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Central-Verein-Zeitung · 1934-10-18 · 42 (18.10.1934) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
42 (18.10.1934)
Date
1934-10-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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mwi JSfjlJWlj 2. Jortiejjung. (Zum 27. Okiohcr.) Es war an einem ganz heißen Tag; Tiere und Menschen waren all der vielen Tonnen« strahlen müde, jeder suchte Schutz in seinem Hanse oder unter einem schattigen Baum. Auch Abraham fühlte die Hitze und war froh, im Hause zu sein, wohin alle die neugierigen Sonnenstrahlen nicht dringen tonnten, iveil es die Wände ihnen nicht erlaubten. Um die Mittagszeit wurde die Hitze immer unerträglicher. Ta trat Abraham vor das Haus, um zu sehen, ob irgendein fremder des Weges käme, denn er in seinem Hause Schutz vor der Mittagshitze anbieten könne. Er schaute nach allen Teilen aus und sah drei müde Männer des Weges tonnnen: ne waren ganz verstaubt, so. als hätten sie schon einen langen Weg hinter sich. Abraham lies den Leuten entgegen und ries ihnen zu: „Männer. Männer, lo'.nmt zu mir in mein Haus, da ist es kühl, ruht euch ans. eßt mit» trinkt bei mir." Er bat die Leute so sehr, das; sie mit ihm gingen. Trinnen in Abrahams Hans war es schön, da tonnte man sich ausruhen und erfrischen. Aoraham lies; den drei Männern die Füße waschen, ries Tara, seine Tran, und sagte: ..Tchnell. schnell. Tara, koch doch den Leuten was hnites. sie haben Hunger vom vielen liehen." Tie Leute blieben eine Weile bei Abraham: ans einmal bemerkte Abraham, daß ans dem Anzug des einen etwas heransfchaute. das wie ein Flügel anssah. und bei dem zweiten und dritten war es ganz ebenso. He länger Abraham, hin schaute, desto größer wurden die Flügel. Tie Männer sahen gar uichl mehr wie Menschen aus, sondern fast wie Engel Gottes. Abraham konnte den Blick nicht von ihnen wenden. Tie Männer sahen das. nlid einer von den dreien sing an 311 reden: ..Abraham, da du so brav bist und jedem versuchst zu helfen. Fremde in dein Haus nimmst lind für sie sorgst, so lvill dir Gott deinen größten Wunsch erfüllen: er lvird dir ein ftinb, einen Tvhn. schenken." Teine Frau Tara, die heimlich hinter der Tür zngehört hatte, wollte es nicht recht glauben. Großmutter hätte ne sein können, aber doch keine Mutki mehr. Tie mußte lachen, weil sie oachte. ua. die Männer treiben Unsinn mit meinem Abraham. Tara hakte gelauscht, aber nicht mit den Augen geguckt lind nicht gesehen, was Abraham sah. nämlich, daß die Männer Engel waren, nild die Engel sind Boten Gottes. Und wirklich, es war ilach dem Besuch der Männer noch kein Jahr vergangen, da lag ein kleiner, reizender Knabe in Taras Armen, und Tara, die alte Frau, und Abraham, der alte Mann mit den weißen Haaren, waren Vater und Mutter geworden. Das kleine Kind nannten sie Iizchak. „Toll ich lwch weiter erzählen von Iizchakr „Ja, ja!" Na gut, aber erst will ich cuäj eine Geschichte von Lot berichten. Lot war ein braver Manu. Er wohnte in einer Ttadt, die hieß Todom. Gott liebte die Menschen nicht, die in Todom wohnten, denn die Menschen dieser Ttadt wollten vom lieben Gott nichts wissen; glaubten klüger zu sein als er, glaubten alles nur so machen 311 müssen, wie es ihnen gerade recht war. Jemanden einladen, so wie Abraham es mit den drei Männern tat, nein, davon lvollten die Leute nichts wissen. Warum auch, lvarnm sollten sie denn