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Central-Verein-Zeitung · 1934-09-06 · 36 (6.9.1934) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
36 (6.9.1934)
Date
1934-09-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Kan wird cs deshalb auch begrüßen, daß das Augenmerk der zuständigen jüdischen Stellen im besonderen der Behebung oder doch zum mindesten der Besserung dieser Notlage gilt. Abgesehen von den Kleingemeindeu aber haben die Jahre 1933 und 1934 alle jüdischen Gemeinden in Deutschland vor neue, schwere, finanzielle Probleme gestellt. Während aus der einen Seite die Einnahmen — die ja in erster Linie durch das Steueraufkommen repräsentiert werden — einen scharfen Rückgang, verursacht durch Abwanderung rt>er ‘ Leistungsverminderung der Gcmcindemitglieder. zeigen, konnten auf der anderen Seite trotz schärfster Sparmaßnahmen die A u s g a b e p o st e n bei weitem nicht in dem Maße gedrückt werden, daß überall ein Ausgleich herbeizuführen war. Taß es bei der Ausgabcndrosselung auch Grenzen sozialer Art gibt, die nicht unterschritten werden dürfen, ist selbstverständlich. Anderseits sind gerade durch die neuere Entwicklung eine Reihe recht bedeutender Ausgabeposten hinzugekommen. die die Gemeiüdesinanzen früher nicht oder doch nicht erheblich belastet haben. Um ein ungefähres Bild zu bekommen, mit welchen Schwierigkeiten die Gemeinden aus finanziellem Gebiet zu kämpfen haben, seien zwei Zahlen angeführt: In den preußischen jüdischen Gemeinden "ift *) Dgl. ,.G.-D.-Ztg.' Nr. 30 (23. d. W.): „Der Etat der Berliner iüt>ifd)en Gemeinde". bQ§ ©teueröuffommen im Jahre 1931 be- 46 Prozent seines Höchststandes vom ah re 1928 zurückgegangen, und für 1933 kann min. oeitens mit einer Halbierung gegen 1931 gerechnet norden. Dabei gibt es natürlich Gemeinden, die über oder unter dem normalen Maß liegen. Ein. besonders drastisches Beispiel ist eine früher sinan. Zrell sehr gut fundierte größere Mittelgemeinde, deren Steueraufkommen insgesamt um bald 80 Prozent gesunken ist. wobei der Ausfall von einigen wenigen großenSteucrzahlern eine entscheidende Nolle spielt. Die Folge ist, daß diese Gemeiride — neoran früher niemals jemand denken konnte — notleidend geworden ist, und die Unterstützung der jüdischen Zcntralorganisationen in Anspruch nehmen mußte. -Hierbei waren schärfste Spar. Maßnahmen — auch der Rabbiner mußte pensioniert werden — und ein völliger Umbau des Etats nicht zu vermeiden. Bei den kleineren Gemeinden spielt schließlich auch die Binnenwanderung, was für sie Abwanderung nach der Großstadt heißt, bei der Vergrößerung der finanziellen Schwierigkeiten eine Nolle. Dabei wirkt sich besonders aus, daß außer dem direkten Steueraufkommen auch die indirekten Steuereinnahmen, z. B. die Zahl der vermieteten Spuagogenplätze, erhebliche Rückgänge zeigen. Umgekehrt bietet die Binnen- Wanderung für manche Großgemeinden wenigstens einen teilweisen Ausgleich für die finanziellen Vcrlüste, die sie durch Abwanderung oder Schwächung ihrer Mitglieder erlitten haben. Wenn man sich die Ausgaben feite der Gemeindeetats vornimmt. so fallen hierbei verschiedene größere Posten ins Auge. Es ist unmöglich, an dieser Stelle aus alle Einzelheiten der Etatgestaltung einzugehen. Immerhin sollen einzelne besonders entscheidende Positionen hervorgehoben werden.. Hierzu gehören z. B. auch die Besoldungen. Sie sind in schärfstem Maße der neuen Situation angepaßt worden. Es ist in diesem Zusammenhange besonders auch der Opferwil! e der jüdischenBeamtenschaftzu betonen, die mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit sich den veränderten Verhältnissen anpaßte. Schon im Jahre 1932 mußten die Gehälter teilweise über die allgemeinen Notverordnungen hinaus herabgesetzt werden. Im letzten Jahr haben die meisten Gemeinden weitere Kürzungen folgen lassen, so daß die ursprünglichen Gehälter um bis zu 40 und 50 Prozent ermäßigt wurden. In den K l e i n g e in einden haben die Bezüge zum Teil bereits das E x i st e n z m i n i m u m erreicht, so daß hier weitere Sparmaßnahmen unmöglich erscheinen. Erschwerend kommt für die Finanzdispositionen der Gemeinden hinzu, daß aus sozmlen Gründen Entlassungen nach