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Central-Verein-Zeitung · 1934-08-30 · 35 (30.8.1934) · page 15

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
35 (30.8.1934)
Date
1934-08-30
Page
– (sequence 15)
Language
German
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t C-V.-Ztg Beiblatt Nr. 35 y n psyda©Ifep§gjfo© S<S sh i@(§3@yfyi f? o® üW Etm< ' Tie jüdische Presse ist erfüllt von Erziehung?. Problemen aller Art; kaum eine Woche vergeht, daß nicht von jüdischen Schulneugründunaen richtet würde, die Richtlinien der Reichsvertretung und die verschiedenen amtlichen Kundgebungen bilden einen Diskussionsstoff für die Kritiker aller Richtungen: der jüdischen Lehrerbildung und der Ausbildung der Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen wird neuerdings gesteigerte Aufmerksamkeit zugewandt, methodische Fragen spielen eine nicht unerhebliche Nolle. Aber von den jüdis ch cn Kinder n selbst, die dies alles doch am twisten berührt, ist — abgesehen von ihrer Würdigung vom statistisch-rechtlichen Standvunkt autnn Zusammenhang mit dem Xumerus clausus — merkwürdig selten die Rede. lind doch müßte man annehmen, daß die radirate Lösung der jüdischen Erziehungsfrage gerade von der Erzieherschast direkt mit Aufatmen begrüßt worden ist. Sie hatte in ihrer täglichen Arbeit mit jüdischen Kindern Gelegenheit, zahlreiche Züge und Spannungen psychologischer Art zu beobachten, die nunmehr infolge der Verpllan-uug in ein jüdisches Dtilieu eine Lösung oder Milderung erfahren dürsten. Anderseits müßte die Kenntnis der Psychologie des jüdischen Kindes, seiner Wesensart und seines Verhaltens zur Welt zu einer ernsten Selbstprüfung führen, ob wir von der Möglichkeit des Numerus clausus überhaupt Gebrauch machen, ob wir nicht alle jüdischen Kiiider dieser Generation in jüdische Schulen überführen st'llen. Es ist erst wenige Jahre, daß vonjüdischer und Mhtjüdrschcr Seite ernsthafte Versuche zur Psychologie des jüdischen Kindes gemacht worden sind, Versuche, die uns heute schon in vielfacher Hinsicht unzutreffend erscheinen, deren Kenntnis jedoch wichtig ist, um weiteren Schaden zu verhüten, um die vsychvlvgische Bedeutung der Umschulung zu erkennen und zu würdigen. Alle diese Versuche, ob sie ans der Feder eines Dichters, aus der Beobachtung eines Lehrers oder aus der Forschungsarbeit eines Wissenschaftlers stammen, konstatieren als psychologischen Crundzug des jüdischen Kindes das Gelüh! und das Erlebnis der Andersartig k e i t. Flcg hat wohl bei seinem „kleinen Propheten" bas Tuchen eines Kindes aus völlig assimiliertem -vawe nach Wesen und Gehalt des Judentums, und seine Entdeckung in den Vordergrund gestellt; aber tj schwingt doch durch die Auszeichnungen des rückrichen auf sich selbst, seine Neslektiertheit und Venräumthcit und sein durch Ehrgeiz unterstützter Lang zu intellektueller Beschäftigung. Sozialpsycholo gische Beobachtungen eines Nichtjuden über das jüdische Kind in der Schule, bzw. über das jüdische Kind in der Gemeinschaft der anderen Kinder bestätigen die Sämu des Dichters. Die Entfremdung beginnt mit der Feststellung: „ein Jude!" Das Anderssein war zunächst ein Ruhm nn sich, der jedoch bald infolge des Derhallens der Eltern die Note des Besonderen und Unheimlichen erhält. Damit steht das Kind — mt ohne es zu wissen — einer ihm nicht freundlich Minuten «Gruppe gegenüber. Plötzlich bricht die gruppenbildende Feindseligkeit sichtbar aus, schwer wird das Erlebnis des Andersseins. Gelingt eine Versöhnung — und das war gar nicht so selten —, uf sozialpsychologischem Wege wurde also hrer gedeutet wird, kann nicht mehr ausgeglichen werden, das Jugenderleben wirkt bis ins Alter nach. Eine andere individualpsychologische Studie (von Erich Stern in „Ter Morgen", 1928). die ebenfalls den seelischen Grundzug der Andersartigkeit