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Central-Verein-Zeitung · 1934-12-06 · 49 (6.12.1934) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
49 (6.12.1934)
Date
1934-12-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Riff <a« im MM '?Ai\ Ter Hauptschriftleiter des ..Völkischen Beobach. - ferr, Netchsbeauftragter für Kultursragen der' NSDAP. Alfred Rosenberg, besonders als Derfasser der Bücher „Der Mythos des 20. Jahrhunderts" und „Die Protokolle der Weisen von Zion und die jüdische Meltpolitil" bekannt, hat im „Völkischen Beobachter" die ersten drei Aufsätze einer gröheren Artikelreihe erscheinen lassen, durch die er den Nachweis der inneren Wahrheit der „Proto. kolle der Weisen von Zion" zu erbringen versucht. Ter erste Aussatz hieß: „Ter Judenprozeß in Bern". In ihm beschäftigt er sich insbesondere mit der prozessualen Frage der Aktivlegitimation der Berner Gemeinde, die man freilich nicht nach deutschem, sondern nach Schweizer Recht beur. teilen muh, nach welchem sie gegeben war. Der dritte Aussatz „Ter Gründer des Zionismus bestätigt die jüdische Weltpolitik" (5. Dezember) beschäftigt sich mit Herzls Tagebüchern, deren geistige Verwandtschast mit den Protokollen der Weisen von Zion für Rosenbergaußer Frage steht. Hierzu hat die ..Jüdische Rundschau" noch nicht Stellung nehinen können. Im zweiten Aussatz „Das Eingeständnis einer planmäßigen jüdischen Welt- Politik" untersucht Rosenberg an Hand einer Reihe von Zitaten aus Reden prominenter Zionisten, insbesondere des Führers des Zionismus Weizmann, die zionistische Politik, die zur Balfour. Teklaration 1917 geführt hat. um zu dem Ergebnis zu kommen, daß die deutschen Zionisten während des Krieges auf die Vernichtung der Türkei hin« gearbeitet hätten. Es heißt dann wörtlich: „Diese Arbeit war also eingestandenermaßen eine landesverräterische Tätigkeit und über alle staatsrechtlichen Pflichten und Beteuerungen hinweg ist der Landesverrat an Deutschland die poli. tische Richtlinie der Zionistenbcwegung gewesen . . Gegenüber diesen Borwürfen wendet sich die Zionistische Vereinigung für Deutschland mit svlgender Erklärung: „Der Völkische Beobachter" veröffentlicht — im Anschluß an den Aufsatz, der sich mit dem Berner Prozeß über die „Protokolle der Weisen von Zion" beschäftigt hatte — am Sonnabend, dem 1. Dezember 10-14, einen Artikel von Alfred Rosenberg, in dem verschiedene zionistische Äußerungen mit angeblichen Plänen zur Errichtung einer iüdischen Weltherrschaft m Zusam. menhang gebracht werden. Bei dieser Gelegenheit werden midj gegen deutsche Zionisten schwere Beschuldigungen erhoben. Tie Zionistische Vereinigung für Deutschland . . erklärt, daß alle Behauptungen dieser Art unrichtig sind und jeder Grundlage entbehren. Sie verweist auf den Leitartikel in der am Dienstag, 7. dem 4. Dezember 1914, erscheinenden „Jüdischen Rundschau", der den strikten Nachweis erbringt, daß die in dem Nosenbergschen Artikel erhobenen Beschuldigungen von unrichtigen AorauSf setzungen ausgehen. Dies gilt im besouderen ' auch von dem Vorwurf, die deutschen Zionisten hätten aus eine „Zerschlagung der Türkei" hingearbeitet: die Erklärungen, die die türkische Re- gierung und die deutsche Regierung Ende 1917 - und Anfang 1918 abgegeben haben, erweisen ein- - deutig. daß die deutschen Zionisten, die während - des Krieges ebenso wie vorher und nachher das „Baseler Programm" in voller Oen'entlichkeit - vertreten haben, lediglich eine legale Besiedelung ' Palästinas im Einvernehmen mit den zustän- - digen Regierungen erstrebten. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland erklärt sich ausdrücklich bereit, jeder berufenen Instanz das gesamte ihr zur Verfügung stehende Material zu einer unpassenden Prüstmg des Sachverhaltes zur Verfügung zu stellen." Der zitierte Airssatz der „Jüdischen Rundschau" untersucht im einzelnen die Zitate des Rosenbergschen Aufsatzes und weist vornehmlich durch Aeußeruiigen des türkischen Großwcsirs Talaat Pascha und des llntcrstaatssckretärs im deutschen Auswärtigen Amte, Freiherr, von dem Bussche- Haddenhausen nach, daß der Vorwurf des Landes- Verrats jeder Grundlage entbehre. Die „Jüdische Rundschau" weist aus Anlaß der Nosenbergschen Aufsätze auf die unseren Lesern hinreichend bckannten Tatsachen hin, die eine jüdische Welt- Politik nach einheitlichem Kommando oder mit einheitlicher Zielrichtung früher wie heute als unmöglich erweisen. Es dürfte interessieren, daß Eugen Fuchs über das gleiche Problem, das Alfred Rosenberg behandelt und über das sich die „Jüdische Rund- ■ schau" verbreitet, in der früheren Zeitschrift des Eentralvereins „Im deutschen Reich" (Februar 1918) einen Aufsatz veröffentlicht hat, dessen zweiter Teil „Tie Palästinafrage" heißt. Die Bedeutung dcS Fuchsschen Aufsatzes liegt in seiner-Unmittelbarkeit und in seinem zeitlichen Zusammentreffen mit den darzustellenden : Ereignissen. Daraus erklärt sich auch manche Akzentuierung in der Beurteilung der englischen Absichten, die sicherlich heute ganz allgemein anders beurteilt werden können. Er bedeutet aber auch zugleich ein starkes Zeugnis für die RichMei. der Darstellung der „Jüdisckjen Rundschau". Ewige ^ätze mögen hier Platz finden. Fuchs schreibt u. a.: , . . Tie zrornstischenBlätterTeutschlandZ haben fast 'urchweg diesen englischen Liebeswerbungen gegeniber eine vom vaterländischen Ltandpunkt aus nicht ,u beanstandende Politik verfolgt Lie haben die Zudenfreundschaft Englands akzeptiert, aber kurz md bündig erklärt, daß die Juden als solche neutral md daß die türkischen Juden getreue türkische Staatsbürger bleiben, in den streit der Ratio nicht eintrcten wollten, die türkisch^ Herrschaft anerkennen und Aspirationen aus Schaffung ernes Judenstaates in Palästina nicht haben Eine Reihe von deutsch,iationalen Inden wollte den dazu bringen, eine Erklärung gegen dre Zionisten vom Stapel zu lassen, durch welche wir'in aller Form dem Palästinaprogramm der Zionisten energisch entgegentreten sollen. Ter Vorstand des Centralvereins hat geglaubt, diesen Scharfmachern entgegentreteu und ihre Politik mich vom vaterländischen Standpunkt aus für einen Fehler erachten zu müssen. Aiich unsere Reichsregicrung konnte den jüdischen Zionisten entgegenkommen, ohne die Türkei zu schwächen . . . Das TcutscheReich tat nach iinsererAiiffassung gut.dieEngländcr in ihrem Judensang zu stören, wenn es im Einverständnis mit der Türkei sich zur Förderung des Kolonisationsgedaukens bekannte unter der ausdrücklich erklärten Voraussetzung, daß die Zionisten keine Staatsaspiratioueu haben, und daß die Türkei jeder natiorialeu Staasaspiration entgegentreteu würde. Eine solche Erklärung erschien uns vom deutsch-vatertändischen Standpiurkt zweckmäßig . . . Aus den Zeitungen werden unsere Mitglieder und Leser die freundlichen Erklärungen Nessymi Veys und Talaat Paschas gelesen haben, denen dann die Erklärung des stellvertretenden Staatssekretär. des Auswärtigen Amtes, Freiherrn vvn dein Vusschc-Haddenhausen, nachgefolgt ist. Er hat der Deputation des Zionistischen Aktionskomitees und des Komitees für den Osten folgendes erklärt: „Wir