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Central-Verein-Zeitung · 1934-09-06 · 36 (6.9.1934) · page 20

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
36 (6.9.1934)
Date
1934-09-06
Page
– (sequence 20)
Language
German
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aber anscheinend mit ihren pädagogischen Erfolgen sehr znsrieden, und gab nur zu, daß : sie noch niemals so, pechkohlrabenschwarze -Hände gesehen hätte wie bei ihren Zöglingen. -Die waren dann aber auf einmal Michael und ich. ' Mir geht eS unverändert gut, bitte, macht .Euch meinetwegen nur-ja'keine Sorgen. Mein Ehef ist —'klopft aus Holz — weiter zufrieden , mit mir, die Arbeit ist abwechslungsreich und läßt mir wenig Zeit, darüber nachzudenken, daß es schöner wäre, wenn wir'noch alle znfammensein könnten. Edu ist im letzten Jahre viel ernster geworden, er ist gleichmäßig gütig und geduldig zu mir, ja er ist „halt schon ganz was seins", wie Fräulein Lina immer zu einem neuen Kleiderstoff sagte. - Meine Guten, paßt mir nur ja gut auf Euch auf und glaubt mir, daß alles gut und richtig ist, wie cs ist. Ich umarme Euch mit soviel Zärtlichkeit, daß mir hier beinahe gar nicht? übrig bleibt. . Eure Hanna. Ein gutes neues Jahr! Gedichte von Schulkindern Tle Religionslehrerin 'einer jüdischen Schule Tint den guten Gedanken gehabt, den Inn-' gen zn sagen, sie'sollten doch selbst gereimte Neujahrswunsche verfassen. 'Tenn, wißt ihr, die fertig gekauften Gedichte sind doch meist so öde und sagen gar nicht richtig, was-man auf dem -Herzen hat. — Bon diesen 'Gedichten geben wir nachstehend kurze Proben. Jeder drückt-seine Gefühle anders aus. Einer ist kurz und bündig; er denkt,'-so-behält man's am besten: Liebe Eltern! Ein Hahr ist vergangen Das war nicht schön. ' Vir wollen dorn andern Mit'Freuden entgegensehen. . Der nun kommt, macht's schon ein bißchen länger: Ich wünsche Euch zum nf. sten Jahr Biel Glück und auch viel Geld: Denn Iüdisch-Neujahr ist nun da, - . 5G95 zählt die jüdische Welt. Gott sott das Jahr sehr glücklich machen, Dainit Ihr auch mal könnt lachen. Meine Wünsck^e sollen erfüllt werden. Damit Ihr lange lebt ans Erden. Ihr sollt aber auch sehr fröhlich sein. Denn Wunsch und Gedicht von Albertlcin. Gerd, der Berfasser der folgenden Reime, -hat so einen schönen Vergleich gesunden und drückt 'die Liebe zu seiner Mutter so einfach und Herz. ' lich aus: Lieb Mütterlein! Ich wünsche - dir Ans diesem Bogen hier . Ein Hahr so schon ' - ' Wie' Berg Und Hölstn;; Wie Mond und Sterne . , > , So Hab' ich 'dich gerne. . Da ich ein Kind -' - s - ' Wie andere bin, ' . Da ich nicht kann ein lang' Gedicht, So schau mir doch in mein Gesicht! ' Und an den Schluß stellen wir Herbert. Er ist so zuversichtlich und rxwspricht seinen Eltern ganz bestimmt, daß es ihnen im nächsten Hahre besser gehen wird: Liebe Eltern! Das neue Jahr 5695 Hat das alte vertrieben uns. Darum bringe ich jetzt vor Meinen gutgemeinten Wunsch. Hch wünsche euch, daß ihr Glück habet Und in Frieden ihr euch labet. Roch viele gute Tage sollt ihr haben. Aber ihr dürft nicht verzagen. Hede Nacht hat einen Tag, Des ist das, was ich euch sag'! Wie man in Palästina wohnt Von Susi. Brodnitz Tel-Aviv, im August 1934. . . Wenn man sich in Deutschland in einer fremden Stadt Niederlagen will, nimmt man die Wohnungs- -frage auch sehr -wichtig, aber man löst sie im allgemeinen nach einigen Tagen des Suchens befriedigend. Anders in Palästina, oder, genauer gesagt, in den Städten Tel-Aviv. Haifa und Jerusalem. Ehe