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Central-Verein-Zeitung · 1934-11-15 · 46 (15.11.1934) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
46 (15.11.1934)
Date
1934-11-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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y Diaspora - ExMZvz - hsuts y - De. Manfred Swarsensky nndDr. Hans Reichmann bei einer Lundgebuag des Landesverbandes Grotz-VerNn öoü dem gleichen Empfinden der Gefährdung des Judentums erfüllt waren, ergab sich eine Zeitlang ein gewisser Einklang und damit ein .Bemühen um wechselseitiges.Verstehen und Um gegenseitiges. Dulden. ■ ... In dem Maße jedoch, - wie die Rückwirkungen des Zwanges von außen sich innerhalb der jüdischen Gemeinschaft auswirkten, stellen sich die Gegensätzlichkeiten wieder heraus, die ans den. verschiedenen Ursprüngen der Führerschicht wie der Geführten herrühren.. Von. den drei Faktoren: Temperament, wirtschaftliche Sicherungen, geistig-seelische Sicherheit, spielen in diesem Zusammenhang nur die beiden-letzteren eine Rolle. Sickerungen durch Besitz gewährleisten im allgemeinen zugleich auch, eine innere Distanz zu den Ereignissen. Je mehr sich zwischen einen Menschen und das Nichts ein schiebt, um so schwerer wird es ihm, Verständnis für die Seele dessen zu haben, dem das Nichts Gewohnheit ist. - Tie Menschen des Nichts können heute als Juden keine Politischen Konsequenzen mehr ziehen. Tie Auseinandersetzung zwischen ihnen und den noch Besitzenden vollzieht sich also innerhalb des jüdischen Bereiches. Und hierbei ist Besitz nicht nur im 'Sinne der Verfügungsberechtigung über Verrnögen zu verstehen, sondern auch als die Berechtigung, Funktionen im Namen jüdischer Gemeinschaften ansznüben. Das Ventil leidenschaftlicher Volksversammlungen oder 'von Wahlgängen und Wahlkämpfen innerjüdischer .Art. fehlt zurzeit, und wir glauben sagen zu müssen, daß cs für einige Zeit auch noch so bleiben sollte. Diese Menschen können nicht irgendwo und irgendwie öffentlich sichtbar anderen vor Augen führen, daß hier eine durch die jüdischen Richtungen hindurchgehende .Opposition gegen' die vorhandene jüdische Ordnung da ist. Und das macht aus diesen Menschen, je nach ihrem Temperament, entweder resignierende Wohlsahrtsempsänger, aus denen sich der aus ähnlichen Gegebenheiten entstandene Schnvrrerlyp des Ostens wieder entwickeln könnte, oder verbissene, grundsätzlich negativ eingestellte Kritiker, die für die innere Stimmung des dentschen Judentums eine Gefahr darstellen. Es muß von allen jüdischen leitenden Stellen als vordringlichste Aufgabe angesehen werden, die unmittelbare Berührung mit diesen Schichten zu finden. Es genügt nicht, Versammlungen abzuhalteu, in denen die Leitung ihre Politik den Empfangenden gegenüber rechtfertigt, sondern es muß eine Form der Einfügung dieser Schicht in die Verwaltung und Regelung ihres eigenen Schicksals entwickelt werden. Es. wäre nicht zu verantworten, daß unersetzliche Kreise des deutschen Judentums als Positiver Bestandteil jüdischer Arbeit aus fallen und höchstens Objekt, meist sogar oppositionelles Objekt, der jüdischen Verwaltung werden. Tie wichtigste Schicht, deren Schicksal einsichtsvoll und vorsorglich behandelt werden muß, ist die junge Generation. Für sie ist, soweit ihre wertvollen Kreise in Betracht kommen — die anderen sind unter die oben geschilderte Schicht zu rechnen —, der niedrige Lebensstandard, der verengte Lebensraum. die härtere Lebensgestaltung keine Verdammung, sondern eine Gegebenheit, die zu erhalten und zu entwickeln ist. Ihre Bitdungsvorstellungcn sind anders als die der Menschen, die in Sicherheit und Muße ihre geistige Schulung genossen haben. Ihre Besitzvorstellungen sind andere als die derjenigen, für die Lebensform in direkter Beziehung zu