in den Mittelpunkt stellt, sucht sein Zustandekommen und seine typischen Folgen aus dem Verhalten der -jüdischen und nichtjüdischen Ilm- Labung, also nicht nur der gleichaltrigen Kinder zum Kinde zu verstehen. Soziologisch gesellen, lebt das Kind in einer jüdischen Familie, die Menschen, die es zuerst betreuen un-b pflegen, die das Kiiid lieben und die es wieder liebt, sind Indem Ter Jude selbst aber ist eiugelagert in eine nichtjüdische Umgebung, die ihm feindlich gegenübersteht; und ihm — auch früher schon — viele Lelwnsmöglichfeit-cn verschloß. Aus dieser Haltung erfolgt die Hinwendung zur eigenen Familie. VK'il der Vater in seiner Familie aufgcht, wollte er den Kindern das Vorwärtskonnnen erleichtern, sie füllten mehr erreichen als er und vor allein eine höhere Dildiing haben als er. Das Streben nach Wissen wieder hat angespannte Arbeit, oft gesundheitsschädliche, zur Folge. Das Gefühl der Andersartigkcit wurde verin einem Unterin den anderen stärkt durch den Neligionsunterricht. in richtsfach sind die Kinder getrennt, in sind sie vereinigt; das mirßte gerade die Kinder aus Familien, die mit dem Judentum selbst wenig Be- Ziehungen hatten, zum Nachdenken bringen. Dem Gefühlsleben des jüdischen Kindes fehlte cs an MHrung, da es aus dem Elternhaus vielfach keine Feiertage kannte, sein Gcmcinschastssehnen fand oftmals keine Befriedigung oder zum mindesten eine Grenze an der feindlichen Haltung der andern. Es sind hier nur einzelne Verhaltungsweisen der Umwelt angedeutet worden, die teils zur Entstehung des Gefühls der Fremdheit des jüdischen Kindes beitrugen, teils ihre Folgen sind. Ueberraschcnd ist, daß alle drei Versuche .zur Psychologie des jüdischen Kindes, der des Dichters, des Lehrers und Forschers von dem Grundcrlcbnis der Andersartigkeit ausgchen und von ihm aus das seelische Verhalten und das Wesen de? Kindes zu verstehen suchen. Wenn sich auch manche Züge dcS jüdischen Kindes, vvr allein die Verträumtheit, Reflektiertheit und der Intellektualismus rn den letzten Jahren durch die Jugendbewegung etwas gemildert haben, so wird das Erlebnis der Andersartigkeit mit allen Kvnsegucnzcn dem in der allgemeinen Schule verbleibenden Kinde nicht erspart bleiben, ja sogar vielfach noch schwerer sein. Für diejenigen Kinder aber, die in die jüdischen schulen ßciommcn sind, muß psychologisch die Umschulung — trotz allen Schwierigkeiten der Einordnung — im Sinne eurer H e imkc h r gewertet werde:;. Welche Umwälzung muß in der Seele des Kindes Vorgehen, nicht mehr der A n d e r e zu sein, sondern ganz selbstverständlich zur Kinderg-emeinschast zu gehören. Or. Hilde Ottenheimer. uJohoo3 liwmi i/©ra©h©o!](gj In der Nr. 26 vom 28. Juni hatten wir das Thenra Kunsterziehung vom Standpunkt der Schule und des Elternhauses aus diskutieren lassen. Nachstehend veröffentlichen wir aus Naurugründen erst heute zwei Aussätze, die zu den Darlegungen jener Nummer Stellung irchureu. Ter beobachtende Lehrer empfand das Lachen des jüdischen Kindes nicht als Aeußerung sorgloser Jugcndsreude, wie bei den anderen Kindern, sondern immer von Schwermut getragen. Er fühlte auch das Umschattetsein der jüdischen Kindheit und ein von ihm selbst nie erfahrenes Leid, das ihm, dem Nrchtjudcn, fremd bleiben mußte, wiewohl es bon ihm kam. Ties Fremdheitserlebnis der frühen, Kindheit wurde verstärkt durch die Berschiedeuartigkeit des Wbensrhythmus. Tie Vorbereitungsze'it der Pubertät entrückte dem nichtjüdischen Kinde oen ststüchen Gefährten. Naturhast-entwicklnngsmäßig ß.eht er wieder der Gruppe der anderen Kinder tsolrert gegenüber. Sie hat ihn mcht ausgestoßen — et ist allein gegangen Ter „andere" errchernt dem wrchtjüdischen Kinde als einer, der sich abwenden wollte. Sind die entscheidenden Stadien der Pubertät durchmessen, so besitzt der junge Jude eine Jchst, ein