man hier' das Glück hot, zu einer' eigenen 'Wohnung zu kommen, vergehen, im günstigsten Falle, d. h. wenn dem Bauherrn nicht inzwischen trotz oller Dauvorschüsse die Mittel zum Weiterbanen ausgehen, mehrere Monate. Wahrend dieser Zeit wohnt man „möbliert". Das Angebot an möblierten oder teilmöblierten Zimmern ist in den letzten Monaten größer geworden, da die Bautätigkeit enorm ist, und viele, die schließlich in den Besitz einer eigenen Wohnung gelangt sind, ein Zimmer zur Verringerung der hohen Mietkosten abgeben müssen. Die Wohnung mietet 'mm: meist nach dem Plan, womöglich, wenn sich erst cm* tiefem Dünensand gerade das. Fm,dament heranshebt. Alles weitere bleibt der Phantasie überlassen, denn auch die -Straßenanlage ist oft erst zieinlich unvollkommen ' vorhanden. Schlimmer, da vom ölonomischen Standpunkt aus bedenklich, ist es, daß man immer noch den Mietzins für ein halbes oder gar ein ganzes Hahr nn voraus entrichten muß. Das wird sich erst ändern, wenn die Nachfrage nach Wohnungen das Angebot nicht mehr so übersteigt. Worin unterscheidet sich nuit eine palästinenfische Wohnung von einer deutschen? Tie großen Wohnungen bestehen ans vier Zimmern, größere Wohnungen sind sehr selten. dagegen ist die Regel eine Zwei- bis Dreizimmerwohnung mit Bad. Toilette und einer Miniaturlüche. Tie Größe der Zimmer ist bei den verschiedenen Wohnungen nicht einheitlich, jedoch entspricht sie meist kleinen Ncubaurämnen in Deutschland. Manchmal gibt cs Ziveizimmerwvhnungen mit so großen Küchen, daß sie den Neid aller Hausfrauen erregen und vier Zim- - wer mit einem Bad, das so klein ist, daß man von \ der Tür direkt in die Wanne steigen kann. Tas schönste Qii oll diesen Wohnungen ist der Balkon. ^Nicht immer sieht er zwar so schön aus, wie er -sollte, dcnn er wird seiner eigentlichen Bestimmung oit entzogen und gleicht dann mehr den beliebten Rumpelkammern, die hier leider ganz fehlen. Dabei empfindet man den Mangel jeglichen Nebengelasses hier besonders, wo oft der Hausrat einer früheren Sechsziimnerwohmmg in drei Zimmern Platz finden fall. Das endet bann damit, daß sich ans den Balkons Koffer und Kisten türmen. Ta lunn damit rechnen kann, daß von April bis Oktober kaum ein Tropfen Regen fällt, kann man das unbesorgt machen, und bis zur Regenzeit hat sich entiveder ein Abnehmer für die Sachen gefunden oder inan läßt sie resigniert im Regen stehen. Außer den Balkons hat man das flache Dach als Trockenplatz für die Wäsche, die dort wirklich im Moment trocken ist, und an manchen Abenden erholt man Feh hier auch von der Hitze des Tages. Alle Wohnungen sind mit Fliesen in mehr oder minder geschmackvollen Mustern und Farben ausgelegt. Zuerst findet man diese Fußböden kalt und ungemütlich, aber noch kurzer Zeit-hat man sic.) an ihren Anblick gewöhnt. Tatsächlich sind die Fl.'lsen sehr bequem zu reinigen, zumal es wichtig ist. sie mit einer leichten Petrvleumlösung auszuwischen. Es ist eine weitverbreitete Meinung, daß der Kampf gegen das Ungeziefer, insbesondere gegen die Ameisen, die Hausfrauen hier außerordentlich in Anspruch nähme. Für die Städte trifft dos nicht zu. Allerdings ist größte Reinlichkeit geboten, und besonders in Neubauten befinden sich öfters Ameisen, gegen die man mit Petroleum Vorgehen muß. Eine große Annehmlichkeit sind die gekachelten Küchen und Badezimmer, die übrigens auch gut funktionierende, mit Holz heizbare Badeöfen besitzen. Man hat jetzt auch schon häufig einen eingclxiutcn Schrank, und auch in den Küchen gibt es raumsparende, geschickt