Summen Geldes stand. Für sie ist auch die organisatorische Erscheinungsform des Judentums, wie sie sie vorsanden, nicht jene frühere nur zusätzliche Betätigungsmöglichkeit von Juden neben den allgemeinen Möglichkeiten des öffentlichen Lebens, sondern die allgemeine und einzige über- Pcrsönliche Form außerhalb ihres privaten Bereiches. Es sind die bündischen Menschen, die hier in erster Linie gemeint sind, die einen ihnen unverständlichen und sie mit Mißtrauen erfüllenden ' Gegensatz sehen zwischen ihrer — des deutschen Judentums von morgen — Lebenshaltung und Gestaltung und der, der in Macht und Einfluß befindlichen älteren Generation. In diesen Menschen ist keine Resignation« In ihnen ist Zukunftswille und Selbstbewußtfein; sie bauen sich, da man sie in die Verwaltung des überkommenen jüdischen Hauses nicht hineinläßt, ihr eigenes Nothaus daneben. Wie wäre es sonst zu begreifen, daß sich wertvolle Menschen, die sich ihrem Lebensalter nach nicht mehr zurJugendbewegung rechneu können, eine Fortsetzung ihrer bündischen Der Groß-Berliner Landesverband des Central- Vereins hatte wiederum zu einer Kundgebung in das Berliner Logenhaus eingeladen. und wieder drängten sich Mitglieder und Freunde der Beweguyg in dem überfüllten Saal. Herrlicher Gesang von Wilhelm Guttmann, thematisch - der Stunde angepaßt und ausgezeichnet begleitet von Dr. V. Ernst Wolfs, gab stimmungsvollen Auftakt zur Stunde. Rabbiner Dr. Manfred S w a r - sensky sprach über die „Dmspora-Existenz- —• heute": Wieder sei das GolusSchicksal in unsere Existenz eingebrochen. Wieder glaube man, daß ein jüdisch legitimes Leben in den Ländern der Welt nicht möglich sei. Doch diese Ansicht sei irrig. Diaspora ist jüdisches Schicksal in der ganzen Welt, auch in Palästina, denn nur etwa tausend Jahre lang hat das jüdische Volk im eigenen Land gesessen, vorher und nachher waren und sind Perioden der Diaspora. Die letzte währt nun schon zwei- 'tausend Jahre. Tie Zeit der Diaspora ist immer auch eine Zeit der Assimilation gewesen, sie war nicht destruktiv, sondern schöpferisch. Daß das Judentum die lange Zeit der Diasporen überlebt hat, dankt es der Tatsache, daß es niemals ein politisches Volk war. Zur Zeit der Könige und später nach den Makkabäern bestand die Gefahr, daß die Juden ein politisches Volk hätten werden können, und gerade, als diese Gefahr bestand, begann das Judentum, sich au den Propheten zu entzünden. Und es kam die Spaltung zwischen den Saduzäern, die aus dem Judentum ein politisches Volk machen wollten, und den Pharisäern, die es als Volk eigener Art, gebunden nur durch die Religion, erhalten wollten. Diese Vergangenheit hat das Wesen des Judentums bis auf den heutigen Tag bestimmt. Immer dann, wenn man die jüdische Frage zu einer politischen machen will, wird auch in Zukunft das Judentum unterliegen: das ist das Tiaspora-Schicksal des Judentums. Es ist gegründet auf die Macht der Machtlosigkeit, und nur deshalb konnte es sich in der Welt erhalten. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, sei das Treiben der Revisionisten die höchste Gefahr. Es sei die schlimmste Assimilation, die denkbar wäre, und bedeute den Untergang des Judentums. Selbst Palästina ist, so sagte Tr. Swarsensky, eine garantierte Macht, und das Judentum ist dort genau demselben Tiaspora-Schicksal unterlegen wie das Judentum der ganzen Welt. TaS zweite Charakteristikum des Diaspora- - Schicksals sieht Dr. Swarsensky in der Tatsache, daß das Judentum überall in der Welt eine Minorität ist. Tie Angehörigen einer Minderheit müssen immer mehr leisten als die Mehrheit. Diese dauernde Forderung des Mehr-leisten-müssenS hat dazu beigetragen, das Judentum zu erhalten. Nichts sei gefährlicher als das Schlagwort von der Haltung durch das Aufsehen von immer weiteren