den Armen was geben oder Fremde in ihr Hans nehmen, das kostet Geld, und Geld brauchten sie selber für schöne Kleider und Tchnmck. Nur Lot war anders; der freute sich, als eines Tages drei Fremde in die Ttadt kamen. Er lud sie ein. bei ihm zu wohnen. Wißt ihr, wer die drei Fremde waren i Das waren dieselben Männer, die bei Abraham waren, aber jetzt sah man kein Zipfelchen ihrer Flügel, jetzt waren sie ganz uue richtige Menschen verkleidet. Lot nahm sie in sein Hans, ließ sie essen und trinken und wollte sie auch bei sich schlafen lassen Wie das die Leute von Todom hörten, liefen sie zu Lot und sagten: „Was fällt dir ein. gegen fremde Menschen so zu sein, was gehen die dich an, essen und trinken hier und was geben sie uns dafür? Wirft sehen, wenn sie satt sind, gehen sie fort, scheuten uns nichts, essen uns nur unser gutes Essen weg. Her mit den Leuten, daß wir sie aus der Ttadt werfen." Lot wehrte sich. „Nein, ich gebe die drei Männer nicht her", sprach er, „selbst wenn ihr mir die Tür einschlagt." Kamn hatte Lot das gesagt, hoben die Leute die Hände, zn Fäusten geballt, hoch und schlugen gegen die Tür. daß sie ansing zu krachen. Ta kamen die drei Männer zum Vorschein, streckten ihre Hände gegen die Tür. und alle, die davor standen, konnten nichts mehr sehen, Wie waren blind, dunkel war es plötzlich um sie, obwohl die Tonne schien, sie fanden den Weg nicht mehr in ihre Häuser, sie tasteten sich fort, und stille ward's um Lots Haus. Tie Männer gaben sich nun Lot als das, was sie wirklich waren, als Engel Gottes 31t erkennen. Lot konnte sie sehen. Wie sie da standen mit ihren Flügeln, denn er war nicht mit Blindheit gestraft. „Eile dich", sprachen die Engel, „mache daß du aus dieser bösen Stadt fortkommst, nimm deine Frau und deine Kinder mit, aber eile dich,- denn Gott wird die Stadt, in der so böse Menschen wohnen strafen." Lot packte seine Sachen zusammen, nahm seine Frau und Kinder mit und wollte weg. Da stellte sich ihm nochmals einer der Engel in den Weg und sprach: „Keiner von euch darf sich umdrehen und sehen, was Gott mit der Ttadt Todom macht, denn Gott will nicht, daß ihr euch vielleicht freut, daß er euch rettet, während ihr seht, wie die Menschen, mit denen ihr zusammen wohntet, gestraft werden." Tie versprachen es und zogen zur Ttadt hinaus. Jüdische Frauen lernen In einer Zeit. in welcher der Sinn jüdischer Menschen so aufnnhmebereit für jüdischen Wissens-- stvff ist, war es ein glücklicher Gedanke, der Gesmntvorstandssitznng des jüdischen Frauenbundes eine „LerNzeit" vorangehen zn lassen, zmnal, da so starke Persönlichkeiten iuie Professor Bnber und Tr. Ernst Timon, die .Nurse leiteten. Ter Ansenthalt in Nauheim vom 4. bis 7. Llltober gab allen Frauen ein Gefühl des Losgelöstseins von allen sonstigen Psliehten und Ableitungen und ermöglichte so stärkste Konzentration. Ottilie Schönwald hielt die Begrüßungsansprache, nach ihr sprach Tr. Tora Edinger über ..Persönlichkeitsvildnng". Tie wies ans die Notwendigkeit einer planvollen geistigen Arbeit an Stelle der sporadischen Einzelvorträge aus verschiedensten Wissensgebieten hin. Besonders lohnende Aufgabe ist cs. den Frauen, die an methodisches Tenken gewöhnt, ihr Bildungsbedürfnis ausschließlich ans anderen Wissensgnellen gestillt haben, jüdisches Wissen zu bringen. Wie aber sott jüdisches Wissen gelehrt werden? Was soll ans der Fülle des großen Stoffgebietes heranögeariffen werden? In