Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1934-12-06 · 49 (6.12.1934) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
49 (6.12.1934)
Date
1934-12-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2277379-2278044-2278093--09025-2290108
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

unserer Satzung auZgedruckt ist, eine Aenderung nicht erfahren hat und nicht erfahren konnte, wie ja auch gar nicht anders möglich war, weil unsere Einstellung nicht aus den Tag und nicht aus einzelne Menschen eingestellt ist, weil § 1 etwas fordert, was unmöglich aus unserem Innern genommen werden kann. Die Geschichte der deutschen Juden lehrt, daß wir warten müssen und warten können. Ich habe den Eindruck daß auf zionistischer Seite zuerst der Pendel in der alten Richtung ausgeschlagen hat, und daß durchaus begreiflicher Weise dies dazu führte, daß auch aus unserer Seite in entgegengesetzter Richtung der Pendel auSschlug. Wir haben in unserer E.-B.-Zeitung die uns berührenden Fragen nie zu diskutieren aufgehört. Wir haben in neuester Zeit von bcrschiedeusten Seiten den Versuch gemacht, vorsichtig tastend ein Programm zu versuchen, und wir.werden diese Versuche sortsetzcn. Wir haben dankbar die wertvollen Aufsätze unseres Freundes Alfred Hirschberg gelesen, der als Kenner der Verhältnisse weiß, wie schwer es ist, mitten im Strom die Richtung zu halten, den Forderungen der Vergangenheit und den Forderungen der Zukunft gerecht zu werden. Tie Schwierigkeit liegt oben darin, daß nur in einer so erregten und bewegten Zeit schon jetzt unsere Ideologie aus die neue Zeit umstellen wollen. Auch hier müssen wir warten lernen. Wenn wir auch berufen sind, unsere Freunde zu führen, so müssen wir uns darüber klar sein, das; die Zeit noch nicht gekommen ist, um vollendete Programme zu präsentieren. Es wird oft viel zu viel mit alten Schlagworten gearbeitet, ohne daß man sich klar darüber wird, daß für eine so gänzlich neue Zeit neue Formen und neue Parolen geschaffen werden müssen. Wir sprechen von der alten Emanzipation und treten hierbei leicht nur als Lobreduer der Vergangenheit aus, die nicht wiederkehrt. Viele -sprechen von der neuen Emanzipation, ohne sich darüber klar zu sein, daß damit lediglich eine noch ganz im Flusse befindliche Erörterung in Formein gebracht werden soll. Wir sprechen von Minderheitenrechten, ohne uns darüber klar, zu sein, daß Minderheiten geschichtlich niemals geschaffen werden, sondern daß sie in der Entwicklung der. Dinge mit einemmal vorhanden sind. Wir haben, wenn wir auch den Gesichtspunkt immer wieder betonen müssen, daß die heutige Zeit nicht dazu angetan ist, daß Juden sich ideologisch zerfleischen, die Zionisten in ihrer Gruudcinstellnng nicht beeinflussen wollen. aber wir haben auch unsererseits am § 1 unserer Satzung, der kein Notprodukt, sondern eine Wahrheit ist. nichts zu ändern. Wir richten unsere Mahnung ebenso an unsere Freunde wie an diejenigen, die im anderen Lager stehen! Alten und Jungen rufen wir zu, daß ein ebenso großes Heldentum, wie es denjenigen zukommt, die in echter Gesinnung in das heilige Land gehen, auch dargestellt wird von uns Jungen und Alten, die wir pflichtbewußt auf unseren: Posten ausharren. Wir haben uns bemüht, aus der Fülle von Gedanken, welche der Vortrag unseres Vorsitzenden darbot, nur einige uns wesentlich erscheinende Sätze inhaltlich wiederzugeben. Die Versammlung folgte mit sichtlicher innerster Teilnahme dem Vortrag. In dem langandanernden Beifall nach Schluß' des Vortrages lag sicherlich auch ein Bekenntnis zu den Gedanken des Vortragenden, die hoffentlich ansktärend, befriedend, aber auch arbeitsanregend wirken werden. '(Fortsetzung der Vortragsberichte 1. Beibl. 