würdigen die ans Entwicklung ihrer Kultur nnd Eigenart gerichteten Wünsche der jüdischen Minderheit in derr Ländern, in denen sie ein stark entivickeltes Eigenleben haben, bringen ihnen volles Verständnis entgegen und sind zu einer wohlwollenden Unterstützung ihrer diesvczüglichen Bestrebungen bereit. Hinsichtlich der von der Judenheit, insbesondere von deir Zionisten verfolgteir Bestrebungen in Palästiiia begrüßen wir daher die Erklärungen, die der Großwesir Talaat Pascha kürzlich abgegeben hat. insbesondere die Absicht der Kaiseilich Ösuiairischeir Regierung, gemäß ihrer den Jude,! stets bewiesenen freundlichen Haltung die ansblühende jüdische Siedelniig in Palästina durch Gewährung von freier Einwanderung nnd Niederlassung in bcn Grenzen der Aufnahmefähigkeit des Landes von örtlicher Selbstverwaltung entsprechend chcn Landesgesctzen und vo freier Entwicklung ihrer kulturellen Eigenart znsördern." Mt MS Am 1. Dezenrber fand in Fürth eine Versammlung von 500 deutschstänrmigen Aerzten ans Anlaß des Vortrages des Münchener Professors Luxemburger statt, der über „Erbbiologischrassenhygienische Tagcsfragen" sprach. Am Schluß der Veranstaltung, bei der auch Regierungspräsident und - Gauleiter Julius Streicher das Wort nahm, gab SA-Sau.- Brigadesührer Dr. Dr. A. Streck folgendes Telegramm an Reichsminister Dr. Frick bekannt: Auf Veranlassung der deutschstämmigen Aerzteschast der ehemals roten Judenhochbnrg ,Fürth haben sich die deutschen Aerzte von Mittelfranken in ehrender Anwesenheit ihres Gauleiters Juliils Streicher, ihres SA-Gruppensührcr von Obernitz sowie des Stellvertreters des Wehrkreiskommandeurs und der Führer sämtlicher Parteigliederungen, Staats- und Gemeindebehörden des Gaues anläßlich eines Vortrages von Professor Dr. Luxenburger über „Rassenhygienische und erbbiologische Tagesfragen" zu einer ersten machtvollen Kundgebung zusammengcfunden. Als natürliche Folge ihrer weltanschaulichen Schulung durch deu Gauleiter Julius Streicher einerseits und der rassenpolitischen Ausführungen mit den entsprecheiiden Schlußergcbnissen des heutigen Abends andererseits gestatten sich die hier Versammelten an Sie die Bitte zu richten, baldigst dem schon in Kraft befindlichen Arier- und Erbgesundheitsgesctz den selbstverständlichen. natur- und Volksnotwendigen Abschlußparagraphen folgen zu lassen, des Inhaltes, daß jede versuchte körperliche Gemeinschaft zwischen deutscher Frau und Judenstämmling genau so wie die vollzogene mit schwerster Strafe geahndet wird, bei der deutschen Frau mit der Aberkennung der deutschen Staatszugehörigkeit, Verbringung in ein Arbeitslager und bei vollzogener körperlicher Gemeinschaft mit einem Judenstämmling mit Unfruchtbarmachung; beim Judenstämmling mit ebenfalls sofortiger Aberkennung der deutschen . Staats,Zugehörigkeit, mit Beschlagnahme seines gesamten Vermögens, mit mindestens fünf Jahren Zuchthaus und nachhcriger sofortiger Ausweisting auS Deutschland als unerwünschter Fremdrassiger. Deutschland muß leben. Und Deutschland kann nur leben, wenn sein Volk am Leben bleibt. Und das deutsche Volk bleibt nur am Leben, wenn es ab sofort seelisch und körperlich rassisch rein erhalten wird. Und seelisch-körperlich rassisch rein kann das deutsche Volk nur werden, wenn ab sofort durch vorerwähnte Maßnahmen und Strafandrohungen praktisch jede weitere jüdisch-rassische Vergiftung und Verseuchung des deutschen Blntes verhütet wird. Wer deutsches Blut vergiftet oder vergiften läßt, vergiftet oder läßt damit das deutsche Volk vergiften. Und wer das deutsche Volk