Wrssen, das sie nicht haben. Die frühere EP'e macht sich in den Schulleistungen bemerkbar, pwtbare Erfolge heben ihn über den Durchschnitt r-chr Klasse empor. Die Klaffe wiederum wertet Ent- Wicklung und Erfolg als unziemliches Strebertum uvd schließt sich gegen den „andern" ab. Oie Materin und Graphikerin Mela Cohn-Hendel schreibt: Bei selbstverständlicher Anerkennung des Artikels „Schule als Kunsterzieher" von Dr. Feilchenfeld und bei aller Bejahung vieler seiner lebendigen Gedankengänge, möchte ich, ohne mich über die Abgrenzung der Gebiete Religion und Kunst mit ihm auscinandcrzusehen, seinen einleitenden Ausführungen meine andere Anschauung gcgcnüberstellen. Für mich sind Religion und Kunst nichts Rebeneinanderliegendes, ist nicht „die Religion die Stätte der Zuflucht vor der Not" iur Gegensatz zur Kunst, die „die Stätte der Zuflucht vor dem Alltag" sei. Tie Kunst ist mir auch nicht oder nicht nur — „die Welt des schönen Scheins", sondern der tiefsten, geheimnisvollsten Osscnbarungen. Sie ist keine ästhetische Ablenkung vom Alltage, sondern eine Bestätigung und Vertiefung der innersten Notwendigkeiten des Lebens, von denen der Alltag ein kleiner, sichtbarer Teil ist. Dem in dem Artikel angeführten Beispiele aus dem Kriege stelle ich ein anderes an die Seite: Ein kriegsfreiwilliger Kanonier steht an der Westfront in einer Sternennacht Wache, betäubt von dem Kanonendonner des nahen Arras. Unwillkürlich erwachen in ihm die Widmungszeilen in seinem mitgciroirrmcnen Miniaturbändchcn Goethcschcr Gedichte: „Und wenn uns am Tag die Ferne Blauer Berge sehnlich zieht. Nachts das Uebermaß der Sterrre Prächtig uns zu Härrpten glüht, Alle Tag' und alle Nächte Rühm' ich so des Menschen Los: Denkt er ewig sich ins rechte. Ist er ewig schön und groß." Alles Entsetzen der sicht- und hörbaren Pseudowirklichkeit ist verschwrrnderr, die Tiefe und bleibende Wahrheit der göttlichen Gegenwart tut sich ans und bestätigt und stärkt die seelische Kraft und Haltung des einsam Wache haltenden Soldaten. Ein Beispiel aus der bildenden Kunst für meinen Glauben, daß uns deutscher: Juden heut die Kunst nicht „weniger sage als die Religion", wie es in dem Artikel heißt, sondern daß sie ein Symbolum für das Göttliche und ein Führer dahirr ist: An: I. April 1933 ging ich mit einem rein wissenschaftlich. gar rricht aus bildende Kunst gerichteten Freunde, der durch die Ereignisse tief und hart getroffen war, in die ägyptische Abteilung unserer Museen und zeigte ihm einen über 3000 Jahre alten granitenen Pavian, ein Sinnbild des Gottes der Weisheit. Wir haben wohl eine Stunde dort gestanden, und die Wirkung war außerordentlich. Tie göttliche Würde, Unnahbarkeit und Unantastbarkert, das vornehme Jnsichselber-Rnhen, die Abwcisung jeglichen Eindringens von außen in die eigene Natur, die dieses Steinbild atmet und still, gehalten und unpathetisch durch die Jahrtausende trägt, hat ohne Erklärung, ohne irgendrvelche Hilfe durch verstandesrnäßige Erläuterung einem d'eutscheu Juden in entscheidungsschwerem Moment Halt gegeben und ihn zu sich selber aufgorufen. Hier ist keinAusweichen in eine Welt des Traumes, der schonen Illusion", sondern „religiöse Vertiefung, die durch das Wirkliche hindurch das Göttliche ahnt". Und um diese Vertiefung in uns zu vollbringen, bedarf es in der Kunst gar nicht des religiösen Gegenstandes: ein Rosenstrauch. vorn Jscnheimer Altar, ein Schäfchen von Holvein, die Akelei von Dürer, eirre Pslanmenblüte der Chinesen, sind imstande, uns durch den Reichtum des Lebendigen, in der Sichtbarkeit, die Immanenz der Gottheit fühlen zu lassen. Und was für die Aufnahme der Kunst in jedem Lebensalter gilt, das gilt mich für den Zeichenunterricht in der Schule: jede Zeichenstrnrde soll dazu dienen, unseren jüdischen Kindern und jungen Menschen die Augen zu