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Central-Verein-Zeitung · 1934-11-29 · 48 (29.11.1934) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
48 (29.11.1934)
Date
1934-11-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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die europäischen Glaubenskriege charakteri» siert vor allem die Verbindung eines Glau- , bensinhaltes mit politischer Aktivität, charakterisiert dies, daß der Glaube politisch aktiv wird. Gerade davon kann bei den Makkabäerkämpfen nicht die Rede sein. Tie Tempelgemeinde geht nichtzu politischer Aktivität über, sondern sie verweigert das Zeusopfer, das heißt aber, sie will Tempelgemeinde bleiben und nicht Polys, politischer Verband, werden. Tie Forderung des Zeusopfcrs ist nicht religiöse Forderung, nicht Forderung eines nichtjüdischen Glaubens, der dem jüdischen Glauben gegenüberstünde. Es gibt einen griechischen Kult, aber keinen griechischen Glauben. Tas Zeusopfer ist eine politische Handlung. Es symbolisiert die Reverenz vor dem selenzidischen Cäsar, die alles andere preisgebende Einordnung in die Polys. Tie Juden haben sich geweigert, dieses Opfer 311 bringen. Ihre Weigerung ist nicht politische Aktivität, wie sehr auch ihr Ungehorsam von seiten der Syrer als politischer Ungehorsam angesehen wurde. Tiefe Ungehorsamen starben den Tod, der ein Märtyrertod war, oder fluchteten in die Berge. Taß aus diesen fliehenden Scharen kriegerische Formationen wurden und ans den Führern dieser Scharen tUiänncr, die vom großen Rom her als bündnisfähig bewertet wurden, ist, profangeschichtlich gesehen, die Geschichte des Zerfalls des scleuzidischen Staates, also nicht Aktion, sondern Reaktion auf ein Außen. Tie Zwischenzeit, die einerseits von dem Zerfall des seleuzidischen Staates, anderseits vom Fnßfassen der römischen Macht in Palästina begrenzt ist, ist die Zeit des makkabäischen Staates. Tie makkabäische Geschichte ist zunächst nicht politische Geschichte, wohl aber Reaktion aus ein politisches Geschehen. Nicht von einer politischen Idee ist die fromme Schar der Makkabäer erfüllt, nicht politische Aktion ist das, was die Makkabäergeschichte zur jüdischen Geschichte macht. Unser Erinnern gilt der Rettung des jüdischen Volkes, dessen unpolitische Existenz auch im politischen Geschehen, in das es verflochten ist, und in dem es sich zu bewähren hat, so daß auch Politisches von ihm gefordert ist, erhalten bleibt. Tie Weltgeschichte ist als Profangeschichte nicht erschöpfend begriffen. Weltgeschichtlich gesehen, ist nicht nur das Wachsen des makkabäischen Staates Reaktion auf das Aufhören der Aktion der seleuzidischen Macht und das Nicht-glelch-Einsotzen der Aktion RoniS. Auch die einstige seleuzidische Aktion, wie die spätere römische Aktion, ist im weltgeschichtlichen Ausmaße — von Weltgeschichte ist nur sinnvoll die Rede, wenn von Gott die Rede ist — Reaktion. Gegenüber dem einzigen Akteur der Weltgeschichte erscheinen die Aktionen der Weltgeschichte ebenso verfügt wie die Passionen. An ihn erinnern die Chanukkalichte. Wir danken Gott, „der Wunder getan hat unseren Vätern in jenen Tagen um diese Zeit". Auch die Makkabäergeschichte ist, wie vorher die Geschichte des davidischeu Reiches, ein jüdisches Kapitel in der Geschichte vom Reiche Gottes. Eine moderne Darstellung der Makkabäergeschichte, die im Sinne des rabbinischen Judentums wäre, besitzen wir nicht. Weder Graetz noch Tubnow werden diesem Abschnitt jüdischer Geschichte gerecht. Die Darstellung des ersten und zweiten Makkabäerbuches zeigt die religiösen Momente der Entstehung und. des Verlaufes der Kämpfe. Diese beiden - Bücher, durch die die heutige Generation die Tatsachen noch immer am