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Central-Verein-Zeitung · 1934-11-08 · 45 (8.11.1934) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
45 (8.11.1934)
Date
1934-11-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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skalker der Schiller-Lotterke, und Moritz LazaruS zu verdanken, die unermüdlich in Wort und Schrift für dieses Kulturwerk eintraten. Moritz Lazarus wußte das Berliner „ftüttt-, eine Bereinigung von Dichtern. Literaturfreunden und Künstlern, für die Idee der Stiftung zu ge. nun neu und ward Mitbegründer des ersten deut. schen Zwcigvereins. Er setzte auch in der Drestoter Begründungsversanunlung eine wichtige Blenderung des? 1 der Statuten durch, der die Verteilung von Ehrengaben auf die Vertreter der schöngeistigen Literatur beschränken wollte. Auf seinen Vorschlag wurde die Verteilung von Penswnen ans die Vertreter der Nationalliteratur und deren Hinterbliebene ausgedehnt. Lazarus war ein vielbegeyrter' glänzender Redner. Seine zahlreichen Vorträge zugunsten der Schiller-Stistung übten allerorten eine große Anziehungskraft aus. Doch nur zwei seiner gedan. kcnreichen und formvollendeten Reden im Novemder 188-1 sind unter dem Flamen „Schiller und die Schiller-Stiftung" im Druck erschienen. Am denkwürdigsten ist die Rede, die Lazarus am 22. Nofember vor einer auserlesenen Versammlung hielt, in der er Schiller als Propheten der Freiheit und Einheit des deutschen Volkes feierte. Der Kronprinz. der. von einem diplomatischen Diner vom Kaiser kommend, erst kurz vor Beginn des.. Vortrags erschienen war. drückte am Schluß Lazarus seinen Taitk für seine trefflichen Darlegungen ans. Beide blieben eine Weile plaudernd zusammen. dann bemerkte der Kronprinz lächelnd, er habe sich heimlich weggestohlen mtd muffe nun wieder fort. Indem er ihm nochmals zum Abschied die Hand reichte, fagte er: „Mein lieber Professor, Sie bleiben doch immer unser Fahnen« träger des echten Idealismus." Fast 20 Jahre, von 3832 bis zn feiner liebersiedlung nach Meran, hat sich Lazarus als Vorsitze uder des Berliner Zweigvereins mit Hingebung und Opsersreudigkcit der Schiller-Stistung gewidmet. Trotz feiner vielen Obliegenheiten studierte er auch auf Reisen die ihm ltachgefandten Aktenstöße. Er unterließ auch nicht, selbst in dunklen Hinterhäusern und entlegencn Mietlasernen Besllche bei Bittstellern zu machen, die er durch in Aussicht gestellte und oft selbst ausgelegte Unterstützung und sanften Zuspruch manchmal vor wirtschaftlichem und moralischem Untergang rettete. Schillers nationale Bedeutung und das Wirken der Stiftung im Geiste Schillers können nicht besser als durch die Worte Lazarus' charakterisiert werden, mit denen er feine Ansprache auf dem Festmahl nach der Enthüllung des Berliner Schiller-Denkmals 1871 schloß: »/Reben dem schönen Denkmal, das wir heute enthüllt, besitzen wir ein gutes: die Schiller-Stistung, ein wahres: Schillers Werke und Geist. Aus diesem Geiste ist der deutsche Staat geboren. Sein Ziel ist noch nicht erreicht durch die Macht, die die deutsche Nation errungen, durch die Gestaltung, die sie sich gegeben: es bleibt die Erwartung, daß der Geist für das Ideale im deutschen Volke nicht schwinde." M. 8. Ruest. JAUWUOU-M' M Jossif . Das November-Heft des „Morgen" entspricht wieder^ allen hohen Erwartungen, mit denen man jedes „Morgen".Heft in die Hand und Zur Kenntnis zu nehmen Pflegt. Was von dem verstorbenen Gelehrten Karl Jotzl sein Nachfolger auf dem Baseler Lehrstuhl für Philosophie HermanSchmalenbach in einem gescheiten und gefühlvollen Nachruf mit Recht rühmt, daß Jo8l nämlich den Geist der Philosophie und jeder Wisienschaft im unver-, äußerlichen Zusammenhang mit dem Leben der Gegenwart zu erfassen bemüht war. das läßt sich auch von