Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 43 (25.10.1934)
- Date
- 1934-10-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Worischer Persöulichkeitengegendrejüdrsche Raffe,, Den Abschluß < jeder Seite aber bildet eine Empfehlung: des Geschäfts, z. S.:- „Ich führe nur ' bewährte Qualitäten zu angemeffcnen Preisen in reicher Auswahl und vermeide fremdrassige Gesck)ästsgcbränck)e. Rleiiv deutschen Mitarbeiter sind gut geschult und sehen alles daran, die Unfrieden-., heit unserer verehrten nundcn zu gewährleisten." „Tiefe Firma," so schreibt die „frankfurter Leitung", „scheint zu wünschen, das; ihr geschäftlicher Umsatz .durch ein chstitat Martin Luthers oder Goethes zur Iudeufrage gefördert werde. Abgc- - sehen von fragen des Geschmackes erscheint als angebracht, einen Satz aus einer Anordnung des Stell- Vertreters des Führers der NSDAP vom Juli dieses Jahres in Erinnerung zu bringen. Dieser Erlas; erging anläßlich von Streitfragen im Zusammenhang mit den Bcrbrauäprgeiwsselischiften, und in ihm heißt es ivörtlich: „Tie geschäftliche und die Äitgliedcrwerbnng der Verbrauchergenossenschäften wie auch die Werbung des Einzelhandels hat sich jedes politischen, weltanschaulichen oder läinpferischen Einschlags zu enthalten." * Tic in Neustadt a. d. Hardt erscheinende „Rhein NSZ Front" berichtet aus Ludwigshasen: „Anr Samstagabend kam es im Ufa-Palast im Pfalzbau zu einem Tumult, als n'äbrend der Propaganda« filmvorführung auch ein Werbefilm der jüdischen Fitmev.- Rothschild und.Edelweißgesellschaft borgeführt wurde. Als die beiden Filmplatten auf der.. Leinwand erschienen! erhob sich lautes Zischen und Johlen, sowie Ruse „Weg damit!". Die'Empörung der Besucher über diese jndisckie Propaganda ging so weit, daß das Theater schließlich geräumt und für den Abend geschlossen werben mußte. Wie wir erfahren, w)irde die Leitung des. Theaters sowohl schon von privater als auch von. parteiamtlicher Seite ans darauf aufmerksam geknackst, daß diese Propaganda jüdisckier Firmen in einem öffentlichen Lichtspielhaus leicht zu Störungen führen könnte. Ansck-einend fytt man diesen Warnungen keine Bedeutung beigemessen obwohl auch schon an der; Tagen vorher immer wieder Rufe gegen diese Propaganda laut geworden waren. — Wir sind heute doch schon so weit, daß sich rveiteste Preise der Bevölkerung diese Aufdringlichkeiten jüdischer Firmen nicht mehr bieten lassen." Zur -WWma-MWM Aus dem dritten genossenschaftlichen Abend der B o l k s b a n k I w r i a e. G. m. b. H. sprach Dr. Arthur Pietrkowski (Tel-Aviv) über „britische Bemerkungen zur Palästina - Wirtschaft". Das Thema rvar, wie der Referent selbst betonte, falsch formuliert. Trotzdem verließ wohl kaum einer der Erschienenen unbefriedigt den Saal, denn das was Dr. Pietrkowski von 8er wirtschaftlichen Entwicklung in Palästina und vor allem von der Stellung und den Schwierigkeiten der aus Deutschland e i n g c w a n d e r t e n Juden berichtete, war gerade in seiner anspruchslosen und zum großen Teil ans persönlichem Erleben kommenden Art so interessant, daß man gespannt vom ersten bis zum letzten Wort znhörte. ES ist schade, daß dieser Bortrag nicht vor einem größeren Kreis gehalten wurde: manche falsche Bvrstellnng wäre zerstört und iimndjc Illusion noch so zeitig beseitigt worden, daß spätere Enttäuschungen erspart blieben. Dr. Pietrkowski ist Zionist und bejaht aus vollem und überzeugten Herzen den Ausbau des Landes, aber er verhehlt sich auch die Schwierigkeiten nicht, die mit diesem Aufbau verbunden sind und die vor allem von der deutschen Einwanderung zunächst noch zu wenig beachtet werden. Es ist aus Raumgründen leider nicht möglich, auf die vielen Einzelheiten einzugehen, die Dr. Pietrkowski erwähnte. Die teilweise zu beobachtenden Enttäuschungen der deutschen Einwanderer — und vor allem derjenigen mit dern vorgeschriebenen Kapital von 1000 Pfund — ergeben sich oft daraus, daß sie mit falschen Vorstellungen der wirtschaftlichen Entwicklungs- Möglichkeit, der Konsumkraft und mit viel zu großem sachlichen und persönlichen Balast nach drüben kommen. Hinzu treten die andere Mentalität der Menschen und' die notwendige Mm» tische Umstellung. Sprachschwierigkeiten und lim kenntnis der Wirtschaftsbedingnngen tun ei« übriges. DaS Land biete noch viel Entfaltung^ Möglichkeit (auch später im Exports, es müsse nur unter Beachtung der wirtschaftlichen Gegeben^ heiten begonnen werden. Dr. Pietrkowski sieht für daS Schicksal vieler deutscher Einwanderer recht düster, wenn es nicht gelinge, sie in die Landwirtschaft einzm ordnen. Das ist die Kernfrage, ans die auch vielen anderen immer wieder hingewiesen wird, Hoffnungsvolle Anfänge — vor allem auch in Kollektivsiedlnngen — sind. gemacht, und man muß wünschen, daß auch bei anderen dieser Weg beschritten werden kann. Palästina habe zwerstl' los auch auf anderen wirtschaftlichen Gebieten eine Zukunft — als Handelszentrum und Fabrikationsland für gewisse Sozialprodukte — aber der Einwanderer müsse zunächst für das Heute sorgen, und da gelte es. sich innerlich n„d äußerlich ein- und umznstellen. Jede klisckMä mäßige Uebcrtragung europäischer Verhältnisse sei ein Fehler; andererseits fei aber auch Palästina lei« Land, das auf dem Mond läge. Es gelten hier die gleichen wirtschaftlichen Griindbedingnngen wie überall, und ein Erperimentiereu sei für den einzelnen ebenso unmöglich, wie irgendwo anders. Bw. b--Th:!!'. « hl Ältenhwrg Kaste fl i S. Csha Immer führend ü Breslau 2 GAMENu MAO CHEN-MAN TEL-^AßE/ßt BKESLAU•&&&?£& NiKQLAiQTR-8-9 ^Bemtlaea Q.-S.^| ¥/ S. 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