Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 44 (1.11.1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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.An die'zweitausend Berliner Juden, Mitglieder des C.-Vl und Freunde seiner Idee, harrten, über die Säle des Saalgebäudes in der Kleiststrasse verteilt, teilweise stundenlang bis zum Beginn der grossen Kundgebung, um Bruno Weils grosses Referat „Rechenschaft und Ausblick“ hören zu können. Der Lautsprecher hob die Trennungswände auf. Einleitende Worte des Landesverbandsvorsitzenden Dr. Bruno Glaserfold und ein Gesangsvortrag von Paula Lindberg schufen eins erwartungsvolle, aufnahmebereite Atmosphäre. . Dr. Weil begann damit, daß er auf die große Verantwortung hinwieS, die in der Behandlung seines Themas liege, und besonders in der ersten großen Kundgebung, die der Eentral-Verein als die größte deutsche jüdische Organisation, zu Be« ginn dieses Winters veranstaltete. Es sei schwierig, sich ein Bild von der tatsächlichen Lage der deutschen Juden zu machen. Es sei auch schwierig, Rechenschaft darüber abznlcgeu, wo daS deutsche Judentum. eigentlich stehe. Tr. Weil ging dann aus die Ergebnisse de^ Statistik ein und stellte entsprechend den Zahlen, die wir in der vorigen Woche hier veröffentlicht haben, fest, daß gegenwärtig etwa -175 000 Juden in Deutschland leben. Hebet die Zahl der Nichtarier sei Bestimmtes nicht bekannt. Tie besten Statistiken' schätzten sie auf etwa 800 000 Menschen, so daß Juden und Judenstämmlinge im Sinne der Ariergesetzgebung sich insgesamt heute auf höchstens 775 000 Menschen, also nicht viel mehr als ein Prozent des deutschen Volkes, belaufen. Ta-s deutsche Judentum müsse sich weiter, so fuhr der Redner fort, Rechenschaft über die durch die Emigration geschaffene Lage geben. Das Schicksal der Emigranten sei zum großen Teil betrüblich. Wirtschaftlich, seelisch, und politisch. Die mit großer Stärke wütende Weltkrise habe die Ai^snahmesähigkeit der Länder stark eingeschränkt. Trotzdem sei es fast unbegreiflich, daß eine Abwanderung von 60000 bis 70 000 Menschen nicht leichter habe untergebracht werden können. Heber die Größe der seit einiger Zeit stattfindenden 'Rückwanderung seien bestimmte Zahlen nicht bekannt. Jetzt gebe es Träger deutscher Kultur und deutscher Gesinnung unter den abgewanderten deutschen Juden in der ganzen Welt. Tie wenigsten von ihnen wollten Politik treiben: die meisten seien Menschen mit fanatischem 'Ausbauwillen. Vielleicht 13 000 seien in Palästina. Niemand könne die Verantwortung übernehmen, denjenigen, den seelische oder wirtschaftliche Entschlüsse zur 'Auswanderung drängten, zurückzuhalten. Hier handle es sich um eine der schwersten menschlichen Entscheidungen. Aber vom Standpunkt der 'Allgemeinheit ist die Erhaltung des deutschen Judentums eine wichtige Gesamtausgabe. Das Schicksal der abgewanderten Menschen in der Welt kümmere uns und liege uns am Herzen, wie diese umgekehrt meistens mit großer Anhänglichkeit an Deutschland denken und von bitterem Schmerz über die Trennung gequält werden. „Wir sind keine Splitterrichter: aber wir verlangen auch umgekehrt, daß mau Gründe und Notwendigkeit der Haltung, die die deutschen Juden oinnehmen. zu verstehen versucht/ Natürlich ist der Standpunkt der abgewauderten Menschen aus der Tatsache ihrer Abwanderung heraus ein anderer, als derjenigen, die im Lande verblieben sind. Hier gibt es natürliche Spannungen. Aber in der internationalen Erörterung sieht man häufig nur die radikalen Flügel. Auf der einen Seite wird der Betätigung des Naumannschens