Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 47 (22.11.1934)
- Date
- 1934-11-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Äu§ Wirischaftszeitschriften Sir vittsOMchs 8utenfl EMsraS In einem Aufsatz ,T)a§ europäische Außen. Handelsproblem- („Europäische Revue",' 10. Jahra., 11. Heft) legt2L Reithinger sehr bemerkcnswerte Perspektiven für die wirtschaftliche Zukunft Europas nieder. Ta sich Europas politische und wirtschaftliche Slellung in der Welt durch den Krieg und die Krise stark verschlechtert hat und im Zuge der In. dustrialisierung der überseeischen Agrar- und Rohftßfflänicr die Absatzmöglichkeiten für europäische gerrigvrodukte sich weiter vermindern dürften, wird auch Europas Bedeutung als Abnehmer von'Rohfturfcri und Agrarprodukten — nach Ncithingers Ansicht — eine rückläufige Tendenz zeigen. Das Lch'ctsal unseres Erdteils wird daher künftig wieder stärker von der planmäßigen Entwicklung und Organisation seiner eigenen Agrar- und Ichh. swügrnndlagen bcstinnnt werden. Tabei wird es die wichtigste Ausgabe einer umfassenden Handelspolitischen Neuordnung sein, die europäischen chwargcbiete, deren Landwirtschaft beim heutigen Elend der Intensivierung weitgehend als übervölkert anzm'ehen ist. zur intensiveren Produktion der in Europa fehlenden Agrarerzeugnisse zu bcfälligen und dadurch ihre Kaufkraft für industrielle ^rligwareu zu steigern. Tiefe notwendige Ent- Wicklung kann nicht nur durch Finanzkredite der goldbentzenden Länder, sondern auch durch langiriuige Warenkrcüite der nicht goldbesitzcnden Indiistrieftaaten planmäßig gefördert werden. §oweit man heute organisatorische und handelspolitn'che Ausblicke andcuten kann, sind Möglichkeiten eines verstärkten Oelsrüchte. und Pflanzenfaseranbaucs im Südosten. tierischer Faserstofserzcugnng im Südwesten und am Balkan und einer heueren Ausschöpfung der im Boden liegenden Rohstoffgrunülagen noch in großem Umsang vorhanden. WÄlMö des MZSÄSLLÄS R u b a n, der Herausgeber der nationalsozialistischen „Deutschen Volkswirtschaft", macht im Heft 30 dieser Zeitschrift drei Gründe dafür verantwortlich, daß der deutsche Außenhandel sich zurzeit auf dem Niveau von 1894 befindet: zunächst die Weltwirtschaftskrise, die ihrerseits einem übertriebenen Egoismus der einzelnen Länder ihr Entstehen ^verdankt: ferner die Pfundentwertung, die alle Staaten benachteiligte, welche sich aus Gründen des inneren oder äußeren Prestiges dem Pfund als der eigentlichen Welthandelswährung nicht anschloffen, sondern am Luxus der kostbaren Goldwährung sesthieltcn. Zu diesen objektiven Ursachen der deutschen Exportkrise treten nach Ruban subjektive Momente in Form der aus eine deutsche Totalautarlie gerichteten Bestrebungen. Eine Politik der wirtschaftlichen Selbst, genügsamleit habe zwar für ein politisch isoliertes Land wie Deutschland ihre Berechtigung, vorausgesetzt, daß sie sich in richtigen Bahnen bewegt; Kapitalinvestierungen großen Ausmaßes zur Sicherung der Versorgung mit künstlichen Roh. stoffen seien jetzt zwar fällig, aber man dürfe nicht vergessen, daß Jnsularität kein Selbstzweck und Autarkie kein dauernder Jdealzustand sei. Andernfalls würde nämlich, so befürchtet Ruban, eine allzu gelungene Autarkie Gefahren für die Arbeitsbeschaffung herbeiführeu. Eine zeitlich begrenzte Teilautarkie ist die Forderung, zu der Ruban in der Besorgnis vor überstürzten Fehlinvestierungcn geführt wird. Um diese Teil, autarkie durch ausreichenden Export zu sichern, schlägt Ruban die Abkehr von den zahlreichen Formvorschriften und dem System der verschieden, artigen deutschen Exportwährungen und darüber hinaus die „Einführung gesunder valutarischer