dern Gesamtinhalt dieses Heftes sagen und rühmen. Vom gleichen Geist ist der nach der „Umschau" erste Aussatz des Heftes, in dem Ignaz M a y - bäum über „Die j ü d i s ch e G e s ch i ch t e d e s deutschen Judentums" schreibt. Hier werden die Schollen durchgepflügt und umgewvrfen, aus denen das heutige detltsche Judentum die Säfte und Kräfte seines »Fortbestandes ztr ziehen hat: nicht Unter- oder Ueberbewertung der in den Zeiten der Assimilation erworbenen Kultur und Bildung, sondern Umwertung im Sinne der Religion mtd des Glaubens — nicht 'Abfall vom Intellekt, sondern Ueberwindung des Jntellektnalismusl Nicht hie gut kulturell und hie gut jüdisch, sondern allerwege gut jüdischk'-ilturell. Man kann dazu, zn diesem ein dickes Brett, das manche vor dem Kopf tragen, energisch durchbohrenden Aufsatz, nur Ja und Amen sagen. Wie ein notwendiges Pendant zu diesem Artikel wirkt der Bericht Hugo Bergmanns über „Die religiöse Situation in Palästina". Auf ein paar Seiten, auf denen sich Referat und Kritik eng zip'ammendrängen, wird man über die negativen und positiven 'Anzeichen des religiösen Lebens der jüdischen Ein- Wanderer und Eingesessenen des heiligen Landes ins Bild gefetzt. Man weiß: das „Unheilige" droht mit der zunehmenden Besiedlung das liebergewicht ztl bekortlnten. Und man hat sogar den Eindruck, als ob Hugo Bergmann die Dtsrnenie, die für das Wiedererstarken der religiösen Gesinnung und Stimmung in Palästina sprechen, nämlich das Aufblühen der Wisienschaft de? Judentums und die so geglückte Wiederbelebung der hebräischen Sprache, etwas zu optimistisch beurteilte. Der im vorigen Heft begonnene sehr umfassende Essay Rudolf Hallos „Die ch r i ft l i ch e W i s s e rr s ch a f t vom Judentum" wird nun zu Ende geführt. Plan muß eine Darstelllmgskunst bewundern, vermöge deren er aus fetneut enzyklopädischen Versuch einen farbigen und fesselnden Tableau einer breiten ' Geistes- und Wissensbcwegnng zu machen verstanden hat. Die Reihe der größeren Beitrüge gruppiert sich um den Abdruck eines Romansragmentes von Leo Hirsch: „Au der Grenze", mit dem in diesem Heft begonnen wird. Leo Hirsch, dieser, was eiltmal gesagt werden mutz. bei weitem Begabteste ltnd Zukuuftsvoklste unter den jüngeren Talenten des deutsch-jüdischen Bereichs, erzählt von einer, also wohl von seiner jüdischen Kindheit, an der deutschen Ostgrenze. Schon in diesem ersten Stück versteht er ein totales Bild von kleinstädtischem Gemeindelind Familienleben gut jüdischer Färbung zu geben. Er spricht nicht viel darüber, er läßt es svrechen. Die Lyrik des Heftes stammt von Emmy Wolfs: „H m ein Sternbild." Die begabte Dichterin bemüht sich eindrucksvoll um die Ausdeutung von Kosmischem rmd bewährt eine nicht alltägliche Kraft der dichterischen Sprache, wenn sie fettes Kosmische in den Ring des Menschlichen eittfügt. In den Glossen sind R a i h e n a u. Margarete S tr s nt a n. die Sechzigjährige, die Toten F. Fis ch e r und Felix G o l d m ci u it, George und G undolf tmd. an der Spitze, T r e i t s ch k e in se t n c m Verhältnis z u m Judentum behandelt. Diese Glosse ist eine brillante historische Miniatur. die durch die ettergische Santmlung tmd Sichtung eines psychologischen Materials toeit über ihren knap. Pen Umfang hinaus Bedet'.tnng hat. hs. Jüdisches LehrhauS Berlin. Professor Dr. Isurar Elbogcn spricht am 15. November, 20.15 llhr. im großen Saal der Loge. Kleiststraße 10. im Rahmen der TonnerStag-VvrtragSreihe „Tradition und Leben" über „Zeiten jüdischer Geschichte". Ter Vortrog soll einen Ueberblick über die Perioden der indischen Geschichte unter dem Gesichtspunkt ihrer inneren Entwicklung geben. AZÄ MMN - 7ZUM Am 15. SiCBCmbtt 1934 Ich weiß, daß mein guter, alter Fremtd Björn Björnsort. wenn ich ihm dieses Blatt nach Oslo schicken lverde, sich