Kreises eine bei weitem zu große Bedeutung beigemesseu, aus der anderen Seite findet eine Verherrlichung der von Tr. Prinz und seinen Freunden vertretenen Anschauung statt, obwohl auch dieser nur ein sehr geringer Bruchteil des deutschen Judentums anhängen. Tavon, was die große Mitte des deutschen Judentums denkt, was die aus dem Boden der deutsch jüdischen Anschauung stehenden Organisationen tun und was ihre Anhänger bewegt, erfährt die Welt nur wenig. Das Radikale reizt zur Betrachtung: der gleichmäßige Schritt der Geschichte erscheint uninteressant. In der Frage der Stellung, die das deutsche Judentum in der deutschen Welt und im deutschen Vaterlands jetzt einnimmt, ist zu Optimismus keine Veranlassung gegeben. Das Rasseprinzip bleibt in dem Mittelpunkt nationalsozialistischen Denkens. DaS Betreiben des Ausschlusses der deutschen Juden aus allen leitenden oder geistig wichtigen Posten ist nach wie vor vorhanden. Nicht überall ist cs gleichmäßig durchgeführt worden. Aber der Wille dazu ist ungeschwächt der gleiche. Mit den rassischen Zielen der Negierung und der Partei muß das deutsche Judentum als einer Tatsache rechnen. Aber die Bande, '' die es fast seit zweitausend Jahren mit dem deutschen Volke vereinigen, können nicht in einem Tage durchgeschnitten werden, und jeder kennt Beispiele der Treue, die von nichtjüdischen Freunden gehalten worden ist und gehalten wird. Rechenschaft sei zu geben aber auch über die Stellung der jüdischen Welt zu uns. Wir sind mit den Juden der ganzen Welt durch gemeinsame Religion und Abstammung verbunden. Niemand kann sich darüber wundern, daß jeder Jude in der Welt das Recht für sich beansprucht, Angriffe gegen seine Religion oder gegen seine Abstammung abzuwehren. Auch andere Religionen haben dieses Recht immer für sich in-Anspruch genommen. Man braucht gar nicht so weit zurückzugehcn, und an das Mittelalter zu denken, iw dem die protestantischen Fürsten zum Schutze ihrer Religion und ihrer Religionsbrüder In andern Ländern zum Kriege geschritten, sind.' DaS Beispiel Armeniens und Mexikos beweist in jüngster Zeit, daß die religiösen Fragen an den Grenzen keinen Halt machen. Niemand kann sich auch wundern, daß, wo Glaubensbrüder in' Bedrängnis geraten, Menschen aus anderen' Staaten ihnen materielle Hilfe zu leisten bemüht sind. Aus diesen drei Gebieten: der Verteidigung der Religion, der Abstammung und der Hilfsbereitschaft hat sich ein jüdisches Gemeinsamkeitsgefühl gezeigt. Aber politische Aktioneni? Wir haben den Versuch zu einem Weltkongreß gesehen, den wir immer abgelehnt haben, und die Spaltung seststellen müssen, die im Judentum der ganzen Welt in dieser Frage besteht. Wir haben gesehen, daß auf diesem Weltkongreß nicht einmal ein Mehr als äußerliche Einigung in der Frage der deutschen Palästinaabkommen hat erzielt werden können, und daß die deutschen Zionisten wegen dieses Abschlusses von Juden aus den verschiedensten Ländern ausS Heftigste angegriffen worden sind. Wir haben dort auch erlebt, zu welchen heftigen inneren Auseinandersetzungen die Boykottfrage Anlaß gegeben hat. Wenn aber erst die politischen Belange der einzelnen Länder in Frage stehen, so finden sich die Juden dort, wo ihre nationale Zugehörigkeit es erheischt und nicht, wo jüdische Interessen sie Hinweisen. Die Vorgänge in Deutschland waren für die Juden der Welt ein historisches Ereignis, die Abwehr jedes Angrifsü auj die Gleichberechtigung in ihren Ländern natürliches Gebot der Selbstverteidigung. Hier braucht es keine Weisen und keine Geheimnisse der Weisen von Zion. „Ich habe schon