1 S.^ (Fortsetzung des Leitartikels) Faschismus in Europa Ter neue Volkstumsgedanke des Faschismus wird aber dadurch gekennzeichnet, daß er nicht mehr wie in der Vorkriegszeit auf einem imperial: st i s ch e n oder M a ch t st a a t sn a t i o n a l i Z m u s — einem Nationalismus. der von einer Unternehmer- und Kriegerkaste gelenkt wird — beruht, sondern von einem Volk hasten Nationalismus, hinter dem das Volk in seiner Gesamtheit steht, getragen wird. Dieser neu-natioualistische Volkstumsgedanke will vor allem die nationale Eigenart des eigenen Volkes zur höchsten Kraft entfalten und gegen die vorgebliche Schädlichkeit fremder Einflüsse schützen. Aus den: letztgenannten Grunde kann sich der Vollstumsgedanke mit dem R a s s e n g e d a n k e n vereinen, wie das Beispiel des Dritten Reiches lehrt; er braucht es aber n i ch t unbedingt, wie das Beispiel des faschistischen Italien lehrt, wo die jüdischeu Staatsbürger auch als Volksg e u v s s c n voll anerkannt sind. Jedoch entsprechend dem Gesetze geschichtlicher Fortentwicklung und Kontinuität wird in dem Wesensbilde des neuen volkhaften Nationalismus ein Ueberrcst des überwundenen Machtstaatsnationalismus sichtbar: an die Stelle der Herrschaft einer Unternehmer¬ und Kricgerkaste tritt die Herrschaft einer a u s g c l e s e u e n Elite, die sowohl in Deutschland toie in Italien als Repräsentant des Gesamtvolks den Ein-Partei- Staat formt. Wie einst der Geist des neunzehnte n I a h r h u n d e r t § die Romantik überwand, so will nunmehr der Faschismus den Geist des neunzehnten Jahrhunderts überwiuden: „Der Faschismus", sagt Mussolini, ,,isi eine geistige Haltung, die aus der allgemeinen Gegeubewegung unseres Jahrhunderts' gegen den flachen und materialistischen Positivismus des 19. Jahrhunderts hervorgegangen ist." In welchen Räumen des Abendlandes ist nun diese geistige Haltung zum Durchbruch gelangt? Zunächst in der modernen Türkei: unter Führung Mustafa Ke mal Pa - s ch a s herrscht nur eine Partei, die Volks- Partei. Sic will ein gesundes Volkstum in eine gesunde Wirtschaft einbetten: deshalb ist die Vielweiberei abgeschafft und die soziale Hygiene eingerichtet worden. Ebenso wird die -Wiedcraufforstung sowie der Ausbau von Eisenbahnen und Autostraßen eifrig betrieben. Außerdem ist der Nassengedanke — der Gedanke der Arterhaltuug der eigenen Raste —- in das türkische Volk hineingetragen worden. Sodann folgte Italien, lieber den d e u t - s ch e n Vorgang wird gesondert zu sprechen sein. Neuerdings sehen sich in dem gärenden Spanien immer mehr Gedanrenzüge des Faschismus durch: die Idee des Führertums, des kräftigen Volkstums untex einer starken Staatsautorität, sowie die Idee der Eingliederung der Wirtschaft in einen korporativen Staat. Ferner bemerken wir au: Ostrand des Abendlandes faschistische Entwicklungen: für die lett ländischen Faschisten hat G u st a v Z e lu: i n die Parole: „Lettland den Letten!" ansgegeben, für die tschechischen Faschisten hat General Gay da, für die polnischen Nationalsozialisten hat der Woiwode Grascynczki ähnlich lautende Parolen formuliert. Aus all dem wird ersichtlich, wie stark der Vormarsch des Faschismus in Europa ist. ■ Der deutsch eVorgang Da der Durchbruch zum eigenen Volkstum das eigentliche Kennzeichen des Faschismus ist, darf man die Eigenständigkeit und nationale Besonderheit der oben skizzierten volkspolitischen Bewegungen nicht unbeachtet lasten. Aber in gleichem Maße muß man — nicht