Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 47 (22.11.1934)
- Date
- 1934-11-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Ivachsenen. Ersparnisse werden geprüft, Sparbüchsen geleert tmb manche ernste Sorge taucht ans: reicht eL awhr Cs ist kein Zweifel, daß auch an Chanukka in diesem Jahre viele wieder zu den alten Gebräuchen zurückgesunden haben, und wo es noch nicht sein sollte, da werden die Kinder schon das Nötige tun. um zu ihrem Chanukka zu kommen. Ein Fest der Kinder? Nein, ein Fest oller Juden, das Licht und Freude in die Häuser und Herzenbringen soll, und das gerade auch in ernsten Zeiten ein-Augenblick des Ausruhens, des Aufatmens werden kann. Wünsche erfüllen, heißt schenken. Nicht jedem fällt es heute leicht, zu schenken/ gar vielen, die früher gern und Diel gegeben haben, ist die Mög. lichkeit dazu geuonrmen oder doch sehr beschnitten worden. Trohdem soll es in diesen Tagen gesagt sein: Schenkt und laßt euch beschenken! Denn wie alle Tinge im Leben, so hat auch das Schenken zwei Seiten: die eine, die Freude macht, und die andere, die Verdienst und Arbeit schafft. Vcan denke einmal ein wenig rückwärts und überlege, wie viele Menschen etwa durch einen Ehanukkaleuchter. den ihr eurem Jungen schenkt, arbeiten und verdienen konnten, und wie viele mehr wieder in Arbeit und Brot kommen, wenn ein jeder nur so viel schenkt, wie es seine« Derhältnisien entspricht. Das ist die wirtschaftliche Seite des Schenkens. und von ihr soll und muß gerade in einer Zeit gesprochen werden, in der viele jüdische Menschen hart um ihre Existenz ringen müssen. Auch sie werden durch eure Käufe vielleicht wieder in die Lage verseht, diesem oder jenem eine kleine Freude zu bereiten, auch sie schenken und kaufen . . . schenken und kaufen: ein ewiger Kreislauf, der sich vervielfacht und immer mehr Menschen auch wieder zu Käufern werden läßt. Es ist eigentümlich, wie wenig diese Seite des Schenkens im allgemeinen beachtet wird, und alle, die über die „Unsitte" des Schenkens schimpfen, mögen einmal darüber Nachdenken, ob auch sie nicht letzten Eudes aus irgendeine Weise einen Teil ihres Lebensunterhaltes daraus .sichen, daß andere Menschen durch Schenken Freude und Arbeit spenden. — thal. Material zum MkoWrMm In ..Klepzigs 2lnzeiger für die Metall, und Maschinen.Industrie" Nr. 43 vom 26. Oktober 1934 findet sich folgende Betrachtung: ,^Dor allem muß der unerhörte Zustand aushören, daß. wie die amerikanischen Einkäufer auf der Leipziger Herbst, messe erzählt haben, das amerikanische Volk tag. lich zweimal durch den Rundfunk ermahnt wird: kauft keine deutschen Waren! Es ist vielfach behauptet worden, daß dieser Boykott der deutschen Erzeugnisse nur durch jüdische Elemente gestützt . . werde. Das mag hier und da zu. treffen, erklärt aber keineswegs die lange Tauer und die Schärfe des Boykotts. Gefördert und am Leben erhalten wird dieser Verruf deutscher Waren vor allem von seiten der amerikanischen Industrie, die sich durch eine vielfache populäre Parole die billigere deutsche Konkurrenzware vom Leibe halten will. Wäre der Boykott deutscher Waren in Nordamerika lediglich ein jüdisches Nlanöver. so wäre doch zu erwarten, daß er mit allergrößtem Nachdruck da -Handhabt würde. Ko dar Judentum völlig die Geschäfte beherrscht, nämlrch in P a! ä st t n a, DaS