Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 36 (6.9.1934)
- Date
- 1934-09-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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«Volk ohne Fügend" Mecallerung der lebenden lüdischeo Eeneralien Allmählich werden jetzt die Ergebnisse veröffentlicht, die aus der großen deutschen Berufs- Zahlung von Mitte Juni 1933 fließen. Eine der neuesten Erkenntnisse hieraus ist das besondere Anwachsen der sogenannten berufslosen Selbst, ständigen innerhalb deS deutschen Volke-, das in großem Umfange eine Folge der Ucberalterungsericheinungen im Volkskörper ist. Unwillkürlich brauch sich uns Juden der Vergleich Zwischen der Altersschichtung der gesamten deutschen Bevölkerung und derjenigen der deutschen Juden auf, der ergibt, um wie vieles ungünstiger das Verhältnis Zivi scheu ZukunstSsichcrnder Jugend und vcrgangeuheit-erHilltem Alter bei den deutschen Juden ist als bei der Gesamtheit des deutschen Volkes. Zwar liegen die statistischen Ergebnisse der 'Altersgliederung noch nicht vor. doch kann man nach dieser Richtung immerhin Schäinnigen vornehmen, die den krassen Unterschied und damit die erhöhte Gefahr für das deutsche Judentum selbst dann unwiderleglich ausZeigen. wenn diese oder jene Zahl im einzelnen etwazu hoch oder zu tief gegriisen sein sollte. . Für 'Anfang 193:; ergibt eine solche Schätzung nämlich, daß der lebeusausbauende Grundstock der heutigen reich-deutschen Generation, die minder bis Zu 10 Jahren, etiva 1.1 Prozent beträgt, bei den deuticiien Juden dagegen etiva nur 10 Prozent der lebenden deiltsch-jüdischeu Generation. TaS bedeutet also, daß von allen deutschen etwa jeder Sechste bis Siebente jünger als 10 Jahre ist. bei den deutschen Juden aber nur etwa jeder Zehnte. Umgekehrt erscheinen innerhalb des deutschen Volkes, gemessen an einem gesunden Altersaufbau. die Jahrgänge der Alten prozentual viel zu stark besetzt, aber noch viel ungesünder ist daS Bild bei den deutschen Juden. Anfang 1933 dürften schätzungsweise etwa 10 Prozent aller Reichsdeutschen über 60 Jahre alt gewesen sein, bei den Juden jedoch sind es nahe bei 14 Prozent; mit anderen Worten: innerhalb des ganzen deutschen Volkes ist etwa jeder Zehnte älter als 60 Jahre bei den deutschen Juden jedoch bereits jeder Siebente. Die Gründe für diese gefahrbringende Altersstruktur sind verschiedener Art.. Wie bei allen Deutschen mußte auch bei den Juden der Geburtenaussall während der Kricgszeit die normale Altersschichtung verändern. Entscheidender aber ist, daß sich der bereits seit Jahrzehnten feststellbare Geburtenrückgang bei den deutschen Juden in besonderer Weise ausgcwirkt hat. Auf Grund exakter Zahlen, die für Preußen vvrliegen. kann man die Reichszahl der jüdischen Geburten in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, also etiva 188.1, auf etwa 14 000 jährlich errechnen: im Jahre 1930 Ist die Geburtenzahl auf etiva 4100 zurückgcgangen. 'Die Zahl der rein jüdischen Ehen, die in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts noch nahe bei 4000 jährlich lag. ist 1931 schon aus unter 9.100 gesunken. Diese wenigen Zahlen zeigen, welche kaum noch au-zngleichenden Einflüsse das Ein- und Zwei» kindcrmstem in den jüdischen Familien und die noch bis in die jüngste Zeit hinein steigende Zahl der Mischehen für den jüdischen 'Nachwuchs gehabt haben. Für die Gegenwart ist die ohnehin. bereits höchst ungesunde znkunft-untergrnbende Altersstruktur der deutschen Inden aus zwei Gründen noch ungünstiger geworden. Einmal hat seit dem Frühjahr 1933 eine Abwanderung der jüdischen Jugend vor allem nach Palästina eingesetzt. eine Entwicklung, die sich unter Fortdauer der Ariergesetzgebung wohl noch verstärken lvird, zum anderen ist ohne Zweifel aus dem letztgenannten Grunde mit einer geschwächten Geburtenfreudrgkeit Unter d'en deutschen Juden zu. rechnen, so daß absolut und anteilsmäßig bei den deutschen Juden die aus der lebensbejahenden Jugend strömende Kraftquelle immer spärlicher fließen muß. Wir werden auf diese Zusammenhänge nochmals zurückkommen, wenn die exakten amtlichen Zahlen der Altersgliederung, die später