in meinem Buch „Die jüdische Internationale" im Jahre 1924 die These vertreten, daß es keine jüdische Internationale gibt. Wenn irgend etwas geeignet gewesen ist. meine Meinung zu bestätigen, so sind es die Ereignisse im Indentum der Welt und seine Stellung zu den deutschen Vorgängen gewesen/ Heber die Stellung der nichtjüdisck)ei> Welt außerhalb Deutschlands versucht das deutsche Judentum, sich gleichfalls Klarheit zu verschaffen. Auch hier gibt es Staaten und Völler, die au der Rassensrage ein direktes, fast persönliches Interesse nehmen, zum Beispiel die asiatischen Völker. Darüber hinaus haben sich, besonders im Jahre 1983. unzählige öffentliche Gremien mit der Judenfrage in Deutschland beschäftigt. Von ihiren sind die wichtigsten die Vorgänge im Völkerbund gewesen. Dr. Weil bespricht die Petition B e r n h e i m. bei deren Erörterung die deutsche Regierung für Oberschlesien während der Tauer des deutsch-polnischen Abkommens einen besonderen RechtSzuftand für die Juden anerkannt hat. Er bespricht weiter die Beratung der Minderheitenfrage in der zweiten und sechsten Kommission des Völkerbundes. auL denen der Flüchtliugskommissar hervorgegangen ist. Die Debatten in der sechsten Kommission, m denen der deutsche Vertreter die Judenfrage als eine Frage euj generis erklärt hat. haben daS Rasfenproblem und die Frage der Ausgliederung der deutschen Juden von allen Seiten beleuchtet. Im Jahre 1934 sind durch den polnischen Antrag (über den Tr. Weil vor wenigen Wochen einen besonderen Artikel in der „C.-V.-Zeitung" veröffentlicht hat) erneut Verhandlungen ausgenommen worden, ohne daß der endgültige Verlauf dieser Dinge sich schon übersehen läßt. Ter Redner bcspricht die besonders aktuelle Frage der Saar, die Vorgänge in Oesterreich, die Erklärungen der Nationalsozialisten in Danzig, um auL ihnen die Schlußfolgerung zu ziehen, daß selbst in den Staaten, in denen die Deutschen als Staats- und, MchrheitSvolk den Ausschlag zu geben haben, heute schon ein verschiedenartiger ReckMustand vorhanden sei. und daß auch im Reich durch die Rechtslage Oberschlesiens und an der Saar diese Verschiedenartigkeit noch betont werde. „Darf man hoffen, daß einmal — wie es in der Geschichte schon mehrfach vorgekommen ist — eine Aenderung des RechtszustandeS in der Form erfolgt, daß e8 zu einer Angleichung an den günstigeren RechtszustandeS kommt?" Schließlich aber müßte das deutsche Judentum sich auch Rechensckxlst über sein eigenes Verhalten seit dem 80. Januar 1933 geben. Das seelische Erleben war furchtbar. Heber Nacht trat ein völliger Umbruch ein, den auch Pessimisten nicht für möglich gehalten hätten; eine neue Welt wollte herandämmern, die für uns sicher keine bessere war. Tie Aüsglicderung aus so vielen Berufen, aus wirtschaftlichen,. «Listigen und kulturellen Vezirken wurde., vorgeiwmmen, und sie..mußte tiefeäußere uud innere Erschütterungen im Gefolge haben. Auf der einen Seite verlangte man von uns Proklamationen ' und Manifeste allgemeiner Art, die an der Lage nichts hätten besiern können; auf der anderen, von 'innen, wurde 'Aehnliches von uns erbeten, nur, daß Ihr Inhalt dann ein etwas anderer sein sollte. - : Aus die Angriffe, die besonders von Juden, und unter ihnen am itieiftcrt von einem bestimmten Kreis von Emigranten'gegen daS deutsche Judentum gerichtet worden' finb, tjt zu sagen: Vielleicht hätte unsere Haltung gelegentlich eherne! grundsätzlicher sein können. Aber dies zu entscheiden, muß der Kantstraße und der Emser Straße mehr überlassen bleiben, als dem CafH de la Pair. Der ein? oder der-andere Flügel