zuletzt angesichts des universalen Zusammenhangs der weltgeschichtlichen Begebenheiten — die zwischenvölkischcn Wechselwirkungen und Beziehungen ins Auge fassen. So hat die altpreußische Staatslehre nach-' weislich den italienischen Faschismus bcfruchtet, und anderseits hat das Dritte Reichvon der Praxis der italienischen Staatsführung Anregungen empfangen. Vorbehaltlich der nationalen Eigenart, dürfte beiden Ländern die Form des F ü h r e r st a a t e s gemeinsam sein; dies unterscheidet den neuartigen Typus des Führers vom geläufigen Typus des Diktators: während der Diktator, auf militärische Machtmittel gestützt, vorkommcndensalls gegen den Willen der Volksmehrheit regieren kann, ist das Handeln des Führers nur Ausdruck des Volkswillens, die Uebereinstimmung mit dem Volkswillen ist ihm oberstes Gesetz. Ferner ist sowohl Deutschland als auch Italien die ständisch-korporative Ordnung des Wirtschaftslebens gemein. Dagegen bildet, wie wir bereits oben zeigten, die Divergenz der Anschauungen über N a s s e n p o l i t i k die Scheidelinie zwischen dem italienischen Faschismus und dem deutschen Nationalsozialismus. Nationalisierung Außereuropas Bleibt nun die Hinwendung zu einem volkhaftcn Nationalismus auf das Abendland beschränkt? Keineswegs; denn gerade aus die benachbarten Kontinente der Alten Welt ist der Funke der nationalisierenden Bewegung übergesprungen. UeLer Rußland sprechen wir nicht, weil seine gegenwärtige Struktur uns noch undurchsichtig erscheint. Aber während Japan noch in der Sphäre 'des alten Machtstaatsnationalismus verharrt, ist seit dem Auftreten des großen nationalen Erweckers SunjaLsen in dem von Bürgerkrieg zerrissenen China die Natioualitätsidee sowie Lev Volkstumgedanke in aller Stärke hervorgebrochen. Seitdem M a h a t m a G a n d h i den Fackelbrand seiner Idee unter das indische Volk geworfen hat, ringt das Kronjuwel des Lritischen Weltreichs um seine nationale Selbständigkeit. In der Person des Schöpfers eines großarabischcn Reiches, I b n S a u d, ' hat der panarabische NationalrsmuZ einen weitschauenden und energiegeladenen Führer erhalten. Nicht zuletzt ist unter den Farbigen Afrikas eine nationale Unabhängig, keitsbewegung entstanden, die ihre Front gegen Europa kehrt. „Wer wäre", so schrieb der verstorbene 'große Historiker Eduard Meyer, „kühn genug, mit Zuversicht Voraussagen zu wollen, ob die gewaltige Bewegung, welche gegenwärtig die . islamischen.Völker — und gleichartig die oftasiatische Welt — ergriffen hat, nur e:ne ephemere Erscheinung ohne tiefere Bedeutung ist, oder ob hier aus dem Gärungsprozeß, der durch die Nationalitätsidee und die abendländische Kritik in sie hineingetragen ist, eine neue Kraft erwächst, die das Antlitz der Weltgeschichte ändert?" D i e m a k k a b ä. i s ch e Situation Inmitten dieser um ihre endgültige Gestalt ringenden Wcltkräfte befindet sich nun die jüdische Glaubens- und Abstammungsgemeinschast. Ist sie ein Fremdkörper in einer Weltsituation, . die von Faschismus und Nationalisierung ergriffen scheint? Oder hat das Judentum am Geiste der geschilderten Entwicklungen teil? Wenn nun Faschismus Bekenntnis zum eigenen Volkstum und Bewahrung der nationalen Eigenart bedeutet, so ist eine religiös geheiligte Epoche der jüdischen Vergangenheit Urbild und Beispiel einer „faschistischen" Haupt-- und Staatsaktion gewesen: nämlich die Makkabäerkriege des jüdischen Gottes- und Thora-Volks (167 bis 130 a. Ehr. n.). Denn wenn die Makkabäer den Kamps gegen die Uebermacht der s y r i f ch e n Fremdherrschaft anfnahmen, dann kämpften sie nicht nur für die