öffnen für das Geheimnis des Lebens, das sich in jeder Blüte, in allein Geschaffener:, offenbart, und dann wollen wir ihre Hände geschickt machen, das Erleben auch arrsdrücken zu können. Zur Musikerziehung schreibt Eise C. Frausnitz: Die Forderung, die Masse zum Musik-Hören zu erziehen, wird heute mit Recht in allen Lagern ansgestellt. Der Weg. sie für das Mnsikhörcn zu gewinncu und gründlich vorzubereiten, geht über die musikalische Aktivität. Die Ausgabe ist: den Einzelner: zn befähigen, sich, selbst musizierend, in ein musikalisches Werk zu vertiefen, sich auf das „Hören" Vvrzubereiteu, urrd darrir rvieder das Gehörte selbst singend und spielend sich ins Gedächtnis znrückznrufen. Diese Arbeit, diese Aktivität muß zum vcrstärrduisvollcn Hörern führen. Mehr als je macht diese Zeit des Drucks, des Verzichtens, eine Bereicherung des inneren Menschen notwendig.. Urrd dos ist das stark Positive dieser schrveren Zeit für uns Inden. Zurück zrrr Leele. Schlummernde Kräfte wecken, entfalten, Bereicherung schassen durch Vertiefung in die Kunst. Aber rroch aus eine andere Bedeutung der Musikerziehung ist hinzuweisen, arff-die hcilpädagogische besonders des Singens^ dingen ist eine natürliche Funktion, lute das bprcdjen urrd das Gehen auch. Ist es nicht verwunderlich, daß^die natürlichen Firnktioueir wie Gehen, Sprechen, Singen so zchlecht fnrrktivnieren, daß sie erst wieder gelernt werden müssen? Geistiges, Seelisches, Körperliches findet seinen Ansdruck in der Stimme — mar: könnte sagen —, es erlöst sich durch die Stimme.. Sie hat ihren eigenen Klang und übt dadurch eine Wirkung aus der: Nebenmenscheu aus, die nicht zu unterschätzen ist. Eine Stimme kann Energie, Tatkraft ansstrahlen, Vertrauen erwecken, aber auch die umgekehrte Wirkung Hervorrufen. Darin liegt das Geheimnis der Massensuggestion. „Der Vortrag macht des Redners Glück" — und der Vortrag basiert ans der ModulationSfähigkeit der, Stimme. Es kommt beim Redner daraus an, daß ans seiner Stimme seine Leidenschaft für eine Idee, seine Ueberzeugnng. mit der er für sie eintritt, seine Besessenheit, wiederklrngt. Wer verfügt nun über eirre solche Stimme, und wvrarr liegt cs, daß oft Menschen, die Wertvolles, Bedeutendes zu sagen haben, die schlechtesten Interpreten ihrer eigenen Gedanken sind? Ter ungehemmte Mensch ist der erstgenannte Typ, der gehemmte, der zweite. Die Stimme eines ungehemmten Menschen, in' dem der Atem gesund 30. August 1934 und lebendig strömt, wird sein Temperament, seine Seele wiederspiegeln, und daraus ergibt sich außer der Wirkung auf den Nebenmenschen die Erlösung und Entspannung seiner eigenen Seele, die eintveten muß durch den gesunden Gebrauch seiner Stimme. Schon der primitivste Gebrauch der Stimme beweist die-Z: der bedrückte Mensel) seufzt, der erregte brüllt lvS: „er mußte sich Luft machen", sagt man, das heißt ja nichts anderes als: Er muß den durch die seelische Erregung angesammelter:, bis zum Ersticken gespannten Atem hcranslassen, in Ton Umsetzer:. Dem Sänger, der an sich selbst die Wirkung des Singens erfahren hat. brauche ich nichts von der Lösung der seelischen Spannung, von dem Ausströmenlassen des in Worte nicht zu fassenden Gefühls, von der Erlösung rrnd Befreiung der schrverbedrückten oder der überglücklichen Seele, der gespanrrten, in einem wie irn anderen Falle überladenen Seele zrr sageir. Wer cs im Singen an sich selbst erfahren hat, der kennt den Vorgang. Wir sprechen also vvr allem zu den bisher nicht Singenden, überhaupt zu den nicht selbst Musizierenden; denn wer vielleicht von der Natur nicht mit wohllliugender Stimme begabt ist, obgleich da auch das „Vegabtsein" relativ ist, der braucht von der Erlösung nicht ausgeschlossen zrr sein, derrn auch im Spielen eines Instruments starr:: man Befreiung finden, auch da kann inan ausströmen lassen