eingebaute Kühl- und Geschirrschränke. Außerdem findet man in den Küchen zwar ein Abwaschbecken, nicht aber einen Ausguß vor, so daß alles, was flüssig ist, denselben Weg durch das Abwaschbecken nehmen muß. Aber auch daran gewöhnt man sieh, ebenso wie man lernt, unter l a l t e in fließenden Wasser das Geschirr abznspülen und es zum Trocknen in Gestellen, die über dem Waschbecken angebracht sind, aufzustellen. Mit einigem Geschick und ein bißchen Sorgfalt kann man diese Methoden ruhig übernehmen, ohne deshalb die aus Deutschland mitgebrochte Liebe zu Ordnung und Sauberkeit aufzugeben. Das ist aber auch alles, was man in der Küche vorfindet, und die Hauptfrage lautet deshalb zunächst: „Was für einen Kocher schaffe ich mir an?" Ter Herd ist wirklich ein schwieriges Problem und bildet auch nach erfolgter Wahl ■immer wieder den Gesprächsstoff der Hausfrauen. tNan kann natürlich die Frage so lösen, daß man fld) einen elektrische,, Herd aiisil>astl, wovon es siche schöne und preiswerte Modelle gibt. Tie Anschofsungskosten sind aber nicht das wesentliche, sondern der Stromverbrauch, und der Strompreis ist vorläufig noch so hoch, daß mir wenige sich zn dieser Ausgabe entsehließen können. Gewiß, es gibt einen billigeren Tarif für Kochstrom, aber auch dieser stellt sich noch ans 1 Piaster szirka 14 Pfennig) pro Kilowattstunde. Daher wird wenig elektrisch gekocht, ja, man gewöhnt sich sogar, seine sonstigen elektrischen Apparate, wie z. B. das elek- Irische Plätteisen, durch Eisen mit weniger kostspieligem Betriebsstoff zn ersetzen. Ntan kocht ans Petroleum- und Benzinbrennern, wobei der Prinniskvcher die bevorzugtere Stelle einnimint; er ist in der Anschaffung billig — er lostet 30 Piaster (zirka 4,50 Mark), — dafür Ist er aber entweder geräuschvoll imp rußt wenig, oder er brennt leiser — dann bedeckt er um so mehr Töpfe und Wände mit schwarzem, fetten Ruß. Ta er aber billig ist und schnell kocht, ist er beliebt, wenn es auch heißt, daß jede Hausfrau einmal über den Primus bittere Tränen vergossen haben nmß, ehe er funktioniert. Zuerst erscheint cs einer deutschen Hausfral», die gewöhnt ist, durchschnittlich mindestens drei Gasflammen bei der Zubereitung des Mittagessens in Betrieb zu haben, unvorstellbar, wie sie auf ein bis zwei Kochstellen ihre Speisen bereiten soll. Aber nach lveiiigen Tagen geht cs überraschend gut, man richtet sich die Arbeit ein und die mehr vegetarische Ernährungsweise, die meist nicht so lange Kochzeit wie Fleischgerichte beansprucht, kommt einem dabei zn Hilfe. Tie Einrichtung der palästinensischen Wohnung wird dadurch bestimmt, daß man sich den LurnS getrennter Wohn- und Schlasräume ' ini allge- „Der rechte Kniff“ 'Neue Aufgaben für die Kunstgewerblerin Freut sich ein Kind mit Taschentüchern? Aber wenn aus diesen Taschentüchern ein Puppenkleid entstanden ist, das einer Auziehpuppe allerliebst steht, dann ist es etwas andere«! Taschentücher sind Plötzlich nicht mehr langweilige und unnütze Gegenstände! So auch werden unter den Händender Kunstgewerblerin alle die vielen und unentbehrlichen Tinge des Alltags, die man sich von andern nicht wünschen mag. Strümpfe und Taschentücher, Stanbti'icher und Waschlappen zn kleinen herzerfreuenden Geschenken, die ihr belastendes Attribut als „Gebrauchsartikel" unter einer festlichen und herzerquickenden Gebärde versteckt haben. Man schenkt einer Freundin . ungern Staubtücher, doch man kann ihr einen Bogel mitbringen, für den sie eine Borliebe hat, einen kleinen Blumentopf