vergiftet, begeht Landesverrat. Und Verräter ihres eigenen Landes gehören mit Schimpf und Schande aus der Volksgemeinschaft bzw. au3 dem Staatsverband ausgetilgt. Tr. Frick hat bekanntlich wiederholt in amtlichen Erlassen gegen eine diffamierende Ausdehnung der Rassenanschauungen gewandt und vor allem bei einem diplomatischen Empfang ausgeführt, daß die deutsche Rassengesetzgebung positive Absichten, aber keine Diffamierung anderer Rassen wolle. Die „Frankfurter Zeitung" gibt in ihrer Reichsausgabe vom 5. Dezember über dieses Telegramm auszugsweise wieder, führt die politischen Gesichtspunkte an, die gegen das Verlangen der Fürther Aerzte sprechen und schreibt dann: Hierdurch ist eine glückliche Synthese zwischen deutschenjüdischen und vaterländischen Interessen herbeigeführt, die wir insbesondere im Interesse de8 Vaterlandes freudig begrüßen . .•. Für die geschichtliche Aufklärung dieser interessanten geschichtlichen Vorgänge wird der FuchZsche Aussatz nicht ohne Wert sein. * Der „Stürmer", Nr. 48, veröffentlicht unter der Uebcrschrift „Wer sind die Mörder?, da8 geheimnisvolle Verbrechen" einen Bericht über zwei Sexualmorde, die in Zürich in letzter Zeit verübt worden sind. Im Verlaufe dieses Aussatzes heißt es: '. . Und nun, wer noch klar denken kann, höre: Im gleichen Hotel, in der gleichen Straße und zur gleichen Zeit, als die im Blutrausch begangenen, bis heute noch ungeklärten Morde passierten, tagte im Banr au lac der mit allen exotischen Juden beschickte Zionistenkongreß, als Vorläufer des ihm, mit deu meist gleichen Teilnehmern, in Genf folgenden Jüdischen Weltkongresses, der erneut die Aushungerung des deutschen Volkes durch verschärften internationalen Bovkott beschloß. Der Züricher Polizei wird die Aufklärung der beiden Fälle nicht gelingen, denn sie kennt die Schlüssel aller Geheimnisse, den Talmud, nicht! Denn sonst wüßte sie. daß den Juden nach seinen Geheimlehren die Vernichtung des Christen, die Schändung christlicher Frauen zur Pflicht gemacht ist . . ." Die Zionistische Weltorganisation hatte bekanntlich offiziell und entschieden die Teilnahme an dem jüdischen Weltkongreß abgclehnt. Die im „Stürmer" vcrössentlichte Notiz legt der Züricher Polizei nahe, die Lustmörder aus den Kreisen der Teilnehmer des Zionisten-Kongresses und der Meltkouserenz zu suchen! Au diesem interessanten Beispiel läßt sich der Unterschied zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Recht aufweisen, der im Falle der Aktivlegitimation der Berner Jüdischen Gemeinde bereits angerührt worden ist. Tie Verfolgung der Kollektivbeleidigung. die in der Verdächtigung des „Stürmer" liegt, wäre nach deutschem Recht nicht möglich. „. . . Wir haben deshalb Grund, anzunehmen, daß es eine große Zahl von Volksgenossen gibt, die in einer Demonstration wie dieser Fürther Entschließung weder einen praktischen Vorteil für den deutschen Staatszweck. noch ein Mittel zur Erzeugung des Geistes wahrhafter Zusammenarbeit erblicken, — und zwar sprechen wir hierbei, wie gesagt, nicht von dem Urteil von Menschen, .die durch eine solche Gesetzgebung betroffen würden. Wenn man aber in Fürth gewissermaßen eine Art von Volksbegehren gestellt und ihm durch Veröffentlichung in der „Fränkischen Tageszeitung" volle Publizität gegeben hat. so wäre es angebracht. auch die Meinung derer zu hören, die der deutschen Sache nicht minder treu dienen, sich aber von solchen Entschließungen mit Unwillen abwendcn." Die „Fränkische Tageszeitung" vom 1. Dezember bringt auf ihrer „Bunten Seite" eine Reportage vorn Schrilunterricht