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Central-Verein-Zeitung · 1934-11-29 · 48 (29.11.1934) · page 15

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
48 (29.11.1934)
Date
1934-11-29
Page
– (sequence 15)
Language
German
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In einer hoffentlich bald erforderlichen Neuauflage sollte daraus hingewiefen werden, wie wichtig m Palästma die sorgfältige Beachtung auch Heiner Gelegenhellswunden ist, um Wundinfektionen zu vermeiden. Für viele Einwanderer wären auch Angaben, wie Salate, Gemüse und frifdic«; Cb|t vor bent Essen zu reinigen sind, erwin'scht. I'role^svr V. Kot-enov. * Srich Cetlgelreu „Das Land der Ahne" Verlag Richard Lanhi. Wien Bor einem Jahr verlegte der Verlier Ncdalteur Enw Eottgetreu seinen Wohnsitz nach Palästina. Tie an Klcisterpinscl und Notstift gewöhnte £y.n& znpste Apfelsinen, dasz die Nümtlenncihne nullte. Toch in seine einstige deutsche Nedattionch jnml'rtfm war (Zottgetren nicht zufällig hineu»- gegtiiU'N, sondern recht mit sehenden Augen hinem. geschritten. Wenn er in der Rcich-chmlptstadt gewesen war. hatte es ihm -als Journalisten jene Art voltewirtschrstlichen Ätzens angetan, dem das E>e!ncinschast>>leben sich in Iahten offenbart Tft ade: hatte cS ihn in die Ferne gezogen, er hatte England, Frankreich, Italien und einige anherenropäiiclle Racicharläodcr durchstreift, um aus reportagewürdige Stoffe zu pürschen. Wa-:- tut ein solcher Atensch ' als Apfelsinenp'ttnter im Lstcn? Sitzt er an den freien Tagen und stunden im GemeinschastSzelt von. En-Harvd? E-ebrancht er seine -Nlugheit, um einen irenen Psliiet-- reforb ansznstcllen? Beruhigt er sich bei seinem Berus? Er besucht die Einwandererbehörden, Austtmsls- und PcrmittlnngsstcUcn, um seine Lage zu verbenerrr. Er lasch die Schönheit von Ieruscilem und Tel-Aviv ans sich wirten. Pilgert zu den Stätten der Vfpenbe, lauscht in den Schulen der Kleine- "nd E'rosi-.'il, geniesit die pisste der Stadt und am Meer, dnrch'röbcrt die wisienschafrliäzen Einrichtungen, seine Leidenschaft. Antvgraphcnsaininlimgei,. nicht zu vergessen, durchstreisL die Eescl>iflsstras',cn ' niid VUcficu, seufzt in den Licht- und faucht in den Aegen-Natastrophen, verfolgt die spur der toten niid den Schritt der lebenden Großen. schläft bald m Baracken, bald aus dem Tach überfüllter Gaststätten - - und ist schon wieder mitten in der Schreiberei. Er hämmert Berichte für die jüdischen Blätter -in Deutschland. Fm Tempo der Zeit bringt der B c r l a g der B u ch h a ii d l n il g Nichard Lanhi, Wien, die Aussatz, ernte in ein hübsches Buch: „T a Ä Land der Söhne, Palästina nahcge - x ü cf t", v o n Erich G o t t g c 11 c u. Er ist immer noch ein Iahleumerisch, beileibe nicht nüchtern, aber wenn etioas ihn rnitreißt oder erschüttert, glaubt er da» Bewegende am sichersten ststziihatten, wenn er das Iählbare zählt und erzählt. Wie schichten sich dort die Berufe? Wie wächst Jerusalem, wie der llmlreis? Wieviel Wörter-stehen im neuen hebräischen Wörterbuch? Wieviel -jüdische Kinder werden jetzt in 'Palästina erzogen? Wieviel Mindestüoden braucht, wer sich mit Apfelsinenban