welcher Form sott es Menschen nahegebracht werden? Tie Frage, rvie und was gelehrt loerden soll, nmrde in den nachsolgenden ' Arbeitsge 1 nei 11 schaste 11 praktisch beantwortet. Ans Bibel und Talmud, den beide:: Urgnellen jüdischen Wissens, wurde geschöpft. Martin Bnber behandelte in seinem Bivelknrs das Lied der Tebvrah. Hannahs Tanklied, den Spruch der Frau von Tekoah. Es wurde den Hörerinnen vor allem eines klar: Es gibt viele Menschen. die die Schönheit eines Kunsliverkes wohl erfühlen, aber doch eine sachkundige Führung brauchen, um es zu erfassen, so nnis; auch das Berständnis für die Bibel erst erschlossen werden. Martin Bnber zeigte die Kunst des Bibellesens: Nichts hineingrübeln und doch alles herauslesen! Jedes Wort als bedeutungsvoll betrachten, seinen eigentlichsten Tinn zu verstehen suchen! Historische Zusammenhänge.' Zeitverhältnisse.' soziale Ttruttur. geograpmscbe Lage, alles i|t wesentlich für ein wirkliches Berstehcn. Und vor allem, von ihm immer wieder betont, Kenntnis der hebräischen Sprache'. Kann und soll nun die Bibcl einem irden jüdischen Menschen Handbuch sein, in das er sich hineinlesen kann, so ist die Halacha, das Gesetz um so schwerer zugänglich. Aber jeder jüdische Mensch sollte gerade in einer Zeit so schweren Mißverstehens von außen um die Eigenart dieses Buches wissen. Ernst Tiuw,, verstand es mit meisterhafler Pädagogit. immer wieder durch Beispiele das Berständnis erleichternd, die schwer verständliche Art der Halacha klar zu machen. Es ist ihm gelungen, sowohl Berständnis für das festbaren Imvclcn das prachtvolle lebende Kleinod: Frayha. Ans die erschütternden Hiljertlsc der Ettern eilten Nachbarn mit Lichtern herbei. Alles wurde versucht, um das arme Kind hinauszuziehen. um cs dem furchtbaren Grabe zn entreißen. Aber Mühen und Anstrengungen waren vergebens. Genaue und tiefe Grabungen wurden vorgenvnunen. das Wissen von Zauberern und Zauberinnen herangezogen, fromme Persvnen wetteiferten im Kamps gegen Gnome und Feen, gegen die Wächter des Schatzes, gegen die Kerlermeistcr Frayhas. Alles war vergebens. Ter Aberglaube des Volkes sagt, daß, wenn man Gelegenheit hat. einen Schatz zu entdecken — was in früheren Zeiten oft vorgekommen sein soll —, man nie jemand rufen darf, wenn man nicht den Schatz in Kohle verwandelt sehen oder mit ihm begraben sein will. Tiefes Schicksal erfuhr die unglückliche Frayha. Ihre Eltern beschlossen, zur Verervigtmg dieses traurigen Abenteuers und zum Gedächtnis an ihr inniggeliebtes Kind — aci perpetuam rei memoriam — den Inhalt der Truhe aus Amberholz dazu zu verwenden, ihre Wohnung in eine Synagoge zu verwandeln, die den Nanien der teueren Derschivundenen tragen sollte. Ans diese Weise wurde Tlath-Frayha gegründet. Gleichzeitig eine Stätte des Gebetes und ein Wallfahrtsort für alle, die das junge Mädchen kannten oder sein trauriges Ende erfuhren. (Autorisierte Ilebersetznng aus dem Französischen von Felix G u t.) Elly Reicher las aus 'der Bibel Tie Bezirksgruppe Berlin-Westen des Jüdischen Frauenbundes hatte am 10 Oktober nachmittags zu einer Bibelvorlesung von Elly Reicher eingeladen. Tic hübschen Räume des Klubheims waren gut besetzt; leider sah man unter den Gästen fast gar leine Jugend! Tcckxn hätte eine solche Bibelvorlesung bestimmt in allen Alierskreisen Interesse verdient! Elly Reiäier hat eine nnmdervvll tragende und getragene Stimme, die den hohen Stofs mit einer eigemn Weihe