über aktuelle Fragen. Uns interessiert die Behandlung der Judensrage der ersten Klasse. Folgendes Frage- und Antwortspiel möge hier Platz finden: „... Ta schreit ein Bub aus der Hinteren Dankreihe: Tie Juden haben einen groußn Gurkn! — Tie Kinder lachen und haben derstanden. Ein anderer: Tie Juden haben Schweißsüße! Da bekommt der kleine Hans B. ein schlechtes Gewissen. Aengstlich flüstert er: Herr Lehrer, ich habe auch Schweißfüß. Ich tröste ihn, daß er deswegen nock) lange kein Jude ist. Tie Juden sind überhaupt keine Deutschen! Donnerwetter — woher weißt Du das? Mein Va ter hat's gesagt! — Bravo! — Die Juden sind Lumpen! — Wieso...? — Weil sie einen inaner be..be..beschcißen! — Ja. neulich hat meine Mutter beim Juden einen Stoff gekauft, das Kwr lauter Glmnp und ist gleich hingewesen! — Und ich war einmal beim Judendoktor, und jetzt tut mir mein Zahn wieder weh! Jetzt packen die Kinder aus! Ich könnte eine kleine Liste von Kaufhauskunden ansertigen.. Es liest sich sehr scherzest, was hier zwischen Lehrer und Schülern besprochen' wird, aber das Leben der Envachsenen spielt sich ja bekanntlich weniger scherzhaft ab. Und cs darf die Frage gestellt werden, ob die Kinder damit je den Ernst begreifen lernen, der für uns Juden mit ihren Scherzen der- Kunden ist. Killet- Unter der Ueberschrist „Der jüdische Weltbohkott gegen Deutschland ein Fehlschlag" zitiert der „Stürmer", Nr. 48, in Fettdruck die Meldung der englischen Faschistenzeitung „The Fascist". DaS Blatt stellt fest, daß der jüdische Boykott ein Fehlschlag sei, und zwar nicht wegen der Schwächung der jüdischen Macht auf den Weltmärkten, sondern weil die großen jüdischen Vereinigungen mehr an ihre eigene Tasche dächten, als an das Wohlergehen ihrer Rassegenossen. Gerade im Hinblick auf die gegenwärtig wieder viel zitierte Üntermeyer-Boykottaktion ist diese Veröffentlichung des „Stürmer" beachtenswert. In der Nacht zum 1. Dezember wurde auf die Synagoge in Ahaus durch einen Explosivkörper ein Anschlag verübt, wodurch das Innere des Gebäudes beschädigt wurde. Die Landeskriminalpolizei hat zusammen mit den örtlichen Polizeivrganen sofort die Ermittlungen nach den un- Zu haben tn den guten Fachgeschäften bekannten Tätern ausgenommen. Wie der „Generalanzeiger für den Niederrhein" (Krefeld) annimmt, wird vermutet, daß eine Provokation vorliegt. _ Sie SmMMüMule in Nürnberg Unter der Ueberschrist „Nürnbergs Hindenburg-Hochschule judenfrei" meldet die „Fränkische Tageszeitung", daß der Gaustudentenbundführer an Gauleiter Julius Streicher ein Telegramm gesandt habe, in dem er meldet, daß die Hindenburg-Hochschule iu Nürnberg als eine der ersten deutschen Hochschulen judenfrei sei.' AorWrilte der MWresorm In einer wichtigen Verordnung — der Zweiten Verordnung über den Neuaufbau des Reiches vom 27. November 1934 — hat der Reichs- und Preußische Minister des Innern bis zur Turchsührung der Neugliederung des Reiches die preußischen Ober- Präsidenten in den ihnen unterstellten Provinzen zu ständigen Vertretern der Neichsregierung bestellt. Die Oberpräsidcnten sind befugt, sich von sämtlichen Reichs, und Landesbehörden innerhalb der Provinz unterrichten zu lassen, sie auf die maßgeblichen Gssichtspunlte und die danach erforderlichen Maßnahmen aufmerksam zu machen, sowie bei Gefahr im Verzüge einstweilige Anordnungen zu treffen. Diese Rechte können von deu Vertretern der Ober- Präsidenten nur ausgeübt werden, wenn die Ober- Präsidenten nicht nur vorübergehend an der Wahrnehmung der Geschäfte behindert sind. Tie Reichsminister können bei