Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 35 (30.8.1934)
- Date
- 1934-08-30
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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um ihren Kindern die Umwelt zu erschließen. Cie muß erkennen, das» im alltäglichen Erleben, in jedem Stück unserer Umgebnitg. in;eder zu crsütlenden Pflicht eine größere Wisiensguelle liegt als alles, ivas die Schule den .mindern als Pensum bieten kann, und das sic zum großen Teil ebenso schnell vergessen wie sie es gelernt hoben. — Gut «ibcr. wenn sic cs vergessen; denn ein Kind mit hervorrogcndem Gedächtnis verbraucht seine,Kräfte anstatt sic zu sammeln, es sei denn, daß dos Ge. lernte sie nicht nur in Bewegung, sondern in Er' rcgiing verseht hotte. Nebergibt eine Mutter ihrem .Kinde häusliche Arbeiten, so darf es nicht von dem Gesichtspunkt aus geschehe», es irgendwie zu beschäftigen oder ihm Arbeiten zu übertragen, die sic selbst iingeru tut, souderii die -Ututtcr mim ihr K.ind schrittweise von der kleineren Leistung zur größeren führen, doinit dos Kind lernt, die Tinge zu begreifen und zii beherrschen. Genau wie sede zu vollbringende Leistung dem Kind körperlich und geistig angepaßt sein muß, :venn die Entwicklung natürlich vor sich gehen soll, gcuou so muß die Mutter dem Kinde nnfboncnd die Umwelt erschließen, es schrittweise vertraut machen mit ob ein, was ihm fremd und unbekannt ist, mit dem Neinm. der Zeit, der Vaudschaft, den Tiugcn, dem Lebendigen. Wenn Mütter sogen, daß sie komn die vielen Drogen ihrer -Kinder beantworten können, so hoben sie unbefriedigend geantwortet. Tos -Kind konnte nicht allein weiterbaueu: es bekain nicht genügend Material zur Verarbeitung auf seinen Ge-- danteitweg. Biele Btütter merken erst durch die Drogen der Kinder zahllose Lücken in ihrem Loipen. Nichtwissen schadet nicht, nnd die Ntenge des Erlernten ist kein Aeifezeuonis. Aber ebenso salill, wäre es, wenn eine Mutter meint, sie brauchle siclf um erlernbare Tinge nicht mehr zu kümmern, iveil die Schuljahre hinter ihr liegen. Tos Leben wird zweimal anfgebaut: das eine Mal im positiven Ausnehmen des KindeSf das zweiten'ol im aktiven "Vordringen des Erwachsenen. „tlEoraus ist das gemacht", ist der eine Fragenkreis des Kindes, das Glas, der Bleistift, die Trommel niw. „Worum ist das so und nicht anders", ist der andere, der die ganze Zugendzeit ansmltt. Es wäre geiviß kein unnützes Be« ginnen, wenn eine "Mutter die fragen ihres Kindes in einer Karthotel sammeln würde, um daraus für dos Kind nnd sich zu ersehen. U'elclfe Gebiete seinen Wissensdurst besonders beschäftigen, nnd wo die Blntter bei ihrer eigenen "Arbeit einllaken müßte. Weiß sie keine Antwort, so soll sie es zugeben, sich aber darum bemühen, allein oder mit dem Kinde gemeinsam die Antwort zu finden. Es gab einmal eine Zeit, in der die Ettern sich mit dem Schein der Allwissenheit allzu gern :imgobeu. und wehe, ivenn ein Kind merkte, dost Beller oder Blutter etwas nicht vollkommen bei,errichten. Aengstlid» wurden die Schul zengni sic Heu Augen der Kinder vorenthalten. Wie viel günstiger nnd lebendiger würde es wirken, wenn emc Bintter sogt: „Tos ist mir genau so schwer gen'vrden wie dir: ober vielleicht könen nur es gcmeinfom versuchen!" Eine Mutter dürste keinen Tag vergehen lassen, an dem sie sich nicht wenigstens eine Frage des „Woher" oder „Wozu" Porgctegr nnd beantwortet hat. Das, was ihr aber fehlt, um ein Kind wissender zu machen als es vorher gewesei: war. ist geivö!