oder ein paar schöne goldgelbe Bananen. Wenn sie sich dann entzaubern, ist die Freude um so größer. Das wissen die Firmen am besten, die der Kunstgewerblerin ihre Aufträge erteilen. Sie soll Packungen znsammenstelleu, die durch ihre hübsche Idee zum Kauf airreizen: die Idee nniß sich jedoch dem Berkausszweck unterordneu. Es kommt also darauf an, daß die Handgriffe einfach genug sind, um für Heiinarbeiteriunen erlernbar zu sein, die die Verzauberung der Tücher in großen All engen vornehmen müssen. Tie Zutaten müssen ans ein Mindestmaß beschränkt werden, um die Packung nicht zn verteuern. An den Formen darf nichts genäht werden, da die Entzauberung sonst zu viel Blühe machen würde; die kleinen Kunststücke müssen halten und dürfen durch den Transport nicht gedrückt oder unansehnlich werden. Bei all diesen Ansprüchen bleibt die Kunstgewerblerin an das Stück gebunden, das vor ihr liegt. Sie kann nichts abschneiden oder hinzusügen. Ein viereckiges Staubtuch bleibt immer viereckig: ja im allgemeinen wünscht der Fabrikant sogar, daß man die Plastik als Ware erkennt und irgendein Merkmal — etwa der gesäumte Rand den Käufer davon überzeugt, daß es sich nicht um ein Stück Stöfs, sondern um ein Taschentuch handelt. Die Forin soll nicht über das Material himvegtäuschen, sondern sie muß ans ihm herausholen, was es zu geben vermag. Der nichtigste und unentbehrlichste Behelf für diese Arbeit ist die cinftidjc und biegsame Stecknadel, die mit jeder Form mitzugehen vermag. Mir ihr werden die originellsten Tiere, die ansprnchvollsten Blumen, das amüsanteste Spielzeug verfertigt. Nur einfache Materialien nie Draht oder Karton werden hier und dort als Stütze hinzngezogen; doch selbst die Stecknadel ist zn viel, wenn es sich um empfindliche und leicht zerreißbare Ware wie Strümpfe handelt. Wie sie zusammengehalten werden, ist das Preisrätsel, das die Kunstgewerblerin zn lösen hat. Der Zierat für diese Packungen muß aus den einfachsten und billigsten Mitteln bestehen. Hier sind der Phantasie des künstlerischen Menschen keine Grenzen gesteckt. Die Kramkiste einer Kunstgewerblerin wird zu einem Zanberkasten. Ein paar Knöpfe werden die Angen des Teddtrbären, ein paar Perlen finden wir gelöchert als Staubgefäße einer Blume wieder, ein Stückchen Eellofanpapier als Kelch einer Blüte. Alles, was dem Laien --reif für den Papierkorb scheint, wird zu unentbehrlichem Dienst in ein neues Dasein befohlen und gibt oft dem Ganzen seine eigentliche Vollendung. Das Meiste aber wird aus dem Material selbst hervorgeholt und hier liegt die Grenze, die von der technischen Fertigkeit zur guten und einmaligen Idee übergreist, die sich die Kunstgewerblerin schützen laßt, lim vor Nachahmung sicher zn sein. Ein mit Säcken bepackter Rodelschlitten eriveist sich als eine Zusammensetzung von Scheuertüchern, aus einem Knallbonbon zieht man ein paar ^eidenstrümpfe heraus, eine Schachtel mit 9 Zigaretten mit Goldnnmdstück entpuppt sich als drei Taschentücher — das sind kleine Gaben, etwa Oncllen der Freude. Und auch Ostereier. Hasen, Maikäfer — aus Tüchern aller Art geformt —, zu den entsprechenden Feiertagen sind für die Kunstgewerblerin lohnende Betätigung. — _ Die Fähigkeit, mit der Stecknadel nmzugehen. berührt das Gebiet der Dekoration. Die Kunstgewerblerin muß zu besonderen Anlässen Berkansstische dekorieren, auf denen kleine modische Gegenstände wie Handschuhe, Taschentücher. Strümpfe geschenksertig angebvten tverden sollen. Oft sollen die kleinen Geschenkgaben mit anderem Material