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Central-Verein-Zeitung · 1934-09-28 · 39 (28.9.1934) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
39 (28.9.1934)
Date
1934-09-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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§u den Red!» von - Aus Anlaß der Gausporttagung des DdM hielt Gauleiter Groh6 eine Ansprache, deren Wiedergabe im „Westdeutschen Beobachter" vom 24. September wir die nachfolgenden Ausführungen entnehmen: „Wir trollen auch körperlich schöne Menschen und einen Geist, der wirklich deutschem Wesen entspricht. Wir haben dabei schon immer in der . Rasseupolitik erkannt und immer wieder mit Deutlichkeit und Betonung gesagt, daß es wertvolle Rassen, aber auch minderwertige Rassen gibt. So wie ich es vor den huuderltauseudeii Hitler-Iungeu in Aachen betont habe, so spreche ich es auch wieder zu euch und benutze diese Gelegenheit gern, wieder zu erklären, daß die jüdische Rasse e i n e m i n d e r w e r t i g e R a s s e i st. So, wie . wir" in der Oppositionszeit den Juden kennengelernt haben, so haben wir ihn auch in diesen Wochen wieder gesehen. Er versucht Aeußerungen von Rationalsozialisten gegeneinander aus- Zuspielen und Mißtrauen zu säen. Wenn er nicht immer wieder Anstrengungen machen würde, in unserem Vaterland als ein Unsichtbarer eiuherzugeheu, wir würden es nicht nötig haben, ihn zu bekämpfen. So aber müssen wir es. W i r lehnen den Juden lii'djt mir a b. s o n. dern wir bekämpfen ihn bewußt, solange bis er sich a u s u n s er m A ol k s - leben heraus hält und uns in Ruhe läßt. Teutsche Art und deutsches Blut rein zu erhalten, dazu habt auch ihr Mädchen verantivortlich beizutragen. Hütet euch vor jedem Kompromiß, der euch in der Theorie liebliche Ver- . sprechungen macht, in der Praxis aber etwas ganz anderes will. Mit diesem Kompromiß darf das junge Teut'chland nichts zu tun haben. Sehen . wir denJudenalseineGefahrsürdie m e n schliche Gesellschaft an. dann können wi r anderseits auch nicht s r e u n d s ch a s t l i ch mit i h m ver - ke h r en , a ls wäre er unsersgleichen. Ter Jude ist nicht nur äußerlich gekennzeichnet, sein Empfin-den ist auch ein ganz andres als unseres. Er denkt und handelt anders als wir. Er steht uns fremd und feindlich gegenüber. Wenn wir ihn entschieden bekämpfen, dann nidjt zuletzt zum Segen der ganzen Menschheit, denn sein Wirken ist überall ein zersetzendes." Im „Riederbarniiuer Krcisblatt" vom 7. September führt Wilhelm Kube. Gauleiter der Kurmark, in einem Aussatz „Nationalsozialismus" aus: „Bei uns im Osten verstehen wir den Kampf gegen das Judentum: denn für uns im O'sten war der Jude stets der neiderfüllte Feind, der Parasit, die Pest für unser Volkstum. Nie vergessen wir das Wort Moltkes, daß der Jude in den Rapoleonischen Kriegen beiden kriegführenden Parteien diente und beide verriet. Nie vergessen wir Könitz! Nie vergessen wir, daß Galizien, Kongreßpolen und Posen die ewigen Pestilenz- Herde des nach Mitteleuropa und Westeuropa flutenden Judentums waren. Bei uns in der Ostmark übten diese durch Natur zum Betrug und zur Volkszersetzung bc- 1 stimmten Hetzer und Zerstörer ihr genreines und niederträchtiges Handwerk, ehe sie aus den Kursürstendamm und die Jerusalemer Straße los- ' gelassen wurden. So manche Leuchte des Systems von Weimar hat in Krotoschin, Brody oder Lemberg das Licht der Welt erblickt. Ter 9. November 1018 sah das Judentum in Mitteleuropa siegen. Es hätte nicht siegen können, wenn der Kaiserstaat der Hohenzollern den Juden nicht Tor und Tür geöffnet hätte. Wir wollen nie vergessen. erefcs und Kube daß alle drei Kaiser-aus dem Hause der Hohenzollern betonte- Judenfreunde waren. Die