besten berichtet erhalt, wurden vom rabbinischen Judentum als „draußenstehende Bücher" (sefarim cliizonim) erklärt. Sie wurden also nicht in den biblischen Kanon ausgenommen. Der Grund ist derselbe, der für Sabbat Chanukka die obengenannte Sacharja-Stelle bestimmte, der überhaupt Chanukka im Festkalender noch weniger zur Geltung kommen läßt als Purim. Eine ss'uckat mizwah, eine vorgeschriebene Festmahlzeit, gibt es für Chauukka nicht, während Purim doch wenigstens als „Tag des Gastmahls und der Freude" (Esther S, 17 ff.) seine Beachtung gesunden hat. Das rabbinische Judentum steht hier unter dem Eindruck der katastrophalen Tatfachen, die entstanden, als eine spätere Generation, die Zeloten, sich die Makkabäer- Geschichte als politisches Vorbild nahm. Im Talnmd (Schabbat 21b) ist Chanukka nur das Fest der Tempelweihe. Von Kämpfen und Siegen wird geschwiegen.. Nur das Oelwunder wird berichtet. Diese kurze Darstellung ist für die jüdische Betrachtungsweise vorbildlich. Denn jüdische Geschichte ist dort, wo von „Taten Gottes" zu berichten ist. Dort findet dieses Ineinander von weltlicher und heiliger Geschichte statt, das die Cha- , nukkageschichte kennzeichnet. Srganisallsn der ReMvertrelung Central-Verein, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten und Bund Deutsch-Jüdischer Jugend hatten die Mitglieder der Jüdischer: Gemeinde, Stuttgart, am 24. November 31t einer Kundgebung in den großen Saal des Oberen Museums eingeladen, bei der Dr. Alfred Hirschberg t Berlin) zum Thema „Deutschjüdische Zukunft" sprach. „ y . Zur angesetzten Zeit waren ^aal, Galerie und Gänge bis in den letzten Winkel besetzt. In den vorderen Reihen bemerkte man die führenden Persönlichkeiten des württembergischen Judentums. Ter Oberrat war fast.. vollzählig erschienen, ebenso das Stuttgarter Vorsteheram't. Cs waren rund tausend Personen anwesend. Namens der drei veranstaltenden Verbände eröffnete der Vorsitzende der Ortsgruppe Stuttgart des Ecntral-Vereins, Dr. Manfred Sichel, die Veranstaltung mit einem Dank an den Referenten für seine publizistischen Bemühungen um die geistige Grundlegung der deutsch-jüdischen Wirtlichkeit. Ter Leitgedanke des Abends sei eine Mahnung an die Mitglieder der gesinnungsverwandten großen deutsch-jüdischen Organisationen, znsammenzustehen um des gemeinsamen Zieles, der Erhaltung des deutschen Judentums willen. Ein Sprechchor ans Mitgliedern des Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend trug eindrucksvoll wuchtige Sätze vor. die die Zuhörer für die Ansprache empfänglich machten, hie der Vorsitzende des Reichsbundes jüdischer . Frontsoldaten in Stuttgart, Tr. Albert Ma i n zer, sodann zn Ehren und zum Gedenken der Kriegsgesallenen hielt. In ergriffenem Schweigen erhoben sich die Anwesenden von ihren Plätzen. Tas Streichquartett der Stuttgarter jüdischen Kunstgemeinschast, jener unvergleichlichen Schöpfung von Karl Adler, spielte ein Adagio (aus dem Streichquartett i'-änr opus IHj von Dvorak). Von lebhaftem Beifall begrüßt, nahm dann Tr. Alfred Hirschberg das Wort zu seinem mehr alseinstündigen^^^„Deutschjüdische Gegenwart — deutsch-jüdische Zukunft". Er ging davon ans, daß die gemeinsame Sorge um die junge Generation die Menschen verschiedener organisatorischer Herkunst zu einer einheitlichen Willensblldung zusammenfügen müsse. Dev Referent untersuchte dann die jüdische Gegenwart in Deutschland in ihrer Unüber- Skeit und die Reaktion der jüdischen ,en auf sie. Bei vielen bemerke man „Fluchterscheinungen", bei den einen aus der Gemeinschaft, bei den anderen aus der Zeit, die sie nicht verstünden, bei anderen wieder aus dem deutschen Raum durch Auswanderung, die nicht durch wirtschaftlichen Zwang oder