vereint werden, Scheuertücher mit Quirl und Kochlöffel, Kindertaschentücher mit irgendeinem Beschästignngsspiel, Kombinationen aller Art, ans die in der modernen Verkaufs. vesimderer Werl gelegt wird. So mutz die Kunstgewerblerin im wahren Sinn des Wortes „denrechten Kniff" heraushaben, wenn sie guten Einfall mit Praktischer Verwendbarkeit rer binden will Die kunstgewerbliche Vorbilduna allein genügt nickst, sondern eine langjährige Erfahrung für das was „anspricht". Das Kind da' seiner Mutter ein Staubtuch, der Mann, der seiner Frau ein Taschentuch schenken möchte, sind die Käufer, deren Kauflust gereizt werden soll. £ß‘;. Kindliche, das Zarte, das Gefällige oder das mische müssen in den Formen zu irgendeinem um übertresflichen Ausdruck kommen? Mst jeder Packung muß die Kunstgewerblerin ein kleine--; Kunstwerk schassen: Ganz so, wie es euch qetällt! .__ Meta Samson. Jüdische Frauengestalten' Hannah und Peninah Jäh fuhr Hannah. des Elkanah Weib, in der Frühe empor von ihre»; Lager. Da stand die herrische Peninah vor ihr. mit der sie den Mann und das Haus teilen mußte, und höhnte leug Wach auf, fromme Hanna!,'. Willst du nicht deine Kinder wecken? Ihnen den Schlaf aus den Augen waschen? Sie zur Schule bringen? Hannah aber sprach kein Wort. Gegen Abend kam die Spötterin wieder: „Hannah, willst du nicht den Kindern entgegen-, gehen? Gleich müssen sie ans der Schule nach Hause kommen — willst du nicht das Nachtmahl rüsten?!" Hauuah aber sprach kein Wort. Aber als die Zeit kam, da Elkanah mit seinen beiden Frauen und dem Gesinde wie alljährlich nach Silo hinaufzog zum Tempel des Herrn, da stahl sich Hannah hinweg von der Schrr der andern. Allein trat sie in den Tempel und kniete nieder in der Trauer ihres Herzens und sprach mit Gott von ganzer Seele — doch hörte man keinen Laut aus ihrem Munde: „Herr der Heerscharen! Du hast mir oll meine Glieder verliehen, daß ich mit ihnen deinen Willen erfülle: die Angen gabst du mir. daß ich deine Werke schaue, die Ohren, daß ich dein» Donner höre, die Füße, daß ich deinem Ruh folgen könne. Aber auch die Brüste gabst du der Frau, daß sie ihre Kinder sänge — foßen meine Brüste nun verdorren wie welke Frucht, wenn ich kinderlos mein einsam Leben deschließe?!" Da dnrchströmte es sie wie heiße Woge, daß ihr das Blut zum Kopse schoß. Und Eli. der Priester, trat zu ihr und meinte, sie sei trunfeii vom Weine. Aber sie glühte vor Glück: dm: sie wußte. Gott der Herr habe ihr Gebet ech'ck. Und als im nächsten Jahre wiederum Ellwch "nach Silo zog in den Tempel des Herrn DÜ seinem Haus und allen seinen Leuten, da.,. blieb Hannah dahoirn. Dcnn sie säugte ilM erstgeborenen Sohn, den kleinen Samuel, den \\i sich von Gott erbeten hatte. Von mm an geschah es, daß Hannah jede? Jahr einen Sohn in den Armen hielt: acht Söhne gebar sie dem Elkanah, ihrem Gatten. Aber jedesmal, wenn Hannah ein Kind gebar, ließ eines von Peninahs Kindern den tfepf hängen — welkte hin — und starb. Jetzt kam die Mutter zu -Hannah gekaufen — nicht mehr stolz wie einst: das Haar zerrauft und bleichen Antlitzes — und bat: Flehe du für mich, fromme Hannah, daß Gott mir von allen meinen Kindern wenigstens dies eine, das letzte, lasse! Und Hannah betete zu Gott für ihre Feindin und sprach in ihrem Herzen: Laß dich noch einmal erbitten wie einst im Tempel zn Silo, -vcrr und Gott, und laß ihr das letzte Kind am Leben! Willst du härter sein als dein armes Geschöpf? Sieh her — ich habe der Feindin verziehen — verzeihe auch bu ihr, Herr der Seelen! Und eine