Kette führt von Bleichröder zu Ballin und Rathenau. Und während Johann Georg Juden henken und verbrennen ließ, ließen seine Nachkommen im 19. und 20. Jahrhundert Juden in den Grasen- und Fürsteustaud erheben. Die meisten Dynastien in Teutschland handelten ebenso... Das Judentum bleibt der Feind des deutschen Volkes. Tas Judentum bleibt der Feind der deutschen Kultur. Tas Iudentrun bleibt der Feind der deutschen Wirtschaft. Tas Judentum bleibt der Feind des deutschen Bauerntums und des deutschen Arbeitertums. Tas Judentum war auf dem besten Wege, uns rassisch zu versauen. Tas Judentum hat den Ruf Deutschlands in der ganzen Welt in Schande und Verruf gebracht. Tas Judentum verriet uns am 9. November 1918, das Judentum zerrte den ehrwürdigen ' Geucralfeldmarscl)all von Hindeuburg vor das Schandsorum des verbrecherischen Reichstages der Judenrepublik von Weimar. Tas Judentum machte die Inflation in Teutschland. Tas Judentum war führend bei den Geheimorganisationcn der Freimaurer und Jlluminaten. Tas Indentum beherrschte Presse, Theater,, Kino, Politik, Wirtschaft und Kunst im Teutschland der Hohenzollern wie der Republik des Friedrich Ebert. Das Judentum hat allen bürgerlichen und marxistischen Parteien Programme gemacht. TaS Judentum hat die deutschen Kolonien genau so ausgeschlachtet wie die Kraft des aroeitenden deutschen Menschen. Auch nach unserem Siege versucht das Judentum, sich frech und unverschämt wieder breit zu machen. Daran denken , wir als alte nationale Sozialisten, wenn wir in Nürnberg tagen. Julius Streicher ist eine durchaus berechtigte Persönlichkeit in der Gesamtfrout unseres Führers Adolf Hitler." Es ist wiederholt und auch in den letzten Wochen von maßgeblichen Wortführern des rassepolitischen Gedankens betont worden, daß die Rassengesetzgebung nur eine Abgrenzung, nicht aber eine Diffamierung zum Ziele habe. Niemand wird es mit menschlicher Würde für vereinbar erachten, daß wir selbst Tiffamierungeu als berechtigt anerkennen. Aber die Geschichte der deutschen Juden und ihre Leistungen für Teutschland sind so ehrenvoll, daß sie auch einer objektiven Prüfung standhalten. Wenn etwa nur an die Bedeutung der Juden Posens erinnert sein darf, so wird der Historiker sie stets auf seiten des kämpfenden Deutschtums finden und ihre wertvolle Stütze deutschkultureller und deutschpolitischer Bestrebungen dankend anerkennen. Von den Persönlichkeiten, die unter Friedrich Wilhelm III. ausgezeichnet wurden, über die zahlreichen jüdischen Wirtschafts, führer dieses Grenzlandes bis zu jener Haltung, die sogar die „Kreuzzeitung" vor dem Kriege zur allgemeinen Anerkennung unseres Teutschseins veranlaßte, reicht eine ununterbrochene Kette einsatzbereiter, treuer deutschjüdischer Menschen. Sie ynrd geschlossen von den Toten des Weltkrieges auch aus Posen und der deutschen Stadt Krotoschin, denen ihre heut in Teutschland und nicht mehr in der polnisch gewordenen Heimat wohnenden Angehörigen in Berliner und anderen Synagogen Ehrenzeichen errichtet haben. Wir wissen von einer Wanderbewegung der deutschjüdischen Posener Ge-, meinschaft nur zu einem Zeitpunkt: nämlich zur Zeit der Abtretung der Posener Heimatan den fremden Staat, dem man trotz vielfacher Wirtschaftlicher Vorteile, trotz des Verzichts auf Stellung und Besitz nicht dienen wollte, den man verließ, um in der deutschen Heimat ein ungewisses Schicksal einzutauschen, denn man war selbstverständlicher Deutscher und konnte politisch und kulturell nicht anders . empfinden. . . . .. Dies und vieles andere ruht als Wissen und Erlebnis im Herzen der deutschen Juden und gibt ihnen die innere Sicherheit, Meinungen zu ertragen, die von so viel Irrtum und Gegensätzlichkeit zeugen. Nichtarirr