ist aber keinesweg« der Fall, denn dort treibt man Deutschland gegenüber eine sehr vernünftige und planmäßige Handelspolitik." ________ Sie VrriMrrwkuhung Wie die Zeitungen berichten, wird folgendes mitgeteilt: Beim Neichskommisiar für PreiSüberwachung gehen täglich Klagen ein, daß bei Der. trägen, die vor einigen Wochen oder Monaten fest abgeschlossen wurden, der Verkäufer jetzt die Lieferung nur zu erhöhtem Preise oder zu sonstigen verschlechterten Lieserungs- oder Zahlungsbedingungen ausführen will. Es wird darauf hingewiesen, daß ein solches Verhalten bei zu festen Bedingungen abgeschlossenen Verträgen vollkommen rechtswidrig ist und Einhaltung abgeschlossener fester Verträge zu den selb st verständlich st en Gepslogenheiten eines ehrbaren Kaufmanns gehört. Auch Verbände, die Preise bestimmt haben, haben häufig versucht, auf ihre Verbandsangehörigen einen Druck dahin auszuüben, daß selbst solche Waren zu den neuen höheren Preisen abzusctzen sind, die noch zu einer Zeit eingekauft sind, als Preisbindungen oder Auflagen nicht bestanden. Es wird darauf auf. merksam gemacht, daß nach Auffassung des Reichskommissars diese Versuche. ..Altware" späteren Preisbindungen oder verschärften Absatzbedingungen zu unterwerfen, unzulässig sind. * In einer Verordnung des Neichskommissars für Preisüberwachung ,.üder Preisbindun. gen und gegen Verteuerung der Be. darfsdeckung" wird in 8 1 bestimmt, daß Verbände und andere Zusammenschlüsse ösfentlichen oder bürgerlichen Rechts Preise, Mindest, spannen, Höchstnachlüsse und Mindestzuschläge nur noch mit Einwilligung des RelchSkommisfars oder seiner Beauftragten sestsetzen, verabreden, empfehlen oder zum Nachteil der Abnehmer des Klein- Händlers verändern dürfen. 8 2 verbietet Erzeugern und Großhändlern ohne vorherige Einwilligung des Neichskommissars Kleinhandelspreise scstzusetzen oder zum Nachteil der Abnehmer zu verändern. 8 3 untersagt den Weg der Ware vom Erzeuger zum Verbraucher durch Eiuschaltung volkswirtschaftlich entbehrlicher Zwischen, stellen aller Art zu erschweren. zu verlangsamen oder zu verteuern. Damit, so wird nach der Tagespresse hinzugefügt. soll .selbstverständlich nicht die volkswirtschaftlich notwendige Funktion des großen Einzelhandels angetastet werden. Sie sei im Gegenteil unentbehrlich. „Wenn jeder Verbraucher seinen ganzen Warenbedarf bei den verschiedenen Erzeugern decken würde, würde er ein mehrfaches seines Einkommens verreisen müssen." Betroffen werden sollen hiermit aber diejenigen Zwischenschaltungen auf dem Weg der Ware vom Erzeuger zum Verbraucher, die entbehrlich sind und irgendeine volkswirtschaftlich berechtigte und nützlich)« Wirkung nicht mehr haben. Damit auch hier keine Unklarheiten m der Praxis entstehe«, hat sich der Reichskommissar di« Entscheidung darüber Vorbehalten, ob die Zwischenstelle im einzelnen Fall volkswirtschaftlich entbehrlich ist oder nicht. * DieKartellstelledesReichsstandeS der deutschen Industrie ist, rvie die Zeitungen berichten, unmittelbar dem Führer der Wirtschaft unterstellt worden, um im Ernvernekmen mit Dr. Goerdeler bei der Frage der Auflockerung von Kartellbindungen Mitwirken zu können. Selbstverständlich liege die Entscheidung über die Einzelfälle beim Preiskommissar. WWttge MMMM WMMNM Das Reichswirtschaftsministerium teilt. wie die