Betätigungsformen auf den ursprünglichen Bund zu schaffen versuchen. Sie finden in der vorhandenen jüdischen Öffentlichkeit keine ihnen angemessene Betätigungsmöglichkeit. Sie sind keine Opposition im üblichen Sinne, sondern sie formen, was viel bedenklicher ist, neben dem durch die Fortführung feiner Funktionen legitimierten Judentum in Teutschland ein eigenes deutsches Judentum« Das wird nicht dadurch widerlegt, daß zur Wahrnehmung gewohnter Funktionen auch jüngere Funktionäre in zahlreiche Gremien berufen wurden. Sie können allenfalls den Mechanismus der Arbeit von veralteten Formen befreien, aber die Form als Ganzes ist, von den geringen Ansätzen der Reichsvertretung abgesehen, unverändert geblieben. Und ohne damit die Auseinandersetzung über die Entwicklung der Neichsvertretung an dieser Stelle neu aufzunehmen oder fortzusetzen: wenn an einem Punkte die Verschiedenartigkeit des jüdischen Lebensgefühls zwischen den in den Positionen befindlichen Menschen der älteren Generation und den außerhalb der Funktionen stehenden Menschen der jungen 'jüdischen Generation deutlich gemacht' werden soll, so ist eS die Diskussion über die Neichsvertretung, die eine Auswechselung von Personen, aber keine Erneuerung als Nahziel hat. Die ernste Frage ist zu überlegen, wie diese jüdische Entwicklung neben dem offiziellen deutschen Judentum in das offizielle Judentum hineingeführt und es von innen her zu durchdringen und zu erneuern in die Lage gesetzt wird. Auch hier ist das Regulativ von Abstimmungen und Wahlen zurzeit nicht verfügbar. Aber es muß von den Organisationen und Gemeinden die Möglichkeit geschaffen werden, daß die wertvollen Menschen der jüngeren Generation an die jüdische Ar- Normalisierung. Nur solange sie mehr leistet, ist die Minderheit zu überdauern befähigt. Und daS Dritte: dag Diaspora-Schicksal ist immer verbunden gewesen mit Leid. Glück und Leid sind für den Juden nicht egoistische Begriffe. Glück bedeutet nicht, daß es dem einzelnen materiell besser geht, sondern Glück bedeutet, daß Gerechtigkeit und das Gute in der Welt Raum gewinnen, und Leid, daß Gerechtigkeit und das Gute in der Welt keinen Raum haben. Und wenn das Leid in das Diaspora-Schicksal eingeschinolzen ist, so ist das jüdische Leid etwas ganz anderes als allgemeines Leid; deshalb ist es auch niemals sinnlos gewesen, es hat die Inden niemals schwächer, sondern stets nur stärker gemacht. Golus und Diaspora-Schicksal läßt sich nicht leugnen. Es ist falsch gewesen, wenn wir es aus unserem Denken herausgenommen haben. Golus und Diaspora-Schicksal sind nicht politische Größen, sondern uraltes Schicksal, dessen Ueberwindung im letzten Sinne nur möglich ist durch das Hereinbrechen der rnessianischen Zeit. Das Zentrum der Diaspora hat in den letzten 120 Jahren in Deutschland gelegen. Und auch diese letzte Diaspora-Zeit. die die Verbindung des jüdischen Geistes mit deutschem Geiste vollzogen hat, ist eine wertvolle schöpferische Diaspora getvesen. Aber in einem ist diese Zeit von allen früheren Diasporen verschieden gewesen. Die Emanzipation, die wir dem Liberalismns verdanlen, hat uns nngeschichtlich gemacht. Wir haben geglaubt, die Einanzipation sei bereits der Hereinbrnch der rnessianischen Zeit, es sei bereits die Zeit gekommen, da der Mensch nur Mensch sein könne. Das war der Fehler. Ter Mensch manifestiert sich nur im einzcluen, nicht in der Gesamtheit. Und wir wissen aus diesem Fehler heute, daß die wahre Emanzipation nicht zum Ziel haben darf, das; der Jude als Mensch, sondern daß der Jude als Jude anerkannt wird. Das hatte die Emanzipation übersehen. Weil wir dies erkennen, brauchen wir nicht vor: einer Liquidation der Emanzipation zu sprechen, sondern wissen wir, daß wir an der neuen Emanzipation arbeiten müssen, die sich vollziehen wird, wenn