im Zeiluligsvertrieb Die Reichsfachschaft des deutschen Zeituugs- und Zeitschristeneinzelhandels Frankfurt a. At. särließt Nichtarrer von der Mitg'liedsclpft in ihrem Verband aus. Ta die Fachsckpft Zwanasorganisation ist. würde damit Nichtariern die Ausübung ihres Berlin Arien, kleine Ensembles, Opernbruchstücke von nicht weniger als acht verschiedenen Komponisten lösen im Septemberkonzert des Kulturbundes in bunter Folge einander ab. Wir wollen in aller Offenheit aussprcchen, daß ein solches Programrn den künstlerisch feiner empfindenden Hörer nicht befriedigen kann. Tcm Kulturbund selbst scheint dieses Programm nicht ganz unbedenklich zu sein.. Im Programmheft nämlich loirb die Vortragssolge als „Experiment" bezeichnet; nun, wir haben gewiß nichts gegen Experimente cinznwendcn, aber dann müssen sie in Neuland vorstoßen, statt mit Recht überwundene Formen des Musikbetriebs hervorzuholen. Wir wollen nicht kleinlich und pedantisch sein: es gibt Arien, die auch auf dem Konzertpodium Heimatrecht haben, und niemand wird die diesmal gebrachten Stücke von Händel und Gluck als fehl am Platze empfinden, zumal mau diese Musik in der Oper nicht mehr zu hören bckoiumt. Bei Mozart aber, bei dem die Singstimruc in den vollen Klang des Orchesters eingebettet ist, wirkt sich die Verpflanzung schon wesentlich ungünstiger aus, noch mehr bei den Ensembles aus den „Lustigen Weibern" und dem „Ton Vasquale", die nach Bühne und Spiel geradezu schreien. Weil der künstlerischen Gesamtleistung des Kultnrbundes eine so eminente Bedeutung zukommt, weil sie uns selber viel zu nahe steht, deswegen urüsieii wir zu solchen Tingeu klar und eindeutig Stellung nehmen, selbst wenn das Publikum auch diesmal Pas Programm beklatscht. In diesem Zusammenhänge begrüßen wir ein Wort im Programmheft, das direkt von einer „Gemeinschaft der Verantwortung" spricht. Siegfried llrin s, den ueuverpflichteleu Bariton des Kulturbundes, hörten wir zum ersten Male. Wenn man schon nach so kurzen Proben urteilen darf, so scheint ihm die heroische Geste wesentlich gemäßer als das leichte Parlando. Rein stimmlich fiel die weiche, volle Mittellage auf, das besondere Hervorheben von Schwelltönen, das bei iricht zu häufigem Gebrauch als Effekt im guten Linne gelten kann, der scharf charakterisierte Akzent im Vortrag. Tie Höhe klang, vielleicht infolge einer Ucbermüdung oder Indisposition, etwas gewaltsam. Ausgeruht und lebendig wirkte Fritzi Iokls Stimme und Kunst. Susanne Stein nahm durch jenen großen Atem gefangen, der seelische Nuancen zum Ausdruck bringt, ohne die wcitgefchwungcuen Linien in ihrem melodischen Berufs verwehrt fern.- , Betroffen sind bon GUfa .Maßnahme Zeitungsgroß, urfb -einzelhändler. Sie soll . sich auch aus die . werbenden Zeitschristenbuchhändler und andere Derussgruppen erstrecken. Die Tätigkeit dieser Berufsgruppen ist nicht kulturschöpferrsch. sondern lediglich vermittelnd. Weder der Zeitungseinzelhänüler noch der Zeit? schriftenvertrieb hat irgendeinen Einfluß aus fcie vcrlegerische oder redaktionelle Gestaltung der von ihm vertriebenen Zeitungen rmd Zeitschriften. Eiorganisiert die Vermittlung oder führt sie, wie der Kioskinhaber, selbst ans. Seme Tätigkeit liegt also nicht im Rahmen des kulturellen Bereichs, sondern in dem der freien Wirtschaft, die ja nach &ii wiederholten Kundgebungen der Ncgieruug vom Arierprinzip unberührt bleiben soll. Ans'diesem Grunde ist in wirtschaftlichen Fachverbänden. soweit sie Zwaugsorganisatiouen sind, zumeist das Arier. Prinzip nicht vorgesehen. Wie wir hören, kann die Frage der Ausschaltung noch nicht als endgültig geklärt betrachtet werden. Flusie anzutasten oder zu unterbrechen. einigen unschönen Schleifern