ernähren will? Was verdienen die Packer, wieviel packen sie? Wie fiehts dort mit der Presse? Wie hoch ist der Berg, wie tief die Flut? WaS war im Fahr...? Seit wann...? Mit trunkener Hast wird die Schreibmaschine angeschlagen. Auch wenn Liebe und Freude ihn verklären, ist ihm nur um die Sache zu 'tun. die gemeinsame Sache, der er sich eur- 'gliedert. Gr will nicht literarisch sein, aber mit auf seine Art tragt er auch seinen Wert in sich, und in der Aröeitsglut springt ihm mancher Satz dinier dem Farbband hervor, so anschaulich und beseelt, als hätte die Schönheit selbst das Wort geformt, etwa: „Ein blindes Kamel zieht in einer dunkeln Hausung das Nad einer Lelmühle, trostlos trottet die Trauer im Kreise." Uebrigens ist das eine der wenigen düsteren Stellen de-5 in Licht und Freudigkeit getauchten LandgemäldeS. Siegfried Jacoby. Eine BsWlMsWbs drr Arider -WenrrsMLrN ZW Nachdem mit dem kürzlich erschienenen dreizetmten Band der Buber-Aosenzwelgscheit Schrift- Verdeutschung („Das Buch der Iwölf") drei von den vier Teilen der Schrift in dieser neuen bahnbrechenden Ilebersctznng vorliegen, veranstaltet der Schocken-Verlag von den drei abgeschlossenen Teilen eine Ausgabe zu billigem Preis, um die Am'chafümq dieser llebertragung breiteren Kreisen ,iu ermöglichen.' Tie von Martin Bilder gemeinin IN mit Franz Nosenzweig unternommene und nach Avsenzweigs Tod von ihm allein fortgeführte Berdeutichung der Schrift geht darauf aus, den irriprünglichen Eharalter des Buches in Wortwahl. Schwan und rhythmischer Gliederung zu erhalten. Die llcbersetzung ist von der Grundrinsjcht geiragen, daß der Inhalts biblischer Rede nicht voii ihrem Sprachleib abgelüst werden könne. Durch diese Grnndeinsicht unterscheidet diese llcbertragung sich von allen vorangegangenen. Die treuen llebersetziingsgrnndsätze bringen c§ mit sich, das; der Tert der Schrift in einer ungewohnten Gestalt erscheint: die harte Strenge lind der Ernst' des DriginalZ brechen stärker als je vorher in einer Ilebertragung durch. In den neun Fahren feit dem Erscheinen des ersten Bandes hat die neue Berdeutschung einen immer breiteren Widerhall gesunden. Darum hat der Berlag in einem Augenblick, wo dm von der- Bibel ausgehende, Haltung und Richtung heischende Kraft treu wirksam zu werden scheint, sich verpflichtet gefühlt, eine neue Ausgabe zu möglichst billigem Preis weitesten Kreisen vorznlegen. Die bisher erschienenen 13 Bände sind in drei stattlichen preiswerten Leinenbänden znsanunengesaßt. Der erste Band enthält die „Fünf Bücher der Weisung" (Tora), der zweite „Künder — Bücher der Geschichte", die Bücher Iehoschna biS Könige, der dritte, „Künder — Bücher der Kün- Taß in einer kleinen italienischen Stadt ein großer und rvlinderschöner Dom mit einem frühgotischen Portal, einer herrlich geschnittenen Barockapsis und romanischen Säulengängen steht, überrascht niemand. Ebensowenig wie der blaue Samthimmel, der sich als Plafond über den Domplatzsalon spannt. Welche italienische Stadt hat nicht solch einen würdigen Empfangsraum, in dem sich jeder so herzlich wohlsühlt, wenn er ans dem Nohrstühlchen vor der Eaffeteria seinen -Mokka