Verhältnisse" vor. Staat und Wirtschaft In eiiiem Ailfsatz „Deutsche Arbeitsfront und Ständischer Aufbau" („Nationalsozialistische Monatshcfte", 5. Iahrg., 54. Heft) geht Dr. Max Frauendorter den Problemen, die sich aus der Wechselbeziehung von Staat und Wirtschaft ergeben, nach. Ter Nationalsozialismus, erklärt Dr. Frauendorfer, bejaht die Notwendigkeit der privaten Initiative für alle Wirtschaftsgebiete, die einer Entwicklung überhaupt noch fähig sind. Hieraus geht hervor, daß es sich bei seiner Wirtschafts, führniig auf keinen Fall um staatliche Eingriffe in einzelne wirtschaftliche Maßnahmen handeln kann, noch der marxistische Gedanke einer „Plan- Wirtschaft" damit verwirklicht werden soll. Es wird im Gegenteil Aufgabe des neuen Staates sein, wie auf allen Gebieten, so auch auf dem der Wirtschaft, die Funktion der Oberleitung des Staates zu betonen und alles das abzubaiien, ivas heute der Stärkiing des Staatsgedankens dadurch schadet, daß es den Staat mit der Verantwortung für ihn wesensfremde Aufgaben belastet. Dieses klare Hervorheben der Oberleitung, das sich auf dem Gebiet der Wirtschaft in der Stellung von Aufgaben für die gesamte Wirtschaft oder für Teile derselben ausdrücken wird, wird geeignet sein, die Autorität des Staates aufs höchste zu verstärken und jedem einzelnen Bolksgenossen klar zum Bewußtsein zu bringen, daß über aller wirtschaftlichen Tätigkeit, über allen Interessengegensätzen eine unparteiische Instanz steht, der Staat, die Organisation des Aolkes. - SluS brr AMlilm-WielsSaft Tie Pa lest in a Electric Gorp., der ctl§ Konzessionärin das Monopol der Stromversorgung ganz Palästinas, mit Ausnahme Jerusalems, zusteht, hat — wie gemeldet wird — 1933 einen Roh. gewin von 149 300 LP (i. V. 83500) erzielt, woraus erstmals seit der vor elf Jahren erfolgten. Grün, dimg eine Dividende von 5 Prozent auf die Stammaktien ausgeschüttet werden lann. Ter Stromabsatz hat sich infolge des in allen Wirtschafts. Ziveigen Palästinas zu verzeichnenden Aufschwungs gegen das Vorjahr um 74 Prozent gehoben. 4.re Zahl der Abnehmer stieg um 45 Prozent. OM toü Die „Berliner Börsen-Zeitung" berichtet. in ihrem Wirtschüftsteil („Berliner Börsen-Couricr") vom 1. November in einem Aufsatz „Rohstoff Bernstein in Weltwirtschaft und Nationalwirtschaft" u. a. auch über die Bedeutung, die die Firnra S t a n t i e n u. D e ck e r für die Entivicklang der Bcrnsteingewinnung gehabt hat. Tw Firma Stantieu u. Becker hat die Pacht an der ostpreußischen Bernsteinnutzung 1858 übernommen, „deren führender Kopf und späterer Alleinbesitzer" — so sagt der genannte Aufsatz wörtlich, „der nachmalige Kommerzienrat Becker war. Dieser genialen Nnternehmerpersönlichkeit verdankt die Bernsteinindustrie ihren beispiellown Aufschwung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts." Ter Artikel berichtet dann ausführlich über die zahlreichen neuen Methoden, die Becker in die Bernstcingewinnung eingeinhrt hat und die diesen Rohstoff zu einem ^wesentlichen Faktor in der Hand des deutschen Exportes hat werden lassen. — Kommerzienrat M o r i tz Becker war ein Jude aus ganz kleinen Verhältnifscn, der sich cmporgearbeitet hatte. Straf der SetMdserlWWs Mch!igeLn!scheidung eines Dezirksverrvaltungsgerichls Einem Anlowächter war für die Ausübung des Lewachungsgeiverbes ans Parkplätzen vom Polizeipräsidenten einer rheinischen Stadt eine jederzeit widerrufliche Erlaubnis erteilt worden. Tiefe Erlaubnis wurde vom Polizeipräsidenten ohne Angabe von Gründen widerrufen und die Beschwerde des Autowächters vom Negierungspräsidenten zurückgewiescn. Gegenüber^ der hierauf erhobenen Klage beim Bezirlsverwaltnngsgericht wurde geltend