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Central-Verein-Zeitung · 1934-10-18 · 42 (18.10.1934) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
42 (18.10.1934)
Date
1934-10-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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C-V.-Ztg ,21 ü iCm 18.0ktob. J Ls? 1934 n ❖ ❖ Wieder hat ba§ deutsche Judentum den schmerz, lichen Verlust von Männern zu beklagen, die im dcutsclien Wirtschaftsleben eine führende Stellung kiiwahmcn. Es scheint tatsächlich so. als ob sich gerade in diesen Tagen die Zeit einer Generation zir Ende neige, die in den Jahrzehnten vor und nach dem Kriege mit aufbauen halfen und von der für die deutsche Wirtschaft manche ivertvollc Anregiwg und Förderung ausgegangen ist Ihr Tod bedeutet eine Mahnung an die Lebenden, in ihrem Sinne weiterzuarbeiten und weiterzuwirken. Sommerzierrrirt TR. A. Sirsus In Kommerzienrat M. A. Straus, der in diesen Tagen 78jährig in Karlsruhe in Baden gestorben iit. verliert da? deutsche' Privatbankiergewerbe einen hervorragenden Vertreter: hervorragend gleickiermaßen in menschliä)er und beruflicher Hinsicht. Und vor allem in Süddeutschland trauert man um einen Manu, dessen Slawe überall mit Hochachtung gemmnt und dessen uneigennütziger Rat immer gern eiitgegeinzenommen und befolgt wurde. Tas Bankhaus Straus u. (5 o. in Karlsruhe — dessen Srniorches der Verstorbene war — gehört zu den führeudsll Firmen im deutschen Privatbankocwerbe. Sern Ruf geht weit über den Bezirk des engeren Wirtschaftsgebietes hinaus und die Stimme seiner Inhaber — neben dein Dahingegangenen Lohn und Schwiegersöhne — ist innererlb des Geiverbes hoch geschäht. Wer. ivie der Verfasser dieser Zeilen, der eirgsten Lciinat des Verstorbnen entstammt, der iveiß, wie verehrt und geachtet Koinmerzienrat Straus in allen Kreisen seines Arbeitsbereiches und darüber hinaus war und ivie er für jeden und für alles ein offenes Lhr hatte. Es ist deshalb auch kein leeres Wort, wciin eine der Firmen, deren Aussichtsrat er seit Jahrzehnten angehörte, in ihrem Nachruf seine ..Hilfsbereitschaft, auch für die persönlichen Anliegen der Werksangehörigen! betonte. Es war eine der sclPnsten Eigenschaften dieses Mannes, daß er — wenn er einmal eine Sache für richtig erkaimt hatte — sich auch ganz für sie einfetzte, mit allem feinen großen Können und bedeutenden Wissen, die sich bei ihrn mit einer mxwmüdlichen Schasfenslrast uiD einem hohen Pflichtbewußtsein paarten. So kam cs auch, daß er die meisten Auffichtsratsmandalc, tie er uinchatte. schon seit Jahrzehnten verwaltete, weil er den Gesellschaften ein mir schwer zu entbehrender Freund und Berater wurde. Wenn sich Kommerzienrat Straus mit fortschreitendem Alter auch ein wenig zu entlasten versiichte, so gehörte er doch bis zuletzt noch den Verwaltungen einiger großer Unternehmungen an. So der zum Klöckner-Konzern gehörende Humbold- Tcutz-Motoreu A.-G., zu der feine Firma vor vielen Jahren durch den Uebergaiig der Motorenfabrik Oberurfcl. die zu ihrem engsten Jnteressenkreis gehörte, auf diele Gruppe in Beziehungen trat; ferner der bekannten badifchvn Brauerei Sinner A.«G., der Nähmaschinenfabrik Karlsruhe A.-G.. vo-m Haid u. N'cu. der Westdeutschen Lodenkredit-Austalt in Köln und noch manchem anderen Unternehmen, das den Verstorbenen zu seinen Beratern zählen durfte. Schließlich darf nicht unerwähnt bleiben, daß Kommerzienfat Straus auch Mitglied des badisch.pfälzischeu Ausschusses der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft war, und daß er gerade auch in diesem Gremium für die wirtschaftliche Entwickluiig seüxw engeren Heimat manche Arbeit leisten konnte. Schon aus dieser kleinen Aufzählung ergibt sich, welch enge Verbindung das Bankhaus Straus u. Ev. — nicht zuletzt durch die Initiative und Tatkraft seines Seniorchefs — zu einer großen Anzahl bedeutender Jndustrieunternehmimgen hatte und hat. imd wie erfolgreich gerade dieses Arbeitsgebiet betreut wurde. So ist mit Kommerzienrat Straus wirklich ein Wirtschaftler von altem Schrot und Korii dahingegangen, aus dessen Wirken im Dienste der deutschen Wirtschaft auch das deutfci)e Judentum, zir denr er sich stets mit Stolz bekannte, in Dankbarkeit zurückblickcn kann. Wenige Tage nach dem Tode von Konuncrzienrat Straus und knapp einen Monat nach dem Hmscheiden seines Vetters Oskar Wassermann ist auch der Seniorchef des Berlin-Bambergcr Bankhauses A. E. Wassermann, 2E(Sg von WsffSTMNNN im 7! Lebensjahr gestorben. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man Max von Wassermann als einen der feinsten Bankiers bezeichnet, die im deutschen Privatbankgewerbe gewirkt haben. Wir hatten bereits beim Tode Oskar Wassermanns aus die alte und gute Tradition der seit mehr als 1.">0 Jahren bestehenden Firma A. E. Wassermann hingewiesen. Max von Wassermann hat diese Tradition im besten Sinne fortgesetzt und nicht nur für sein Haus und die ihm nahestehenden Unternehmungen, sondern auch für seinen Berussstand im allgemeinen viel geleistet. Enge Beziehungen verban» den diesen hervorragenden Mann mit den verschiedensten Zweigen der deutschen Wirtschaft. Seine umfassende Erfahrung und seine großen Gaben haben ihn an allen Stellen, an denen er wirkte, zu einem unentbehrlichen Berater gemacht. Es sei nur an die Verbindungen erinnert, die er und seine Firma zu Teilen der Textilindustrie, zur Braunkohlenindustrie (deren Bedeutung er vor vielen anderen erkannte), zu verschiedenen Unternehmungen der Metallindustrie und des Maschinenbaues uslv. ausgenommen hatte, und die von der Firma zum Teil heute noch erfolgreich gepflegt werden. Einer der hervorragendsten Eharakterzüge Max von Wassermanns war feine außerordentliche Bescheidenheit, Nie hat er nach äußeren Ehren gestrebt, nie hat er seine eigene Person irgendwie in den Vordergrund gestellt. Das ging sogar so weit, daß er ausdrücklich verfügte. daß kein Nachruf und keine Anzeige über fein Hinscheiden vor seiner Beisetzung, die in aller Stille in Bamberg erfolgte, veröffentlicht werden dürfte. Max von Wassermann gehörte auch jahrelang 'dem Berliner Börsenvorstand an, seine hauptsächlichste Tätigkeit lag - hier in der Zulassungsstelle für Wertpapiere, die in ihrer Arbeit, von ihm oft wertvolle Unterstützung empfing. Wenige Stunden, nachdem die vorstehenden Zeilen nicdergeschrieben wurden, erreichte uns neue schmerzliche Kunde. Wieder ist ein Mann dahingegangen, der dieses Mal — vor allem auf literarischem und geistigem Gebiet — dazu verholfen hatte, dem deutschen Namen in der Welt Geltung zu verschaffen. Ein Pionier des neueren deutschen Verlagswesens ist mit verstorben. Er war der Schöpfer und Leiter der S. Fischer Verlag A.-G., die er im Jahre 1886 gegründet hatte. Was der Verlag und die Arbeit seines Gründers seit dieser Zeit für die deutsche Literatur und die deutsche Buchproduktiou bedeuten, wird an anderer Stelle des Blattes gewürdigt. Aber auch an diesem Ort sei der Name Samuel Fischers ehrend genannt, denn es ist auch ein wirtschaftliches Werk ersten Ranges, das er in 48 Jahren aufgebaut hat. Er schuf ein deutsches Vcrlagsunternehmen von Weltgeltung. Wie sehr sein Wirken auch über die Grenzen Deutschlands anerkannt wurde, zeigt unter anderem die Tatsache, daß Samuel Fischer vom König von Schweden zum Hosbuchhändler ernannt worden war. Der Verlag wurde erst im Jahre 1922 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Bis dahin hatte Samuel Fischer den umfangreichen Betrieb als offene Handelsgesellschaft geführt, und so hieß es auch in dem Gründungsbericht, daß Zweck der Gesellschaft der „Fortbetricb des von dem Verlagsbuchliändler S. Fischer unter der Firma S. Fischer Verlag begründeten Verlagsgeschäftes"' sei. H. W-l. Bei der Wareneinfuhr muß die Rohstoffein. fuhr schon deshalb an erster Stelle stehen, weil die Versorgung des Exports unter allen Umständen sichergestellt werden soll. Da jedoch infolge der Devisenknappheit auch die der rohstoffverarbeitenden Erportinduitrie anfallenden Devifen weder von der Neichsbank freigegeben noch ihr Zugeteilt werden können, wird durch besondere Genehmigung der Inanspruchnahme von Autzlandskrediten (Waren- und Finanzkrediten) für die Nohstoffcinf'.ihr der deutschen Exportindustrie eine weitere Einfuhr ermöglicht. . Die Fälle, in denen die mit Hilfe der Kredite eingeführten Rohstoffe zu Halb- und Fertigfabrikatcn verarbeitet und diese ganz oder teilweise wieder ausgeführt werden, werden besonders und bevorzugt behandelt. Während ursprünglich dieselben Rohstoffe in verarbeiteter Form ausgeführt werden mußten, wird auf Grund praktischer Erwägungen jetzt auf die Identität der Rohware, die bis zu ihrer Fertigstellung oft mehrere Fabrikationsstufen durchläuft und im Arbeitsgang von der für inländische Zwecke bestimmten Ware nicht getrennt werden kann, verzichtet. Außerdem kann bei eiligen Auslandsaufträgen der inländische Liefe- *1 Brrgl. den Aufsatz „Das Noinpensatious- und Roh. stoffkrcditgeichüft" in Nr. 41 der C.