ehrlich darüber freuen wird, daß eine dentschjüdische Zeitung zu seinem 75. Geburtstag seiner gedacht hat. Aber abgesehen davon hat er es sich ehrlich verdient, daß sowohl die Deutschen als anch die Juden seiner gedenken. Denn so wie er im Krieg, teils gegen die Meinung seiner Landsleute, für das vereinsamte Deutschland eingetreten ist. so haben auch sein Herz und sein Mund, beide gleich beredt, immer den Juden beigestanden. Er folgt daritl der großen Tradition seines Vaters, des Dichters Björnstierue Björnson, der bekanntlich einer der internationalen Wortführer im Kamps um die Unschuld des Hauptmanns Dreyfuß war. Björn Björnson wurde in Wien und Meiningen, dessen Theaterherzvg ein Freund des Vater? Björnson war, für die deutsche Bühne erzogen. Er wollte und sollte atich deuischer Schauspieler werden. Aber er lvitrde der erste Leiter des neu begründeten norwegischen National- C-V:-£eser trinke» nur efetr Kaffee, KeSc.es© efer Grals Ecra Vertreter werdon noch einoesteül Ein Fünsundsiebzigjährigcr! Ein Greis? Keine Rede davon! Er ist der älteste Jüngling mtdder jüngste 'Alte, den es gibt. Er war einer .der nächsten Freunde. Ernil RathenauS. atich ein alter Weggeitosse des jüngst verstorbenen S. Fischer, wie ihn überhaupt die Kultur und das Schicksal des deutschen Judentums immer interessiert mtd gesesielt hat. So hat er auch eine deutsche Jüdin zur Frau gcitvmmeu. Ich selbst, und mit mir viele deutsche Juden, erinnern uns dankbar seiner großen Anteilnahme an unserem deutschen und jüdischen Schicksal, an uitseren Sorgen und Schmerzen. Herma an isizi.-IiiMmer s,..7r. vW theaters, dem er jahrzehntelang ein wahrhaft berttfener literarischer Führer. Regisseur tmd Schauspieler war. Daitach erst führte ihn sein Weg wieder nach Berlin, um er als Regisseur am Hebbel-Theater, dem heutigen Theater in der Etresemamtstraße, tätig war. In dieser und der folgenden Zeit trat er in Berlin attch als Rezitator und Redner auf. Seine deutsche Regietätigkeit, die sich, wie natürlich, in erster Linie aus die Dichtungen seittes Vaters erstreckte, aber auch die Werke Ibsens in ihren Kreis zog, be- - schränkte'sich nicht auf Berlin: er inszenierte auch iit München, Stuttgart, Wien und andern großen Städten Deutschlands, Nach dem Krieg zog er nach München, von da wieder nach Oslo, wo er nochmals Ehes des Nationaltheaters wurde, dann nach Wien, um schließlich in Seuzi, dem alten schönen Sais am Schlerrit, bei Bozen zu landen, wo sein inztvischen verstorbener Schwager Sigtrrd Ibsen, der Sohn Henrik Ibsens, seit langem ein Besitztum hatte. Dort Winter Pflegt er in Skandirtavien zu verbringen: er ist attch heute noch der aitgesehenstc Regisseur des Laitdes. Bis vor kurzer Zeit har er sogar nod) selbst gespielt, er, der einst der erste Peer Gynt der Welt um. Fast neunzig Jahre alt ist in Paris Baron de '-Rothschild gestorben. Wenn man sragr. welche Pi nun er in den letzten fünfzig Jahren das meiste für das Judentum und für die Juden getan haben, so muß. „der Baron" mit in erster Linie genannt werden. Es hat nie viele so reiche '.md noch weniger so vpsermütige Menschen gegeben wie ihn. und doch lut mau ihm Unrecht, wenn man seine Leistung nur nach den Summen berechnet. die er für jüdische Zwecke gespendet bat. obwohl diese Snnunen auf hundert Millionen Goldsranken geschätzt werden. 'Rein, es war nicht bloß Geld, das er gab: wenn heute Palästina ansängt, ein staunenswerter Ban zu worden, so ist „dem Baron" säst das ganze Fundament zu danken. Und doch um er. als ec dies Fundament ertrotzte, alles eher denn ein Zionist . . . Der Baron, der Kopf des Pariser Hauses Rothschild, war ein unge'.vöhnlich reicher, gewiß auch guter Geschäftsmann, und es war eigentlich nichts besonders Rühmenswertes. daß er am i ' c < Liste der Wohltätigkeit sohlte. 