gesinnungsmähige Verpflichtung bedingt fei. Tie bedeutsamste und wesentlichste Fluchterscheinung aber sei die aus der Idee. Diesen Menschen sei die Frage vorzulegen, wie das große Gesetz jüdischen Lebens in der Welt zu deuten sei, und wie sie sich unter den unerschütterlichen Willen jüdischen Lebens in Deutschland einzufügen bereit seien. Ter Redner untersuchte die großen Linien der jüdischen Diaspora - Geschichte und fand, daß sich immer in Epochen schöpferischer Assimilation diejenigen Persönlichkeiten und Jdeenkräfte ergeben hätten, von denen aus das jüdische Dasein in der Welt als geschichtliche Erscheinung fortgeführt worden fei. Wenn man unter diesem Aspekt die Emanzipation des letzten Jahrhunderts prüft, so bestätigt sie die geschichtliche Sicht. Ohne die deutsche Judenemanzipation in: letzten Jahrhundert sei die seelische, sittliche, religiöse und auch materielle Widerstandskraft des Judentums in Deutschland und in anderen Ländern, die aus deutschjüdischer Geistesarbeit ihre tragenden Anregungen erhalten hätte, nicht denkbar. Emanzipation lediglich als in Paragraphen formulierten Zustand jüdischer Gleichberechtigung anzusehen, sei eng und trage der Wirklichkeit der Erscheinungen nur selten Rechnung. Gerade das letzte Jahrzehnt habe hierfür hinreichende Beweise gegeben. Wenn aber Emanzipation bedeutet, daß eine objektiv unterscheidbare Menschengruppe innerhalb einer großen Gemeinschaft sich in ihrem inneren Aufbau dem Aufbau dieser Gemeinschaft so anpasse, daß die aus der unterschiedlichen Struktur sich ergebende Spannung zwischen Mehrheit und Minderheit im wesentlichen aushörr, so sei Emanzipation auch in der Gegenwart ebenso sehr erstrebenswert wie notwendig. Die Emanzipation des vorigen Jahrhunderts bestätiguna fand. Die Arbeit, die heute zu verrichten ist, muß darin bestehen, einen Entwicklungsvorgang 311 vollziehen, durch den sich eine Sonderregelung erübrigt. . Der Redner unternahm sodann die Rechtfertigung der deutsch-jüdischen Entscheidung vom jüdischen Willen her. Es gibt heute zwei jüdische Gruppen, die in geschichtlicher Entscheidung stehen. Das deutsche Judentum und das palästinensische Judentum. JstJndentum nur in der abgesonderten Geschlossenheit lebenskräftig und für seine Menschen inhaltsvoll, oder ist im Zwang zur geistigen Auseinandersetzung zwischen Judentum und jüdischen Menschen und Unuveltsenlwicklnng die Stärkung und schöpferische Erneuerung des Judentums begründet? Was die Arbeit für jüdische Menschen innerhalb Deutschlands bei der Auseinandersetzung mit der nationaljüdischen Bewegung in Deutschland angehe, so könne man sagen: Wo für die Zionisten die Arbeit endet, da beginnt [ i c für lt n s! iesc Ueberlegungen schloß der Redner durch praktische Forderungen ab. Das deutsche Judentum habe sich zu einer aktiven Arbeits- ' Gemeinschaft formiert; cs sei selbstvcrständlich, daß die Träger des Emanzipations- Gedankens irn deutschen Judentum hinter der Reichsvertretung zu stehen hätten, damit Versuche von einzelnen oder von Gruppen, sich der Gesamtverantwortung für das deutsche Judentum durch „Flucht" zu entziehen, beseitigt werden können. In Stuttgart, der früheren Wirknnbsstätte von Otto Hirsch, von der Notwendigkeit der Neichsvertretung zu sprechen, hieße Enten nach Athen tragen. Unter stürmischem Beifall stellte Tr. Hirschberg das Verlangen nach zusätzlicher Leistung zur Durchsetzung dieser Ideen an die deutschen Juden. Niemand habe das Recht, eine jüdische Zukunft in Deutschland ans einer svlcksim Jdeengrundlage zu wollen, wenn er nicht zugleich durch persönlichen Einsatz oder burd> materielle Opfer der jungen Generation ihren Platz in Deutschland vorbereiten oder ermöglichen wolle. Ter Begriff der