Möglichkeit nicht vorgenommen werden können. Einige Gemeinden haben ihren Angestellten Abfinduugsvorschläge bei freiwilligem Ausscheiden unterbreitet, von denen in einzelnen Orten auch erheblich Gebrauch gemacht worden ist. Tie Tendenz, daß Inhaber von Stellen, die aus finanziellen Gründen nicht ^mehr gehalten werden können, a b g e f u n - den werben, wurde auch vom preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden unterstützt. Durch Pensionierungen und dadurch, das; durch Tod freigewordene Stellen nicht neu besetzt wurden, konnten ferner einige Ersparnisse erzielt werden. Auf der anderen Seite ist aber daran zu erinnern, daß den Gemeinden auch personelle Mehrausgaben aus den neu h i n z u g e t r e t e n e u Ausgaben erwachsen sind.. Dabei ist z. B. an die Wirtschastsstellen oder an die Ncncrrichtung jüdischer schulen zu denken. Bei dem Schulaufbau werden die Gemeinden znm Teil allerdings auch dadurch wieder entlastet, daß Träger der Schulen vielfach nicht die Gemeinden selbst, sondern sogenannte Schulvcreine sind, oder daß durch die eingehenden Schulgelder wenigstens ein Teil, der entstandenen Ausgaben gedeckt werden kann. Es braucht kaum ein Wort darüber verloren zu werden, daß die Ausgaben für die Wohlfahrt und für andere soziale Zwecke in den beiden letzten Jahren erhebliche Steigerungen erfahren haben. Aber abgesehen davon, daß den Gemeinden hier zum Teil Zuschüsse aus zentralen Mitteln ge« währt werden konnten, ist zu beachten, daß ein großer Teil dieser Ausgaben m den Gemeindeetats nicht oder nur indirekt erscheint. Das liegt daran, daß auch hier die Träger der einzelnen Institutionen selbständige Vereine sind,.die sich oft durch freiwillige Zuwendungen oder Mitglicdsbeiträga allein finanzieren und so den Gemeinden nicht irr dem Umfange zur Last fallen, in dem sie selbst ihre segensreiche Tätigkeit entfalten. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang noch, daß Ersparnisse auch durch gewisse R a ti o n a I i i i e t u n g § m a p - nahmen erzielt werden konnten. Dazu rechnen sowohl Neorganisatio ns erfolge innerhalb der Eemeindeverwaltnngen selbst, als auch darüber hinausgehende Schritte, z. B. Schließung von Synagogen bzw. ihr Ersatz durch Betsäle. wobei vor allem im Winter teilweise er. hebliche Einsparungen an Bcleuchtungs- und Herzungskosten zu erreichen waren. Gerade in dieser für die Gemeinden, und besonders für die Kleingcmcinden, schwierigen Zeit hat sich der Z u s a m m e n s ch l u f; zu Zcut r a l st e l l e n , wie sie die Landesverbände und vor allem auch die Reichsoertretung darstcllcn, besonders bewahrt. Wenn auch die Zuschüsse, die von diesen Stellen gegeben werden können, in den letzten Jahren erheblich hermrtcrgegangcn sind, so konnte doch durch Eingreifen z. B. des prcußischeu Landesverbandes vielen kleineren Gcureinden geholfen und durch organisatorische Zusammenfassung mehrerer Gemeinden zu ^chrerbezirken usw. die Ausgabenseite ihrer Etats entlastet werden. Dabei war allerdings eine Beitragserhöhung für die angeschlagenen Gemeinden nicht zu vermeiden, wobei aber die so eingehenden größeren Mittel in erster Linie wieder den notleidenden Gemeinden zugute kamen. Das alles konnte aber nicht verhindern, daß die zur Verfügung stehenden Gelder gegen früher wesentlich geringer sind, wobei auch dem Ausfall der Staatsdeihilfen eine beachtliche Bedeutung zukonunt. Ta trotz aller Bemühungen in einzelnen LandesvcriM GlWWZlW IFaolbiroüsmmtkBno mrndJ (SuwesS&ks, IteMss S T?rrss§& Breslau — Karlsfr. 30 jkfiteren - ßrossMluno Ständig grosses Lager in allen Saisonartikeln arwrte'pM )iäi! üdüB U1S uu y Lcutftiäa« BSESLÄÜ S Sshiirrrraüobrils. Verlangen Sie Offerte NQ2 BÜCHWfllTEE Breslau I. Herrenklciderfabrik Guter Mittelgenre H iii I WWg j tu Li U ü L.. T3 s-/ tJ i j ' ' - w’ EmSS u. PrScdrScfo Lang üäiütostotes Breslau 6 — Friedrich Wilhelmstr. 30 empfiehlt bostgepllegte Weine aller Art. IllllllilllHllllllllilülllIllllllllllllllillinillüllllllU Fiiattf 8 MD. f-Isifäfäifse P Pp ükbibiiäl kvü&iiiiiüiicyö & bb. B^eslaa I, Rissg 26/28 fessM-Kiieto Spezialität: Jugendliche Mäntel Untersetzte Frauenmantel G. m. b. 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