'Aber es ist rühmenstvert, daß er die größte Ehance der weitätigkeit. als sie ihm geboten wurde, wahrnabm und ans dem Alntoson eine Lebensleistung machte, die Grundlage für Leben. 'Arbeit. Ausbau eines Landes. Den Aitfang dieses Werkes darf man na einer historisch bedeutsam gewordenen kleinen Szene sehen, die sicl, vor etwas über süiustg Jahren in Paris abipielte. Da hatte der Rabbi Mohilewer an der Spitze einer kleinen Delegation von jungen, begeisterten Kolonisten, die in Palästina zu roden und zu baueu begönnert halt -n und nach einem Jahr in ihrer 'Armut '.nicht mehr weiter konnten, den Weg zum „Baron" gefunden. und es gelang ihm. [eine Sachedurch Zusehen: die drei Siedlungen Rischon Lezion. Sidoron Aaalob. Rösch Pinah kanten nun unter die finanzielle and verwaltende Obhut Rothschilds. dessen. Hilfe auch die Gründung tveiterer Kolonien ermög!-h.>:e. Damit war praktisch der Anfang einer Entwick lnng gemacht, deren Ziel es blieb, armen Inden nicht Almosen, sondern Arbeit, nicht nur Geld, sondern auch Land und Heimatlostn die Zuslnchr zur eigenen Scholle zu geben. 'Ratürlich war das alles nicht ganz einfach und rasch vollbracht. Nicht nur die idealistischen Swd ler. die Ghowewe Zion, hatten mit den größt!'-.: Schwierigkeiten zu kämpfen: aber je sclnvieri-gor x*» #7S / // WUUlMMH umiA -.sv. V.( € Öl £ ich—M Ä -"HZ stchj &L i n - 1 (4. Fortsetzung.) Zum 10. November. Es waren einmal zwei Brüder, die hatten viel Streit miteinander. Der eine saß gerne m Hanse, lernte und las, der andere ging gerne ins Freie, jagte den Tieren nach, und wenn er eines totgeschossen hatte, eilte er heim. stellte sich vor seinen Bruder und sprach: „Na. Jakob, kannst du auch so Tiere sangen nnd töten wie ich? Das kannst du nicht, dazu bist du zu feige." Das ärgerte Jakob sehr, denn feige war er wirklich nrcht, kr hatte nur Mitleid mit jedem Tier, er vermochte sie nicht zu Tode zu hetzen, wie Esau- Je lauter Gsan war, je wichtiger er sich wachte. um so stiller wurde Jakob. Jakob saß viel bei der Mutter in der Küche, denn sie liebte den Jakob besonders, weil er so fromm war. so stiu und immer versuchte, einem freite mit Esau aus dem Wege zu geyen. Jäter Isaak liebte seinen Sohn Esau mehr. Ahw machte der Mut seines Sohnes F^uoe, auch verstand es Esau so gut, seinem Vater Zu schmeicheln^ ihm vorguprahlLN, was. er alles könne, auch, wenn es gar nicht wahr war. Die Brüder wurden älter, und immer mehr neigte Isaaks Liebe zu Esau. Tie Mutter ärgerte sich, daß Isaak den Esau gar. soviel mehr verwöhnte. Eines Tages hörte sie, wie Isaak zu Esau sprach: „Gehe hin, jage mir ein Stück .Wild, bereite es mir zu, denn ich habe Verlangen danach. Wenn ich gegessen habe, will ich dich segnen, denn ich bin alt geworden und weiß nicht, wie lange ich noch' lebe." Ta beschloß Rebekka, den «vegen nicht auf Esaus Haupt kommen zu lassen, sondern auf Jakobs. Esau ging fort auf die Jagd. Rebekka aber schlich sich schnell in den Ziegenstall, nahm ein junges Zicklein, schlachtete es, kochte es daun und ließ cs durch Jakob dem Later bringen. Bevor Jakob zum Vater ging, nahm sie ein Ziegenfellchen. bedeckte damit JakobS Hände, daß der Vater meine, es wäre Esau, denn Esaus Haut war mit vielen Haaren beivachsen. Isaak konnte man so was vormachcn, denn er sah nicht gut. Jakob ging mit viel Herzklopfen hinein zum Later; beinahe hätte er die Ss>eise fallen lassen vor Angst, der Vater könnte merken, daß er Jakob und nicht Esau sei. „-Ha", sagte Isaak, „wie riecht dein Essen gut, da kriegt man ordentlich Appetit drauf." As; und trank, und als er fertig war, ließ er den Sohn nähertreten. „Ich will, ehe ich dich segne"- sagte Isaak, „deine Haut befühlen, denn deine Stimme ist die Stimme Jakobs, aber deine Haut (er hatte doch das Ziegenfellchen drauf) ist die Haut Esaus." Run segnete Isaak ihn