zu umgeben versteht. Zuerst las sie das Kapitel aus den Klageliedern Jeremias' — ein Gedankenzu fammeuklang mit der Ausführung des Kulturbundes. Danach kam aus dem 2. Samuel jene Geschichte zu Gehör, die Absaloms Abfall, König Tcwids Flucht und seine Rückkehr schildert. Tic Bibel ist. wie Elly Reiäier selbst sagte, nicht nur ein heiliges Buch, sic ist vst auch ein Heldenepos, auf dessen Schöpfung wir Juden stolz sein dürfe:». Tiefer Auffassung entsprach die Vorlesung dieses Kapitels, deren menschliche Wirklichkeitsnähe sich a::s der oft ins schauspielerische gesteigerten Art des Lesens wirkungsvoll und erschütternd auftat. Listen ttnd Ränke um ein kriegerisches Geschehen traten bei aller Heiligkeit dieser biblischen Erzählung in* Bewußtsein. Höchste Menschlichkeit liegt in der herrlich einfachen Sprack-e, die. um imnrfte Bewegtheit hervorzurusen, ttichts weiter nötig hat. als zu sagen: „Und da ward König David traurig". Rach kurzer Pause brachte Elly Reicher zum Abschlich ihres Vortrags das ..Bergidyll" aus Heinrich Heines „Harzreise"; sie sprach es frei aus dein Gedächtnis mit all der Anmut, die zu dieser bezaubernden Dichtung gehört. H. M. herbstliche Blumen im Haus“ In einem schönen gepflegten Haus in Westend unter gepflegten Menschen ein Abend der reinen Aesthetik. Eine hohe Vase, aus der es blau und gelb leuchtet von Rittersporn und Tonnenblumen — ein ländlicher Korb: Margueriten. Mohn, der letzte, den es gab, und ein gelbes Band — ein weißer Korb aus edlem Porzellan, unter der Fülle von Tchleierkraut und Cosmea schimmernd wie eine Braut — Nosenranken, Grün. Tust und Leben in dem von Menschen dichtgesüllten Wintergarten des Hauses. Mitten unter den Leuten, in ständigem Gespräch mit ihnen, die Zauberin all dieser Blumenschönheit, Franziska Bruck. Tie füllte vor den Augen der Gäste Basen und Körbe, nicht, als ob es einen Vortrag mit Vorführungen gelte, sondern wie eine Frau, die ihr Hans festlich schmücken will. Es entspannen sich zwischen ihr und den Gästen lebhafte Dislnssioncn um die Wahl einer hellen oder dunklen Vase, eines gelben oder blauen Bandes — erfreulich die Feststellung, daß man sich heute auch noch ernsthaft, mit solchen Erwägungen befassen kann. Hier stellt sich ein lleberlegen ein: Es ist eine große, oft zu wenig beachtete'Wahrheit, daß uns heute ein bißchen Tckiönheit — eine Tchönheit. die nichts weiter als das sein will — mehr als je nottut. Ta ist es wundervoll, wenn ein Mensch wie Franziska Bruck in ihrer leichten und innigen Art den Weg zeigen kommt, wo er manchmal verschüttet iit. Aber gerade den Kreisen, die dieser natürlichen Lebensfreude, die aus den frei wachsenden Pflanzen strömt, am meisten bedürfe:: — gerade den Kreisen nun ja der Abend nicht zugänglich durch seinen für sie zn glänzenden Rahmen. ' Es wäre sehr erfreulich, wenn eine ähnliche Veranstaltung mit entsprechenden: Zuschnitt für die größere Oesfentlichkeit der jüdischen Bevölkerung einmal ermöglicht würde. Blumen, auch die einfachsten, geschmackvoll ordnen und zur Geltung bringen, das' kann sicher jede Frau, die ein wenig Gefühl dafür hat. Und trotzdem_ ist es recht gut. wenn einmal jemaitb daran erinnert, daß man es kann und einem nebenbei noch einige praktische Winke zur Erhaltung der Blumen gibt. Franziska Bruck zeigte, daß ihre Kunst, die sie selbst, wie sie sagt, inehr als ein Gefühl erupfiudet. außerdem auch eine Berufsmöglichkeit bietet, die gerade in jüdischen Kreisen noch wenig erkannt ist. Den Albend leiteten Helene Lachmanski- L cha ul mit einen: Klavierstück und Rosei Sander mit dein Schumann-Lied „Tie Lotosblume" zart und stimmungsvoll ein. R. M. Stefan Zweig an den Kulturbund Der Kulturbund Deutscher Juden, der bekanntlich das Drama „Jeremias" von 'Stefan Zweig zur Aufführung gebracht hat. hat auf ein Telegramm vom Dichter den folgenden Brief erhalten: „Sehr geehrte Herren! Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für Ihr freundlickM Telegramm Niemals konnte es mir erfreulicher gewesen sein, den „Jeremias" aufgeführt zu wissen, als im gegenwärtigen Augenblick in Ihrem Kreise, und ich bitte Tie. all den Mitwirkenden und Helfern am Work meine innigste Erkenntlichkeit auszusprechen. Mit den besten Grüßen Ihr sehr ergebener Stefan Zweig." Lots Frau lief immer als letzte hinterher, sie dachte: na, so ein bißchen umwenden kann ich mich schon, keiner siehts, Lok und die Mädels sind schon weit voraus, die merken das nicht. Ich bin doch gar zn neugierig, ich muß wissen, was Gott mit den Menschen und der Stadt macht. Tie drehte sich um. und auf einmal konnte sie sich nicht mehr beweaen, Arme und Beine waren ganz steif, sie wollte Lot rufen, er solle warten, sie bekam den Mund nicht mehr ans, sie erstarrte zn einer Salzsäule. Lot und seine lüdjior merkten nichts davon, sie liepm immer weiter, denn sie dursten fidj doch nicht nmdrchen. To merkten sie erst viel später die Strafe, die Gott über die neugierige Frau Lot verhängt hatte. .LIi<-o (Inpi-nlu-iimw. (Fortsetzung folgt.) Veranstaltungen stehende Prinzip der Autorität wie auch für die zum Zwecke der Anpassung ,::: ZeiwerhäUniste angewandten Ausdenrnngskünste zu schafsen. To fand Aenne Hahn ch'stem. die übe: die Ausivertung der Tagung sprach, vollste Zustuu. lmnu], als sie die Forderung erhob, daß alle Ae>:.- anfangende. Lernende im Bezirk des Jüdischen sein müssen. In jeder Ttadt sollen die Rabbn-.cc die Lehrer, die Führenden sein, iveil sie das Wrctzeug besitzen, das den Weg in das jüdische Wissen erschließt. Aus dein Mitgliedertrois tan: die Anregung. jede Tagung mit einer Vernzcit zn wginnen und den einzelnen Gruppen uahezulegen. im uärhsten Wii'.ter eine bestiinuite Kapitelivlge ans den: I. Buch Moses durchzuarbeiteii. Ter Lerngemeiirschaft folgte ciue Gstw.nt vorstaudssitzung, bei der u. a. Hanna Karnnniti übcr die vielfältigen Ausgaben und Arbeitgebieie des jüdischen Frauenbundes sprach. Tie Ans'praclie üaiid unter dem Gesichtspunkt, daß es Ausgabe de« JFB sei. die weibliche Jugend i:ichi nur bernilich zu fördern, sondern ihr auch bei der Lebens, gesraltung behilflich z:: sein. L. <j. Tee-Nachmittag im Jüdischen Kinderheim Fehrbelliner Strasse ..Aus kleinen Ttühlcheu saßen wir -- Bretch!: und Kuchen aßen tutr - — mau möchte egzent. lich in Reimeu über diesen Nachmittag dcs IR £(- tol>er s Pr ecken, so neü war er. Aber es iß nicht di:s Weß'Mliäx'. M; die Gäste sich an Tee uub Kuchen und Brötckzm — alles von En: Haushaltilngsschülerinnen selbst lehr sein gerichtet — erireuleu. Wesentlich ist. daß man Eiicklick bekam m das Leben und die Arbeit dieses Kinde: Heims, denen Bestehen äußerst wichtig ist. he:ite mehr denn je und das zur Unterstützung in seinem Tascinstamps dringend neue Bcitgljeder und Gönner brauch:. Es ist ein gutes Werk, das hier zu fördern Ä. Gerade in dieser Gegend Berlins, wo es gilt, ben arbeitenden Eltern die