ist gelegentlich an8 der Reihe getanzt. In aller Freundschaft haben wir versucht, uns mit unfern innerjüdischen Gegnern auseinanderzusetzen. Aber im ganzen ist die Haltung des deutschen Judentums würdig und ohne laute Klage gewesen. Als die erste Erschütterung überwunden war, hat es sich ungesäumt an die Arbeit gemacht. Es blieb sich der Tatsache bewußt, daß es Erbe eines heiligen Bekenntnisses 'und einer langen Geschichte auch auf deutscher Erde ist. Das Gefühl der Ausammengehörigkeit wuchs und wurde stärker. Innere Streitigkeiten wurden nach Möglichkeit vermieden, und wo sie entstanden, in freundschaftlichem Geist beizulegen versucht. Tie jüdischen Organisationen, der Centralverein voran, haben eine ungeheure Arbeitsleistung entfaltet. Roch sucht das Im dem lange vor Beginn des Abends überfüllten großen Saal der Lessing-Loge begann der Breslauer C.-B. am Sonnabend mit einer Mitgliederversammlung, die durch die Anwesenheit des Dorsitzenden des C.-B., Justizrat Tr. Julius Brodnitz, besondere Bedeutung gewann, die Reihe seiner Winter- Veranstaltungen. Es sprachen neben Justizrat Brodnitz der Vorsitzende des Landesverbandes Nicderschlesien des E.-V., Rechtsanwalt Dr. Bry (Breslau) und Amtsgerichtsrat i. R. Tr. Gvldschmidt (Berlin) von der Hauptgeschäftsstelle. . Frische Jungen und Mädel vom Bund Deutsch-Jüdischer Jugend hatten das Podium, aus dem das Rednerpult stand, besetzt und gaben mit. dein Lied „Es klingt auf allen Straßen" einen zukunftssrvhen Auftakt. Rechtsanwalt Dr. Bry erösfnete die Versammlung und gab eine Deutung der C.-L.- Jdevlogie. . ..Was heißt cs. deutscher Jude zu sein?" In einem geschichtlichen Rückblick, der u. a. charakteristische Ereignisse der Emanzipativnspcriode hervorhob, entwickelte er das Verhältnis der deutschen Inden zur deutschen Urmvelt. Deutschtum gehöre zur Substanz der deutschen Juden. Fast alle, die die Heimat verlassen müssen, wissen, was sie verlieren; lvenn nicht, dann lernen sie es bald kennen. Die meisten deutschen Juden müssen aber in Deutschland bleiben und ihr Dasein in Würde tragen. Sie müssen an der Erhaltung unseres Arbeitsuud LebenSraumcs und an der deutsch-jüdischen Zukunft arbeiten. Justizrat Dr. Brodnitz wandte sich einleitend in warmen Worten an die Jugend: „Denkt nicht nur an die wirtschaftliche Not. sondern arbeitet lebensvoll an der euch gestellten jüdisch-sittlichen Aufgabe, damit frische Menschen im deutschen Judentum erhalten -bleiben! Vor dein Uebermut warne ich euch: Ihr erlebt Geschichte!" In erhebenden Worten sprach er über da2 Erlebnis der letzten deutsche Judentum seine Organisationsform. % Optimismus liegt kein Grund vor. Aber die Ueberzeugung, daß für nahezu eine halbe Million M'n. scheu die Lösung ihrer Existenzfrage und ihrer ferli. scheu Eingliederung in Deutschland gesucht werden müsse, ist stärker geworden. Die Stellung Palästinaproblem, wenn auch nicht zum ZionismH hat sich bei vielen geändert. Palästina ntit "bei vielen tausend dort abgewanderten deutschen Juden muß heute für jeden deutschen Juden ein Gegen, stand höchsten Interesses fein. „Das ist die Rechenschaft, die ich für unjotc Freunde und uns nach eiudreivierte! Jahren völlig veränderter Lage zu geben habe. Sie ist und muß unvollkommen sein, wie die Situation unvollkommen ist, in der wir leben. Sie versucht, sich von eitler Schönfärberei ebenso frei zu halten. N'io von schwarzseherischem Pessimismus. Sie versucht. au>. rechte Haltung anzuempsehlen für Tinge, die aus. recht ertragen werden müssen. Sie versucht, unsere eigene Stellung abzugrenzen in dem Erleben dieser Zeit; sie hofft, unter dem Zeichen der Rvliveudiglckt der Tagesarbeit aber auch ans einem traditionsgebundenen, verantwortungsvollen Gemernschrftsempfinden heraus für sich, die Söhne und die Enkel eine wirtschaftlich einigermaßen tragbare Zukunft und ein Leben in Ehre und Würde fi* zu stbaEeu.