die Periode friedlicher Nachbarschaft wiederbeginnt. In Zukunft wird und muß Palästina eine größere Rolle spielen. Aber cs wäre der größte Fehler, in Palästina eine Lösung der Eesamtfrage des Judentums zu sehen. Selbst wenn eine Million Juden in Palästina leben könnten, würden immer noch fünfzehn Millionen Inden in der Diaspora leben. Und wir müssen endlich wissen, daß es jüdisch ebenso legitim und verantwortlich ist. hier zu existieren. Auch wenn das zeitliche Schicksal noch so schwer ist, müssen wir es auf uns nehmen, weil vor uns ein ewiges Schicksal steht. Vom- Weltbild des deutschjüdischen Menschen sprach dann der Syndikus des Central-Vereins Dr. Hans R e i ch m a n n. Wohl haben wir die Gefühle beit herangesührt werden, auch ohne Funktionäre im technischen Sinne zu werden. Die Arbeitsgemeinschaften einiger jüdischer Lehrhäuser genügen nicht. Es muß lebendige Anschauung und unmittelbare Berührung mit dem wirklichen Mechanismus eintreten. Das Wort von der Rücksichtnahme auf die fehlende Quantität im Judentum gilt auch hier. Wir können eS uns nicht leisten, daß eine Tradition jüdischer Arbeit fortgesetzt wird, die sich von denen entfernt, für die sie gedacht ist. und daß der innere Zusammenhang der jüdischen Gemeinschaft gestört wird. Gerade an dieser Stelle braucht nicht näher ansgeführt zu werden, daß die Männer, die gegenwärtig Funktionen im Judentum bekleiden, bis an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Leistungsmöglichkeit belastet sind. Aber ich meine, daß eine Abgabe mancherArbeiten an neueMenschen und somit ein Zeitgewinn für die Beschäftigung mit den neuen Problemen gefordert werden und erreichbar sein muß. Tenn schließlich wird jüdische Arbeit nicht um der Arbeit allein willen getan, sondern um der jüdischen Menschen willen, die sie brauchen. Im Mittelpunkt dieses Gedankens und dieser Arbeit steht der jüdische Mensch und die jüdische Zukunft, und das heißt: der junge deutsche Jude von heute. Sicherlich sind viele Sperren und Steine zu beseitigen, bis der Nebenpsad der jungen jüdischen Generation auf den gemeinsamen Weg einmündet, der auch nicht mehr die Glätte und Breite von früher hat. Aber die junge Generation scheut keine Arbeit, und die ältere, die die bisherige Arbeit trägt, sollte froh sein, mittragende junge Schultern zu finden. Wir beabsichtigen, den Inhalt dieser Arbeit auf der Grundlage der C.-V.-Jdee in der nächsten Zeit an dieser Stelle zu entwickeln. der Erschütterung, der Verzweiflung oder des Trotzes gesehen, die das. .Umweltgeschehen in den deutschen Juden auSgelöst hat. Slber die Eni. täuschung des einzelnen darsiebenso wenig Parolen für die Gesamtheit schassen, wie das gute Ergehen einzelner. Wir müsien nach Gesamtlösungen fitelKnt, die jedem Glied unserer Gemeinschaft die Erfüll lung seiner politischer!, wirtschaftlichen und kultn. regen Hoffnung möglich machen. Tie deutsche;'j Juden waren früher nicht gewohnt, ihren Lebens. I aülauf als Juden unter einer Idee zu sehen, es sei | denn, daß turbulente Ereignisse ihnen die Gefahr-? düng ihrer Emanzipation zeigten und sie aus ihrem 1 geschichtslosen Denken weckten. Wir aber sahen die : Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft stets unter f dem Gesichtspunkt, ob die Emanzipation sich durch. ji gesetzt hatte, ob sie Rückschläge erfuhr, ob sie qe. J fährdet war. Wir wußten sehr wohl, daß die! geistesgeschichtliche Grundlage der Einanzipatian \ nicht mehr lebendige Wirklichkeit war, und daß da-? s deutsche Voltsbewußtsein trotz aller kultnrelleu Ei,:. ■■ ordnuug und formalen Gleichberechtigung den M-. l griff des jüdischen Deutschen nicht in sich auiacil nommen hatte. Dr. Neichmann setzte sich dann mit | den Kritikern des Emanzipationsgedankens ausein- |j ander und warnte davor, das Schicksal der Mh lvegung mit der Idee zu vergleichen. Auch wenn die E Bewegung, wie es jeder Ecschichtsentwicklmig. die -h wellenförmig vor sich geht, entspricht. Rückschläge erleidet, so bleibt doch die Idee für die Tauer. Tie jüdische Leistung in Teutschland ist eine historische f' Einmaligkeit. Und gerade der C.