>nlich die Zähigkeit, selbst die Tinge des Alltags nnd der Umgebung mit dem Staunen und der Spannung des Kindes zu erleben. obwohl sie im Theater meist die gleichen alliöglillien Borgonge mit Aufmerksamkeit und Erregung verfolgt. Es darf dem Kinde niemals der Eni deck ergeifr verloren gehen, dos Leben wie ein Bilderbuch nmznblöttern, in dem immer noch inioiügeschlogene Seiten seine Erwartung ivoch lurlten. Wird diese Spannung nicht befriedigt, versteht man dem Kind nicht die Buntheit und "Vielfarbigkeit der Wett begreiflich zu - machen, deren sich die Wissenschaft mit seinen zahllosen Spezialgebieten ans andere Weise ebenfalls bemächtigt, so bekommt man die Erllärnng für eine spätere Netordsucht, für Sainmelnnit nnd Wagnisse, die die Erregung, die man als Kind entbehrt hat. auf andere Weife bringen sollen. Um diese Spannung zu erhalten, darf Wissen nicht reihcmveise gehäuft werden, sondern es muß um ein Thema gruppiert iverdeu. Nichts regt ein Kind mehr an und stärkt die Bertrauthcit mit der Unterrichtskurse für Lehrerfortbildung Tic jüdische Bolksschule hat für das Erziehungsivesen eine Bedeutung gewonnen, die neue und besondere Anforderungen an unseren Lehrerstand stellt. Teshalb haben der Preußische Landesverbands ü bischer Gemeinde n rind die N e : ch s v c r t r e t n n g der d e u t - scheu Zuden beschlossen, unter Federführung des Preußischen Landesverbandes eine Einrichtung zu schassen, die der Lehrerfortbildung dienen soll. Mit dieser Einrichtung soll auch vielfachen Wünschen nnd Anregungen unserer Lehrerschaft Nechnnng getragen iverdeu. Bon dieser Lehrersortbildung sollen sowohl der neu in den Schuldienst übernommene aladeinisch gebildete Lehrer als auch die bisherigen Bvllsschnllehrcr ersaßt iverdeu. Es wird eine Fortbildung angestrebt, die den verschiedenen Notwendigkeiten gerecht werden soll. Sie soll südisches Wissen vermitteln, in die besondere "Methodik des Volksschuluntcrrichts einsühren. die Ergebnisse der modernen Pädagogik darbietcn nnd überhaupt den Lehrer in Zusammenhang mit den Fortschritten der Wissenschaft halten. jrrr-TYTHT-fiW I I I I ■ ■ -IMill.IJIIIUIIIlllUIH.MI Mutter mehr, als bas gemeinsame Erarbeiten und Erforschen um ein Thema herum. Das Kind ist vielleicht durch irgendein Tier oder eine Landschaft angeregt wordeni Die Mutter mich dieseu Ansporn ansnutzen, um alles Mögliche zum gleichen Thema heranzuholcn unddas Kind weiter zu interessieren. Das Wissen, nur um cs zu „wissen", und damit einen bestimmten Bildungsgrad zu dolumentiercn, hat keinerlei Bedeutung. Biele Mütter bringen ihren Kindern aus Gründen der Bequemlichkeit einen Wissensstoff bei, den sie selbst ans Büchern gelesen haben, und den sie im Wortsinnc weitergebcn. unabhängig von dem Interesse des Kindes. Es gibt zwei Kardinalfehler innerhalb der Entwicklung: „Frag nicht so viel" — ist dieeine ertötende Antwort. „Tas ist noch nichts für dich", ist die andere. Gewiß, es gibt Tinge, die man Kindern noch nicht erklären kann; doch es gibt-immer ein SOIittcr, ihnen die Wurzel zu zeigen, wo sie mit den Früchten noch nichts zu beginnen wüßten. Der dritte Kardinalfehler ist aber vor allem das Bemühen, Kindern etwas ernzritrichtern, ohne daß irgendeine Beziehung dazu vorhanden ist. Ein Kind, das mit der Mutter ans der Straße alle Antos seiner Liebliiigsmarke zählt, wird besser rechnen lernen, als wenn es zw Hause „übt". Falsch ist es, sich ans die Schule zu verlassen und ihr jede Berantwortnng auf geistigem Gebiet zu überlassen. Die Schule hat andere Ausgaben zu erfüllen, »venu sic sich auch schon vielfach von bloßer Wissenshänfnng entfernt. — Durch die Mutter muß ein Kind nicht klug, sondern weise iverdeu, nnd wenn es später in den alltäglichsten Dingen des Lebens wie den schwierigsten den Einfluß der Mutter spürt — nicht „hemmend", sondern „lösend" —, dann ist die Probe