- Mit diesen Worten leitete Dr. Weil zu dem zweiten Teil seines Vortrages über, der den Ausblick auf die wirtschaftliche, politische und kulturelle Zukunft deü deutschen Judentums enthält, und der in der Hauptsache sich mit der Kernfrage beschnfti-st. ob die Emanzipation der Juden in der Welt zusammengebrochon sei. oder ob ein solcher Zu. samemnbruch auch nur sich ankündige. Ties lei die entscheidende Frage des jüdischen Schicksals, ci-.e Frage, die auch für Palästina und den Zionismus keineswegs gleichgültig fei. In der Bejahung des Zusammenbruchs träfen sich nationalsozialistische und nationaljüdische Schriftsteller. Es seien fiterfür zu prüfen die historischen Zusammenhänge. daS Wesen des Ghettos, die treibenden fLiüffe. die zur Emanzipation geführt haben, und schließlich das Schicksal des Nassegedankens in der Welt. * Die Ausführungen Weils gerade im zweiten „Ausblick" überschriebenen Teil seines Nelerat; bannten die Zuhörer in außerordentlichem Maße. Die würdige und zugleich klare und eindeutige Stellungnahme zu dem Problem unseres ZulunftSwegeS gab den Menschen Aufrichtung und Pestätigung. Jeder seiner ' Schlußsätze wurde stürmisch akklamiert und als er endete, erhob sich in dankbarer Zustimmung da8 Publikum Tic Kundgebung vom 80. Oktober stellt ein starkes Erlebnis für Bruno Weils Hörer, für den Berliner C.-V.. für daS Berliner Judentum dar. Wir werden unseren Lesern auS Anlaß der zweiten Kundgebung den „Ausblick" wiedcrgeben. anderthalb Jahre: die deutschen Juden haben die Bewährungsprobe bestanden und ihre Würde gewahrt. Das innere Wachstum der Zeitungen, die Leistungen der Gemeinden, die Gründung der Schulen sind beispielgebend. „Gott sei Dank, daß wir diese Schulen haben!" Schon die Gründung des Zeutral-Ausschusse? für Hilfe und Ausbau allein hätte genügt, um die Probe bestehen zu lassen. Ter Jude erlebt das Schicksal der all' gemeinen Geschichte nur eindringlicher: er iß auserlesen, die allgemeine Rot am stärksten zu spüren. Man hat uns viel genommen. Abu das kann man uns nicht nehmen, daß wir aus der Not die Frage stellen: ..Was macht uns das Leben lebenswert/ In Momenten großer Geschichtserlebnisse hat man nicht die Zeit, viel Ideologie zu treiben: bestehen heißt es! Wir neigen "uns dankbar vor dm Pionieren des heiligen Landes: hier wird bewiesen, daß der Jude auch produktive Leistungen hervorbringen kann. Aber es ist ein wahres Wort, daß der Jude der Mensch des Buches ist. Ton Intellektualismus im mindernden Sinne dieser Wortes verwerfen luir Inden mindestens ebenso wie unsere Umwelt. Doch den Öunminsmus als Bildungssvrderung halten wir hoch. Aus der Jugend muß sich' der neue jüdische Mensch entwickeln, der nicht in den Aufgaben des Tages untergeht. Nicht hechte, sondern Pflichten stehen in erster Linie vor uns. Alan mutz Mut haben, dann steigt die Achtung des schärfsten Gegners. Wir müssen Opfer bringen, die nur früher für unmöglich gehalten hätten! Für den Zentral- Ansschutz für Hilfe und Aufbau sind große Spenden nötig. Das ist das geringste, was wir unserer Jugend bieten müssen! Wenn der E.-B. nicht wäre, mutzte er schleunigst gegrüw det werden, denn immer nach Zeiten der Rot, nach den Verfolgungen der Vergangenheit, hat sich der Jude Zu neuer Arbeit gesammelt. AUSSTELLUNG IM I. STOCK im i