Zedaka sei vom Wohlfahrts- und Almosengeruch zu säubern. Zedaka heißt „gerechter Ausgleich", Zedaka ist u n s e r S 0 z i a l i s m u s d e r T a t. Das soziale, daZ wirtschaftliche, das kulturelle Leben der jüdischen Gegenwart muß sich mit diesem Gedanken erfüllen. Damit soll nicht etwa die junge Generation, was ja unmöglich sei, verwöhnt werden; im Gegenteil, auch von ihr sei Verzicht auf mancherlei Be« rufswünsche und -sehnsüchte zu verlangen, die zu Störungen innerhalb des Aufbaues des deutschen Judentums führen könnten. Mer sie müsse bei alledem das Empfinden haben, daß die weltanschaulichen Auseinandersetzungen nicht rechthaberisch ans ihrem Rücken ansgetragen werden. Disziplin, Aufgeschlossenheit und Zukunfts- Wille einer einsatzbereiten Jugend seien zusammenzufassen zur Gemeinschaft deutschjüoischer Menschen mit deutschem und jüdischem Zukunstswillen auf deutschem Boden. Lang anhaltender Beifall dankte dem Redner. ' Mit der Streichquartettfuge von Frank Xaver Richter in meisterhaftem Vortrag schloß die bedeutsame Veranstaltung. Die Neichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: Am 14- November trat der in der letzte» Beiratssitzung der Neichsvertretung der deutschen Juden eingesetzte Organisationsausschuß erst, malig zusammen. Der Ausschuß soll „die organische Weiterentwicklung der Neichsvertretung beraten", also .insbesondere die Fragen der Ausgestaltung einer engen Zusammenarbeit zwischen Reichsvertretmig. Landesverbänden und Gemeinden und Organisationen behandeln und zu praktischen Arbeitsvorschlägen verdichten. Tie erste Tagung war einer grundlegenden Aussprache über die organisatorischen Probleine, die sich aus der Arbeit der Reichsvertretung er. geben, gewidmet. Aon den Teilnehmern der Beratung wurde der geschloffene Wille aller Körperschaften des deutschen Indent u m s betont, die A r b e i t der R e i ch s v e r t r e t u n g t a t k r ä f t i g st 3 u unter ft ü tzen , die Neichsvertretung zu stärken und , die Verbindung zwischen Neichsvertretung und den sie tragenden Landesverbänden. Gemeinden und Organisationen durch eine enge Z„. sammenarbeit auszubauen. In den nächsten Sitzungen des Ausschusses sollen entsprechend dem Vorschlag des Vorsitzenden. Mmisterialwt i. R. Dr. Hirsch, die organisakorischeu Fragen, getrennt nach den einzelnen Arbeitsgebieten der Reichsvertretnng, insbesondere Schulwesen, Wirtschaftshilfe und Wohlfahrtspflege dn'rchberaten werden. Unsere Leser lverdeu mit Befriedigung davon Kenntnis nehmen, daß der Organisationsausschuß der Neichsvertretung seine Arbeiten ausgenommen und sachlich gefördert hat. Diese Feststellung in sehr erfreulich, denn sie zeigt, daß die ernsten Bemühungen aller verantwortungsbewußten indischen Kreise, die Autorität der Neichsvertretung zn ftärlen und zu erhalten, erfolgreich gewesen sind. Um so überraschender ist folgendes: Mit dem Absender „Vorstand der Indischen Gemeinde ,;n Berlin" wird an die jüdische Presse ein nm datiertes Beschlußprotokoll der Gemeinde mit Richtlinien für die Cntivicklnng der Reichs- Vertretung veröffentlicht. Es konnte nur der Eindruck entstehen, und einige jüdische Blätter sind offenbar auch diesem Eindruck erlegen, daß es sich um eine neuerliche Entschließung des Berliner Ge* meindevorftandes handelt, (sine Nachprüfung frei* lich ergibt, daß sie vom 1l. Oktober dieses Wahres stammt, also vor der Beiratssitzung vom 14. Lk. {ober gefaßt wurde, auf der die Einsetzung der Organisations-Ausschusses beschlossen wurde, der die organische Entwicklung der Reichsvertretung vorzubereiten hat und dem auch ein Mitglied des Berliner Gemeindevorstandes angehört. Man steht nach dem Verlauf der Beiratssitzung vom 14. Oktober und nach, der