trinkt. Das von keinem Kapellmeister dirigierte, doch ewig gleich tönende Fifch- 'marttorchester der Händler und Käufer, die von den steilen, gekurvten Straßen herabsausenden, furchtlosen Autos, ein See, Hier, fünf Berge, frische Feigen, die schwarzen Napoleon-Hüte der Eavaliere und die zur steten Bewunderung bereiten duntlen Augen der Männer — ob sie mm alt oder jung, Iitronenverläuser oder Akadenneprosessoren im Urlaub sind, immer wird die Straße von ihrem „die bellezza" erfüllt fein — ja, das alles, alles sind die nicht wegzudenkenden Pinselstriche des Bildes einer kleinen italienischen Stadt. Die bunten Farben glitzern in der Sonne. Sie sind jedem, der sie einmal sah, über das Gedächtnis emailliert. An grauen Regentagen im Norden leuchten sie bei geschlossenen Augen unverdrossen weiter. Wenn man sie nach langen Jetten Wiedersehen darf, ist es ein gnadenvolles Wiedersehen mit alten Bekannten, die jünger geworden sind; es ist keine Ueberraschung. Eine Ueberraschung aber ist es, wenn man erfährt, daß in der kleinen Stadt sieben eingesessene jüdische Familien leben. TaS ist etwas anderes, als die Bekanntschaft mit dem Dom und seinem Platz, mit dem etwas hinkenden Portier im Hotel und den vielen Wellen im See, die an die User schlagen. Bei ihnen ist man zu Gast, die Stadt ist der liebenswürdigste Gastgeber, wir sind beide reizende Leute, und gegenseitig erkennen wir an uns nur die besten Eigenschaften. Aber sieben jüdische Familien bedeuten — nicht mehr Gast sein rn der Fremde — bedeuten: ein Zuhause haben. - Aus einmal sind sieben Familien zu deiner eigenen dazugekommen, und du mußt wissen: Seit wann sie da sind, woher sic kamen, was sie tun und treiben, was die Söhne machen und die Töchter, welche Berufe sie haben, vor allem, ob sie^ gesund sind. Die Serie der Fragen, die Serie der Sorgen einer jüdischen Mutter, eines'jüdischen Vaters, der jüdische Seufzer: Hoffentlich geht es euch allen gut! Einer, er wohnt gleich nm die Ecke vom Tomplatz, ist ein schwarzbärtigec Herr und verkauft in einem engen Laden Möbel und Vorhänge, Spiegel und Spielzeug, Schirme und Vasen, Handtaschen nnd Bleistifte. Tie Möbel — manche sind alt nnd nur frisch auf- Poliert, rnanche sind neu nnd haben die merkwürdigsten^ .Schnörkel an ihrem, hölzernen Leibe — finden ihre Betvunderer in Brautpaaren, die von den Dörfern kommen, die hoch oben ans den Bergen liegen, nüe Vogelnester versteckt in grünem Gestrüpp. Und der jüdische Mann mit dem schwarzen Bart steht Rede und Antwort auf die tausenderlei Fragen, die der Bräutigam auf dem Herzen hat, die dörfliche Mundart beherrscht er vortrefflich. ganz vertraut klingt es der schüchternen Braut in den Dhron, so daß sie immer zutraulicher wird. Das Geschäft' steht schon lange hier, der Vater hatte es gegründet, der Großvater war mit dem Packen auf dem Rücken hier in der Gegend herumgezogen, woher die Urahnen kamen, weiß der jetzige Geschäftsführer nicht mehr. Am Vorabend vor Jom Kippur fuhr er mit seiner Frau in die nächste große Stadt, um in der Synagoge beten zu können. Tottore V. B. ist Zahnarzt. In seinem Wartezimmer stehen Nickelstühle, . in seiner Ordination