bestanden. IciU-ö^;sr@i Das heutige staatliche französische Bildungswesen untersteht fast ganz dem Minister für nationale Erziehung. Es zerfällt durchgehend in drei Zweige, da- EnseigneiiiPnt superiour (Hochschulwesen!, secondaire «höhere Schulen) ,E primairo (Elementarschulen! mit zahlreichen Kleinkinderschnlen nnd Kinderzirkeln, lieber der Bolksschnle (Ecola primaire) baut sich die "Mittelschule ans (Ecole primairc superioim-) und außerdem gibt es ein gut entwickeltes öffentliches Berufsschulwesen (Enscsignenwnk techniquo). Frankreich ist' in 17 sogenannte Akademien eingeteilt. Zede Akademie ninfastt mehrere Departements. An der Spitze der Akademie steht ein. staetaue mit ausgedehnten Machtbefugnissen. Tic Akademie ist die Zusammenfassung des gesamten Bildungsivesens in ihrem Bezirk. Am Sitz des Ncktorats befindet sich stets auch eine Universität, deren Nektar ebenfalls der Boctoar ist. lieber das höhere Mittelnnd Bolksschulwesen üben neben dem Nektar noch sogenannte Generalinspektoren die Aufsicht ans. Auch sie unterstehen wie der Nektor unmittelbar nur dem Minister. Tie französischen Universitäten befinden sich in Paris, Litte iNorden), Lens (Normandie». Neunes (Bretagne'!. Nancp (CiT), Straßburg, Poitiers (Mittelsrankreich», Tijvn lBurgognch Besan^on (Jura). Elermont'Ferrand (Mittelfranlreich). Lyon. Tonlause. Bordeaur. Anr-en-Provence. Grenoble (Alpen». Montpellier «nahe Ncarscille) nnd Algier lN'ordairika». Ter Besuch der kleineren Universitäten ist studentischen Anfängern zu empfehlen. Sie. finden dort leidster den Anschluß an das Milien im allgemeinen nnd das französische Bildnngswesen im besonderen. Tic französischen Universitäten besitzen im allgemeinen eine Faeultä 6a droit, eine Facultc de MedfH-ine nnd eine philosophische Fakultät in deutschen Sinn, die allerdings von zwei Fakultäten dargestellt wird, der Facultc de lettres (Geistesivisien. schäften) und der Facultc de scienscs (Naturwissenschaften. Ost »vird die Ausbildung an besonderen Hochschulen oder Hochschlilinstitutioiien betrieben, die aber der Fakultät eingegliedert oder mehr angegtiedert nnd nicht wie in Tentschland von ihr getrennt sind. Solche Institute sind z. B. die Ecoles de plein exorcisc de niedecine et de phannacie iApothelerwissenschaft) und verschiedene technische Hochschulen. Besonders charakteristisch für das französische Bildnngswesen sind auch heute noch die Hvchschiilinte.rnate, wie die berühmte Ecole normale superieure in Paris nnd ferner die Stu- , dentenansbauklasseu an einigen Epmnasien. die die Nlöglichkeit gewähren, sich auf der Schule im geschlossenen Kreise ans die Universitätsprüfnngen vorznbereiten. Ter französische Student kommt früher zur Hochschule als der deutsche. Er ist im Lehrplan, besonders der ersten Studienjahre, viel strenger gebunden als dieser. Sein Fleiß und seine Fortschritte werden streng kontrolliert. Ter Lehrbetrieb ist — auch das gilt für die ersten Studienjahre — schnlmäßiger nnd in bestimmte Pensen geteilt. Ans Einprägung sicherer Kenntnisse wird oft der Hauptwert gelegt. Boranssetznng für den Bestich einer französischen Universität ist im allgemeinen das Abitur (baecalaureat, kurz bachand genannt). Tie Voran?, setznngen für den Bestich gewisser Hochschiilinstitute sind im einzelnen verschieden. Toch sind Inhaber des Abitur stets günstiger gestellt. Tas dciltsche Abitnricntenepamen kann in der suristischen wie in der Facultc de lettreZ und der des seieiieeg . als gleichwertig anerkannt werden. Für die ärztliche nnd Apothekerlanfbahn ist dagegen stets das französische Bakkalaureat erforderlich. Für die Ausübung dieser Berufe nnd des Jnristenbernfes ist der Erwerb