-V. ist ein Beweis! ’ für die Synthese zwischen Assimilation und Emmi- ■; zipation auf der einen Seite und selbstbewußtem V; Judentum. Wir sind und bleiben Treuhänder der ick Idee, auch wenn wir nicht wissen, wann und wie sie;j sich verwirklichen wird. Tie Zwischenzeit, dis ck wir durchleben, benutzen wir, indem wir die knlturclle und wirtschaftliche Substanz der deutschen Juden zu erhalten und zu fördern suchen. Mit der | Praktischen Arbeit für die Eristenzsicherung der! deutschen Juden, mit der Erhaltung ihres Arbeit;- \ raumes verwirklichen wir den Sinn, daß unser s Vaterland, unser Heimatland auch das Land unserer r Kinder sein und bleiben soll. Ilnd wir versuchen. s unsere Menschen zu bewußten Juden zu machen, damit sie selbstverständliche Juden bleiben für alle;• Zukunft. \ Tie Versammlung, die unter Leitung von Tr. i Benno Hcy inann stand, schloß mit dem erj hebenden Klaviervortrag von Dr. V. Ernst $ Wolfs, der das Händelsche Orgelkonzert spielt?. ts Dr. M. E. ' Die „Jüdische Rundschau" versieht eine j Polemik gegen den ersten Satz des Leitartikels j der letzten Nummer der „C.-V.-Zeitung" mit : ‘ dieser Ueberschrist. Dieser Satz lautete: „Von der Straße, auf der jüdische Menschen ck durch die deutsche Gegenwart gehen, zweigt sich ß an einer bestimmten Stelle der Weg nach j draußen ab. Das ist keine neue Erscheinung. 1 Bloß ihre Bedeutung hat sich gewandelt. Heule j heißt nach draußenchen Weg in fremde Länder. st vor allem nach Palästina, wählen. Früher war s es der Weg aus der jüdischen Gemeinschaft hinaus durch Taufe oder Austritt. Zwaug und 4 Wille wirkten heute wie damals zu solcher Ent« \ scheidung zusammen." J Die „Jüdische Rundschau" sperrt „vor allein j nach Palästina" und „durch Taufe oder Au?« r tritt". Sie versucht, durch ihre optische Gleich- J stellung eine moralische Gleichsetzuug durch \ mich zu beweisen. Die „Rundschau" fügt an: % sie sei überzeugt, daß diese Form nicht nur bei f Zionisten, sondern bei allen denkenden Juden | entschiedene Ablehnung finde. Ich bin der Meinung, daß bei allen Denkenden, einschließß lich der Zionisten, der Versuch der „Rundß fchau" Ablehnung finden wird, mir eine | begründete Behauptung einer Gleichwertung | von Taufe und Palüsturawanderung vorzu- | werfen. Für jeden nicht böswillig oder vorg eingenommen denkenden Menschen ist es klar, p daß mein Satz den Substanzverlust des d e u tp s ch e n Judentums als tatsächlichen Zahlenmäßigen Vorgang meint, der y tn einer früheren Epoche durch Austritt und Taufe, in der jetzigen durch Auswanderung | erfolgt. Damit ist keinerlei Urteil aus- § gesprochen, sondern nur ein Vorgang festi gestellt.! Wenn die „Rundschau" erregt von h einer Entgleisung spricht, die ich zurücknehmen solle, so bin ich dazu außcrftandc, s weil eine tatsächliche Feststellung keine Ent- ] gleisung ist. Der Ton allerdings, den die 1 „Rundschau" in dieser Notiz anschlägt. legt j den Wunsch nahe, daß man die in zionisti-; schen Kreisen nach dem Friedensschluß mit j den revisionistischen Brüdern durch den Pakt \ verbotene Tonart auch nichtzionistischen jüdij schon ©e^nern gegenüber nicht anschlagen \ möge. Wir müssen diesen Versuch unbegrüns deter Friedensstörung und diese Tonart auf j das entschiedenste zurückweisen. A. H. | ßsrar mm »WL mmi vm$ /a> ‘ j Gl Sirti cr6>^ ca ffQ ca fl 0 ••:ca.0 ff ca F.-W catjfl ca/^o / n \BerlmC 2 Jöä •7/ ■ JcayiQ ca Q r-^mHu m HM SW l VLTl^. 90 lijh 90 180O'LJi*180!

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