Turchsührung von Reichsaufgaben die preußischen Obcrpräsidentcn und Regierungspräsidenten unmittelbar mit Weisungen versehen. Tiefe Verordnung gliedert sich ein in die Reihe der Maßnahmen, mit denen die Neichsregierung die Vereinheitlichung der Verwaltung iu Reich und Ländern und die Zentralisierung der Aufgaben beim Reiche anstrebt. Erste Ansätze hierzu waren das Neichsstatthaltergesetz und das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934. Tie Personalunion, die. wie in vielen Ressorts, so auch für die Ministerien des Innern zwischen dem Reich und Preußen besteht, ist durch den neuen Erlaß nach unten hin sortgeführt. Tie Unterstellung der Ober- Präsidenten unter die Reichsregierung ist von besonderer Bedeutung auch auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Maßnahmen, auf dem bekanntlich für denReichswirtsciwftsminister außerordentliche Voll" machten bestehen, so daß künftig der preußische Berwaltungsapparat durch reichsministerielle Anordnungen unmittelbar in Bewegung gesetzt werden kann. K. J. R. Ein treuer Anhänger des C.-V. feiert, körperlich frisch und geistig rege, am 6. Dezember seinen 70. Geburtstag: Dr. Julius R o t h h o l z. der als Referent für statistische Fragen und Verwalter des historischen Archivs bis vor wenigen Jahren zum. Mitarbeiterkreis des E.-V. gehörte. 1864 m Schwersenz in der Provinz Posen geboren, trat er nach Abschluß seiner wissenschaftlichen Ausbildung in die Dienste der Landcsversichcrungsanstalt Berlin, deren statistisches Büro er viele Jahre leitete. 1912 erhielt er den Titel Direktor. Cr veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen aus seinem Spezialgebiet in statistischen Fachzeitschriften und, besonders seit seiner Pensionierung, in der jüdischen Presse. Den Lesern der „E.-B.-Zeitung" wird der Jubilar vor allem durch zahlreiche bevölkerungsstatistische und bevölkerungspolitische Darstellungen in bester Erinnerung sein. Als besonderer Kenner jüdisch-statistischer Fragen vorfaßte er 1925 die bekannte Schrift „Die deutschen Juden in Zahl und Bild" (Philo Vertag. Berlin). Lange Zeit hindurch war Dr. Rothholz Mitglied des Charlottenburger Stadtparlaments: er bekleidete mehrere soziale Ehrenämter. Auch heute nimmt Dr. Rothholz am allgemeinen Geschehen wie am jüdischen Leben und namentlich an der Arbeit des C.-V. stets interessierten Anteil. Wir wünschen dem Jubilar noch viele gesegnete Lebensjahre. E. G.L. r \ Hauptschxiftleiter: Dr.-A.l f r e d HirschbeTg; Stellvertr.: Dr.M»r gare teE del h eim. Beide in Berlin.FflrRücksendung unverlangtcrManuskripte ist Freiumschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen- Abteilung und -verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan, Berlin. DA III.Vj. WOOO.Verlag:Ccntralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens c.V., Berlin W15, Einser Strasse 42. Tel.-Adr.: „Centralglauben Berlin.“ Fernspr. J.2Oliva 8141-45. Postscheck:Berlin30472. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH., Berlin SW 19. Zurzeit ist Preisliste Nr. 2 gültig. Ein >'U LJ itelsöfc? Frage: „Ich bin gewohnt, beim Einkauf meiner Toiletteartikel nicht allzu übertrieben aus den Pfennig zu achten, veil hier alles von der Qualität abhüngt. Mein Mann macht mir deshalb Vorwürfe. Stnd 'sie berechtigt?" Antwort: „Sie handeln richtig, wenn Sie einem Qualitäts-Erzeugnis wie CHIvrodvnt den Vorzug geben, weil Sie wissen, daß zur Pflege Ihrer Zähne nur das Beste gut genug ist. Bei Chlorodont ist eben jeder Pfennig gut angelegt!"

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