der französischen Staatsangehörigkeit (Antrag nach dreijährigem Aufenthalt im Lande) erforderlich. Gleiches gilt für die Ausübung des Lehramts an öffentlichen französischen Schulen jeglicher Art. Für die Gründung von Privat schulen kann eine Sondergenehmigung auch an Ausländer erteilt werden, die an die Voraussetzung einer ent« sprechenden Vorbildung geknüpft ift. Tas französische Bakkalaureat ist selbst bereit? ein Hochschuleramen nnd wird vor einer Universitätskommission aligclegt. Es folgt in der FacuUe des lettres und entsprechend in der FaoiHe des Sciences nach vier bi? sechs Semestern die sogenannte Lizentiatenprüsnng. In beiden Fakultäten kann die Aggregation erworben »verden, die eine sehr schwere TWettbeiverbsprüfung (coneours) ist. Die Aggregation eröffnet unter sehr günstigen Bedingungen den Zugang zum.höheren Lehramt, den für die kleineren städtischen Anstalten auch schon die Lizenz eröffnet, schließlich kann man unter Vorlegung einer These auch noch den Doktor machen, eine sehr sclnvierige Prüfung. Ter Doktortitel wird selten verliehen. Tie Toktvrprüsnng steht in den Facultes de lettres, de Sciences nnd de droit der deutschen Habilitation gleich. In der medizinischen Fatultät spielt die Toktorprüsiing esiva die Nolle unseres ärzilieb.en Staatsexamens. Hier wird der Doktor auch älter verliehen. Tie Juristen enverben und) zwei Studienjahren das Baccalaureat de droit und machen nach einein iveiteren Studienjahr die Licenro en droit, die eigentliche juristische Staatsprüfung. Ter "Mediziner legt als erste Prüfung das PG"N- (Physik. Ghemie. Natunvissenschast» Eramen ab. Es entspricht unserem Physikum. Ein mindestens fünfjähriges Studium ist bis zum Doktor erforderlich. Bei der Diplomnnd Titelverlcihnng spielt die Unterscheidung nach Staatsgrad nnd Universitätsgrad eine tltolle. Universitätsgrade sind im Titel den Staatsgraden gleich. Sic verleihen teilt Necht zur Berussansübung. Das höhere Schulivesen vereinigt jene Typen unter einem Tmch. die im deutschen höheren Schulivesen getrennt anstretcn. Es gibt an jeder größeren Anstalt einen gynumsialeit (Sektion A), einen realgymnasialcn (Sektion A t) nnd einen oberrcalschnlmäßigen Zug (Sektion B). Tie vollständige Trennung im Lehrplan setzt erst in der obersten Klasse ein. Diese nennt fidi für den gymnasialen nnd realgyinnasialen Zug Philosoplfie nnd für den oberrealen Btathcmatigncs. Großer Wert wird in allen Abteilungen auf Allgemeinbildnng gelegt. Tic Trennung in eine gymnasiale (A) mit Griechisch nnd eine realgymnasiale (A 1) Abteilung tritt erst im dritten Schuljahr ein. Die französische höhere Schure hat vier Klassen (die deutsche nenn». Voranssetznng für dert Eintritt ist der vierjährige Besuch einer Grundschule. Das Abitur, das, wie gesagt, eine Hochschnlprüstmg ist. zerfällt itt zwei Teile. Die erste Prüfung tvird nach Absolvierung der ersten Klasse (premiere) der höheren Schule, die ztveite ein Jahr später nach Absolvierung der „Philosophie" bzw. der „Mathematignes" abgelegt. "Neben den staatlichen „Lycoes" bestehen die meist kleineren städtischen „Golteges". Im Lehrplan ist kaum ein Unterschied. Tie höheren Mädchenschulen unterscheiden sich nicht von den Knabenschulen; nur ist das Lehrpersonal fast durchgängig weiblich. Die Methode ist in den meisten Fächern die Disevnrs. der etwa unserer Universitätsvorlesung entspricht. Im Unterricht der neuen Sprachen herrscht die sogenannte direkte Methode. Der Unterricht findet nur in der Fremdsprache statt und ist recht lebendig. An vielen Schulen wird Deiitscti nnd Englisch gelehrt (im Süden auch Spanisch, int Sndosten Italienisch). Tie älteren Schulen befiuben sich manchmal noch