veröffentlicht werden, das Blickfeld in dem Raum dieses Problems weiter aushellen. _ Dr. E. R. Asm jüdischen CchulMü Tie „Informationsblätter des Zcnt r a la u s s ch u s s c s dcr deutschen Juden für •\hiljc und Aufbau" bringen in ihrer reichhaltigen Nummer 0 vvin 97. August eine» Bericht über Aus. bau. Richtung und Finanzierung des jüdischen S ch u l w c r kS. Folgende bemerkenswerte Zahle:: geben ein Bild von seinem gegenwärtigen «tand. Tie Zahl der schulpflichtigen jüdischen Kinder im Deutschen Reick) beträgt etiva <'>0 000; von ihnen be» suchen etiva IN ,100 jüdische Schulen. Gegenwärtig gibt eS in Deutschland zel,n höhere jüdische Schulen, davon fünf mit Berechtigung zur Abnahme der Reifeprüfung. Tie übrigen fünf sind Real- oder Mittelschule,:. Tie Zahl dcr jüdisckien Bolksschulei, beträgt nahezu NO; im letzten Jahre sind zahlreiche Gemeinden dazu übergegangen. eigene Bolksschulei: ,;u errichten, allein Cftcrn 1934 wurden zehn neue Bolksselnileu gegründet. 3900 jüdische Kinder traten in jüdische Schule:: mnt ein. Boi: etwa 1900 ausgebildcteu jüdischen Lehrern in Teutschland sind ungefähr 000 schon heute an jüdischen Schulen tätig. Etiva 3<)0 verblieben in ihren Aemlcrn an niehljüdisehen Schulen. Für die Eriveiterimg des jüdischen Sehiilwesens flehen also uocl, etwa 300 jüdische Lehrkräfte ziir Berjügiing. In: übrigen werden, wie gewohnt, die neuesten Bestimmunqen auf timt . Gebiete des Wirtschasts- und Sozialrechts mit. geteilt; sie betreffen Gcwcrberechtliches. Kartell, fragen, Einzelhandel. Handwerk. Landwirtschaft Devisenpolitik' u. a.. ferner die Regelmig des Arbeitseinsatzes, der: Arbeitspaß. die Tarif, und Betriebsordnung. Ein Tätigkeitsbericht der Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Inden in Palästina wird auszugsweise wiedergegeben. — Tie Zcntralwohlfahrtsskelle der deiitscheii Inden rjibt'bic ' Grnndi:ng einer ^elbsthilfegemeinschaft der jüdischon Körperbeschädigten in Deutschland (S:l: und Geschäftsstelle: Berliu-Eharlottenbnrg 9. Kantstraße 113. p. Adr.: Zentralwvhlsahrtsstellej bekannt, die die bisher bestehenden vier Selbslhilfegriippen für Blinde. Körperbehinderte. Gehörlose imd Schwerhörige umfaßt. E. G.L. Mund SeuW-MMr Fügend Ter Bund Tentsch-Jüdischer Jugend veranstaltete an: I. in:d 2. September ii: Berlin eine Arbeit-, tagniig mit seinen Landesverband-leitern und zahl, reichen Ortsgruppeiiteilern. Tie Bundeslcitung er. stattete dei: Bmide-bericht und Heinz Kellermann (Berlins ninriß seine ideologische Stel- Iillignahine. Tie Tagung erhielt ilire besondere Bedeutung durch die Einführung einer neuen Buudesleitimg. Ter bisherige Bundesteiter. Rtartn: S o b o t k e r, nutev dessen Führung der Blind zii einem Faltor im iüdüchei: Leben geivordeu ist. trat ans berufliche,: Gründen zurück. Ter neue Bundesleiter ist Heiiiz Helt e r n: a n n (Berlins, dein Günter F r i e d t ä n d e r (Berlins und Franz R o s e i: t h a l (BreslaiO. zur Seite stehen. Wir iverden in der ..Seite der Jugend", die in der koliuiieiidei, Woche erschein:, über den Verlauf der Tagung iiud ihrer Ergebnisse Bericht erstatten. K. R. sH.lNMUflä AM:- /FffliTfl| Wer sich oder andere in Kürze und doch vollständig über das Judentum unterrichten will, bestellt die Israelitische Re!ig5ons!ehre von Dr. Ernst Jacob — Bezirksrabbiner in Augsburg. 2. Auflage. Die erste Auflage nach einem halben Jahr Die jüdische Presse: Eine Lücke, die endlich ousgefüllt ist. Inhalt: Die Lehre des Judentums - Judentum und Christentum - Das Leben des Juden - Herzenspflichten - Die Familie — Das soziale Leben - Der Staat - Orthodoxie und Liberalismus - Gebet und Gottesdienst - Das Jahr des Juden - Der Lebenslauf des Juden - Die jüdische Gemeinde- Das jüdische Schrifttum - 200 Worte Judentum. Besonders für Lehrkurse geeignet! Preis RM. 2.40. Verlag: B. Heller, München 25, Pllnganserstr. 64. f li GO sacht gute-., alteingefuhrtes Fabrikgeschäft der Siiüwarcn brau ehe in angenohmersUddeutscIier Kreisstadt. Erwünscht 10—30 Mille. Spätere AHeiniihernabme nicht ausgeschlossen. Anfragen unter II. 1227, C. V.-Zeltunjg, Hcrlln TV. 15. 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