abgesehen, packte ihre Gestaltung einer (nach Des transponierten, Arie aus Handels „Rinaldo"^ mit einer Unmittelbar, feit, die hasten bleibt, «ie besitzt die Gabe, man kann es auch Klugheit oder Kunst nennen, einfach zu bleiben und darum besonders zu überzeugen. Das Quartett wurde durch den Tenor Paul Feh er vervollständigt, dem das italienische bei canto (Rigoletto) besser gelang als die denticho Kantilene (Ton Giovanni), die auch im Tempo überhetzt war. Wilhelm A l t m a n u begleitete gewandt, aber nicht sehr ausdrucksvoll: Klavier, auszugspiel im Konzert ist eben für einen glciter eine unbefriedigende Tätigkeit. Mannheim Ein neues Werk Hugo Adler-s, des Kom. «pouisten von „Balak und Bilam", seine „Thora- Gesänge an den hohen Festen", erklang hier erstmals an Rosch Haschnna und Iauiu Kippur im Gottesdienst. Adler ordnet die Mittel der A!oderne einer alten, in Süddeulschland beheimateten Gesangstradition unter. Das Werk ist in seiner Verbindung moderner Mittel mit spuagogaler Tradition ebenso fesselnd lote natürlich gestaltet. Wie dankbar es für den Chor wie den Kantor iit, bewies seine Wiedergabe unter der eirrfühlendei, Leitung von Kapellmeister Max r n z h e i m e r in der HauptsNnagoge mit dem prächtig klingenden Swtagogcnchor. .Kantor Adler selbst wirkte ab vorbildlicher Vertreter der Soli und Josef Levi an der Orgel. 80. Elargarb i.A. Tie Veranstaltungen des Kulturausschusies der Gemeinde haben viel Anklang gefunden. Te-> ermutigte ihn auch zur Wiederaufnahme seiner Arbeit. Den Auftakt machte ein Synagogenkoi,' zert heimischer Kräfte am 20. September, das von etwa .150 Gemeindemitgliedern und Gälten aus der Umgebung besucht tvar. Das Programm hatte gutes Niveau und war vielgestaltig. De Mitwirkendeu stellten sich mit Fleiß und Liebe m den Dienst der guten Sache: Frau Cohn (Violine. Frau Moses (Begleitung), Frau Ziegler (Gesang. Frau E. Meher (Klavier), (S. Lurchardy (Klavien. Moses (Orgel und Harmonium), Tr. Rast sCesang) und Löwenstein (Violine) Die Beranstal« tung hatte vollen Erfolg. Das Bassermann-Ouartett will sich besonder? der Werke lebender Komponisten annehmen und forbert interessierte Autoren von Kamnrermusikwerken am. diese — zunächst mir in Partitur und mit Ruckpor!» versehen — zur Ansicht einzureichcn an Proklser Hans B a s s e r m a n n, Frankfurt a. M., Euioltcttstraße 1. H y t I i es zeigt die Grenzen ferner Kunst, daß er nicht selten in Wirrnis und Widerspruch befangen bleibt. Um so erschütternder tritt der Kern seines Tichtens hervor: die Sehnsucht nach Erlösung. Aus ihr wächst die Gestalt, die immer neu in seinen Werken wiederkehrt, die des reinen, „ewigen" Menschen, der auf das kommende Reich der Wahrheit weist, das Reich Gottes. Von hier aus wird begreiflich, daß dem Dichter nicht nur räumlich die Juden des Ostens nahe sind, die, in ihrem religiösen Vollstum tief verwurzelt, duldend auf den Messias warten. Zur Welt der brünstigen, leidenschaftgeschüttelteu Gesckwpse Brusts ist dies eine Gcgcnwclt: die Juden, wie der Lichter sie schaut, von Menschlichkeit erfüllt und den ewigen Tingen zugewandt. Aus ihrer Mitte erstehen noch immer Menschen von propheti-. scher Kraft und Größe. Mit einer solchen Gestalt ist in der „Verlorenen Erde" das Schicksal eines Edelmanns aus „pruzzischenr" Blut und der Aufstieg seines jungen Sohnes geheimnisvoll verknüpft. Es ist der armselige Handelsnramr Chainr Äsisohn, der wiederauftaucht als weiser Wanderer. Asser und eurporwächst zum mystischen Künder Asins, in einem Umkreis zuletzt, der an den cha Mischen denken läßt. Graf Tagda, der Vater, hat sich in wilder Jngend an ihm vergangen und sühnt die Schuld, indem er sein Leben lang ihn geistig und räumlich sucht, bis er sterbend