Stimme erscholl aus der Hö!,c: Um >aannahs willen joll das Kind am Venen bleiben. Iparon. meinen wegen der hohen Mieten nicht leistet. Man hat daher mit Hilfe der st mich den Typ des kamdinierten Wohnschlafzimmers geschaffen. Dazu stellt man einen Tisch, ein paar leichte Stühle und einen meist hell gestrichenen, mäßig großen Schrank. Wenn man sich auch davor hüten soll, auf palästinensische Verhältnisse den Maßstab einer Berliner Wohnung zn übertragen — solch Luxus würde nur eine zusätzliche Belastung der Hausfrau bedeuten, — so wäre es dock, im Rahmen dessen, was eine palästinensische Wohnung bietet und was Klima und wirtschaftliche Lage erlauben, inöglich. die Wohnungen behaglicher zu gestalten. Und es weisen auch viele Anzeichen tuu-oiif hin, daß. ui,Ist zuletzt unter dem Einfluß der deutschen Einwanderer, sich eine neue Wohnungskultur entwickelt. Im Preußen kraus tagte vom 21. bis 26. August der V. Internationale Kongrcs; für Hauswirtschastsuntcrricht, der von Delegierten ans . zwanzig Ländern beschickt war. Neben verschiedenen deutschen Rednern und Nednerinnen berichteten die Ausländerinnen über die Fortschritte des Hauswirtschaftsunterrichts seit dem Kongreß in Rom (1927). Dem Iiiterliirtioualeii EhreickomHee gehören Mine Oppenheimer, secrötairo de la ^ederlandsche Vereinicing van Huisvrouwen, Im Haag. Mme Gor In Metzer, die Präsidentin des Nordens Hausmütter Bexband (NHB) (Dänemark, Norwegens Schiveden und Finnland), Kopenhagen. Nlme Alarja Strasburger, see-reiaire du Conseil Central de 1’EnseiVnement menaper, Warschau, und viele andere im sozialen Leben stehende Persönlichkeiten nn. Mine Dr, KilberkuHl-Schulte (Polen) vertrat die Ansicht, daß die Rationalisierung der hauswirtsckpft« Iiri)en Arbeit über das rein Wijjeuschastliäie hinaus von der Einzelpersönlichkeit durckigetührt iverdcu müsse, deswegen sei sie im noch so iiciucn Haushalt eineZNotwendigkeit. Ten Bericht über Palästina lieferte Frau TA E. All eher (Tel Aviv). Znsammenfajsend euthidt ihr Bericht, der im Truck vorliegt, die Feststellung, daß in Palästina die Einrichtung der Haustzalt- Iustruktorinnen und der Schulspeisungen am äi>v rakteristischsten für die Eigenart des Landes ist. »nb auch anderen Ländern ziveifellos wichtige Anregung geben könne. Interessant mir es. die besonderen Aufgaben der Frau in Palliskiiia kurz und iu klarer F",-,„ vi'i-qetraq.-!, zu rvIxiMi-u, die Forme,, de? lumswirtsehastticheii Unterrichts kennen zu lernen. Tie Hanshaltnngsschulen. von denen die wichtigtzü eine Schöpfung der .WIZO (Wonions International Zionist Organisation) ist. sehen die „Schulung der Frauen und Rtädehen in Haus und Landwirtschait als ihre wertvollste Aufgabe an. Die in Tel Avw bereits seit acht Jahren bestehende Haushalllmgschule (Doinoslic Training School) nimmt ^eiiii-f' limieit vom 17. Lebensjahr au auf; die Schülerinneu kommen ungefähr zur Hälfte aus Europa uiw anderen Erdteilen, zur Hälfte aus Palästina selbst. Ziveck der Sehule ist vor ollem, sieh aus ilive bin st tigeu Berufe als Mitarbeiterinnen in größere" Gemeinschaftshanshalten, je nach Vorbildung 2llter, auch als Kücheuleiteriimeu vorzubereiten. Schade, das; die zum Reden bestimmte Zeit een Vortragenden vielfach nicht erlaubte, eingehendere Ausführungen über einzelne Fragen folgen lassem So konnten m a. die wertvollen, nur t” Manuskript vorliegenden. Berichte einer dänNäien Delegierten nicht an alle die gelangen, die sich dasu. jnteressicrten, Dr. 0. o. »

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