ein großer Nöntgenapparat, es sieht hier sehr weltstädtisch aus, und hörte düng", die Bücher Ieschajahu, Iirmejahu, Je» scheskel und das „Buch der Zwölf . ES^sind also ' von den traditionellen vier Teilen der Schrift biedrer ersten in je einem Band vereinigt. Die w anz i g bänd ige 'Ausgabe wird durch iese neue nicht ausgehoben, sie wird vielmehr fortgesetzt! Als n ä ch st e r B a n d erscheint im F r ü h j a h r 19 3 o „DaS Buch der Preisungen" (P s a l m e n). M S§§ man nicht vom Hose das aufgeregte laute Stimmengewirr zweier sich friedlich und harmlos unterhaltenden Italiener, . könnte man sich in einer Großstadtwohnnng in Berlin glauben. Ter Zahnarzt stammt ans Rußland, von ganz weit her, dort, nw China beginnt und wo niemand das Land kennt, „wo die Zitronen blühen", geschweige denn etwas von Goldorangen zitiert. „Was hat Sie, Herr Doktor, gerade hierher verschlagen?" Fassungslos sehe ich zu den etwas schief sitzenden'Augen hinauf. Der Doktor, nein, der Tottore ist ein Hüne. Schmunzelnd beugt er sich nieder. ..Hier ist es doch schön, Signora, . . . und haben Sie irgendwelche Gründe, warum hier die Menschen nicht Zahnschmerzen haben sollten?" 'Ans dem Hünen, ans dem Juden, der beinahe ans Ehina kommt und in Italien Zähne plombiert, werde ich keinen Roman herausbekommen. Das sehe ich schon. Seine Frau ist eine Florentinerin. ein Sohn besucht die Hochschule für Seidenweberei, nnd die Tochter ist ein vierjähriges süßes Geschöpf mit hellblonden Ningellocken. Von der dritten jüdischen Familie ist nur ihr herrlicher Sommcrsitz am See da. Jetzt wohnt sie schon in ihrem Pallazzo in Verona. Vor fünfzig Jahren trat ein kleiner linkischer Lehrling in ein großes Berliner Antiguitätcngefchäft ein. Er war ans Polen gekommen, feine Schuhe waren für die Reise in das Leben frisch besohlt worden, und seine Angen konnten sich an den alten Stichen, die er in Dtappen legen mußte, nicht satt sehen. Wenn er mit seinen Fingern über die Gobelins strich, die zum 'Verkauf tut den Wänden hingen, erkannte er. beinahe ohne hinzusehen, den echten Brüsseler, erkannte er Webart und Ätuster und das Jahr, aus dem er stammte. Dann mußten geschnitzte ciühle aus Venedig, das herrlichste Barock aus Bologna, Lchränle und Truhen mit gewundenen Säulen und vcrkröpfteu Gesimsen aus den Kisten gepackt, von der Holzwolle gesäubert, von allerhand Schäden befreit werden. Wurden die Finger da nid]t immer seiner und empfindsamer, Nmchs die Liebe zu der Schönheit, zu der Kunst nicht immer mehr, blieb da über kurz oder^ lang ein anderer Ausweg, als nach Italien zu wandern, nm das Land kennenzulernen, wo die erste gcrvnndeue Säule gewachsen lvar unter der Sonne, die wärmer und goldener ist als in der engen Gasse, in der er geboren war? Das Land kennen lernen und dann weiter lernen, lernen, was schweinsledern in den weiten Bibliotheken stand, lernen, was in den Kopf nur gehen wollte. Und es wollte viel hmeingeheu. Wissen ist Dtacht. Es ging Schlag auf Schlag. Gründung eines Ausstellungshauses, Gründung von Filialen, Herausgabe der wertvollsten, feinsinnigsten Kataloge . . . der Pallazzo in Verona, die Berufung des