in Klang, was Worte nicht zn sagen vermögen. Arrch das Hörer: von Musik kanrr dem seelisch gespanrrten Menschen oft Befreiung bringen, viel stärker aber ist die Befreiung durch das Selbstausübcu, der Körper schwingt hier mit, der Atem strörrrt in der: Ton, rnid wenn er auch beim Spielen eines Instruments hiueinströmeu muß in die angeschlagene Saite, am stärksten strömt er beim Singen, da er ja der Haupt teil des Siugcirs ist. „Singen ist klingender Atem."' Daraus erklärt sich allein die Macht, die Singest aus den Sänger und.auf den Hörer ausübt: wenn ich meinen Atem zu vollerer: Strömen airrege, wenn ich ihn zum Klingen bringe, dann muß eirre Befreiung, eirre Errtsparrnuirg eintrcteu, körperlich und seelisch. „Macht die Kehler: rveit rrrrd singt aus voller Brust", heißt es irn Bolksrnnnd, rrrrd das ist eigentlich das Alpha rrrrd Omega des Singen?, die ganze Gesangstechnik aus die einfacliste, knappste Formel gebracht: zur Ersütlirrrg dieser einfach klingenden Forderung braucht mau technische . Fingerzeige und Hilfsmittel. Die Juden haben stets sirrgend ihre Gebete verrichtet. Es bringt sie aus der Bedrückung zrrr Befreiung der Seele. Is^/Ü fci __ io 'w U U ,7 n-*- „ki Von Meta Sernson Die Mütter im allgemciuerr bringen ihren Kindern gutes Benehmen bei: sie wollen nichts Dringenderes erreichen, als daß sie in der Schule, im Zusammensein mit anderen mit ihren äußeren Gepflogenheiten keinen Anstoß erregen. Das ist verständlich, wenn man beobachtet, wieviel der äußere Eindruck für den Lebenserfolg ausmacht; doch es wird unverständlich, wem: das Bemühen um die Einhaltung der Formen im Tagcsinhalt der Kirrder überhand nimmt. Sie müssen so viel ans ihre Sauberkeit achten, daß sie nicht zrrrn rechten Spiel kommen; denn ein rechtes Sviel macht schmutzig; sie müssen das gesellschaftliche Leben der Eltern mitsühren. obwohl sic jede freie Ntirurte zu eigenen, weit wichtigeren rrnd ihrer Entwicklung dienlichen Zwecken verwenden möchten. Sie müssen spazierengehcn. Schularbeiten machen, Klavier üben und werden mit einem Pslrchtenkreis belastet, der ihnen die Möglichkeit nimmt, eigene Nstigrrrrgen und Abnergnngen zu entwickeln urrd im Kamps mit den eigenen Vorzügerr und Fehlern zrr erstarken. Gehorsam im absvlntcn Sinn, das bedeutet die Verantwortung ans andere schieben. Die Eltcrir wissen, was das Rechte urrd Gute ist, und sie verlangen, daß die Kinder sich ihrer besseren Einsicht fügen, bis sie selbst einmal erwachsen sind. Sirrd sie erwachsen, so sollen sie plötzlich ein Schicksal meistern, das mit ihnen selbst nichts zn tun hat. Sie hören nun nicht mehr, was sie in jedem Augenblick tim oder lassen müssen, und daher liegt der Augenblick leer und rrngelebt vor ihnen. Sie haben errtweder überharrpt keine Wünsche und eigene Gedanken mehr, oder sie haben drrrch die jahrelange Enthaltsamkeit, in der sie sich selbst niemals entsprechen konnten, fiebrige und hitzige Wünsche; sie können nicht warten, nicht aufbauen, weil ja im Verbot oder im Gewähren alles auch imrner sofort zu Ende war. Dann glauben die Eltern, ihre mangelnde Aufsicht und Beeinflussung trüge die Schuld an plötzlichen Ueberraschungcn und unerwarteten Handlungen der Großjährigen. In Wirklichkeit liegt die Schrrld darin, daß die Eltern erzvgert haben anstatt auszribauen. Dazu gehört allerdings, daß die Mutter, die mehr Zeit für die Kinder ausbringen kann als der. Vater, niemals aushören darf, selbst zu lernen. *012*0 ©FSGÜHCfeu des Fc-Su o /TM n?gGSGüUGEuE!i d5e J^gemds Du® (BcBQ^Ih Selb'dlcBir WnlbmU )8P J^^Ginsd now JoCädhißra Prssis mit 71 Bildern Preis: RAA. 222 Seiten / Roman - Format / Bost« holzfreies Papier / Im vielfarbigen Halbleinenband mit Palästinakarte d [7 %■ ERICH REISS VERLAG, BERLIN W. 15 / Durch.alle Buchhandlungen

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