gemacht, der Kläger fei als Jude persönlichen Angriffen ausgesetzt gewesen. Es sei ferner damit zu rechnen gewesen, daß ein Teil des Pnblitüms an der weiteren Ausübung des Gewerbes Anstoß nehmen werde. Das B ez i r k sv e r w a k tu n g s g e r i ch t hat der Klage stattgegeben und die Widcrrussverfügung des Polizeipräsidenten aufgehoben. In der Begründung heißt cs, der Widerruf der Erlaubnis durch die erteilende Stelle fei unzuläffig. vielmehr müsse die Polizeibehörde nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung Klage aus Untersagung im Derwaltungsstreitverfahren er-. heben. Auch auf allgemeine sicherheits polizeiliche Gründe könne die polizeiliche Anordnung nicht gestützt werden. Wenn der Kläger als Nichtarter bei der Ausübung des Gewerbes in der Oestemlichkeit persönlichen Angriffen ausgesctzt gewesen sei. so könne es sich hier der den strengen, jedes selbständige Vorgehen gegen jüdische Gewerbetreibende verbietenden Anordnungen der Negrcrung nur um einen vorübergehenden Zustand handeln. Die bedingungslose Untersagung deS Gewerbes ginge jedenfalls über da? nach § 41 des Polizeiverwaltungsgesetzeö notwendige und zulässige Maß erheblich hinaus. Die polizeiliche 'Anordnung sei daher ungesetzlich und der Kläger in seinen Rechten verletzt. zur MrMaglmz be§ WMLcrLanveL drs iüSüÄrn MlMandcö In der Arbeitstagung des Ncichsverbandes des Indischen Mittelstandes am 12. November sprach der Vorsitzende Wilhelm Marcus über „Die Ausgabeu des Jüdischen Mittelstandes". Trotz des erst cineinhalbjährigen Bestehens des Verbandes sei große praktische Arbeit in Positivem Sinne geleistet worden. Zweck und Ziel des Verbandes sei durch die Arbeit selbst beantwortet: für jüdische Kreise zu werben und für deren Existenz zu sorgen. Die Zusammenfassung der Mittelstandskreise bedeute auch erhebliche innerjüdische Arbeit. Auch in der Zukunft werde der Mittelstand und sein Verband noch ungeheure Arbeit zu leisten haben. Deshalb gelte es. die Selbsthilfe, besonders das Kreditwesen, auszubauen und den ganz auf sich selbst gestellten Verband so zu stärten. daß sich seine "Stoßkraft im Dienste der allgemeinen Wirtschaft und des jüdischen Mittelstandes bewähre. lieber aktuelle Einzelhandels» und Konjunktursragen sprach Tr. Herbert Kahn. Bei der gegenwärtigen Wirtschafts- und Berussstruttur der deutschen Juden und der Begrenzung ihres wirtschaftlichen Lcbensraumcs hänge das Wohl und Wehe nahezu aller deutschen Juden vom Gedeihen des deutschen Einzelhandels ab. Nach der Gleichschaltung gehörten fast alle von Juden geleiteten Betriebe zur mittelständischen Wirtschaft. Deshalb müßten alle Maßnahmen, die zur Sicherung und Förderung der mittelftändifcheu Wirtschaft getroffen würden, auch den in jüdischen Händen befindlichen Betrieben zugute kommen. Eine weitgehende und ständige Besserung könne nach der herrschenden Meinung nur von einer 'Mengenkvnjunktur kommen. Deshalb müßte jede Tendenz zu selbstsüchtiger Preissteigerung verhindert werden. Der Preiskommissar der an der Mitarbeit aller appelliere. m lJ r\r rrrn r; 1 L_äÜ m-iM .. “\1 gnnoannaaacDQQscDQosE g§. SE31MAMM ß.©. 1 Zeit 67» “ l las SMfiaos Ir alle We&waren. □ & 0X2 BanDDannDnnncoQasD ©reis GKC82 EGdarffsartiBiGi hSSgb- ZiiaM-üeli Zigarren, Zigaretten sn cros - en detail 49 Zell 49. H Nehmen S/e bitte be/ Ihren Einkäufen stets Bezug aut das Inserat J in der C.-V.-Zeitung. WerkzeagsnassMüsn üerüzesss Jl. Heimann Sohns, Frankfurt a.M. Ekeifeict Zeil 104 Radio — Photo Schattplatten \ GötIMz, ©leiwlfey | 1 Liisliii bl O Gleiwit* © Feöor Karps Gleiwitz XI ©tSG2,5S£'ä8G3SGE!S grosses SpozScsSSaaus Herrenes. 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