älteren Sohnes als Professor an die römische Universität, die Dozentur der Tochter au der Universität in Bologna und der Sommersitz an dem smaragdblaueu See. Zu'ei gewundene Sänken stehen vor der EingaugStür in die große Halle. Aus der Tür ist eine Mesufa befestigt. Wenn es regnen sollte, und es regnet auch in diesem gottbegnadeten Winkel bisweilen, und wenn Sie dann einen Regenmantel benötigen, bitte kaufen Sie ihn hier auf dem Platz, dort schräg gegenüber. Der Negenmantelkausmann ist das vierte jüdische Familienoberhaupt dieser Stadt, er ist so gütig, daß er Ihnen am liebsteil stets ein Zelt über den^ Kops barrte, damit Sie kein Regentropfen treffe nnd Sie niemals Regenmäntel brauchten, er ist der schlechteste Geschäftsmann, den man sich vorstellen kann, und die Ätäntel sind aut bestem Futter genäht; das müssen Sie ihm glauben. Neulich ging ihm ein Angestellter mit der Kasse durch, und eigentlich sicht es so ans. als ob es ihm peinlich sei, wenn jemand bar bezahlt. Nützen Sie bitte seine Schwäche für Heines Bäder von Lncca nicht aus. denn wenn *" J3m : . : j; K0O hEi pMH? H {<0., I ' (st.sichtckcklH, j Sie ihm zuhören und gestatten, daß er seitenlang auswendig die Prosa deklamiert, ist er entzückt und setzt den Regemnantelpreis um die Hälfte herunter. Und seine Frau sagt^doch so oft: „Mein Dtann ist eine Seele von einem Vtenschen, aber so Gott will, geht unser Michael nächstes Jahr zur Schule, da braucht er dringend einen Regenmantel." Bei dem Fünften ließe es sich so mancher sein Barvermögen lmd seinen Kopf losten und ivettete, daß er der echteste, unverfälschteste Italiener sei. dcm es ans diesem Schaftstiefel Europas gebe. Er ist der Gärtner in einem liochherrschaftlichen Hans, er ist der Ehausfeur, Kindermädchen. Portier, er repariert die elektrischen Klingeln, tischlert ans alten Kisten Regale für das Gartenhaus, lötet die Zitronenpresse zusammen, ordnet Blumen in die Vasen, kauft das beste Rindfleisch ein. füttert die Kaninchen, rudert die Herrschaft über den See, kittet Glasscheiben ein, erdet die Antenne bei Gewittern, teilt die Post ans und erinnert die einzelnen Mitglieder der Herrschaft an die jeiveiligen Geburtstage der anderen Niitglieder. So fcyivarz können die besten Steinkohlen nicht sein, wie Antonios Augen und Haare, so blendend weiß kann niemals die damaflseidene Tischdecke in dein großen Speisesaal blitzen wie seine Zähne, wenn, er lacht, llud er lacht oft, ja beinahe immer. Diese!;eitere Verkörperung der Vielseitigkeit stammt aus Rom. Seine Urahnen zogen vor siebzehnhundertundvierzelm Jahren dort ein. Das sechste jüdische Familienhaupt ist in Staatsdiensten nnd ein großer, einstnßreiclicr IDtmin. Täglich fährt er in der Früh in die große Stadt, arbeitet dort in. der 'stegreriiiig Niid kommt am Abend zirrück. Er spricht das klassische toskanische Italienisch, er kennt die Geschichte Italiens, die Geschiclite des römischen Reiches wie kaum ein zweiter, er liebt jeden Pflasterstein in Florenz imd, er liebt seine zarte, sclpvache Frau. Die Frau starnnit ans Hamburg, vor zwölf Jahren roar es lochf, als sie. ein blasses llllädchen mit weitaufgeriisenen