nationale Freiheit und Selbständigkeit der Juden, sondern sie kämpften ebensosehr für die Arterhal- ' L n n g d e s - j ü d i s ch e n G l a u b e n s : sie kämpften als Volk des Herrn, als Gottesvolk, deshalb gegen die denationalisierende Assimilation, mit der der '-'Hellenismus das Judentum bedrohte, weil jene" Assimilation religionszerstörend war, und weil sie wußten, daß ihr Volkstum -und ihre nationale Eigenart nur durch ihre Glaubenslehre und Glaubenswelt Inhalt und Richtung empfing. Das Buch Daniel, das' mit der Verheißung vom Bruch der Fremdherrschaft den Auftakt zu jener Epoche bildet, ist, geschichtlich gesehen, ein religiös-faschistisches Manifest. Der Kampf, den die makka- Läischcn Gesetzesireuen gegen den „inneren Feind", das Resormjudentum, führten, ist ' eine „faschistische Schutzmaßnahme" zur Bewahrung der eigenen Art und Ueberlieserung. Sie entspricht ebenso der geistigen Haltung des Faschismus wie der Widerstand, den das makkabäische Judentum der kulturellen Einkreisungspolitik des Weltgriechentums entgegensetzte, nachdem das gräzisierende Rcsormjudentum ihr erlegen war: während die Völker des mittelmeerischen Kulturkreises der assimilierenden Kraft des Hellenismus sich ergaben und seinetwillen eigene Religion, eigene Sprache, eigene Sitte und eigenes Brauchtum Preisgaben, faßten die Makkabäer damals alle Kräfte zusammen, um den Hellenismus, der die Mode der antiken Welt war, als einen Anschlag auf den Fortbestand der jüdischen Religion und Kultur abzuwehrcn. Das aber ist Faschismus, Aber man kann diesen jüdisch-antiken Faschismus nicht begreifen, wenn man nicht einsieht, daß bei ihm die Religiosität dieselbe Rolle spielt wie der Nassen- oder Volkstumsgedanke beim modernen Faschismus. Denn gerade die nationale Erhebung der Makkabäer — dieses Verteidigen der Eigen-Art — beweist, daß die Keimzelle des jüdischen Wesens das Religiöse ist. Jüdischer Faschismus In unserer Zeit hat die makkabäische Tradition in dem Staatszionismus .(Revisionismus) ihre Auferstehung erlebt. Insofern diese Bewegung den Beitrag darstcllt, den das Judentum unserer Epoche zum Bestände des modernen Faschismus liefert, erfordert sie ernste Aufmerksamkeit. Fafchistisch ist der Totalitätsanspruch der Bewegung, die sich nicht eher zufrieden geben will, als bis sie die gesamte Judenheit ersaßt ' hat; faschistisch ist ihr Appell andre heroischen Instinkte, ihre Wendung gegen Intellektualismus und Defaitismus. ihr Bekenntnis zu dem Glauben, der Berge versetzt. Faschistisch ist ferner ihr Anti-Marxismus, der den Streik und Klassenkamps verwirft, den Gedanken der „nationalen Arbeit" hochhalt und einen ständisch-korporativen Ausbau der Wirtschas: erstrebt. ■ Dabei fallen die Parallelen zwischen den: makkabäische:: und staatszionistischen Faschismus aus: wie der Staats,Zionismus die jüdische Jugend zur Wehrhaftigkeit erziehen will, ebenso verstand es — wie Ranke hervorhebt — Juda Maccaüi, „den Juden eine mili- Lärische Organisation zu geben". Man denke in diesem Zusammenhang an I a L v t i n s k y. den Schöpfer der „jüdischen Legion", dessen Ansehen ebenso wie die Führcrautornä: Juda Maccabis auf einem „Charisma", der Idee einer persönlichen Erwähltheit beruht. Es ist für den Gcschichtskcnuer bedeutsam, daß der Mythos von den Makkabäern in den staatszionistischen Kampfliedern sowie in der Verehrung des jüdischen Freiheitskämpfers Trumpeldor wiederauflebt. Es ist vor allem entscheidend, daß der Staatszionismus ebenso einen eigenen jüdischen Staat schassen will, wie die Makkabäer es im Alterturn vermocht haben. Der d e u t s ch - j ü