in Gebäuden, die aus dem Btittelalier stammen. die neueren dagegen oft in modernsten Baulichkeiten. Für Dusch., Baderntd Waschgelegcnheit ist insbesondere in den neueren Gebäuden umsangreich gesorgt. Ausländische Schüler werden ansgenommen. Um den Uebergang zu erleichtern, sind an perschiedenen Schulen Sonderknrsc errichtet worden. Auch bestehen, insbesondere in Paris. Privatknrse mit gleichen: Ziel. Diese Kurse bereiten auch oft ans Prüfungen vor. Selbst Fernunterricht wird erteilt. Für Studenten sei ans die Ferienkurse der Universitäten nnd der Alliance framjaise verwiesen. Auch das Mittelnnd Berufsschulwesen ist gut entwickelt. Ost sind die Mittelschulen (Ecoles primaires superieures) mit den gewöhnlichen Bernssschiilen (Ecoles practiques de commerce et d’industric) lchrplaninäßig und örtlich verbunden. In beiden — die Mittelschule entspricht etwa lmfcrcn Anfbanklassen — wird auf Atlgemeinfortbildnng Wert gelegt. An mancher: Orten sind die Bcrnssschnlei: auf einen gewerblichen Spczialzwcig abgestimmt, der für die Gegend wichtig ist. Tie Vlittelschnle schließt sich der Volksschule an. Ter Stndicugang umfaßt drei Jahre. Das Höchstalter für die Zulassung ist 18 Jahre. Am Schluß des Lehrgangs kann da? Brevet d’enseignemeut primaire super:cmr erteilt werden den Zugang zu de>: mittleren Karrieren eröffnet Achnliche Zeugnisse erteilen die BerusM),,^ gleicher Stufe. In dei: "N!ädchen-"Mittel- und Be. rnfsschnlen wird Unterricht in SänglingSPsleqe nnd Haushaltskunde erteilt. Auf den Berufs sich:, lem nnd Mittelschulcharak. ter baut sich das höhere Berufsschulwesen a»i die Ecoles nationales des arts et metiers und die Ecoles superieures de commerce. Beide ent-/ sprechenungefähr der Stufe unseres Techuilnm nnd der gehobene,: Hnndelsschnte und verleihen die entsprecheitden Berechtigungen. Ter Cvintritt in diese Schulen ist an eine Lstn'priisung geknüpft, die auch Ausländern ofsensteht. Tas VIufimhmcmindestaltcr ist 1-">, das Ausnahmehöchstaller 19 Jahre. Neben dieseu Beruisschuleu gity es noch Ecoles nationales professionelles, die nuf der Bolksschnle aufbauen und spezialisierte Bernssschnle für die untere Gewerbelaustahn sind. Das sehr entwickelte landwirtschastlictie Schulwesen weist die Ecoles pratiques dagrinilhire aus. die den Ecoles praliques g.- commerce d’industrie entspreclfen nud ferner die Ecoles nationales d’agriculture, das ('ocqcnitiui der Ecoles nationales des arts et mötiers lEiutrittsmiudeu, alter 17 Jahre. Aufnahmeprüfung». Bo» hier,ms ist der Zugang in eine Anzahl l,oä,schulartiger Institute offen. Erwähnenswert sind die laudtvirtschastlichen Bilduugsaustalten Französisch- Nordasrikas. die sic!» besonders mit der Landwirtschaft des NUttelineergebiets befassen. "N'eben allen diesen Sclfulei: und dem kathelischen Schulwesen gibt es auch eine Anzahl von Bildungsiustitutioueu aller Grade, die von chnvateu oder Korporationen begründet wurden »nd unterhalten werden. Ein Teil von ihnen ist siaatlich aiterkannt. Nesorinschulen nach den: Borbild etvaa der deutsche»: Schntresormbeivegung gibt es wir wenige. Die bekannteste ist die Ecole des Koches bei Bernenil in der N'vrmandie. Sie ist nach den Lietzschei: Grundsätzen für Landcrziehungsheimc anfgebaut. vr. tzdtcv. Aflorftz Lews: Grundbegriffe der Pädagogik Tie Einleitung dieser soeben bei M. n. H. Marcus IBreslau» erschienenen Schrift legt Nar. was das Buch sicl» znm Ziel setzt: nnsseuschastliclie Ginsichr in die Grundlagen des Schuluiiterriüüs. nnd zwar eine Entwicltnng der Probleme aus der N'atur des Unterrichts. nic!»t aus der pädagogischen Praris. Dementsprechend lautet die erste Frage-. Was ist Unterricht'' Antivort: Tie feste