und Antwort, Widerspruch und Erklärung, in gemeinsamem Zweifeln und Suchen wurden die Gedanken, die der Vortrag aufgeworfen hatte, vertieft und erläutert. Es waren Stunden, in denen man sich ehrlich und ohne Vorbehalt den Grundfragen unseres Seins stellte. Die Not, in der man es tat und in der man sich zu den gesuchten Antworten vorwärtstastete, bewies, dass der Bund in München auf gutem Wege ist. Die Bundcslcitung des Bundes Deut? Jüdischer Jugend weist nochmals allem Nachdruck darauf hin, dass g sämtliche Bundesmitglieder bis z 1. Januar 1935 im Besitz der von herausgegebenen Mitgliedskarte befim müssen. Wer sich keine ordnungsmäs ausgestellte Milgliedskarte beschi schliesst sich damit von selbst von i Zugehörigkeit zum Bunde aus. Das Materlalamt des Bundes Deutsch-Jüdls< Jugend wird sieb, nachdem ihm durch die behi “c“c9. v- ' und Nadelverbote sein bisher Arbeitsgebiet entzogen worden ist, in Zukunft der Angabe und Besorgung von Bildungsmaterial ^Gruppen in Berlin und im Reiche befas Gleichzeitig mit der Veränderung seines Aufgal kreises iRt das Materialamt ln die Hände von i Julius R i e g n e r übergegangen, n Landesverhandsleiter des Bur n Rheinland-Westfalen, ist in den Vorstand Landesverbandes Rheinland-Westfalen des C kooptiert worden. Tausende sind es, und Gorgias führt sie an“ Judas winkte. , Gehorsam eilte der Krieger die Treppe hinab. Sie kommen also, dachte der Feldherr. Sein Gesicht blieb' unbewegt. Jetzt gilt es den Kampf. Und er wandte sich zum Gehen. Unten im Lager hatte man unterdes die letzten Zelte aufgerichtet und grosse kupferne Kessel über die Feuer gehängt. In langer Reihe drängten die Krieger heran, um Abendmahlzeit zu ballen. Wo der Feldherr vorüber, kam, da grüssten sie stumm. Sonst aber nahm das Lagerleben seinen täglich vorbestimmten Gang. Die ersten Schatten einer sternenlosen Nacht senkten sich nieder, als Judas dem Barucb winkte. Im Zelt standen sich die Männer gegenüber, Feldherr und Krieger, Gestalten von Erj. „Wir werden sie schlagen“, sagte der Makkabäer hart. Barucb schwieg erwartungvoll. „Du wirst", befahl Judas, „mit zwanzig von den Besten im Lager bleiben. Wenn Gorgias kommt mit den Seinen, so werdet ihr mit Trommeln und Lärmen nach Süden ziehen, ins Gebirge hinein. Die Syrer werden dann glauben, das ganze jüdische Heer habe sich feige zurückgezogen, und werden euch folgen. Ihr aber klettert eilig auf Bäume und lasst die Feinde ruhig unter euch vorüberziehen, hinein ins Unbekannte.“ Die Männer verliessen das Zelt. Die Nacht war jetzt völlig herabgekommen, und im Lager brannten die Feuer. Sinnend blickten die Wae',, leute in die leuchtende Glut. Von Gruppt. zu Gruppe schritt der Feldherr und befahl mit leiser Stimme den Kriegern, sich zu rüsten. Erstaunt sahen sie sich an und gehorchtem stumm. Als alle angetreten waren, Hess Judas die hinteren Lagertoro öffnen und zog mit seinem ganzen Heer hinaus in die Nacht. Nur Barucb blieb zurück, der Späher, mit zwanzig von den Besten. Zur gleichen Stunde zog Gorgias heran mit 6000 Kriegern, die wohlgerüstet waren. Abtrünnige waren bei ihm, Verräter, die alle Schleichwege kannten und die Pfade, die zu dem jüdischen Lager führten. Wo die Nacht zu dunkel war, da wiesen die Feuer den We*, die oben im jüdischen Lager, gen Hinmiel schlugen. Gorgias, der