Tagespresse berichtet, mit: Aus allen Teilen des Reiches eingehende Beschwerden lassen erkennen, daß vielerorts noch Bestrebungen am Werke sind, über die in der 9. Bekanntmachung des Werberates der deutschen Wirtsck)aft gegebenen Richtlinien hinaus die Außenreklame einzuschränken oder ganz zu unterdrücken. Der Werberat hat in ferner 9. Bekanntmachung vom 1. Juni d. I. allen berechtigten Klagen über die Verunstaltung des Landschafts, und Ortsbildes durch Reklame Rechnung getragen. Weitergehende Maßnahmen beeinträchtigen berechtigte Interessen der Wirtschaft und schädigen zahlreiche Volksgenossen, die in der Herstellung von Werbeschildern Arbeit und Lohn finden. * Bei der Herstellung von Speise-Eis dürfen nach den geltenden Bestimmungen außer Stärkemehl nur Tragant und Obstpektin zugesetzt werden. Bei den beiden letzten Bindemitteln handelt es sich im wesentlichen um ausländische Erzeugnisse. Ter Reichsrnnenminister hat, nach Berichten der Zeitungen, angeordnet, daß in Zukunft auch die Ver- Wendung von Gelatine für die Bereitung von Eremeeis, Fruchteis und Nahmeis zuzickasfen ist. da bei der Herstellung von Lebensmitteln nach Mög. lichkeit auf deutsche Roh. und Zusatzstoffe zurückgegriffen werden soll. Im Einvernehmen mit dem Präsidenten der Reichsanstalt hat, wie berichtet wird, die Reichskulturkammer den Arbeits. p l a tz - A u s t a u s ch für die k ü n st I e r i s ch e n Berufe übernommen. Bühnenmitglieder, Artisten. Musiker usw., die Mitglieder eines Fach. Verbandes sind, der zur Reichskulturkalnmer (zu einer ihrer Fachkammern) gehört, sind danach von der Meldung beim Arbeitsamt ausgenommen. An Stelle der Arbeitsämter übernimmt hier die Reichskulturkammer (die zuständige Fachkammer) die Durchführung deS Arbeitsplatz-Austausches. Ebenso ist die Genehmigung zur Einstellung von Jugendlichen unter 25 Jahren für die künstlerischeu Berufe der Reichskulturkammer und ihren Fachkammern übertragen worden. Eine Hebertragung der Befugnisse auf die Fachverbände ist nicht zulässig. * Die seit dem 1. Oktolvr gültige Anordnung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung über die Ausstellung von Dringlichkeitsb/sscheuugungen für Auslandsreisen ist. wie die Tagespresse meldet, durch ein Schreiben der Reichsstelle an den Deutschen Industrie- und Handelstag dahin erweitert worden, daß nunmehr — sofern es sich um G e s ch ä f t ö r e i se n nach dem Ausland handelt — an Stelle der zuständigen Ortspolizeibehörde auch die Industrie, und Handelskammern berechtigt sind, für ihre Mitglieder Dringlichkeitsbescheimgungen auszustellen. Aus Grund von derartigen Dringlichkeirsbesck)einiaungen dürfen natürliehe Personen, die ausschließlich im Inland ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, über die Freigrenze von 10 RM hinaus inländisch. ScheLemünzen bis zum Betrag« vm « RM oder deren Gegenwert in ausländischen. Gewsorten tm Reiseverkehr ohne Genehmigung m das Ausland Arbeitsfront und SrganWlsn der WriWüst Auf einer von der Reichsbetriebsaemeinschaft Banken und Versicherungen" in Berlin veranstalteten Massenkundgebung sprach u. a. auch derstellvertretendeFührerderWirtschaft Graf von der Goltz. Nach Berichten der Taaespresse führte er u. a aus: Die Arbertsfront habe die entscheidende Aufgabe erhalten, die Gemeinschaft der Betriebe zusammenzuführen