ihn findet. T-er Sohn aber, ein lichter begnadeter -Mensch, geht durch die Schule des Juden hindurch, .mit tiefen Lehren weise von ihm geleitet, den vorbestimmten Weg. Unter den Juden von Wilna endet das Geschehen, dessen überreiche Fülle hier nicht .einmal augedcutet werden kann. Aber es wäre zu ' wünschen, das; wenigstens dies eine Buch des Deri sterbcncn schon um joId>en Stofses-willen auch unter Juden neue Leser fände. Michael Graupe. LHMrdirektor WWs EZMrg . In Berlin starb int 74. Lebensjahr der in Bühnenkreiseu bestens bekannte frühere Theaterdirektor und Regisseur Jacques Goldber g. Als Sohn des Braunschweiger Obcrkantors, der mit seiner. Sammlung „Gesänge für Synagogen" (1843) als erster in Deutschland den Versuch machte, mehrstimmige Gesänge für kleine Gemeinden einzuführen, wurde er schon früh mit Fragen der Musik vertraut. 16 Jahre alt, reiste er nach Amerika, wo er sich als Orchester- und Sologeiger auszeichuete. Nach Deutschland zurückgekehrt, ging er zur Bühne und fand als Charakterspieler und Regisseur in den verschiedensten Städten Anerkennung. Er wurde später Oberregisseur am Teutschen Landestheater in Prag. Auf dem Gebiete der Opernreaie errang er seine größten Erfolge. Zahlreiche Bühnen des In- und Auslandes, darunter Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Stettin, Elberfeld, das Tcutsche Theater Prag, die Teutsche Oper London, die finnisch^ Staatsoper Heisingfors, die königliche Oper lLtockholm, die Metropolitan Opera in Ncw-Pork sind die Etavpen seines künstlerischen Aufstiegs. Jacques Goldberg trug zur Verbreitung deutscher Opernkunst im Ausland bei. In ihm fand besonders das Werk Richard Wagners einen begeisterten Vertreter und Verkünder. 20 Jahre lang gehörte Goldberg dem Vorstand der „Vereinigung künstlerischer Bühnenvorstände" an, an deren Aufbau und Erhaltung er einen ■■ rvesentlichen Anteil hat. lieber 50 Jahre hat er seiner Standesorganisatron, der „Genossenschaft deutscher Bühncnangehörigen", die Treue gehalten. ' „Soiree bei Bankier Meyerbeer" hieß ein bunter Abend, der unter dem Protektorat der Berliner Künstlerhilse stattfand; richtiger müßte es wohl heißen „Älbend bei Beer"; denn erst der Komponist Giacomo nimmt den Nauren Äteyerbeer an. Egon Jacobsohn erläuterte die Dar- Bietungen, glücklich von der Schablone abweichend, weil er das bei anderen gervohnte Uebermaß an eigenen Glossen vermied und lieber die Zeit, selber in Selbstzengnissen rmd kuriosen Anstandsregeln für sich sprechen ließ; Lochings Lebensschicksal hat sich allerdings anders zugetragen; übrigens strebte dieser Abend eine Kultivierung des populären Programms an rmd bewies, daß Buntheit der Tar- ■ bietmrgen doch eine Harmonie ergeben kann. Nur war es bei weitem zu laug geraten. Frida Weber- F l e ß b u r g sang Arien und Duette mit- Wilhelm Guttmann, dessen Tarstelluugskraft in Rossinis ' großer Barbierarie triumphierte. Camilla S p r r a hatte einige allerliebste Liedchen aus der Biederureierzeit ausgegralwu, die sie sehr nett brachte. Sie alle wurden von der tüchtigen Erna Klein am Klavier begleitet. — nn Anfang Oktober erscheint der erste Band der Bibelausgabc der Jüdischen B u ch Vereinigung. Cr enthält die fünf Bücher Atosis.; lieber die Geschichte dieser Ausgabe teilt die Buchvereinigung uns noch folgende Einzelheiten mit: Im Jahre 1924 veranlasse der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde die Herren Rabbiner Dr. B a e ck . Dr. Elias A uerbadj, Rabbiner Tr. Bleichrode. Professor Tr. E l b o g e n, Robert Hirsch selb, Professor Dr. Loewe, Rabbiner Dr. Wiener nnd Professor Dr. Torc z y n e r, sowie die inzwischen verstorbenen Herren Tr. Sonnenschein und Direktor Dr. Holzmann, die Grundsätze für eine