rmd wünschte ihm, daß er groß und mächtig werde, daß es ihm immer gut gehe, ihm und allen seinen Kindern nach ihm, küßte ihn und schickte ihn hinaus. Da stürzte in eiligem Lauf Esau ins Haus mit dem Tier im Arm, welches er iür den Vater gejagt hatte, fast Jakob verkleidet, sah den leergegessenen Teller seines Vaters und N'nßte plötzlich, daß der Vater all den Segen, der auf ihn fallen sollte, schon auf Jakobs Haupt gelegt hatte. „Vater. Vater, was hast du getan, mein Segen ist fort! Vater. Vater!" so jammerte, so weinte Esau. Als Isaak den - schweren Kummer seines Aeltcsten sah. raffte er sich auf nnd sprach: „Auch dich will ich segnen, aber all das. was ich Jakob zum Segen gab, kann ich dir nicht mehr geben, denn sonst hätte Jakob nur von allem Guten die Hülste; er soll ihn ganz behalten, ist er doch auch mein Sohn. Einen anderen Segen gebe ich dir auch: „Es gehe auch dir gut, aber Jakob gehe es besser, nur iveun Jakob nicht fromm bleibt, dann sollst du zum Herrscher über ihn werden." Esau war mit dem Segen des Vaters nicht zufrieden, und er sing an. seinen Bruder, der einen reicheren Sogen bekomtnen hatte, zu hassen; er mochte ihn nicht mehr leiden. Esau bekam böse Gedanken über Jakob, er überlegte, wie er ihn töten könnte. xichZ-- {7fh , _ Zum 17. November. Mutter Rebekka sah mit immer größerer Sorge, wie Esau seinem Bruder Böses wollte. ES ward ihr traurig ums Herz, und sie dachte, was fange ich an, um Jakob vor Esau zu retten. Sie besprach sich mit Isaak, und beide Eltern kamen auf denGedankeu.Jakob zuVerwandten fortzuschicken. Wenn Esau Jakob nicht sieht, dann vergißt er zuletzt seinen Aerger, meinte sie. Jakob, der so gern zu Hause bei der Mutier saß, mußte fort, nnüt der Bruder timt böse war. Er ging und batte nichts bei sich, als feinen Stock. Er unio.derte einen laugen Weg. die Sonne fing bereits au zu sinken., ttud noch 'immer sah er weit und breit keine Häuser. Da muß ich wohl hier im Freien übernachtern dachte er, suchte sieh ein paar große Steine, um seinen Kops daraus zu legen und schließ bald vor Atüdigkeit ein. Im Traume sah er eine Leiter, aus der stiegen Engel aus und ab. Oben mündete die Leiter im Himmel, wo Gott thronte. Gott sprach zu Jakob und segnete Um. wie es sein Vater Isaak getan, noch viel Schöneres und Besseres wünschte er ihm. Ihr wißt, wen Gott segnet, der ist gesegnet. Jakob ertoachte naeh diesem Traum, da ivar es bereits Tag. Er war plötzlich froh und vergnüg!, das Heimweh hatte ihn verlassen, die Angst ivar nicht mehr um ihn, da er Gottes Nähe fühlte. Er nahm einen Stein, legte ihn zurecht auf die Stelle, wo er geschlafen und geträumt, und sprach: „Ter Stein soll mich, und wenn ich nicht dazu komme, meine Kinder erinnern. daß mir hier Gott erschienen ist. Hier soll ein Tempel. Gott zum Danke, errichtet werden. a!ice OppcnlHMiiKT. (Fortsetzung folgt.) Oberkantor Manfred Letvandowstt bat eine nompvsition mit Worten aus dem 12. Psalm fleirtjricbcn, die er am Sonnabend. 10. November. 20 Uyr. anläßlich eines Vortrags de? Herrn. Rabbiners Tr. Manfreb S w a r s e n s k y in der Synagoge Prinzreqentenstraße zur Uraufführung bringen wird. Tie Orgeldegleitung hat der Organist Hermann Schwarz übernommen. Innerhalb der Sonderderanstaltungen. mit denen der K u 11 u x b u n b Deutscher " d en dem Interesse für bildende Kunst zu genügen bemüht ikt. findet am Sonntag, dein 11. 'November. Vormittage- 11 bis 2 llhr eine Atelierbefichtiguug bei der Materie Julie Wolfthorn. Kurfürstenstraße 50. statt. Tie für den 26 2tovember angesetzte Besichtigung de-7- Ateliers von Professor S v i r v muß desrvegen vers äz o b e n werden. — Tie A n 8 ft e l l u n g f ü r K u n st h a n d w e t f in den Räumen des Berliner Theaters beginnt am 28. Ztoventber. I

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