-V.-Ztg. Wir haben wiederholt über ordnende Maßnahmen des Neichswirtschaftsminifters auf Grund des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der Wirtschaft berichtet. Dieses Gesetz ermächtigt bekanntlich den Reichswirtschaftsminister. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertretung ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen. Ties ist in de.n verschiedensten Fällen erfolgt. Besonders wichtig sind diese Anerkennungen für die Gruppen der Industrie und des Gewerbes, in denen einige Verbände, die ihrer Tätigkeit nach zu der Gruppe Handel gehören, Nichtarier ausgeschlossen hatten. Unsere Bemühungen gehen seit langem dahin, eine Abänderung dieses Zustandes, des Ausschlusses aus den Wirtschaftsverbänden, herbeizuführen, der mit denr bekannten Grundsatz niclst tu Einklang steht, daß in der freien Wirtschaft ein Unterschied zwischen Ariern und Nichtariern nicht gemacht werden soll. Der ReichswirtsckMsmmister erkennt nur solche Verbände als allein berechligte Vertretung ihrer Wirtschaftskreise an. die alle Personen, natürliche und fnristische. ausnehmen, die das betreffende Fach ausüben. Soweit Verbände daher als alleinige Vertretung anerkannt werden, dürfen,, wie amtlicherseits festgestellt wird, ihre Satzungen den Arierparagrap heu nicht enthalten. Demgemäß ist auch schon bei zwei Gewerben, im Ausknnstsgewerbe und im ambulanten Gewerbe, die Ausgliederung der jüdischen Gewerbetreibenden aus den als alleinige Vertretung anerkannten Verbänden rückgängig gemacht worden, wobei die Satzungen entsprechend geändert wurden. Ueber die weitere Anerkennung von Verbänden auf Grund des Gesetzes zur Organisation der Wirtschast werden , wir berichten. rant aus seinen Beständen in Vorlage treten und die Ersatzbeschasfung auf Grund der ihm im Rahmen eines Rohstofskreditgeschästcs freigegebenen Exportdevisen bewirken. Das Verfahren ist auch nicht auf diejenigen Fälle beschränkt, in denen der Importeur (Kreditnehmer) zugleich auch der Exporteur der Ware ist, wenn die eingeführte Rohware zwecks Weiterverarbeitung mehrere Fabrikationsstufen durchläuft und entweder von dem letzten verarbeitenden Betrieb oder aber von einem Exporthändler wieder ansaeführt wird. Tie Rückzahlung des Rohstofskredits muß ohne Inanspruchnahme der Neichsbank erfolgen, und zwar in der Weise, daß der ausländische VTareu« abnehmer den Gegenwert des RohstosfantcnlS auf Anweisung unmittelbar an den ausländischen Kreditgeber oder Rohstofflieferanten bzw. dessen ausländischen Banktrenhänüer abführt oder, wenn dem Exporteur im Jnlaude effektive ausländische Zahlungsmittel anfallen, dieser den erforderlichen Betrag nach Freigabe seitens der Neichsbank selbst anweist. Als Warenabnehmer kommen Firmen in den oben unter I. aufgesührten Ländern, zu denen noü) Portugal und Finnland kommen, nicht in Betrach:, da infolge der zwischen Deutschland und diesen JFaßlbwDLbmmimno mmaJ (IriwaDoomtZcBL-ü, düüa DBcsatsIJa r OP I ^l!i?:(r (? L iliüul [l! i 11 :: : L..33 Cuj U La Inh. Em!J u. Friedrich Lang V/eln grosshsndlung Bre»laa 6 — Friedrich Wilhelmstr. SO empfiehlt dsslgvpllsgls Weine aller Art. Qoditsec Stmmp^a&äk A. Q. dar! 25s. JJ BorEto-Desfällas’Is 3acob Bamfreiiner Göppingen. ' Spes. ß©ra§© der Magenschr.aps selbsssebr. Kirschv/ssser Fflr einzelne Bezirke elngetflhrte Vertreter gesucht. 1« W«£ükütlUi::ii;ü U.h.lJ.liii. Bautzen i./Sa. LÜRipGn-CroszhondSung B«ä<byUüii C3 »bvü/i Berlin 5. 2, PaakakraOQ 7/0 Fernsprecher E 2 Kupfergraben 1734. _ ßabrklraklDN "elnsScr £sch Anfertigung bei Einsendung von ig fctoffen, mcli nach Massangabe, mltljj ya¥iöH! iterssesersOo. 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