ersten Tagung des OrganisationS-Ausschusse« bietem Verhalten ohne jede Erklärung gegenüber. Die Zusanuneusetzung des Organisations-Ausschimcbürgt dafür, daß alle Erwägungen, auch solche, die der Vertreter der Berliner Gemeinde zur Berücksichtigung stellt, nach jeder Richtung hin sorgfältigst geprüft werden. Es ist also völlig unangebracht, durch derartige Veröffentlichungen die Entschließungen des Organisations-Ausschuises zu erschweren. Wir sind auch überzeugt, daß die Persönlichkeiten, die dem Organisations-Ausschuß angehören, das Vertrauen rechtfertigen werden, das man mit ihrer Wahl in sie setzte, daß ne nämlich ihre Entscheidungen unbeeinflußt von jedem äußeren Truck treffen werden. Kein Zwang zum Ztitungsbtzug in brn Schulen und für Beamte gann mit einem Rechtsvorgang, der durch nachfolgende innere Ausgestaltung seine Be- Mm -MM m WM.. Der „Völkische Beobachter" vom 22. November 1934 beschäftigt sich mit der Verlagsanzeige der „C.-V.-Zeitung: „Eine Brücke zur Heimat . . durch die die im Ausland lebenden deutschen Juden zum Abonnement der „C.-V.-Zeitungveranlaßt werden sollen. Der „Völkische Beobachter" stellt hierzu die Frage, welchen Menschen wir die Brücke schassen wollten. Für die Juden, die Deutschland aus sreien Stücken verlassen haben, erübrige sich die Brücke, denn „niemand wird ihnen die Rückkehr nach Deutschland verwehren, solange sie als Gäste dessen Sitten und Gesetze achten". Für kriminelle Elemente wäre es vergebene Liebesmüh', Brücken zu bauen. Eine dritte Vorstellung lehnt der „Völkische Beobachter" selbst ab, daß die Anzeige aus reinem Geschäfts- oder Profitgeist veröffentlicht worden sei. Es gibt eine vierte und allein zutreffende Auslegung. die der „Völkische Beobachter" nicht erwähnt hat: Eine Anzahl von Menschen haben durch die Ariergesetzgebung ihre Existenzgrundlage in Deutschland verloren und versuchen, außerhalb der Grenzen ihr Leben neu auszubauen. Diesen Menschen, deren kulturelle Bindung an Deutschland nie aufgehört hat, eine lebendige Verknüpfung zu schaffen, war der Sinn unserer Aufforderung: „Eine Brücke zur Heimat . . - Ter Reichs-Minister für Wissenschaft. Erzichung und Volksbildung gibt bekannt: „Auf meinen Erlaß vom 6. Januar 1934 muß ich nachdrücklichü noch einmal Hinweisen. Unter keinen Umständen darf ein Zwang auf die Schulen und Schüler zum Bezug bestimmter Zeitschriften, Zeitungen ui'iv. ausgeübt werden. Im Ilebertretungsfalle werde ich die Schuldigen zur Verantwortung ziehen. Ich lege Wert darauf, daß alle Schüler mit diesem Erlaß in irgendeiner Form vekanntgewacht werden." In einem Rundschreiben des stellvertretenden Beamtenführers, Stabsleiters Reusch. an die Gliederungen des Reichsbundes Deutscher Beamten wird daran erinnert, daß auch auf Beamte kein Zwang zum Bezug von Zeitungen ausgeübt werden dürfe. Zinn Beleg N'erdeu entsprechende, schon bekannte Verfügungen der Reichsleitung. des Präsidenten der Reichspressetammer und deS Stellvertreters des Führers wiederholt. NerWlung eines Redners der Seulweii «Slaubensdewegung wegen Acußerung über ShrlHenlum und Zudenlum VÜ U G3.260 360 Wie die „Kölnische Vvlkszeitnug" meldet, wurde in Kiel vor einer Kundgebung „Nordißstes Heidentum — deutscher Glaube" ein Redner der deutschen Glaubensbewegung verhaftet, iveil er in Breslau und in anderen 'Städten erklärt hatte, daß Christentum, Kapitalismus und Bolschewismus aus einer Wurzel, dem Judentum, stammten, und daß das Christentum nichts anderes sei als ein jüdischer Minderwertigkeitskomplex. Die Verhaftung erfolgte auf Anzeige der Kirchenbehörde in Magdeburg. Verkauf nur /rr^ Berlin C2 uerStn32^f JU Z »v: ll! N; d!]' R de lii „1 L : i

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