Ber b in düng zwischen Lehrer. Schüler nnd Unterrichtsgegeustand. Anschließend »vird in klarer Fora: eine methodische Entwistelnng der Begriffe gegeben. die zu den: Unterricht in Beziehung steifen: Gedächtnis. Aiifmerklainleit. Konzentration. Ne;eptivität des Schülers: Stosnvahl nnd Stosfbehcrrschung. Klarheit der Tarsfcllnng. Betvertuug als Ausgaben des Lehrers. — Eingehend kritisiert werden die modernen Lehrplantypen, z. B. der Gcsaintunterricht, der n r: r. von: Lebe»: ausgehend, die "Meisterung des Lebens sich znm Ziel setzt. ES wird klargelegt, daß für die Oberstufe ein Unterricht. der u ii r aus dem Leben erwächst, nid»t möglich ist. iveil bestiinnite Lehrgüter, wie z. B. niiitlicmalische Beziehungen, durch das Leben niclit gcgcben sind und ihre Geltung nicht durch das Leben beglaubigt iverdeu kann. Tie tiefe pädagogische Bedeutung der Forderung „fürs Leben lernen" ivird anerkannt, aber sie wird niiigesormt in ei:>e Forderung nach systeinatischer Ordnung des Kenntnisbesitzes, auf Grund dessen auch bisher unbekannte Ausgaben des Lebens gelöst iverdeu können. Ebenso kritisch steht der Antor der Fordernng nach absoluter Selbständigkeit des Schillers gegenüber. Es wird begründet — nicht nur auf Grund der Erfahrung behauptet, daß es (ich immer nur um die relative Uiiablfäugigteit des Schülers vom Lehrer handeln famt, die kein Spesiiitnm der modernen Arbeitsschule ist. — Besonders autsch ln ß reich ist auch die Abgrenzung dessen, ivas ml, der Pädagogischen Ueberinittelung entzieht. Lv kann der N'eligionsnnterricht nicht das religiöse Erlebnis geben, anderseits aber ist er ein Unterrstchtssach mit der Ausgabe, die Interpretation der Heiligen Schrift als Lehrgnt zu übernültetn. Ebensowenig ist der Kniistgeniiß lehr- und lernbar, weil es sich hier niclit um ein eindeutiges Berstehen, sondern um vieldeutiges Einfühlen handelt. Ans diesem Gebiete ist der pädagogischen Fluter- Weisung nur zugänglich die Belehrung in Technik nud Stilgesetz. Ta der Autor als letztes Ziel des Unterrichts die Bildung der Persönlieliteit an'- stellt, die alle erworbenen Lehrgüter als EaumS in: Sinne der Kultur znsaminensaßt. ergibt stell zwangsläufig, daß das Buch weit mehr gibt als Grundbegriffe der Pädagogik .näinlir!» aufschlnU' reiche Einblicke in die Grundlagen der Wisstw schaft. " 1>r. K. E Der Verein zur Förderung der Interessen der israelitischen Taubstummen Deutschlands e.^ Berlin, erstrebt die Forderung der jüdisüieiy s-auostummen durch Nat und Hilfe sowie llnterslülmug in allen "Notfällen des täglillien Lebens. Durch bH fültiing der statiiteninäßigeii Bvraussetzuirgeii erwerben die Alilgtieder bei Eintritt der Iiwaliduar Anspruch ans eine kleine Ätonatsrente als Zuschnh' zur Invaliden- oder Sozialrente. Bei Gesuchen „m Aufnahme in das Altersheim für jüdische -r.afwstumme in Berlin-Viederschönhaiisen-werden in erster - - ' ...— -In'Viui-- Linie Alitglicder des Fördern iigsvereins sichtigt. Büro nnd Beratungsstelle: Berlin. Nstl'jst' thaler Straße 1*1; Sprechstunden: Dienstags, t.« wst 20 Uhr. Rechtsberatung durch eigenen RechtsaMvai:- Anschrift der Geschäftsstelle des Förderungsvereins. Erwin Kaiser. Berlin X0 55». Pilckeinstraße‘ ' '■ liegt in heutiger .Zeit im Interesse iedes jüdisch^ Gehörlosen, dem Fordcrungsverein als Mitglied o> - zutreten. cs© pm m ta ßo m ko dd Ab‘Berlin: jeden Freitag 16 Uhr (längere Aufenthoiumögiichkeit) nur RN Rückkehr Berlin: Montags 9.40 Uhr föPfPÜ Ab Berli": 2< 5ept.. 8., 22. Oktober flflC _ lüuti Fahrt) Teilnehmerpreis: Berlin—Berlin nur RM twU«" Auskunft und Prospekt Reisebüro der American Express Comp. m. b. H. Berlin W 8, Unter den Linden 3 (Telefon: A 2 Flora 6951)