und den Arbeitsfrieden unter allen Um. ständen in Deutschland zu sichern. Die Organ isation der Wirtschaft habe die Aufgabe, die Gemeinschaft der Betriebe untereinander herzustellen und in einer solchen Gemeinschaft der Leistungsfähigkeit des einzelnen Gelegenheit zur Auswirkung zu geben, die Einzelnen zur Lösung von Gemeinschaftsaufgaben zusammenzuführen, vder wenn es nötig sei unter Aushebung von überflüssigen Kartellen usw. einen sauberen Wettbewerb der einzelnen Persönlichkeiten herbeizuführen. Diese Aufgaben seien aber nur erfüllbar, wenn sie sowohl in der Arbeitsfront wie in der Wirtschaftsorganisation von Leuten ausgeführt würden, die Träger des Gedankengutes seien, das die Vorkämpfer von 1914 bis 1933 mit dem Tode besiegelt hätten. Die Deutsche Arbeitsfront als Parteiorganisation werde die Prinzipien des Nationalsozialismus rücksichtslos durchsühren. Tie Wirtschaftsorganisation sei noch kerne Partei- Organisation. Dennoch werde auch sie unzweifelhaft ihre Aufgabe nur erfüllen können, wenn in ihr nach den alten Methoden der Partei gearbeitet werde. Tie Führung zu einem inneren Umbruch und zu einer geistigen Umkehr könne überall nur von Leuten besorgt werden, die in ihrem Fach Bescheid wüßten, die aber auch bedingungslos und vorbehaltlos positiv und aktiv in den Gedankenfjänflen der nationalsozialistischen Bewegung zu Hause seien. Das südafrikanische Komitee bat dem Hilfsvercin der deutschen Juden mitgeteilt, daß es nicht in der Lage sei. im voraus Stellungen zu beschaffen, iis könne nur beraten und diejenigen, die dort ein« treffen, in der Stellungsuche nach Kräften unterstügen. Möglichkeiten für Akademiker seien so gut wie nicht vorhanden: für Kaufleute und kaus» männische Angestellte sei ein Unterkommen schwer, jedoch bei guten Branche- und Sprachkenntniisen möglich. Besser seien die Aussichten bei anderen Lc- Der Hilfsverein der deutschen Juden ist bereit, nähere Informationen zu erteilen, bzw. zu beschaffen. Er bittet bei allen Anfragen um detaillierte An« gaben über: 3. Alter, verheiratet oder nicht. 2. Bildungsgang und bisherige Berufstätigkeit (möglichst vollständig). 3. Ob und wieweit englische Sprachkenrümsse vorhanden sind. 4. Qb das von der Einwanderungsbebörde vev langte Mindestkapital von 300—200 Pfund Sterling je Einwanderer zur Verfügung steht. Die Firma Mar Tonn, Berlin C 2. Büromlwel, Geldschränke und Geschäftseinrichtungen, beging am 14. November ihr 40jähriges Geschäftsjubiläuou )!■ iS I: SMII Liirn Ü3 IL *«•???»«.>! Breslau 'y ' Kaatkaas 112 S. See' Immer Sührend v. J BßESLAU - Wc^^TTvTÄoZaTS»- 8Jf W ApoMa y j Kaufhaus Rosewitz Führend am Platze. * ^Arnstadt —— \ > lV L, Thür. / j wmmnmwf 1 ISaafsians Louis Porasner CröHtes Sortimenfoesctiätl am Platze Etnastiel Festster Beuthcu 0/8,, Glelwltzer Str. 86. WoI!waren,TrUsofagenj Schnelderofartikei llentliea o.»s. S Im Sshiiftan »ufhan 0.«5, - Ring 16/17 eiden / Kleiderstoffe Leinenwaren Damenkonfektion Pasl MsM Beatbeo 0 8», Blaff Daiaentaschcn < Koffer, BclecarSSkel Irr grösster Auswahl Beutfaen o--s.y~j Qreoen-undPiioSsfssus —— am Sonnenplatz.- ■ §. EtostcrtiSs Beutben O/S. Büromasehlnen Bürobedarf1 Früh. Vartrstw dar Continsntal-Schreibmaachlnas- Bruno Matthias, Breslau 5 Gartenstr. 10 Tel. &7860 Abteil. L Drogen. 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