Augen, den Baedeker in der Hand vor dem David irr den Uffizien stand. Sie blieb nickst lange allein stehen . . . in kaum vier Wochen las ein etwas überraschtes Ellernpaar' rn Hamburg den konfusen Brief ihrer Tockstcr immer wieder, bis sie eridlich begrissen. daß-rs nicht nur der überfchiveuglich gelotste blaue Himmel und das llReer fei, die die Tochterbetört hätten, für immer in Italien zu bleiben. Jetzt ist Signora aufs beste mit dem schon ge-- schilderten RegemnanteUanfmanu befreundet, der nicht genug von Hainbnrg hören kann, aus dem ja sein geliebter Lotterielollekteur Hyazinthos stammt. Und zum Schluß müssen wir noch von dem tapfersten Ehes der Familie, von Signora Maria M.. sprechen. Cie muß zu ihren beiden Söhiwn hinaufsehen.. Der Gatte ist lauge tot. und Frau Maria hat allerhand mitgemacht und allerhand geschasst, bis die Söhne so groß wurden, eie stammt ans Verona, ihr Vater warchApotheker, der Gatte war Lffizier und fiel im Krieg. Die Witlvenpension war niri]t gerade groß, der Appetit der Söhne nickst gerade klein, Frau Rtaria besann sich nicl,t lange und gab, wie sie es vor ihrer Ehe auch getan hatte, Sprachstnnden in Französisch nnd'Englisch, übersetzte einige französische Romane ins Italienische, bekam dabei Lust zum selbständigen Schreiben, und man kann hier und da^ entzückende kleine Feuilletons in Italic-- nifchen Zeitungen lesen , die mit Maria gezeichnet sind. Ätittleriveile wuchsen die Sohne immer mehr heran, die Anzüge wurden um die Schultern herum immer enger und die Hosen immer kürzer, jetzt ist der eine Ingenieur am Elektrizitätsioerk, der andere hat von Nlutter Maria die Lust zum Fabulieren geerbt. Er ist Bibliothekar sin Padua, und niemand darf es wissen, daß er dem italienischen Himmel und einigen L-livenhaiuen manches Sonett gewidmet hat. Mutter llRaria lebt weiter in der kleinen italienischen Stadt, nnd ist hier nicht nur wegen ihres sympathischen Wesens' sehr beliebt, sondern auch wegen der begabten Zubereitung von gefüllter Rtilz. Diese gefüllte, llllilz verrät mehr als Marias Aussehen die gute jüdische Abstammung. E.ll. ä /h les bei (jVvy Kurf ü rste n d a m m 36 ü y iuiÜmniHHlHHlHlllUlIHHHHillinHHHHHlliHHHIHlIlHIIHHHimiijn —PapG’bGUra *ie »Umtllclio« i^nacelln»» Qimlltm- UNSERE VERKAUFSGESCHXFTE, Tauentzlemtratt« IS Essen » Lfmbedc«rstra3e 10 Bochum Kortumstraß« 67 Hamburg» Jungfernstfeg43 Esson,AmHaupfbahnhoflO Frankfurt-M:RoßmarkM5 Köln a. Rh., Hohestraß« 115 WoppertaJ-Elbcrtcld,Karj;o33tr.3S Zentral«* Offenbacfi a. M. $ Gdolf Mielzynskl H fr. Fleisch- und IVarstwarcn Spez. Wtiistcb^Dampfw.. schlcs. Rauchs*., feinster Aufschnitt, GcAHrcI ln srosser Auswahl. Gänseausschlachterel. Versand per Nachnahme. Chnrlottcuburfc, Syhelstrosso 48. ßlcihtrou 3205. J3 Jung® VJI&vjq L. mit fimk. 8 bla 10000.— sucht «leisere ttUlpo EkjüQiSc]ei]raöB Agent nicht erwllnscht. Offerten unter P. 1470 befördert C.-'V.-Zeltuiifc, HörIIn W. 13. Chanukah* Leuchter Geschenke Synagoflon- ' Stickereien Berlin, Wullenweberstr. 11 h u, Dpgkigp H E@s2ligwgg Tro i Kakao / Schokolade, la Qualitäten, niedrigste Preise. Direkt. 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