Sorge um ihre Kinder t-rp. über abzuuehiuen. ist ein solches Heim eine Üloiwendigkeit. ksll Kmder finden hier Untexfuuu. Tr erhalten Kör per siege mit allem, was dazu gehört, uirter der ärztlmheu Leitung von Tanitarsrat Tr. F rank e n st e i n. Tie werden gespeist — einfache, aber kräftige Küche — und beschäftigt. Mn such: die Kinder vor körperlichen und seelischen Schäden z:i bewahren, hikst bei Erziehnngssch.vierigleiten, indeu: mau die Eltern berat, 'ersteht t»" Jugend znr Gemeinschaft und pflegt das Jiidrsche in Freitagabend-- und F-estesfeiern. 'Bis zmi: Ällcr der Tchnlentlafinng und sämtliche Alters,lufen hier vertrete!:: In der .Kinderstube die Kleinsten non ein bis drei Jahren, im Kindergarten die Iiri bst Sechsjährigen, im Kinderhort die Sechs- bis Vierzehnjährigen. Jede Gruppe pflegt unter der Ai« tung geschulter Kräfte und doch bei größter Alüm lichtest der Entfaltung der eigenen Anlagca die ihr gemäße Art vm: Beschäftigung. Vt kleinsten spielen und singen und turnen: i:i: stmbeignrten wird Gymnastik getrieben und gebastelt: im •norl treibt man Wertarbeit, wobei besonderer Wen airs Beriveudiing auch des unscheinbarsten Nia-tcrials gelegt^wird, ivie das unserer Zeit entspriciit: bst den LchnIarbeNen wird beaufsichtigt, iiachzcholscn. wo es nottnt. lind der Zusarnmenhat! mit beu •rrfutieu wird in nutzbringender Weise amreciW erhalten. Änßerden: finden hier aiich vorülergehend unversorgte Kinder Ausnahme und rin frenndlickies Heim und familiäres Leben. Leitdcm d:e stBerussumschichliiug tx'gauu, immer weilen' Kreise zu ziehen, iverd'en hier auch H.uisbalumg-' schülernmen in einem halbiährigen -Kurs nm* monatlichen Preise von 2ü AM in jeglicher Art der Hausarbeit.einschließlich .Kinderpflege ansgeb-ldck: sie haben die beste Lehrmeisterin in der Praris, d-e sie alle Arbeite!: in der Küche. Wäscherei. Plättcrci nsw. für das ganze Haus versehen heißt. Ties ist nur ein Weniges, tieransgegrisst'n aus der llNenge der Aufgaben mid Arbeiten, für die ElE T z i a l o s z y n s k i. die 1. Borntzende des Vereins. in herzlichen Worten, wie die aufopfernde Mutter aller Kinder, ivarb. llnb ein aeil von dielen Kindern stattete den Taut für die entgegengebrachte Frenndstchaft schon im voraus durch d:e ganz entzückende kleine Aufführung einer Pustm mime: „Ein Wmggon Spielzeug", ab. Es war cchn's Tt'ieater im Sinn des Kindes mit allen Gestalten, d'.e feine Träume erfülle::; auch diese Wahl des Tlülle-s ein Beweis, daß man hier wirklich auf die Teest des Krudes einzugehen und ihm rotglühende Wangen und strahlende Augen hervorzuzanbern ve's steht. Rührend, wenn man sich überlegte, wie '.nel Mühe und Arbeit von seiten der Leitung und bei Kinder hinter diesen wenigen Minuten des Tpn'lc-> steckte; man konnte allerdings besten geiviß l'en.>. daß für die Kinder die Borbereiinngen zur,An>- führung nicht iveniger schön waren als diese sell'K- — In einem Tprechchor legten die Haushaltung^ schülernmen in ganz primitiver, schlichter Weise cu: Bekenntnis zum Judentum ab. dessen Wahrhwticp leck aus den jungen Stimmen zum Herzen fPranJ- Unb man fühlte die Atmosphäre eines Hanse-'' das ari gewöhnlichen Tagen von Kinderstmune" widerkkiligt. die trotz der oft herrschenden Sorgen des Elternhauses ihre Heiterkeit und Frische nullverloren haben und —« nicht verlieren dürfen, ^.afür muß auch weiterhin gesorgt werben! Hilde Marx.

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