d i s ch e Standort Es hieße die Augen mit Gewalt verschließen, wenn man leugnen wollte, daß die Entstehung einer Welt, in der Faschismus und Nationalisierung Vordringen, denjenigen, der sich zur d e u t s ch - j ü d i s ch c n Idee bekennt, in eine sehr schwierige Situation hineinstellt. Aber je mehr er von den: Glauben an die innere Wahrhaftigkeit seiner Weltanschauung durchdrungen ist, desto mehr wird ihm aus jenem Glauben die Kraft erwachsen, auch innerhalb einer ihm entgegengesetzten Kon- -stellation der Weltentwicklung seinen geschichtlichen Auftrag zu erfüllen. Jener Auftrag ist bedeutsam genug: es gilt, das neunzehnte I a h r h u n b e 11. das für uns nie und nimmer ein „mir JM- , sioncn und Betrug angefülltes Säkuluw" (Carl Schmitt) war, als Geschichtsbild eines Aufstiegs für unsere Jugend zn retten, es gilt, die seelischen und sittlichen Werte zu bewahren, von denen sich die Weit des Faschismus und der Nationalisierung heute ab kehrt. . Hierin liegt die geschichtliche Aufgabe der reichsdeutschen Judenheit, die sich zur deutschjüdischen Idee bekennt. Dr. Fritz Friedlaender. (***» «Vf 4)** Vw4 XUri-i.ii'iüv 0*4« Reichsinueiumnister Dr.Frick hielt in Chemnw am 30. November eine Rede über die Ncichsrcwriu und erklärte nach dem Bericht des „Berlins Tageblatts"' vom 1. 12. u. a. zur Bevölkerung-^ Politik und Rastcnfrage: „Wir stehen auf dem Standpunkt, daß Deutschland den Deutschen gehört. Damit habru wir den Haß des internationalen Judentums aus uns gezogen. Aber die Herrschaften täuschen sich, wenn sie glauben, uns mit irgendwelchen Schwierigkeiten, besonders aus dem Gebiete des Exports, auch nur um Haaresbreite von unserem Wege aöbringen zu können." Das internationale Judentum habe bereits ein Friedensangebot unter der Voraussetzung gemacht, daß man die deutsche Einstellung zum Judentum ändere. Die Annahme eines derartigen Angebots könne nicht in Frage kommen, und kein. Jude habe ein Recht, sich über ungerechte Behandlung in Deutschland zu beklagen. Wir kennen keine jüdische -Instanz, die berechtigt wäre, namens der Judenheit außerhalb Deutschlands, geschweige denn zugleich im Namen des deutschen Judentums zu sprechen. Tie Großspurigkeit und Wichtigtuerei gewisser Persönlichkeiten steht im umgekehrten Verhältnis zu ihrer menschlichen und jüdischen Bedeutung. Nichts disqualifiziert solche Persönlichkeiten stärker für ihre usurpierte „Führerrolle" als ihre Meinung, man könne .mit dem nationalsozialistischen Deutschland ein Handelsgeschäft machen, etwa auf der Basis: ich kaufe deine Maschinen und du behandelst die Juden bester. Nichts zeugt aber auch so sehr von einer Verkennung der seelischen Haltung des deutschen Judentums wie die Auffassung, daß sie innerhalb des deutschen Staates im Wege des heute so modernen Kompensationsgeschäftes ihre Situation 'verbessern wollten. 2" der Stadtgemeinde Zwiesel im Baheri» schen Wald, in der, wie berichtet, Plakattafeln Mbraast waren: „Juden sind hier nicht erwünscht, pnd die Tafeln am 20. November ^wieder entfernt worden. ö?a]]c?JorWUIT9-- aus der wir in Nr. 45 der „C.-D.-Zertung" Auszüge veröffentlicht hatten, ist,?-lr Rassenpolitischen Amt der hmgewrefen werden, bereits am 12. Fedie;es Jahres von dem' Herrn Reichsrnmrster des Innern beschlagnahmt worden. 'ttauptgerchäft: Bettfedarn, Daunen, Fertige Betten, Bett-Iniotte, Bettwäsche, Steppdecken, WcttefGüung, SSasIMBfoOf Birse Daunenrteppdecken, Metallu. Messingbettstellen, Po!stermatratzen,lndiafQ*ern,Haor u«w! Zweiggeschäft CfisrlcSssömg, Wilnersdoriw Sir. 83

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.