neue Uebertragung der Bibel auszuarbeiteu und die Ucbersetzung einem Kollektiv, hervorragender Persönlichkeiten anzuvertrauen, in der Uederzeugung. daß das, tvas hier geplant wurde, die Leistungsfähigkeit eines einzelnen übersteigt. Um die stilistische Einheitlichkeit herzustellen, wurde Professor Tr. T o r c z y n e r die Nedaktion übertragen. Torczyuer hat sich in einem Geleitwort darüber , ausgesprochen, luic. er und seine Mitarbeiter ihre Aufgabe ansehcn. Es galt, den hebräischen Text mit letzter Treue tviederzugeben, auch da. wo er schwierig nnd dunkel erscheint. Besonders kam cs daraus au, den Satzbau und den Erzählungsstil des Hebräi)chen festznhalten rmd dabei den Charakter des Grundtextcs zu einem möglichst klaren Ausdruck zu. bringen. Term als das Richtziel erschien iricht etwa, die hebräische Bibel zu ersetzen, sondern au ihrerr Inhalt, ihren Simr und ihre Schönheit herauzuführen. Das konnte nach Torczyners- Uederzeugung nur dann gelingen, weurr der Stilcharakter auch im Deutschen wicdergcgebeu wurde. Ter großen - Schwierigkeit dieser Aufgabe war mau sich bervußt, da gegenüber der Knappheit des hebräischen Ausdrucks das Teutsche eine breitere Wort- und Satz- .■ bilduug zeigte. In diesem Sinne haben die Uebersetzer zehn ,, Jahre lang gearbeitet, um den Wortsiuu der Bibel ' nnd. dessen deutsche Wiedergabe unter Zugrundeleguug des gegenwärtigen Standes der Wissenschaft . mit senem äußersten Ernst der Ix'stmöqlicheu Lösung - Znzuführen, der allein dieser großen Aufgabe - würdig ist. , t Tie Jüdische Buch-Vereiuigung bietet dieses - Werk als dritte ihrer Aerösfeutlichuugcu ihren '»utgliedern dar. Kulturbund deutscher Juden für Oitascftfalen und angrenzende Gebiete Um den Glaubeusgeuosseu im östlichen WtP faleu und den angrenzenden Gebieten Gelegcndcil zu geben, sich geistige und künstlerische Arrregunzcn zu verschasseu, ist auf Veranlassung von Prediger Goldmanu (Herford) ein Kulturbund ins Leben sierufen worden, der fast alle Gemeinden im öslliäicn Westfalen, im Regierungsbezirk Osnabrück rmd i" den beiden Ländern Lippe umfaßt. Ten Vonin hat Prediger Goldmanu, die Geschästsführung Tr. Tavidsohir in Herford übernommen. Für die kei»' meudeu tzRonate sind zunächst folgende Veranswltlnrgeu geplant: Vortragsabende von Tr.^ Kur. Singer (Berlin) über „Judas Riakkabäus": von Julius Bab (Berlin) über „Hiob und Faust' >,wd von Edith H e r r n st a d t - O e t t i n g e n lBerlin>; Gesangsabeude von Wilhelm G u t t m a u n liu) und Oberkautor Lieber (Hamburg) 'vnue ein Kammermusikabend mit Erna Klein (illa' vier) und Charlotte Rose n (Violine), Berlin. „^srsmrcrs" zugunsten des Zentral-Ausschusses Am Sonntag, 7, Oktober, 7 Uhr, findet die Erstaufführung von Stefan Zweigs „Jeremias" als Veranstaltung des Zentral-Ausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau im Ber* liner Theater statt. Der Kulturbund deutscher Juden, der mit dieser Aufführung seine diesjährige Spielzeit beginnt, erfüllt den .Wunsch seiner Mitglieder und Freunde, indem er rum ersten Male für Berlin, eines der bedeutendsten Werke moderner jüdischer Literatur darstelU- Der Abend wird durch Ansprachen von Justizrat Dr. Julius Brodnitz, Vorsitzendem des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, und Dp. Siegfried Moses, Vorsitzendem der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, eingeleitet. Der Reinertrag des Abends Messt dem Fonds des Zentral-Ausschusses für Hilfe und Aufbau zu. Karten zum Preise von 5 bis 20 RM sind noch in beschränk- ^cr Anzahl an der Theaterkasse dos Kultur* . Bundes sowie im Zentral-Ausschuss für HiHe ■und Aufbau, Kantstrasse löR (Bismarck 6052)i erhältlich.

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