träge syrische Feldherr, sass in seiner Sänfte, die von Sklaven getragen wurde, und lächle sich ins Fäustchen. Bei Nacht und Nebel würde er die Jüdlein überfallen und alle gefangen nehmen wie Karpfen beim Fischzug. Der Krieg würde mit einem Schlage zu Ende sein, und die Sklavenhändler müssten gewaltige Summen zahlen. Noch während er schmunzelnd rechnete und die Möglichkeiten abwog, meldeten ihm seine Kundschafter, dass da* Nest leer sei. Mit Hast und Lärm hätten sie die . jüdische Nachhut ins Gebirge ziehen sehen. Gorgias war zornig. Waren sie so feige, die Jüdlein, 'dass sie davonliefen, wenn ein Gorgias nur von ferne herankam? Nun würde er die ganze Nacht auf unwirtlichen Wegen sich in der Sänfte schaukeln lassen müssen. Missmutig gab er den Befehl zum Weitermarsch. So zogen die Syrer in die Irre und verloren sich in den Schluchten des Waldgebirges. Judas aber mit seinem Heere, 3000 Mann, die nur notdürftig gepanzert waren, stieg nieder in die Ebene von Emm aus. In den Hände: hielten seine Leute Speere, Schwerter hinnen an ihrer Seite und schlugen gleichmäßigen Takt zu ihrem Schritt. Still war die Nacht, Zweig« knackten unter den Füssen der Schreitenden, und auf gescheuchte Tiere kreuzten ihren Weg. Vögel schrien auf aus tiefem Schlaf. Die Juden marschierten leichtfüssig voran, da sie keine Harnische zu schleppen ballen, und umgingen in weitem Bogen das syrische Lager. Als der Morgen graule, standen sie nördlich . von Emmaus im Rücken des Syrerheeres. Nahe vor ihnen türmten sich jetzt die Riesenwälle d?- feindlichon Lagers, die von Kriegern entblößt . waren. Leicht gelang es den Juden, die verschlafen blinzelnde Wachmannschaft zu überrumpeln und die Befestigungen zu nehmen. Alsie über die rasch herabgelassenen Zugbrücken eindrangen, gingen ihnen die Augen über vor Staunen über den Reichtum und die Pracht, die in diesem Lager herrschten. Aber Judas verbot streng, Beute zu machen und irgend etwas vom feindlichen Gut anzugreifen. Die Waffen und alles, was von Gold oder Silber war, liess ef hinausschaffen und auf einen Haufen Zusammenlegen. Dann befahl er den Kriegern, sich mit syrischen Harnischen zu panzern. Das übrige Lager zündete er an, so dass alsbald dichte Rauchschwaden über der Ebene von Eimnaus hingen, aus denen Flammen schlugen. Inzwischen hatte Gorgias die Juden im Gebirge vergeblich gesucht und sich mit seinem erschöpften, hungrigen Heer auf den Heiniwe? gemacht. Seine Vorhut sandte er zum jüdischen Lager zurück, um nochmals Umschau zu halten, Die sah nun ihr eigenes Gezelt in Brand steckt und die Juden in syrischen Harnischen und wohlgeordnet heranzienen. Da warf sic sich ihnen entgegen, aber es waren-ihrer nur wenige, und so wurden sie jämmerlich geschlagen. Gorgias, den man in diesem Augenblick aus dem Waldgebirge hervortrug, so das* er den freien Blick über die Ebene gewann, sah die Seinen fliehen und das Lager zerstört. Da wurde er bleich vor Furcht und Entsetzen, alle seine Pläne und Berechnungen waren durchkreuzt. In diesen Jüdlein schien ja der böse Geist zu stecken. Und schleunigst gab er den Befehl zum Rückzug. Judas aber mit seiner Schar frohlockte, dass die Feinde ohne viel Blutvergießen aus dem Lande gejagt waren, und erbeutete viele Schätze-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.